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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was halten die 10km-Läufer von langen "3/1-Läufen"?



Meerbuscher
26.04.2004, 11:06
Hi Leute,
ich habe letzte Woche Freitag mal spontan während eines 18,6 km-Laufes mein Trainingsthema umgestellt. Eigentlich sollte es ein "Fettstoffwechsellauf für 10 km Läufer" werden, aber "es flutschte", das Tempo war eh zu hoch und mir flogen da mit dem Wind Trainingstipps von Hal Higdon durch den Schädel.

So wurde aus einem locker-flockigen etwa 4:50 Tempo (ca 79 % HF-Max) dann nach einer Stunde für ca. 20 Minuten ein 4:10 Tempo (ca. 87% HF-Max) um dann noch wenige Minuten auszurollen - ungefähr gemäß Hal Higdons Tipp eines langen 3/1-Laufes.

Sinn: "This is because after about 60 to 90 minutes of running, you deplete the glycogen in your slow-twitch muscles. The body then begins utilizing glycogen in your fast-twitch muscles, thereby training them. To improve this effect, run the first three-fourths of your long runs gently, then pick up the pace the final one-fourth the distance."

Der Effekt war wirklich ... wauuuu ... ich fühlte mich nach dem Duschen wieder klasse, aber auch total "alle". Freitagsabends natürlich keinen Hunger mehr gehabt und nur Salat und Baguette reingehauen, entsprechend alle war ich dann sogar noch am Sonntag. Samstag hätte ich außer REKOM nichts machen können. Interessant ist dieses Training allemal, ich frage mich allerdings, ob es nicht zu kräftezehrend ist, bzw. ob ich nicht am Ende zu schnell war - oder am Anfang. Fragt sich, was Herr Higdon unter "gently" für den long run versteht. Habt ihr Erfahrung mit solchen 3/1-Läufen?

Übrigens - gut dass ich Klopapier mithatte .... :klugscheiss:

Viele Grüße
Der Meerbuscher

Ray
26.04.2004, 11:41
Hi Meerbuscher,

Ich bevorzuge momentan auch diese Methode Tempo zu laufen gegenüber der des Intervalllaufens.

Ich laufe mich dabei sozusagen auf einer 7 km Waldrunde so im 5 min Schnitt ein. Danach laufe ich 4 Runden (1 Runde = 1,25km) auf einer Waldstrecke mit einer kleinen Steigung im 3:45-3:50er-Schnitt, so dass ich für die 5km Tempo ca. 19 min brauche. Danach laufe (eher kriechen) ich noch 1 Runde aus, so das ich auf etwa 13,5 km insgesamt komme. Mein Puls ist mir dabei, wie immer, sch...egal. (Ja, ich bin der, mit der hechel-Methode ;) )

Ich glaube nicht, dass das ganze zu sehr belastet und denke, dass man die Tempohärte mit dieser Art des Trainings ganz gut steigern kann.
Ich orientiere mich bei meinem Tempo an der Tabelle von Jack Daniels, der auch einen 20minütigen Tempolauf vorschlägt.

Ein Rechner zu der Tempotabelle von Daniels gibt es auf der Seite von CarstenS, der hier auch im Forum teilnimmt: http://www.fu-mathe-team.de/daniels.yaws .

Ray

Ray
26.04.2004, 12:52
Nochmal ich !

Habe gerade nochmal den Thread-Titel gelesen und gesehen, dass ich mit meiner Schilderung wohl das Thema verfehlt habe :stupid:

Bei mir sind das dann doch wohl eher nur 2/1 Läufe, wobei ich davon ausgehe, dass das die Anteile langsames Tempo/schnelles Tempo darstellen soll. Wobei ich glaube, dass die Wirkung, egal ob 2/1 oder 3/1, ziemlich ähnlich sein dürfte.

Als 3/1 Läufe würde ich eher die 35er mit Endbeschleunigung von Greif sehen und die haben mir für meine Marathons auch nicht geschadet, sondern ganz klar geholfen.


