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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kaiser-Marathon und Eiger Ultra E51 realistische Träume?



Fiambu
06.03.2019, 11:55
Hallo zusammen,

ich laufe seit nun ca 1 Jahr mit stetig steigendem Umfang an km und Zeit, aber auch mit stetig steigender Freude :D

nun gehöre ich nicht zu den schnellsten Läuferinnen, werde zwar besser, aber für mich interessant sind eigentlich die langen und nicht ganz so schnellen Läufe. Die machen mir richtig Spaß!

Dieses Jahr laufe ich 3 HM Rennen, einmal 10 km Rennen und noch den Lake Run Möhnesee. Die HM Distanz werde ich hoffentlich beim Osterlauf mit 2:20 - 2:15 schaffen, und im Oktober möchte ich gerne in Lübeck die 2:10 knacken...
Ab dem Herbst möchte ich mich dann allmählich auf die Marathon-Distanz wagen und dafür trainieren und den im Frühjahr dann auch gerne laufen. Also 2020.

Meine eigentlichen Träume sind die Berge! Ich wandere sehr viel dort und erklimme auch gerne über Klettersteige Gipfel. Die Berge sind mir also nicht fremd und ich habe eine Vorstellung davon, was es bedeutet, 2500 hm zu gehen/laufen....

Aber eben das laufen in den Bergen ist auch das, was mich unheimlich für mein jetziges Training motiviert.

Folgendes: Ich möchte gerne Oktober 2020 den Kaisermarathon laufen. Ich bin sehr oft dort in der Gegend zum Urlaub machen und habe eine Idee davon, wie steil der Schluss des Marathons zur Hohen Salve hoch ist. Trotzdem reizt es mich sehr, einfach um auch in dieser wunderschönen Gegend zu laufen.
Gerne würde ich dann auch im Sommer 2021 mal den Eiger Ultra Trail E51 laufen, das ist ja sozusagen der "Panorama"-Lauf.

Ich wohne am Anfang vom Sauerland, kann also ein wenig Höhe in mein Training einbauen. Zur Zeit laufe ich ca 50 km / Woche mit 4 x Training / Woche.

Mein Ziel ist also dieses Jahr den HM gut zu schaffen, nächstes Jahr den M und den Kaisermarathon und 2021 dann gerne den Eiger.
Jetzt kann man natürlich sagen: "Hat die eine Macke? Warum denkt die jetzt schon an 2021?!" - zurecht. :tocktock: :hihi:

Jetzt kommt das ABER: diese Vorstellung motiviert mich so stark beim Laufen...die Berge sind echt meine Seelenheimat und ich würde gerne beides Verbinden.
Auch bei mir zu Hause hier laufe ich gerne "off Road" und am liebsten die langen langsamen Läufe, sodass ich mir sehr gut vorstellen kann, im Trail und evtl. Ultra-Bereich mal zu landen. "Zeiten reißen auf Asphalt" in den üblichen Wettkämpfen kann ich mir nicht vorstellen.

Daher nun meine Frage an die erfahrenen Ultra und Trail-Läufer hier: ist dies machbar? ist das überhaupt realistisch? Ihr habt die Entwicklung ja schon hinter euch und könnt daher sagen, wie es normalerweise abläuft...

Natürlich werden einige sagen "das ist viel zu früh" und andere "mach doch einfach, merkst ja,, ob es klappt" - das ist mir schon klar und auch ok.

Aber ich hätte ja gerne eine Tendenz, bzw. würde da gerne aus den Erfahrungen der anderen schöpfen :zwinker5:

https://runalyze.com/dashboard

ich bin mir nicht sicher, ob der link hier vom meinem Runalyze funktioniert. Zumindest ist es darüber für euch möglich zu sehen, was ich bisher laufe und ob dies für mein Vorhaben so zumindest ein Anfang ist.

Ich bin 45 Jahre, 168 cm und (noch) 73 kg mit Abwärtstrend... :nick:

und nun bin ich gespannt, was so als Ideen und Meinungen von euch kommt. :hallo:

JoelH
06.03.2019, 12:05
https://runalyze.com/dashboard

ich bin mir nicht sicher, ob der link hier vom meinem Runalyze funktioniert.

Funktioniert so nicht

Du musst diesen Link

https://runalyze.com/athlete/JoelH (anstatt JoelH deinen Runalyze - Nutzernamen angeben)

verwenden. Da kommst du hin wenn du in deinem Dashboard oben rechts auf deinen Namen klickst und dann auf "Öffentliche Athletenseite"

70146

Fiambu
06.03.2019, 12:10
Oh, danke,

hiermit müsste es gehen:

https://runalyze.com/athlete/Fiambu (https://runalyze.com/athlete/Fiambu)

bones
06.03.2019, 12:19
Zur Zeit laufe ich ca 50 km / Woche mit 4 x Training / Woche.

