Bereits im Frühjahr wurde im Verein – der seit Oktober über einen Lauftreff und Funktionsgymnastik nicht nur für Läufer verfügt, die Idee geboren, mit einer Staffel am Frankfurt Marathon dabei zu sein. Ich habe in den letzten Jahren beim Frankfurt Marathon geholfen und wurde überredet, an der Staffel teilzunehmen und habe ich mich dann bereit erklärt, die letzte, die längste Strecke über 13 km zu laufen. Es war Zufall, dass sich nur Frauen für die erste Staffel meldeten.

Im August wurde dann im Verein eine zweite – eine Herren-Staffel zusammen gestellt, da sich einige überlegt hatten, dass sie doch noch gerne Staffel laufen würden.
Fragen konnte ich im Vorfeld bei einer Freundin, die im vergangenen Jahr die Staffel gelaufen war und bei einer Teilnehmerin unserer Staffel los werden. Weitere Fragen und Unklarheiten wurden beim wöchentlich stattfindenden Lauftreff erörtert.

Am Marathon-Wochenende befindet sich ganz Frankfurt im Ausnahmezustand und die Läufer dominieren das Stadtbild. Wir haben uns bereits am Freitag zur Abholung der Beutel und der Startunterlagen getroffen. Danach bin ich noch mit einer Freundin über die Marathon-Messe gegangen und habe mir tatsächlich neue Laufschuhe gekauft.

Samstag fand der Brezellauf statt, an dem ich auch zum ersten Mal teilgenommen habe. Man läuft ohne Anmeldung, ohne Zeitmessung einfach zum Spaß 5 km Richtung Main. Zum Abschluss gibt es Getränke und Brezeln, soweit vorhanden. Ich habe leider so lange am Getränkestand anstehen müssen, dass ich keine Brezel mehr bekommen habe. Der Lauf galt für mich als Testlauf für die am Vortag neu erstandenen Laufschuhe, für ein weiteres Vereinsmitglied, der mir auf dem Heimweg begegnete, als Testlauf für die Kleidungsfrage „was ziehe ich am Sonntag an“. Er entschied sich dann doch für die kürzere Hose.

Am Nachmittag haben wir uns vom Verein mit den Staffelläufern und den Einzelläufern zur Pasta-Party und Gruppenfoto getroffen. Auch wenn nicht alle dabei sein konnten, war das doch ein Highlight des Wochenendes, da wir alle recht gemütlich zusammen saßen und über den bevorstehenden Marathon gesprochen haben und den Streckenplan noch einmal durchgegangen sind. Das wichtigste Thema war wieder, die Sache mit den Wechselpunkten für die Staffelübergabe: wie komme ich hin, wann muss ich da sein. Ich hatte auch die Befürchtung, ich könnte zu spät da sein und meine Vorläuferin könnte schon da stehen und mit den Füßen scharren. Wir hatten vorab anhand der durchschnittlichen Geschwindigkeiten der einzelnen Läufern kalkuliert, wann die Wechsel statt finden sollten.

Der Sonntag – für mich als letzte Läuferin unserer Staffel etwas merkwürdig, weil ich noch zu Hause am herumwerkeln war, als der Marathon schon begonnen hatte. Wir haben für beide Staffel-Gruppen über eine Whatsapp-Gruppe kommuniziert. Das funktionierte ganz wunderbar, wir gaben durch, wann die einzelnen Läufer gestartet waren und stellten fest, dass der vorher kalkulierte Zeitplan perfekt passte. Ich machte mich frühzeitig auf den Weg (in den neuen Schuhen), da ich schon damit rechnete, dass die Fahrt länger als sonst dauern würde. In Nied habe ich die Wechselzone gut gefunden – ein Hinweis an der Haltestelle hätte aber nicht geschadet. An der Wechselzone habe ich recht lange für das Dixie angestanden, was mich dann doch etwas nervös machte. Meine Vorläuferin traf pünktlich - wie geplant an und ich konnte endlich starten. Ich lief die 13 km im Strom mit, vorbei an „Wasser – Iso – Bananen – Tee“, Trommler, Musikgruppen aus der Umgebung und vielen Menschen am Rand der Laufstrecke. Das Wetter hielt, bis auf einen kurzen Regenschauer in der Stadt, die Windböen kamen gelegentlich aus den Seitenstraßen und zerrten an meiner Startnummer. Aber nichts zu dem was der Wetterbericht in den Tagen vorher prognostiziert hatte. Ich bin einfach nur gelaufen, leider war ich nicht so ganz in Form und lief erheblich langsamer als gewöhnlich. Als ich dann in die Festhalle einlief – roter Teppich – Musik und viele Leute, hatten wir als Staffel insgesamt viereinhalb Stunden gebraucht. Unsere Herren-Staffel war schon früher im Ziel eingelaufen. Ein gemeinsamer Einlauf in die Festhalle war für uns leider nicht möglich.

Nach dem Zielbereich gab es getrennte Verpflegungen für die Läufer, die die komplette Strecke gelaufen waren und die Staffelläufer. Die anderen Teilnehmer meiner Staffel kamen leider nicht in den Versorgungsbereich nach dem Ziel, was ich sehr schade fand, da ich gerne mit ihnen noch ein Bierchen getrunken hätte. Ich bekam den Verpflegungsbeutel für die Staffel und die Medaillen. Im Beutel waren dann eine Banane, ein Apfel, ein Wasser und vier Energieriegel – für vier Personen. Das kam bei uns nicht so gut an und sollte unbedingt geändert werden. Wir machten dann noch ein gemeinsames Foto der Staffel, holten uns das Bierchen in der Marathon-Mall und gingen nach Hause.
Für mich war das Wochenende ein sehr schönes Erlebnis, die Pasta-Party mit den netten Leuten vom Verein, und die Stimmung in der Stadt. Etwas zu viel Aufregung im Vorfeld wegen der Wechsel (beim nächsten Mal weniger aufregend) - bis auf eine Läuferin von uns war es für alle die erste Teilnahme an der Staffel.
Manko war wirklich die nicht vorhandene Verpflegung in der Festhalle für die ersten drei Teilnehmer der Staffel.