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  1. #1
    Möchtegern-Kilometerfresser Avatar von nachtzeche
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    Standard Ein Backofen im Grünen – 6-Stundenlauf Nürnberg 17. Mär 2012

    40° Celsius. Wisst ihr, wie viel das ist? Eine Menge. Das ist, ziemlich genau, der Temperatur-unterschied von Anfang/Mitte Februar zu jetzt. Und was das für Läufer bedeutet, das werde ihr jetzt, im nächsten Teil meiner Lauftherapiereise, erfahren.

    08:00 Uhr, 2 Grad
    Ich verlasse die Wohnung meines Freundes, bei dem ich untergekommen bin. Ich möchte heute in Nürnberg 6 Stunden lang im Kreis laufen. Die direkte Vorbereitung, in den letzten Stunden, was eher suboptimal. Einige Bierchen zu viel, dafür einige Stunden Schlaf zu wenig. Ich fühle mich doch etwas gerädert, als ich mich von meiner Matratze hoch quäle. Hm, so in der Art wollte ich mich eigentlich erst NACH dem heutigen Lauf fühlen...

    Als ich mich zum Gehen fertig mache, überlege ich noch, ob ich überhaupt eine Jacke mitnehmen soll. Soll ja schließlich warm werden heute. Ein kurzer Gang auf den Balkon belehrt mich eines besseren: Es ist zwar sonnig, aber lausig kalt! Also, Jacke an, erste Zweifel kommen auf, ob es wirklich clever war, nur kurze Sachen mitzunehmen, habe aus den Fehlern vor 2 Wochen in Marburg, wo ich erbärmlich gefroren habe, weil ich mich blind auf den Wetterbericht verlassen habe, nichts gelernt. Klasse!

    09:00 Uhr: ca. 10 Grad
    Vollkommen entspannt und stressfrei komme ich am Veranstaltungsort an. U-Bahn direkt vor der „Haustür“, liegt die Wörther Wiese schön anzusehen in der Sonne da, die Pegnitz umfließt diesen sehr schönen Flecken Erde recht malerisch. Fleißige Helfer sind schon emsig am Aufbauen und vorbereiten. Ich genieße es, wie immer sehr zeitig da zu sein, so habe ich Zeit, mich gemütlich umzuziehen und alles an Atmosphäre in mich aufzunehmen. Nichts hasse ich mehr als Hektik vor einem Lauf.

    An Laufkleidung wähle ich eine kurze Tight und ein T-Shirt. Das Singlet bleibt in der Tasche. Für die Wartezeit ziehe ich meine Trainingsjacke über und friere. Obwohl ich merke, ie viel wärmer es in den letztes 60 Minuten geworden ist, zweifle ich an meiner Kleidungswahl. So sitze ich in der Sonne (in der es sich doch erschrecken gut aushalten lässt für diese frühe Stunde...) döse vor mich hin uns warte auf den Start.

    Die Strecke ist ein großes Oval von ca. 1,5 Kilometern Länge, das eine große Wiese umzieht. Nur 2 Kurve, kaum Höhenunterschied, stinklangweilig und gerade darum perfekt. Die Umgebung ist schön, es tummeln sich ob des schönen Wetters zunehmend mehr Leute (am Ende werden wir Slakliner, Frisbeespieler und allerlei anderes freizeitsuchendes Volk auf der Wiese beobachten können.

    Veranstaltet wird der Lauf vom „Sri Chinmoy Marathon Team“. Sri Chimnoy war irgendein Guru, der Laufen als Weg zur Selbstfindung und inneren Erleuchtung popagiert hat. Von seiner Philosophie zeugen zahlreiche Schilder mit Sprüchen, Riesensmileys entlang der Strecke und ähnliches mehr. Und auch wenn ich die hinter diesem Konstrukt stehende Glaubensphilosophie gar nicht teile, war es ein Erlebnis hier zu laufen, zumal nichts aufdringlich oder missionarisch war.
    Dazu kommt, dass alle Mitarbeiter so freundlich, positiv und motivierend waren, wie ich es noch nie bei einer Laufveranstaltung erlebt habe. Ich glaube, da muss ich mit meinen Mitarbeitern für den nachtzechelauf noch mal deutlich reden, damit wir da als Christen (im positiven Sinne) Flagge zeigen!

