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holli1

Harzer Hexentanz 2016, das Ende

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von am 03.05.2016 um 13:22 (680 Hits)
Altenau – Ardenalintours (VP 6) KM 97
Noch 12 Kilometer und dann noch einmal 12. Mittlerweile zeigte die Uhr 23:00 an. Wir sind also etwas langsamer geworden. Ich korrigierte meine Schätzung auf eine Ankunftszeit so um 4 Uhr. Da wir jetzt doch hauptsächlich gingen. Vor allem die Strecke, die jetzt wieder durch den Wald führte war so nicht laufbar. Etwas spooky war es auch, an den Bäumen befanden sich "Katzenaugen" in Form von kleinen Hexen. War schon lustig. Überhaupt war es jetzt recht witzig bei uns. Wir unterhielten uns und waren guter Stimmung. Michael meinte auch auf meine Frage, meinste wir schaffen das so noch. Was glaubst Du denn, ohne Frage klar..
Die Strecke war jetzt auch angenehm zu laufen, keinen nennenswerten Steigungen und wäre der Weg nicht so "verwurzelt" wären wir auch richtig schnell. Im Unterhalten befanden wir uns dann unvermittelt in Clausthal-Zellerfeld und liefen über einen Kirchplatz in dessen Belag irgendetwas Reflektierendes eingelassen war. Um die Ecke und einen langen Anstieg hoch.
Unsere Kilometeraufzeichnungen ließen uns nun ganz im Stich. Wir waren alle drei der Meinung auch hier den VP übersehen zu haben, da unsere Anzeigen bereits weit hinter der 97 Kilometer-Marke lagen. Ich ging und konnte den Kollegen nicht mehr folgen. Aus die Maus, das war für mich einfach zu schnell. Auf dem Gehweg an der Straße stand dann mit Kreide geschrieben VP 200m und ein Pfeil wies dann nach links. Mein Hirn brauchte etwas um diese Info zu verarbeiten. Häh. Es kam noch einer VP 100m. Ralph verließ schon den Gehweg in Richtung eines Hauseinganges. Tatsächlich wir hatten diesen VP erreichten. Den Letzten und es war kurz vor Mitternacht.

