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Thema: 10ter Lübeck Marathon am 08.10.2017

  1. #1
    Rock´n´Run Avatar von MichaelB
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    Standard 10ter Lübeck Marathon am 08.10.2017

    10ter Lübeck Marathon, 08.10.2017


    Lübeck
    • dort wo 2010 alles begann
    • wo in den ersten Jahren nach 2010 irgendwie „alles etwas mit Laufen zu tun hatte“
    • wo ich 2011 wieder Staffel, 2012 die 10Km, 2013 nochmal Staffel und 2014 den 4,2Km „Familienlauf“ gelaufen bin

    Ich erinnere mich noch gut daran
    • wie ich 2010 am Sonntagmorgen vom aufs Dach prasselnden Regen geweckt worden bin und dachte „gewonnen, DAS fällt jetzt ganz sicher aus“ – tat es natürlich nicht
    • wie überrascht und fasziniert ich war, was für eine Veranstaltung das war, welch gute Stimmung herrschte und mit wieviel Spaß auch die Jugendlichen dabei waren - statt die Scheiße zu machen, die ich in dem Alter gemacht hatte
    • wie ich am Wechselpunkt auf meinen Einsatz wartete ohne zu wissen, was mich auf der Strecke und der Distanz, die ich noch nie zuvor gelaufen war, wohl erwarten würde
    • wie mir der Regen nach 500m eiskalt den Rücken und weiter runter lief und ich mich nach 501m frug, was zur Hölle ich hier bloß mache
    • wie cool ich es fand, als mir der Führende entgegen kam und ich ihn mit Daumen hoch gegrüßt habe
    • wie mich Musik und Stimmung am Wendepunkt für die zweite Hälfte das Lauf motiviert haben
    • wie mir der Regen ins Gesicht fegte und (hoffentlich) niemand sah, dass mir vor Anstrengung teils die Rotze aus dem Mund lief
    • wie ich mit Tunnelblick meinen Wechselpartner anfangs nicht gesehen und dann doch gefunden habe
    • wie der mit Gas gefüllte Luftballon, den meine Tochter mir reichte, einfach gen Himmel entschwand weil ich es verpeilt hatte, richtig zuzugreifen
    • wie abgefahren ich es fand, eine solch unvorstellbare Strecke ohne das geringste Training gelaufen zu sein
    • und welch Muskelkater ich tags drauf hatte und keine Treppe mehr freihändig runtergehen konnte


    Und auch das war Lübeck und ist mir lebhaft in Erinnerung
    • als wir 2011 ein zweites Mal mit der Firma Staffel gelaufen sind, ich diesmal vorbereitet an den Start ging und bei schönstem Sonnenschein sooo viel Spaß hatte - danach hatte es dann endgültig klick gemacht und ich blieb beim Laufen
    • als ich 2012 mit Susi und Michi, sowie drei Kollegen den ersten in Lübeck ausgetragenen 10er gelaufen bin und dabei bei meinem zweiten 10er gleich die 50min unterbieten konnte und mir ganz sicher war, nie wieder die totlangweilige Travemünder Allee laufen zu wollen weil der meditative Laufgenuss nur sporadisch durch Publikum gestört wird
    • als ich 2013 eine weitere Staffel organisiert hatte und das ganz schön an den Nerven gezerrt hat nachdem im Vorfeld 5 von 14 Teilnehmern ausgefallen waren und am Lauftag dann einer verpennt hat, ein anderer nicht wusste wo der Start ist und ein dritter erst wenige Minuten vor seinem Start erschienen ist
    • als ich 2014 mal auf eine gute Platzierung geschielt hatte und für den 4,2Km Familienlauf gemeldet war, den ich dann auch wenn ich auf der Ziellinie noch von einem 16-jährigen Knirps abgefangen und dadurch nicht mehr in den Top 10 gewertet aber trotzdem mit Abstand erster in der AK wurde – viel wichtiger war aber, dass in dem Jahr auch meine Töchter mit von der Partie waren und ebenfalls den Familienlauf mit gelaufen sind, während Sönke und Bente krankheitsbedingt im letzten Moment absagen mussten.


