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  1. #1
    Just wanna be a stunt(100)man! Avatar von dwarfnebula
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    Standard 64 von 80 | Meine Brocken-Challenge 7.2.2009

    So, die Brocken-Challenge gehört der Vergangenheit an. Und heute spüre ich meine Beine nicht mehr...

    Bei teilweise doch recht widrigen Witterungsverhältnissen, die man im Februar aber auch durchaus erwarten kann, bin ich wie geplant 64 von den 80 Kilometern gelaufen. Mehr hatte ich mir für das erste Mal nicht vorgenommen, auch wenn man angesichts der Tatsache, 16 Kilometer vor dem Ziel nicht weiter zu machen, durchaus mit dem Kopf schütteln kann. Aber wenn, dann wollte ich eigentlich sehr gerne laufend ins Ziel kommen und nicht die letzten 16 Kilometer wandernd ins Ziel schleichen. Da habe ich für mich den ganz persönlichen Ehrgeiz...

    Aber von vorne. Morgens um 6.00 Uhr ging es mit meinem Fahrradbegleiter und etwas mehr als 100 anderen Ultralaufbegeisterten los. Schon die ersten Kilometer durch den westlichen Göttinger Stadtwald waren von vielen eisigen Streckenabschnitten geprägt. Doch mit sicherem Schritt ging es gut voran. Das beim Briefing des Veranstalters am Vorabend angedeutete „Es ist nicht die Entfernung, die dich umbringt. Es ist die Geschwindigkeit!“ nahm ich mir zu Herzen und startete gemütlich in den Lauf. Nach knapp 90 Minuten verzog sich dann die Nacht und es wurde Tag: Durch das neblig kühle Eichsfeld ging es in Richtung Harz. [Genau das ist es, warum ich Sonntagmorgens so gerne laufe – die Geburt eines neuen Tages laufend erleben.]

    Alle zehn Kilometer konnten wir uns verpflegen und entsprechende Kraft tanken, denn schon hier mussten wir einige giftige Anstiege bewältigen. Nach etwas mehr als 4,5 Stunden hatten wir die Marathon-Marke hinter uns gebracht und stiegen in den Harz. Hier begann das richtige Abenteuer. Verharrschter, tauender Schnee, der jeden Schritt mühsam machte, so dass ich schnell meine Spiky’s unter die Schuhe schnallte. Zwar hatte mein Begleiter auch Spikes unter den Räder, doch er gab es hier auf, das Fahrrad den Berg hoch schieben zu müssen. Statt dessen fuhr er dann über Bad Lauterberg zur Lausebuche, wo wir uns wieder treffen sollten.

    Auf Höhe des Wiesenbeker Teiches ging es auf den Jagdkopf. Was bei der Harzquerung der Poppenberg ist, ist hier der Weg hinauf auf den Jagdkopf. Ein kilometerlanger Anstieg, der den Namen Entsafter vollkommen zu Recht trägt. Schon hier machte es sich bemerkbar, dass mein Ziel, die 64 Kilometer einigermaßen laufend zu erreichen, ausreichend sein würde. Immer öfter verfiel ich ins Gehen, weil der Körper überhaupt nicht mehr so recht laufen wollte. Da fehlten mir in der Vorbereitung doch einige Bergtrainingskilometer. Aber eine herrliche Ruhe, ein kontemplatives Laufen und Gehen. Weit und breit mit der Natur allein – das waren wirklich die schönsten Abschnitte.

    Am Jagdkopf angekommen habe ich noch mal ein paar Getränke zu mir genommen und bin dann auf der Südharz-Loipe und dem Kaiserweg zur Lausebuche gewackelt. Weiter oben immer mal wieder den ein oder anderen Langläufer getroffen (also den mit den Skiern) und die herrliche Aussicht genossen. Auf dem letzten Kilometer vor der Lausebuche drehte ein Team vom NDR – noch einmal Motivation genug, lächelnd voran zukommen und sich gestern Abend dann auch noch im Fernseh-Bericht zu sehen (lag aber wohl eher an meinem Markenzeichen und nicht an der herausragenden Leistung).

    Nach etwas mehr als acht Stunden hatte ich dann mein Ziel erreicht, was für mich vollkommen ausreichend war hatte ich meine eigene Grenze für diesen Tag erreicht. Absolut glücklich, absolut kaputt. Immer wieder ein herrliches Gefühl nach so einem Lauf. Und genau das ist es, was mich motiviert, immer wieder solche Läufe zu machen.

    Und noch etwas: Da es für mich (und viele der Mitlaufenden auch) nicht der Wettkampf, sondern das Laufen an sich im Vordergrund stand, hatte ich Zeit unterwegs live zu berichten und ins Internet zu übertragen. Über meinen Twitter-Account habe ich kurze Mitteilungen und Bilder von unterwegs hochgeladen, so dass Daheimgebliebene in gewissem Sinne mit dabei sein konnten. Zum Nachlesen schaut euch mal bei Twitter um.

    Ach ja, die Brocken-Challenge findet wieder 6. Februar 2010 statt – und dann laufe ich auch bis ganz nach oben!
    Christoph

    "Ich bin kein Mensch.
    Ich bin eine Maschine.
    Ich kenne keinen Schmerz.
    Ich laufe rein mechanisch."
    (frei nach: Haruki Murakami)


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  2. #2
    Avatar von knobi
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    Standard

    Herzlichen Glückwunsch und Als ich Deinen Bericht gelesen habe, dachte ich: ja so muß ein Ultra fühlen, der Entstehung des Tages zusehen, die Landschaft inhalieren. Als ich dann aber die Photos sah, dachte ich nur boah, da hört der Spaß aber auf. Trozdem tolle Leistung, ein bestimmt einmaliges Erlebniss und der NDR hat Dich nur wegen der tollen Leistung gesendet, nicht wegen irgendwelcher schicken Mützen oder ähnliches--interessiert ja keinen
    Danke für den tollen Bericht
    der knobi
    Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und lasst uns laufen mit Geduld (Hebräer)

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