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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prüfungsproblem offizieller Marathon WR



Tom_runner
09.05.2020, 22:01
Hallo liebe Laufbegeisterten,

ich bin Tom und bin 17 Jahre jung. Ich möchte dieses Jahr den Abschluss der allgemeinen Hochschulreife erwerben. Aus diesem Grund melde ich mich auch bei Ihnen.
Ich selber bin leidenschaftlicher Läufer und habe bereits mit 6 Jahren mein ersten Bambini-Lauf, hier in Berlin, absolviert. In den weiteren Jahren bin ich alle Strecken gelaufen bis zum Halbmarathon. Dadurch, dass Laufen für mich eine so große Leidenschaft ist, habe ich diese mir auch zur Aufgabe in meiner Abschlussprüfung gemacht.

In meiner 5. Prüfung im Abitur, geht es um eine Präsentation, wo ein, in Ansätzen, wissenschaftlich erarbeitetes Ergebnis präsentiert werden soll. Die Leitfrage für meine Präsentation lautet: „Inwiefern bleibt eine Marathonzeit von 01:59:40 künftig ‚Zukunftsmusik‘?“. Hierbei will ich an den neuen inoffiziellen Weltrekord von Eliud Kipchoge anknüpfen. Ich versuche, um meine Problemfrage zu beantworten, eine Prognose herzuleiten. Wichtig hierbei ist, dass ich mich nur auf den körperlichen Faktor konzentriere und von Anfang an von einer perfekten Strecke ausgehe, perfekte Schuhe, etc.. Heißt, ich habe mich bereits mit Laufökonomie, Atemtechniken, menschliche Anatomie, Laktat auseinandergesetzt. Um meine Argumentation für meine Prognose später zu stützen, will ich mir die Meinungen von Experten, wie Ihnen, zu Nutze machen.
Bis jetzt konnte ich leider noch nicht viele Antworten von meinen bisher gefragten Kandidaten einholen und probiere es nun mal in diesem Forum, um einfach mehr Leute zu erreichen. In den folgenden Zeilen möchte ich Ihnen ein kleinen Einblick in meine Fragen geben, falls Sie ein paar Antworten/Meinungen zu den Fragen können Sie mir diese hier oder auch über meine Mail hinterlassen.

Was die DSGVO betrifft, falls ich Ihre Antworten in meiner Präsentationszeit erwähne, würde ich gerne um Ihre Erlaubnis bitten den Namen und die Lauferfahrungen/Kenntnisse zu erwähnen, falls Sie diese Angaben auf dem Fragebogen ausfüllen. Diese Präsentation wird nicht weiterverwendet und auch nicht an Dritte weitergegeben.

Name*:
Lauferfahrung*:



Wann wäre eine Zeit von unter zwei Stunden machbar?
Wie viel Arbeit macht das Zusammenspiel von Laufökonomie und Laktat aus?
Wie viel macht die Atemtechnik aus?
Wie stark kann eine Zeit von zwei Stunden genetisch bedingt sein?
Wie stark trägt der dauernde Aufenthalt in sehr hohen Höhen über dem Meeresspiegel zu einer Weltrekordzeit zu (Hämoglobin)?
Was ist Ihrer Ansicht nach wichtig am Körper des Athleten um eine Zeit von unter Zwei Stunden zu erreichen?
Warum ist ein Marathon unter zwei Stunden nicht möglich? (als offizieller WR)
Wie kann eine konstante Geschwindigkeit von etwa 21,1 km/h gehalten werden?
Welche physiologischen Voraussetzungen sind wichtig um ein Marathon in unter 2 Stunden zu laufen?
Ist Ihnen das Dokument von Micheal Joyner, über seine prognostizierte schnellste Zeit einen Marathon zu absolvieren, bekannt? Falls es Ihnen bekannt ist, wie schätzen Sie diese Ergebnisse ein?



*freiwillig

Ich freue mich auf ein paar Antworten. Recht herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Tom

Santander
10.05.2020, 18:42
Viele schwierige Fragen. Ich fange mal mit der ersten an:

Wann wäre eine Zeit von unter zwei Stunden machbar?

In Mitteleuropa auf jeden Fall nur im Frühjahr oder im Herbst. Dann liegen die Temperaturen in der Regel in günstigen Bereich von ca. 15 ° C. Bei wärmeren Temperaturen ist eine Bestleistung im Marathon so gut wie nicht möglich.

Tom_runner
10.05.2020, 20:27
Viele schwierige Fragen. Ich fange mal mit der ersten an:
Wann wäre eine Zeit von unter zwei Stunden machbar?

In Mitteleuropa auf jeden Fall nur im Frühjahr oder im Herbst. Dann liegen die Temperaturen in der Regel in günstigen Bereich von ca. 15 ° C. Bei wärmeren Temperaturen ist eine Bestleistung im Marathon so gut wie nicht möglich.

Ja klar, es sind sehr themenspezifische Fragen und ich bin auch froh, wenn man nur eine Frage beantwortet. Vielen Dank.

JoelH
11.05.2020, 09:21
Wann wäre eine Zeit von unter zwei Stunden machbar?