    Und nun also zum 10-jährigen Jubiläum der Veranstaltung meine erste Teilnahme dort auf der vollen Distanz und mein dritter Marathon im laufenden Jahr.
    Eine „richtige“ Vorbereitung gab es nicht, durch den Marathon vier Wochen zuvor und den 23Km Lauf am vorherigen Wochenende fühlte ich mich aber hinreichend vorbreitet
    Zeitliche Ambitionen hatte ich keine, wobei eine Zeit unter 4 Stunden aber schon eine leise Frage der persönlichen Ehre war und somit habe ich mir eine „Marschtabelle“ in 5Km-Schritten im 5:30er Ø erstellt.
    Damit war meine Zielzeit bei 3:52:06 und wäre der drittschnellste Marathon bislang.
    So der Plan.


    Am Freitag schon meine Unterlagen abgeholt, wobei das etwas… ich sag mal hakelig war. Der Eingang ins Rathaus, den man laut Veranstalter und auch sonst immer genutzt hatte, war gesperrt und stattdessen ging es durch den Haupteingang.
    OK, zur Rechten gab es die Unterlagen – also hätte es gegeben wenn ich meine StartNr gewusst hätte – die wiederum war an einer Tafel im Nebenraum ausgehängt – nun gab es den ersehnten Starterbeutel, der magerer kaum hätte sein können… ein 10% Gutschein für einen ansässigen Baumarkt, ein fast abgelaufener 20% Gutschein für Sport-Karstadt und ein übel riechendes Duschgel eines Hotels… dann noch Werbung für die Bahn und das war es auch schon.
    Egal.

    Am Sonntagmorgen gut ausgeschlafen und noch besserer Dinge aufgestanden, gefrühstückt und bei strahlend blauem Himmel losgefahren, um 9 Uhr das Auto abgestellt und ganz entspannt in Richtung Start/Ziel gegangen, wobei ich auf meinem Umweg über den Marktplatz Ruca aus dem Forum getroffen habe – schön, ein paar Worte klönen zu können.
    Mit der zunehmenden Starterzahl ist im Start/Ziel-Bereich einiges geändert worden: der Start/Zielbogen ist jetzt am Kohlmarkt, die Staffeln haben ihre Wechselzone in der Sandstraße vorm Haerder-Center. Die Kleiderabgabe ist nun im Eingang zum HC, wobei man keinen Zutritt mehr nach innen hat – schade, das war immer muggelig warm da drin.