    Eine Besonderheit dieses Vereins ist auch die Art der Rundenzählung. Hier wird nicht mit Chip oder Magnet in Startnummer gezählt, auch nicht mit Hilfe einiger weniger Zähler, die mit elekronischer Eingabehilfe arbeiten – nein, nicht weniger als 31 (sic!) Zähler sitzen an der Strecke, jeder ist für 5 Läufer zuständig. Vor dem Lauf muss man sich mit „seinem“ Zähler bekannt machen und jede Runde Blickkontakt aufnehmen, damit manauch sicher weiß, wahrgenommen worden zu sein und die Runde erfasst wurde.
    Was vielleicht ein wenig unsicher und nervig klingt war mein persönliches Highlight bei diesem Lauf. Denn auch die Zähler waren unglaublich positiv, motivierend, hatten jede Runde ein gutes Wort für die Läufer, haben angefeuert, gelobt, motiviert, geklatscht und gejubelt. Das hat so einen Spaß gemacht, da vorbei zu laufen hat mich so gepusht, einfach nur klasse!

    Bleiben vor dem Start nur noch meine Erwartungen, meine Zielsetzung zu klären. Der Lauf ist besser getapert als die letzten Wettkämpfe, aber er ist immer noch aus dem Training heraus und als Vorbereitungslauf für den 12-Stunden-Lauf in 2 Wochen gedacht. Meine Bestleistung liegt bei 62,irgendwas Km, die möchte ich auf jeden Fall einstellen. 65 Kilometer wären toll, 67 der Hit. Ich beschließe, einfach mal auf ca. 5:30 oder leicht schneller pro Km anzulaufen und zu schauen was passiert.

    10:00 Uhr 18 Grad
    Pünktlich um 10 geht es los – und ich schwitze. Hui, ist das warm geworden. Auch ohne Trainingsjacke ist von frösteln nichts mehr zu spüren. Die Strecke liegt (noch) vor allem im Schatten, so dass es sich sehr angenehm läuft. Das Feld zieht sich sehr schnell auseinander, ich bin wieder baff erstaunt, wie schnell hier einige, nein, viele, losspurten. Aber ein 6-Stunden-Lauf ist nach 6 Stunden zu Ende...

    So laufe ich vor mich hin, pendle mich schnell auf mein Wohlfühltempo ein – was von 5:30 natürlich weit entfernt ist, am Ende der ersten Stunde habe ich einen Schnitt von 5:17 auf der Uhr stehen. Viel, viel zu schnell, das ahne ich bereits jetzt, aber die Vernunft will sich nicht so recht einstellen.

    Ich merke wieder, dass ich sklavisch an meiner Uhr hängt, jede 5 Sekunden Verlust mich panisch werden lassen. Das ist nicht gut. Das mag auf so „kurzen“ Strecken wie den 6 Stunden noch gehen, wird mir aber bei 12 oder 24 Stunden das Genick brechen – so geschehen in Bernau 2010. So fasse ich den Entschluss, bei längeren Strecken ganz auf die Uhr zu verzichten. Sie macht mir ein schlechtes Gewissen, treibt mich unnötig an, stresst mich und führt zu mentalen Krisen – und all das kann ich gar nicht gebrauchen.!

    Da ich bei solchen Rundenläufen tendenziell immer zu viel trinke (wenn man alle 8 Minuten an der unglaublich reichhaltigen Verpflegung vorbei kommt...), beschließe ich, das heute etwas anders zu machen. Alle 30 Minuten trinke ich 2 Becher, alle 60 Minuten will ich eine Kleinigkeit essen. Das klappt genau 1,5 Stunden, dann werde ich diese Strategie (vernünftigerweise) über den Haufen werfen. Man, war ich naiv...