Auch bei mir zu Hause hier laufe ich gerne "off Road" und am liebsten die langen langsamen Läufe..


Für Dein Vorhaben solltest Du Deine Liebe aber nicht so vernachlässigen.:D

Fiambu
06.03.2019, 12:57
Für Dein Vorhaben solltest Du Deine Liebe aber nicht so vernachlässigen.:D

Hallo Bones.
Meinst du meine Liebe zum Laufen oder zu den Bergen?
Diese Woche habe ich laut Trainingsplan Regeneration und halte mich dran. ;-)
Und in 2 Wochen bin ich wieder für 5 Tage in den Bergen. 😎🤗

bones
06.03.2019, 13:28
Nein, die Liebe zu den langen, langsamen Läufen. Deine WKM bei 4 Lauftagen deuten auf eher kürzere Läufe hin

Fiambu
06.03.2019, 13:38
Ach so. Naja, zur Zeit sieht der Trainingsplan nur 1 pro Woche vor. Ist ja jetzt erst auf HM ausgelegt. Und da halte ich mich erstmal dran. 😉
Ab Herbst kommen dann mehr dazu. Besonders über den Winter.

Ich muss ja auch noch meine pace verbessern. Das ist erstmal Ziel für dieses Jahr.

Und dann kann ich mich mehr meiner Liebe der LL hingeben 🤗

hardlooper
06.03.2019, 14:52
Und dann kann ich mich mehr meiner Liebe der LL hingeben 珞

Wer ist LL?

Knippi:D

Fiambu
06.03.2019, 14:54
Wer ist LL?

Knippi:D

In diesem Fall Langer (langsamer) Lauf

JoelH
06.03.2019, 15:32
Um mal zum Thema zurück zu kommen.

Die Frage ist halt wie schnell du die Berge hoch kommst. Da gibt es ja Zeitlimiten. Die erscheinen auf den ersten Blick nicht arg hart. Aber mach mal einen Berglauf bei dir im Sauerland mit, ihr habt ja auch einige Hügel da rum stehen. Mit welchen Speeds du da hoch kommst und ob du das auch über die 3-10 fache Distanz kannst.

Zugute muss man dir halten, du planst langfristig. Aber für dieses Unternehmen ist das schon kurz genug in meinen Augen. Aber ich hab auch keine Ahnung, ich finde Strecke jenseits der 30km nicht wirklich erstrebenswert ,viel zu weit. Und Höhenangst hab ich auch, also für mich ist das nix.

Fiambu
06.03.2019, 15:51
Hallo JoelH,

ja, da hast du Recht. Das Zeitlimit beim E51 liegt bei 14 h. Macht im Schnitt 4 km/h, wenn ich mit insgesamt 1,5 Std Pause für mich rechne. Das ist schon recht zackig... Wenn ich Bergsteigen gehe, mache ich die 1500 hm mit 3,3 km/h bisher (so laut meinen Aufzeichnungen vom letzten Sommer) und da sind ja knifflige Klettersteige mit drin und Warteschlange an den Steigen ;-) Aber natürlich ist das nicht über 51 km!!

Wenn die Tage länger werden, will ich mal den Briloner Kammweg wandern (49 km und 1390 hm), um mal ein Gefühl für die Distanz zu bekommen und mal zu sehen, was meine Beine zu so einer Distanz sagen.
Und so in der Art dachte ich mir dann auch mal für den Eiger zu trainieren, aber erst ab Sommer nächsten Jahres in Form von richtig laufen.

Dieses Jahr bin ich auch wieder mindestens 4 x in den Bergen und da will ich mal antesten, wie berghoch "laufen" / schnellesgehen (wie es beim Trail ja eher gemacht wird) sich anfühlt. :zwinker2:

JoelH
06.03.2019, 16:00
schau dir mal das z.B. an

https://www.strava.com/activities/1085083378

kannst du dir das vorstellen? Also die Tempi? Du läufst auf der Ebene nicht viel schneller. Also ich glaube aktuell hast du da keine Chance auf das Zeitlimit, aber ich drück die Daumen.

