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Thema: Wer leistet eigentlich mehr beim Marathon?

  1. #1
    M_R
    M_R ist offline

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    Standard Wer leistet eigentlich mehr beim Marathon?

    Hallo,

    beim letzten Marathon begann mich eine Frage zu beschäftigen, die viele mit Sicherheit als sinnlos, dämlich oder völlig am Thema vorbei einstufen werden.

    Ich mag ein Zitat sehr: "Ich höre oft Leute sagen, sie sind keine echten Läufer. Wir sind alle Läufer, einige rennen nur schneller als andere. Ich habe nie einen unechten Läufer gesehen."

    Ich bin in 3:23 gelaufen und war am Ende echt erschöpft. Aber beim gleichen Lauf sind auch Läufer nach 5:30 h ins Ziel gekommen.

    Physikalisch ist klar, dass ich die höhere Leistung hatte (Leistung = Arbeit / Zeit), aber darum geht es hier nicht.

    DENN:

    Wenn jemand an seiner Leistungsgrenze 5:30 h lang läuft und durchhält, hat er dann nicht eigentlich sogar mehr Respekt verdient, da er sich zwei Stunden länger gequält und angetrieben hat, um sein Ziel zu erreichen? Ist das nicht viel bewundernswerter, als die Leute, die quasi "wer schneller rennt hat eher Pause" machen?

    Ich weiß echt nicht, wie ich das bewerten soll.

    Letztlich kommt es auf ein Paradox hinaus: Je schneller man läuft, desto einfacher ist es, bis zum Ende durchzuhalten. Damit schrumpft der (für mich) interessanteste Teil des Marathons, indem es um das Überwinden von Grenzen und den Kampf Geist über Körper geht..

    Was meint ihr?

    LG

    M_R
    "Der gemeine Mann betrachtet Religion als richtig, der Weise als falsch und der Politiker als nützlich." Seneca





  2. #2

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    Zitat Zitat von M_R Beitrag anzeigen
    ...
    Letztlich kommt es auf ein Paradox hinaus: Je schneller man läuft, desto einfacher ist es, bis zum Ende durchzuhalten. Damit schrumpft der (für mich) interessanteste Teil des Marathons, indem es um das Überwinden von Grenzen und den Kampf Geist über Körper geht..
    Warum wurden wohl die Ultras "erfunden"?
    Hast du dich schonmal an 100KM versucht ?
    5 km: 21:50 | Mai 17 ----- 7,33 km (Alsterrunde): 32:52 | Mai 16 ---- 10 km: 45:40 | Apr 17 -----
    10Meilen / 16,1 km: 1:14:51 | Apr 17 ----- 21,1 km: 1:51:24 | Nov 15 ----- 25 km: 2:12:15 | Nov 15 -----

  3. #3

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    Jeder, der sich die Laufschuhe anzieht und dann mit einem Ziel trainiert, egal welche Distanz, welche Dauer, und dann den Lauf macht, nicht aufgibt, leistet etwas beachtliches. Diese Leistung bringt in 99% der Fällen niemanden etwas, außer dem Menschen, der es gerade macht. Solche Leistungen kann man nicht absolut messen, sondern muss sie im Kontext der Person sehen.

    Dann gibt es natürlich auch Läufer (Wohltätigkeit, M-Sieger), deren Leistung über das eigene Erfolgsgefühl hinausgeht.

    PBs: 1km: 4:51.8 min, 5km: 27:53 min, 10 km: 57:10 min, 14km: 1:21:55 h, HM 02:05:58 h

    Laufkalender

    HM Vienna City Marathon – 23.04.2017

    HM Salzburg – 7.5.2017

    HM Mondsee – 4.6.2017

    6 km Schönbrunner Zoolauf – 21.06.2017

    HM Stockholm Halvmarathon – 09.09.2017

    27 km "Klassiker" Wolfgangseelauf - 15.10.2017

  4. #4

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    Warum muss die Leistung des einen, die des anderen mindern?
    Das ist wie wenn du fragst, ob der Architekt oder der Maurer mehr leistet. Ohne einen der beiden kann man kein Haus bauen. Oder leistet eine Einzelhandelskauffrau weniger als der Filialleiter?
    Funktionieren tut es nur wenn jeder seinen Teil erledigt.
    Du würdest auch nicht zu den "schnellen" gehören wenn es die "langsamen" nicht gäbe.
    Jeder leistet was er kann und trägt somit seinen Teil zum Ganzen bei. Dabei wird beim Marathon jeder so weit wie möglich bzw so weit wie er will an seine Grenzen gehen und damit ist die Leistung von beiden anzuerkennen. Wenn du dich unterfordert fühlst gibts wie emel schon festgestellt hat noch genug Luft nach oben.

