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		<title>RUNNERSWORLD.de – Community - Laufberichte</title>
		<link>http://forum.runnersworld.de/forum/</link>
		<description>Berichte über Eure Erfahrungen bei Laufveranstaltungen oder persönliche Erfolge.</description>
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		<lastBuildDate>Wed, 08 Sep 2010 22:22:59 GMT</lastBuildDate>
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			<title>RUNNERSWORLD.de – Community - Laufberichte</title>
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			<title>Der gezogene Zugläufer beim Fränkische Schweiz Marathon</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60666-der-gezogene-zuglaeufer-beim-fraenkische-schweiz-marathon.html</link>
			<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 07:47:46 GMT</pubDate>
			<description>Hallo miteinander!

Soeben ist mein Laufbericht zum Fränkische Marathon 2010 online gegangen, wo ich Zugläufer war.

Fränkische Schweiz Marathon am 05.09.2010 - Der gezogene Zugläufer - Bildbericht von Thomas Schmidtkonz:
Fränkische Schweiz Marathon am 05.09.2010 - Der gezogene Zugläufer - Bildbericht von Thomas Schmidtkonz (http://laufspass.com/laufberichte/2010/fraenkischer-schweiz-marathon-2010.htm)

Der Film dazu: Fränkische Schweiz Marathon am 05.09.2010 - Der gezogene Zugläufer - Film von Thomas Schmidtkonz (http://laufspass.com/laufberichte/2010/fraenkischer-schweiz-marathon-2010-film.htm)


Wer war noch dabei?

Viel Spaß beim Lesen,

Marathomy / Thomas Schmidtkonz

Mein Twitter: Thomas Schmidtkonz (marathomy) on Twitter (http://twitter.com/marathomy)</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Hallo miteinander!<br />
<br />
Soeben ist mein Laufbericht zum Fränkische Marathon 2010 online gegangen, wo ich Zugläufer war.<br />
<br />
Fränkische Schweiz Marathon am 05.09.2010 - Der gezogene Zugläufer - Bildbericht von Thomas Schmidtkonz:<br />
<a href="http://laufspass.com/laufberichte/2010/fraenkischer-schweiz-marathon-2010.htm" target="_blank">Fränkische Schweiz Marathon am 05.09.2010 - Der gezogene Zugläufer - Bildbericht von Thomas Schmidtkonz</a><br />
<br />
Der Film dazu: <a href="http://laufspass.com/laufberichte/2010/fraenkischer-schweiz-marathon-2010-film.htm" target="_blank">Fränkische Schweiz Marathon am 05.09.2010 - Der gezogene Zugläufer - Film von Thomas Schmidtkonz</a><br />
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Wer war noch dabei?<br />
<br />
Viel Spaß beim Lesen,<br />
<br />
Marathomy / Thomas Schmidtkonz<br />
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Mein Twitter: <a href="http://twitter.com/marathomy" target="_blank">Thomas Schmidtkonz (marathomy) on Twitter</a></div>

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			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>marathomy</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Auch mein längster Tag ist nun vorbei</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60650-auch-mein-laengster-tag-ist-nun-vorbei.html</link>
			<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 14:46:56 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Geschafft! Noch nicht alle Eindrücke verarbeitet, aber auf dem Weg dahin...



Begonnen hatte alles mit der Anmeldung zum Cologne Triathlon Weekend 2010 für die Langdistanz, zur Weihnachtszeit 2009 als ich aufgrund von Streitigkeiten mit der Freundin allein über die Feiertage war. Noch nicht so bewusst auf was ich mich da einlassen würde, waren alle Klicks getätigt und die Gebühren überwiesen.
Im neuen Jahr, als die Geschäfte wieder öffneten, beichtete ich einem Freund was ich getan habe. Er erzählte vor geraumer Zeit mal beiläufig, dass er schon 7mal den Ironman gefinisht hat und knapp an Big Island vorbeischrammte. Er erklärte sich bereit mir die Trainingspläne zu gestalten. Er selbst bekam seine damals von (Lothar L.!)
Anfänglich gingen wir von dem Ziel aus - Einfach nur heil zum Ziel. Wenn es perfekt wird unter 15h!

Das Problem:
Laufen (naja, immerhin intensiv) betrieb ich erst seit 1,5Jahren, bin vorher nie mehr als 10km Rad gefahren und war froh nach 200m aus dem wasser zu sein.
Anfänglich war es schwierig, da der Winter bekanntlich lange seine weiße Pracht präsentierte. Also die Zeit nutzen um über das Laufen eine gewisse GA aufzubauen. Diese hatte ich vorher nicht, da es bis dato für mich immer nur laufen am Anschlag gab. Zögerlich kam das ein oder andere Mal Fahrradergometer dazu und manchmal schwimmen.
Die ersten Wochen liefen ganz ok, wobei das Pensum selbst da schon bei 10h anfing. Mein Coach meinte irgendwann mal dass es genüge bis maximal 15h/Woche zu gehen um einfach nur das Ziel beim Ironman zu sehen.
So komplett ausgelastet hat es mich bis dahin aber nicht, was meinen Coach dazu trieb, ab März schonmal die 15h-Woche anzukratzen. Auch die verkraftete ich ohne irgendwelche Probleme zu bekommen. Das Rad fahren wurde vonb Mal zu Mal mehr. War ich am Anfang noch froh nach 60min vom Sattel zu steigen, gingen jetzt auch schonmal 3h. Mitte/Ende April hatte ich bereits ein Wochenpensum von 20+h.
Leider gab es anfänglich dahingehend Rückschläge, da ich so dumm war mich damals für ein Schlammrennen (Braveheartbattle) anzumelden und teilzunehmen, was mich wegen folgender Krankheit wieder zurückwarf.
Zum antesten wie es denn mit dem Wechsel funktioniert, nahm ich Anfang Juni an einem Volkstriathlon teil. Natürlich ging Wechseltechnisch alles schief was hätte schief gehen können. Aber das war gut so, denn 3 Tage später bestritt ich meinen ersten ernsthaften Wettkampf im Triathlon. Ferropolis Halbdistanz. Voll aus dem Training heraus, den Wettkampf von 3 Tagen vorher noch in den Knochen, war es die Hölle! Über 35° bei dem viele kapitulieren mussten - selbst der ein oder andere Profi. So quälte ich mich bei 5h19min über das Ziel. Das beruhigende daran war, die 73schnellste Laufzeit zu haben, nachdem ich so ziemlich "Last out of water" war.
Wochen über dem 20h Pensum waren jetzt schon Gang und Gebe. 
Ein ums andere Mal kamen ein paar kleine Laufwettkämpfe aus dem vollen Training dazwischen. Zum einen schafften wir bei der Firmenstaffel in Magdeburg einen Streckenrekord (auch wenn ich der langsamste des Quintetts war) zum anderen schaffte ich den Sprung in die Top10 beim Halbmarathon zum Elb-Brückenlauf in Magdeburg.
Koppeleinheiten wurden langsam so ein richtiger Schwerpunkt. Die verliefen ebenfalls immer besser. 1,5 Monate vor meinem Ironman war ich in der Lage, 36km in einer 5er Pace zu laufen - und das im GA1 Bereich. 
Nach der Zuversicht folgte wieder ein Fall. Eine Erkältung warf mich mal wieder zurück und der Tag X kam unaufhaltsam näher. Ich hatte das Gefühl, nichts läuft mehr zusammen im Training. An die vorherigen Zeiten war nicht mehr zu denken! Nun ging im GA1 Grenzbereich maximal eine 5:15er Pace - und das ohne Vorbelastung durch schwimmen und Rad :frown:
Hinzu kommt die schlechte Einschätzung - bei jedem Gedanke an den Wettkampf war der Puls automatisch gute 5Schläge höher als er sollte.
In der letzten Besprechung für die Renntaktik sagte dann auch noch mein Coach: "Im Normalfall kommst Du auf 11h30min, wenn es super läuft auf 11h15min wenn es ein perfektes Rennen wäre - kann ich mir bei Dir eine 10h59min vorstellen!"
SUPER!!! Was für eine Ansage! Was für ein Druck! Wenn ich meine Zeiten hochkalkuliere, komme ich auf 12h! Was glaubt er was ich da vollbringen soll?????
Die letzten 2 Wochen liessen wir relativ ruhig angehen, nur das der Körper nicht verlernt sich zu bewegen.

DER TAG DAVOR
Plan sagt: 5km locker mit 5x30sec Wettkampftempo und 30sec Tarb dazwischen. Doch irgendwie passt das schon wieder gar nicht! der Puls bei viel schlechterer Pace viel zu hoch! Was ist los mit mir? Virus im Anmarsch? Die Gedanken machen mich fertig. Auf was habe ich mich da eingelassen! Habe ich genug trainiert? Habe ich hart genug trainiert? Das Richtige?

Als bei Bike Check in mein Bike-Nachbar auch noch ein Loch in meinem hinteren Schlauchreifen feststellt, weiß ich nicht damit umzugehen- alles wird mir plötzlich egal! Sch..ßegal, hauptsache ich komme irgendwie über diese blöde Ziellinie. Wozu hat man schließlich 16h Zeit?
PAFF - Die Last war endlich weg!

DER TAG
Die Anfahrt war die Hölle - alles gesperrt - nix ausgeschildert - dem Nervenzusammenbruch schon wieder nahe!
Als wir da waren, war es noch verdammt kühl. Fahrrad fertig prepariert - die Luft ist noch da, prima na dann kann es ja losgehen. Ab in den Neo und runter zur Wettkampfbesprechung. Kurz vor 0700Uhr - die Dämmerung hat ein Ende. Alle schwimmen vom Schwimmeinstieg zum Start. Ich nicht - ich bin froh wenn ich die 3,8km gut überstehe, warum also jetzt schon ins Wasser und auf der Stelle schwimmend sich wartend schon verausgaben? Als der Moderator dann noch 5min ankündigt, gehe auch ich ins Nass. Überraschen warm (ich glaube es waren 19-20°C). Das ist schonmal gut, kommen die Krämpfe später. 
Auf einmal will die Brille nicht mehr so passen wie sonst immer - Wassereinbruch, egal wie ich sie aufsetze! Jetzt ist´s egal, muss ich eben einäugig schwimmen oder es geht irgendwann. Gerade mit dem Gedanken abgefunden, zählt der Moderator nicht mehr Uhrzeitkonfirm herunter - noch 2min. Ok, dann schwimme ich jetzt mal rüber! Gerade los fordert er die Zuschauer auf 10...9...8... Was ist denn jetzt los???? Das feuerwerk erhellt alles, der see dampft vor den knallenden Armen der Krauler! Nur einer kleinen Anzahl von Athleten ging es wie mir und mussten jetzt schon hinterherschwimmen ohne über die Startlinie zu sein und die Zeit läuft schon. Was für ein Anfang! Zu meiner Überaschung habe ich bei 500m bereits zu einem kleinen Teil der Krauler aufgeschlossen, war nicht mehr letzter! Und das trotz Brust schwimmen!!! Na dann, Mario... Der Coach meinte auch: "Du treibst nur wie ein Stück Holz im Wasser, damit reißt Du nichts! Lass die Zeit egal sein, spar die Kräfte und roll in den anderen Disziplinen von hinten auf!" Okay, denke ich - wenn ich bis zur Wendemarke komme ohne einen Krampf, dann schaff ich das. Und es hat echt gepasst - der erste kleine Wadenbeisser kam bei ca 2400m und dann ab und zu. Bei 3400m noch mal ein Schreck - verschluckt. So ein Mist, warum immer ich? Ohne auf die Uhr zu schauen gehe ich am Schwimmausstieg locker in Richtung Wechselzone 1, als mir meine freundin zuruft: "1h33min - Wahnsinn Mario und hinter Dir noch Leute! Achja der erste Quadrathlet ist bei 5km in gut 55min aus dem Wasser!" Wie geht das bitte???? 
In der Wechselzone lasse ich mir Zeit - gute 6min vergehen, aber ich ziehe mich in Ruhe an und esse eine Banane. Ab aufs Rad. Der Puls pendelt sich auf den ersten Kilometern bereits bei 145-152ein. So ein Mist, das bei einem schnitt von nicht mal 31km/h. Das wird wohl nix heute. Aber irgendwie will er auch nicht runter gehen. Dafür geht die Geschwindigkeit hoch und der Puls bleibt stabil. Okay schauen was geht, die Strecke ist lang und das erste Mal komplett ohne Pause oder Ampel. 
Doch irgendwie läuft es gut. Nach und nach hole ich ein nach dem anderen ein bei konstantem Tempo. Strecke ist Ideal für mich - reine Drückerstrecke würde mein Coach sagen. Das liegt mir. Bisher haben mich nur 6Mann überholt, ich glaube zwei Quadrathleten, zwei Staffelathleten und 2-3 von der halben Distanz. Vor Beginn meiner letzten Runde fährt dann auch der Gesamtführende an mir vorbei. Jetzt wird es peinlich. Er mit Begleitfahrzeugen voraus, hole ich ihn im Tunnel mit knapp 45km/h wieder ein, da er schon beginnt sich auf den Marathon mit Streckübungen vorzubereiten. Das Blöde daran: 400m vor seinem Ziel ist ein Anstieg wo die Zuschauermassen und Fotografen/Kameras stehen. Er geht aus dem Sattel in den Wiegetritt und kämft sich hoch. Ich komme im Sattel sitzend immer näher und bin knapp davor ihn einzuholen - super warum wird er jetzt langsamer:sauer: Um ein peinliches bzw prolletisches Bild zu vermeidern muss ich bremsen - Danke! Dann verliere ich auch noch meinen Strohhalm um direkt am Lenker drinken zu können. Ich muss mich für die letzten 60km einschränken um meine Position nicht zu verlassen. Jetzt kommt auch noch Gegenwind dazu - und wieder die Frage: Warum immer ich?
Als ich meine letzte Runde dann auch beendet habe schaue ich erstaunt auf meine Uhr:
5h 38min - Habe ich mich verstoppt?
Egal ab auf´s Dixie und raus zum Marathon. Wechselzone 2 wieder 6min.
Die erste Runde lief optimal. Ich glaube 47min. Aber irgendwie zeichnete sich ab, das es hart werden würde. Also runter vom Gas. Pace um die 5-5:10 angepeilt. Den halben dann auch gut überstanden. Ab und zu ein Isogel und trinken. Die dritte Runde anzufangen ist schon derbe:haeh: Meine Zehen schlagen am Schuh an - na Supi und das bei der Hälfte - Wieso immer ich? Die dritte Runde kostete dann auch eine Menge Körner. Denn Schnitt nach unten gerissen so um die 5:20-5:30. Meine Zehen explodieren, meine Muskeln fangen langsam das Krampfen an. Mario schalte einfach ab! Ein Blick auf die Uhr sagt mir das ich bei einem guten 5:15Schnitt tatsächlich etwas reißen könnte. Aber die Krämpfe haben etwas dagegen. Ich muss mittlerweile auf den "Plattfußlaufstil" umschalten. Möglichst wenig Muskelbewegung in den Beinen, die Sohlen nach vorn schmeißend auf den Asphalt platschen lassen. Egal wie blöd es ausschaut, egal wie sehr ich nach Dampflock klinge! Ich überhole indes ein ums andere Mal Läufer die sich aufgeben. Bei Getränken habe ich nun auf Cola umgestellt  -hauptsache Kraftstoff. 2km vor dem Finish überschlage ich noch einmal die Zeit... GIB GAS MARIO!!!!! Die letzten 2km packe ich mit schmerzverzehrtem Gesicht zwischen 5 und 5:15. ZIEL!!!!
Keine Uhr zu sehen:confused: Indes kommt meine Freundin strahlend auf mich zugerannt und erzählt verwirrt etwas von 10:58... Es bricht heraus - ich schreie alles hinaus was ich noch habe! Ab zum Erdinger-Alkoholfrei Stand - Flüssigkeiten SOFORT! Ich telefoniere mit meinem Coach - auch er ist aus dem Häuschen: "Und das mit dem schwimmergebniss! Tue etwas, dann können wir über andere Ziele reden!"
Ich freu mich, es hält sich jedoch in Grenzen. Ich weiß dass da noch Reserve war beim Rad fahren. Ich habe lediglich 2xPowerbar, eine Banane und 6x Isogel sowie ca 3-5Liter Flüssigkeit zu mir genommen. Ich habe keine verherrenden Krämpfe, nur mein Fußnagel überlegt sich mich zu verlassen. Nie wieder Ironman sage ich am Abend.

DER MORGEN DANACH
Es geht mir erstaunlich okay. Muskelbeschwerden da ich mich nicht mehr dehnen konnte. Ein wenig die Kniegelenke und er Fußnagel. Hmm, naja, vielleicht im nächsten Jahr ein paar Mitteldistanzen und das Jahr darauf noch einen Ironman.

