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  1. #1
    DanielaN
    Gast

    Standard Die Armuts-Bürokratie

    Es grenzt an ein Wunder, dass noch niemand auf die Sache mit den Winterreifen gekommen ist. In der Chefetage der Bundesagentur für Arbeit (BA) hätten sie beinahe Wetten darauf abgeschlossen. Heimlich natürlich, über so was spricht man ja nicht laut. Man könnte die Damen und Herren Abgeordneten ja auf dumme Ideen bringen.

    Seit Dezember gilt Winterreifenpflicht im Lande. Für alle Autos, auch für die von Hartz-IV-Empfängern."Ich rechne täglich damit, dass irgendjemand die Forderung aufstellt, der Staat müsse die Kosten für die Winterreifen von Hartz-IV-Empfängern übernehmen", frotzelt BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Wegen der unzumutbaren Härte, der letzten starken Schneefälle. Oder weil die Arbeitsuche auf Sommerreifen den allgemeinen Straßenverkehr bedrohen könnte. Irgendeinen Grund werden gestandene Sozialpolitiker schon finden. Irgendein Grund für einen Sonderbedarf, einen Mehraufwand oder eine Härtefallklausel findet sich nämlich immer.

    Vermutlich ist Heinrich Alt inzwischen etwas abgeklärt. Seit zehn Jahren schon sitzt er im engsten Führungsgremium der größten deutschen Behörde, die früher noch Anstalt hieß, und kümmert sich hier um das Arbeitslosengeld II. Der 60-Jährige war selber einmal Staatssekretär, mit politischen Prozessen kennt er sich also aus. Und aus dieser Sicht kann man es als echtes Wunder werten, dass an der Winterreifenfront noch Ruhe herrscht.

    Dafür allerdings haben sich die Sozialpolitiker längst auf ein anderes Objekt gestürzt: die weiße Ware. Derzeit verhandeln die Bundes- und Landespolitiker im Vermittlungsausschuss darüber, ob Vater Staat den Hartz-IV-Empfängern künftig das Geld für eine Waschmaschine oder einen Herd erstatten solle. Dazu müssten die Beamten im Berliner Arbeitsministerium nur ein wenig an den Hartz-Gesetzen schrauben und eine neue Verordnung schreiben. Sie haben Erfahrung darin. Es wäre die 51.Reform in sechs Jahren.

    Jede Änderung und jede Ausnahme allerdings, seien sie auch noch so winzig, setzen in der Welt des Heinrich Alt einen bürokratischen Moloch in Bewegung, eine Kette von umformulierten Geschäftsanweisungen, Kundeninformationen, Antragsformularen, Eingangsbestätigungen, Leistungsbescheiden, Widersprüchen und am Ende vermutlich sogar Klagen. Hartz IV schafft jede Menge Arbeit. Zumindest in den Jobcentern.

    Den Vermittlern bleibt dabei kaum noch Zeit für das Wesentliche."Unsere Kernaufgabe ist es, die Menschen wieder in eine existenzsichernde Beschäftigung zu bringen. Wir müssen darauf achten, dass uns diese Aufgabe nicht aus dem Blick gerät", mahnt Alt. Die Kollegen vor Ort formulieren es etwas drastischer: "Ich arbeite in Absurdistan", stöhnt die Teamleiterin eines Berliner Jobcenters.

    Als die Reform vor sechs Jahren startete, kümmerten sich in den Arbeitsgemeinschaften von Bundesagentur und Kommunen rund 44 200 Beschäftigte um die Leistungsempfänger. Inzwischen ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gesunken, aber die der Bürokraten auf 65 500 gestiegen. 46,4 Milliarden Euro brachten die Steuerzahler im vergangenen Jahr für Hartz IV auf. Die Verwaltung verschlang beinahe fünf Milliarden Euro davon (siehe Grafik).Mit dieser Summe könnte man auch den Solidaritätszuschlag halbieren.