    11:00 Uhr, 22 Grad
    Jetzt wird es wirklich , wirklich warm. Unangenehm warm. Ich bin diese Temperaturen einfach noch nicht gehört, mein Körper hatte noch keine Gelegenheit, sich zu akklimatisieren. Und das merke ich deutlich: Ich schwitze stark, mein Kopf wird warm, ich freue mich über die schattigen Passagen auf dem „Rückweg“. Den „Hinweg“ empfinde ich schon jetzt als unangenehm warm. Wenn ich gewusst hätte, wie es nachher werden sollte... gut dass ich es nicht wusste!

    Damit ist auch meine Trinkstrategie hinfällig. Denn ich habe Durst. Und zum Glück bin ich so clever und trinke auch, und halte mich nicht sklavisch an meinen Plan. Nach 2 Stunden fange ich an, mir auch Wasser über das Gesicht zu schütten – obwohl ich das normalerweise überhaupt nicht mag. Aber ich merke, dass mein Gesicht innerhalb kürzester Zeit „verkrustet“ und es ist eine Wohltat das Salz wegzuwaschen und dem Körper auf diese Art und Weise bei der Kühlung zu helfen. Einmal hätte ich beinahe einen Becher Malzbier über das Gesicht geschüttet,aber es zum, Glück noch vorher gemerkt...

    Und was macht man, wenn man erkennt, dass die Temperaturen höher werdenals gedacht, man damit nicht wirklich zurecht kommt und tendenziell zu schnell angegangen ist? Richtig! Man wird schneller! Nach zwei Stunden steht ein Schnitt von 5:15 auf der Uhr, ich habe immer wieder Kilometer von 5:0x dabei. So was dummes... Als die Uhr 12 Uhr Mittags schlägt, muss ich schon schlucken: Es ist zwar alles noch recht locker, ich bin flott unterwegs, aber die Aussicht, noch 4 Stunden unterwegs zu sein fühlt sich nicht soooo gut an...

    12:00 Uhr, 30 Grad
    Ihr meint, ich hätte mich vertippt? Es hätte am Samstag in Nürnberg keine 30 Grad gehabt? Oh doch, ihr hättet nur in meiner Haut stecken müssen, dann hättet ihr gemerkt, dass ich recht habe. Ich fühle mich mittlerweile wie bei einem Hitzelauf im Hochsommer – und die mag ich gar nicht. Ich bin in Typ, der lieber bei -10 Grad als bei +25 Grad läuft. Und jetzt fühlt es sich deutlich wärmer an. Und der Schatten wird, weil die Sonne ja höher steigt, auch immer weniger.

    Mein Tempo kann ich noch ganz gut halten, die Beine sind auch noch locker. Mentale Krisen sind noch nicht zu sehen. Ich schaffe es sogar, ein bisschen Tempo rauszunehmen (wobei ich jetzt im Nachhinein denke, dass ich diese Leistung mir nicht anrechnen kann...). So bin ich für die äußeren Bedingungen immer noch zu schnell, aber ich galoppiere nicht mehr ganz so wie in der letzten Stunde. Ich trinke, kühle, laufe, vor allem aber schwitze ich und bin nicht unglücklich, als es endlich 13 Uhr ist und die Hälfte des Laufes vorbei ist.

    13:00, 57 Grad
    33,81 km stehen nach der Hälfte der Zeit auf meiner Uhr. Wenn ich das Ganze halte komme ich also bei über 67 km raus. Cool! Und selbst wenn ich noch ein bisschen verliere, die 66 km habe ich sicher. Ihr merkt, die Sonne hat mir bereits tüchtig das Hirn verbrannt, dass ich tatsächlich noch davon ausgehe, zwei identische Runde laufen zu können...

