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LoreLei

Am anderen Ende der Welt

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von am 16.04.2015 um 01:27 (1313 Hits)
Porirua Grand Traverse-Fun Run 7.5km

lang lang ist's her, seit ich mich das letzte Mal hier blicken lassen habe. Zwischendrin eine Zeit ehrgeizigem Laufens, dem Absolvieren drei weiterer Laufwettkämpfe (Glauchauer Herbstlauf 10km; Küchwaldlauf 10km; Adelsberglauf 10km) und nun mein Work'n'travel in Neuseeland.
Ein Land, voller Sportambitionierter, welche den Hang zum Verrücktsein haben: Egal ob Marathons, Ultramarathons, Triathlons mit Kayak anstelle von Schwimmen, Landüberquerungen und und und. Die Schönheit der Natur, welche die Läufe so spektakulär machten, entschuldigten das stark und schnell wechselnde Wetter.
Ich wandere, radele und schwimme hier sehr viel - zum Laufen hingegen bin ich nur selten gekommen. Immerhin schlief ich anfangs in einem Campervan und ab Dezember in einem Zelt. Ich führte das Leben einer Nomadin- ständig auf Achse, immer den Standort wechselnd. Sich nach einem Tag herumreisen dann noch zum Laufen aufzuraffen und den Reisekollege allein lassen zu müssen, war schwierig.
Dennoch lief ich mind. 15 Mal in 6 Monaten, dank meiner Arbeit für anderthalb Monate. Endlich ein anderes Laufumfeld - Sightseeing auf ganz hohem Niveau. So Endorphin berauscht war ich noch nie. Die Weite und Ruhe der Laufumgebungen ließen einfach jedes Herz höher schlagen.
Fortgeschrittene Läufer würden über Folgendes wieder nur den Kopf schütteln, ich weiß, aber ich wollte in diesem Land einen Wettkampf absolvieren, um die Atmosphäre der Veranstaltung zu erleben.
Ich suchte mir dazu den Fun Run der Porirua Grand Traverse am 12.April 2015 heraus, welcher 7.5km beinhaltete. Die eigentliche Veranstaltung war ein Multisportevent, welches aus Kayaking, Mountainbiking und Mountainrunning bestand. Selbst 12-jährige Kinder rannten den 18km langen Mountainrun, welchen ich als sehr knackig - und vorallem ZU knackig für mich- empfand.
Wie schon erwähnt sind die Kiwis (Einheimische) abgefahrene Leute und lieben es, sich zu quälen. Mir gefällt dieser Flair.

Einen Tag davor holte ich den Race bag ab; mit Startnummer, Naschereien und einem wunderbar passenden T-Shirt.
Und dann kam der Tag. Ich kroch früh am Morgen aus meinem Zelt, gönnte mir ein Dattelaufstrich-Bananen-Brot und ein Milo und bekam schon wieder kleine Zweifel: hoffentlich halte ich es bis zum Ende durch. Ha und dann bemerkte ich die Windgeschwindigkeit: 50km/h! Ich lachte. Das wird lustig.
10:30Uhr lief ich mich kurz warm, rannte einen Hügel hinauf und herab, das Herz raste, der Laufstil fühlte sich sch**** an ebenso der starke Sturm und ich war sauer über mich.
Naja wir bekamen noch eine kleine Einweisung: es gab genug Ausschilderungen, zwei Getränkestationen und wir wurden ausdrücklich darauf hingewiesen, doch bitte mit Erreichen der Bergspitze uns einmal umzuschauen und den Ausblick zu genießen. Es wurde auch betont, dass es wirklich ein Spaßlauf war, man Rücksicht aufeinander geben soll und die Straßen für uns nicht gesperrt waren.
Ich atmete erleichtert aus. Die Angst und der Druck verfiel. Viele Teilnehmer walkten die Route und auch Kinder rannten mit.

Der Startschuss fiel um 11 Uhr. Wir starteten am Tahiti Bay, also am Strand mit starkem Seitenwind. Nach 200m kam plötzlich eine große Flutwelle und es sah sicherlich witzig aus, wie mit einem Male alle flink zu Seite sprinteten und hopsten.
Ich hatte mich ziemlich weit vorne eingereiht und konnte meine Position dort auch halten bzw. sogar verbessern. Der Laufstil wurde flüssiger, angenehmer, fast wieder wie in alten Zeiten. Nach einer kurzen Asphaltierten Strecke ging es schließlich ins Gelände- steil nach oben zum Mt Whitireia. Da der Weg nur ein kleiner schmaler Trampelpfad war, waren wir gezwungen - dank der führenden gehenden Läufer- ebenfalls nach oben zu gehen. So marschierte ich schnurstracks nach oben, einige hinter mir lassend. Ich genoss bewusst all das Schöne um mich herum.
Dann ging es die nächsten 4 km allmählich nach unten. Wir mussten uns sehr schräg gegen den Wind zu lehnen, was sicher sehr ulkig aussah.
Glücklicherweise habe ich aus dem Fehler während des Adelsberglaufes gelernt und das schnelle Nach-unten-Rennen trainiert, sodass ich kaum Zeiteinbußen hatte. Es ging größtenteils über Wiese oder Geröll was wirklich Spaß machte. Ich liebe Off-Road- Läufe!
Das letzt Stück hingegen -ca. 2km- war asphaltiert und, da man die ganze Zeit das Ziel in der weeeiten Ferne sehen konnte, knickte meine Motivation ein wenig ein. ich pushte weiter, um meine heimlich gesetzte Zielzeit von max. 45:00min noch zu schaffen.
Endlich kam es dann und so fies wie ich bin, sprintete ich noch vor einem Mädchen ins ziel, wieso auch immer.
44:50min- ich war sehr zufrieden mit mir.

Es gab eine kleine Urkunde und Zimtbrötchen, sowie Kaffee und Kakao. Meine Schultern schmerzten wegen dem schnellen Puls (zwei Tage vorher hatte ich noch zwei intensive Technik-Schimmstunden) und ich konnte mir ein kleines Hüsteln nach dem Lauf nicht verkneifen.
Da merkt man doch, das die Kondition einfach nicht bloß durch Wandern aufrecht erhalten werden kann.
Ehrlich gesagt, ist das das Einzige, was ich an meinem Leben in Deutschland vermisse: die sportliche Routine!
Auf jeden Fall war es ein tolles Event mit sehr höflichen und geschwätzigen Läufern, die es nicht nur aufs Gewinnen abgesehen haben und ich es keineswegs bereue mein Kreislaufsystem ein bisschen gereizt zu haben.

für Alle, die das perfekte Land fürs Laufen oder anderen Outdoor-Aktivitäten suchen: Neuseeland ist ein Traum!

Und irgendwann werde ich hier zurück kommen und den Mountainrun oder vllt sogar das komplette Programm machen!!
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