Top Themen: Aktionen für Abonnenten | Individuelle Trainingsplanung | Laufschuh-Datenbank | Kraftübungen für Läufer | Einsteiger | Laufen

RSS-Feed anzeigen

Gutenberg1964

Zurück zum Start - "Die Vorgeschichte"

Bewerten
von am 30.04.2012 um 10:42 (337 Hits)
"Zurück zum Start". So lautete eine Überschrift in der Allgäuer Zeitung, die über mein Laufvorhaben in einem halbseitigen Artikel berichtete. Einen halbseitigen Artikel in der Zeitung? Was hat denn der Gutenberg jetzt wieder angestellt, werdet ihr jetzt vielleicht fragen. Naja, um ehrlich zu sein mal wieder eine kleine Verrücktheit. Wie ihr es von mir in der Zwischenzeit ja gewohnt seid.

Inspiriert zu dieser Wahnsinnstat wurde ich durch einen Artikel im Trailmagazin 2/2011. Darin berichtet der Herausgeber und Autor Denis Wischniewski von einem ganz besonderen Lauf. Der Artikel hatte mich damals schon total fasziniert. Über den Sommer geriet er aber in Vergessenheit. Ich hatte ja genügend andere Dinge zu tun. In den langen und dunklen Wintermonaten machte ich mir dann so Gedanken was ich denn in diesem Jahr so alles laufen könnte und wollte. Dabei erinnerte ich mich wieder an diesen Bericht. Kramte ihn hervor, und laß ihn mehrmals durch. Der Gedanke einen solchen Lauf zu absolvieren fesselte mich immer mehr. Der Wunsch zu laufen verfestigte sich und gegen Ende des Winters war klar. Dieses Jahr werde ich einen solchen Lauf absolvieren.

Ach ja, um was geht es eigentlich? Um einen Lauf zurück zu meinen Wurzeln. Zurück in die Heimat! Ich wohne ja im Allgäu, bin dort aber nicht geboren. Das Allgäu ist wunderschön und ich wohne gerne hier, aber ich bin hier nicht verwurzelt. Vielmehr stamme ich aus einer kleinen schwäbischen Stadt in der Nähe von Stuttgart. Hier bin ich geboren und aufgewachsen,. Hier habe meine ersten Schritte getan und irgendwann auch mal mit dem Laufen begonnen. Hier kenne ich alle Ortschaften, Schleichwege und wunderschöne Plätze.
Mein Plan bestand also darin, von meinem aktuellen Wohnort zurück in meinen Geburtsort zu laufen! Also zurück zu meinem Startort quasi. Also schnappte ich mir eine Landkarte und verband beide Ort mit einer Linie. Luftlinie waren es ungefähr 160 km. Okay, Luftlinie kann niemand laufen. Da gibt es Orte, Wälder, Bahnlinien und Flüsse die es zu durch- bzw. überqueren galt. Also suchte ich mir schmale Nebenstraßen, Wald- und Wiesenwege die möglichst nahe an der Ideallinie entlang führten. Ich kam auf gute 170 km.

Einige werden mir jetzt vielleicht den Vogel zeigen. 170 km! Jetzt spinnt er total! Mag sein, aber es war mir sofort klar, solch einen Lauf kann und möchte ich nicht am Stück absolvieren. Vielmehr wollte ich das Projekt in mehreren Etappen angehen. Ich wollte nur tagsüber laufen. Schließlich wollte ich, daß sich mir die Strecke und Landschaft eröffnet. Ich wollte meine Umgebung wahrnehmen und soweit es geht genießen. Wollte spüren ob sich in mir etwas auf diesem Weg verändert. Also eine Art Pilgerreise oder Wallfahrt. Als Zeitpunkt wählte ich die Karwoche. Also auch ein Lauf der inneren Einkehr und Reduzierung auf das Notwendigste. Start sollte der Gründonnerstag sein. Die Zielankunft hatte ich für den Karsamstag geplant. Also drei Tagesetappen á ca. 60 km. Das sollte zu schaffen sein. Vielleicht am ersten Tag, wenn die Beine noch frisch sind, etwas mehr. Dann könnte ich es in den darauffolgenden Tagen gemütlicher angehen.

