Moin und hallo an Alle die sich täglich quälen mit der Suche nach einen Marathon, der Einen doch richtig fordert.
Ich habe hier einen für euch und zwar den Burgwald Marathon.
Diesen habe ich dieses Jahr, am 26.08.2017, mal „bezwungen“.
Da ich beruflich stark eingespannt bin konnte ich leider nicht wie gewollt dafür trainieren. Die Höhenmeter kann man sich ja anschauen und weiß daher relativ was auf einen zukommt.
Dachte ich jedenfalls.
So habe ich dann nicht, wie angekündigt, ein Vorbereitungstagebuch geführt sondern lieber die Zeit für Läufe genutzt. Leider nur Flachland aber immerhin dürften die 42,195 km kein Problem darstellen. Natürlich nur wenn man die Höhenmeter nicht berücksichtigt. Das dies der entscheidende Fehler, war wird sich noch raus stellen.
Also erst mal zum Anfang.
Das ich die Strecke nach dort(immerhin ca. 250 km) und dann laufen nicht an einen Tag bewältigen wollte, war mir von Anfang an klar und so nahm ich gern die Einladung von Bekannten an die dort in der Nähe ein Häuschen besitzen.
Freitag Abends nach der Arbeit also dort hin und eine gute erholsame Nacht verbracht. Nur Gedanken über das Wetter gemacht weil es doch stark regnete und donnerte.
Samstag dann um 7:00 Uhr aufgestanden und erst mal bei ein bis zwei Tassen Kaffee die „Systeme“ hochgefahren. Draußen sah es trocken aus. Also eventuell doch Glück.
Um 10:00 Uhr ging es dann los. So war die Ankunftszeit von 10:30 Uhr vollkommen ausreichend, da die Startzeit für den Marathon um 11:30 Uhr angesetzt war.
Da dort noch diverse andere Läufe wie auch ein Halbmarathon, Ultramarathon und Kostümlauf starten habe ich doch mit entschieden mehr Leuten gerechnet.
Es waren fast nur Starter der einzelnen Disziplinen vorhanden aber kaum anders Publikum bzw. kaum Angehörige der Starter. Also sehr übersichtlich.
Einer der Hauptsponsoren war eon. Und so war es schon etwas lustig als zum Marathon Start, der eine halbe Stunden nach den Ultramarathon startete, die Elektrik ausfiel, bis auf das Messequipment. War wohl mit einer USV versehen. Aber dies kannte man ja schon von Gerolsteiner, die als Sponsor vor 2 oder 3 Jahren bei den Kölner Brückenlauf versagten.
Also ging es los mit 47 anderen Startern.
Erst ging es relativ normal gerade los. Temperatur Schätzungsweise um die 24 °C aber sehr, sehr schwül.
Ich habe zum Glück noch meinen Trinkrucksack mitgenommen. Die zusätzlichen 2 Liter zu den Versorgungsständen(jede 5 km + - 1 km) kam mir sehr gelegen und so konnte ich auch die Power Gels gut transportieren.
Das Wasser, also der Schweiß, lief schon nach den ersten Kilometer in Strömen.
Nach der ersten Flachen Einheit kam auch schon die erste Höheneinheit. Für mich als Flachlandläufer schon eine Herausforderung. Aber diese haben wir bei normaler Geschwindigkeit geschafft.
Am ersten Verpflegungsstand dann schnell den Wasserpegel im Körper wieder angehoben. Etwas Unterhalten und dann ging es weiter. Rein im Wald, leichte Anhöhen hoch, größere Anhöhen hoch und etwas kleinere Abwärts.
Strecke ist von Asphalt über Schotterweg bis Waldweg alles vorhanden. Als Recht schwierig gestalteten sich die Schotterwaldweg. Diese waren zu den Seiten etwas geneigt. Dadurch war das Laufen schon recht schwierig. Asphalt war auch recht rutschig, so musste auch hier auf die Sicherheit geachtet werden.
Mit diesen ganzen Dingen konnte man sich gut beschäftigen. Kilometer und Wege waren gut ausgeschildert. Wobei an Kreuzungen und Gabelungen noch zusätzlich mit Pfeilen auf der Straße bzw. Wegen mit blauer Farbe hingewiesen wurde. Die Kilometerschilder waren abwärts zählend.
So war immer ersichtlich wie viel man noch vor sich hat.
Die Verpflegungsstände waren sehr gut aufgeteilt. Es gab Iso, Wasser oder IceTea und später sogar ab ca. Km 30, Cola. Brezeln und Bananen waren auch reichlich vorhanden. Die Leute am Stand alle sehr freundlich. Auch die Läufer alle sehr zuvorkommend. Da für mich nur das dabei sein galt und nicht irgendwelche Zeiten, blieb ich auch gern ein paar Minuten an den Ständen stehen um mich mit den Leuten am Stand und den ankommenden Läufern zu unterhalten. Alle sehr entspannt.
Ab Kilometer 30 wurde das Laufen für mich immer schlimmer. Jede kleine Anhöhe wurde zur Qual und ich merkte wie sich langsam meine Waden bemerkbar machten. Alles bei einer unheimlichen Schwüle. So hat leider an den Bergen das Laufen mit weniger als Schrittgeschwindigkeit nicht mehr ausgereicht und ich musste auf gehen umsteigen nach erreichen der Hälfte der Anhöhen.
Da ich den ein oder anderen schon früher und auf gerade Strecke gehend gesehen hatte, war es um so leichter so vorzugehen.
Auch mein Lauffreund, der mit mir hier gestartet ist, ging es nicht anders. Ab Kilometer 35 ging bei ihm nicht mehr viel. Waren schon am überlegen ob wir abbrechen sollten. Er bekam Schmerzen in den Beinen und Oberschenkel. So waren wir gezwungen 500 m zu laufen und 500 m gehen. Auch wenn es ab ca. Kilometer 36 fast nur noch eben war. Bei ungefähr Kilometer 40 war der letzte Verpflegungsstand. Hier konnten wir noch mal Kraft und Energie Tanken. Durch die erzwungenen Laufunterbrechungen haben sich meine Waden wieder prima erholt. Schwül war es immer noch aber meine Waden haben sich wieder extrem erholt. Jetzt brannten nur noch meine Fußsohlen.
Auch mein Freund war wieder soweit fit und so konnten wir die letzte Etappe ins Ziel laufen.
Es war ein erhebendes Gefühl und mit einigen Quälerei verbunden ins Ziel zukommen. Auch wenn kaum noch Leute dort waren. Nun gut wir haben auch über 5h und 40 min gebraucht.
Aber alles in allem war es eine recht schöne landschaftliche Strecke, sehr schwierig für Flachlandläufer jedoch gespickt mit vielen netten Leute. Egal ob an den Ständen oder die anderen Läufer.
Und für die paar Läufer und doch recht günstigen Startgebühr sehr gute Verpflegung und Organisation auf der Strecke.
Es wäre sicher schöner gewesen wenn die Rauschenberger, der Standort des Start und Ziel Punktes,
mehr Anteil nehmen würden an diesen Event. Da wäre sicher mehr Stimmung zumindest am Start und am Zielpunkt gewesen. Auch hätte ich mir gewünscht das die Marathon Strecke auch zur Burg geht und nicht nur die Ultramarathon Strecke.
Ob ich mir dies nochmal antun würde??? Hier sicher nicht mehr den Marathon, sondern gegebenenfalls den Halben. Dafür bin ich zu sehr Flachlandläufer.