    Denn ungefähr um 13Uhr bemerke ich, dass es gar nicht das Wetter ist, das die hohen Temperaturen produziert. Jemand hat klammheimlich einen riesigen Backofen rund um die Wörther Wiese installiert und in heute morgen angeworfen. Und auf Grund seiner Größe hat er einfach ein paar Stunden gebraucht, um auf Touren zu kommen.
    Und das ist ein ganz feines Teil, es hat nämlich sowohl Ober- und Unterhitze als auch Umluft! Auf dem Hinweg ist der Bereich, der mit Ober-und Unterhitze beheizt wird. Die Sonne knallt hier herunter, der Asphalt strahlt die Wärme von unten ab, kein Lüftchen sorgt für Kühlung. Die Hitze steht hier – und ich hasse diesen Abschnitt. Hier habe ich das Gefühl, mein Kopf platzt gleich!
    Wenn man um die Kurve gelaufen ist, kommt der Umluft-Bereich. Hier weht etwas Wind, den ich aber komischerweise auch nicht als angenehm empfinde, auch er ist mir zu warm und bringt niht die Kühlung die ich mir erhofft habe.
    Und der Temperaturragler wird immer wieder aufgedreht, ich schwitze wie irre, mein Kopf tut weh, es macht gerade nicht mehr so viel Spaß zu laufen.

    Gegen 13:30 kommt dann auch die erste kleine Krise, ich kann mir gar nicht vorstellen, dieses Tempo noch 2,5 Stunden zu halten. Aber diese Gedanken kenne ich und es klappt ganz gut, mich abzulenken und mich nicht auf diese Negativspirale einzulassen. Aber schön ist was anderes! Also kämpfe ich mich weiter, langsamer zu laufen fällt mir auf einmal gar nicht schwer, im Gegenteil, auf einmal wird es zum Problem, das Tempo zu halten. Die Beine werden schwerer, es wird hart.

    14 Uhr, 27 Grad
    Hey, jemand hat den Backofen abgedreht! Wolken ziehen auf, es wird merklich kühler. Sehr angenehm. Und so finde ich auch aus meiner Krise wieder heraus. Das Laufen bereitet zwar zunehmend Mühe, die Beine tun weh und auch mein Tempo kann ich nicht mehr so halten, wie ich das gerne würde. Die 67 km halte ich für immer utopischer, aber ich bin sicher, mit einer recht hohen 66 ins Ziel zu kommen. Dafür kann ich noch ne Menge Zeit verlieren , und so viel Kampfgeist sollte ich eigentlich haben.

    Meine 50-Km-Runde laufe ich voller Stolz und der roten Fahne in der Hand und geniße die Glückwünsche der anderen Läufer. Knapp 4:28 Stunden habe ich dafür gebraucht. Und das erreichen dieser Marke gibt mir doch noch mal neuen Schwung – auch wenn es dadurch nicht runder läuft...

    Ein weiteres Problem stellt sich ein: Ich habe Durst. Aber mein Magen ist voll. Wenn ich versuchsweise mal eine Runde nichts trinke, wird es unangenehm, ich bekomme einen pelzigen Mund und es wirklich unangenehmes Durstgefühl. Aber mit Jedem Becher gluckert es mehr in meinem Magen. Das nervt gewaltig, und ich hoffe einfach, dass mein Magen seine gewohnte Robustheit beibehält, denn ich trinke weiter, denn das Durstgefühl ist bei weitem schlimmer.

    Je näher die 5-Stunden-Marke rückt, desto dreckiger geht es mir. Ab km 53 wird es hart. Richtig hart. Und weil sich diese Krise bis zum Ende hinzieht, ziehe ich sie mal in den letzten Abschnitt, obwohl sie eigentlich schon einige Minuten vorher beginnt.

    15:00 Uhr, 23 Grad
    Die Kühlung hält an. Aber das ist mir scheißegal. Denn ich bin alle. Mir tut alles weh. Ich merke, wie ich immer „unrunder“ laufe. Ich versuche mich zu zwingen, auf meinen Laufstil zu achten, aber das gelingt nur unzureichend. Das Tempo kann ich auch nicht mehr halten. Immer wieder habe ich „Ausrutscher“ bei meinen Kilometerzeiten. Zwar überhole ich immer noch und werde kaum noch überholt, aber trotzdem geht es mir dreckig. Ich merke, wie meine Kopfhaut anfängt zu kribbeln und ich an den Armen eine Gänsehaut bekomme. Ganz schlecht. Das sind die ersten Anzeichen eines Hitzschlages. Jetzt muss ich aufpassen. Ich nehme das Tempo noch mal ein wenig raus, kühle jede Runde mit Wasser, versuche mich abzulenken.