    Gegen halb10 kamen meine beiden Hamburger (Lauf)Freunde mit denen ich schon den 10er vor fünf Jahren zusammen gelaufen war und wir hatten noch ein lustiges 4tel Stündchen zusammen ehe ich mich umzog und mich auf den Weg in die Startaufstellung machte, wobei ich mich zwischen dem 4:00 und 3:45 Pacer einreihte.
    Hier gab es noch ein wenig Aufwärmprogramm von ein paar Fitness-Trainern eines Lübecker Studios, was aber nicht allzu viele mitmachten – ich selber auch nicht, mir reichte es, auf der rechten Seite in der Aufstellung zu stehen und mich wie üblich warm zu hampeln.
    Originell war ein Läufer aus Köln, der wie er sagte den Karneval in den Norden bringen wollte und recht fesch angezogen war: rot/weiß geringelte Strümpfe bis über´s Knie, rot/weiße Puschel an den Handgelenken, eine Druckluftfanfare und eine original Büttenrednerkappe (oder wie das Käppi sonst heißt) und der Hammer war seine äußerst knapp sitzende Shorts in silber (!)
    Ebenfalls originell war ein Läufer in kompletter American Football Montur inkl. Helm.
    Kurze Ansprache vom Bürgermeister, dann kam das mittlerweile obligate Safri-Duo in ausreichend laut, eine LaOlaWelle und dann der Countdown von 10 runter bevor der Startschuss kam und überdimensionale Luftschlangen über die Läufer fielen, was ich nicht ganz ohne fand, hier hätte man leicht stolpern können.
    Bergab die Holstenstraße und dann einmal ums Holstentor herum löste sich das anfänglich Gedränge schon an der Trave etwas auf und als es die Beckergrube ~500m bergan ging nahmen die ersten das anfängliche Tempo raus.
    Ich orientierte mich kurz und hielt mich dann an den Pulk, der um den 3:45er Pacer herum lief.
    Durchs Burgtor ging es auf die Travemünder Allee und ich hing meinen Erinnerungen an den ersten Lauf 2010 nach – natürlich immer drauf bedacht, locker und rund zu laufen, was auch die ersten Kilometern super klappte.
    Wenn man es genau nimmt klappte es sogar ziemlich gut… so dass die ersten 5Km nicht in 27:30 gingen sondern ich hier eine Minute vor Plan lag.
    Das Tempo passte aber sehr gut, es lief schön flüssig und ohne gefühlte Anstrengung immer am Ende der Gruppe um den Pacer und quasi neben zwei Läufern, die sich regelmäßig austauschten und anscheinend eine ähnliche Strategie verfolgten wie ich: ein hoch gewachsener (und wie ich später in der Ergebnistabelle lesen konnte) gleich alter M50 Läufer in Begleitung einer ebenfalls großen jungen Läuferin mit zwei lustigen Zöpfen, die anscheinend ihren ersten Marathon bestritt.
    Die Travemünder Allee ist wenig spektakulär, hier lauft man wie auf einer „Autobahn“ und schon bald waren wir an einem der angepriesenen Highlights der Strecke, dem Herrentunnel, der auf einer Länge von knapp einem Kilometer bis zu gut 30m unterm Meeresspiegel unter der Trave entlang führt.
    Am tiefsten Punkt war ein LKW mit bunten Disco-Kugeln und recht lauter Disco-Mucke und dann ging es schon wieder bergauf.
    Raus aus dem Bassgedröhne war mir aber schon klar, dass das Bergaufstück im Tunnel mit Sicherheit von vielen Läufern nur gehend zurückgelegt werden wird.
    Bis Km10 war ich nicht einmal langsamer als die eingeplanten 5:30 gewesen und lag jetzt schon zwei Minuten vorm Plan.
    An der B75 entlang wo kurz vor Kücknitz die fiesen Blitzen stehen ließen wir die Bundestraße dann links liegen und kamen zum Wendepunkt des Halbmarathons, wo es Moderation, viel Publikum und gute Stimmung hatte.
    Wir liefen auf wechselnden Wegen erstaunlicherweise immer wieder Steigungen, außerdem führte die Strecke mal über Straßen mit ganz neuem Asphalt und mal über enge Radwege mit quer laufenden Wülsten wo die Baumwurzeln sich ihren Weg gebahnt hatten.
    Wie heißt es so schön: unter dem Pflaster liegt der Strand.
    Km15 und mittlerweile über 3min vor Plan.
    Mit der jungen Läuferin ins Gespräch gekommen wobei sie meinen ruhigen Laufstil erwähnte – Danke, das ging runter wie…
    Läuft.
    Kurz danach etwa bei Km17 kamen uns die ersten drei des Rennens auch schon entgegen.
    Dann die große Überraschung meinerseits: auf einmal ging es auf eine Art Deich oder Hügel, also einen erdigen Weg, der von den Regenfällen der letzten Tage mittig ausgewaschene Rinnen hatte, relativ steil hoch auf geschätzt 20/25m von wo aus man einen schönen Blick auf die jetzt recht breite Trave, den Priwall und die dort liegende Passat hatte.
    Am Ende dieses „Naturweges“ eine ganz enge Stelle mit ordentlich Matsch, wo es im Gänsemarsch gelaufen fast zu einer Kollision kam.
    Endlich wieder ehrlichen Asphalt unter den Sohlen kamen wir nach Travemünde rein, hier gab es eine Strecke mit Kopfsteinpflaster, was auch nicht jedermanns Geschmack sein muss… aber ist ja für alle gleich.
    Beim Km20 bei 1:46 nun schon vier Minuten vor Plan ging es mir nach wie vor sehr gut und ich konnte den Lauf selbst genießen, wenn mir die Strecke auch nicht sonderlich zusagte oder besser ausgedrückt ich fand sie bis dahin nicht sonderlich angenehm zu laufen.
    An den bei herrlichstem Sonnenschein gut besetzten Restaurants entlang ging es dies Jahr neu zur Mole, wo der Leuchtturm am Ende zu umrunden war ehe es noch einen Kilometer auf der Promenade am Strand entlang ging.
    Zwischen Promenade und Strand war wenig Wind und hier wurde es ganz schön waaam
    Am Ende dann nach einem Kilometer der offizielle Wendepunkt ehe es auf den Rückweg nach Lübeck ging.
    Mit jetzt ausreichend Polster war ich recht zuversichtlich, meine eingeplante Zeit zumindest zu schaffen, wenn nicht sogar zu unterbieten. Rein rechnerisch wäre sogar eine neue PB drin gewesen wobei mich etwas wunderte, dass der 3:45er Pacer schon lange enteilt war…
    Als ich von der Promenade rechts abbog, wehte mir der Wind das erste Mal direkt entgegen und meine Gedanken an eine PB augenblicklich davon.
    Am folgenden VP gönnte ich mir die erste kurze Pause, d.h. ich nahm Wasser und Müsliriegel und ging ein kleines Stückchen.
    In Luft auflösen ist schlecht möglich und ich fand es OK, ganz am Rand der Strecke zu gehen – das sah ein anderer Läufer mal komplett anders und forderte mich lautstark auf, aus dem Weg zu gehen… naja den kleinen Schlenker hätte er bestimmt noch geschafft, zumal ich ihn kurze Zeit später überholte und ab dann nicht wieder gesehen habe.
    Das Feld hatte sich mittlerweile ganz schön auseinander gezogen und ich lief quasi allein, immer dem Wind entgegen wobei ich bis dahin nur Km22 langsamer als den angepeilten 5:30er Ø gelaufen war.
    Nun kam wieder der olle Hügel, den ich aber immer noch laufend erklimmen und dabei sogar noch ein paar Läufer überholen konnte – ich war auf dem Kilometer mit 6:26 zwar nicht schnell, musste aber noch nicht gehen.
    Kraft gekostet hatte es trotzdem, so dass auch die nächsten zwei Kilometer nur mit Zeiten knapp über 6er Tempo gingen und das Polster schmolz im Sonnenschein wie die sprichwörtliche Butter dahin.
    5:46, 5:34 – geht doch
    Dachte ich auf dem Weg zu Km30 jedenfalls als ich den 3:45er Pacer endlich wieder „hatte“ – er hingegen hatte keinen Luftballon mehr hinter sich und keinen Pulk mehr um sich, außerdem sein orangenes Pacer-T-Shirt ausgezogen und ohne das nun despektierlich zu meinen sah er im Gesicht aus, als er gleich zu weinen anfängt… sch****, der berühmte 30te Kilometer hat es immer wieder in sich.
    Mir hatte anscheinend auch jemand das Kabel angesägt, denn 6:34 passte so gar nicht mehr ins Konzept, bzw. ich war so eben noch im Plan und müsste nun, nachdem ich meinen Puffer innerhalb von ~8Km komplett aufgebraucht hatte, das Ding ja „nur noch“ im 5:30er Ø fertiglaufen.
    Die nächsten beiden Kilometer gingen, bzw. liefen dann wieder, außerdem war immer noch ordentlich Stimmung am HM-Wendepunkt.
    Und dann kam der blöde Tunnel.
    Was hieran das Highlight der Strecke sein soll… habe ich auch auf dem Rückweg nicht herausfinden können – die Steigung bin ich ab dem tiefsten Punkt aber komplett gegangen um Kraft zu sparen.
    Klar, dass sich das in den Zeiten niederschlägt und ab jetzt auch klar, dass es nie im Leben was mit der 3:52 werden würde.
    Ganz im Gegenteil bekam ich meine Beine nicht mehr so recht motiviert und musste nun immer öfter kurze Gehpausen einlegen weil die Oberschenkel sich einfach hart anfühlten.