Fiambu
06.03.2019, 16:09
kannst du dir das vorstellen? Also die Tempi? Du läufst auf der Ebene nicht viel schneller. Also ich glaube aktuell hast du da keine Chance auf das Zeitlimit, aber ich drück die Daumen.

richtig, aktuell laufe ich das auf der Ebene und hätte da überhaupt keine Chance... :)

ich bleibe aber optimistisch.:D meine Pace konnte ich in den letzten 3 Monaten um 1 min/km verbessern und habe noch ca 1 1/2 Jahre Training vor mir...

Es ist wirklich schwer einzuschätzen, ob es zu schaffen ist in der Zeit, die ich für das Training habe. Daher würde ich ja auch gerne aus den Erfahrungen der anderen Trail-Läufer hier, die solche Entwicklung schon gemacht haben, zehren.

Meine jetzige Einschätzung ist: nicht die Schnelligkeit wird das Problem sein, sondern die Distanz mit den Höhenmetern, die Kraft kostet. Und das ist etwas, was schwer einzuschätzen ist, finde ich.

SEhr
06.03.2019, 16:26
Hallo Fiambu,

ich finde langfristige Ziele super. Habe ich auch und verfolge diese auch dauerhaft.

Von daher lass Dir Deinen Plan nicht madig reden und verfolge Ihn kontinuierlich.
Ob dein Ziel zu schaffen ist, hängt ja von mehreren Faktoren ab, die man jetzt noch nicht wirklich kennt. Insbesondere ist das beim Training die Verletzungsfreiheit.

Bleib einfach dran und lauf mit Freude, dann erreichst Du Deine Ziele auch.
Trainingsfleiß wird in jedem Fall irgendwann belohnt

RunningPotatoe
06.03.2019, 17:21
Hallo Fiambu,

vorab: ich bin kein Marathon- oder gar Ultraläufer, kann also hier nur theoretisieren.

Wenn du deine Fernziele (Ultradistanzen, Marathons mit > 2000 Hm) als solche, nämlich als "Fern"ziele akzeptierst, spricht überhaupt nichts dagegen, dass die irgendwann Wirklichkeit werden. Das sind deine Träume und du musst sie nur beharrlich weiterträumen. Jemand anderes mag die vielleicht nachvollziehen können oder auch nicht - völlig egal. Träume sind frei.

Wenn du an diese Träume aber so konkrete und knapp bemessene Jahreszahlen dran schreibst, dann kommen mir schon doch einige Bedenken. Wenn ich dein Eröffnungsposting richtig lese, bist du noch keinen einzigen HM gelaufen, weißt also noch gar nicht, wo du stehst. Vielleicht ist dieser Eindruck aber auch falsch und nur der Tatsache geschuldet, dass du über dein bisheriges Training so rein gar nichts rausgelassen hast.

Wenn ich mal unterstelle, dass deine Tempoziele für dieses Jahr realistisch sind, dann meine ich, dass du dir noch ein weiteres Jahr gönnen solltest, um auf dieser Distanz das Tempo noch deutlich zu steigern. Denn für dein Marathontraining und erst recht für die Ultras danach wirst du sehr viele Trainingskilometer kloppen müssen. Und die wirst du leichter überstehen, wenn dein Tempo für die vielen entspannten Trainingsdauerläufe eher bei 5:xx als bei 7:xx/km liegt. (Das hat auch etwas mit einer zu erwerbenden Laufökonomie zu tun.)

Sicher gibt es hier eine Menge Leute, für die es schon das Größte wäre, einen Marathon nur irgendwie vorm Besenwagen zu finishen, aber für deine Ziele kann das keine Messlatte sein. Du willst viel mehr, also muss ein schlichter Marathon zu deinem Grundhandwerkszeug gehören, den du mehrfach im Jahr - quasi beiläufig - laufen kannst, ohne dich zu überfordern. Das dauert m.E. länger als bis 2020.

Wenn du dich 2019 auf die HM-Distanz konzentrierst, kannst du ja schon mal damit beginnen, Berge spielerisch in dein Training einzubauen. 2020 dann mal richtig an der Beinkraft arbeiten (machst du hoffentlich jetzt schon begleitend im Studio oder zu Hause ?) und verstärkt in die Hügel gehen, zunehmend Trailläufe und -wettkämpfe einstreuen. 2020 dann einen flachen Frühjahrsmarathon. Und dann mal schauen, ob der dich wirklich so schrecklich unterfordert, dass du dich davon dann gleich im Oktober am Wilden Kaiser "erholen" musst.:D Sollte das erst 2022 geschehen, wäre das aber auch kein Beinbruch, sondern sehr normal und vernünftig.