    Als ich endlich, endlich Kilometer 60 erreiche, fange ich an zu rechnen. 67 km sind unmöglich. 66 km – eigentlich auch, wenn es so weiter geht. 65 km sollten machbar ein, wenn sich mein Einbruch allerdings so fortsetzt sind auch die weg. Ich bin enttäuscht, aber nicht so niedergedrückt wie ich befürchtet hätte. Eine neue persönliche Bestleistung wird es auf jeden Fall, selbst wenn ich gehen... gehen? Jetzt oh, wäre das schön! Nur ein paar Schritte.... oder auc eine Runde! Zwei? Ich bin kurz davor, das Laufen sein zu lassen, kann mich gerade noch zusammenreißen.Diese Blöße gebe ich mir nicht. Das passt nicht in mein Selbstbild. Ich bin hier, um zu laufen, also reiß dich zusammen!
    Und so trabe ich weiter und die Gefahr eins Hitzschlages vergeht. Die Gegenmaßnahmen scheinen gewirkt zu haben!

    Um durchzuhalten ändere ich meine Strategie: Ich schaue nicht mehr auf meine Kilometerzeiten (würde mich nur deprimieren), auch nicht auf meine zu erreichenden Kilometer (würde mich noch mehr deprimieren), sondern nur noch auf die Zeit, die noch zu laufen ist: Weniger als 50, weniger als 40, weniger als 30 Minuten.

    An dieser Stelle merke ich: Hey 30 Minuten sind in deinem Schlappschritt noch genau 3 Runden. Das klingt machbar, zumal ich gerade an der Zählstelle bin und dann am Ende direkt bei meiner Tasche auskommen würde. Gutes Ziel, so machen wir das! Das bringt mich wieder ein bisschen nach oben und ich schleppe mich nicht mehr gar so durch die Gegend.

    Ich shcaue noch einmal auf die Uhr. Gerade habe ich Kilometer 64 vollendet – und es sind noch 10 Minuten und 40 Sekunden zu laufen. Was??? Wenn ich die nächsten 2 Kilometer in unter 5:20 laufe, schaffe ich die 66 noch! Geht das? Weiß ich nicht! Will ich? Klar! Also, Arschbacken zusammenkneifen und los!
    Ich ziehe noch mal an. Scheiße, tut das weh. Nach 200 Metern will ich wieder aufhören. Übel, übel! Aber ich gebe mir einen Kilometer zum Testen. Wenn der in 5:20 durchgeht versuche ich es weiter. Unglaublich, wie lang ein Kilometer sein kann. Mein Gesicht ist verbissen, meine Hände zu Fäusten geballt, bestimmt kein schöner Anblick. Dann endlich pipst mein blöder FR: 4:57! WAAAS? Wie geil! Und ich muss sagen, ich werde automatisch langsamer. Jetzt reicht es auf jeden Fall! Ich versuche, mich noch mal zu puschen, gebe alles – nächster Kilometer (der noch länger war als der davor)5:06! YEAH! 66!!! Und noch ein paar Sekunden übrig! Ziiiiiiehhhhh... Dann endlich ertönt die Hupe, ich lasse meine Fahne, die ich beim letzten Zieleinlauf erhalten habe, fallen und lege mich direkt mal daneben. Ich bin alle. Total alle. Aber glücklich. Am Ende stehen 66,11 km auf meiner Uhr.