HEUTE
Immernoch alles im Weitesten Okay (ausser der Nagel). Ich schließe für das nächste Jahr einen Ironman nicht mehr ganz aus. Und Sonntag? Naja, vielleicht gehe ich da schonmal locker joggen -  nur mal so ohne Plan und Zwang:zwinker5:

DAS RESÜMEE
Training seit Mitte Januar 2010 vorher nie schwimmen / Rad fahren
Wochenschnitt zwischen 15-27(max) Stunden reine Bewegungszeit
Schwimmen 96km // Rad:5870kmkm // Lauf: 1990km
ZEITEN:
10:58:22 --- _1:33:37_//6:37//_5:35:01_//6:00/_/3:37:12_
DANKE:
Markus (Coach) für die Trainigspläne! Manuela (Freundin) für alle Geduld, Zeitaufwand, Finanzen und Nerven!!!!!!

Achja::peinlich::daumen: Und ab März 2011 bekommen wir einen Grund zum Nichttrainieren:peinlich::daumen:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Geschafft! Noch nicht alle Eindrücke verarbeitet, aber auf dem Weg dahin...<br />
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Begonnen hatte alles mit der Anmeldung zum Cologne Triathlon Weekend 2010 für die Langdistanz, zur Weihnachtszeit 2009 als ich aufgrund von Streitigkeiten mit der Freundin allein über die Feiertage war. Noch nicht so bewusst auf was ich mich da einlassen würde, waren alle Klicks getätigt und die Gebühren überwiesen.<br />
Im neuen Jahr, als die Geschäfte wieder öffneten, beichtete ich einem Freund was ich getan habe. Er erzählte vor geraumer Zeit mal beiläufig, dass er schon 7mal den Ironman gefinisht hat und knapp an Big Island vorbeischrammte. Er erklärte sich bereit mir die Trainingspläne zu gestalten. Er selbst bekam seine damals von (Lothar L.!)<br />
Anfänglich gingen wir von dem Ziel aus - Einfach nur heil zum Ziel. Wenn es perfekt wird unter 15h!<br />
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<font color="Red">Das Problem:</font><br />
Laufen (naja, immerhin intensiv) betrieb ich erst seit 1,5Jahren, bin vorher nie mehr als 10km Rad gefahren und war froh nach 200m aus dem wasser zu sein.<br />
Anfänglich war es schwierig, da der Winter bekanntlich lange seine weiße Pracht präsentierte. Also die Zeit nutzen um über das Laufen eine gewisse GA aufzubauen. Diese hatte ich vorher nicht, da es bis dato für mich immer nur laufen am Anschlag gab. Zögerlich kam das ein oder andere Mal Fahrradergometer dazu und manchmal schwimmen.<br />
Die ersten Wochen liefen ganz ok, wobei das Pensum selbst da schon bei 10h anfing. Mein Coach meinte irgendwann mal dass es genüge bis maximal 15h/Woche zu gehen um einfach nur das Ziel beim Ironman zu sehen.<br />
So komplett ausgelastet hat es mich bis dahin aber nicht, was meinen Coach dazu trieb, ab März schonmal die 15h-Woche anzukratzen. Auch die verkraftete ich ohne irgendwelche Probleme zu bekommen. Das Rad fahren wurde vonb Mal zu Mal mehr. War ich am Anfang noch froh nach 60min vom Sattel zu steigen, gingen jetzt auch schonmal 3h. Mitte/Ende April hatte ich bereits ein Wochenpensum von 20+h.<br />
Leider gab es anfänglich dahingehend Rückschläge, da ich so dumm war mich damals für ein Schlammrennen (Braveheartbattle) anzumelden und teilzunehmen, was mich wegen folgender Krankheit wieder zurückwarf.<br />
Zum antesten wie es denn mit dem Wechsel funktioniert, nahm ich Anfang Juni an einem Volkstriathlon teil. Natürlich ging Wechseltechnisch alles schief was hätte schief gehen können. Aber das war gut so, denn 3 Tage später bestritt ich meinen ersten ernsthaften Wettkampf im Triathlon. Ferropolis Halbdistanz. Voll aus dem Training heraus, den Wettkampf von 3 Tagen vorher noch in den Knochen, war es die Hölle! Über 35° bei dem viele kapitulieren mussten - selbst der ein oder andere Profi. So quälte ich mich bei 5h19min über das Ziel. Das beruhigende daran war, die 73schnellste Laufzeit zu haben, nachdem ich so ziemlich &quot;Last out of water&quot; war.<br />
Wochen über dem 20h Pensum waren jetzt schon Gang und Gebe. <br />
Ein ums andere Mal kamen ein paar kleine Laufwettkämpfe aus dem vollen Training dazwischen. Zum einen schafften wir bei der Firmenstaffel in Magdeburg einen Streckenrekord (auch wenn ich der langsamste des Quintetts war) zum anderen schaffte ich den Sprung in die Top10 beim Halbmarathon zum Elb-Brückenlauf in Magdeburg.<br />
Koppeleinheiten wurden langsam so ein richtiger Schwerpunkt. Die verliefen ebenfalls immer besser. 1,5 Monate vor meinem Ironman war ich in der Lage, 36km in einer 5er Pace zu laufen - und das im GA1 Bereich. <br />
Nach der Zuversicht folgte wieder ein Fall. Eine Erkältung warf mich mal wieder zurück und der Tag X kam unaufhaltsam näher. Ich hatte das Gefühl, nichts läuft mehr zusammen im Training. An die vorherigen Zeiten war nicht mehr zu denken! Nun ging im GA1 Grenzbereich maximal eine 5:15er Pace - und das ohne Vorbelastung durch schwimmen und Rad :frown:<br />
Hinzu kommt die schlechte Einschätzung - bei jedem Gedanke an den Wettkampf war der Puls automatisch gute 5Schläge höher als er sollte.<br />
In der letzten Besprechung für die Renntaktik sagte dann auch noch mein Coach: &quot;Im Normalfall kommst Du auf 11h30min, wenn es super läuft auf 11h15min wenn es ein perfektes Rennen wäre - kann ich mir bei Dir eine 10h59min vorstellen!&quot;<br />
SUPER!!! Was für eine Ansage! Was für ein Druck! Wenn ich meine Zeiten hochkalkuliere, komme ich auf 12h! Was glaubt er was ich da vollbringen soll?????<br />
Die letzten 2 Wochen liessen wir relativ ruhig angehen, nur das der Körper nicht verlernt sich zu bewegen.<br />
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<font color="Red">DER TAG DAVOR</font><br />
Plan sagt: 5km locker mit 5x30sec Wettkampftempo und 30sec Tarb dazwischen. Doch irgendwie passt das schon wieder gar nicht! der Puls bei viel schlechterer Pace viel zu hoch! Was ist los mit mir? Virus im Anmarsch? Die Gedanken machen mich fertig. Auf was habe ich mich da eingelassen! Habe ich genug trainiert? Habe ich hart genug trainiert? Das Richtige?<br />
<br />
Als bei Bike Check in mein Bike-Nachbar auch noch ein Loch in meinem hinteren Schlauchreifen feststellt, weiß ich nicht damit umzugehen- alles wird mir plötzlich egal! Sch..ßegal, hauptsache ich komme irgendwie über diese blöde Ziellinie. Wozu hat man schließlich 16h Zeit?<br />
PAFF - Die Last war endlich weg!<br />
<br />
<font color="Red">DER TAG</font><br />
Die Anfahrt war die Hölle - alles gesperrt - nix ausgeschildert - dem Nervenzusammenbruch schon wieder nahe!<br />
Als wir da waren, war es noch verdammt kühl. Fahrrad fertig prepariert - die Luft ist noch da, prima na dann kann es ja losgehen. Ab in den Neo und runter zur Wettkampfbesprechung. Kurz vor 0700Uhr - die Dämmerung hat ein Ende. Alle schwimmen vom Schwimmeinstieg zum Start. Ich nicht - ich bin froh wenn ich die 3,8km gut überstehe, warum also jetzt schon ins Wasser und auf der Stelle schwimmend sich wartend schon verausgaben? Als der Moderator dann noch 5min ankündigt, gehe auch ich ins Nass. Überraschen warm (ich glaube es waren 19-20°C). Das ist schonmal gut, kommen die Krämpfe später. <br />
Auf einmal will die Brille nicht mehr so passen wie sonst immer - Wassereinbruch, egal wie ich sie aufsetze! Jetzt ist´s egal, muss ich eben einäugig schwimmen oder es geht irgendwann. Gerade mit dem Gedanken abgefunden, zählt der Moderator nicht mehr Uhrzeitkonfirm herunter - noch 2min. Ok, dann schwimme ich jetzt mal rüber! Gerade los fordert er die Zuschauer auf 10...9...8... Was ist denn jetzt los???? Das feuerwerk erhellt alles, der see dampft vor den knallenden Armen der Krauler! Nur einer kleinen Anzahl von Athleten ging es wie mir und mussten jetzt schon hinterherschwimmen ohne über die Startlinie zu sein und die Zeit läuft schon. Was für ein Anfang! Zu meiner Überaschung habe ich bei 500m bereits zu einem kleinen Teil der Krauler aufgeschlossen, war nicht mehr letzter! Und das trotz Brust schwimmen!!! Na dann, Mario... Der Coach meinte auch: &quot;Du treibst nur wie ein Stück Holz im Wasser, damit reißt Du nichts! Lass die Zeit egal sein, spar die Kräfte und roll in den anderen Disziplinen von hinten auf!&quot; Okay, denke ich - wenn ich bis zur Wendemarke komme ohne einen Krampf, dann schaff ich das. Und es hat echt gepasst - der erste kleine Wadenbeisser kam bei ca 2400m und dann ab und zu. Bei 3400m noch mal ein Schreck - verschluckt. So ein Mist, warum immer ich? Ohne auf die Uhr zu schauen gehe ich am Schwimmausstieg locker in Richtung Wechselzone 1, als mir meine freundin zuruft: &quot;1h33min - Wahnsinn Mario und hinter Dir noch Leute! Achja der erste Quadrathlet ist bei 5km in gut 55min aus dem Wasser!&quot; Wie geht das bitte???? <br />
In der Wechselzone lasse ich mir Zeit - gute 6min vergehen, aber ich ziehe mich in Ruhe an und esse eine Banane. Ab aufs Rad. Der Puls pendelt sich auf den ersten Kilometern bereits bei 145-152ein. So ein Mist, das bei einem schnitt von nicht mal 31km/h. Das wird wohl nix heute. Aber irgendwie will er auch nicht runter gehen. Dafür geht die Geschwindigkeit hoch und der Puls bleibt stabil. Okay schauen was geht, die Strecke ist lang und das erste Mal komplett ohne Pause oder Ampel. <br />
Doch irgendwie läuft es gut. Nach und nach hole ich ein nach dem anderen ein bei konstantem Tempo. Strecke ist Ideal für mich - reine Drückerstrecke würde mein Coach sagen. Das liegt mir. Bisher haben mich nur 6Mann überholt, ich glaube zwei Quadrathleten, zwei Staffelathleten und 2-3 von der halben Distanz. Vor Beginn meiner letzten Runde fährt dann auch der Gesamtführende an mir vorbei. Jetzt wird es peinlich. Er mit Begleitfahrzeugen voraus, hole ich ihn im Tunnel mit knapp 45km/h wieder ein, da er schon beginnt sich auf den Marathon mit Streckübungen vorzubereiten. Das Blöde daran: 400m vor seinem Ziel ist ein Anstieg wo die Zuschauermassen und Fotografen/Kameras stehen. Er geht aus dem Sattel in den Wiegetritt und kämft sich hoch. Ich komme im Sattel sitzend immer näher und bin knapp davor ihn einzuholen - super warum wird er jetzt langsamer:sauer: Um ein peinliches bzw prolletisches Bild zu vermeidern muss ich bremsen - Danke! Dann verliere ich auch noch meinen Strohhalm um direkt am Lenker drinken zu können. Ich muss mich für die letzten 60km einschränken um meine Position nicht zu verlassen. Jetzt kommt auch noch Gegenwind dazu - und wieder die Frage: Warum immer ich?<br />
Als ich meine letzte Runde dann auch beendet habe schaue ich erstaunt auf meine Uhr:<br />
5h 38min - Habe ich mich verstoppt?<br />
Egal ab auf´s Dixie und raus zum Marathon. Wechselzone 2 wieder 6min.<br />
Die erste Runde lief optimal. Ich glaube 47min. Aber irgendwie zeichnete sich ab, das es hart werden würde. Also runter vom Gas. Pace um die 5-5:10 angepeilt. Den halben dann auch gut überstanden. Ab und zu ein Isogel und trinken. Die dritte Runde anzufangen ist schon derbe:haeh: Meine Zehen schlagen am Schuh an - na Supi und das bei der Hälfte - Wieso immer ich? Die dritte Runde kostete dann auch eine Menge Körner. Denn Schnitt nach unten gerissen so um die 5:20-5:30. Meine Zehen explodieren, meine Muskeln fangen langsam das Krampfen an. Mario schalte einfach ab! Ein Blick auf die Uhr sagt mir das ich bei einem guten 5:15Schnitt tatsächlich etwas reißen könnte. Aber die Krämpfe haben etwas dagegen. Ich muss mittlerweile auf den &quot;Plattfußlaufstil&quot; umschalten. Möglichst wenig Muskelbewegung in den Beinen, die Sohlen nach vorn schmeißend auf den Asphalt platschen lassen. Egal wie blöd es ausschaut, egal wie sehr ich nach Dampflock klinge! Ich überhole indes ein ums andere Mal Läufer die sich aufgeben. Bei Getränken habe ich nun auf Cola umgestellt  -hauptsache Kraftstoff. 2km vor dem Finish überschlage ich noch einmal die Zeit... GIB GAS MARIO!!!!! Die letzten 2km packe ich mit schmerzverzehrtem Gesicht zwischen 5 und 5:15. ZIEL!!!!<br />
Keine Uhr zu sehen:confused: Indes kommt meine Freundin strahlend auf mich zugerannt und erzählt verwirrt etwas von 10:58... Es bricht heraus - ich schreie alles hinaus was ich noch habe! Ab zum Erdinger-Alkoholfrei Stand - Flüssigkeiten SOFORT! Ich telefoniere mit meinem Coach - auch er ist aus dem Häuschen: &quot;Und das mit dem schwimmergebniss! Tue etwas, dann können wir über andere Ziele reden!&quot;<br />
Ich freu mich, es hält sich jedoch in Grenzen. Ich weiß dass da noch Reserve war beim Rad fahren. Ich habe lediglich 2xPowerbar, eine Banane und 6x Isogel sowie ca 3-5Liter Flüssigkeit zu mir genommen. Ich habe keine verherrenden Krämpfe, nur mein Fußnagel überlegt sich mich zu verlassen. Nie wieder Ironman sage ich am Abend.<br />
<br />
DER MORGEN DANACH<br />
Es geht mir erstaunlich okay. Muskelbeschwerden da ich mich nicht mehr dehnen konnte. Ein wenig die Kniegelenke und er Fußnagel. Hmm, naja, vielleicht im nächsten Jahr ein paar Mitteldistanzen und das Jahr darauf noch einen Ironman.<br />
<br />
HEUTE<br />
Immernoch alles im Weitesten Okay (ausser der Nagel). Ich schließe für das nächste Jahr einen Ironman nicht mehr ganz aus. Und Sonntag? Naja, vielleicht gehe ich da schonmal locker joggen -  nur mal so ohne Plan und Zwang:zwinker5:<br />
<br />
DAS RESÜMEE<br />
Training seit Mitte Januar 2010 vorher nie schwimmen / Rad fahren<br />
Wochenschnitt zwischen 15-27(max) Stunden reine Bewegungszeit<br />
Schwimmen 96km // Rad:5870kmkm // Lauf: 1990km<br />
ZEITEN:<br />
10:58:22 --- <u>1:33:37</u>//6:37//<u>5:35:01</u>//6:00/<u>/3:37:12</u><br />
DANKE:<br />
Markus (Coach) für die Trainigspläne! Manuela (Freundin) für alle Geduld, Zeitaufwand, Finanzen und Nerven!!!!!!<br />
<br />
Achja::peinlich::daumen: Und ab März 2011 bekommen wir einen Grund zum Nichttrainieren:peinlich::daumen:</div>

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			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>Chaos1978</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Utmb-ccc 2010</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60636-utmb-ccc-2010-a.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 23:02:39 GMT</pubDate>
			<description>CCC- oder wie der Mont Blanc seine Zähne zeigte