Adrenalin-Tours nach Osterode (ZIEL)
In einem Hauseingang, quasi zwischen Haustüre und Wohnungstüre, in diesem Flur, befand sich dann das heiß ersehnte. Wir aßen und tranken. Endlich was Warmes. Tee, Kaffee, Salzgebäck (beim Essen hielt ich mich vornehm zurück). Wir wärmten uns richtig auf. Es war mittlerweile 1:00 Uhr. Ich rechnete. Das Gehen fiel mir richtig schwer. Ich werde Ralph und Michael wohl ziehen lassen müssen. So für 12 Kilometer brauch ich in etwa drei Stunden (wenn ich richtig marschiere) eher mehr. Hm.. Vier Uhr, wenn ich Pech habe eher so an fünf. Also vor dem Cut. Es ging also wieder los.
Draußen, die Kälte, ich fror und augenblicklich klapperten mir die Zähne. Du musst dich bewegen. Meine Muskeln stocksteif. Och, neee. Wir mussten den Anstieg noch zu Ende hoch und gingen deswegen. Ich sprach mit Michael, also ich kann nicht mehr gehen. Daraufhin Michael, dann laufen wir. Wir passierten soeben den Anstieg und liefen runter. Das fühlte sich richtig gut an. Leben und Wärme durchliefen meine Muskeln. Wir mussten jetzt quer über eine Wiese (ohne sichtbaren Weg) immer dem Track laut meiner Garmin entlang, durch einen Wald und gelangten wieder in ein kleines Dörfchen. Dort gabelten wir den nächsten Läufer auf. Bei ihm versagte wohl die Uhr, außerdem ging es ihm muskulär nicht so gut.
Wir mussten wieder in einem Waldstück berghoch und in einem schönen Trail wieder den Berg herunter (bei Tageslicht wäre ich den runtergelaufen, doch jetzt bei Nacht). Nun erlosch die Stirnlampe von Ralph. Michael und ich nahmen Ralph nun in die Mitte. So ging es diesen tollen Trail hinab. Unten angekommen ein kurzes Stück der Straße wieder bergauf. Ich befragte jetzt meine Mitstreiter, kommt jetzt Adrenalin pur (oder so). Die zwei schäkerten und lachten, das heißt Tour und da sind wir schon längst vorbei, wenn ich wolle könnte ich ja noch einmal zurück laufen. Öh nee. besser weiter. In einer Kurve ging es jetzt wieder in den Wald. Wir warten noch bis der Überholte uns sah und aufschloss.
Wir rannten wieder los. Es fühlte sich jetzt alles so einfach an. Es ging auch einfach fast nur noch bergab. Auf einem Gehweg an der Straße entlang. Es war auf einmal alles so easy. Noch einmal verließ der Track die Straße in den Wald, ein kurzes Stück, um danach wieder auf die Straße zu treffen. Ortseingang Freiheit (Stadt Osterode)... Ich war sprachlos. Wie lange brauchen wir noch, meine Frage.. Halbe Stunde evtl. Ich rief meinen Schatz an. Raus aus den Federn mit dem jungen Gemüse. Antwort voll verträumt... Tom... Bist Du das. Ja wir kommen gerade an der Peripherie von Osterode an. So eine halbe Stunde etwas mehr brauche ich noch. Ich bin doch im Nachthemd. Ich bleib im Zimmer und erwarte dich dann. Ok, dann gib mir 45 Minuten. Ende. Die Jungs kriegten sich nicht mehr ein. Egal.
Wir liefen jetzt wirklich in einem schönen gleichmäßigen Rhythmus. Und unglaublich schnell, so zwischen 7:30 und 6:30, streckenweise auch schneller. Dabei sammelten wir auch noch einige unserer Mitstreiter ein, die sprachlos uns hinterher sahen. Es kam und ging der Kirchturm, die Bank, der Bach (Fluss?) und schon sah ich unser Hotel, das Ziel.
Rein ins Warme. Applaus von der Rezeption. Kurz gemeldet Ankunft 2:36, Laufzeit 17:06 Std. Ich fasse es nicht etwas mehr als 1 1/2 Stunden für die letzten 12 Kilometer unfassbar und mir ging es wirklich richtig gut.
Andere Läufer waren noch da und beglückwünschten uns. Es waren 200er, wir beglückwünschten sie. Ein Finisher-Bier. Ein kurzer Plausch, noch zwischen uns. Ich verabschiedete mich von Ralph und Michael (Danke Jungs ohne euch hätte ich das nicht geschafft). Nur noch zum Schatz (in den dritten Stock, ging aber gut). Voll von Adrenalin. Umarmung, Bütze. Toll einfach nur Toll. Schnell unter die Dusche und unter die Decke. Ein langer Tag hatte sein Ende (erfreulicher Weise mit einem Finish).
Morgens zum Frühstück mit Siegerehrung (der Beste unserer Strecke braucht keine 12 Stunden, der Beste der 219km keine 30 - WAHNSINN). Bei Übergabe der Urkunde (wirklich sehr schön, richtig massiv und laminiert), noch einmal Shake Hands mit Ralph - Michael kündigte ja an, dass er sich lieber ausschlafen wolle, weil er noch nach Hause fahren musste. Das Problem hatte ich ja nicht, weil mein Schatz dies übernahm.
Epilog
Es war ein unfassbares Wochenende. Der Lauf selbst ist eben ein Landschaftslauf durch den Harz, mit wirklich unbeschreiblichen Ausblicken und eigentlich gut laufbar und durch die Meldeläufer auch gut organisiert Danke an die Helfer Vorort und an die Orga für dieses tolle Event.
Mal sehen was als nächstes kommt.
Bis dann

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