    Dabei sollte die mutigste aller Reformen den Sozialstaat verschlanken. Noch zu Zeiten der alten Stütze mussten Hilfeempfänger für jede größere Anschaffung einen Antrag stellen. Manchmal auch für jede kleinere. Es soll Kundinnen gegeben haben, die für das Recht auf einen zweiten Wintermantel oder einen dritten Büstenhalter vor Gericht stritten. Als die rot-grüne Koalition im Jahr 2005 dann Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammenlegte, fusionierte sie alle Leistungen zu einem einheitlichen Regelsatz. Zusätzlich sollte das Jobcenter auch die Kosten für Miete und Heizung tragen. An mehr war nie gedacht.

    Bröckelnde pauschale Die Idee klang bestechend: Jeder Hilfeempfänger sollte mehr Verantwortung übernehmen und weniger gegängelt werden. Doch so schlicht diese Pauschale war, so sehr verletzte sie das Gerechtigkeitsgefühl der Massen, die es gewohnt waren, dass sich der Staat schon um alles kümmern werde. Wenn man eine schlanke Verwaltung wolle, müsse man "eine gewisse Ungerechtigkeit aushalten können", sagt Heinrich Alt.

    Zwischen Rostock und Rosenheim kann man das offenbar nicht. Natürlich lebt niemand im Luxus mit Hartz IV, auch wenn der Regelsatz von anfangs 345 Euro nun auf mindestens 364 Euro angehoben werden soll. Von der schlichten Pauschale allerdings ist wenig geblieben. Schon 2005 hatte die rot-grüne Koalition festgelegt, dass der Staat auch die Kosten für Wiege und Wickeltisch übernimmt, wenn sich ein Baby ankündigt. Niemand hätte da widersprochen. Dass das Amt aber auch die erste Couch zahlte, wenn der pubertierende Sprössling das Hotel Mama verließ, und gar Miete und Lebensunterhalt übernahm, löste eine Umzugswelle bei den Teenagern aus. Das Sozialministerium hat die Klausel längst wieder kassiert.

    Lob der Fusskrankheit Wenig später beschloss die große Koalition, ein Schulstarterpaket für Hartz-IV-Kinder einzuführen. In Bremen wirbt der Senat dafür, auf Antrag auch die Pille für Hartz-IV-Empfängerinnen zu bezahlen. Getrennt lebende Väter wiederum können ihre Bahntickets für Reisen zu den Kindern einreichen, das legte in Berlin erst die Regierung Merkel fest. Auch die Kosten für orthopädisches Schuhwerk werden seit 2010 vom Jobcenter übernommen, die Ausgaben für normale Schuhe allerdings nicht. Seither ist die Zahl der Fußkranken rasant gestiegen, die Stapel der Anträge in der Verwaltung allerdings auch.

    Es sei ein Trugschluss gewesen, zu glauben, die Hartz-IV-Reform hätte das System einfacher gemacht, sagt ein Fallmanager im Jobcenter Gelsenkirchen. Wenn er alle Anträge und Profile seiner Kunden in den Computer getippt habe, dann bleibe keine Zeit mehr, nach Jobs zu suchen. Aus einem Drucker im Büro nebenan rattert ein Leistungsbescheid. Sechs Seiten umfasst der, ein ganz normaler Fall. Komplexere Fälle brauchen schon mal 20 Blätter.

    Wann immer Heinrich Alt sich aus seinem Büro in der Nürnberger BA-Zentrale auf den Weg nach Berlin macht, steckt er eine Tabelle mit Vorschlägen ein, wie das überfrachtete Hartz-IV-System etwas einfacher werden könnte. Wer die Auflistung liest, steigt tief hinab in die Absurditäten des Sozialstaates. Da wäre zum Beispiel die "Anzeige- und Bescheinigungspflicht bei Arbeitsunfähigkeit für Kunden, die nicht in die Integrationsarbeit einbezogen sind", wie es in schönstem Amtsdeutsch heißt. Oder kurz: Die Tatsache, dass schulpflichtige Kinder von Hartz-IV-Empfängern eine ärztliche Krankmeldung im Jobcenter abgeben müssen, wenn sie die Grippe haben. So will es das Gesetz.