Egal wie du dich entscheidest - wichtig ist aber, dass du auf dem Weg dorthin immer auf deinen Körper hörst und ihm die notwendigen Ehrenrunden gönnst, wenn er danach verlangt. Ansonsten befürchte ich, dich bald hier im Achilles-Faden oder ähnlichen Gruselkabinetten wiederzusehen (Patellasehne wäre auch ein heißer Kandidat). :nene:

Wie auch immer - träume deine Ziele ganz groß, aber mache die nächsten Schritte, einen nach dem anderen, klein und mit viel Bedacht und Umsicht. Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg! :daumen:

Fiambu
06.03.2019, 17:46
Hallo Fiambu,

ich finde langfristige Ziele super. Habe ich auch und verfolge diese auch dauerhaft.

Von daher lass Dir Deinen Plan nicht madig reden und verfolge Ihn kontinuierlich.
Ob dein Ziel zu schaffen ist, hängt ja von mehreren Faktoren ab, die man jetzt noch nicht wirklich kennt. Insbesondere ist das beim Training die Verletzungsfreiheit.

Bleib einfach dran und lauf mit Freude, dann erreichst Du Deine Ziele auch.
Trainingsfleiß wird in jedem Fall irgendwann belohnt

Danke :daumen: das sehe ich auch so. Und gerade Verletzungsfreiheit ist wichtig. Ich achte wirklich sehr auf meinen Körper und gönne ihm Ruhe, in der Regel schon, bevor er es verlangt. :zwinker5:

@RunningPotato:

Wenn du an diese Träume aber so konkrete und knapp bemessene Jahreszahlen dran schreibst, dann kommen mir schon doch einige Bedenken. Wenn ich dein Eröffnungsposting richtig lese, bist du noch keinen einzigen HM gelaufen, weißt also noch gar nicht, wo du stehst. Vielleicht ist dieser Eindruck aber auch falsch und nur der Tatsache geschuldet, dass du über dein bisheriges Training so rein gar nichts rausgelassen hast.

Das ist richtig. Im WK bin ich noch keinen HM gelaufen, nur in meinen Langen Läufen, aber halt entspannt. Und das wird sich ja dieses Jahr zeigen, wie ich im WK die Sache mit dem Marathon nächstes Jahr sehe. Runalyze gibt mir aufgrund meiner Trainings eine Zeit von 2:11 für den HM an... das halte ich aber noch für zu schnell...aber das werde ich ja auch sehen.
Beinkraft mache ich jetzt regelmäßig zu Hause in Form von Kniebeugen und Ausfallschritten, allein um die Knie auch zu schützen. Ich gehe auch gerne auf mein Balance Pad, um die kleinen Bänder zu trainieren.

Aber ich finde deinen Beitrag sehr wertvoll, denn es ist für mich tatsächlich schwer einzuschätzen, wie mein Körper auf die Mehrbelastung reagieren wird. Ich bin ja auch kein Jungbrunnen mehr... und Verletzungen will ich auf keinen Fall.
Natürlich ist das mit dem Kaisermarathon 2020 nicht in den Stein gemeißelt, aber erstmal die Motivation für mich, dieses Jahr auch ernsthaft des öfteren HM zu laufen und einen Idee von den Distanzen zu bekommen.
Und darum finde ich deine Idee auch ganz gut, mehrere M zu laufen, bevor man sich an die Höhe wagt. Damit man sich sozusagen auf bekannter Distanz dann mal der Höhe aussetzen kann. Das nehme ich mir auf jeden Fall mal als Tip mit. :daumen:

Es ist natürlich richtig, die vielen km zu kloppen mit einer schnelleren Pace, allein weil schon weniger Zeit drauf geht. :D Zumindest ist in Sachen Pace eine Entwicklung bei mir zu sehen... ob ich aber jemals auf eine 5:00er Pace komme mit meinen 45 Jahren???!!! :gruebel: Auch das werde ich ja sehen. Tempotraining und Intervalltraining sind auf jeden Fall dieses Jahr immer mit jeweils 1x/Woche drin.


Wie auch immer - träume deine Ziele ganz groß, aber mache die nächsten Schritte, einen nach dem anderen, klein und mit viel Bedacht und Umsicht. Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg!

:daumen: Danke, das werde ich!!