  5. #5

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    Zitat Zitat von M_R Beitrag anzeigen

    Letztlich kommt es auf ein Paradox hinaus: Je schneller man läuft, desto einfacher ist es, bis zum Ende durchzuhalten. Damit schrumpft der (für mich) interessanteste Teil des Marathons, indem es um das Überwinden von Grenzen und den Kampf Geist über Körper geht..

    M_R
    Dieses Problem ist leicht lösbar: du ballerst vom ersten Meter wie belämmert, dann verlängert sich der interessante Teil...

    Zu deiner Frage: es spielen da mehrere Faktoren mit: wenn jemand nicht 75+ ist und am Limit 5:30 rennt, war er einfach nicht ordentlich vorbereitet, denn sonst kommt man nicht auf eine 7:45 Pace. Solche Leute bewundere ich nicht.

    Anders sieht es schon aus, wenn jemand einmal in den Bereich von 4:00 bis 4:15 oder auch 4:30 kommt, je nachdem wie sehr am Limit er unterwegs war: da spielt für mich dann einiges mit: wie ist die sportliche Vorgeschichte (auch wenn ich da möglicherweise Widerspruch ernte): für mich ist jemand, der es schaffte, neben dem reinen Laufen auch noch einen wesentlichen Teil seines Lebens umzukrempeln, also etwa Rauchen, Übergewicht oder einfach nur faul, vom überwundenen „Gesamtschweinehund“ höher einzustufen als jemand, der sein Leben lang sportlich war und einfach „nur“ das Lauftraining steigerte. Mir ist schon klar, dass meine vorgenannten Vorbelastungen bis auf wenige Ausnahmen selbstverschuldet sind, aber trotzdem ist es leichter, nur an einer Stellschraube zu drehen als an mehreren, vor allem, wenn man noch nicht zB von einem Arzt das Messer an die Brust gesetzt bekommt.

    Aber das ist alles in allem eine philosophische Frage. Allerdings: wer während dem Marathon über solche Dinge sinnieren kann, läuft nicht am Limit…

  6. #6
    Avatar von hardlooper
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    Zitat Zitat von haxedesboesen Beitrag anzeigen
    Dieses Problem ist leicht lösbar: du ballerst vom ersten Meter wie belämmert, dann verlängert sich der interessante Teil...
    Böser, böser Mensch - Du da!

    Knippi

  7. #7
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Du bist jetzt 3:23 die 42km gelaufen... Versuche mal die gleiche Strecke (42km) in 3:50 oder 4:20 durchzulaufen... und... was ist dann schwerer?
    Wann kommst Du entspannter an? Wann bist Du ans Limit gegangen? Wann hast Du mehr geleistet?
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  8. #8
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von emel Beitrag anzeigen
    Warum wurden wohl die Ultras "erfunden"?
    Hast du dich schonmal an 100KM versucht ?
    Was willst Du damit sagen?
    Ist 100km durchlaufen was besonderes?
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  9. #9
    Back stronger now Avatar von -Auftrags-Griller-
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    Zitat Zitat von haxedesboesen Beitrag anzeigen
    Allerdings: wer während dem Marathon über solche Dinge sinnieren kann, läuft nicht am Limit…[/COLOR]
    Wohl wahr.
    Trotzdem muss ich gestehen, dass mich diese Frage auch schon das eine oder andere Mal beschäftigt hat, insbesondere in Zeiten, wo mir im Bekannten- und Freundeskreis zu Laufergebnissen, wie letztens dem Marathon gratuliert oder Anerkennung beigemessen wird. Da ist eigentlich, wohl auch aus leichter Verlegenheit, stets meine Antwort, dass Läufer über der 4 Stunden Marke mehr zu bewundern sind.
    5k: 3/16 16:52
    HM:4/15 1:25:02 09/15 1:21:31 03/17 1:18:08
    M: 4/16 2:57:44 04/17 2:50:44

  10. #10
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Die Frage ist schon ganz alt und wurde ausführlich dikutiert. Aber man kann ja wieder von vorne anfangen.

    Marathon über 5 h: Ist das noch ein Marathon?
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  11. #11
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    MRun hat schon immer gesagt, dass die wahren Helden beim Marathon die untrainierten Teilnehmer im hinteren Feld sind. Sie haben es viel schwerer als die Luschen, die sich die Leistung mit viel Training einfach aneignen.

