
Irina Mikitenko
Irina Mikitenko ist eine deutsche Langstreckenläuferin kasachischer Herkunft. Geboren wurde sie als Irina Wolynskaja am 23. August 1972 in Bakanas im Gebiet Almaty.
Irina Mikitenko ist 1,58 m groß, wiegt 49 kg und ist mit ihrem Trainer Alexander Mikitenko verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat. 1999 wechselte sie vom TV Gelnhausen zur LG Eintracht Frankfurt, für die sie bis Ende 2005 startete. Von 2006 bis 2010 lief Mikitenko für den TV Wattenscheid, Anfang 2011 kehrte sie zum TV Gelnhausen zurück. Für das Jahr 2008 wurde ihr vom DLV die Auszeichnung Leichtathletin des Jahres verliehen.
Ihr Schwiegervater Leonid war Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko-Stadt mit einer Bestzeit von 13:36 min über 5.000 m. Sie selbst wandte sich im Alter von 14 Jahren dem Langstreckenlauf zu.
Unter ihrem Geburtsnamen Wolynskaja startete sie für Kasachstan bei den Olympischen Spielen 1996 im 5.000-Meter-Lauf und schied dort im Vorlauf aus. Da sie deutsche Vorfahren hat, zog sie 1996 als Spätaussiedlerin mit ihrem Mann nach Hessen.
1998 wurde sie Deutsche Meisterin im 10.000-Meter-Lauf. Im Jahr darauf brach sie im 5.000-Meter-Lauf zunächst mit 14:54,32 min den deutschen Rekord von Kathrin Weßel, wurde Deutsche Meisterin über diese Distanz, verbesserte als Vierte der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1999 in Sevilla ihren Rekord auf 14:50,17 und stellte kurz darauf am 7. September 1999 in Berlin mit 14:42,03 die aktuelle deutsche Rekordmarke auf.
Ein Jahr später wurde sie Deutsche Meisterin im Crosslauf, verteidigte ihren nationalen Titel über 5.000 Meter, brach am 11. August 2000 in Zürich mit 8:30,39 min den 17 Jahre alten Rekord über 3.000 Meter von Brigitte Kraus und wurde bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney Fünfte über 5.000 Meter. Denselben Platz über dieselbe Distanz belegte sie bei der WM 2001 in Edmonton. Aus dem Jahr 2001 stammt auch ihre Bestzeit über 10.000 m (31:29,55 min).
2003 stellte sie als Siegerin beim Paderborner Osterlauf mit 31:28 den damaligen deutschen Rekord im 10-km-Straßenlauf auf und gewann den Bietigheimer Silvesterlauf. Bei den Olympischen Spielen 2004 wurde sie Siebte über 5.000 m.
Nach einer Babypause kehrte sie 2006 ins Wettkampfgeschehen zurück und wurde Deutsche Meisterin über 5.000 und 10.000 m. Bei der Europameisterschaft 2006 wurde sie Neunte, einen Platz hinter ihrer Dauerkonkurrentin Sabrina Mockenhaupt. Diese konnte sie allerdings kurze Zeit später schlagen, als beide ihr Halbmarathon-Debüt beim Köln-Marathon gaben.
2007 wurde sie hinter Benita Johnson Zweite beim Berliner Halbmarathon in ihrer persönlichen Bestzeit von 1:09:46 h. Am 2. September 2007 wurde sie in Bad Liebenzell Deutsche Halbmarathonmeisterin in 1:10:03.
Am 30. September 2007 gab sie beim Berlin-Marathon ihr Debüt über diese Strecke. Mit einer Zeit von 2:24:51 h wurde sie Zweite und qualifizierte sich auf Anhieb für den Marathon der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Dies war das schnellste Marathondebüt einer deutschen Läuferin aller Zeiten.
2008 stellte sie zunächst beim Paderborner Osterlauf mit 1:08:51 einen Streckenrekord und eine persönliche Bestzeit im Halbmarathon auf. Danach siegte sie am 13. April beim London-Marathon in 2:24:14 und verbesserte den neun Jahre alten deutschen Rekord von Katrin Dörre-Heinig. Wegen einer hartnäckigen Beckenverletzung sagte sie am 1. August 2008 ihren Start bei den Olympischen Spielen ab. Nach ihrer Genesung sicherte sie sich am 13. September 2008 in Karlsruhe den deutschen Meistertitel im 10-km-Straßenlauf. Mit ihrer Siegerzeit von 30:57 verbesserte sie den von ihr gehaltenen deutschen Rekord um 31 Sekunden und belegte zugleich den ersten Platz in der Weltjahresbestenliste.