RunningPotatoe
06.03.2019, 18:29
Ich achte wirklich sehr auf meinen Körper und gönne ihm Ruhe, in der Regel schon, bevor er es verlangt.
Das ist m.E. der wichtigste Tipp, den man dir für dein Vorhaben mit auf den Weg geben kann. (Und wenn du ihn von dir aus schon beherzigst, umso besser.) Du wirst für die Erreichung deiner Ziele gerade deiner Orthopädie (Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder) extrem viel abverlangen müssen. Und diese haben nun mal die überaus blöde Angewohnheit, dass sie jede Überforderung erstmal klaglos mitmachen, ohne den geringsten Mucks. Und wenn sie sich dann mit Schmerzen melden, ist es oft schon zu spät; langwierige Laufpausen sind dann oft die Folge. Deshalb war ich über deinen sehr stramm formulierten Zeitplan etwas entsetzt. Wenn du aber bei jedem erreichten Zwischenschritt kritisch prüfst, ob du für den nächsten Schritt wirklich fit bist, dann sehe ich das entspannter. Dein jugendliches Alter (hey, ich bin 69!:D) sollte dir bei noch erheblichen Leistungssteigerungen nicht im Wege stehen. Da wirst du noch oft über dich staunen - versprochen! Wohl aber gilt es zu bedenken, dass der Körper der "Silver Agers" mehr Erholung braucht als bei den ganz jungen Hüpfern.


Beinkraft mache ich jetzt regelmäßig zu Hause in Form von Kniebeugen und Ausfallschritten, allein um die Knie auch zu schützen. Ich gehe auch gerne auf mein Balance Pad, um die kleinen Bänder zu trainieren. Sehr gut. Aber mach dich mal schlau zum Thema "Rumpfstabi für Läufer". Da gehört unbedingt auch die Stabilisierung der Hüfte dazu, d.h. Kräftigung von Adduktoren und Abduktoren. Etwas großzügiger könntest du vermutlich mit der Oberkörper-Stabi umgehen, wenn du regelmäßig für das Klettern trainierst. Da zieht man sich doch immer 1000x am einem Mittelfinger am Felsüberhang hoch, oder ? (Kriege halt irgendwie die Huber Buam nicht aus meinem Kopfkino raus, die in 2 Stunden den El Capitan raufrennen.)
:hihi:

Wichtig ist, nicht nur diejenigen Muskeln zu trainieren, die man für die reine Kraftentfaltung (z.B. bergauf) braucht, sondern immer auch die Antipoden, um muskuläre Dysbalancen zu vermeiden. Da kann man natürlich eine Riesenwissenschaft draus machen, aber mit einem universellen Rundum-Ganzkörper-Programm liegt man schon mal grob richtig.


Und darum finde ich deine Idee auch ganz gut, mehrere M zu laufen, bevor man sich an die Höhe wagt. Damit man sich sozusagen auf bekannter Distanz dann mal der Höhe aussetzen kann.
Das lässt sich ja auch schön ausbauen. Wenn der erste M völlig flach ist, wirst du ab KM 35 vielleicht doch ganz dankbar sein. Wenn der nächste dann 400 oder 600 Hm hat, ist das dann schon eine ordentliche Steigerung. 2400 Hm sind dann nochmal eine ganz andere Dimension.

Rauchzeichen
06.03.2019, 18:49
Ich würde es pragmatisch angehen - lauf nächstes Jahr im Frühjahr erstmal einen normalen Marathon, und dann kannst du weitersehen.
Für einen halbwegs passablen Marathon unter 5h musst du keine 5er Pace laufen.


Was hast du als Marathon angedacht? Rothaarsteig?
Wenn du dir nächstes Jahr im Frühjahr ein paar Höhemeter geben willst:
Bei uns hier in Waldeck-Frankenberg gibt es den „3 Berge Lauf“ http://la.sv-dodenhausen.de/?p=7148 -> 26km knapp 1000HM

burny
06.03.2019, 20:15
Vorweg: Ob deine Langfristziele realistisch sind oder nicht, kann ich nicht einschätzen. Dazu weiß man zu wenig und dazu sind Läufer auch zu unterschiedlich. Ich will aber einige Grundannahmen, die in manchem Beitrag sichtbar werden, zumindest relativieren.

2 Glaubensgrundsätze treten auf: a) Wer Ultra laufen will, muss (am besten mehrere) Marathons gelaufen sein. b) Wer Bergmarathon laufen will, muss Flachmarathon gelaufen sein. Auch wenn viele das so handhaben und der Ansatz nicht ganz verkehrt ist: Beides muss nicht sein. Es gibt nicht wenige Läufer, die das mit gutem Erfolg nicht so gemacht haben und mit den Ultrastrecken oder auch mit dem Bergmarathon gut klar kommen.

Das hat vor allem folgende Gründe:

Vergleich Marathon - Ultra:
Marathon ist eine Distanz, die - im Rahmen der individuellen Möglichkeiten - auf Geschwindigkeit gelaufen wird. Von den vorne um die Plätze laufenden Athleten abgesehen, laufen die langsameren Läufer den Ultra auf Ankommen: in "gemütlichem" Tempo, mit Pausen und ohne Quälfaktor, der von der Uhr herrührt. Damit kommen gerade weniger schnelle Läufer oft besser klar.