    Wer für einen Marathon 5 Stunden unterwegs ist, hat ja logischerweise mehr Kondition als jemand, der sich beeilen muß, um in 2:30 Std. das Ziel erreicht zu haben.
    D.edoC likes this.
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  12. #12

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    Zitat Zitat von Rolli Beitrag anzeigen
    Was willst Du damit sagen?
    Ist 100km durchlaufen was besonderes?
    Dem TE, ja. Das es ihm ja um "das Überwinden von Grenzen und den Kampf Geist über Körper geht." geht.
    Wenn er die Strecke verlängert mag sich das Gefühl für ihn wieder einstellen.

    Und ja für MICH wäre das etwas besonderes. Für andere nicht.
    5 km: 21:50 | Mai 17 ----- 7,33 km (Alsterrunde): 32:52 | Mai 16 ---- 10 km: 45:40 | Apr 17 -----
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  13. #13
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Zitat Zitat von Rolli Beitrag anzeigen
    Ist 100km durchlaufen was besonderes?
    Alles über 21,1 KM ist für mich Ultralauf. Und das ist nicht meine Welt.
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  14. #14
    M_R
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    Zitat Zitat von Rolli Beitrag anzeigen
    Du bist jetzt 3:23 die 42km gelaufen... Versuche mal die gleiche Strecke (42km) in 3:50 oder 4:20 durchzulaufen... und... was ist dann schwerer?
    Wann kommst Du entspannter an? Wann bist Du ans Limit gegangen? Wann hast Du mehr geleistet?
    Es geht ja nicht darum, ob es für MICH schwerer ist, langsamer zu laufen. Wenn ic hvier Stunden brauche, bin ich sicher deulich entspannter und habe mich nicht so angestrengt.

    Wenn jemand aber 7 min/km braucht, und er damit an seiner Leistungsgrenze ist, dann ist das definitiv bewundernswert, dass er das macht. Die Frage, warum er nicht schneller ist, ist letztlich irrelevant. Wenn das das Maximum ist, ist es das halt.

    Auch früher in der Schule und bei der BW fand ich es immer lächerlich, wenn ein gut Trainierter einen Lauf abspulte ohne sich anzustrengen und dann meinte, man müsse sein Leistung bewundern. Bewundernswert ist, wenn Leute an ihrer Grenze laufen, sei das 2:30 h, 3:30h oder 5:30h.Ich glaube wirklich an dieses Zitat: ""A marathoner is a marathoner regardless of time. Virtually everyone who tries the marathon has put in training over months, and it is that exercise and that commitment, physical and mental, that gives meaning to the medal, not just the day’s effort, be it fast or slow. It's all in conquering the challenge." Mary R. Wittenberg, New York Road Runners Club president

    Und ja, die Frage von mir ist blöd. Aber das ändert nichts daran, dass mich das beschäftigt. Außerdem ist es interessant zu sehen, dass ich nicht der einige bin, der über so etwas nachenkt.

    LG

    M_R
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  15. #15
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Ist wie in der Schule. Der eine schreibt in Mathe eine fünf, der andere eine eins. Beide haben sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten angestrengt. Vielleicht hat der mit der eins vorher mehr gelernt, aber darauf kommt es ja nicht an. Dabei sein ist alles.
    Rolli, D.edoC, and 2 others like this.
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

  16. #16
    Avatar von ruca
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    Zitat Zitat von M_R Beitrag anzeigen
    Wenn jemand an seiner Leistungsgrenze 5:30 h lang läuft
    Falsche Prämisse. Die wenigsten 5:30h-Läufer dürften durchlaufen.
    AK 40. Trainingsstart: 6/15 (3,2km)
    10km: 10/15: 51:25; 10/16 46:41; 5/17: 46:16 (nicht offiziell vermessene Strecke)
    21,1km: 2/16: 2:01:44; 10/16: 1:49:52; 2/17: 1:45:17
    42,2km: HH, 4/16: 4:22:24, HH, 4/17: 3:45:36
    2017: HM Hamburg, M Berlin
    ---------------------------------------------------------------

    Mein Lauftagebuch


  17. #17

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    https://www.youtube.com/watch?v=mPnch_CEKk8

    Die letzten Kilometer von Kelly Ridder beim Rotterdam-Marathon -> Spitzenzeit von 6:30h. Ihre Leistung scheint die Masse dennoch genauso ehrenswürdig zu finden wie die der vordersten Plätze (das nehme ich jetzt mal so an, ansonsten müsste bei Platz 1 da Loveparade, CSD und Sylvester auf einmal gewesen sein).

