
Deriba Merga
Deriba Merga (seltener: Deribe Merga; voller Name: Deriba Merga Ejigu) ist ein äthiopischer Langstreckenläufer, der sich auf die Marathondistanz spezialisiert hat. Er wurde am 26. Oktober 1980 in Nekemte geboren und hat bei einer Körpergröße von 1,69 m ein Wettkampfgewicht von 53 kg.
Merga, der der Volksgruppe der Oromo angehört, ist berüchtigt für seine offensive Renngestaltung und seine Tempoverschärfungen, die ihm viele Siege einbrachten. Allerdings ist er auch bekannt dafür, Rennen vorzeitig aufzugeben, wenn er frühzeitig keine Chance mehr sieht, mindestens unter die ersten drei zu laufen.
Karriere
International trat Merga erstmals bei der Straßenlauf-Weltmeisterschaft 2006 in Debrecen in Erscheinung. Über 20 Kilometer belegte er in 57:27 Minuten den sechsten Platz und führte die äthiopische Mannschaft zur Bronzemedaille in der Nationenwertung. 2007 wurde er beim Paris-Marathon in 2:13:33 Stunden Elfter. Bei der Straßenlauf-Weltmeisterschaft im selben Jahr in Udine wurde er über die Halbmarathondistanz in 59:16 Minuten Vierter und holte eine weitere Bronzemedaille in der Mannschaftswertung. Einige Wochen später belegte er beim Fukuoka-Marathon hinter dem Kenianer Samuel Wanjiru in neuer persönlicher Bestleistung von 2:06:50 Stunden den zweiten Rang.
Die Saison 2008 eröffnete Merga mit einem Sieg beim World's Best 10K in San Juan. Beim London-Marathon wurde er in 2:06:38 Stunden Sechster. Als zweitschnellster Äthiopier des Jahres hinter Haile Gebrselassie schaffte er damit die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking. Dort sorgte Merga in seiner typisch aggressiven Art von Beginn an für ein hohes Tempo. Erst fünf Kilometer vor dem Ziel musste er seiner offensiven Renntaktik Tribut zollen und verlor den Anschluss an Samuel Wanjiru und den Marokkaner Jaouad Gharib. Auf den letzten Metern wurde Merga dann von seinem Landsmann Tsegay Kebede sogar noch auf den vierten Rang verdrängt.
Im Januar 2009 meldete sich Merga mit einem Sieg beim Houston-Marathon zurück, wo er mit 2:07:52 Stunden den zwanzig Jahre alten Streckenrekord um über zwei Minuten unterbot. Beim RAK-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde er in 59:18 Minuten den dritten Platz. Merga hatte das Rennen über weite Strecken angeführt und mit seiner Zwischenzeit von 41:29 Minuten bei Kilometer 15 den Wetlrekord des Kenianer Felix Limo eingestellt. Im April gewann er den Boston-Marathon mit einer Zeit von 2:08:42 Stunden. Außerdem gewann er im selben Jahr zwei 10-Kilometer-Rennen in Ottawa und Bangalore. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin gab er das Marathonrennen vorzeitig auf, nachdem er nach 35 Kilometern der Spitzengruppe nicht mehr folgen konnte. Kurz darauf verteidigte beim Halbmarathon in Neu Delhi seinen Titel in 59:54 Minuten.
Im Februar 2010 startete Merga wieder beim RAK-Halbmarathon, gab das Rennen jedoch wenige Kilometer vor dem Ziel auf. Bei einer Pressekonferenz kurz vor dem Boston-Marathon erklärte er, dass familiäre Probleme seit längerer Zeit zu schafften machten und seine Vorbereitung behindert hätten.
Beim Lake Biwa Marathon in Japan 2011 beendete Merga als Zweitplatzierter hinter Wilson Kipsang das Rennen in einer Zeit von 2:09:13 Stunden.
Bestleistungen
- 10.000 m: 27:02,62 min, 26. Mai 2007, Hengelo
- 10 km: 27:24 min, 23. Mai 2009, Ottawa
- 15 km: 41:29 min (Durchgangszeit), 20. Februar 2009, Ra’s al-Chaima
- 20 km: 56:13 min (Durchgangszeit), 14. Oktober 2007, Udine
- Halbmarathon: 59:15 min, 9. November 2008, Neu Delhi
- 25 km: 1:13:58 h, 24. August 2008, Peking
- 30 km: 1:28:30 h (Durchgangszeit), 13. April 2008, London
- Marathon: 2:06:38 h, 13. April 2008, London