    Ein paar Punkte allerdings konnte Alt in den vergangenen Wochen von seiner Liste streichen: dass Hartz-IV-Empfänger sofort die gesetzliche Krankenkasse wechseln müssen, sobald die einen Zusatzbeitrag erhebt. Gesundheitspolitiker hatten befürchtet, dass die Langzeitarbeitslosen in diesem Jahr so vermutlich alle zwei Monate ihre Versicherung hätten kündigen müssen. Für die Zusatzbeiträge steht jetzt die BA mit einer Pauschale ein.

    Auch bei den Unterkunftskosten steuert die Politik nach. Hartz-IV-Empfängern steht ein "angemessener Wohnraum" zu, heißt es im Gesetz. Wie viele Quadratmeter aber "angemessen" sind und was diese kosten dürfen, darüber schweigen die Paragrafen. Um die flaue Vorgabe für ihre Beamten zu interpretieren, brauchte die Berliner Senatsverwaltung in ihrer "Ausführungsverordnung Wohnen" 16 eng beschriebene DIN-A4-Seiten.Künftig jedoch dürfen die Kommunen in eigenen Verordnungen Pauschalen festlegen. Auch das gehört zur neuesten Reform.

    Dumm nur, dass von Bürokratieabbau im Vermittlungsverfahren ansonsten wenig die Rede ist. Im Gegenteil. Bundesweit gruselt es die Praktiker vor allem vor den Tücken des gut gemeinten Bildungspaketes. Jedes Kind von Hartz-IV-Empfängern soll künftig einen Anspruch auf Förderung haben: Der Staat beteiligt sich am Essen in der Schule oder Kita, er sponsert Nachhilfeunterricht, Klassenfahrten und Flötenkurse. Für jedes Kind sind ein paar Euro mehr im Monat drin. Der Verwaltungsaufwand indes verschlingt Millionen.

    Vertrag für Elftklässler 720 Millionen Euro soll das Paket nach den ersten Planungen des Ministeriums insgesamt kosten. Und es fügt sich in die Tradition des Hartz-Systems: Fast 140 Millionen Euro davon würde der bürokratische Aufwand verschlingen. Schon im Herbst polterte ein Experte des Bundesrechnungshofs in einer Anhörung vor dem Sozialausschuss, die Kosten stünden "in keinem angemessenen Verhältnis" zum Wert der Leistungen. Die Wohlfahrtsverbände sahen das übrigens genauso.

    Dass ein Hartz-IV-Bildungspaket im föderalen Staat nur schwer funktionieren kann, verrät schon sein Name. Hartz IV ist Sache des Bundes, über die Bildung wachen die Länder. Kooperation ist von Amts wegen nicht vorgesehen. Jedoch hatte das Arbeitsministerium zunächst die Jobcenter dazu verdonnert, die neuen Gutscheine auszugeben. Sie müssten dazu mit Sportvereinen, Kindergärten und Schulen Vereinbarungen schließen, wie die Leistungen abgerechnet werden sollen. Wohlgemerkt: mit allen 90 000 Sportvereinen, 50 000 Kindergärten und 35 000 Schulen. Musikschulen noch gar nicht mitgezählt, Nachhilfelehrer auch nicht.

    Auch jeder Elftklässler, der dem Nachbarsjungen für ein paar Euro bei den Matheaufgaben helfen will, muss vorher einen Vertrag mit dem Amt schließen. Sachbearbeiter, die ihr Berufsleben lang Leistungsbescheide gebastelt haben, sollen ganz nebenbei auch überprüfen, ob ein Nachhilfeanbieter sich auf dem Boden der "freiheitlich demokratischen Grundordnung" bewegt. So zumindest steht es in der offiziellen Geschäftsanweisung der BA mit dem Aktenzeichen II-8400/3317.