    PBs: 1km: 4:51.8 min, 5km: 27:53 min, 10 km: 57:10 min, 14km: 1:21:55 h, HM 02:05:58 h

    Laufkalender

    HM Vienna City Marathon – 23.04.2017

    HM Salzburg – 7.5.2017

    HM Mondsee – 4.6.2017

    6 km Schönbrunner Zoolauf – 21.06.2017

    HM Stockholm Halvmarathon – 09.09.2017

    27 km "Klassiker" Wolfgangseelauf - 15.10.2017

  18. #18

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    Zitat Zitat von M_R Beitrag anzeigen
    Hallo,

    beim letzten Marathon begann mich eine Frage zu beschäftigen, die viele mit Sicherheit als sinnlos, dämlich oder völlig am Thema vorbei einstufen werden.

    Ich mag ein Zitat sehr: "Ich höre oft Leute sagen, sie sind keine echten Läufer. Wir sind alle Läufer, einige rennen nur schneller als andere. Ich habe nie einen unechten Läufer gesehen."

    Ich bin in 3:23 gelaufen und war am Ende echt erschöpft. Aber beim gleichen Lauf sind auch Läufer nach 5:30 h ins Ziel gekommen.

    Physikalisch ist klar, dass ich die höhere Leistung hatte (Leistung = Arbeit / Zeit), aber darum geht es hier nicht.

    DENN:

    Wenn jemand an seiner Leistungsgrenze 5:30 h lang läuft und durchhält, hat er dann nicht eigentlich sogar mehr Respekt verdient, da er sich zwei Stunden länger gequält und angetrieben hat, um sein Ziel zu erreichen? Ist das nicht viel bewundernswerter, als die Leute, die quasi "wer schneller rennt hat eher Pause" machen?

    Ich weiß echt nicht, wie ich das bewerten soll.

    Letztlich kommt es auf ein Paradox hinaus: Je schneller man läuft, desto einfacher ist es, bis zum Ende durchzuhalten. Damit schrumpft der (für mich) interessanteste Teil des Marathons, indem es um das Überwinden von Grenzen und den Kampf Geist über Körper geht..

    Was meint ihr?

    LG

    M_R
    Nehmen wir mal den Kalorienverbrauch als Bewertungsmaßstab anhand meines Beispiels:

    Den Marathon bin ich in 2:56h gelaufen. Bei meinem Gewicht, meiner Größe und meinem Alter ergibt das einen Gesamtkalorienverbrauch von 3152 kcal. Auf genau den gleichen Wert komme ich, wenn ich eine Zeit von 5:30h annehme.

    Das hätte ich nicht gedacht. Wer leistet nun mehr? Wie es den Anschein hat, leisten der 2:56h-Läufer und der 5:30h-Läufer das Gleiche.

    Phil

    Kalorienverbrauch Lauftraining Kalorienrechner Energiebedarf Joggen Laufen*- lauftipps.ch

    Nachtrag: Alles ist irgendwann schon einmal geschrieben, auch das Rad ist schon erfunden worden. Dennoch ist es legitim, in einem Forum über dieses Thema zu fachsimpeln. Das Thema des TE ist allemal interessanter als die Frage nach der richtigen Herzfreqenz.
    Zuletzt überarbeitet von Phil81 (19.04.2017 um 18:38 Uhr)

  19. #19
    läuft und läuft und läuft ... Avatar von GeorgSchoenegger
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    Von der physikalischem Arbeit natürlich gleich, nur muss man eben mehr Leistung aufwenden, um die Arbeit in weniger Zeit zu schaffen.

    Ich war schon immer der Meinung, dass jemand, der den M in PB 4h läuft (und davon vermutlich 1h in der Nähe des Maximalpuls herumeiert) seinem Körper "Schlimmeres" antut als der durchtrainierte Läufer, der das in 2h30 macht (und davon vermutlich 15min am MaxPuls).
    "Only that day dawns to which we are awake." - H.D.Thoreau
    Meine Wettkämpfe in der km-Spiel Tabelle
    Meine Lauf-Fotoalben (mit vielen Tiroler Laufstrecken)

  20. #20
    Avatar von hardlooper
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    Bei meinem ersten Marathon, damals war das Ziel noch am Kudamm - Kranzlereck, meinte der Sprecher, dass jetzt die Läufer und Läuferinnen kämen, die seit 5-Stunden unterwegs wären, 5 Stunden würden eine besonders große mentale Ausdauer erfordern. Ich dachte damals: "Du Arsch, das ist doch jetzt noch brutto".

    So war's und so wird es immer bleiben.

    Ja, der Fette und auch der Spacke müssen ein Gewicht von A nach B tragen (damit ich was zur eigentlichen Frage schreibe). Und dass A und B fast immer dicht beieinander liegen ist das Absurde .

