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Race4Fun

Nahrungsergänzung Magnesium - eine Glaubensfrage?

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von am 22.10.2017 um 13:22 (258 Hits)
Magnesium ist ein vom Körper benötigter elementarer Stoff, der von diesem nicht selbst hergestellt werden kann. Daher muss Magnesium zugeführt werden. Doch reicht die normale Zufuhr über Lebensmittel aus? Wenn ja, wie sieht es da bei Sportlern aus? Es gibt hierzu sehr kontroverse Diskussionen zu diesem Thema und das Internet ist voll davon. Die Einen meinen ja, dass eine gesunde Ernährung völlig ausreichend sei, die Anderen behaupten das Gegenteil. Vermutlich haben beide Seiten recht, denn es kommt immer auf den Einzelfall an, um festzulegen welche Variante nun die Richtige sein dürfte.

Ich kann hier nur für meine Situation "sprechen", die nicht zwangsläufig für alle gelten muss. Ich hoffe allerdings, dass meine Ausführungen zu diesem Thema dem Einen oder Anderen eine Orientierung und vielleicht sogar etwas mehr Selbstvertrauen geben können. Aus diesem Grund habe ich das Thema Magnesium für diesen Blogbeitrag ausgewählt.

Im Sinne des Ausdauersportlers glaube ich mit ruhigem Gewissen behaupten zu können, dass ein Jeder schon einmal die eine oder andere Erfahrung mit Muskelkrämpfen und/oder Muskelkatern machen durfte. Während Muskelkrämpfe in den Bereich Verspannungen einzuordnen sind, handelt es sich bei so genannten Muskelkatern um microfeine Verletzungen der Muskelfasern. Je nach Stärke verheilen diese meist innerhalb weniger Stunden oder zumindest binnen weniger Tage. Meinen stärksten Muskelkater zog ich mir einmal in jungen Jahren bei einer Berg-ab-Wanderung zu und dieser dauerte sagenhafte 4 Tage mit nicht geringen Schmerzen. Damals kannte ich allerdings noch nicht die Bedeutung von Magnesium und andere, vom Körper benötigte, Stoffe.

Welche Personengruppen sind denn nun von einem erhöhten Magnesiumbedarf betroffen? Nun, das sind Jugendliche, Schwangere, stillende Mütter, ältere Menschen und vor allem auch Sportler. Auf letztere Gruppe gehe ich hier im Speziellen ein.

Nun gut, wie bereits erwähnt gibt es ja die Spezies, welche meint, auch ein Sportler könne über eine gesunde Ernährung eine ausreichende Zufuhr an Magnesium erhalten. Gut, wer 1 Kg Bananen essen kann, der kommt ja schon mal auf 300 mg Magnesium, das Minimum für einen normalen, unsportlichen Menschen. Ein weiteres Kilo könnte dann den Bedarf eines Hochleistungssportlers decken. Das wären im Jahr so zwischen 365 und 730 Kg. In Kilokalorien ausgedrückt sind das in etwa 339450 bis 678900 Kcal. Der Zuckergehalt befindet sich dabei zwischen 62 und 124 Kilo! Das Ganze könnte man nun auch mit Brokkoli ausrechnen. Allerdings müsste man da pro Tag immerhin eine Menge von ca. 1,66 Kilogramm essen (im Vergleich zu 1 Kg Bananen). Im Gegensatz zu diesen beiden Beispielen stehen Mandeln, die mit einer Tagesration von "nur" 112 Gramm den Tagesbedarf eines normalen unsportlichen Menschen abdecken. Mit Äpfeln hingegen würde man 2,2 Tonnen jährlich benötigen, mit Vollkornnudeln "nur" 243 Kg jährlich. Ob man mit diesen Beispielmengen dann überhaupt noch laufen kann entzieht sich verständlicherweise meiner Kenntnis.

Aus diesen Beispielen ergibt sich, warum ich im Titel das Wort "Nahrungsergänzung" stehen habe. Selbstverständlich bin ich kein Befürworter von unkontrollierter Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Die meisten Nahrungsergänzungsmittel lehne ich sogar ab und zwar immer dann, wenn man die Stoffe ohne großen Aufwand auf natürliche Weise zuführen kann, wie es z.B. bei Vitamin D der Fall wäre, wenn man täglich ein wenig spazieren geht. Gut, bei Laufsportlern sehe ich da (bei entsprechender Gesundheit) weniger die Gefahr eines Vitamin-D-Mangels, da die meisten ohnehin im Freien trainieren.