    Die Verwirrung, die das auslöst, kann man an einem Dezembermorgen im Rathaus Berlin-Neukölln besichtigen. Drei Dutzend Leiter von Berliner Kindertagesstätten quetschen sich auf die Sitze des Abgeordnetensaals, um sich das Bildungspaket erklären zu lassen. Nur so viel sei gesagt: Dafür braucht man ziemlich lang. Seit zwei Stunden schon hetzen die Experten des Jobcenters mit einer PowerPoint-Präsentation durch die Paragrafen. Und noch immer blicken die Teilnehmer im Saal einigermaßen ratlos.

    In der vorletzten Reihe etwa reckt Margit Klengel ihren Arm in die Luft. Sie ist Regionalleiterin des gemeinnützigen Jugend- und Sozialwerkes, das in Berlin 27 Kindertagesstätten betreibt. Bisher konnten ihr die Hartz-Gesetze ziemlich egal sein. Weil ihre Kindergärten aber auch ein warmes Mittagessen anbieten, muss sie nun Verträge mit den Ämtern schließen. Irgendwann ist auch sie mit ihrer Frage an der Reihe."Kann man das nicht einfacher organisieren?", stöhnt sie."Das ist doch ein gräulicher Verwaltungsaufwand."

    Millionen neue Akten Die Antwort fällt erwartungsgemäß nüchtern aus."Ob wir schimpfen oder nicht, ob wir glauben, dass man das gar nicht umsetzen kann oder nicht - da müssen wir jetzt durch", sagt Konrad Tack, Geschäftsführer des Jobcenters. Um alle Gutscheine an die Kinder ausgeben zu können, bräuchte er 13 neue Mitarbeiter, wie er neulich ausgerechnet hat.

    Im ganzen Bundesgebiet müssten die Jobcenter 1300 neue Stellen schaffen, um das Bildungspaket einigermaßen unfallfrei umsetzen zu können. So ganz geheuer ist das auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, CDU, und Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig, SPD, nicht, den beiden Verhandlungsführerinnen im Vermittlungsverfahren. Deshalb prüfen sie derzeit, ob es nicht einfacher wäre, die Abwicklung des Bildungspaketes direkt den Kommunen zu übertragen.

    Allerdings würde auch das zu einer Bürokratieflut führen. Aus Gründen des Datenschutzes dürften die Jobcenter ihre sensiblen Kundenakten nicht einfach weiterreichen, sondern müssten von jeder ein bereinigtes Duplikat anlegen. Macht bei 2,3 Millionen Kindern in Hartz IV also Millionen neue Akten.

    Tatsächlich gibt auch Ursula von der Leyen zu, dass es eine "enorme logistische Herausforderung" sei, das Bildungspaket zu den Kindern zu bringen. "Aber eine, die sich lohnt."Praktiker sind da anderer Ansicht. Zum Mittagstisch in Kitas und Schulen etwa müssen Kinder aus Hartz-IV-Familien künftig nur einen Euro hinzuzahlen, den Rest übernimmt Vater Staat. In Kommunen wie Berlin ändert sich für die Leistungsempfänger aber nichts. Dort bezuschusst der Senat ohnehin jedes Schulessen. Diese Ausgabe kann sich die chronisch klamme Hauptstadt nun sparen. Schließlich zahlt künftig der Bund.

    Auch die Musikschulen sind skeptisch, ob das aufwendige Bildungspaket einen großen Boom beim Musikunterricht auslöst. Bis zu zehn Euro soll jedes Hartz-IV-Kind pro Monat dafür bekommen. Ein Wert, über den gestandene Pädagogen müde lächeln."Damit kommt man nicht weit", sagt Udo Krzyzynski, Leiter der Musikschule in Berlin-Mitte. Hier kostet eine halbe Stunde wöchentlicher Einzelunterricht auf den Monat gerechnet 40 Euro, für Hartz-IV-Empfänger immerhin noch 20 Euro. Es wäre einfacher gewesen, die Musikkurse direkt an die normalen Schulen zu bringen, sagt Krzyzynski. Damit würde man mehr Kinder erreichen.