    Knippi
    Zuletzt überarbeitet von hardlooper (19.04.2017 um 19:24 Uhr) Grund: dass

  21. #21
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    Viele sagen dann auch, dass die HELFER eigentlich mehr zu bewundern sind.

    ( z.B Stichwort 6h eine abgesperrte Nebenstra0e zu " bewachen "



    Zitat Zitat von -Auftrags-Griller- Beitrag anzeigen
    Wohl wahr.
    Trotzdem muss ich gestehen, dass mich diese Frage auch schon das eine oder andere Mal beschäftigt hat, insbesondere in Zeiten, wo mir im Bekannten- und Freundeskreis zu Laufergebnissen, wie letztens dem Marathon gratuliert oder Anerkennung beigemessen wird. Da ist eigentlich, wohl auch aus leichter Verlegenheit, stets meine Antwort, dass Läufer über der 4 Stunden Marke mehr zu bewundern sind.
    Spandelles likes this.

  22. #22
    Avatar von burny
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    In meiner Kindheit war eine der brennendsten Fragen:
    "Wer ist stärker: Tiger oder Löwe?"
    Darüber wurde heftig gestritten. Die jeweilige Antwort war zwar eine reine Glaubensfrage, aber dieser Glaube wurde vehement vertreten.

    Schön zu sehen, dass sich auch im Erwachsenenalter noch solch essentielle Fragen auftun, über die sich dann trefflich streiten lässt.

    Bernd
    Das Remake in Text und Bild.

    Infos zum Laufen und Vereinsgedöns gibt's auf www.sgnh-la.de

  23. #23

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    Zitat Zitat von M_R Beitrag anzeigen
    Hallo,

    beim letzten Marathon begann mich eine Frage zu beschäftigen, die viele mit Sicherheit als sinnlos, dämlich oder völlig am Thema vorbei einstufen werden.

    Ich mag ein Zitat sehr: "Ich höre oft Leute sagen, sie sind keine echten Läufer. Wir sind alle Läufer, einige rennen nur schneller als andere. Ich habe nie einen unechten Läufer gesehen."

    Ich bin in 3:23 gelaufen und war am Ende echt erschöpft. Aber beim gleichen Lauf sind auch Läufer nach 5:30 h ins Ziel gekommen.

    Physikalisch ist klar, dass ich die höhere Leistung hatte (Leistung = Arbeit / Zeit), aber darum geht es hier nicht.

    DENN:

    Wenn jemand an seiner Leistungsgrenze 5:30 h lang läuft und durchhält, hat er dann nicht eigentlich sogar mehr Respekt verdient, da er sich zwei Stunden länger gequält und angetrieben hat, um sein Ziel zu erreichen? Ist das nicht viel bewundernswerter, als die Leute, die quasi "wer schneller rennt hat eher Pause" machen?

    Ich weiß echt nicht, wie ich das bewerten soll.

    Letztlich kommt es auf ein Paradox hinaus: Je schneller man läuft, desto einfacher ist es, bis zum Ende durchzuhalten. Damit schrumpft der (für mich) interessanteste Teil des Marathons, indem es um das Überwinden von Grenzen und den Kampf Geist über Körper geht..

    Was meint ihr?

    LG

    M_R
    Auch auf die Gefahr hin, dass das hier schon jemand geschrieben hat:
    Warum stellt man sich überhaupt die Frage, welche Leistung mehr wert war? Fakt ist, der Eine läuft eine gute Zeit (3:23), der Andere eine, die man kaum noch laufen nennen kann (5:30). Da muss man sonst gar Nichts bewerten.
    Für mich liest sich das dann eher so, dass Jemand eine gute Zeit erreicht hat und sich dann noch als großmütig und edel darstellen muss, indem er ganz demütig die anderen Leistungen als noch viel besser und höher als seine Eigene bezeichnet.
    schauläufer likes this.

  24. #24
    Bio
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    Der sibirische Tiger ist m.E stärker als der Löwe,
    im Zoo erlebt, wenn er sich aufrecht stellt, richtige Muskelpakete , beim Löwen im Gegensatz dazu viel Fell........

  25. #25
    Bio
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    Zitat Zitat von AchatSchnecke Beitrag anzeigen
    ). Da muss man sonst gar Nichts bewerten.
    .
    Thema Zeitgeist, in den 80ger gab es Marathons mit 4h Zeit Limit , heute gibt es welche mit 6,5 h, so laßt uns die modernen Zeiten zelebrieren und lobend erwähnen, denn damals sind diese 5h Läufer leider nicht ins Ziel und zu Ihrer wohlverdienten Anerkennung gekommen

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