    Hatte ich so noch nicht… rein von der Puste her wäre es schneller gegangen, allein meine Beine wollte nicht.
    Boar ey hat mich das genervt.
    Und weil mir schon klar ist, dass es kaum eine ob- sondern bestenfalls eine wann-Frage ist, dass ich das erste DNF werde hinnehmen müssen, zogen auch solche Gedanken durch meinen Kopf nachdem mir zwischenzeitlich recht duselig im Kopf geworden ist.
    Ich will nicht sagen dass es kurz vor knapp war, aber an aufgeben hatte ich noch nie vorher in einem WK gedacht.
    Also das bewährte Matra ausgepackt und mir immer wieder gesagt, dass auch das hier eine gute charakterbildende Maßnahme ist und ich jetzt verdammt nochmal mit dem mimimiiiieee aufhören sollte.
    Nur noch die Travemünder Allee, schön schnurgeradeaus und ganz allein, das ist doch genau mein Ding.
    Ar****lecken, ich war nicht allein.
    Neee, stattdessen wurde ich hübsch nach hinten durchgereicht und als dann noch der 4:00 Pacer vorbei zog, wusste ich was die Stunde geschlagen hatte.
    Noch vier Km sagte das Schild am Rand, also wieder mit hölzernen Beinen antraben und versuchen, laufend bis zum nächsten Schild zu kommen.
    Hat nicht geklappt, die letzten 200m musste ich gehen.
    Das gleiche Spielchen und mittlerweile zählte keine Zeit mehr, sondern nur noch ankommen.
    Am Wendepunkt der Staffeln klatschte mich der Moderator ab „Nur noch zwei Kilometer“.
    Klar ey, ganz locker wieder losgetrabt und tatsächlich nochmal eine 6:40 geschafft, wobei es schon vorsichtig ausgedrückt schwierig erscheinen kann, wenn die Staffelläufer an einem vorbeiziehen als wenn man steht oder gleich rückwärts läuft.
    Jetzt nur noch durchs Burgtor, an der Kirche entlang und dann hörte ich es schon wieder hinter mir schnaufen.
    Sieh an, meine Begleitung der ersten 20Km war wieder da und entsprechend begrüßten wir uns.
    Dann das spannende Stück wo es die Breite Straße auf ~300m nochmal hübsch 10 Höhenmeter bergauf geht und hier KONNTE ich einfach nicht gehen, das Stück auf das Getöse des Publikums zu MUSSTE ich natürlich laufen.
    Rechts stand Susi und feuerte mich an, links stand Michi und feuerte mich ebenfalls an und somit ging Km42 trotz der grad bezwungenen Steigung in 5:32.
    Und bevor ich überhaupt zu einem richtigen Schlusssprint ansetzen konnte fragte die hübsche hochgewachsene junge Dame ihren Begleiter „wolln wir, Papa?“ und die beiden ließen mich 150m vorm Ziel quasi stehen.
    Egal, in der Rechtskurve innen bleiben, der Blick auf die Zeitanzeige offenbarte mir eine 4:05, jemand anderen noch kassieren und dann ganz knapp hinter dem (wie ich später in der Ergebnistabelle lesen konnte) Sieger der M75 nur noch ins Ziel wo mein erstes Wort das gleiche war mit dem die erste Folge von Schimansky damals anfing.
    Meine Medaille umgehängt bekommen - wofür denn eigentlich?
    Die Läuferin HighFive abgeklatscht und ihr zum tollen Endspurt gratuliert, der mich wie einen Rentner aussehen ließ
    Dann durch den Kanal zum Erdinger und mal schaun wo meine beiden Hamburger Freunde wohl sind.
    Kurz darauf haben wir uns auch schon gefunden und Susi hat mich dankbarerweise auf den Stand mit der herrlich heißen Gemüsebrühe hingewiesen, denn im Wind wurde es recht schnell recht kalt.
    Kurz noch geklönt, zwischenzeitlich traf mich auch noch ein Arbeitskollege - nein, der Kollege dem ich das alles hier zu verdanken habe nachdem er mich vor sieben Jahren mit drei kurzen Wörtern zum Laufen brachte als er fragte „Mann oder Memme“ – und versucht, mich ein wenig zu beruhigen, denn ich war echt angefressen… wovon genau musste ich noch herausfinden, aber das tolle Gefühl der vorherigen Marathons stellte sich nicht ein.
    Glücklicherweise kam ich aus dem Tal der miesepetrigen Laune schnell wieder raus und schaute mir jetzt in warmen Klamotten noch kurz die Wechselzone der Staffeln an, die mittlerweile um Welten besser organisiert ist als zu meiner aktiven „Staffelläuferzeit“. Hier hat man wie z.B. auch in Hamburg Boxen nach Startnummern erstellt, eine eigene musikalische Untermalung gab es auch und die Stimmung dort war toll.