Vergleich Flachmarathon - Bergmarathon:
Auch hier ist der Bergmarathon in gewisser Weise "entspannter". Natürlich sind die Anstiege anstrengend, natürlich geht es bergab auf die Gelenke. Aber: die Belastung verteilt sich besser, es werden mehr und unterschiedliche Muskelgruppen angesprochen. 42,2 km auf flacher asphaltierter Strecke bedeutet immer gleiche Belastung, die dann auch zu Mikrotraumen und Muskelkater führt, von der zunehmenden Ermüdung ganz abgesehen. Beim Bergmarathon hat sich die "normale" Muskulatur nach einem anstrengenden Aufstieg wieder ein wenig erholt und man läuft leichter. Ebenso bedeutet der Wechsel in den Gehschritt für eine Steilpassage eine willkommene Abwechslung, wenn ein längeres Flachstück hinter einem liegt. Überhaupt: Bei einem "richtigen" Bergmarathon läuft - von den absoluten Spitzenläufern abgesehen - kein Mensch die Strecke durch. Ab einem bestimmten Steigungswinkel wäre der Versuch zu laufen reine Kraftverschwendung.

Wenn du Erfahrung mit Bergwanderungen hast, dürfte dir das zugute kommen. Wie gesagt, deine Möglichkeiten kann ich nicht einschätzen, aber 50 km/Woche derzeit sind nicht so schlecht. Darauf lässt sich aufbauen. Ich würde an deiner Stelle a) wie geplant generelle Wettkampferfahrung sammeln (10 km, Halbmarathon), b) mal im Training eine längere Strecke laufen, z. B. auch 40 km, um zu sehen, wie du damit klar kommst, und c) was Hügeliges bis Bergiges im Wettkampf machen, um auch da Erfahrungen zu sammeln. Dazu reichen erstmal auch 20 - 30 km, dafür lieber einige Steilpassagen dazwischen, z. B. im Siebengebirge, beim Brockenmarathon (als HM) o. ä.

Bernd

dicke_Wade
06.03.2019, 21:36
Meine jetzige Einschätzung ist: nicht die Schnelligkeit wird das Problem sein, sondern die Distanz mit den Höhenmetern, die Kraft kostet. Und das ist etwas, was schwer einzuschätzen ist, finde ich.
Die kostet nicht nur mehr Kraft sondern auch mehr Zeit. Es kann schon ein wenig zermürbend sein, wenn du am Ende bei den Anstiegen die Hände auf den Oberschenkeln mitbenutzen musst, weil die Beine allein nicht mehr hochkommen :wink:

Ich bin 2015 den Kaisermarathon "gelaufen" und das war bis dahin das Härteste, was mir an Bergläufen unter gekommen ist, selbst der Allgäu-Panaroama-Ultratrail war nicht so heftig für mich. Ich bin in 2015 den Hamburg Marathon in 3:45 gelaufen. Ich war im Spätherbst zwar nicht mehr so fit, aber doch noch gut in Schuss und habe dennoch 6:53:39 h benötigt. Ich habe nicht so viel getrödelt dabei, zumal mir damals das Zeitlimit im Nacken saß. Die hatten die Strecke verschärft, die CutOffs aber nicht angepasst. Okay, der Zeher vom Vorabend steckte auch noch in den Beinen, hatte ja die komplette Tour de Tirol gebucht. Das nur mal so, damit du eine Vorstellung davon hast, wie flache Läufe auf den Kaisermarathon in etwa umzurechnen sind.

Von Eiger hab ich dagegen keine Ahnung.

Ich will dir ums verrecken deine Ziele nicht ausreden, im Gegentum. Beide Läufe sind geil und machen jede Menge Spaß und sind als Motivation sehr gut. Nur hast du noch einen harten Trainingsweg vor dir und da könnte es sein, dass du da etwas länger brauchst als dir vorschwebt.

Gruss Tommi

Fiambu
07.03.2019, 07:33
Sehr gut. Aber mach dich mal schlau zum Thema "Rumpfstabi für Läufer". Da gehört unbedingt auch die Stabilisierung der Hüfte dazu, d.h. Kräftigung von Adduktoren und Abduktoren. Etwas großzügiger könntest du vermutlich mit der Oberkörper-Stabi umgehen, wenn du regelmäßig für das Klettern trainierst. Da zieht man sich doch immer 1000x am einem Mittelfinger am Felsüberhang hoch, oder ? (Kriege halt irgendwie die Huber Buam nicht aus meinem Kopfkino raus, die in 2 Stunden den El Capitan raufrennen.)