Ray

Meerbuscher
26.04.2004, 13:34
Original von Ray:
Hi Meerbuscher,

Ich bevorzuge momentan auch diese Methode Tempo zu laufen gegenüber der des Intervalllaufens.

Aber ist es nicht eher die zusätzliche Entleerung der Glykogenspeicher nach einem Fettstoffwechsellauf, die Hal Higdon da provozieren will - mit dem Zusatzeffekt der "Tempohärte"? Dafür bin ich sicherlich (unbewusst) zu schnell angegangen. Wahrscheinlich war ich deswegen auch so kaputt hinterher. Z. Zt. sind 20 km für mich schon lang ...



Ich laufe mich dabei sozusagen auf einer 7 km Waldrunde so im 5 min Schnitt ein. Danach laufe ich 4 Runden (1 Runde = 1,25km) auf einer Waldstrecke mit einer kleinen Steigung im 3:45-3:50er-Schnitt, so dass ich für die 5km Tempo ca. 19 min brauche. Danach laufe (eher kriechen) ich noch 1 Runde aus, so das ich auf etwa 13,5 km insgesamt komme.

Mmmh ... klingt wie ein Tempotraining mit verlängerter Einlaufphase. Leider muss ich da locker 10 Sekunden zugeben, bin aber auch noch in der Grundlagenphase. Ich mache das einmal wöchentlich in einem 10er-Lauf. 3 Ein - 20 Tempo (etwas langsamer als 10er Wettkampf-Tempo - 2 aus. Den Trainingseffekt finde ich auch ziemlich gut.



Mein Puls ist mir dabei, wie immer, sch...egal. (Ja, ich bin der, mit der hechel-Methode ;) )

Na ja, ich schaue ja auch hauptsächlich nur hinterher am Computer drauf - auch wenn man nach dem ein oder andern Beitrag einen anderen Eindruck haben könnte. ;) Ich unterscheide zwar nicht nach "Hecheln", mehr nach "Gummibein- und Kotzfaktor".



Ich glaube nicht, dass das ganze zu sehr belastet und denke, dass man die Tempohärte mit dieser Art des Trainings ganz gut steigern kann.
Ich orientiere mich bei meinem Tempo an der Tabelle von Jack Daniels, der auch einen 20minütigen Tempolauf vorschlägt. ...

Okay - das mit der Tabelle ist gespeichert und ich werde nach den ersten zwei, drei Wettkämpfen mal schauen, inwieweit das auf mich zutrifft und nutzbar ist. Wiegesagt, ich glaube, dass das so belastend war, weil ich vorher schon zu schnell gelaufen bin. "Gurkentempo" wäre bei mir sicherlich über 5:20 und wie ich hinterher feststellen musste, bin ich da schon bis 4:40 gelaufen.

Ich werde das demnächst nochmal lockerer versuchen, alleine habe ich allerdings immer Schwierigkeiten so langsam durch die Gegend zu kriechen. Zu zweit oder dritt finde ich das Schneckentempo erträglicher.

Viele Grüße aus Meerbusch
Der Meerbuscher

Ray
26.04.2004, 14:43
Original von Meerbuscher:


Original von Ray:
Hi Meerbuscher,

Ich bevorzuge momentan auch diese Methode Tempo zu laufen gegenüber der des Intervalllaufens.

Aber ist es nicht eher die zusätzliche Entleerung der Glykogenspeicher nach einem Fettstoffwechsellauf, die Hal Higdon da provozieren will - mit dem Zusatzeffekt der "Tempohärte"? Dafür bin ich sicherlich (unbewusst) zu schnell angegangen. Wahrscheinlich war ich deswegen auch so kaputt hinterher. Z. Zt. sind 20 km für mich schon lang ...