Lange Rede kurzer Sinn ... warum ist mir (und vielleicht auch vielen anderen?) das Thema Magnesium so wichtig? Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten, weil ich selbst entsprechende Erfahrungen machen musste. Angefangen bei einem Schilddrüsenproblem bis hin zu ungünstiger Medikation. Nun, schnelleres Gehen und Fahrradfahren machten nur geringe Probleme, sodass ich diese zunächst nicht sonderlich ernst nahm. Als ich dann jedoch zu laufen begann, musste ich erst mal durch die Hölle gehen. Arztbesuche brachten ernüchternde Ergebnisse, angefangen mit dem Hinweis, ich solle vielleicht Magnesium zuführen (was ich ja ohnehin schon tat), bis hin zur Vorsprache bei einem Orthopäden. Der Allgemein-Arzt konnte nichts erkennen, da die Blutwerte ja okay seien. Bis auf einen einzigen Wert waren tatsächlich alle okay und der eine Wert sei ja nur "grenzwertig". Doch genau diese letzte Aussage sollte sich als falsch herausstellen. Der Internist meinte dazu: Ihr Stoffwechsel ist stark verlangsamt da die SD inzwischen in eine Unterfunktion entgleist sei. Diese Unterfunktion sorgte dafür, dass die Muskeln trotz Magnesiumzufuhr nicht ausreichend versorgt werden konnten. Das heißt, dass die Magnesiumzufuhr bis zu diesem Zeitpunkt völlig sinnlos war. Ich erhielt nun also Hormone für die SD, um den Stoffwechsel wieder anzuregen. Wenige Stunden nach der ersten Einnahme verspürte ich bereits eine wohltuende Verbesserung meiner Muskeln (offensichtlich konnte jetzt erst die Wirkung von Magnesium, welches ich schon die ganze Zeit nahm, einsetzen). Am Abend dann (wie die Tage zuvor auch) noch 450 mg Magnesium und ich fühlte mich am nächsten Morgen fast wie neugeboren.

Magnesium ist an ca 300 Stoffwechselvorgängen beteiligt. In Verbindung mit Kalium wird zudem eine bessere Bioverfügbarkeit erzielt. Da für einen Läufer die erforderliche Menge nicht einfach so zuzuführen ist, wird man um eine Nahrungsergänzung nicht umhin kommen. Wer dieses ablehnt, der muss dann halt mit entsprechenden Konsequenzen leben. Stete Ermüdung der Beine bis hin zu Verspannungen oder gar Verletzungen. Wer meint, er habe trotz Magnesiumzufuhr Probleme, der sollte sich unbedingt einer ärztlichen Untersuchung stellen. Ein Orthopäde wäre an dieser Stelle, zumindest aus meiner Sicht, der falsche Arzt.

Ein Präparat aus Magnesium + Kalium ist das, was ich persönlich auch einnehme. Großen Abstand halte ich zu Produkten von Discountern. Meine erste Wahl ist demnach immer der Erwerb über eine Apotheke.

Es ist, gemäß meinen persönlichen Recherchen, keine Glaubensfrage was das Magnesium angeht sondern eine Notwendigkeit, wenn man diverse Probleme hat. Magnesium ist demnach nicht nur für die Muskeln zuständig, sondern auch für die Nerven und andere Vorgänge in unserem Körper. Herzrhytmusstörungen können mit Magnesium und Kalium stark reduziert oder gar behoben werden. Magnesium trägt zum Erhalt normaler Knochen und Zähne bei, verringert oder beseitigt Müdigkeit und Erschöpfung und beeinflusst die Funktionen des Nervensystems positiv.

Wer nur 2 mal die Woche für 30 bis 45 Minuten läuft, der benötigt ganz sicher keine Extrazufuhr. Wer aber mehr trainiert um an Wettkämpfen teilzunehmen, der sollte sich mit dem Thema Magnesium ernsthaft befassen und dabei folgende Überlegungen anstellen:

- Eine Notfallbehandlung bei akuten Krämpfen ist nicht indiziert, da das Magnesium erst über den Darm in's Blut aufgenommen werden muss. Überschüssige Anteile werden über die Nieren gefiltert und über den Urin wieder ausgeschieden.

- Übertriebene, also nicht notwendige Magnesiumzufuhr kann abführend wirken.

- Muskelkrämpfe können auch auf ein Ungleichgewicht des Elektrolythaushalts hinweisen. Nicht immer ist ein Magnesiummangel die Ursache.

- Die Einnahme von diversen Medikamenten (Blutdrucksenker, Wassertabletten etc.) kann ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen.

- Die normale Tagesdosis an Magnesium liegt zwischen 300 und 400 mg. Ausdauersport etc. kann den Bedarf wesentlich erhöhen!

- Eine Zufuhr von z.B. 450 mg über den Tag verteilt (also 3 x 150 mg) ist effektiver als 1 x 450 mg.

- Nur ca. 1% des Magnesiums ist im Blut vorhanden. Ein Magnesiummangel ist daher kaum über das Blut feststellbar.

- Bei richtiger Dosierung und vor allem dauerhafter Einnahme ist eine Leistungssteigerung möglich.

Mit einem Magnesiummangel gehen viele Symptome einher: Herzrhytmusstörungen, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Taubheit in Fingern und Füßen, Muskuläre Verspannungen, Wadenkrämpfe, Muskelkrämpfe u.s.w.

Wer auf Magnesium hin Durchfall bekommt, der kann auf eine zusätzliche Zufuhr verzichten, vorausgesetzt, dass keine andere Erkrankung vorliegt. Im Zweifelsfall über einen Sportmediziner und/oder Internisten abklären. Einen Orthopäden empfehle ich in diesem Falle nicht, es sei denn es liegt zusätzlich eine orthopädische Verletzung vor, welche es abzuklären gilt.

Ich hoffe, dass dieser Blogbeitrag dem Einen oder Anderen eine kleine Hilfe zu diesem Thema ist. Nur eine Bitte hätte ich an alle, die sich darin versuchen wollen: haltet Euch von Discounter-Produkten fern und nehmt kein reines Magnesium ein. Eine Kombi aus Magnesium und Kalium hat sich bislang (zumindest bei mir) bewährt.


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Aktualisiert: 22.10.2017 um 13:37 von Race4Fun

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