Ja, die Stabi mache ich auf jeden Fall und nachdem ich nun die Beiträge hier gelesen habe, habe ich mir jetzt vorgenommen, die Kraftübungen mit in meinen Trainingsplan und somit in meinem Kalender einzutragen, denn dann mache ich die auch wirklich regelmäßig mit ohne wenn und aber... :nick:
P.S.: ich sprach übrigens von Bergsteigen und nicht Klettern... :zwinker2: ich kann mich auch nicht an 2 Fingern hoch ziehen. Da benötige ich schon 1 oder 2 ganze Hände zum hoch kommen. :hihi:

Fiambu
07.03.2019, 07:51
Was hast du als Marathon angedacht? Rothaarsteig?
Wenn du dir nächstes Jahr im Frühjahr ein paar Höhemeter geben willst:
Bei uns hier in Waldeck-Frankenberg gibt es den „3 Berge Lauf“ http://la.sv-dodenhausen.de/?p=7148 -> 26km knapp 1000HM

Ja, das wäre eine gute Idee! :daumen: bisher habe ich noch nicht so richtig die Seiten gefunden, wo man Trail-Läufe finden kann. Wäre ja in geringerem Umfang nächstes Jahr mal möglich zum antesten.




Vergleich Marathon - Ultra:
Marathon ist eine Distanz, die - im Rahmen der individuellen Möglichkeiten - auf Geschwindigkeit gelaufen wird. Von den vorne um die Plätze laufenden Athleten abgesehen, laufen die langsameren Läufer den Ultra auf Ankommen: in "gemütlichem" Tempo, mit Pausen und ohne Quälfaktor, der von der Uhr herrührt. Damit kommen gerade weniger schnelle Läufer oft besser klar.

Vergleich Flachmarathon - Bergmarathon:
Auch hier ist der Bergmarathon in gewisser Weise "entspannter". Natürlich sind die Anstiege anstrengend, natürlich geht es bergab auf die Gelenke. Aber: die Belastung verteilt sich besser, es werden mehr und unterschiedliche Muskelgruppen angesprochen. 42,2 km auf flacher asphaltierter Strecke bedeutet immer gleiche Belastung, die dann auch zu Mikrotraumen und Muskelkater führt, von der zunehmenden Ermüdung ganz abgesehen. Beim Bergmarathon hat sich die "normale" Muskulatur nach einem anstrengenden Aufstieg wieder ein wenig erholt und man läuft leichter. Ebenso bedeutet der Wechsel in den Gehschritt für eine Steilpassage eine willkommene Abwechslung, wenn ein längeres Flachstück hinter einem liegt. Überhaupt: Bei einem "richtigen" Bergmarathon läuft - von den absoluten Spitzenläufern abgesehen - kein Mensch die Strecke durch. Ab einem bestimmten Steigungswinkel wäre der Versuch zu laufen reine Kraftverschwendung.

Wenn du Erfahrung mit Bergwanderungen hast, dürfte dir das zugute kommen. Wie gesagt, deine Möglichkeiten kann ich nicht einschätzen, aber 50 km/Woche derzeit sind nicht so schlecht. Darauf lässt sich aufbauen. Ich würde an deiner Stelle a) wie geplant generelle Wettkampferfahrung sammeln (10 km, Halbmarathon), b) mal im Training eine längere Strecke laufen, z. B. auch 40 km, um zu sehen, wie du damit klar kommst, und c) was Hügeliges bis Bergiges im Wettkampf machen, um auch da Erfahrungen zu sammeln. Dazu reichen erstmal auch 20 - 30 km, dafür lieber einige Steilpassagen dazwischen, z. B. im Siebengebirge, beim Brockenmarathon (als HM) o. ä.

Bernd

:hallo: Danke Bernd, dein Post hat mir viel Hoffnung gemacht und auch nochmal konkrete Ansätze, wie ich da vorgehen kann demnächst.
Und genau was du schreibst, ist auch meine Einstellung. Mir gefällt beim Bergmarathon, dass es nicht auf die Zeit ankommt (natürlich muss man ein Zeitlimit einhalten), sondern dass man die Abwechslung hat, auch mal die Landschaft einfach genießen kann (wenn man wieder einigermaßen schnaufen kann..) und viele Läufer dabei sind, die ähnliche Ziele und Ambitionen beim Laufen haben. Eben deswegen reizt mich das auch sehr.