    Ergebnis
    • Netto 4:05:14
    • Platz 199 von 364 gewerteten Läufern
    • Platz 175 bei den Männern
    • Platz 29 von 51 in der AK M50

    Fazit
    • In seiner 10. Auflage insgesamt gut organisierter Lauf aber der Einweg-Chip ist m.E. nicht mehr zeitgemäß und sollte durch einen Leih-Chip oder die Möglichkeit, seinen eigenen benutzen zu können, ersetzt werden
    • Ausreichend viele aber mager bestückte VP, die außer dem Standard Wasser/Cola/ISO und Banane/Müsliriegel/Apfel nichts zu bieten hatten. Ich bin nicht der VP-Leerfresser, aber ein paar salzige Sachen hätte ich schon gut gefunden
    • Nach meinem Geschmack bzw. ersten Eindruck keine wirklich hübsche und auch nicht schön zu laufende Strecke die (mir) nicht zu Bestzeiten tauglich ist
    • Wiederholung nicht ausgeschlossen, aber ich habe nicht das Gefühl, mich da sofort wieder anmelden zu müssen. Wenn es ein nächstes Mal gibt, dann eher als „Begleitung“ oder „Klönlauf“


    Das war er dann also, der zweite Marathon meiner „Drei Marathon in neun Wochen Reihe“, der sechste (der achte inkl. der beiden Ultra) insgesamt und mit Sicherheit einer der lehrreichsten.
    Ich habe nach dem Lauf viel nachgedacht und meine Erkenntnisse draus gewonnen.
    • Im Vorwege besser differenzieren ob es ein Lauf auf Zeit oder auf Ankommen werden soll und die Vorbereitung entsprechend gestalten
    • (nach Möglichkeit) nicht wieder mitreißen lassen sondern konsequent mein Tempo laufen.
    • Eigene Verpflegung mitnehmen von der ich weiß, dass sie „funktioniert“ >> mit Datteln und gesalzenen Erdnüssen habe ich ja sehr gute Erfahrungen machen können und ggf. doch mal Gels ausprobieren
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  2. #2
    dkf
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    hachja, der Lübeck Marathon (einmal bis zum Leuchtfeuer und zurück )

    Lieben Dank für das (nochmalige) Mitnehmen auf die Strecke... hey, auch wenn das Wunschziel ein anderes war, Sie sind dennoch durchgekommen und nur aus den eigenen Erfahrungen lernen wir wirklich. Wie hat einmal nebenan im 3h20er Faden der Dromeus geschrieben;

    "War der Lauf nicht dein Freund, war er dein Lehrer"

    Und ja, die Ivendorfer Alpen sind schon was besonderes. Woher weiß dkf das Sie sind quasi imaginär-indirekt 2012 auch mit der anderen Susi hier gelaufen.. Das war seinerzeit der 2. Marathon überhaupt und nach dem Rennsteig (Nr. 1) auch der erste Straßenmarathon. Und irgendwann, wird es bestimmt eine Wiederholung geben (und für Sie auch )