Freitag der 27.8. 10:00 Uhr 
Wieder stand ich an der Startlinie des CCC . Dieser Lauf geht über 98 Km und 5900 Höhenmeter vom italienischen Dorf Cormayeur  über die Schweiz und Frankreich nach Chamonix. Schon 2009 hatte ich mich an diesem Lauf versucht,  musste aber nach 60 km im  schweizerischem Champex aufgegeben.
Der Startschuss ertönte mit der Hymne von Vangelis...im strömenden Regen. Trotzdem eine grandiose Stimmung überall. Eine Runde durch das kleine Städtchen und dann in das Val de Ferret .Es donnerte und schüttete wie aus Kübeln. Nun bog der Weg ab hinauf zum Rifugio Bertone auf 1980m . Lange Läuferschlangen machten ein zügiges  Fortkommen unmöglich. Nach ca. 2 Stunden war die erste Etappe geschafft. Kurz etwas trinken und dann steil weiter auf die Tete de la Tronche ,einem Berg von ca.2580 m Höhe. Es regnete nur noch wenig und auf dem darauf folgendem Abstieg hinab zum Rifugio Bonatti lockerte die Bewölkung auf. An der Hütte nahm ich einige Teller Nudelsuppe zu mir und dann schnell weiter zum Abstieg nach Arnuva ,einem Campingplatz im hinteren Val Ferret .Das Wetter schien zu halten. Arnuva erreicht, genug Polster zur ersten Zeitbarriere... Jetzt wurde es steil. Ein schmaler  aber gut zu gehender Pfad zog sich hinauf zum Grand Col Du Ferret  auf 2560 m .Bitterkalt und windig war es dort, schnell lief ich wieder talwärts. Auf der Alp La Peule angekommen fing es wieder an zu regnen und es sollte nicht aufhören bis nach einer weiteren Stunde Abstieg das schweizerische Dörfchen La Fouly erreicht war. Endlich wieder ein trockenes Plätzchen und etwas warmes zu essen. Nur nicht zu lange pausieren, denn in diesem Lauf gibt es mehrere Zeitgrenzen, die man nicht überschreiten darf. Aber ich hatte noch eine Stunde gut. Also raus aus dem Zelt und weiter....im Regen......hinab nach Praz de la Fort, einem kleinem Weiler auf ca.1100 m Höhe. Mittlerweile war es stockfinster und man konnte die Lichter der Stirnlampen von den Läufern sehen,die sich am gegenüberliegenden Hang hinauf zum nächsten Etappenziel Champex  auf 1540 m hochkämpften. Weitere  2 Stunden und ich war dort, fühlte mich aber gut, viel besser als im vorigen Jahr. Dieses Mal schaffe ich es, dachte ich. Nach 20 Minuten Pause lief ich weiter,am See entlang und  dann  kam...der Bovine, ein  knapp 2000m hoher Berg. Viel wurde über diesen Berg geschrieben. , nun konnte ich es selber erleben. Und zurecht, es wurde immer steiler,grosse Tritte wechselten mit Baumwurzeln ab, dazu mehrere Gebirgsbäche,die aufgrund des anhaltenden Regens immer mehr anschwollen. Die Steine, auf denen man sonst den Bach hätte überqueren können, lagen jetzt tief unter Wasser. Nasse Füße und ein mulmiges Gefühl waren angesagt. Oben angekommen auf schmalem aber einigermaßen gut zu laufendem Pfad bis zum Verpflegungszelt. Schnell einen Kaffee und dann weiter. Denn inzwischen war es sehr windig und der Regen ging in Schneegeriesel über.
Doch was denn folgte war der pure Horror. Knöcheltiefe Schlammwege in steilem Gelände und Wasser, überall Wasser .Mehrmals rutschte ich aus und lag im Schlamm. Aber außer ein paar blauen Flecken und Abschürfungen ist nichts passiert. Gut dass man im Dunkeln nicht sehen konnte wohin man hätte fallen können. Nach 1,5 Stunden erreichte ich den Col de Forclaz .Die Lichter von Trient waren ganz nah,doch vorher galt es noch einen steilen Schlammpfad zu bewältigen. Um mich herum waren die Läufer in Eile. Ich hatte lang schon nicht mehr auf die Uhr geschaut aber wusste, die Zeitbarriere muss nah sein. . Im Zelt angekommen eine merkwürdige Stimmung.Da alle französisch sprachen,wusste ich nicht sofort was passiert war. Dann erfuhr ich, das wegen des schlechten Wetters das Rennen abgebrochen wurde. Hätte ich weiterlaufen können,nass und durchgefroren wie ich war?? Ich weiß es nicht aber das große Ziel war dieses Jahr so nah wie nie. Nach 72 km und ca.4000 Höhenmeter war nun aber Schluß. So aber saß ich nach einiger Zeit im Bus und war um 6 Uhr morgens wieder in Chamonix.
Fazit: Es ist und bleibt ein toller Lauf aber extrem anstrengend und bei schlechtem Wetter auch nicht ganz ungefährlich. Ich hoffe 2011 wieder dabei sein zu können,denn wie heißt es,aller guten Dinge sind drei.........

Klaus</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>CCC- oder wie der Mont Blanc seine Zähne zeigte<br />
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Freitag der 27.8. 10:00 Uhr <br />
Wieder stand ich an der Startlinie des CCC . Dieser Lauf geht über 98 Km und 5900 Höhenmeter vom italienischen Dorf Cormayeur  über die Schweiz und Frankreich nach Chamonix. Schon 2009 hatte ich mich an diesem Lauf versucht,  musste aber nach 60 km im  schweizerischem Champex aufgegeben.<br />
Der Startschuss ertönte mit der Hymne von Vangelis...im strömenden Regen. Trotzdem eine grandiose Stimmung überall. Eine Runde durch das kleine Städtchen und dann in das Val de Ferret .Es donnerte und schüttete wie aus Kübeln. Nun bog der Weg ab hinauf zum Rifugio Bertone auf 1980m . Lange Läuferschlangen machten ein zügiges  Fortkommen unmöglich. Nach ca. 2 Stunden war die erste Etappe geschafft. Kurz etwas trinken und dann steil weiter auf die Tete de la Tronche ,einem Berg von ca.2580 m Höhe. Es regnete nur noch wenig und auf dem darauf folgendem Abstieg hinab zum Rifugio Bonatti lockerte die Bewölkung auf. An der Hütte nahm ich einige Teller Nudelsuppe zu mir und dann schnell weiter zum Abstieg nach Arnuva ,einem Campingplatz im hinteren Val Ferret .Das Wetter schien zu halten. Arnuva erreicht, genug Polster zur ersten Zeitbarriere... Jetzt wurde es steil. Ein schmaler  aber gut zu gehender Pfad zog sich hinauf zum Grand Col Du Ferret  auf 2560 m .Bitterkalt und windig war es dort, schnell lief ich wieder talwärts. Auf der Alp La Peule angekommen fing es wieder an zu regnen und es sollte nicht aufhören bis nach einer weiteren Stunde Abstieg das schweizerische Dörfchen La Fouly erreicht war. Endlich wieder ein trockenes Plätzchen und etwas warmes zu essen. Nur nicht zu lange pausieren, denn in diesem Lauf gibt es mehrere Zeitgrenzen, die man nicht überschreiten darf. Aber ich hatte noch eine Stunde gut. Also raus aus dem Zelt und weiter....im Regen......hinab nach Praz de la Fort, einem kleinem Weiler auf ca.1100 m Höhe. Mittlerweile war es stockfinster und man konnte die Lichter der Stirnlampen von den Läufern sehen,die sich am gegenüberliegenden Hang hinauf zum nächsten Etappenziel Champex  auf 1540 m hochkämpften. Weitere  2 Stunden und ich war dort, fühlte mich aber gut, viel besser als im vorigen Jahr. Dieses Mal schaffe ich es, dachte ich. Nach 20 Minuten Pause lief ich weiter,am See entlang und  dann  kam...der Bovine, ein  knapp 2000m hoher Berg. Viel wurde über diesen Berg geschrieben. , nun konnte ich es selber erleben. Und zurecht, es wurde immer steiler,grosse Tritte wechselten mit Baumwurzeln ab, dazu mehrere Gebirgsbäche,die aufgrund des anhaltenden Regens immer mehr anschwollen. Die Steine, auf denen man sonst den Bach hätte überqueren können, lagen jetzt tief unter Wasser. Nasse Füße und ein mulmiges Gefühl waren angesagt. Oben angekommen auf schmalem aber einigermaßen gut zu laufendem Pfad bis zum Verpflegungszelt. Schnell einen Kaffee und dann weiter. Denn inzwischen war es sehr windig und der Regen ging in Schneegeriesel über.<br />
Doch was denn folgte war der pure Horror. Knöcheltiefe Schlammwege in steilem Gelände und Wasser, überall Wasser .Mehrmals rutschte ich aus und lag im Schlamm. Aber außer ein paar blauen Flecken und Abschürfungen ist nichts passiert. Gut dass man im Dunkeln nicht sehen konnte wohin man hätte fallen können. Nach 1,5 Stunden erreichte ich den Col de Forclaz .Die Lichter von Trient waren ganz nah,doch vorher galt es noch einen steilen Schlammpfad zu bewältigen. Um mich herum waren die Läufer in Eile. Ich hatte lang schon nicht mehr auf die Uhr geschaut aber wusste, die Zeitbarriere muss nah sein. . Im Zelt angekommen eine merkwürdige Stimmung.Da alle französisch sprachen,wusste ich nicht sofort was passiert war. Dann erfuhr ich, das wegen des schlechten Wetters das Rennen abgebrochen wurde. Hätte ich weiterlaufen können,nass und durchgefroren wie ich war?? Ich weiß es nicht aber das große Ziel war dieses Jahr so nah wie nie. Nach 72 km und ca.4000 Höhenmeter war nun aber Schluß. So aber saß ich nach einiger Zeit im Bus und war um 6 Uhr morgens wieder in Chamonix.<br />
Fazit: Es ist und bleibt ein toller Lauf aber extrem anstrengend und bei schlechtem Wetter auch nicht ganz ungefährlich. Ich hoffe 2011 wieder dabei sein zu können,denn wie heißt es,aller guten Dinge sind drei.........<br />
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Klaus</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>speedy_ms</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60636-utmb-ccc-2010-a.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>UTMB 2010 - Wetterchaos und mein heimlicher Sieg</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60633-utmb-2010-wetterchaos-und-mein-heimlicher-sieg.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 21:44:55 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[(Da sich ja nicht alle in den Ultraforen tummeln, stelle ich den Link ganz frech auch unter die Laufberichte... verzeiht!)

Hallo Community,

Wie geht es Euch, wenn ihr beim Marathon die ersten 5 km abgerissen habt und dann hält Euch jemand das Stoppschild vor die Nase?

So erging es uns Trailern beim UTMB 2010, zwar nicht nach 5 km, sondern erst nach 21, was bei der Distanz über 166 ungefähr das gleiche bedeutet.

Schubert und Büchner wurden mit ihren "Unvollendeten" berühmt, weshalb sollte dann der Bericht von einem nicht vollendbarem Rennen nicht ebenfalls lesenswert sein? Noch dazu, wenn man trotz des Rennabbruchs plötzlich gewinnt...

Hier der Link, ich wünsch Euch viel Spaß beim Lesen: UTMB 2010 (http://www.laufkultur.de/homepage/content_2010/utmb10_start.html)

Dieter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>(Da sich ja nicht alle in den Ultraforen tummeln, stelle ich den Link ganz frech auch unter die Laufberichte... verzeiht!)<br />
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Hallo Community,<br />
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Wie geht es Euch, wenn ihr beim Marathon die ersten 5 km abgerissen habt und dann hält Euch jemand das Stoppschild vor die Nase?<br />
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So erging es uns Trailern beim UTMB 2010, zwar nicht nach 5 km, sondern erst nach 21, was bei der Distanz über 166 ungefähr das gleiche bedeutet.<br />
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Schubert und Büchner wurden mit ihren &quot;Unvollendeten&quot; berühmt, weshalb sollte dann der Bericht von einem nicht vollendbarem Rennen nicht ebenfalls lesenswert sein? Noch dazu, wenn man trotz des Rennabbruchs plötzlich gewinnt...<br />
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Hier der Link, ich wünsch Euch viel Spaß beim Lesen: <a href="http://www.laufkultur.de/homepage/content_2010/utmb10_start.html" target="_blank">UTMB 2010</a><br />
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Dieter</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>laufkultur</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60633-utmb-2010-wetterchaos-und-mein-heimlicher-sieg.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Erntezeit - Wie ich endlich die sub 1:45:01 besiegte</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60628-erntezeit-wie-ich-endlich-die-sub-1-45-01-besiegte.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 16:08:36 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[3 große Ziele hatte ich mir für meine Läuferkarriere gesteckt:
Den Marathon unter 4 h zu laufen hatte ich letztes Jahr geschafft. Den HM unter 1:45 - ich war schon letztes Jahr so nah dran: 1:45:01 stand auf meiner Urkunde des Mercedes-Benz-HM. Vorher war ich gar nicht so sicher, ob das Ziel nicht etwas zu dreist für mich war. Aber Ziele stecken und erreichen gehört für mich einfach zum ambitionierten Laufen. Und noch kann ich mir höhere Ziele stecken - irgendwann ist man dann eben nicht mehr schneller und besser.
Also nur noch 2 sec. weniger, das muß doch zu schaffen sein! Entschlossen machte ich mich an meine Zielsetzung. Leider war der Winter nicht sehr geeignet für viel Tempotraining und viel Zeit war dann nicht mehr bis zu einem meiner Lieblings-HM's dem Berlin-HM. Aber man lässt sich ja so schnell nicht die Butter vom Brot nehmen. Vielleicht tuts ja ein Hase! 
Papa Bär hat alles versucht was ging, aber es hat bei mir einfach noch nicht gereicht. km 16 oder so, lief ich sogar mal um die 4:42, aber das hatte mir dann auch noch den Rest gegeben. Es fehlte Basis. Und wieder... 1:45:01. Das kann doch wohl nicht wahr sein:sauer: So dicht und trotzdem nicht geschafft.
Da ich ungern klein beigebe (schon gar nicht wenn es um 2 sec geht) habe ich meine persönlichen Geschütze aufgefahren. Nichts blieb unversucht. Viel Unterstützung habe ich bei den flotten Mädelz erfahren, die mir viele Tips gaben und von denen ich aus der einen oder anderen Trainingsituation gut dazulernen konnte. Ganz offensiv arbeitete ich an meinem Tempo. Ganz gezielte Intervalle, Tempotraining und viele Trainings-km. Ein bisschen Angst war allerdings auch dabei, schliesslich wollte ich meine "schlafende" Tractusverletzung nicht wieder wecken. So fühlte und testete ich nach und nach meine Grenzen aus. Und mein Körper spielte mit. Bald schon hatte ich erste Trainingserfolge. Unglaublich für mich war z.B. mein 1. IV unter 4:30 - das hätte ich mir gar nicht zugetraut. Gar nicht viel später schaffte ich beim 5-km-Lauf ein Zeitziel von 22:36, d.h. Schnitt 4:31:mundauf:, ich war selber völlig überrascht, wie gut ich dieses Tempo geschafft habe. Mir war klar, da muß was gehen. So sah ich immer ungeduldiger einem passenden HM entgegen, um endlich die Früchte des harten Trainings zu ernten.
Kurz vor meinem HM waren wir noch im Urlaub. In Österreich... d.h. in den Bergen. Die Berge haben mir nochmal den Rest gegeben, auch wenn es in dem Moment vielleicht anstrengend war, so bin ich doch gut gestärkt, allerdings auch leicht verletzt wiedergekommen. Mein Tractus reagiert leider doch noch irgendwann... Aber ich konnte gut darauf reagieren und mir ging es nach einer kurzen Trainingspause und vorsichtigem Training bald wieder gut.
Der HM konnte kommen. Und es sollte einer meiner liebsten sein, der Mercedes Benz-HM.

Am Sonntag ist endlich wieder strahlender Sonnenschein. Es ist trotzdem empfindlich kühl. Ich starte aber trotzdem kurz, wenn ich friere, stimmt das Tempo eben nicht:teufel:
Gemeinsam mit Sonnenschein, Erdbeerkeks, Tom-Run und 5-Seen-Lauf-Fan ging es an den HM-Start. Costello und Tellertaxe starteten beim 10-km-Lauf. Dieses Jahr stellte ich mich auch in der 3. Reihe auf, um nicht zuviel von der Zeit zu verlieren, es war ja Brutto-Zeit-Messung. Meine Taktik war relativ einfach: Letztes Jahr hat es lt. meinem Garmin mit der 4:55-Pace-Schnitt-Taktik nicht gereicht, also laufe ich dieses Jahr 4:50. Und zwar gleich von Anfang an. Das müsste ich schaffen, hab doch soviel gemacht! Ein bisschen ging mir dennoch die Muffe, hatte ich doch bei einem Experiment im Mai (Drittelmarathon) ausprobiert, wielange ich die Pace 4:44 halten kann und es reichte gerade für 7 km. 6 sec. mehr ist Pace 4:50 und dafür 21 km?:confused: Ich mußte es einfach schaffen, nichts anderes zählte!
Nach dem Startschuss ging es leicht und flüssig los. Wie auch sonst, schliesslich haben die Beine seit Stunden auf nichts anderes gewartet. Der Kopf ist frei, endlich darf ich laufen.
Obwohl ich mich bremse laufe ich in den ersten 3 km ca. 4:44. So schnell bin ich am Rathaus und es liegt da in allerschönstem Sonnenschein. Nach 4 km schaffe ich es mich auf 4:50 einzupendeln. Die Brücke bremst mich ein wenig, aber ich habe von Anfang an beschlossen, mich nicht davon beeinflussen zu lassen. 4:56 - na und? Ich habe ja einen guten Puffer erlaufen. Wie hoch mein Puffer und meine Zwischenzeit ist, weiß ich bis zum Ziel nicht. Für mich zählt nur die Rundenzeit. Nach der Brücke lass ich mich richtig schön runterrollen und das Tempo rollt auch wieder. Durch die schöne Fußgängerpassage in Alt-Tegel gehts und schon bin ich am See. Der befürchtete Wind bleibt aus. Ich genieße den Anblick des See's. Hier bin ich schon so viele Trainings gelaufen... Bald schon habe ich die erste Runde geschafft. Ich höre wie der Sprecher sagt, dass wir bei 48 min die 10 km erreicht haben. Doch ich rechne nicht und denke nicht. Bald werde ich wissen, ob ich es wirklich schaffe, mein mir vorgegebenes Tempo zu halten. Jetzt will ich es wissen. Wie zum Trotz ist auf einmal Gegenwind:haeh:. Am See nicht aber hier??? Kurzerhand hänge ich mich hinter einen anderen Läufer, der in etwa mein Tempo läuft. Mein Vorteil klein zu sein, liegt hier auf der Hand: Ich finde fast überall Windschatten:P. Kurz vorm Getränkestützpunkt gönne ich mir einen Traubenzucker. Und wieder sind wir am Rathaus Reinickendorf. Über die Hälfte ist geschafft! Viele km laufe ich noch in 4:45 - 4:47. Bis mir wieder die Brücke ins Gehege kommt. 4:53, sogar schneller als beim letztes Mal. Runterrollen. Vor der schönen Altstadtpassage gibts noch ein Zuckerle. Mir gehts gut. Die Beine spielen mit. Ich kann das Tempo erst bei km 19 nicht mehr halten, da gehts dann nämlich zur Pendelstrecke bergauf. Aber es müsste reichen, schließlich habe ich ja mein Tempo super gehalten. Auf dem Rückweg läuft mir der 5-Seen-Lauf-Fan entgegen:hallo: Und weil ich weiß, dass ich es schaffen werde, laufe ich den 20. km in 4:42. Ein bißchen früh der Zielsprint, der 21. ist dann wieder bei 4:48, aber egal, ich weiß, als ich um die Holzhauser Straße biege. Ich habs geschafft. Was werde ich geschafft haben? Vielleicht sogar unter 1:44? Aber ich kann nicht glauben, was an der Uhr steht:  
1:41... Das kann doch nicht... Aber schon höre ich den Sprecher meinen Namen rufen: .... das war super, in 1:41:42 kommt sie ins Ziel:geil:. Was für eine Zeit! Das hätte ich nicht von mir gedacht:zwinker4:. Ich bin überglücklich und unglaublicherweise nicht mal völlig fertig...:haeh: 
Zuerst hole ich die Medaille und trinke, falle glücklich der wartenden Tellertaxe in die Arme, dann bin ich auch schon auf der Suche nach Sonnenschein. Sie wollte unter 1:47 laufen. Also könnte ich ihr ja ein Stück entgegenlaufen. Auf der Suche nach ihr, taucht sie plötzlich hinter mir auf. Sie war mir den ganzen Lauf auf den Fersen und hat das Ziel ihres 2. Halbmarathons 1:10 min nach mir erreicht:mundauf: Wir können unser Glück kaum fassen! Sonnenschein... ich kann nur sagen::respekt2:
Bald fand sich auch Erdbeerkeks ein, sie war mit 1:53:43 super zufrieden! Glückwunsch:hallo:

Nach einem tollen Lauf gabs noch eine tolle Pasta-Party, auf dem die Zeit noch richtig schön gefeiert wurde! Schön, dass ihr alle dabei ward! 

So habe ich also meine "Ernte einfahren" können. Mein intensives Training hat sich ausgezahlt - und nicht nur ein bisschen.
So kann ich mich jetzt meiner 3. Traumzeit widmen. Die 10 km sub 45. Aber so richtig bin ich noch nicht motiviert. Die 10er sind doch ne ziemliche Hetzerei. Die letzte PB vom 10er steht von 2006 bei 48:25. Die ist natürlich längst überholt. Aber da werde ich trotzdem noch richtig hart dran arbeiten müssen. Aber wer nicht sät, der erntet nicht:zwinker4:

Danke fürs Lesen!

LG Binchen:hallo:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>3 große Ziele hatte ich mir für meine Läuferkarriere gesteckt:<br />
Den Marathon unter 4 h zu laufen hatte ich letztes Jahr geschafft. Den HM unter 1:45 - ich war schon letztes Jahr so nah dran: 1:45:01 stand auf meiner Urkunde des Mercedes-Benz-HM. Vorher war ich gar nicht so sicher, ob das Ziel nicht etwas zu dreist für mich war. Aber Ziele stecken und erreichen gehört für mich einfach zum ambitionierten Laufen. Und noch kann ich mir höhere Ziele stecken - irgendwann ist man dann eben nicht mehr schneller und besser.<br />
Also nur noch 2 sec. weniger, das muß doch zu schaffen sein! Entschlossen machte ich mich an meine Zielsetzung. Leider war der Winter nicht sehr geeignet für viel Tempotraining und viel Zeit war dann nicht mehr bis zu einem meiner Lieblings-HM's dem Berlin-HM. Aber man lässt sich ja so schnell nicht die Butter vom Brot nehmen. Vielleicht tuts ja ein Hase! <br />
Papa Bär hat alles versucht was ging, aber es hat bei mir einfach noch nicht gereicht. km 16 oder so, lief ich sogar mal um die 4:42, aber das hatte mir dann auch noch den Rest gegeben. Es fehlte Basis. Und wieder... 1:45:01. Das kann doch wohl nicht wahr sein:sauer: So dicht und trotzdem nicht geschafft.<br />
Da ich ungern klein beigebe (schon gar nicht wenn es um 2 sec geht) habe ich meine persönlichen Geschütze aufgefahren. Nichts blieb unversucht. Viel Unterstützung habe ich bei den flotten Mädelz erfahren, die mir viele Tips gaben und von denen ich aus der einen oder anderen Trainingsituation gut dazulernen konnte. Ganz offensiv arbeitete ich an meinem Tempo. Ganz gezielte Intervalle, Tempotraining und viele Trainings-km. Ein bisschen Angst war allerdings auch dabei, schliesslich wollte ich meine &quot;schlafende&quot; Tractusverletzung nicht wieder wecken. So fühlte und testete ich nach und nach meine Grenzen aus. Und mein Körper spielte mit. Bald schon hatte ich erste Trainingserfolge. Unglaublich für mich war z.B. mein 1. IV unter 4:30 - das hätte ich mir gar nicht zugetraut. Gar nicht viel später schaffte ich beim 5-km-Lauf ein Zeitziel von 22:36, d.h. Schnitt 4:31:mundauf:, ich war selber völlig überrascht, wie gut ich dieses Tempo geschafft habe. Mir war klar, da muß was gehen. So sah ich immer ungeduldiger einem passenden HM entgegen, um endlich die Früchte des harten Trainings zu ernten.<br />
Kurz vor meinem HM waren wir noch im Urlaub. In Österreich... d.h. in den Bergen. Die Berge haben mir nochmal den Rest gegeben, auch wenn es in dem Moment vielleicht anstrengend war, so bin ich doch gut gestärkt, allerdings auch leicht verletzt wiedergekommen. Mein Tractus reagiert leider doch noch irgendwann... Aber ich konnte gut darauf reagieren und mir ging es nach einer kurzen Trainingspause und vorsichtigem Training bald wieder gut.<br />
Der HM konnte kommen. Und es sollte einer meiner liebsten sein, der Mercedes Benz-HM.<br />
<br />
Am Sonntag ist endlich wieder strahlender Sonnenschein. Es ist trotzdem empfindlich kühl. Ich starte aber trotzdem kurz, wenn ich friere, stimmt das Tempo eben nicht:teufel:<br />
Gemeinsam mit Sonnenschein, Erdbeerkeks, Tom-Run und 5-Seen-Lauf-Fan ging es an den HM-Start. Costello und Tellertaxe starteten beim 10-km-Lauf. Dieses Jahr stellte ich mich auch in der 3. Reihe auf, um nicht zuviel von der Zeit zu verlieren, es war ja Brutto-Zeit-Messung. Meine Taktik war relativ einfach: Letztes Jahr hat es lt. meinem Garmin mit der 4:55-Pace-Schnitt-Taktik nicht gereicht, also laufe ich dieses Jahr 4:50. Und zwar gleich von Anfang an. Das müsste ich schaffen, hab doch soviel gemacht! Ein bisschen ging mir dennoch die Muffe, hatte ich doch bei einem Experiment im Mai (Drittelmarathon) ausprobiert, wielange ich die Pace 4:44 halten kann und es reichte gerade für 7 km. 6 sec. mehr ist Pace 4:50 und dafür 21 km?:confused: Ich mußte es einfach schaffen, nichts anderes zählte!<br />
Nach dem Startschuss ging es leicht und flüssig los. Wie auch sonst, schliesslich haben die Beine seit Stunden auf nichts anderes gewartet. Der Kopf ist frei, endlich darf ich laufen.<br />
Obwohl ich mich bremse laufe ich in den ersten 3 km ca. 4:44. So schnell bin ich am Rathaus und es liegt da in allerschönstem Sonnenschein. Nach 4 km schaffe ich es mich auf 4:50 einzupendeln. Die Brücke bremst mich ein wenig, aber ich habe von Anfang an beschlossen, mich nicht davon beeinflussen zu lassen. 4:56 - na und? Ich habe ja einen guten Puffer erlaufen. Wie hoch mein Puffer und meine Zwischenzeit ist, weiß ich bis zum Ziel nicht. Für mich zählt nur die Rundenzeit. Nach der Brücke lass ich mich richtig schön runterrollen und das Tempo rollt auch wieder. Durch die schöne Fußgängerpassage in Alt-Tegel gehts und schon bin ich am See. Der befürchtete Wind bleibt aus. Ich genieße den Anblick des See's. Hier bin ich schon so viele Trainings gelaufen... Bald schon habe ich die erste Runde geschafft. Ich höre wie der Sprecher sagt, dass wir bei 48 min die 10 km erreicht haben. Doch ich rechne nicht und denke nicht. Bald werde ich wissen, ob ich es wirklich schaffe, mein mir vorgegebenes Tempo zu halten. Jetzt will ich es wissen. Wie zum Trotz ist auf einmal Gegenwind:haeh:. Am See nicht aber hier??? Kurzerhand hänge ich mich hinter einen anderen Läufer, der in etwa mein Tempo läuft. Mein Vorteil klein zu sein, liegt hier auf der Hand: Ich finde fast überall Windschatten:P. Kurz vorm Getränkestützpunkt gönne ich mir einen Traubenzucker. Und wieder sind wir am Rathaus Reinickendorf. Über die Hälfte ist geschafft! Viele km laufe ich noch in 4:45 - 4:47. Bis mir wieder die Brücke ins Gehege kommt. 4:53, sogar schneller als beim letztes Mal. Runterrollen. Vor der schönen Altstadtpassage gibts noch ein Zuckerle. Mir gehts gut. Die Beine spielen mit. Ich kann das Tempo erst bei km 19 nicht mehr halten, da gehts dann nämlich zur Pendelstrecke bergauf. Aber es müsste reichen, schließlich habe ich ja mein Tempo super gehalten. Auf dem Rückweg läuft mir der 5-Seen-Lauf-Fan entgegen:hallo: Und weil ich weiß, dass ich es schaffen werde, laufe ich den 20. km in 4:42. Ein bißchen früh der Zielsprint, der 21. ist dann wieder bei 4:48, aber egal, ich weiß, als ich um die Holzhauser Straße biege. Ich habs geschafft. Was werde ich geschafft haben? Vielleicht sogar unter 1:44? Aber ich kann nicht glauben, was an der Uhr steht:  <br />
1:41... Das kann doch nicht... Aber schon höre ich den Sprecher meinen Namen rufen: .... das war super, in 1:41:42 kommt sie ins Ziel:geil:. Was für eine Zeit! Das hätte ich nicht von mir gedacht:zwinker4:. Ich bin überglücklich und unglaublicherweise nicht mal völlig fertig...:haeh: <br />
Zuerst hole ich die Medaille und trinke, falle glücklich der wartenden Tellertaxe in die Arme, dann bin ich auch schon auf der Suche nach Sonnenschein. Sie wollte unter 1:47 laufen. Also könnte ich ihr ja ein Stück entgegenlaufen. Auf der Suche nach ihr, taucht sie plötzlich hinter mir auf. Sie war mir den ganzen Lauf auf den Fersen und hat das Ziel ihres 2. Halbmarathons 1:10 min nach mir erreicht:mundauf: Wir können unser Glück kaum fassen! Sonnenschein... ich kann nur sagen::respekt2:<br />
Bald fand sich auch Erdbeerkeks ein, sie war mit 1:53:43 super zufrieden! Glückwunsch:hallo:<br />
<br />
Nach einem tollen Lauf gabs noch eine tolle Pasta-Party, auf dem die Zeit noch richtig schön gefeiert wurde! Schön, dass ihr alle dabei ward! <br />
<br />
So habe ich also meine &quot;Ernte einfahren&quot; können. Mein intensives Training hat sich ausgezahlt - und nicht nur ein bisschen.<br />
So kann ich mich jetzt meiner 3. Traumzeit widmen. Die 10 km sub 45. Aber so richtig bin ich noch nicht motiviert. Die 10er sind doch ne ziemliche Hetzerei. Die letzte PB vom 10er steht von 2006 bei 48:25. Die ist natürlich längst überholt. Aber da werde ich trotzdem noch richtig hart dran arbeiten müssen. Aber wer nicht sät, der erntet nicht:zwinker4:<br />
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Danke fürs Lesen!<br />
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LG Binchen:hallo:</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>Binchen rennt</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60628-erntezeit-wie-ich-endlich-die-sub-1-45-01-besiegte.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>wie ich den Scharmützelsee besiegte</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60626-wie-ich-den-scharmuetzelsee-besiegte.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 14:50:04 GMT</pubDate>
			<description>Männerwochenende am Scharmützelsee. Freitag hin, Sonntag zurück. Dazwischen Wellness, Essen, Bier, Wein, Essen, Wellness, Sport, Essen, Bier und das ganze nochmal in umgekehrter oder wahlloser Reihenfolge. 

Nach einem kleinen Begrüßungsläufchen am Freitag beschloss ich, den See am Samstag komplett zu bezwingen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, würde ich den Bierkonsum am Freitagabend auf ein Minimum reduzieren (fünf sind es dann geworden).

Nun war es also soweit. 26-28 km. Evtl. mehr – wegen meiner Ortsunkenntnis. Mein längster Lauf bis heute waren 22,5 km. An diesen Lauf habe ich schlechte Erinnerungen. Da hatte ich so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann, und bin dehydriert und mit großen Kreislaufproblemen völlig entkräftet angekommen. Zwei Halbmarathons und viele Läufe zwischen 18 und 22 km sprachen aber dafür es zu probieren. Respekt vor meinem heutigen Vorhaben war aber definitiv vorhanden!

Wer zuviel Zeit hat, kann hier in meinem Blog weiterlesen (http://hoppe-hoppe.de/?p=221#more-221)</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Männerwochenende am Scharmützelsee. Freitag hin, Sonntag zurück. Dazwischen Wellness, Essen, Bier, Wein, Essen, Wellness, Sport, Essen, Bier und das ganze nochmal in umgekehrter oder wahlloser Reihenfolge. <br />
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Nach einem kleinen Begrüßungsläufchen am Freitag beschloss ich, den See am Samstag komplett zu bezwingen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, würde ich den Bierkonsum am Freitagabend auf ein Minimum reduzieren (fünf sind es dann geworden).<br />
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Nun war es also soweit. 26-28 km. Evtl. mehr – wegen meiner Ortsunkenntnis. Mein längster Lauf bis heute waren 22,5 km. An diesen Lauf habe ich schlechte Erinnerungen. Da hatte ich so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann, und bin dehydriert und mit großen Kreislaufproblemen völlig entkräftet angekommen. Zwei Halbmarathons und viele Läufe zwischen 18 und 22 km sprachen aber dafür es zu probieren. Respekt vor meinem heutigen Vorhaben war aber definitiv vorhanden!<br />
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Wer zuviel Zeit hat, kann <a href="http://hoppe-hoppe.de/?p=221#more-221" target="_blank">hier in meinem Blog weiterlesen</a></div>

]]></content:encoded>
			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>Gonzolator</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60626-wie-ich-den-scharmuetzelsee-besiegte.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Außerdem ist Eure Musik Scheiße!</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60624-ausserdem-ist-eure-musik-scheisse.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 13:48:12 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Sonntag. Seit Freitag Mittag feiert mein Heimatort 400 Jahre Stadtrecht und ich flüchte in Richtung Düsseldorf. Dort wird wie immer im September der schnelle Kö-Lauf ausgetragen. Ich bin nicht gemeldet, weil ich nicht weiß, ob ich nach dem ganzen Stadtfest-Rummel gut drauf sein werde. Genau genommen, hat mich der Ulli (http://forum.runnersworld.de/forum/56338-nachlangerpause.html) daran erinnert, dass ich da mal starten könnte.

Also früh ins Bett und auch schnell schlafen. Nix mit lange tanzen, saufen oder so. Immerhin ist der Start um 13:20, als mitten in der Nacht (für einen Sonntag). Dusche, gemütliches Frühstück mit Kaffee und allem Zipp und Zapp und dann die Tasche packen. Duschen? Ja, kann man in Düsseldorf gut. Je nach Veranstaltung dusche ich lieber zu Hause (beim Marathon in Köln hatten die mal vergessen, dass es davor noch einen Halbmarathon gibt und daher das Wasser für die Duschen gar nicht erst aufgewärmt - im Oktober! :klatsch:)
Vereinstrikot oder lieber ein anderes? Hm. Das Vereinstrikot ist leider von Rono und passt nur quadratischen Menschen. Die Größe, die mir in der Breite passt, rutscht aus der Hose. Doof, aber heute ist ne Bestzeit geplant. Da muss das Vereinstrikot zu Hause bleiben. Naja, es darf mitkommen, muss aber im Rucksack warten. Schuhe? Habe ich gestern schon eingepackt, meine abgewetzten Lieblingsschuhe (http://picasaweb.google.de/Guido.Gallenkamp/TDS2009#5506536843576494130). Wir kennen uns. Die wissen genau, was ich will und wie ich es gerne mag. Melkfett für unter die Arme, aber nur wegen sicher ist sicher. Für 10km eigentlich nicht notwendig, aber.

Im Auto wird Weingummi gemümmelt, Tee getrunken und ausgerechnet, wie schnell ich pro km sein muss. Meine Freundin rechnet es mir im Kopf aus und ich komme nach 10 Minuten und einer Gegenprobe mit Rechner darauf, dass sie Recht hat. Ich bin nervös. Aber nur so ein bisschen. Eigentlich ist alles gut. Vor einem Monat habe ich meine Bestzeit von 38:14 (?) auf 37:32 drücken können, und das auf einer Strecke, die auf erst bergab und dann bergauf geht. Und da habe ich auch noch geraucht. Jetzt ist es ziemlich flach und ich rauche auch nicht mehr. Die zwei, drei Zigaretten pro Woche verbuche ich unter "Amok-Puffer", statt unter "Rauchen".

Wir parken direkt zwischen meinem alten Büro und der Kö, 50 Meter zu laufen - was will man mehr? Das Wetter ist klasse, der Wind kühl und die Sonne warm. Aus irgend einem Grund  muss ich drei mal fragen, wo ich mich denn nachmelden kann, um mich dann dort nachzumelden, wo ich es immer tu - in der Schule. Ulli ruft mich an - wir kennen uns nur aus dem Forum, uns wollen und kurz treffen um mal "Hallo" zu sagen. Auf dem Weg zum Umziehen treffen wir ihn dann. Ich gebe meine Freundin bei Ihm und seinem Sohn ab und gehe schnell Richtung Schule. Dort schlüpfe ich auch eben in meine Laufhose, um dann die Jeans wieder drüber zu ziehen. Ist ja noch fast ne Stunde Zeit und ich will nicht frieren. Wow... die Startnummer. Bin ich schon jemals mit einer Nummer gestartet, die so klein war? Nee - bestimmt nicht. Nummer 25 (http://twitpic.com/2lsvi6) - ich fühle, wie der Erwartungsdruck steigt, ob wohl das natürlich Blödsinn ist. Aber wenn ich jemanden mit der Startnummer 25 sehen würde würde ich jedenfalls denken "Junge junge, der muss aber schnell sein - so eine kleine Startnummer!". Da ich die aber beim Nachmelden bekommen habe, verblasst diese Nummernromantik, denn die Nummer hätte ja wahrscheinlich jeder andere auch bekommen, der sich an meiner Stelle nachgemeldet hätte. Och menno. Aber das wissen die anderen ja nicht :)

Nach ein paar netten Worten mit Ulli und Sohn ziehe ich die Jeans aus, wechsle die Schuhe und begebe mich zum Einlaufen. Rechter Oberschenkel zwickt, linkes Schienbein brennt. War klar - jetzt fangen die Phantom-Zimperlein an. Egal, ignorieren. Bisschen hüpfen, bisschen traben, bisschen beschleunigen. Ein Schlag in den Nacken und eine freundliche Stimme: Andreas Pakmohr gesellt sich zu mir (http://twitpic.com/2lsuei). Wir quatschen das Übliche "Ja, ich soundso" - " Bla bla, und ich will soundso" - "Vielleicht auch soundso, wenns gut läuft" und wünschen uns viel Glück. Zurück zum Freundin / Ulli / Sohn-Haufen. gemeinsam latschen wir zum Start. Da stehen nicht viele, und alle sehen verdammt schnell aus. Ich sortiere mich mal ganz hinten (http://twitpic.com/2lsq5a) ein, weil in diesem Lauf nur starten darf, wer über unter 40 Minuten laufen kann. Also befinde ich mich am hinteren Ende des Feldes. Die anderen starten in zwei anderen Läufen und wir werden dann alle zusammen gewertet. Ist aber verdammt praktisch so.

Ok. Freundin, Ulli und sein verschnupfter Sohn stehen direkt links vom Startbogen. Winke winke, die Einlagen in den Schuhen zurecht rücken und die anderen Jungs und Mädels angucken. Doof, dass man die Einlagen nicht mit den Händen herum rücken kann - es sind ja die Füße im Weg. Hm... sooo raketenschnell sehen die um mich herum jetzt auch nicht aus. Ich plaudere kurz mit einem Typen vor mir. Erst startet zum ersten mal hier und ich sage ihm, dass man nur alle 2km auf die Uhr gucken kann. Dann geht's los: "Auf die Plätze" und Peng!

Wie war das noch? Ach ja. Nicht zu schnell los laufen. Die sind alle schneller als Du, mach Dir nix vor. Vorsichtig. Andreas Pakmohr schräg links vor mir. Alles gut. Der ist ein erfahrener Haudegen und wird auch nicht zu schnell angaloppieren. Das ist schon ein Unterschied, ob man beim Silvesterlauf im Nachbardorf startet oder bei einem, wo einem aus der ersten Reihe fast nur schwarze Gesichter entgegen grinsen. Also nicht zu sehr vom Feld ziehen lassen! Ich habe mir ausgerechnet (ausrechnen lassen), dass ich pro km 3:36 laufen muss, wenn ich eine glatte 36 laufen will. Das wird nicht funktionieren, aber ich habe auch keine Ahnung, was ich als Nichtraucher so laufen kann. Schneller als 37:32 hoffentlich. Bei einem Testlauf mit Google Earth Vermessung bin ich kürzlich etwas mit 36 gelaufen, also probiere ich das hier. Also 7:12 pro 2-km Runde. Fünf davon, wenn's geht. Es geht in die erste Kurve. Alles in Butter. Ich fühle mich gut, allerdings noch nicht warm. Ich hätte mich mehr marmlaufen sollen. Naja, das muss ich dann jetzt nachholen. Um Peek und Cloppenburg rum und wieder auf die Kö. Puh - dass die Runde auch so lang sein muss. Beim nächsten Zehner suche ich mir einem mit kürzeren 2km-Runden...

Der erste Kilometer - keine Ahnung. Es gibt ja kein Schild. Aber beim Durchlaufen des Start-/Zielbogens (http://twitpic.com/2ltc02) habe ich eine 7:0irgendwas auf der Uhr und strecke meiner Freundin den Daumen entgegen. Ah - Moment, ich habe beim Knall die Uhr abgedrückt, nicht beim Überlaufen der Antenne. Egal - kann nicht mehr als 5 Sekunden sein. Weiter geht's. Die Schwatten sind längst außer Sichtweite. Oder nicht? Puh - da sind die schon um P&C herum und preschen mir entgegen, also etwa 500 Meter weiter als ich. Alter Schwede. Obwohl Schweden ja ganz anders aussehen. Mitten im Rudel (http://twitpic.com/2lrzwe) klebt noch ein einzelner weißer, der muss sich aber geirrt haben. Schnell ist der wohl auch. Verdammte Axt, so schnell wäre ich auch gerne. Einmal mit den Raketen laufen. Aber das würde ich keinen einzigen Kilometer mithalten, das muss ich mir Neidvoll eingestehen. Ich höre, die der Sprecher Andreas Pakmohr ankündigt, der mir einigem Abstand vor mir läuft. Mich kennt der Sprecher nicht, ich bin ja auch nachgemeldet und nicht  berühmt. Ich laufe auf Andreas auf und will irgendwas kollegiales sagen, mir fällt aber nix ein. Ich glaube es ist doof für ihn sich von mir einholen zu lassen, schließlich ist er ein 2:35-Mann. Kurz vor uns (oder hinter uns?) läuft Sonja Oberem und ich nehme mir vor, immer um sie herum zu bleiben, wenn's denn geht. Andreas setzt sich neben Sonja und die beiden bringe einiges Abstand zwischen sich und mich. Die zweite Rückrunde auf der Kö geht ereignislos vorbei, wobei mir auffällt, wie komisch die Cheerleader aussehen, die am Rand stehen. Die Läuferinnen sind eigentlich allesamt ansehnlicher. Mein Mund wird trocken und klebrig, ich muss an etwas zu trinken gelangen. Zum Glück ist das nach jeder Runde nach dem Startbogen möglich. Beim durchlaufen des Startbogens vergesse ich auf die Uhr zu sehen und habe als keine Zwischenzeit. Egal, ich laufen nach Gefühl weiter.

Runde drei. Ich muss mir eh die ganze Zeit über Mühe geben und konzentriert auf dem Gaspedal stehen bleiben, ob ich nun schneller als gewollt bin oder langsamer. Ich kippe mir einen Schluck Wasser in den Mund, den Rest über den Nacken. Schlucken nicht vergessen. Hat funktioniert, wunderbar. Was ist das? Die führenden Mädels kommen mir schon entgegen. Na toll. Zieh dran, Guido! Also immer dran denken: Mühe geben, aber nicht zu viel. Sonst geht's nachher in die Hose und der Akku ist zu schnell leer. Es ist eh schon anstrengend. Ok, noch mal Wasser, noch mal um dieses Einkaufs-Dingsbums. Ein Junge schreibt jeden an: "Schneller!". Ich nehme mir vor, ihn in der nächsten Runden ein Stück mit zu nehmen. Soll der kleine Hosenscheißer doch mal sehen, was hier gerade passiert und wie verkehrt er das einschätzt :teufel:
Es geht wieder auf die Kö und ich suche Blickkontakt in den Zuschauern, nehme sogar war, wie einige davon irgendwas zwischen wie Mitleid und Bewunderung in den Augen haben. Warum ich das mache weiß ich nicht - vielleicht suche ich Trotz in meiner anstrengenden Lage :) Auf dem Rückweg muss ich an den Cheerleadern vorbei gucken, damit ich mir nicht bewusst mache, wie unpassend dieser Anblick ist. Schminke und ein kurzer Rock sind nun mal kein Ersatz für Sport. Es geht der Sonne entgegen und die blendet ein bisschen. Ich laufe links, um möglichst viel Schatten mitzunehmen. Ich sehe Sonja und Andreas näher kommen. Obwohl  - Sonja eigentlich nicht. Ich schließe langsam zu Andreas auf! Puh - ich klebe meinem Laufhelden an den Fersen... komisches Gefühl. "Darf" ich ihn überholen? Gemeinsam (http://twitpic.com/2ltdlj) laufen wir durch den Startbogen. Wieder die Uhr nicht gedrückt. Warum muss der Knopf von dieser blöden Uhr auch so schlecht zu drücken sein?

Runde vier. Ich verliere Andreas aus den Augen, er fällt zurück. "Komm bitte mit" denke ich mir. "Alleine kann ich das nicht". Aber er kommt nicht. Ist es nun mein Job, ihn zu ziehen? Ich laufe einfach weiter. Nach dem Becher Wasser klingelt es hinten. Verdammte Axt, das kann doch nicht wahr sein! Da werde ich schon überrundet! Immerhin nicht so früh wie letztes Jahr. Da bin ich genau im Startbogen überrundet worden und es muss auch irgendwo Fotos geben, wo fünf Schwatte und ein Guido zusammen drauf sind :hihi:
Ok, es klingelt. Was mache ich jetzt? Äh klar - Außenbahn. Innen überholen lassen. Funktioniert. Einer saust an mir vorbei und berührt kaum den Boden. Das was ich hier mache und das was der da mach, das sind ganz veschiedene Dinge. Ich mache hier "schnelles Trampeln" und er fliegt über den Asphalt. Unglaublich. Frechheit, was der da macht. Ich muss an eine Postkarte von meinem Bruder (http://www.toonpool.com/cartoons/Au%C3%9Ferdem%20is%20eure%20Musik%20Schei%C3%9Fe_47539) denken und aufpassen, mich nicht in de Witz hinein zu steigern. Ich kann so was total gut und dann komme ich aus dem Lachen nicht mehr raus. Darf nicht passieren!
Und der Rest? Muss ich jetzt nach hinten die Augen offen halten? Nö. wenn das so wäre, hätten die ja auch ne Klingel. Aber ich nehme mir vor, ab und zu nach hinten zu sehen. Will niemandem im Weg stehen, wenn der gerade auf Aufholjagd ist. Aber es kommt niemand. Hinterm Einkaufs-Dingsda schreit der Junge nicht mehr, ich brauche ihn also nicht mit zu nehmen. Glück gehabt. Hätte der weiter geschriehen hätte ich in wahrscheinlich mit dem Flatterband zusammengeknotet und als Mahnmal an der Kö angebunden.
Ich laufe wieder auf die Kö und habe Sonja im Blick. Cool, die lasse ich nicht ziehen auf der Gegenseite erzählt der Sprecher irgendwas von 25 Minuten und einer geschätzten Siegerzeit von 28 Minuten. Aber Moment mal - hat mich der Typ nicht schon vor etwa 600 Metern überrundet? Ich bin auf der Gegengerade und sehe ihn nicht mehr. Verdammte Axt - dann ist der schon in der Kurve zur Zielgerade! Wenn der noch bis 28 Minuten braucht, dann müsste er sich noch schnell einen Autoreifen umbinden. Puh, Rakete. Aber egal - mein Rennen ist noch nicht entschieden! Galoppie. Ich versuche nicht abreißen zu lassen, denn so langsam merke ich, wie ich viel Schwung aus den Armen hole und weniger mit den Beinen arbeite. Das fühlt sich ähnlich an, ist aber Mist. Also Konzentration: Druck in die Beine, lang hinten raus treten. Kurve. Nochmal ne Kurve. Zielgerade - aber noch nicht für mich. Ich muss noch ne Runde. Kurz vor dem Zielbogen sehe ich Christin (http://forum.runnersworld.de/forum/42608-chrissy07.html) am Rand stehen. Hat sie mich gerufen? Habe ich sie durch Zufall am Rand stehen gesehen? Keine Ahnung, Tunnelblick. Ich freue mich jedenfalls und gehe in die letzte Runde.

Jetzt heißt es dran bleiben. Entweder ich kacke jetzt so richtig ab, ober ich kann's durchziehen. Es ist jedes mal das gleiche. Es fühlt sich immer schlimm an, es ist immer anstrengend und nie habe ich das Gefühl "Hey toll, noch eine Runde". Wasser, Hals, Nacken. Super. Ich habe die Uhr im Auge. Die Gesamtzeit auf meiner Uhr bringt mir schonend bei, dass die glatten 36 Minuten eh vollkommen überzogen waren. Ok, damit habe ich gerechnet. Aber ne Bestzeit soll's dennoch werden. Ich habe ja schließlich vorher das Maul weit aufgerissen. Galoppie. Ich habe Sonja vor mir. Kann ich noch ranlaufen? Puh, schwierig. Versuch. Der Abstand verringert sich um ein paar Meter aber dann dehnt er sich wieder aus. Schade, jetzt nur keinen Unsinn machen, sonst vergeige ich es. Jeden Moment rechne ich damit, dass der Andreas mich wieder einholt, aber nix passiert. Ein anderer Vogel in schwarz übeholt mich. Na gut, soll er doch. Ich will hier nur meinen eigenen Kampf gewinnen, und der läuft gut. Das Einkaufs-Dingsda, das letzte mal. Super, weiter so! Ja, läuft gut! Ja, fühlt sich gut an! All diesen Unfug rede ich mir ein, damit ich nicht merke, wie geschlaucht ich eigentlich bin. Ein letztes mal an diesen Cheerleadern vorbei - danke, erledigt! Weiter über die Kö in Richtung Sonne. Kurve. Hups - eine kleine Delle im Asphalt! Mein rechter Fuß schlägt leicht nach außen um, aber es passiert nix weiter. Glück gehabt! Ich sehe den Zielbogen. Jetzt ist es gleich vorbei - nie wieder ein Zehner! So - was nu - Freundin angrinsen - auf's Ziel gucken? Ich sehe sie nicht auf der Ferne, also auf den Zielkanal zu. Sonja direkt vor mir. Die Uhr zeigt noch immer eine 36 vorne und ich freue mich auf die neue Bestzeit! Noch 50 Meter!