Beim Berlin-Marathon am 28. September 2008 verbesserte sie ihren eigenen deutschen Rekord um fast fünf Minuten auf 2:19:19, dies ist gleichbedeutend mit Rang vier der Weltbestenliste. Am 2. November 2008 wurde Mikitenko der Jackpot der World Marathon Majors (WMM) in Höhe von 500.000 US$ zugesprochen, nachdem Gete Wami und sie mit jeweils 65 Punkten die Wertung nach Abschluss der Serie 2007/08 gemeinsam anführten. Den Ausschlag zugunsten Mikitenkos gab die Tatsache, dass sie ihre Punkte in nur drei Rennen gegenüber vier ihrer Vorgängerin sammelte.
2009 startete sie im März mit einem dritten Platz beim Rom-Ostia-Halbmarathon in 1:11:01 h in die Wettkampfsaison. Am 11. April siegte sie wie im Vorjahr beim Paderborner Osterlauf, diesmal allerdings auf der 10-km-Strecke in 31:22 min. Zwei Wochen später gewann sie erneut den London-Marathon in einer Zeit von 2:22:11 h mit einer Minute Vorsprung vor der Britin Mara Yamauchi. Danach galt Mikitenko als Mitfavoritin für den Sieg im Marathonlauf bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin. Wenige Tage vor der Veranstaltung sagte sie jedoch ihre Teilnahme ab. Nach dem Tod ihres Vaters zwei Wochen zuvor konnte sie sich nicht mehr auf ihr Training konzentrieren und gab an, deshalb nicht mehr die nötige Form für einen Start bei der Weltmeisterschaft zu besitzen. Stattdessen trat sie zwei Monate später beim Chicago-Marathon an, wo sie in 2:26:31 h den zweiten Platz belegte. Damit sicherte sie sich erneut den Gesamtsieg in der WMM-Serie.
2010 verpasste sie beim London-Marathon ihren dritten Sieg in Folge, als sie das Rennen verletzungsbedingt vorzeitig aufgeben musste. Irina Mikitenko litt an einer Knochenhautentzündung und einer Reizung des Muskelansatzes im linken Unterschenkel. Erst im Juli 2010 konnte sie wieder 100-prozentig trainieren.
Am 17. April 2011 wurde Mikitenko Siebte beim London-Marathon mit einer Zielzeit von 2:24:24 Stunden.
Bestleistungen:
- 1.500 m: 4:06,08 min, 9. Juni 2001, Dortmund
- 3.000 m: 8:30,39 min (Deutscher Rekord), 11. August 2000, Zürich
- 5.000 m: 14:42,03 min (Deutscher Rekord), 7. September 1999, Berlin
- 10.000 m: 31:29,55 min, 7. April 2001, Barakaldo
- 10-km-Straßenlauf: 30:57 min (Deutscher Rekord), 13. September 2008, Karlsruhe
- Halbmarathon: 1:08:51 h, 22. März 2008, Paderborn
- Marathon: 2:19:19 h (Deutscher Rekord), 28. September 2008, Berlin
Erfolge
- Fünfte der Olympischen Spiele 2000
- Siebte der Olympischen Spiele 2004
- Vierte der WM 1999, Fünfte 2001
- Neunte der EM 2006
- Zweite beim Europacup 1999 und 2000
- Zweite der Europaen 10.000 m-Challenge 1999 und 2001
- Siegerin London-Marathon 2008, 2009,
- Siegerin Berlin-Marathon 2008, Zweite 2007
- Zweite Chicago-Marathon 2009
- Deutsche Meisterin 1999 und 2000, 2006, Zweite 2004
- Deutsche Hallenmeisterin 2001 und 2003 (1500 m / 3000 m)
- Deutsche 10.000 m-Meisterin 1998, 2006 und 2008, Zweite 2004 und 2007
- Deutsche Meisterin 10 km Straßenlauf 2006, 2007 und 2008
- Deutsche Meisterin Halbmarathon 2007
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