    Vorbeugende Klagen Arbeitsloseninitiativen und Gewerkschaften gehen einen konkreteren Weg der Kritik. Sie haben die Hartz-IV-Empfänger aufgefordert, Widerspruch gegen die Leistungsbescheide des neuen Jahres einzulegen. Schließlich hätte die Reform eigentlich schon im Januar in Kraft treten sollen, hätten Union und SPD sich nur ein wenig schneller geeinigt. Im ganzen Land rechnen die Richter mit einer Klagewelle.

    An einem ganz normalen Dienstagvormittag türmen sich in der Posteingangsstelle des Berliner Sozialgerichtes die Akten zu hüfthohen Stapeln. Sieben Regalmeter an Klageschriften hat die Post seit halb sieben in der Früh angeliefert. Jetzt ist es kurz vor zwölf."Ich mache den Job schon seit 20 Jahren. So viel Arbeit gab es früher nie", sagt Justizhauptwachtmeister Lutz Ottenberg. In der Ära vor Hartz IV reichten zwei Kollegen, um die Postsäcke zu sortieren. Inzwischen sind es vier.

    Im vergangenen Jahr reichten die Hartz-IV-Empfänger allein in der Hauptstadt 32 000 neue Klagen ein, ein neuer Rekord. Um den Berg unerledigter Klagen abzubauen, "müssten wir für ein ganzes Jahr schließen", sagt Gerichtspräsidentin Sabine Schudoma. Allerdings gebe es bei den Hartz-IV-Verfahren eine Besonderheit: Jeder zweite Kläger bekommt sogar recht. Die Materie ist inzwischen so komplex geworden, dass sie kaum noch jemand versteht. Auch in den Jobcentern nicht.

    Irgendwann in diesem Jahr werden sich die Sozialrichter vermutlich auch mit dem Winterreifen-Dilemma beschäftigen müssen. In den Jobcentern haben sich die ersten Arbeitsuchenden gemeldet und um Kostenübernahme gebeten.

    Sie dringen auf einen Härtefall. In dieser Woche soll es wieder schneien.
    (Quelle: Handelsblatt)

  2. #2
    Avatar von WinfriedK
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    Zitat Zitat von DanielaN Beitrag anzeigen
    (Quelle: Handelsblatt)
    Da gibt's jetzt was ganz Neues, ist superpraktisch und erspart lästige Kopierarbeit: Hyperlink ? Wikipedia
    "Das Internet ist für uns alle Neuland." (Merkel)
    "If I had no sense of humor, I would long ago have committed suicide." (Gandhi)

  3. #3
    DanielaN
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  4. #4
    Rote Laterne h.c. Avatar von aghamemnun
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    Und nun, Daniela? Müssen wir das erst alles lesen, bevor wir uns einigermaßen denken können, was Du uns sagen willst, oder weißt Du noch eine Lösung, die uns nebenher noch ein wenig Zeit zum Laufen läßt?
    L'État, c'est moi.
    (Art. 20 Abs. 2 GG)

  5. #5
    DanielaN
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    Zitat Zitat von aghamemnun Beitrag anzeigen
    Und nun, Daniela? Müssen wir das erst alles lesen, bevor wir uns einigermaßen denken können, was Du uns sagen willst, oder weißt Du noch eine Lösung, die uns nebenher noch ein wenig Zeit zum Laufen läßt?
    Ja !

  6. #6
    Erst einmal nicht mehr dabei.
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    Zitat Zitat von aghamemnun Beitrag anzeigen
    Und nun, Daniela? Müssen wir das erst alles lesen, bevor wir uns einigermaßen denken können, was Du uns sagen willst, oder weißt Du noch eine Lösung, die uns nebenher noch ein wenig Zeit zum Laufen läßt?
    Sagt es nicht schon die Überschrift?: "Die Armuts-Bürokratie"

  7. #7
    DanielaN
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    Zitat Zitat von SlowDown Beitrag anzeigen
    Sagt es nicht schon die Überschrift?: "Die Armuts-Bürokratie"
    Naja es ist halt auch EIN Feld der lächerlichen Reglementierung und Bürokratisierung die so typisch deutsch ist.