    Nachtrag: Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, gerade angesichts der äußeren Bedingungen. Ein bisschen wurmt mich, dass ich zu schnell angegangen bin.
    Heute geht es mir wieder sehr gut, ich komme auch Treppen problemlos runter. Den 12 Stunden in 2 Wochen sehe ich mir sehr, sehr gemischten Gefühlen entgegen, mal sehen, was da passiert...

    Vielen Dank fürs durchhalten
    nachtzeche
    "Die auf den Herrn harren kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden!" (Die Bibel, Jesaja 40,31)

  2. #2
    Unterwegs in neue Welten Avatar von 19joerg61
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    Gratulation und als Anfänger passieren einem halt solche Fehler
    Vom Ergebnis war es d doch ok und bei den äußeren Bedingungen waren kann man in 6 h auch mal zweifeln.

    Jörg
    Neue Laufabenteuer im Blog

  3. #3
    >> Megacmrunner << Avatar von Fred128
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    Glückwunsch und einfach Klasse ... wie immer :-)

    Ich rechne mal, In 6 Stunden 66 km, ergibt in 12h ... Mist, wie ging nochmal der Dreisatz ... ;-)

    Ich habe mir am Freitagnachmittag kurz entschlossen Urlaub genommen für einen langen HITZE-Trainings-Lauf ;-) ... ja, ja die Sonne, ist schon toll nach dem langen Winter ... aber irgendwann hat's mir dann auch gereicht, mein 1,25 Liter Getränkevorrat war viel schneller als geplant aufgebraucht und ab Kilometer 30 klebte mir die Zunge regelrecht am Gaumen ... ;-)

    LG Manfred
    2017 erledigt: Rheinbrückenrunde, Mauerweg Süd, WHEW Run&Bike, Kölnpfad110 ... 2018: geplant: Kölnpfad

  4. #4
    laufend leichter :-) Avatar von Tati
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    Chris, herzlichen Glückwunsch zur Verbesserung deiner Sechsstundenkilometerlaufleistung - Klasse Wort! und ich kann nur sagen . Kämpfernatur . Erhol dich gut. Ich drück schon immer die Daumen für den 12h Lauf.

  5. #5
    on the path of dev/0 Avatar von SALOLOPP
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    Glückwunsch zu dem tollen Ergebnis (ein bisschen Potential aufheben für den nächsten schadet doch nicht) und danke für den Bericht - die Härten hat man dir nicht angesehen, aber evtl. war in der letzten dreiviertel Stunde auch schon wieder alles in Butter, nich
    Nur weiter so und bis bald mal wieder


    Running, on our way


    12.10. Muc (M)

  6. #6
    JensR
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    schöner Bericht, schön gekämpft und Gratulation! Bei meinem einzigen 24h-Versuch habe ich zwar ne Uhr dabei gehabt, aber damit habe ich nur die Runden abgedrückt.. drauf verzichten würde ich nicht, es motiviert ja auch manchmal, haste ja selber gemerkt

    Gruss,
    Jens

  7. #7
    Lizzy
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von nachtzeche Beitrag anzeigen
    Einige Bierchen zu viel, dafür einige Stunden Schlaf zu wenig. Ich fühle mich doch etwas gerädert, als ich mich von meiner Matratze hoch quäle. Hm, so in der Art wollte ich mich eigentlich erst NACH dem heutigen Lauf fühlen...
    Aufgrund dieses viel versprechenden Berichtanfangs entschloss ich mich zum Weiterlesen und Durchhalten. Erfahrungsgemäß sind das die besten Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Bericht

    Und ich wurde ja auch nicht enttäuscht. Danke dafür.

    Mit diesem Lauf liebäugele ich seit Jahren. Leider passt er immer so schlecht in die anderen Jahrespläne

    Zitat Zitat von nachtzeche Beitrag anzeigen
    Sri Chimnoy war irgendein Guru, der Laufen als Weg zur Selbstfindung und inneren Erleuchtung popagiert hat..... Und auch wenn ich die hinter diesem Konstrukt stehende Glaubensphilosophie gar nicht teile
    Darf ich an dieser Stelle nachfragen, was genau bzw. konkret du nicht teilst?