Ich laufe mich dabei sozusagen auf einer 7 km Waldrunde so im 5 min Schnitt ein. Danach laufe ich 4 Runden (1 Runde = 1,25km) auf einer Waldstrecke mit einer kleinen Steigung im 3:45-3:50er-Schnitt, so dass ich für die 5km Tempo ca. 19 min brauche. Danach laufe (eher kriechen) ich noch 1 Runde aus, so das ich auf etwa 13,5 km insgesamt komme.

Mmmh ... klingt wie ein Tempotraining mit verlängerter Einlaufphase. Leider muss ich da locker 10 Sekunden zugeben, bin aber auch noch in der Grundlagenphase. Ich mache das einmal wöchentlich in einem 10er-Lauf. 3 Ein - 20 Tempo (etwas langsamer als 10er Wettkampf-Tempo - 2 aus. Den Trainingseffekt finde ich auch ziemlich gut.



Mein Puls ist mir dabei, wie immer, sch...egal. (Ja, ich bin der, mit der hechel-Methode ;) )

Na ja, ich schaue ja auch hauptsächlich nur hinterher am Computer drauf - auch wenn man nach dem ein oder andern Beitrag einen anderen Eindruck haben könnte. ;) Ich unterscheide zwar nicht nach "Hecheln", mehr nach "Gummibein- und Kotzfaktor".



Ich glaube nicht, dass das ganze zu sehr belastet und denke, dass man die Tempohärte mit dieser Art des Trainings ganz gut steigern kann.
Ich orientiere mich bei meinem Tempo an der Tabelle von Jack Daniels, der auch einen 20minütigen Tempolauf vorschlägt. ...

Okay - das mit der Tabelle ist gespeichert und ich werde nach den ersten zwei, drei Wettkämpfen mal schauen, inwieweit das auf mich zutrifft und nutzbar ist. Wiegesagt, ich glaube, dass das so belastend war, weil ich vorher schon zu schnell gelaufen bin. "Gurkentempo" wäre bei mir sicherlich über 5:20 und wie ich hinterher feststellen musste, bin ich da schon bis 4:40 gelaufen.

Ich werde das demnächst nochmal lockerer versuchen, alleine habe ich allerdings immer Schwierigkeiten so langsam durch die Gegend zu kriechen. Zu zweit oder dritt finde ich das Schneckentempo erträglicher.

Viele Grüße aus Meerbusch
Der Meerbuscher


Das mit den entleerten Glykogenspeicher passt eher auf meinen 2. Beitrag mit der Endbeschleunigung von Greif.

Ich gebe dir recht, das Higdon mit der 3/1 Methode die Entleerung der Glykogenspeicher provozieren will. Das gleiche will Greif mit den langen Läufen + Enbeschleunigung auch. Ich meine aber, dass dies eher ein typisches Marathontraining ist.

Ich gebe dir auch recht, dass du für diese Art von Training in der Phase vor dem Tempolaufen zu schnell warst.

Für mich stellt sich die Frage ob das mit den "Glykogenspeicher aufbrauchen" im Training für einen 10er auch so effektiv ist, da man einen 10er ja komplett im anaeroben Bereich, mit hauptsächlicher Verbrennung von Glykogen, läuft. Man kommt beim 10er ja im Gegensatz zum Marathon gar nicht in den Bereich, wo die Glykogenspeicher aufgebraucht sind (sollte zumindest nicht ;) ). Von daher könnte ich mir vorstellen, dass man bei deiner beschriebenen Methode etwas trainiert, was man für den 10er gar nicht benötigt. Ich denke, schaden tut es nicht, aber für einen 10er ist es halt vielleicht nicht so effektiv.

Na ja, vielleicht melden sich hier ja mal die bekannten Forums-Trainingsexperten :-)). Finde deine Frage nämlich auch ganz interessant, weil bei mir Marathon zur Zeit auch nicht auf dem Plan steht.

Ray

Meerbuscher
26.04.2004, 16:17
Original von Ray:

...
Ich meine aber, dass dies eher ein typisches Marathontraining ist.