  8. #8
    Erst einmal nicht mehr dabei.
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    Ja ja, das muss aber schon immer so gewesen sein..

    Nachtgedanken
    Denk ich an Deutschland in der Nacht,
    Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
    Und meine heißen Tränen fließen.
    H.Heine

    Das habe ich gerade gefunden: German Angst

    oh man, wir sind schon ein Volk...

  9. #9
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von DanielaN Beitrag anzeigen
    Die Kollegen vor Ort formulieren es etwas drastischer: "Ich arbeite in Absurdistan", stöhnt die Teamleiterin eines Berliner Jobcenters.

    (Quelle: Handelsblatt)

    Dem kann man nur zustimmen:

    Pikante Affäre in der Arbeitsagentur: Sex-Tratsch per E-Mail - Bild.de

    Betreff: WG: Nürnberger Arbeitsamt...: Blogs | Logwave.com

  10. #10
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    Früher war alles schlimmer? Ja, früher war alles schlimmer! Umkehrschluss. Heute ist alles besser? Mitnichten!

    Entsetzen in einem Frankfurter Jobcenter: Der Streit zwischen einer Hartz-IV-Empfängerin und einem Sachbearbeiter endet in einem Blutbad.
    Tödlicher Schuss nach Streit um Hartz IV-Leistung

  11. #11
    Avatar von Plirre
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    Hi ihr lieben,
    ich weiß nicht ob es hier her gehört...
    ist mir aber beim Stichwort Harz - IV eingefallen....!
    Mir macht etwas ganz anderes Sorgen...nämlich ich habe einen Bericht über Kinder gelesen die mit Harz IV aufgewachsen sind....
    Eine Aussage eines dieser Kinder war...
    "Ich bin jetzt 14 und spätestens mit 16 lass ich mir ein Kind andrehen und dann bekomme ich auch Harz IV ...dann brauch ich mir über Schule und Arbeit keine Sorgen mehr machen.....!"
    Nur so ein Gedankenanstoß..
    Ich möchte jetzt auch nicht alle über einen Kamm ziehn aber die Tendenzen gehen in diese Richtung...und das macht mir Sorgen...vorallem weil so viele wirklich hart arbeiten müssen um über die Runden zu kommen...

    Melanioe
    Wenn der letzte Baum gerodet,
    der letzte Fluss vergiftet,
    der letzte Fisch gefangen,
    werdet Ihr verstehn,
    das man Geld nicht essen kann!!!

  12. #12
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    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    "Ich bin jetzt 14 und spätestens mit 16 lass ich mir ein Kind andrehen und dann bekomme ich auch Harz IV ...dann brauch ich mir über Schule und Arbeit keine Sorgen mehr machen.....!"
    War es eine echte Deutsche?

  13. #13
    Avatar von Plirre
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    Gibt es auch unechte Deutsche...lach....

    Ja ich glaube sie war eine Deutsche....
    Wenn der letzte Baum gerodet,
    der letzte Fluss vergiftet,
    der letzte Fisch gefangen,
    werdet Ihr verstehn,
    das man Geld nicht essen kann!!!

  14. #14
    Avatar von hardlooper
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    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    über einen Kamm ziehn
    Watt isndatt? Eine Hartz-IV-Variante des Kielholens?

    Knippi
    Schönes Internet ist .......... wenn der Hackbraten zur Nebensache wird.

  15. #15
    Avatar von hardlooper
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    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    Gibt es auch unechte Deutsche...lach....
    Ja. Wer aus der lamäng weiß, dass Maxima 3 Töchter hat, und andererseits nicht weiß, wer der Verkehrsminister der Bundesrepublik Deutschland ist, hat sich wohl die Staatbürgerschaft durch Verkehr erschlichen - ist hier aber verkehrt. Und dann der Mann dazu , der ist vom Wesen her eher Norweger - was macht der Kerl hier noch?

    Der Skandal ist aber, dass beide Transferleistungen aus dem deutschen Sozialsystem erhalten.

    Knippi
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  16. #16
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    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    Gibt es auch unechte Deutsche...lach....