Ohne großen Endspurt trotte ich ins Ziel und Drücke die Uhr bei 36:45 ab. Verdammte Axt - schon wieder 45 Sekunden auf die alte Bestzeit gut gemacht! Wenn das so weiter geht, bin ich in 12 Jahren Weltmeister :) Ich hänge mich über eines der Absperrgitter und verschnaufe ein bisschen. Bevor mir eine der Damen meine Finisher-Medaille umhängt, huste ich erst noch mal ordentlich und lasse mich dann mit einem Taler versehen. Der nächste für die Sammlung.

Andreas kommt kurz nach mir eingelaufen und freut sich mit mir. Dann geht es duschen, 3 super Crèpes essen, Kaffee trinken und schließlich ab nach Hause. Ulli und Christin werden noch angefeuert, aber ich werde schnell müde und will schlafen. Offiziell bin ich eine 36:43 (brutto) gelaufen und sehr zufrieden damit. Platz 30 in einem super schnellen Rennen.
Die ersten 10 waren unter 30 Minuten und der Sieger, Daniel Cabii (http://twitpic.com/2lrxfa), ist mit 27:43 die schnellste Zeit der Deutschen Straßenlauf-Geschichte gelaufen!

Und wer bis hier hin gelesen hat, hat eindeutig zu viel Zeit! :D

Grüße,

Guido]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Sonntag. Seit Freitag Mittag feiert mein Heimatort 400 Jahre Stadtrecht und ich flüchte in Richtung Düsseldorf. Dort wird wie immer im September der schnelle Kö-Lauf ausgetragen. Ich bin nicht gemeldet, weil ich nicht weiß, ob ich nach dem ganzen Stadtfest-Rummel gut drauf sein werde. Genau genommen, hat mich der <a href="http://forum.runnersworld.de/forum/56338-nachlangerpause.html" target="_blank">Ulli</a> daran erinnert, dass ich da mal starten könnte.<br />
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Also früh ins Bett und auch schnell schlafen. Nix mit lange tanzen, saufen oder so. Immerhin ist der Start um 13:20, als mitten in der Nacht (für einen Sonntag). Dusche, gemütliches Frühstück mit Kaffee und allem Zipp und Zapp und dann die Tasche packen. Duschen? Ja, kann man in Düsseldorf gut. Je nach Veranstaltung dusche ich lieber zu Hause (beim Marathon in Köln hatten die mal vergessen, dass es davor noch einen Halbmarathon gibt und daher das Wasser für die Duschen gar nicht erst aufgewärmt - im Oktober! :klatsch:)<br />
Vereinstrikot oder lieber ein anderes? Hm. Das Vereinstrikot ist leider von Rono und passt nur quadratischen Menschen. Die Größe, die mir in der Breite passt, rutscht aus der Hose. Doof, aber heute ist ne Bestzeit geplant. Da muss das Vereinstrikot zu Hause bleiben. Naja, es darf mitkommen, muss aber im Rucksack warten. Schuhe? Habe ich gestern schon eingepackt, meine <a href="http://picasaweb.google.de/Guido.Gallenkamp/TDS2009#5506536843576494130" target="_blank">abgewetzten Lieblingsschuhe</a>. Wir kennen uns. Die wissen genau, was ich will und wie ich es gerne mag. Melkfett für unter die Arme, aber nur wegen sicher ist sicher. Für 10km eigentlich nicht notwendig, aber.<br />
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Im Auto wird Weingummi gemümmelt, Tee getrunken und ausgerechnet, wie schnell ich pro km sein muss. Meine Freundin rechnet es mir im Kopf aus und ich komme nach 10 Minuten und einer Gegenprobe mit Rechner darauf, dass sie Recht hat. Ich bin nervös. Aber nur so ein bisschen. Eigentlich ist alles gut. Vor einem Monat habe ich meine Bestzeit von 38:14 (?) auf 37:32 drücken können, und das auf einer Strecke, die auf erst bergab und dann bergauf geht. Und da habe ich auch noch geraucht. Jetzt ist es ziemlich flach und ich rauche auch nicht mehr. Die zwei, drei Zigaretten pro Woche verbuche ich unter &quot;Amok-Puffer&quot;, statt unter &quot;Rauchen&quot;.<br />
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Wir parken direkt zwischen meinem alten Büro und der Kö, 50 Meter zu laufen - was will man mehr? Das Wetter ist klasse, der Wind kühl und die Sonne warm. Aus irgend einem Grund  muss ich drei mal fragen, wo ich mich denn nachmelden kann, um mich dann dort nachzumelden, wo ich es immer tu - in der Schule. Ulli ruft mich an - wir kennen uns nur aus dem Forum, uns wollen und kurz treffen um mal &quot;Hallo&quot; zu sagen. Auf dem Weg zum Umziehen treffen wir ihn dann. Ich gebe meine Freundin bei Ihm und seinem Sohn ab und gehe schnell Richtung Schule. Dort schlüpfe ich auch eben in meine Laufhose, um dann die Jeans wieder drüber zu ziehen. Ist ja noch fast ne Stunde Zeit und ich will nicht frieren. Wow... die Startnummer. Bin ich schon jemals mit einer Nummer gestartet, die so klein war? Nee - bestimmt nicht. <a href="http://twitpic.com/2lsvi6" target="_blank">Nummer 25</a> - ich fühle, wie der Erwartungsdruck steigt, ob wohl das natürlich Blödsinn ist. Aber wenn ich jemanden mit der Startnummer 25 sehen würde würde ich jedenfalls denken &quot;Junge junge, der muss aber schnell sein - so eine kleine Startnummer!&quot;. Da ich die aber beim Nachmelden bekommen habe, verblasst diese Nummernromantik, denn die Nummer hätte ja wahrscheinlich jeder andere auch bekommen, der sich an meiner Stelle nachgemeldet hätte. Och menno. Aber das wissen die anderen ja nicht :)<br />
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Nach ein paar netten Worten mit Ulli und Sohn ziehe ich die Jeans aus, wechsle die Schuhe und begebe mich zum Einlaufen. Rechter Oberschenkel zwickt, linkes Schienbein brennt. War klar - jetzt fangen die Phantom-Zimperlein an. Egal, ignorieren. Bisschen hüpfen, bisschen traben, bisschen beschleunigen. Ein Schlag in den Nacken und eine freundliche Stimme: <a href="http://twitpic.com/2lsuei" target="_blank">Andreas Pakmohr gesellt sich zu mir</a>. Wir quatschen das Übliche &quot;Ja, ich soundso&quot; - &quot; Bla bla, und ich will soundso&quot; - &quot;Vielleicht auch soundso, wenns gut läuft&quot; und wünschen uns viel Glück. Zurück zum Freundin / Ulli / Sohn-Haufen. gemeinsam latschen wir zum Start. Da stehen nicht viele, und alle sehen verdammt schnell aus. Ich sortiere mich mal <a href="http://twitpic.com/2lsq5a" target="_blank">ganz hinten</a> ein, weil in diesem Lauf nur starten darf, wer über unter 40 Minuten laufen kann. Also befinde ich mich am hinteren Ende des Feldes. Die anderen starten in zwei anderen Läufen und wir werden dann alle zusammen gewertet. Ist aber verdammt praktisch so.<br />
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Ok. Freundin, Ulli und sein verschnupfter Sohn stehen direkt links vom Startbogen. Winke winke, die Einlagen in den Schuhen zurecht rücken und die anderen Jungs und Mädels angucken. Doof, dass man die Einlagen nicht mit den Händen herum rücken kann - es sind ja die Füße im Weg. Hm... sooo raketenschnell sehen die um mich herum jetzt auch nicht aus. Ich plaudere kurz mit einem Typen vor mir. Erst startet zum ersten mal hier und ich sage ihm, dass man nur alle 2km auf die Uhr gucken kann. Dann geht's los: &quot;Auf die Plätze&quot; und Peng!<br />
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Wie war das noch? Ach ja. Nicht zu schnell los laufen. Die sind alle schneller als Du, mach Dir nix vor. Vorsichtig. Andreas Pakmohr schräg links vor mir. Alles gut. Der ist ein erfahrener Haudegen und wird auch nicht zu schnell angaloppieren. Das ist schon ein Unterschied, ob man beim Silvesterlauf im Nachbardorf startet oder bei einem, wo einem aus der ersten Reihe fast nur schwarze Gesichter entgegen grinsen. Also nicht zu sehr vom Feld ziehen lassen! Ich habe mir ausgerechnet (ausrechnen lassen), dass ich pro km 3:36 laufen muss, wenn ich eine glatte 36 laufen will. Das wird nicht funktionieren, aber ich habe auch keine Ahnung, was ich als Nichtraucher so laufen kann. Schneller als 37:32 hoffentlich. Bei einem Testlauf mit Google Earth Vermessung bin ich kürzlich etwas mit 36 gelaufen, also probiere ich das hier. Also 7:12 pro 2-km Runde. Fünf davon, wenn's geht. Es geht in die erste Kurve. Alles in Butter. Ich fühle mich gut, allerdings noch nicht warm. Ich hätte mich mehr marmlaufen sollen. Naja, das muss ich dann jetzt nachholen. Um Peek und Cloppenburg rum und wieder auf die Kö. Puh - dass die Runde auch so lang sein muss. Beim nächsten Zehner suche ich mir einem mit kürzeren 2km-Runden...<br />
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Der erste Kilometer - keine Ahnung. Es gibt ja kein Schild. Aber beim <a href="http://twitpic.com/2ltc02" target="_blank">Durchlaufen des Start-/Zielbogens</a> habe ich eine 7:0irgendwas auf der Uhr und strecke meiner Freundin den Daumen entgegen. Ah - Moment, ich habe beim Knall die Uhr abgedrückt, nicht beim Überlaufen der Antenne. Egal - kann nicht mehr als 5 Sekunden sein. Weiter geht's. Die Schwatten sind längst außer Sichtweite. Oder nicht? Puh - da sind die schon um P&amp;C herum und preschen mir entgegen, also etwa 500 Meter weiter als ich. Alter Schwede. Obwohl Schweden ja ganz anders aussehen. <a href="http://twitpic.com/2lrzwe" target="_blank">Mitten im Rudel</a> klebt noch ein einzelner weißer, der muss sich aber geirrt haben. Schnell ist der wohl auch. Verdammte Axt, so schnell wäre ich auch gerne. Einmal mit den Raketen laufen. Aber das würde ich keinen einzigen Kilometer mithalten, das muss ich mir Neidvoll eingestehen. Ich höre, die der Sprecher Andreas Pakmohr ankündigt, der mir einigem Abstand vor mir läuft. Mich kennt der Sprecher nicht, ich bin ja auch nachgemeldet und nicht  berühmt. Ich laufe auf Andreas auf und will irgendwas kollegiales sagen, mir fällt aber nix ein. Ich glaube es ist doof für ihn sich von mir einholen zu lassen, schließlich ist er ein 2:35-Mann. Kurz vor uns (oder hinter uns?) läuft Sonja Oberem und ich nehme mir vor, immer um sie herum zu bleiben, wenn's denn geht. Andreas setzt sich neben Sonja und die beiden bringe einiges Abstand zwischen sich und mich. Die zweite Rückrunde auf der Kö geht ereignislos vorbei, wobei mir auffällt, wie komisch die Cheerleader aussehen, die am Rand stehen. Die Läuferinnen sind eigentlich allesamt ansehnlicher. Mein Mund wird trocken und klebrig, ich muss an etwas zu trinken gelangen. Zum Glück ist das nach jeder Runde nach dem Startbogen möglich. Beim durchlaufen des Startbogens vergesse ich auf die Uhr zu sehen und habe als keine Zwischenzeit. Egal, ich laufen nach Gefühl weiter.<br />
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Runde drei. Ich muss mir eh die ganze Zeit über Mühe geben und konzentriert auf dem Gaspedal stehen bleiben, ob ich nun schneller als gewollt bin oder langsamer. Ich kippe mir einen Schluck Wasser in den Mund, den Rest über den Nacken. Schlucken nicht vergessen. Hat funktioniert, wunderbar. Was ist das? Die führenden Mädels kommen mir schon entgegen. Na toll. Zieh dran, Guido! Also immer dran denken: Mühe geben, aber nicht zu viel. Sonst geht's nachher in die Hose und der Akku ist zu schnell leer. Es ist eh schon anstrengend. Ok, noch mal Wasser, noch mal um dieses Einkaufs-Dingsbums. Ein Junge schreibt jeden an: &quot;Schneller!&quot;. Ich nehme mir vor, ihn in der nächsten Runden ein Stück mit zu nehmen. Soll der kleine Hosenscheißer doch mal sehen, was hier gerade passiert und wie verkehrt er das einschätzt :teufel:<br />
Es geht wieder auf die Kö und ich suche Blickkontakt in den Zuschauern, nehme sogar war, wie einige davon irgendwas zwischen wie Mitleid und Bewunderung in den Augen haben. Warum ich das mache weiß ich nicht - vielleicht suche ich Trotz in meiner anstrengenden Lage :) Auf dem Rückweg muss ich an den Cheerleadern vorbei gucken, damit ich mir nicht bewusst mache, wie unpassend dieser Anblick ist. Schminke und ein kurzer Rock sind nun mal kein Ersatz für Sport. Es geht der Sonne entgegen und die blendet ein bisschen. Ich laufe links, um möglichst viel Schatten mitzunehmen. Ich sehe Sonja und Andreas näher kommen. Obwohl  - Sonja eigentlich nicht. Ich schließe langsam zu Andreas auf! Puh - ich klebe meinem Laufhelden an den Fersen... komisches Gefühl. &quot;Darf&quot; ich ihn überholen? <a href="http://twitpic.com/2ltdlj" target="_blank">Gemeinsam</a> laufen wir durch den Startbogen. Wieder die Uhr nicht gedrückt. Warum muss der Knopf von dieser blöden Uhr auch so schlecht zu drücken sein?<br />
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Runde vier. Ich verliere Andreas aus den Augen, er fällt zurück. &quot;Komm bitte mit&quot; denke ich mir. &quot;Alleine kann ich das nicht&quot;. Aber er kommt nicht. Ist es nun mein Job, ihn zu ziehen? Ich laufe einfach weiter. Nach dem Becher Wasser klingelt es hinten. Verdammte Axt, das kann doch nicht wahr sein! Da werde ich schon überrundet! Immerhin nicht so früh wie letztes Jahr. Da bin ich genau im Startbogen überrundet worden und es muss auch irgendwo Fotos geben, wo fünf Schwatte und ein Guido zusammen drauf sind :hihi:<br />
Ok, es klingelt. Was mache ich jetzt? Äh klar - Außenbahn. Innen überholen lassen. Funktioniert. Einer saust an mir vorbei und berührt kaum den Boden. Das was ich hier mache und das was der da mach, das sind ganz veschiedene Dinge. Ich mache hier &quot;schnelles Trampeln&quot; und er fliegt über den Asphalt. Unglaublich. Frechheit, was der da macht. Ich muss an eine <a href="http://www.toonpool.com/cartoons/Au%C3%9Ferdem%20is%20eure%20Musik%20Schei%C3%9Fe_47539" target="_blank">Postkarte von meinem Bruder</a> denken und aufpassen, mich nicht in de Witz hinein zu steigern. Ich kann so was total gut und dann komme ich aus dem Lachen nicht mehr raus. Darf nicht passieren!<br />
Und der Rest? Muss ich jetzt nach hinten die Augen offen halten? Nö. wenn das so wäre, hätten die ja auch ne Klingel. Aber ich nehme mir vor, ab und zu nach hinten zu sehen. Will niemandem im Weg stehen, wenn der gerade auf Aufholjagd ist. Aber es kommt niemand. Hinterm Einkaufs-Dingsda schreit der Junge nicht mehr, ich brauche ihn also nicht mit zu nehmen. Glück gehabt. Hätte der weiter geschriehen hätte ich in wahrscheinlich mit dem Flatterband zusammengeknotet und als Mahnmal an der Kö angebunden.<br />
Ich laufe wieder auf die Kö und habe Sonja im Blick. Cool, die lasse ich nicht ziehen auf der Gegenseite erzählt der Sprecher irgendwas von 25 Minuten und einer geschätzten Siegerzeit von 28 Minuten. Aber Moment mal - hat mich der Typ nicht schon vor etwa 600 Metern überrundet? Ich bin auf der Gegengerade und sehe ihn nicht mehr. Verdammte Axt - dann ist der schon in der Kurve zur Zielgerade! Wenn der noch bis 28 Minuten braucht, dann müsste er sich noch schnell einen Autoreifen umbinden. Puh, Rakete. Aber egal - mein Rennen ist noch nicht entschieden! Galoppie. Ich versuche nicht abreißen zu lassen, denn so langsam merke ich, wie ich viel Schwung aus den Armen hole und weniger mit den Beinen arbeite. Das fühlt sich ähnlich an, ist aber Mist. Also Konzentration: Druck in die Beine, lang hinten raus treten. Kurve. Nochmal ne Kurve. Zielgerade - aber noch nicht für mich. Ich muss noch ne Runde. Kurz vor dem Zielbogen sehe ich <a href="http://forum.runnersworld.de/forum/42608-chrissy07.html" target="_blank">Christin</a> am Rand stehen. Hat sie mich gerufen? Habe ich sie durch Zufall am Rand stehen gesehen? Keine Ahnung, Tunnelblick. Ich freue mich jedenfalls und gehe in die letzte Runde.<br />
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Jetzt heißt es dran bleiben. Entweder ich kacke jetzt so richtig ab, ober ich kann's durchziehen. Es ist jedes mal das gleiche. Es fühlt sich immer schlimm an, es ist immer anstrengend und nie habe ich das Gefühl &quot;Hey toll, noch eine Runde&quot;. Wasser, Hals, Nacken. Super. Ich habe die Uhr im Auge. Die Gesamtzeit auf meiner Uhr bringt mir schonend bei, dass die glatten 36 Minuten eh vollkommen überzogen waren. Ok, damit habe ich gerechnet. Aber ne Bestzeit soll's dennoch werden. Ich habe ja schließlich vorher das Maul weit aufgerissen. Galoppie. Ich habe Sonja vor mir. Kann ich noch ranlaufen? Puh, schwierig. Versuch. Der Abstand verringert sich um ein paar Meter aber dann dehnt er sich wieder aus. Schade, jetzt nur keinen Unsinn machen, sonst vergeige ich es. Jeden Moment rechne ich damit, dass der Andreas mich wieder einholt, aber nix passiert. Ein anderer Vogel in schwarz übeholt mich. Na gut, soll er doch. Ich will hier nur meinen eigenen Kampf gewinnen, und der läuft gut. Das Einkaufs-Dingsda, das letzte mal. Super, weiter so! Ja, läuft gut! Ja, fühlt sich gut an! All diesen Unfug rede ich mir ein, damit ich nicht merke, wie geschlaucht ich eigentlich bin. Ein letztes mal an diesen Cheerleadern vorbei - danke, erledigt! Weiter über die Kö in Richtung Sonne. Kurve. Hups - eine kleine Delle im Asphalt! Mein rechter Fuß schlägt leicht nach außen um, aber es passiert nix weiter. Glück gehabt! Ich sehe den Zielbogen. Jetzt ist es gleich vorbei - nie wieder ein Zehner! So - was nu - Freundin angrinsen - auf's Ziel gucken? Ich sehe sie nicht auf der Ferne, also auf den Zielkanal zu. Sonja direkt vor mir. Die Uhr zeigt noch immer eine 36 vorne und ich freue mich auf die neue Bestzeit! Noch 50 Meter!<br />
<br />
Ohne großen Endspurt trotte ich ins Ziel und Drücke die Uhr bei 36:45 ab. Verdammte Axt - schon wieder 45 Sekunden auf die alte Bestzeit gut gemacht! Wenn das so weiter geht, bin ich in 12 Jahren Weltmeister :) Ich hänge mich über eines der Absperrgitter und verschnaufe ein bisschen. Bevor mir eine der Damen meine Finisher-Medaille umhängt, huste ich erst noch mal ordentlich und lasse mich dann mit einem Taler versehen. Der nächste für die Sammlung.<br />
<br />
Andreas kommt kurz nach mir eingelaufen und freut sich mit mir. Dann geht es duschen, 3 super Crèpes essen, Kaffee trinken und schließlich ab nach Hause. Ulli und Christin werden noch angefeuert, aber ich werde schnell müde und will schlafen. Offiziell bin ich eine 36:43 (brutto) gelaufen und sehr zufrieden damit. Platz 30 in einem super schnellen Rennen.<br />
Die ersten 10 waren unter 30 Minuten und der <a href="http://twitpic.com/2lrxfa" target="_blank">Sieger, Daniel Cabii</a>, ist mit 27:43 die schnellste Zeit der Deutschen Straßenlauf-Geschichte gelaufen!<br />
<br />
Und wer bis hier hin gelesen hat, hat eindeutig zu viel Zeit! :D<br />
<br />
Grüße,<br />
<br />
Guido</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>chuuido</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60624-ausserdem-ist-eure-musik-scheisse.html</guid>
		</item>
		<item>
			<title>SÜdpfalzlauf Rülzheim Halbmarathon / Septemberausgabe</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60617-sudpfalzlauf-ruelzheim-halbmarathon-septemberausgabe.html</link>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 10:04:06 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Es hätte wohl an diesem Vormittag nichts besseres geben können, als am Südpfalzlauf im flach-pfälzischen Rülzheim teilzunehmen:
* Eine wochenendfreundliche Startzeit, bei der man noch was vom Tag für andere Dinge als das schnelle Hinter-sich-bringen von Kilometern übrig hat.
Start des Halbmarathons war um 9:20 Uhr, die Teilnehmer über den 10er gingen um 9:00 Uhr auf die Strecke, 5.2km-Läufer und Walker dazwischen.
* Ein phantastisches Laufwetter.
Sonnenschein pur, bei morgendlich noch frischen aber angenehmen Temperaturen.
* Eine nette und gut beschaffene Laufstrecke.
Es ging etwa 2 Runden (2. Runde leicht abgewandelt von der ersten) durch den Wald, und somit größtenteils schattig und windgeschützt; zu 95% auf gut befestigten Waldwegen. Verpflegungsmöglichkeiten gab es ingesamt 5, verteilt auf 2 Verpflegungsstände. Eigentlich mehr als ausreichend auf dieser Distanz, für mich hätten es an diesem Tag noch 1-2 mehr sein können.