Für mich stellt sich die Frage ob das mit den "Glykogenspeicher aufbrauchen" im Training für einen 10er auch so effektiv ist, da man einen 10er ja komplett im anaeroben Bereich, mit hauptsächlicher Verbrennung von Glykogen, läuft. ... Von daher könnte ich mir vorstellen, dass man bei deiner beschriebenen Methode etwas trainiert, was man für den 10er gar nicht benötigt. Ich denke, schaden tut es nicht, aber für einen 10er ist es halt vielleicht nicht so effektiv.

Na ja, vielleicht melden sich hier ja mal die bekannten Forums-Trainingsexperten :-)). Finde deine Frage nämlich auch ganz interessant, weil bei mir Marathon zur Zeit auch nicht auf dem Plan steht.

Ray


Hallo Ray,
mmmhhh ... jetzt wo du es sagst ... klingt das zunächst mal logisch und wäre nur in Hinblick auf MT von Bedeutung ... - auch wenn eine langweilige long run-Einheit dadurch ein viel interessanteres Gesicht bekommt.

... aber lass mal überlegen ... wäre nicht auch eine Folge, dass man letztendlich die Fähigkeit zur Speicherung von Glykogen verbessert? Oder bin ich da völlig auf dem falschen Dampfer?

Hal Higdon erwähnt diese Trainingsmethode ja extra für 10km-Läufer (Advanced). Wiegesagt (erstes Posting) - er begründet das dadurch, das nach ca. 60-90 Minuten lockerem Lauf zunächst das Glykogen der langsam kontrahierenden Muskulatur verbraucht ist, um dann im letzten Viertel das der schnell kontrahierenden Muskulatur zu nutzen - wobei diese dann trainiert würden. In meiner Quelle schreibt er leider nichts genaueres über den Trainingseffekt. Er empfiehlt das Training einmal wöchentlich. Das wäre für mich durchaus regelmäßig was für die bald beginnende Intensitätsphase - mit langsamerem Anfang.

Viele Grüße
Der Meerbuscher

Miler
26.04.2004, 23:01
Also ich mache in der Zeit der langen Dauerlaufe, zur Auflockerung öfter mal ne 3km Endbeschleunigung.
Bei einem 15km Lauf, geht es dann 1-2km so in 4:40min bis 4:30 locker los , bis 12km wird dann so in 4:10min oder auch mal flotter gelaufen.
Die letzten drei Kilometer werden dann im 3:20min Schnitt gelaufen.
Die Langstreckler laufen das regelmäßig (auch mehrmals in der Woche) in der 10km Vorbereitung. Für mich ist das eine Abwechslung im oft eintönigen Ausdauertraining. Man kommt mal in einen anderen Schritt und es ist ganz gut um zu verhindern das die Schnelligkeit ganz auf null sinkt.
Ansonsten bin ich ohnehin eher ein Freund der etwas schnelleren Dauerläufe (für mich ist das dann unter 4min), wie sie z.B. Peter Coe als überwiegende Trainingsform propagiert. (Stichwort Schwellenläufe, Lactic Treshold)
Der Fettstoffwechsel wird bei solchen Kurzdistanzen natürlich nicht angesprochen, für einen Mittelstreckler wäre es ohnehin Zeitverschwendung ihn zu trainieren.

Gruß vom Miler!

`... as speed is the name of the game then never get too far away from it in training." Peter Coe

Steif
26.04.2004, 23:38
Bin zwar kein 10km-Spezialist, aber ich hatte HIER (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/thread.php?alle=1&id=5572#103724) mal zu den 3:1-Läufen von Hal Higdon geschrieben. Er geht davon aus, daß bei einem gemächlichen Tempo nach 60-90 Minuten die Glykogenvorräte in der langsamen Muskulatur erschöpft sind und somit macht der 3:1-Lauf sowohl bei schnelleren als auch bei langsameren Läufern Sinn, solange man diese Zeitgrenze knackt.

Ich finde sein Buch "Schneller Werden-Tempotraining für alle Distanzen" nicht nur in diesem Punkt empfehlenswert...aber hier ging es ja nicht um Werbung :D !

Also ich laufe meine längeren Läufe meist mit einem allmählichen Anstieg der Geschwindigkeit ... allerdings selten bis zu Kotzgrenze!

:hallo: Steif

Der Steif®© ohne Knopf im Ohr! http://www.world-of-smilies.de/html/images/smilies/computer/lam.gif

Ray
27.04.2004, 09:13
Original von Meerbuscher:
... aber lass mal überlegen ... wäre nicht auch eine Folge, dass man letztendlich die Fähigkeit zur Speicherung von Glykogen verbessert? Oder bin ich da völlig auf dem falschen Dampfer?


Aber nochmal: Ist die Verbesserung der Speicherung der Glykogenspeicher unbedingt ein Ziel für einen 10 km -Lauf. Wie du schon schreibst, halten die Glykogenspeicher ja sowieso 60-90min und bei einem 10km-Lauf zwischen 35 und 40min kommt man nicht in die Situation, dass diese Speicher verbraucht sind.

Ziele eines 10km-Trainings müssen sein, eine bessere Laktattoleranz zu erreichen und die anaerobe Schwelle nach oben zu schieben. Ich denke, beides kann man am besten durch verschiedene Formen von Intervalltraining erreichen. Über Formen von Intervalltraining wurde hier auch schon ausführlich und ermüdent (Moorbilato :hallo: :D ) diskutiert.

Ob die 3/1 Methode genauso effektiv ist wie Intervalltraining, möchte ich mal für die Unterdistanzen bezweifeln. Optimal ist evt. eine Mischung von beidem. Aber dann muß man aufpassen, dass man nicht zu viel Tempo läuft.

Ray

Meerbuscher
27.04.2004, 09:47
Hi Ray,
klar - deine Begründung leuchtet ein.

Leider habe ich das Buch vom Higdon nicht (da wäre Steif gefragt), weshalb ich so ganz eine Begründung auch nicht nachvollziehen kann.

Grüße
Der Meerbuscher

Steif
27.04.2004, 10:04
Original von Meerbuscher:
Leider habe ich das Buch vom Higdon nicht (da wäre Steif gefragt), weshalb ich so ganz eine Begründung auch nicht nachvollziehen kann.


Ich werde mir den Abschnitt noch mal genauer durchlesen und dann versuchen sinngemäß wiederzugeben!

:hallo: Steif

Der Steif®© ohne Knopf im Ohr! http://www.world-of-smilies.de/html/images/smilies/computer/lam.gif

Steif
28.04.2004, 23:59
So, ich habe noch mal in einigen Büchlein zum Thema gelesen. Insbesondere
natürlich im Hal Higdon- Buch. In seiner Einleitung verwies er auf die
Trainingsstrecke von Peter Snell, die Owairaka-Strecke. Ich hoffe, ich
interpretiere jetzt richtig daß es die Laufstrecke in Neuseeland ist, auf der
Arthur Lydiard seine Athleten trainierte? Bei Lydiard habe ich zum Thema
3:1-Lauf nichts gefunden. Der wiederum schwört zum Trainieren der weißen
Muskelfasern auf Bergläufe. Doch dazu nachher noch mal kurz etwas.

Higdon faßt sich zum Trainingseffekt recht kurz: Wie der 3:1-Lauf genau
funktioniert brauche ich wohl nicht mehr abtippen :D

"Natürlich muß man kein Marathon-Läufer sein um vom 3:1-Training zu
profitieren. 60 bis 90 Minuten langsamen Laufens reichen aus, um das Glykogen
in den "roten" Muskeln abzubauen. Wenn Sie also einen Kilometer in 6 Minuten
schaffen, wären sie nach zehn Kilometern Ihres 12-Kilometer-Laufes an diesem
Punkt angelangt. Während Ihr Körper nun die Glykogenreserven der "weißen"
Muskeln anzapft, erhöhen Sie Ihre Geschwindigkeit und geben diesen Muskeln so
einen zusätzlichen Trainingsschub."
...
"Doch wieviel schneller? Das hängt hängt vom Einzelnen ab und davon, was
derjenige unter schnell und langsam versteht. Ein Läufer, der es gewohnt ist,
längere Strecken bei einem Tempo von fünf Minuten pro Kilometer zu laufen,
könnte mit sechs oder sieben Minuten pro Kilometer beginnen und sich gegen Ende
des Laufes bis auf 4 min 30 oder in Richtung 4 Minuten steigern. Wer im
Training einen Herzfrequenzmesser benutzt, kann sich an Folgendes halten: Die
ersten drei Viertel des Laufes absolvieren sie bei einem mäßigen Tempo, das
etwa einer Herzfrequenz von 65 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz
entspricht; dann gehen sie auf ein mittleres Tempo über (75 bis 80 Prozent der
MHF)"

Da frage ich mich, inwieweit diese 75 bis 80% Prozent ausbelastend sind. Ich
erreiche bei gleichmäßigen Tempodauerläufen locker die 85 %-Prozent-Marke,
wenn ich mal messe aber Zitat ist nun mal Zitat.
Higdon verweist nochmals darauf, daß die Sache so neu nicht ist, Lydiards
Athleten praktizierten sie... er meinte damit sicher die Bergläufe.... der
letzte Teil dieser Bergstrecke war, so meine ich es mal gelesen zu haben, ein
abfallendes Terrain, in dem eine Endbeschleunigung möglich war. Jedoch kann man
bei Lydiard sehr gut nachlesen, daß er auf das Training am Berg zur Ausbildug
der Muskulatur und hier insbesiondere der "weißen" Muskulatur und zur Erhöhung
des Anearoben Leistungsvermögens schwor!

Ich hoffe das langt Euch jetzt dazu! Ab und zu einen Crescendo-Lauf empfehlen
ja viele Pläne und Trainer ... Higdon hat der Sache IMHO nur einen anderen
Namen verpaßt.

Übrigens kann man Laufliteratur manchmal günstig bei ebay ersteigern, wenn man
etwas Geduld hat und sich echte Preis-Limits setzen kann. Das Higdon-Buch habe
ich als nagelneue Version für knapp 10 Euro inklusive Porto (Büchersendung)
"geschossen".

:hallo: Steif


Der Steif®© ohne Knopf im Ohr! http://www.world-of-smilies.de/html/images/smilies/computer/lam.gif

Ray
29.04.2004, 08:18
Original von Steif:
Ich hoffe das langt Euch jetzt dazu! Ab und zu einen Crescendo-Lauf empfehlen
ja viele Pläne und Trainer ... Higdon hat der Sache IMHO nur einen anderen
Namen verpaßt.


Hi Steffen,

Vielen Dank für die umfangreiche Info aus erster Quelle. Ich sehe das genauso wie du, dass Higdon nichts anders als einen Crescendo-Lauf oder die Greifsche Endbeschleunigung (wenngleich da der Umfang grösser ist, weil M-Training) beschrieben hat.

Intervalltaining kann des m.E. nicht ersetzen, ist aber eine willkommene Abwechslung zu den üblichen GA1/GA2 Läufen.

Da man zum Zeitpunkt, wenn die Endbeschleunigung anfängt, so nach 60 min schon ziemlich ermüdet ist, simuliert diese Endbeschleunigung auch zusäztlich noch sehr gut den Wettkampf, ohne dass man mit der Muskulatur an die Grenzen gehen muß.

Ray

Miler
29.04.2004, 10:29
Original von Steif:
"Doch wieviel schneller? Das hängt hängt vom Einzelnen ab und davon, was
derjenige unter schnell und langsam versteht. Ein Läufer, der es gewohnt ist,
längere Strecken bei einem Tempo von fünf Minuten pro Kilometer zu laufen,
könnte mit sechs oder sieben Minuten pro Kilometer beginnen und sich gegen Ende
des Laufes bis auf 4 min 30 oder in Richtung 4 Minuten steigern. Wer im
Training einen Herzfrequenzmesser benutzt, kann sich an Folgendes halten: Die
ersten drei Viertel des Laufes absolvieren sie bei einem mäßigen Tempo, das
etwa einer Herzfrequenz von 65 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz
entspricht; dann gehen sie auf ein mittleres Tempo über (75 bis 80 Prozent der
MHF)"

Da frage ich mich, inwieweit diese 75 bis 80% Prozent ausbelastend sind. Ich
erreiche bei gleichmäßigen Tempodauerläufen locker die 85 %-Prozent-Marke,
wenn ich mal messe aber Zitat ist nun mal Zitat.

Ich hoffe das langt Euch jetzt dazu! Ab und zu einen Crescendo-Lauf empfehlen
ja viele Pläne und Trainer ... Higdon hat der Sache IMHO nur einen anderen
Namen verpaßt.



Das soll ja auch kein Tempodauerlauf sein, sondern nur ein mittleres Tempo. Ein Tempo von ca. 80% entspricht so ungefähr einem Lauf an der aerob anaeroben Schwelle, also dem Bereich in dem der VO2 max am besten trainiert wird, weshalb der überwiegende Teil der Dauerläufe auch in diesem Bereich stattfindet.
Die Kenianer praktizieren ähnliche Läufe fast jeden Morgen. Der progressiv morning run von etwa 15km+ beginnt quälend langsam und steigert sich dann auf ein Tempo, im Bereich der Laktatschwelle, das über etliche Kilometer gehalten wird. Bei den Kenianern wird am Ende natürlich nochmal um den Trainingssieg gefightet, was europäische Läufer lieber unterlassen sollten.
Europäer berichten zumeist von einem höllischen Tempo, aber es wird oftmals übersehen, das die Laktatschwelle eines Kenianischen 12:50min Läufers natürlich eine andere ist als die eines deutschen 13:30min Läufers.

Gruß vom Miler!



`... as speed is the name of the game then never get too far away from it in training." Peter Coe

Meerbuscher
29.04.2004, 14:33
@Steif
Danke für diesen Quell des Wissens!

Damit weiß ich jetzt ja auch, warum diese Trainingseinheit für mich so belastend war. Ich war schlichtweg am Anfang viel zu schnell (ist `ne Krankheit von mir) und bin in der Beschleunigung dann ebenfalls zu fix gewesen.

Nächstes mal versuche ich es mal etwas vernünftiger bzw. gesteuerter. Dieses gleichmäßige Laufen finde ich eh zu langweilig. Ich bin eher der Typ "Pantani" als "Ulle" und mag die ständigen Tempowechsel und langsam komme ich für mich in die Form, die solche Spielereien mal erlaubt.

Viele Grüße und nochmals "Danke", dass du der Sache noch nachgegangen bist.

Der Meerbuscher

Ray
30.04.2004, 08:51
Tja, anscheinend kommt hier nix mehr. Dann will auch noch einen kleinen Beitrag leisten, bzw noch auf eine gut Quelle hinweisen.

Vielleicht kennt ihr ja noch nicht folgendes Dokument von der Uni Bern: http://www.issw.unibe.ch/e-meeting/lizG/Leistung/AusdauerLaufen.pdf




Evt. auch ein kleines Puzzleteil, um die verschiedenen Trainingsmethoden besser zu verstehen ! Außerdem steht da auch noch einiges Interessantes zum immer wieder gern diskutierten Thema "Vorfußlaufen" :sleep: ;)

Ray

[ Dieser Beitrag wurde von Ray am 30.04.2004 editiert. ]

Miler
30.04.2004, 09:28
Also was die Berner da an Daten zur Verteilung der Laufstile angeben kommt mir spanisch vor. Ich kenne weder einen Sprinter, noch einen Mittelstreckler der nicht auf dem Vorfuss läuft. Ich weiß auch gar nicht wie das überhaupt gehen soll. Achso, ein Sprinter beginnt bei mir unter 11sek, ein Mittelstreckler unter 2min, bzw. unter 4min. Wenn ich die 1500m natürlich in einem Tempo laufe, wie andere ihre Dauerläufe, dann kann ich auch mit der Ferse abrollen.

Wo auf ihrem Beweisfoto der Fersenläufer sein soll kann ich ehrlich gesagt auch nicht erkennen.

Gruß vom Miler!


`... as speed is the name of the game then never get too far away from it in training." Peter Coe

Ray
30.04.2004, 09:50
Original von Miler:
Also was die Berner da an Daten zur Verteilung der Laufstile angeben kommt mir spanisch vor. Ich kenne weder einen Sprinter, noch einen Mittelstreckler der nicht auf dem Vorfuss läuft. Ich weiß auch gar nicht wie das überhaupt gehen soll. Achso, ein Sprinter beginnt bei mir unter 11sek, ein Mittelstreckler unter 2min, bzw. unter 4min

Vielleicht kann es ja sein, dass die Berner die Ansprüche an die betrachtete Menge von Sprintern bzw. Mittelstrecklern nicht so hoch angesetzt hat wie du.

Ein Blick z.B. in die Westfäliche Bestenliste zeigt mir, zumindest in den Altersklassen, dass es relativ wenige Leute gibt, die in dein Raster reinfallen. Nichts desto trotz laufen diese Menschen auch Mittelstrecken. Auch wenn sie nicht solche Profi-Mittelstreckler sind wie du :rolleyes:

Ich kann mir aber vorstellen, dass die Berner solche miesen "4:30 auf 1500min"-Läufer durchaus auch betrachtet haben ;). Und evt. gibt es da auch den einen oder anderen Mittelfußläufer.

Wobei ich mal gelesen habe, dass man den Mittelfußlauf sowieso gar nicht so scharf von dem Vorfußlauf abgrenzen kann.

Ray

Meerbuscher
30.04.2004, 13:55
Hi Ray, hi Miler,
und schwupps, stoße ich bei diesem Themenumschwung wieder auf den Herrn Marquardt.

http://www.spomedis.de/Training/Vorfusslaufen/vorfusslaufen.html



Stimmt das mit Haile Gebrselassi und Dieter Baumann? Laufen die auch ihre GA1 Läufe so? Ich habe nie drauf geachtet.

Und wenn man ohne Schuhe läuft, neigt man dann nicht automatisch zum Vorfußlauf - egal wie langsam man ist? Womit wir fast zum Thema Schuhe kämen, da mache ich nächste Woche mal ein neues Posting auf.

Der Meerbuscher

Ray
30.04.2004, 14:33
Hey Meerbuscher,

Bin nicht der Vorfußexperte, aber Photoshop finde ich auch geil ;) :)) Da gibt`s so schöne Filter.

So viel zum Thema Themenumschwung :P

Ray

Meerbuscher
30.04.2004, 14:48
Original von Ray:
Hey Meerbuscher,

Bin nicht der Vorfußexperte, aber Photoshop finde ich auch geil ;) :)) Da gibt`s so schöne Filter.

So viel zum Thema Themenumschwung :P

Ray


Hi Ray
und ich schwöre beim Barte des Propheten, ich habe nichts an meinem Avatar geändert und habe auch keine Ahnung, warum der plötzlich wieder gewechselt hat. Das Ding hatte ich doch vor Wochen schon gelöscht.

Wo sind denn die "Master of Desaster" die an der Software rumgeschraubt haben?

Eigentlich relativ beunruhigend, war ich doch noch nicht mal in meinem Profil.

Hey! Was`n los hier?

Meerbuscher

viermaerker
30.04.2004, 14:58
[quote]
Original von Meerbuscher:
[
Hey! Was`n los hier?
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Sieh` Di doch mal Tim`s letzes Posting an... jpg. only!!:D :))

Walter

viermaerker 707
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no more pain........