    Ja ich glaube sie war eine Deutsche....
    Die Frage finde ich interessant. Dreht sich sich dabei nicht alles um den Begriff Heimat, was jeder selber mit einem Gefühl verbinden können müsste? Eine unechte Deutsche hätte demnach ein unechtes oder fehlendes Heimatgefühl zu Deutschland.

  17. #17
    Avatar von hardlooper
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    Zitat Zitat von SlowDown Beitrag anzeigen
    Die Frage finde ich interessant. Dreht sich sich dabei nicht alles um den Begriff Heimat, was jeder selber mit einem Gefühl verbinden können müsste? Eine unechte Deutsche hätte demnach ein unechtes oder fehlendes Heimatgefühl zu Deutschland.


    YouTube - ‪Margot Hielscher - Bei dir war es immer so schön (Film Version 1954)‬‏

    Knippi
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  18. #18
    Avatar von sportfan
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    Jetzt werden hier aber 2 Glatteisthemen miteinander vermischt.

    Zum ersten Thema: Wer meint, er möchte mit den paar Kröten von Hartz IV leben und kann damit glücklich sein, nichts zu haben und nichts zu leisten, bitte. Ich kümmere mich lieber um mich selbst und gucke nicht auf andere. Ich hoffe, daß mir dieses Schicksal auf ewig erspart bleiben mag.

    Zum zweiten Thema: Mittwoch bei Spiegel-TV brachte es der Bremer Polizeipräsident mal bezüglich der Miri-Familie auf den Punkt. "Das ist eine Gruppe von 1700 Menschen, die nach Deutschland migriert sind aber irgendwie noch nicht angekommen sind." (Gedächtniszitat)

    Ich würde sogar behaupten man hält Ihnen zum Willkommen die Hand hin aber diese wird leider ausgeschlagen. Konsequenzen gibt es aus historischen Gründen in diesem Land nicht, auch das muss man aushalten können. Das ich persönlich jedoch die Hand nicht mehr ausstrecke, muss man mir aber auch durchgehen lassen.
    Bewegung ist Fortschritt - Stillstand ist Rückschritt

  19. #19
    Avatar von Plirre
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    Zum ersten Thema: Wer meint, er möchte mit den paar Kröten von Hartz IV leben und kann damit glücklich sein, nichts zu haben und nichts zu leisten, bitte. Ich kümmere mich lieber um mich selbst und gucke nicht auf andere. Ich hoffe, daß mir dieses Schicksal auf ewig erspart bleiben mag.
    Lieber Sportfan,

    Ich denke ja im Prinziep auch so..wenn da nicht ein bitterer Beigeschmack bliebe nämlich dieser das ich als arbeitendes Individium die Harz IV Einheit mitfinanzieren muss...
    Melanie
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  20. #20
    Unterwegs Avatar von kobold
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    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    Lieber Sportfan,

    Ich denke ja im Prinziep auch so..wenn da nicht ein bitterer Beigeschmack bliebe nämlich dieser das ich als arbeitendes Individium die Harz IV Einheit mitfinanzieren muss...
    Melanie
    Das Ganze nennt sich dann "Solidarprinzip" und ist ein Grundpfeiler unseres Sozialsystems ...

  21. #21
    Zwangsläufer
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    Einen hochkomplexen Zusammenhang mit der Formel "Die Armuts-Bürokratie" auf den Punkt gebracht.

    Gratulation.

    Was jetzt noch fehlt: Bierdeckel hervorziehen und die Lösung draufschreiben.

    Meine These: In einer ständig komplexer werdenden Welt werden die Biertischvereinfacher irgendwann auf der Strecke bleiben.

    Gruß Zwangsläufer

  22. #22
    Auf zu neuen Taten Avatar von BockWurstDO
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    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    Ich möchte jetzt auch nicht alle über einen Kamm ziehn aber die Tendenzen gehen in diese Richtung
    Ist das so?