    Weil: ich selber halte es ja so gar nicht mit der Religion. Aber dieses "Konstrukt" dieses "Gurus", das ich allerdings nur recht oberflächlich kenne, das gebe ich zu - das kam mir immer wie eine ziemlich sympathische "Lebensphilosophie" (was es ja im Grunde viel eher ist als eine Religion) vor.
    Neben dem üblichen - Zeugs wird als Besonderheit auch das Laufen als möglicher Weg zur Erleuchtung gesehen. Das kommt meinem Empfinden doch sehr entgegen
    Ich glaube, da muss ich mit meinen Mitarbeitern für den nachtzechelauf noch mal deutlich reden, damit wir da als Christen (im positiven Sinne) Flagge zeigen!
    Diesen "Wettkampf" müsstest du dann aber sicher ziemlich autistisch kämpfen da die Lehren "buddhistischer Gurus" sich nie in Konkurrenz zu irgendwelchen (andren?) Religionen setzen sondern sie problemlos neben sich tolerieren können. Sogar gleichzeitig, wenn inhaltlich stimmig, weil es ja keien Götterkonkurrenz gibt Ich denke nicht, dass sie einen "Wettkampf um die beste Art der Ausrichtung eines Wettkampfs" mit bestreiten würden
    Am Ende stehen 66,11 km auf meiner Uhr
    Das finde ich mal 'ne echt klasse Zahl Sowohl aus läuferischen als auch aus ästhetischen Gesichtspunkten.

    Herzlichen Glückwunsch dazu!

  8. #8
    Nein, ich jogge nicht! Avatar von Rumlaeufer
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    4.653

    Standard

    Hallo Chris,

    Danke für's mitnehmen auf den Runden beim 6 h Lauf in Nürnberg und meinen Glückwunsch zum Durchbeissen trotz einiger Hänger unterwgs und zu Deiner höchstrespektablen Leistung von 66,11 km!!! Wie in Deinem Bericht eingangs erwähnt ist es kaum vorstellbar, dass wir vor knapp 5 Wochen noch eisige Temperaturen hatten und die Umstellung auf die inzwischen frühlingshaften bzw. sommerlich anmutenden Temperaturen, unter denen Ihr am letzten Samstag in Nürnberg zu leiden hattet, jedes Jahr wieder schwerfällt.

    Ich wünsche Dir eine gute Erholung und alles Gute auf den noch anstehenden Läufen bis zum Rennsteig.
    Tschüß, sportliche Grüße aus Baden-Baden
    Eckhard

    "Radsport ist Mannschaftssport, 60 km/h und 30 cm Abstand zum Vordermann" (Robert Bartko)

    Auch 2014 und danach wird weitergelaufen!

    P.S.: Ich laufe auch 2017 in Berlin wieder für die Omas und bitte Euch um Eure Unterstützung - Danke!

  9. #9
    Avatar von elcorredor
    Im Forum dabei seit
    17.07.2005
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.441

    Standard

    Hallo Chris!

    Gratulation! Tolle Leistung; und das bei den für dich doch sehr warmen Temperaturen.
    Schade, dass ich nicht dabei sein konnte.

    Eine kleine Korrektur: Die "Wörther Wiese" heißt "Wöhrder Wiese". Damit genug des Klugscheißens. Gratulation nochmal und alles Gute für den bevorstehenden 12er.

    Liebe Grüße

    Wolfgang

  10. #10
    DanielaN
    Gast

    Standard

    Hey klasse - das war toll zu lesen und mitzu(leiden).

    Auch wenn ich erheblich langsamer als Du Bleistift bin, kann ich mir das ähnlich vorstellen. Ich hoffe es wird Ende April am Seilersee nicht auch so.

    Besonders die Empfindung der 30 bis 57 Grad kenne ich gut ! Nie glaubt mir das einer, dabei habe ich es schon so oft erlebt. Und diesen Mist-Ofen haben sie letztes Jahr in Paris ausprobiert. Das war er 100%ig.

    Glückwunsch zur Bestleistung ..

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