Die Frage ist unklar gestellt. Meinst du die Umstände, so wie Santander? Oder das Resultat sub2? Ersteres findest du auf der Seite von https://www.ineos159challenge.com da gibt es einen Artikel dazu warum sie genau zu jener Zeit in Wien gelaufen sind. Ansonsten, sub2 wurde schon gelaufen, zwar inoffiziell aber das liegt ja lediglich an künstlich geschaffenen Regeln, die irgendeiner mal geschaffen hat. Von daher liegt die Zeit schon in der Vergangenheit, 12.10.2019.


Wie viel Arbeit macht das Zusammenspiel von Laufökonomie und Laktat aus?
Die Frage verstehe ich nicht.


Wie viel macht die Atemtechnik aus?
Im Bezug auf was?


Wie stark kann eine Zeit von zwei Stunden genetisch bedingt sein?
Unwichtig. Im Bezug auf die Hautfarbe, wenn du darauf hinaus willst. Ansonsten ist die Genetik natürlich zu 100% wichtig, da sie für den Körperbau und damit die perfekte, benötigte Ergonomie nötig ist.

Wie stark trägt der dauernde Aufenthalt in sehr hohen Höhen über dem Meeresspiegel zu einer Weltrekordzeit zu (Hämoglobin)?
Offensichtlich jede Menge, ansonsten würden nicht alle Langstreckensportler der Welt nach Iten reisen.


Was ist Ihrer Ansicht nach wichtig am Körper des Athleten um eine Zeit von unter Zwei Stunden zu erreichen?
Die perfekte Ergonomie, Kipchoge ist da schon sehr genau dran mit seinem Körperbau. Ähnlich wie Usain Bolt bei den Sprintern.

Warum ist ein Marathon unter zwei Stunden nicht möglich? (als offizieller WR)
Sag du es mir.

Wie kann eine konstante Geschwindigkeit von etwa 21,1 km/h gehalten werden?
Schritt für Schritt, wie ein Metronom halt.

Welche physiologischen Voraussetzungen sind wichtig um ein Marathon in unter 2 Stunden zu laufen?
Schau dir einfach Kipchoges Physionomie an.


Ist Ihnen das Dokument von Micheal Joyner, über seine prognostizierte schnellste Zeit einen Marathon zu absolvieren, bekannt? Falls es Ihnen bekannt ist, wie schätzen Sie diese Ergebnisse ein?
Davon gehört, aber nie damit befasst.

klnonni
11.05.2020, 09:53
Über dieses Thema wurde schon viel geschrieben.
Hier ein Bericht mit Link zu einer Studie von Simon Angus von der australischen Monash Universität.
Der hat sich dem Problematik der Marathon Bestzeit mathematisch angenommen.
https://science.orf.at/v2/stories/2966866/

Vielleicht hilft Dir die Studie von Ihm weiter.

ruca
11.05.2020, 10:04
Wann wäre eine Zeit von unter zwei Stunden machbar?


Was willst Du hören? Anscheinend geht es Dir um einen offiziellen Weltrekord unter 2h, sonst hättest Du die Ineos-Challenge ja nicht ausgeklammert und würdest nicht von Zukunft reden.
Was sind für Dich ideale Strecke und Schuhe? Ja, die Schuhentwicklung ist aktuell gebremst, andere Hersteller holen aber zu Nike auf, wer sagt denn, dass da niemand demnächst noch ein paar % herausholen kann?
Und Strecke: Die letzten 7 Weltrekorde sind in Berlin gelaufen worden. Ja, die Strecke ist schnell - aber auch nicht perfekt. Minimale Anstiege hat sie auch und einige 90°-Kurven.
Auch Wien war bei der Ineos-Challenge nicht perfekt, Kipchoge fand den großen Kreisverkehr recht unangenehm zu laufen, den kleinen Radius des anderen fand er deutlich besser.

Dazu noch, dass derzeit wegen Corona keine Wettkämpfe stattfinden können, gleichzeitig weltweit aber hemmungsloses Doping möglich ist...

Ja, alles nicht "wissenschaftlich" aber es zeigt, dass der Marathon nicht im "luftleeren" Raum stattfindet und sich nicht alles kalkulieren lässt - nicht mal bei den Sub2-Versuchen unter möglichst perfekten Bedingungen. Sonst wäre der erste Sub2-Versuch ja nicht gescheitert - und mit einer Verbesserung des Weltrekords von 2:02:57 auf 2:01:39 hätte auch niemand ernsthaft gerechnet und schon gar nicht damit, dass Bekele dort im Folgejahr auf 6 Sekunden rankommt.

Keine Ahnung, was drin wäre, wenn auf einer wirklich idealen Strecke unter echten Wettkampfbedingungen Bekele und Kipchoge zusammenarbeiten würden, sobald die normalen Pacer raus sind. Ich glaube nicht, dass wir das jemals erfahren werden...

hardlooper
11.05.2020, 12:57
Vielleicht gibt es weltweit Menschen, die wissen wie es "laufen" könnte. Vielleicht gibt es unter denen "leider" einige, die sich dieser Frage rein philosophisch nähern.

Dank an den "Jäger der verlorenen Geschwindigkeit" für die Mühe, die er sich gemacht hat :daumen: .

Knippi