    Herzliche Grüße
    dkf/dvh, das "mini bunny" & die Susi
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  3. #3
    Avatar von farhadsun
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    Lieber Michael,
    vielen Dank für den perfekten authentischen Bericht, und Glückwunsch zum gewonnenen Kampf und Durchkommen. Ich hatte letztes Jahr mal kurz an Lübeck gedacht, das wird wohl nicht mehr vorkommen.
    Grüße
    Farhad

    PS. Die Chefin und ich planen mit einem Stadion-35-er, oder doch lieber Marathon oder Ultra, oder wasauchimmer im Februar, und hoffen auf rege Beteiligung.
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  4. #4
    Avatar von MarkyMcFly
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    Schöner Bericht, wenn auch sehr lang

    Die Sache mit den Einwegchips finde ich persönlich besser. Das Papier ist nicht so dick wie ein echter Chip und Drückt nicht irgendwann auf den Spann... Sie sind auch viel besser zu befestigen... Finde ich so besser als einem nochmal n paar € für einen Leihchip aufzudrücken...

    Ich bin übrigens meinen ersten Marathon in Lübeck gelaufen.... wann war das? 2013 ? weiß ich gar nicht mehr. Auf jeden fall war es eine Qual in 4:30 (erste Hälfte noch 1:45) und im nachhinein betrachte ich ihn nicht al meinen ersten gelaufenen (!) Marathon.
    Eigentlich hab ich da noch ne Rechnung offen, die ich mal begleichen müsste....

    Auch diese Jahr war ich dort über den HM am Start... siehe wenige Threads weiter unten....

  5. #5
    Avatar von ruca
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    Von mir auch Glückwunsch und ganz viel Respekt fürs Durchkämpfen. Deine Streckenbeschreibung entspricht meiner Beführchtung, ich habe so meine Zweifel, dass ich da jemals laufe.

    Ich kann jedem die 10km-Strecke im Rahmen dieser Veransltatung empfehlen, die ist wirklich ok und hat weder Tunnel noch Deich.

    Für mich sind auch die "Lübecker Einweg-Papierstreifen" die Lieblingschips. Einfach anzubringen, drückt nicht, stört nicht, muss nicht zurückgegeben werden und funktioniert einfach. Und das sage ich, obwohl ich einen eigenen Championchip und einen von BMS habe...

    @ farhadsun: Au ja, da wäre ich wieder dabei, wenn es nicht am 18. ist (Winterlaufserie).
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  6. #6
    Avatar von farhadsun
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    Zitat Zitat von ruca Beitrag anzeigen
    @ farhadsun: Au ja, da wäre ich wieder dabei, wenn es nicht am 18. ist (Winterlaufserie).
    Das wäre klasse, und ich bilde mir ein, dass es der 25. ist. Susi wird es genauer wissen.
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  7. #7
    läuft und läuft und läuft ... Avatar von GeorgSchoenegger
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    Gratulation zum Finish und danke für den Bericht!
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  8. #8
    dkf
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    Zitat Zitat von farhadsun Beitrag anzeigen
    Die Chefin und ich planen mit einem Stadion-35-er, oder doch lieber Marathon oder Ultra, oder wasauchimmer im Februar, und hoffen auf rege Beteiligung.
    Zitat Zitat von ruca Beitrag anzeigen
    @ farhadsun: Au ja, da wäre ich wieder dabei, wenn es nicht am 18. ist (Winterlaufserie).
    Zitat Zitat von farhadsun Beitrag anzeigen
    Das wäre klasse, und ich bilde mir ein, dass es der 25. ist. Susi wird es genauer wissen.
    Auch auf die Gefahr hin, hier das Thema zu Schreddern, aber das (bisherige) Hauptfeld ist hier grad zahlreich anwesend