Da dies mein Lauf sein sollte, wollte ich auch alleine laufen. Also ohne Begleitung und Unterstützung. Das hatte zur Folge, dass ich alles was ich in diesen drei Tagen benötigte, in meinem Laufrucksack mitführen musste. Da dieser vom Volumen auf 13 Liter begrenzt ist, war Zurückhaltung angesagt. Trinkblase mit 2 Liter Wasser, Wechselklamotten zum Laufen, Regenjacke, Hose und Shirt wenn ich abends irgendwo Essen gehe, Mütze, Armlinge und Beinlinge, Geld, Landkarten, ein paar Gel und Fruchtriegel als Notfallverpflegung, Mobiltelephon, Photo und schon war es voll. Und schwer.

Ein wenig aufgeregt war ich schon. Würde alles so klappen wie ich mir das vorgestellt hatte? Würde ich immer ein Zimmer zum Übernachten finden? Würde ich den Weg finden und mich nicht zu sehr verlaufe? Würde das Wetter mitspielen? Würden meine Beine mitspielen? Also ein Lauf mit vielen Unbekannten! Und so ging ich am Mittwochabend zu Bett.

Teil 2 folgt

„Hindernisse überwinden ist der Vollgenuß des Daseins.“ – Arthur Schopenhauer

Gruß
Gutenberg1964
Kategorien
Kategorielos

Kommentare

  1. Avatar von bolk
    Hi Niko,

    ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben, das du was über deinen Lauf in die alte Heimat, schreibst.
    Umso mehr freue ich mich jetzt darüber, das da doch noch was kommt.

    Gruß Volker
  2. Avatar von Gäu-Läufer
    Hallo Niko
    "Zurück zum Start" der Bericht hat mich auch fasziniert. Zu meinem Geburtsort sind es 222Km Luftlinie da Müsste ich 6 Tage laufen einplanen. Ich finde es klasse das du es gemacht hast.

    Ich bin auch auf den 2ten Teil gespannt. Erhole und Schone dich.
    Du hast noch fiel vor dieses Jahr.

    Gruß Horst
  3. Avatar von hamann35
    Hallo Niko,

    schön das du das Erlebnis mit uns teilst ich freu mich auf die Berichte.
    170Km zu laufen wow bin echt gespannt was da so in einem vorgeht.

    Grüße

    Rolf
  4. Avatar von Knirschknie
    Coole Idee! Respekt - das ist schon seeeehr verrückt. Ich müßte für dieses Unternehmen nur erstmal weg. Aber ich hocke halt doch noch in der Heimat...

    Liebe Grüße von Knirschknie, die sich natürlich auf den nächsten Teil freut!!!!
  5. Avatar von Power Runner
    Mir geht's genauso wie Knirschknie,bin meiner Heimat treu geblieben,


    aber das was Du den Winter über geplant und Ostern in die Tat umgesetzt hast,ist schon verrückt und genial zugleich.Respeckt

    Mich hat mal ein Kumpel,der auch schon eeeewig läuft,gewarnt.Laufen kann zur Sucht werden.Ohne das man es mitbekommt,hast Du etliche Marathons hinter Dir und Du stehst am Start eines Ultra.Da fragst Du Dich, warum tut man sich das an,bin ich verrückt oder nur begeistert unmögliches zu schaffen,ehrgeizig zu sein.

    Tolle Sache sagt der Steffen und geht gleich angeln
AUS ANDEREN RUBRIKEN
4.500 taffe Urbanathleten in Hamburg

4.500 Teilnehmer wagten sich am 26. Juli 2014 beim Men's-Health-Urbanathlon auf die elf Ki... ...mehr

Sonniger Halbmarathon mit Blick auf den Rhein
Rheinuferlauf Duisburg 2014

Foto: Catfun-Foto

Bei sommerlichen Temperaturen ging der Rheinuferlauf Duisburg am 26. Juli 2014 in seine 22... ...mehr

Achter Sieg in Folge für Jonas Buud
Swissalpine-Marathon Davos

Foto: Tomás Ortiz Fernandez

Beim Swissalpine-Marathon am 26. Juli 2014 war Jonas Buud unschlagbar: Zum achten Mal in F... ...mehr

(©) Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG