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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Interview im Sportstudio



Dee-M-Cee
30.07.2006, 00:39
Gerade eben kam ein Interview mit einem ehemaligem spanischen Radprofi, der davon erzählte, dass jeder Radsportler in den großen Teams dazu "gezwungen" wird zu dopen - sollten sie dies nicht tun würden sie ihren Vertrag verlieren.

Er sagte zudem ausdrücklich, dass es unmöglich sei die Tour überhaupt ohne Doping zu fahren.

Ich habe mir zwar gedacht, dass es einige Fahrer gibt, die dopen. Jedoch denke ich auch, dass man sich auf die Aussagen dieses Fahrers durchaus verlassen kann, da er, wie er selbst sagte, sein Leben riskiert um diese Aussagen zu treffen.

Nachdem letztes Wochenende die Übertragung vom Ironman in Frankfurt kamen meint nun auch meine Familie, dass diese Top-Triathleten genau wie auch die Radsportler gedopt seien. Verhält es sich womöglich hier wirklich genauso?

Ich versuche immer den Sport zu verteidigen, aber bei solchen Berichten kann man einfach nicht mehr viel dazu sagen...

Was meint ihr?

Spiff
30.07.2006, 01:26
Ich meine, überall wo es sich 'lohnt' etwas zu tun, wirst du Menschen finden, die es tun. Übertragen auf den Sport: Wenn ein Sportler sich mit Doping auf einen besseren Platz hieven kann, um damit mehr Prestige zu gewinnen oder mehr Preisgelder zu kassieren, wird es Sportler geben, die das tun. Die Chance erwischt zu werden kenne ich nicht, halte sie aber für zu gering.

Bei den zahlreichen Berichten über Doping (siehe z.B. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,429210,00.html) muss jedem klar sein, dass da etwas dran ist. Die Ausreden sind so abstrus (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,429010,00.html), dass ich darüber nur noch lachen kann. Und das erschreckenste: Doping beginnt bereits im Amateur-Bereich (den Link habe ich gerade nicht zur Hand, ist im 'Aus für Ulle'-Thread irgendwo).

Dee-M-Cee
30.07.2006, 11:49
Was mich besonders interessieren würde ist, wie es im Triathlon aussieht. Gerade bei den Leistungen auf den Langdistanzen.
Die Sportler berichten ja, dass sie teilweise mit den großen Radteams zusammentrainieren, was für mich die Vermutung sehr nahe legt, dass sie dann auch die selbe "Behandlung" nutzen.

Und in der Allgemeinheit, die sich nicht sonderlich für Sport interessiert sehe ich dann, was dabei herauskommt. Es fallen dann Sprüche wie "Was die machen kann man ohne Doping gar nicht", etc.

Amused
30.07.2006, 12:30
Ich habe mir zwar gedacht, dass es einige Fahrer gibt, die dopen. Jedoch denke ich auch, dass man sich auf die Aussagen dieses Fahrers durchaus verlassen kann, da er, wie er selbst sagte, sein Leben riskiert um diese Aussagen zu treffen.


Ich finde die Aussagen des besagten spanischen Ex-Profis doch ein wenig zweifelhaft. Wenn wirklich alle Fahrer dopen sollten, warum ist dann nur eine Probe auffällig geworden? Bei dem Doping-Plan den er vorgelegt hat, kann mir niemand erzählen, dass die Blutwerte danach noch normal sind... Ich gebe auch zu bedenken, dass er ein verurteilter Doping-Sünder ist und als solcher ist es immer leicht sich hinzustellen und zu sagen: "alle anderen tun das ja auch!" Mutig wäre es von einem Fahrer, dem man bisher noch nichts nachgewiesen hat... oder ein paar wahre Worte von Jan Ullrich, die würden ihm sicher mehr Sympathien erhalten, als ein eventueller Freispruch 2. Klasse

Dee-M-Cee
30.07.2006, 12:46
War es nicht bei ihm so, dass er nach einem Zusammenbruch während eines Rennens ins Krankenhaus gebracht wurde und auch bei ihm kein Doping festgestellt wurde.
Ich habe das so verstanden, dass er aus Angst um seine Gesundheit dann aufgehört und alles ausgepackt hat - laut seiner eigenen Angabe mit darauf folgenden Morddrohungen.

Sollte dies Stimmen wäre auch verständlich warum ein Fahrer wie Ullrich oder Landis nichts zugibt - es wäre mit Sicherheit das Ende seiner Karriere und er wäre auch noch in großer Gefahr.

Spiff
30.07.2006, 12:56
Richtig grosse Sortler werden imo nie etwas zugegeben. Die leben für ihren Sport. Dann zugeben zu müssen, dass alles eine einzige Lüge ist, mal ehrlich, würdet ihr das tun?

Warum sind so viele Kontrollen negativ? Glaubt man den Ausührungen des Anti-Doping-Irgendwas-Verbandes (den Namen weiss ich gerade nicht), dann sind die Kontrollen im Radsport nicht effektiv. Kein Wunder, wenn der Nachweis bei manchen Mitteln nur binnen Tagen oder Stunden nach Einnahme möglich ist.

Wenn die es wirklich ernst meinen würden, dann würden sie alle Fahrer jeden Morgen und jeden Abend kontrollieren, beginnend x Wochen vor der TdF. Bezahlen könnten dies die Rennställe, wer nicht mitmacht fährt nicht mit. Nur würden dann wohl die Zeiten doch langsamer werden und das wäre ein Indiz dafür, dass da wohl etwas nicht stimmte in den letzten Jahren. Abgesehen davon, jemand wird dann wieder etwas neues erfinden was nicht nachweisbar ist usw.

rono
30.07.2006, 13:07
Sollte dies Stimmen wäre auch verständlich warum ein Fahrer wie Ullrich oder Landis nichts zugibt - es wäre mit Sicherheit das Ende seiner Karriere und er wäre auch noch in großer Gefahr.


Da geht es nur um Kohle, nicht um Morddrohungen. Wenn die ertappten Fahrer nicht zugeben, dass sie dopen, erfolgt das auf anraten ihrer Anwälte.

Wenn ich an die Krabbe denke.......nachweislich gedopt und kriegt noch eine Entschädigung in sechstelliger (?) Höhe vom DLV wegen Verfahrensfehler, zu langer Sperre oder was weiß ich.

Neulich war eine Diskussion mit den Teamchefs von Gerolsteiner und T-Com. Es ist bei den Radrennfahrern so, dass sie die meiste Zeit des Jahres alleine trainieren. Das komplette Team ist nie zusammen irgendwo. Es finden zwar regelmäßig Leistungstests der Fahrer sowie medizinische Untersuchungen durch die Teamärzte statt, aber jeder von denen hat eigene Trainer und Ärzte und Manager. Da läßt sich kaum überwachen, wer was einnimmt. Das geht nur durch Dopingkontrollen.

Na ja, Spanien. Vielleicht läuft es in den Teams dort anders. Der Star vom Hamburg Marathon, Fernando Rey wurde schon erwischt, dieser eine deutsche Skilangläufer (Name?) ist nach Spanien gewechselt und wurde erwischt......vielleicht gibt es dort andere Möglichkeiten an Dopingmittel zu kommen. Wenn die Geschäfte dort so gut und ungestört laufen, reagieren die Hintermänner evtl. etwas nervös bei Sportlern die auspacken wollen.

Gruß Rono

Mattin
30.07.2006, 14:29
Ich habe das Interview auch gesehen, und war erschüttert.
Ich persönlich habe die diesjährige Tour de France boykotiert, und das war auch gut so. Spannung hin oder her.
Für mich hat sich der Profiradsport erledigt.

In diesem Sinne,
Mattin

Marienkäfer
30.07.2006, 16:02
Doping ist nicht gleich Doping. Damit meine ich nicht das Mittel, sondern die Dosis machts.
Doping mit Epo oder Testosteron ist wirksam, und die Spitze ist eng zusammen. Allein deshalb bin ich überzeugt, daß alle an der Spitze und die meisten Tour-de France-Fahrer dopen. Sonst wären sie weit hinten.

Hier im Forum war mal ein Zitat, Doping mache 7-8 % der Leistungsfähigkeit aus, oder ähnlich (bin zu faul zum Suchen).

Also (meine ureigene Erklärung :wink: ) dopen alle in der Dosis bis 6-7 % und werden nicht erwischt. Schließlich sind Blutkörperchen und Testo ja auch natürlich vorhanden, und dies sowie ein Spielraum fürs Individuelle sind bestimmt berücksichtigt.
Die schlauen holen 7-8 % raus und werden auch nie erwischt.
Die etwas dümmeren oder ZU ehrgeizigen holen 8-9 % raus und....

:hallo:

krats
30.07.2006, 21:10
Ich finde die Aussagen des besagten spanischen Ex-Profis doch ein wenig zweifelhaft. Wenn wirklich alle Fahrer dopen sollten, warum ist dann nur eine Probe auffällig geworden? Bei dem Doping-Plan den er vorgelegt hat, kann mir niemand erzählen, dass die Blutwerte danach noch normal sind...

Die werden sicherlich nicht jeden Fahrer testen. Wer weiß schon, welche 'schweren Krankheiten' vorliegen, um 'Doping auf Rezept' zu bekommen?
Bei Landis war's wohl auch ein Problem mit der Schilddrüse: "Ich hatte im vergangenen Jahr ein Schilddrüsenproblem und habe deshalb täglich eine kleine Menge an Hormonen eingenommen." Aha.
Wozu die vielen Blutkonserven bei Fuentes? Weil eben Eigenblutdoping - im Gegensatz zu EPO - nicht oder nur schwer nachzuweisen ist. Nach der UCI-Studie hat sich der Generalverdacht auf Blutdoping im Radsport erhärtet [ARD]!
Wer weiß, wie viele Werte bis zum zulässigen Maximum hingetrixt werden?
Teamchef Hans Michael Holczer war diese Woche im Blickpunkt Sport und meinte, dass er für keinen seiner Fahrer die Hand ins Feuer legen würde.



Ich gebe auch zu bedenken, dass er ein verurteilter Doping-Sünder ist und als solcher ist es immer leicht sich hinzustellen und zu sagen: "alle anderen tun das ja auch!" Mutig wäre es von einem Fahrer, dem man bisher noch nichts nachgewiesen hat... oder ein paar wahre Worte von Jan Ullrich, die würden ihm sicher mehr Sympathien erhalten, als ein eventueller Freispruch 2. Klasse
Welcher von den Toursiegern hat eigentlich eine wirklich weiße Weste?

42bis100
31.07.2006, 07:08
Ich habe das Interview auch gesehen, und war erschüttert.
Ich persönlich habe die diesjährige Tour de France boykotiert, und das war auch gut so. Spannung hin oder her.
Für mich hat sich der Profiradsport erledigt.

In diesem Sinne,
Mattin...für mich schon seit 1998... :daumenr2:

42bis100
31.07.2006, 07:17
...Allein deshalb bin ich überzeugt, daß alle an der Spitze und die meisten Tour-de France-Fahrer dopen. Sonst wären sie weit hinten...Nein! Du scheinst das Interview nicht gesehen zu haben: 'Wer nicht dopt, kommt gar nicht in Paris an!' ...war die sinngemäße Aussage von Jesús Manzano am Ende des Sportstudio-Interviews...

einfach-Marcus
31.07.2006, 09:47
Jörg Jaksche meinte gestern abend (sinngemäß) noch, wenn man so einen Mann, der so viel Dreck am Stecken hat, einlädt, dann macht man das nur weil man den Radsport kaputt reden will...

Die Dimension der Widerlichkeit habe ich auch unterschätzt; der eigene Vater als Blutdopingspenderorgan, Reis im Harnleiter zum unbrauchbaer machen der Urinprobe...

Krank ist das...

TurboSchroegi
31.07.2006, 09:54
...dieser eine deutsche Skilangläufer (Name?)

Johann Mühlegg. "Gecoached" von der "Gnade" (Justina Agostino, portugisische Putzfrau). :nene:

krats
31.07.2006, 10:08
Ja, der Mühlegg Johann, der zu viel Weihwasser getrunken hat.

Legendär im Blickpunkt Sport mit Waldemar Hartmann.

In Salt Lake City:
Herr Mühlegg, haben sie gedopt? Antwort: Ich warte erst die B-Probe ab!
:hihi:

42bis100
31.07.2006, 10:43
Jörg Jaksche meinte gestern abend (sinngemäß) noch, wenn man so einen Mann, der so viel Dreck am Stecken hat, einlädt, dann macht man das nur weil man den Radsport kaputt reden will...

Die Dimension der Widerlichkeit habe ich auch unterschätzt; der eigene Vater als Blutdopingspenderorgan, Reis im Harnleiter zum unbrauchbaer machen der Urinprobe...

Krank ist das...Tja, da bekommen plötzlich viele heiße Füße...
Die sollte man mal ins Death Valley schicken, um den Badwater mitzulaufen... :teufel:

Ich bleibe dabei:
http://www.laufen-aktuell.de/laufen-aktuell/content/forum/showpost.html?p=427976&postcount=206
(http://www.laufen-aktuell.de/laufen-aktuell/content/forum/showpost.html?p=427976&postcount=206)
Da ist nur was zu bezwecken, wenn man denen den Prozess macht, aber das scheinen nun ja inzwischen auch die Politiker festgestellt zu haben, dass die momentanen "Strafen" -lächerlich!- für's Doping keine annähernd ausreichende Hemmschwelle darstellen, es dennoch zu tun...

DaCube
31.07.2006, 11:04
Jörg Jaksche meinte gestern abend (sinngemäß) noch, wenn man so einen Mann, der so viel Dreck am Stecken hat, einlädt, dann macht man das nur weil man den Radsport kaputt reden will...

Die Dimension der Widerlichkeit habe ich auch unterschätzt; der eigene Vater als Blutdopingspenderorgan, Reis im Harnleiter zum unbrauchbaer machen der Urinprobe...

Krank ist das...

War datt nitt Matze Kessler?
JJ ward doch lange nicht mehr gesehen