Ich bin 2015 den Kaisermarathon "gelaufen" und das war bis dahin das Härteste, was mir an Bergläufen unter gekommen ist, selbst der Allgäu-Panaroama-Ultratrail war nicht so heftig für mich. Ich bin in 2015 den Hamburg Marathon in 3:45 gelaufen. Ich war im Spätherbst zwar nicht mehr so fit, aber doch noch gut in Schuss und habe dennoch 6:53:39 h benötigt. Ich habe nicht so viel getrödelt dabei, zumal mir damals das Zeitlimit im Nacken saß. Die hatten die Strecke verschärft, die CutOffs aber nicht angepasst. Okay, der Zeher vom Vorabend steckte auch noch in den Beinen, hatte ja die komplette Tour de Tirol gebucht. Das nur mal so, damit du eine Vorstellung davon hast, wie flache Läufe auf den Kaisermarathon in etwa umzurechnen sind.

Hallo Tommi,
RESPEKT!!! :daumen::daumen: Das ist ja eine super Leistung von dir und ich kann mir vorstellen dass es ein einmaliges Erlebnis war.
Die gesamte Tour de Tirol ist für mich noch völlig utopisch und unvorstellbar, wie man das schaffen kann. Da habe ich sehr großen Respekt vor!
War bei dir auch schon die Hohe Salve als Ziel beim Kaisermarathon?

Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob man den Flachmarathon so auf den Bergmarathon umsetzen kann. Zumindest kenne ich ein paar, die den Flachmarathon in 4:30 gelaufen sind und den Bergmarathon dann zwischen 8 und 9 Stunden. Kommt vlt auch mit deiner Umrechnung so ungefähr hin.
Wichtig für mich zu wissen an dieser Rechnung: Es wird für mich wohl über 10 Stunden sehr anstrengend sein und das ist etwas, worauf ich mich vorbereiten möchte. Also zum einen die Höhe, aber auch die Zeit, die ich unterwegs sein werde. Da wird sehr der Kopf eine Rolle spielen. :D

Ich danke euch auf jeden Fall schon mal für eure Antworten! :daumen:

Fazit für mich:
Es ist machbar,
1. solange ich nicht stur an meinem Plan festhalte und flexibel und ehrlich zu mir selbst bleibe.
2. solang ich das Training ernst nehme, so wie jetzt auch, und dabei immer wieder die Zähne werde zusammenbeißen müssen
3. weil ich nicht die erste und einzige bin, die sich so etwas vornimmt und mich andere noch nicht als komplett durchgedreht beurteilt haben.
4. weil ich bisher immer sehr zielstrebig war in meinen Vorhaben und einen Dickschädel habe, der mir "Beine macht"

:winken:

Fiambu
07.03.2019, 08:00
Ich überlege mir gerade, ob ich hier nicht einfach auch mal mein "Läufertagebuch" speziell in Bezug auf mein Training für meine Träume anfange. Dann kann man sich auch besser an Zweifel aber auch an die Höhen des Trainings erinnern lassen.

Chakotay
06.04.2019, 08:40
Dann will ich auch ein paar Erfahrungen beisteuern.

Vorab: Ich bin in eher untalentierter Läufer, der weder schnell noch besonders ausdauernd ist. Angefangen habe ich 2009 (damals 45 Jahre alt), 2010 bin ich den ersten Halbmarathon gelaufen, und 2011 und 2012 weitere (zwichen 2:20h und 1:53h), 2012 dann den Drachenlauf (27 km 900 Hm), 2013 einen flachen Marathon (Zürich 4:51h) .... und dann hatte ich eben, ähnlich wie du, immer schon einen Traum: Swissalpine K42 (1800 Hm) den ich mir zum 50. Geburtstag 2014 gegönnt habe. Das war dann allerdings (bei sehr schlechten Bedingungen: kalt, Regen) schon etwas ganz anderes als der flache Marathon: Kurzum ich habe 8.30 h gebraucht, und nicht jede dieser Stunden habe ich genossen. Ich hatte gedacht ich hätte gut trainiert (mit ca 75 WK und mehreren sehr hügeligen 30km Läufen) aber für die hochalpinen Anstiege war das wohl (für mch!) nicht ausreichend, ich würde, wenn ich so etwas nochmal machen würde, eher mal ein paar stramme Bergwanderwochenenden mit je 2 knallharten Tagestouren (gegebenenfalls kann man sich solche vielleicht auch im Sauerland basteln) einplanen um schnelles Bergaufgehen (weil Laufen ist da in unsrer Leistungsklasse eh nicht mehr) einzuüben.

Just my 2cents. Ansonsten viel Spaß!