Am Start des Halbmarathons (vom 10er bekam ich nicht viel mit) standen gut 350 Läufer. Pünktlich ging es los, erst auf breiter Straße, nach ca. 700m dann in den Wald. Die vorderen Reihen des Feldes sortierten sich recht schnell und trotz der hohen Teilnehmerzahl vereinsamte :frown: man recht schnell. Nach etwa 3km bemerkte ich, dass dies nicht so ganz mein Tag werden würde, und schaltete auf Überlebensmodus. Ordentlich durchlaufen, keine Bäume ausreißen. Eine Gruppe Feuerbacher Läufer passierte mich, ich ließ sie ziehen und fand mich somit nach 6km auf Platz 13 wieder. Hier blieb ich auch nahezu das ganze Rennen über ziemlich isoliert. Nach vorne eine große Lücke, nach hinten nichts zu sehen. Ab der Hälfte der ersten Runde begann das überholen der hinteren 10km-Läufer. Unproblematisch auf dem dort breiten Waldweg, und immerhin eine kleine Abwechslung, denn auch aufmunterndes Publikum war an der Strecke sehr rar gesäht.
Ich war gestartet mit dem Mindestziel unter 1:22 Std. zu bleiben. Nachdem die Kilometerzeiten ab km 11 aber bereits nur schwer auf 3:53 (dem notwendigen Schnitt) zu halten waren, orientierte ich mich um auf sub1:24. In dem Moment, in dem diese Entscheidung gefallen war, liefs wieder besser :P. Hochrechnungen nach jedem km ließen doch auf ein sub1:22 hoffen, was dann die Motivation wieder etwas steigerte. Ein paar Becher süßen Tee mit ordentlich Zucker an den letzten 2 Verpflegungen gaben nochmal etwas Energie (bin immer noch nicht zu einem endgültigen Resultat gekommen, ob ich einen Halbmarathon besser ohne oder mit Energiegel unterwegs laufe). 500m vor dem Ziel überholte mich noch ein Franzose, der sich auf der ganzen Strecke von seinem Trainer auf dem Rad begleiten ließ. Wohlgemerkt ein erwachsener Läufer, kein Minderjähriger, der nur unter Begleitung aus dem Haus darf ... Weitere Kommentare zu so etwas erspare ich mir an dieser Stelle. 
Platz 13 oder 14 war dann auch egal. Die Zielzeit von 1:21:10 stellte mich vollkommen zufrieden, und läßt mich hoffen, dieses Jahr den Halbmarathon vielleicht doch mal endlich unter 1:20 zu laufen.

Der Vorteil von Plazierungen jenseits der Top10 ist in meiner Altersklasse (35), dass man nicht auf die Ergebnisliste warten "muß", da man es so in der Regel eh nicht unter die Top3 seiner Altersklasse schafft.

Der größten Teil des Nachmittags verbrachte ich dann mit Kohlehydrat-Rückführung in Form von Speiseeis auf der Dachterrasse. Ein super Tag!!! :daumen::daumen::daumen:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Es hätte wohl an diesem Vormittag nichts besseres geben können, als am Südpfalzlauf im flach-pfälzischen Rülzheim teilzunehmen:<ul><li>Eine wochenendfreundliche Startzeit, bei der man noch was vom Tag für andere Dinge als das schnelle Hinter-sich-bringen von Kilometern übrig hat.<br />
Start des Halbmarathons war um 9:20 Uhr, die Teilnehmer über den 10er gingen um 9:00 Uhr auf die Strecke, 5.2km-Läufer und Walker dazwischen.</li>
<li>Ein phantastisches Laufwetter.<br />
Sonnenschein pur, bei morgendlich noch frischen aber angenehmen Temperaturen.</li>
<li>Eine nette und gut beschaffene Laufstrecke.<br />
Es ging etwa 2 Runden (2. Runde leicht abgewandelt von der ersten) durch den Wald, und somit größtenteils schattig und windgeschützt; zu 95% auf gut befestigten Waldwegen. Verpflegungsmöglichkeiten gab es ingesamt 5, verteilt auf 2 Verpflegungsstände. Eigentlich mehr als ausreichend auf dieser Distanz, für mich hätten es an diesem Tag noch 1-2 mehr sein können.</li>
</ul><br />
Am Start des Halbmarathons (vom 10er bekam ich nicht viel mit) standen gut 350 Läufer. Pünktlich ging es los, erst auf breiter Straße, nach ca. 700m dann in den Wald. Die vorderen Reihen des Feldes sortierten sich recht schnell und trotz der hohen Teilnehmerzahl vereinsamte :frown: man recht schnell. Nach etwa 3km bemerkte ich, dass dies nicht so ganz mein Tag werden würde, und schaltete auf Überlebensmodus. Ordentlich durchlaufen, keine Bäume ausreißen. Eine Gruppe Feuerbacher Läufer passierte mich, ich ließ sie ziehen und fand mich somit nach 6km auf Platz 13 wieder. Hier blieb ich auch nahezu das ganze Rennen über ziemlich isoliert. Nach vorne eine große Lücke, nach hinten nichts zu sehen. Ab der Hälfte der ersten Runde begann das überholen der hinteren 10km-Läufer. Unproblematisch auf dem dort breiten Waldweg, und immerhin eine kleine Abwechslung, denn auch aufmunterndes Publikum war an der Strecke sehr rar gesäht.<br />
Ich war gestartet mit dem Mindestziel unter 1:22 Std. zu bleiben. Nachdem die Kilometerzeiten ab km 11 aber bereits nur schwer auf 3:53 (dem notwendigen Schnitt) zu halten waren, orientierte ich mich um auf sub1:24. In dem Moment, in dem diese Entscheidung gefallen war, liefs wieder besser :P. Hochrechnungen nach jedem km ließen doch auf ein sub1:22 hoffen, was dann die Motivation wieder etwas steigerte. Ein paar Becher süßen Tee mit ordentlich Zucker an den letzten 2 Verpflegungen gaben nochmal etwas Energie (bin immer noch nicht zu einem endgültigen Resultat gekommen, ob ich einen Halbmarathon besser ohne oder mit Energiegel unterwegs laufe). 500m vor dem Ziel überholte mich noch ein Franzose, der sich auf der ganzen Strecke von seinem Trainer auf dem Rad begleiten ließ. Wohlgemerkt ein erwachsener Läufer, kein Minderjähriger, der nur unter Begleitung aus dem Haus darf ... Weitere Kommentare zu so etwas erspare ich mir an dieser Stelle. <br />
Platz 13 oder 14 war dann auch egal. Die Zielzeit von 1:21:10 stellte mich vollkommen zufrieden, und läßt mich hoffen, dieses Jahr den Halbmarathon vielleicht doch mal endlich unter 1:20 zu laufen.<br />
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Der Vorteil von Plazierungen jenseits der Top10 ist in meiner Altersklasse (35), dass man nicht auf die Ergebnisliste warten &quot;muß&quot;, da man es so in der Regel eh nicht unter die Top3 seiner Altersklasse schafft.<br />
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Der größten Teil des Nachmittags verbrachte ich dann mit Kohlehydrat-Rückführung in Form von Speiseeis auf der Dachterrasse. Ein super Tag!!! :daumen::daumen::daumen:</div>

]]></content:encoded>
			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>Quintana</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Bin ich Buddha? - Saarschleife-HM 2010</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60602-bin-ich-buddha-saarschleife-hm-2010-a.html</link>
			<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 18:26:46 GMT</pubDate>
			<description>Um die Ausgangsfrage gleich zu beantworten: Nein! Auch wenn ich ihm ähnlicher bin als mir lieb ist, was meine körperliche Statur angeht. Aber Geduld und Gelassenheit sind nun einmal Tugenden, die zu üben mir reichlich Willenskraft abverlangt. Warten zu müssen ist für mich eine Strafe. Den Gang der Dinge hinnehmen zu müssen und selbst nicht ändern zu können erst recht. ... 

Mehr dazu, wie es mir bei meinem zweiten Halbmarathon in diesem Jahr - dem 13. Saarschleife-(Halb-)Marathon in Merzig erging - könnt ihr in meinem Blog (http://weinbergschnecke.wordpress.com/2010/09/05/bin-ich-buddha/) nachlesen.

LG,
kobold</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Um die Ausgangsfrage gleich zu beantworten: Nein! Auch wenn ich ihm ähnlicher bin als mir lieb ist, was meine körperliche Statur angeht. Aber Geduld und Gelassenheit sind nun einmal Tugenden, die zu üben mir reichlich Willenskraft abverlangt. Warten zu müssen ist für mich eine Strafe. Den Gang der Dinge hinnehmen zu müssen und selbst nicht ändern zu können erst recht. ... <br />
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Mehr dazu, wie es mir bei meinem zweiten Halbmarathon in diesem Jahr - dem 13. Saarschleife-(Halb-)Marathon in Merzig erging - könnt ihr <a href="http://weinbergschnecke.wordpress.com/2010/09/05/bin-ich-buddha/" target="_blank">in meinem Blog</a> nachlesen.<br />
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LG,<br />
kobold</div>

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			<category domain="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/">Laufberichte</category>
			<dc:creator>kobold</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Es ist vollbracht! Bin ich nun Jäger??? Oder Sammler???</title>
			<link>http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/60599-es-ist-vollbracht-bin-ich-nun-jaeger-oder-sammler.html</link>
			<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 17:45:56 GMT</pubDate>
			<description>Kann sich noch jemand daran erinnern? Balancieren auf einer schmalen Mauer? Im Bestreben, möglichst weit zu kommen? Mit der Gewissheit, irgendwann das Gleichgewicht nicht mehr halten zu können, aber der Ungewissheit, wann und wo dieser Punkt erreicht ist, an dem man nur noch runterspringen kann?
  
  An dieses Balance-halten-Spiel fühlte ich mich bei den letzten Wettkämpfen mehr und mehr erinnert und fragte mich, wie weit ich dabei noch kommen würde. Das ist nun sicher etwas unverständlich, weshalb ich mit Hilfe eines kleinen Schlenkers das näher erläutern will: Wenn man anfängt zu laufen – das war bei mir so, aber ich denke, vielen geht es ähnlich – läuft man erst mal so drauf los und findet das ganz toll. Dann misst man sich, will schneller werden. Die Phase der Bestzeiten beginnt. Die kann sich lange hinziehen oder auch nicht. Aber irgendwann ist sie vorbei. Dann verbessert man sich nicht mehr. Was nun? Laufen aufhören? Quatsch! Kennt jeder, der mal aussetzen musste. Aber was motiviert dann?
  
  Da gibt’s wiederum verschiedene Dinge. Bei mir sind das immer schon gewesen – auch schon zu den Bestzeitenverbesserungszeiten – interessante oder ausgefallene Läufe. Aber auch: Wettbewerb mit Altersgenossen oder genauer in der Altersklasse. Am Anfang war ich ganz stolz, mal einen dritten AK-Platz zu erlaufen. Dann kam bei einem kleineren Volkslauf auch schon mal ein Altersklassensieg dazu, und mit höherer AK ging das dann immer öfter (nein, nicht mit Clausthaler, sondern mit Training).
  
  2001 hatte ich ein richtig gutes Jahr, und nach meiner neuen Marathonbestzeit, in Hamburg hatte das zwar nur zu AK-Platz 4 gereicht, begann dann eine Serie von ersten Plätzen – immer AK-bezogen, versteht sich –, die sich lange hinzog. Sie hätte wohl auch die erreichte Jubiläumszahl 10 noch übertroffen, wenn ich im Australien-Urlaub nicht zufällig erfahren hätte, dass ausgerechnet während unseres Sydney-Aufenthalts der City-to-Surf-Fun-Run stattfand. Klar, dass ich mich da spontan anmeldete, aber bei 64.000 Startern, 48.000 Finishern und auch noch ohne AK-Wertung hatte die Serie keine Chance auf Fortbestand. Immerhin belegte ich einen, wie ich finde, guten 2.236-ten Platz.
  