    Wg.
    Zitat Zitat von dkf Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von dkf Beitrag anzeigen
    ist zwar noch ein Stückweit hin, aber man sollte sich schon mal den 25.02.2018 für die nächste Stadion-Orgie vormerken! (Und je mehr umso besser, YES!!! )
    Zitat Zitat von dkf Beitrag anzeigen
    allerdings, *hüstel*, dkf nix
    Zitat Zitat von farhadsun Beitrag anzeigen
    Die Chefin
    PS
    was dkf aka dvh aka "mini bunny" aka Susi bisschen schade findet, dass die Meinungen über den Lübeck Marathon doch eher negativ sind. Wenn man bereit ist, sich auf Dinge einzulassen ohne "große Erwartungen", dann wird man oft positiv überrascht

    Ich selbst jedenfalls habe diese Strecke, genau so wie sie war, in guter Erinnerung. Schwer und einsam, hart, ABER schön!
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    ein Läufer aus Freiberg (in Sachsen)
    Nicht groß, aber stämmig „gewachsen“
    Der war zu bequem,
    DAS war sein Problem…
    (Statt sie zu essen müsst‘ er bewegen die Hax’n )

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  9. #9
    Rock´n´Run Avatar von MichaelB
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    der 25te ist fest vorgemerkt 👉
    Und auch wenn ich nixxe Cheffe... das sollte man auf jeden als separates Thema eröffnen und dannnn... 101 Runden oder so?

    Ach ja, ich will nicht den Verdacht aufkommen lassen, den Lübeck-Marathon negativ zu bewerten - er ist wie er ist und wenn er doof wäre, wäre z.B. der Rekordhalter Jon Paul vom Laufladen nicht zum x-ten Mal dort angetreten .
    Mir lag er letzten Sonntag halt nicht so, war mir aber ein hilfreicher Lehrer 👍
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  10. #10
    Avatar von farhadsun
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    Super 😊

  11. #11
    Unterwegs in neue Welten Avatar von 19joerg61
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    Schöner Bericht und fast hätte ich dich am Ende noch gehabt, obwohl ich es auch ziemlich quälend fand.
    Travemünde mit Leuchtturm fand ich schon spektakulär und den Tunnel interessant. Dazwischen die langen geraden Straßen waren dagegen recht öde.

    In aller Ausführlichkeit mein Lauf > hier <.
    Neue Laufabenteuer im Blog

  12. #12
    Ambitionierter Spaßläufer Avatar von Alcx
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    Schöner Bericht @MichaB und gut durchgebissen .

    Zitat Zitat von dkf
    ... der 3. Neuauflage des „Treffen der Bekloppten beim Stadion 35er“…
    Fand Ihre Ultra Vorbereitung dieses Jahr klasse und habe mich soeben beim Kiel M 2018 angemeldet (nur 350 Plätze ). Da steht dem Stadion, einen Tag später, ja nix entgegen .
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  13. #13
    Avatar von farhadsun
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    Wow, das wäre wirklich klasse😊.
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  14. #14
    dkf
    dkf ist offline
    auch kleine Schritte bringen dich voran :o) Avatar von dkf
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    je mehr umso besser, YES!!!
    die Anmeldung für Kiel war nicht zu früh Die Plätze sind ganz rasch weg! Uuuund, egal, was andere denken/sagen oder es empfinden, der Lauf war total toll, So 8x immer die Kiellinie rauf und runter, Möwen und Schiffe gucken (na gut, es kam nur eins ), Wind einmal voll "vorn" Bug und einmal von achtern und Spaß mit immer wieder denselben Entgegenkommern

    PS
    das war ein guter Tag


    PPS @den Micha ...sorry für's Weiterschreddern
    (vielleicht macht dkf Anfang 2018 zu diesem Spezial-Treffen ja echt mal 'n eigene Faden auf )
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    Ich will es, ich kann es, ich mach es und ich schaff es !!! Unstoppable
    (Train like a beast, win like a Lady :-)

    Limerick der Woche... (aus aktuellem Anlass )

    ein Läufer aus Freiberg (in Sachsen)
    Nicht groß, aber stämmig „gewachsen“
    Der war zu bequem,
    DAS war sein Problem…
    (Statt sie zu essen müsst‘ er bewegen die Hax’n )

    Die kompletten Limericks und weitere Ungereimtheiten finden sich hier (gut aufbewahrt beim Foot Soldier)

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