    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    wenn da nicht ein bitterer Beigeschmack bliebe nämlich dieser das ich als arbeitendes Individium die Harz IV Einheit mitfinanzieren muss...
    Ich habe Arbeit, kann aber dieses ewige ALG2-Bashing nicht mehr hören.
    Ich war auch eine ganze Zeit davon betroffen, bin zum Glück wieder abgesprungen bzw. hatte das Glück wieder eine Arbeit zu finden.
    Das war/ist der einzige Unterschied zwischen einem "Leistungsmenschen" und einem "Loser".
    Nur wer etwas "leistet" ist noch etwas wert, die anderen nicht.
    Und wer ist berechtigt, über einem Menschen zu urteilen, ob dieser "selbst schuld" ist.

    ALG2 oder der unsägliche Begriff Hartz4 ist keine Hängematte oder Lebenseinstellung, sondern Endstation (häufig), leider.
    Einfach mal nicht so viel RTL schauen.
    Dank einer Politik die diese Menschen einfach ausgrenzt, aber irgendwoher müssen ja die billigen Leiharbeiter, Aufstocker, Praktikanten
    kommen, damit die "Elite" ihre Statistik bzw. ihr Konto füllen kann.
    Es sind lt. Statistik 2 Mio Arbeitslose weniger - und schon was gemerkt in der Brieftasche? Da wird noch was ganz anderes mitfinanziert.
    Zuletzt überarbeitet von BockWurstDO (20.05.2011 um 19:43 Uhr)

  23. #23
    Avatar von sportfan
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    Zitat Zitat von Plirre Beitrag anzeigen
    Lieber Sportfan,

    Ich denke ja im Prinziep auch so..wenn da nicht ein bitterer Beigeschmack bliebe nämlich dieser das ich als arbeitendes Individium die Harz IV Einheit mitfinanzieren muss...
    Melanie
    Was soll ich denn sagen ? Ich bin Selbständig und zahle für meine Angestellten die Hälfte der Sozialversicherungsabgaben ohne jedoch selbst jemals aus diesen Töpfen zu partizipieren. Im Gegenteil ich zahle auch noch für mich selbst beide Teile der Krankenkasse. Wenn ich insolvent werde zahlt für mich keiner. Dann kann meine Frau für mich sorgen, wenn Ihr Gehalt dann reicht.


    Sieh es mal so. Wenn Du in diesem Land kein dichtes soziales Netz hättest, dann bin ich mir sicher daß das Leben weder für Dich noch für mich hier angenehmer wäre. Es gibt genügend Länder auf dieser Welt wo sich einige wenige hinter meterhohen Mauern verstecken und ansonsten das Gesetz des Stärkeren gilt. Der Luxus der sozialen Solidarität den wir hier leben dürfen ist ein Wohlstandsluxus der notwendig ist damit alle in Frieden leben können. Eine Alternative gibt es IMHO nicht. Auch mir gehen die Arno Dübels dieser Welt auf den Sender aber so sind nicht alle und wie man diese Leute aussieben kann hat noch keiner rausgefunden.
    Bewegung ist Fortschritt - Stillstand ist Rückschritt

  24. #24
    Erst einmal nicht mehr dabei.
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    Zitat Zitat von hardlooper Beitrag anzeigen

    ...
    Knippi
    Zur Heimat gehört natürlich auch die Kultur eines Volkes, also eine völkische Komponente, was man gerne versucht unter den Teppich zu kehren, warum auch immer.

  25. #25
    Unterwegs Avatar von kobold
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    Zitat Zitat von SlowDown Beitrag anzeigen
    Zur Heimat gehört natürlich auch die Kultur eines Volkes, also eine völkische Komponente, was man gerne versucht unter den Teppich zu kehren, warum auch immer.
    Auch wenn du einen in nationalsozialistischen Zeiten benutzten Begriff verwendest - an der Pflege einer Kultur und dem Empfinden von Heimatverbundenheit ist zunächst einmal nichts Faschistoides, Besitzergreifendes (und auch nichts Abwertendes gegenüber anderen Kulturen), auch wenn wir Deutschen vielleicht wegen der Vergangenheit des Begriffs ein Problem damit haben.

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