  In der Folgezeit lief ich den einen oder anderen hochkarätigen Sieg ein, aber hatte auch immer Konkurrenten, die teils einen Tick, teils aber auch um Klassen besser waren als ich. So war es auch am 7. November 2009. Ich hatte einen guten Lauf (http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/53860-endlich-mal-wieder-ein-richtig-guter-lauf.html) hinter mir, aber der Sieger der AK lag ein gehöriges Stück vor mir, das ergab Platz 2 für mich. Den nächsten Lauf hatte ich bei starker Konkurrenz eher unerwartet für mich entschieden, es folgte ein Marathonlauf, bei dem ich am Ende vorn lag, und auch der letzte Lauf des Jahres, ein Cross als einer meiner Standardläufe sah mich auf dem Siegerpodest.
  
  Der Jahreswechsel bedeutete einen Wechsel der Altersklasse, da hat man es natürlich immer leichter, denn man ist ja relativ gesehen jünger und – wenigstens angenommen – leistungsfähiger. Ein Bandscheibenvorfall steht dem objektiv zwar entgegen, aber bei eher schwacher Konkurrenz konnte ich dennoch gut ins neue Laufjahr einsteigen. Tja, und dann kam irgendwie der Gedanke auf: Diese alte Serie aus grauer Vorzeit, die sollte doch zu verbessern sein. Also hatte ich einen neuen Zeitvertreib: Wird die alte Serie gerissen? Gelingt es mir, 10 + 1 AK-Siege in Folge zu erringen? 
  
  Im April war es soweit. Die 11 war „gepackt“. Und nun? Wusste ich selbst nicht! Die 20 war zu weit weg, und alles andere war zu krumm als Zahl. Ich lief halt weiter und natürlich auch weiterhin Wettkämpfe. Das mache ich schließlich seit Jahren so. Nach meinem Straberger Doppel-Trainingslauf (http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/58423-zweimal-sexx-beim-laufen-straberg.html) registrierte ich, dass ich nunmehr die Nummern 15 und 16 in meiner Sammlung erreicht hatte. Nun ging die Überlegerei wieder los: Könnte es eine Serie mit 20 werden?
  
  Die nächsten Läufe zählten zwar weiter in diese Richtung, aber kurz bevor die 20 erreicht war, sagte ich mir, dass das eigentlich auch keine richtige Jubiläumszahl sei, und für mich als Läufer stand dann die 21 im Raum. Wenn, dann wollte ich diese erreichen: Sinnbild des Halbmarathons. Das klappte auch, mit dem Marathon in Oberstaufen (http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/59224-die-durch-die-hoelle-gehen-marathon-brutal.html) hatte ich sozusagen HM-Jubiläum. Ich wär’s ja auch zufrieden gewesen, wenn nicht die nächste Veranstaltung die Serie fortgeführt hätte, und bei 22 konnte die anzustrebende Marke ja eigentlich nur die runde 25 sein; das ist für mich, der ich immer auch ein Verhältnis zu Zahlen hatte, nun ein wahrhaftiges Jubiläum. Als die 24 schließlich erreicht war, wollte ich die Serie am letzten Augustwochenende mit der „Monte Sophia“ krönen, einem etwas hügeligen Lauf über 28,1 km. Den war ich schon mal gelaufen, wollte ihn immer schon wiederholen, und diesmal passte es zeitlich auch.
  
  Nun passierte es aber, dass mich am Ende einer Bahn-Intervalleinheit ein recht intensiver Schmerz an meiner linken Plantarsehne erneut überfallen hatte. Nicht oft, aber diesmal doch ließ ich der Vernunft den Vortritt, strich den Marathon samt Vorbereitung aus meiner Planung und auch den vorgesehenen Lauf auf die Monte Sophia (auf den ich mich generell und nicht erst im Rahmen einer „Serienplanung“ gefreut hatte). 
  
  Nun trat ich in einen intensiveren Dialog mit meiner Sehne. „Sehne“, sprach ich mit ebenso besorgter wie strenger Miene, „es ist deine natürliche und gottgewollte Bestimmung, mir treu zu dienen bis ans Ende deiner Tage, also, ich meine, MEINER Tage, ähm, also unserer Tage. Bist du willens, dich dieser göttlichen Fügung unterzuordnen?“ Die Antwort fiel leicht ambivalent aus: „Ja, Herr, Ihr seid mein Gebieter, und ich will Euch treue Dienste leisten, aber bitte seid Ihr auch lieb zu mir.“ Mir schien, ein 28 km-Lauf sei nicht lieb, aber ein Zehner dafür schon, zudem ein Beweis meines Vertrauens. 
  
  Als Zeichen meiner Liebe spendierte ich ihr eine tägliche Portion Eis, und aus Dankbarkeit beschloss sie, mehr und mehr Schweigestunden einzulegen. So fuhr ich denn eine Woche später zu dem leicht welligen Lauf in der Eifel in Eschweiler. Mein Sorgenkind, die linke Plantarsehne, und ich umarmten uns fest, schauten uns tief in die Augen, versicherten uns unserer unverbrüchlichen Liebe füreinander und starteten in ein neues Laufabenteuer. 
  
  „Herr, Herr“, rief sie plötzlich aufgeregt – erst wenig des Weges war genommen – „ist jener da vorne etwa Eurem ansonsten stets wachen Auge entgangen? Selbiger erdreistete sich soeben, uns zu überholen, und es gelüstet ihn, uns das Nachsehen zu geben. Nun ist’s an uns, hurtig hinterher zu eilen!“ „Gemach, gemach“, beruhigte ich sie, „der läuft gar nicht in unserer Altersklasse, und außerdem wird der später immer langsamer.“ So geschah es denn auch, wir beide aber verbrachten wundervolle 39:20 Minuten in trauter Zweisamkeit, bis wir schließlich gemeinsam durchs Ziel liefen. Als die Ergebnisliste aushing, herzten und küssten wir uns und stießen mit einem bleihaltigen Bitburger auf das schließlich erreichte runde Serienjubiläum an. 
  
  Die Chronistenpflicht gebietet es nun zu erwähnen, dass zu den Serienelementen, die die 25 voll gemacht haben, natürlich auch wenig Anspruchsvolles mit nur geringer Teilnahme gehört wie 800 und 1500 m-Kreismeisterschaften, die auch krabbelnderweise die Serie nicht zu durchbrechen vermocht hätten, aber eben auch solche mit starker und zuvor oftmals erfolgreicher Konkurrenz. Streckenlängen, Streckenprofile, Teilnehmerzahlen, Temperaturen, Bodenbeschaffenheit etc. decken jeweils ein ziemlich großes Spektrum ab. Insgesamt waren 365,8 Wettkampf-km erforderlich, was einer durchschnittlichen Länge von 14,6 km entspricht.
  
  Und was kommt nun? Ich weiß es nicht. Noch bin ich ja nicht von der Mauer gefallen… :D
  
  Bernd</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><font color="black">Kann sich noch jemand daran erinnern? Balancieren auf einer schmalen Mauer? Im Bestreben, möglichst weit zu kommen? Mit der Gewissheit, irgendwann das Gleichgewicht nicht mehr halten zu können, aber der Ungewissheit, wann und wo dieser Punkt erreicht ist, an dem man nur noch runterspringen kann?</font><br />
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  <font color="black">An dieses Balance-halten-Spiel fühlte ich mich bei den letzten Wettkämpfen mehr und mehr erinnert und fragte mich, wie weit ich dabei noch kommen würde. Das ist nun sicher etwas unverständlich, weshalb ich mit Hilfe eines kleinen Schlenkers das näher erläutern will: Wenn man anfängt zu laufen – das war bei mir so, aber ich denke, vielen geht es ähnlich – läuft man erst mal so drauf los und findet das ganz toll. Dann misst man sich, will schneller werden. Die Phase der Bestzeiten beginnt. Die kann sich lange hinziehen oder auch nicht. Aber irgendwann ist sie vorbei. Dann verbessert man sich nicht mehr. Was nun? Laufen aufhören? Quatsch! Kennt jeder, der mal aussetzen musste. Aber was motiviert dann?</font><br />
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  <font color="black">Da gibt’s wiederum verschiedene Dinge. Bei mir sind das immer schon gewesen – auch schon zu den Bestzeitenverbesserungszeiten – interessante oder ausgefallene Läufe. Aber auch: Wettbewerb mit Altersgenossen oder genauer in der Altersklasse. Am Anfang war ich ganz stolz, mal einen dritten AK-Platz zu erlaufen. Dann kam bei einem kleineren Volkslauf auch schon mal ein Altersklassensieg dazu, und mit höherer AK ging das dann immer öfter (nein, nicht mit Clausthaler, sondern mit Training).</font><br />
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  <font color="black">2001 hatte ich ein richtig gutes Jahr, und nach meiner neuen Marathonbestzeit, in Hamburg hatte das zwar nur zu AK-Platz 4 gereicht, begann dann eine Serie von ersten Plätzen – immer AK-bezogen, versteht sich –, die sich lange hinzog. Sie hätte wohl auch die erreichte Jubiläumszahl 10 noch übertroffen, wenn ich im Australien-Urlaub nicht zufällig erfahren hätte, dass ausgerechnet während unseres Sydney-Aufenthalts der City-to-Surf-Fun-Run stattfand. Klar, dass ich mich da spontan anmeldete, aber bei 64.000 Startern, 48.000 Finishern und auch noch ohne AK-Wertung hatte die Serie keine Chance auf Fortbestand. Immerhin belegte ich einen, wie ich finde, guten 2.236-ten Platz.</font><br />
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  <font color="black">In der Folgezeit lief ich den einen oder anderen hochkarätigen Sieg ein, aber hatte auch immer Konkurrenten, die teils einen Tick, teils aber auch um Klassen besser waren als ich. So war es auch am 7. November 2009. Ich hatte einen <a href="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/53860-endlich-mal-wieder-ein-richtig-guter-lauf.html" target="_blank">guten Lauf</a> hinter mir, aber der Sieger der AK lag ein gehöriges Stück vor mir, das ergab Platz 2 für mich. Den nächsten Lauf hatte ich bei starker Konkurrenz eher unerwartet für mich entschieden, es folgte ein Marathonlauf, bei dem ich am Ende vorn lag, und auch der letzte Lauf des Jahres, ein Cross als einer meiner Standardläufe sah mich auf dem Siegerpodest.</font><br />
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  <font color="black">Der Jahreswechsel bedeutete einen Wechsel der Altersklasse, da hat man es natürlich immer leichter, denn man ist ja relativ gesehen jünger und – wenigstens angenommen – leistungsfähiger. Ein Bandscheibenvorfall steht dem objektiv zwar entgegen, aber bei eher schwacher Konkurrenz konnte ich dennoch gut ins neue Laufjahr einsteigen. Tja, und dann kam irgendwie der Gedanke auf: Diese alte Serie aus grauer Vorzeit, die sollte doch zu verbessern sein. Also hatte ich einen neuen Zeitvertreib: Wird die alte Serie gerissen? Gelingt es mir, 10 + 1 AK-Siege in Folge zu erringen? </font><br />
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  <font color="black">Im April war es soweit. Die 11 war „gepackt“. Und nun? Wusste ich selbst nicht! Die 20 war zu weit weg, und alles andere war zu krumm als Zahl. Ich lief halt weiter und natürlich auch weiterhin Wettkämpfe. Das mache ich schließlich seit Jahren so. Nach meinem <a href="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/58423-zweimal-sexx-beim-laufen-straberg.html" target="_blank">Straberger Doppel-Trainingslauf</a> registrierte ich, dass ich nunmehr die Nummern 15 und 16 in meiner Sammlung erreicht hatte. Nun ging die Überlegerei wieder los: Könnte es eine Serie mit 20 werden?</font><br />
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  <font color="black">Die nächsten Läufe zählten zwar weiter in diese Richtung, aber kurz bevor die 20 erreicht war, sagte ich mir, dass das eigentlich auch keine richtige Jubiläumszahl sei, und für mich als Läufer stand dann die 21 im Raum. Wenn, dann wollte ich diese erreichen: Sinnbild des Halbmarathons. Das klappte auch, mit dem Marathon in <a href="http://forum.runnersworld.de/forum/laufberichte/59224-die-durch-die-hoelle-gehen-marathon-brutal.html" target="_blank">Oberstaufen</a> hatte ich sozusagen HM-Jubiläum. Ich wär’s ja auch zufrieden gewesen, wenn nicht die nächste Veranstaltung die Serie fortgeführt hätte, und bei 22 konnte die anzustrebende Marke ja eigentlich nur die runde 25 sein; das ist für mich, der ich immer auch ein Verhältnis zu Zahlen hatte, nun ein wahrhaftiges Jubiläum. Als die 24 schließlich erreicht war, wollte ich die Serie am letzten Augustwochenende mit der „Monte Sophia“ krönen, einem etwas hügeligen Lauf über 28,1 km. Den war ich schon mal gelaufen, wollte ihn immer schon wiederholen, und diesmal passte es zeitlich auch.</font><br />
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  <font color="black">Nun passierte es aber, dass mich am Ende einer Bahn-Intervalleinheit ein recht intensiver Schmerz an meiner linken Plantarsehne erneut überfallen hatte. Nicht oft, aber diesmal doch ließ ich der Vernunft den Vortritt, strich den Marathon samt Vorbereitung aus meiner Planung und auch den vorgesehenen Lauf auf die Monte Sophia (auf den ich mich generell und nicht erst im Rahmen einer „Serienplanung“ gefreut hatte). </font><br />
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  <font color="black">Nun trat ich in einen intensiveren Dialog mit meiner Sehne. „Sehne“, sprach ich mit ebenso besorgter wie strenger Miene, „es ist deine natürliche und gottgewollte Bestimmung, mir treu zu dienen bis ans Ende deiner Tage, also, ich meine, MEINER Tage, ähm, also unserer Tage. Bist du willens, dich dieser göttlichen Fügung unterzuordnen?“ Die Antwort fiel leicht ambivalent aus: „Ja, Herr, Ihr seid mein Gebieter, und ich will Euch treue Dienste leisten, aber bitte seid Ihr auch lieb zu mir.“ Mir schien, ein 28 km-Lauf sei nicht lieb, aber ein Zehner dafür schon, zudem ein Beweis meines Vertrauens. </font><br />
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  <font color="black">Als Zeichen meiner Liebe spendierte ich ihr eine tägliche Portion Eis, und aus Dankbarkeit beschloss sie, mehr und mehr Schweigestunden einzulegen. So fuhr ich denn eine Woche später zu dem leicht welligen Lauf in der Eifel in Eschweiler. Mein Sorgenkind, die linke Plantarsehne, und ich umarmten uns fest, schauten uns tief in die Augen, versicherten uns unserer unverbrüchlichen Liebe füreinander und starteten in ein neues Laufabenteuer. </font><br />
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  <font color="black">„Herr, Herr“, rief sie plötzlich aufgeregt – erst wenig des Weges war genommen – „ist jener da vorne etwa Eurem ansonsten stets wachen Auge entgangen? Selbiger erdreistete sich soeben, uns zu überholen, und es gelüstet ihn, uns das Nachsehen zu geben. Nun ist’s an uns, hurtig hinterher zu eilen!“ „Gemach, gemach“, beruhigte ich sie, „der läuft gar nicht in unserer Altersklasse, und außerdem wird der später immer langsamer.“ So geschah es denn auch, wir beide aber verbrachten wundervolle 39:20 Minuten in trauter Zweisamkeit, bis wir schließlich gemeinsam durchs Ziel liefen. Als die Ergebnisliste aushing, herzten und küssten wir uns und stießen mit einem bleihaltigen Bitburger auf das schließlich erreichte runde Serienjubiläum an. </font><br />
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  <font color="black">Die Chronistenpflicht gebietet es nun zu erwähnen, dass zu den Serienelementen, die die 25 voll gemacht haben, natürlich auch wenig Anspruchsvolles mit nur geringer Teilnahme gehört wie 800 und 1500 m-Kreismeisterschaften, die auch krabbelnderweise die Serie nicht zu durchbrechen vermocht hätten, aber eben auch solche mit starker und zuvor oftmals erfolgreicher Konkurrenz. Streckenlängen, Streckenprofile, Teilnehmerzahlen, Temperaturen, Bodenbeschaffenheit etc. decken jeweils ein ziemlich großes Spektrum ab. Insgesamt waren 365,8 Wettkampf-km erforderlich, was einer durchschnittlichen Länge von 14,6 km entspricht.</font><br />
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  <font color="black">Und was kommt nun? Ich weiß es nicht. Noch bin ich ja nicht von der Mauer gefallen…</font> :D<br />
  <br />
  <font color="black"><font face="Arial">Bernd</font></font></div>

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