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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Training zwischen zwei Ultras (4 Wochen auseinander)



Chri.S
18.04.2011, 15:23
Hallo,

hat jemand Erfahrung mit zwei kurz aufeinanderfolgenden Ultras? Ich plane den Rennsteig am 21.05, würde aber auch gerne in Hamburg 4 Wochen später über 50 km an den Start gehen.

Meine naive, da unerfahrene Herangehensweise wäre:

1 Woche: Hardcore Regeneration ohne Laufen, vielleicht ein bischen Radfahren oder Crosstrainer
2 Woche: lockerer Wiedereinstieg ins Training, am Wochenende langen Lauf über vllt. 30k
3 Woche: kurze knappe Tempoeinheit in der Wochenmitte, am Wochenende "langer" Lauf von max. 2h Dauer
4 Woche: Tapern


Kann natürlich auch sein, dass das ganze Vorhaben Mummpitz und Selbstmord ist, aber vielleicht hat der ein oder andere etwas ähnlich sinnfreies schon versucht und mag davon berichten?

Gruß
Chris

KN
18.04.2011, 15:41
Kann natürlich auch sein, dass das ganze Vorhaben Mummpitz und Selbstmord ist, aber vielleicht hat der ein oder andere etwas ähnlich sinnfreies schon versucht und mag davon berichten?

Gruß
Chris

hallo Chris,
ist immer die Frage ob Du nur ankommen willst oder irgendwelche Zeitambitionen hast. Fürs erstere reicht m.E. einfach weiter locker trainieren oder auch weniger. Ich habe z. B. 2010 zwischen dem Thüringer Ultra (03.07)und dem UTMB/CCC (27.08) überhaupt nicht trainiert,da ich einen langen USA-Urlaub hatte .Ich konnte keine gravierenden Formverschlechterungen feststellen,im Gegenteil,ich fand die lange Regeneration eher förderlich.

Gruß
Klaus

Chri.S
18.04.2011, 15:47
Klar, die Ziele sind hierbei wichtig:

Rennsteig soll ambitionierter Genusslauf werden. Mehr ambitioniert als Genuss allerdings!
50 km schnellstmöglich, irgendwas unter 3:45.

KN
18.04.2011, 15:59
Klar, die Ziele sind hierbei wichtig:

Rennsteig soll ambitionierter Genusslauf werden. Mehr ambitioniert als Genuss allerdings!
50 km schnellstmöglich, irgendwas unter 3:45.

OK,dann reicht mein Rat sicher nicht zur Nachahmung.:zwinker2:

burny
18.04.2011, 16:26
Ich laufe am 30.4. in Jüterbog 100 km und 4 Wochen später in Südafrika den Comrades über 89 km. Ich werde es diesmal so machen, wie du es angedeutet hast. Das liegt aber daran, dass ich in Jüterbog das Maximum herausholen will, während ich für den Comrades keine "richtigen" Zeitambitionen habe und mich zwischendurch vernünftig regenerieren will.

2007 lief ich ebenfalls 100 km (Kienbaum) schnell und dann 4 Wochen später Hamburg-Marathon. Da habe ich ein etwas intensiveres Erhaltungstraining gemacht:

Woche 1: 33 km
Woche 2: 81 km (inkl. 35 km lang)
Woche 3: 101 km (inkl. 35 km lang und Ostermontag sowie Samstag je 10 km Wettkampf)
Woche 4: 100 km (inkl. 26 lang und 10 km Wettkampf am Sonntag)
Die Langen lagen jeweils in der Wochenmitte.

In Hamburg lief es dann bombig gut (so locker wie sonst nie) mit Endzeit von 2:51:24 h. Erwartet hatte ich eine Zeit von knapp unter 3 h.

Bernd

cosmopolli
18.04.2011, 16:30
Das hier:



1 Woche: Hardcore Regeneration ohne Laufen, vielleicht ein bischen Radfahren oder Crosstrainer


würde ich auf keinen Fall machen ;)
Klar wird deine Beinmuskulatur auch beim Radfahren beansprucht und durchblutet - aber Laufen ist dazu besser geeignet.
In der letzten Spiridon war ein Bericht über "Schnelle Erholung nach Wettkämpfen" und dort wurde auch geschrieben, dass Nichtstun die Erholung verlängert.
Mach ne extrem lockere Woche - aber Lauf.

Chri.S
18.04.2011, 16:50
Danke Leute, sehr interessant!

@Bernd: Du hattest 2007 vermutlich auch schon einges an Ultramarathonerfahrung in den Beinen, oder?

Ich tendierte von Natur aus auch eher zu der harten Erhaltungsvariante, dachte aber, Regeneration sei nach einer solchen Belastung wie dem Rennsteig SM sinnvoller. Allerdings merke ich auch, wie ich die Langen dank des Ultra-Trainings inzwischen deutlich besser verdaue und extrem schnell wieder spritzig bin. Insofern würde mein Plan dann eher in diese Richtung gehen:

1 Woche sachtes Jogging
2 Woche lockerer Aufbau mit langem Lauf am Ende
3 Woche nahezu gewohntes Training
4 Woche Tapern

Ich denke bei meiner eher unausgeprägten Ultra-Erfahrung ist eine eher zurückhaltenden Herangehensweise dann doch sinnvoller. Bei aller Sinnfreiheit des Unterfangens ;-)

Gruß
Chris

Kraxi
24.04.2011, 20:14
Hallo Chris!

Also zuerst einmal, bist du nach dem Rennsteiglauf sicher nicht mehr K.O., als nach einem PB Marathon.
Ich bin ja 2008 auch meinen ersten Ultra beim Rennsteiglauf gelaufen und habe dann 4 Wochen danach einen Marathon (bei sehr WARMEN Temp.) in 2:48 gefinisht und gewonnen.

Mein Training zwischen den 2 Bewerben sah so aus:

Woche 1: Mo. 12km DL; Do. 6,5km DL; So. 12km DL

Woche 2: 10km Jogging; Di. 12km DL mit 2km FS; Mi. 18,9km Berglauf (560hm); Fr. 22,3km DL mit 1km FS; So. 2km EXTREMBERGLAUF (Wettkampf)

Woche 3: Mo. 13,5km RT; + 11km Jogging; Mi. 22,3km DL (mit 4km EB); + 10km Jogging; Fr. 22,3km DL; Sa. 10km fDL; So. 33,4km DL

Woche 4: Mo. 11 km DL; Di. 13,7km Jogging; Do. 15,7km RT; Sa. Marathon in 2:48:58; So. 8km Jogging

Erläuterung: Jogging = >5:00min/km; DL = < 5:00min/km; RT = 4:45-4:30min/km; fDL = 4:30-4:10min/km; EB war in 3:45min/km

Wobei ich mich "nicht" gezielt auf den Marathon vorbereitet habe!

Von der Zielzeit her würde ich eher auf eine 3:35 Tippen. (beim 50er)

Übrigens steigerte ich nach dem Marathon die Umfänge wieder, mit 3 Wochen Belastung und danach eine Regenerationswoche, dann folgte die Vorbereitung auf den 75km Lauf in Celje.
Hier die Umfänge der Folgewochen nach dem Marathon:
103; 120; 123; 44; 141; 146; 149; usw.

Finde es echt SCHADE, dass ich in diesem Jahr nicht zum Rennsteig kommen kann und wir uns so leider (noch) nicht kennen lernen können.


Schöne Grüße aus der Steiermark :winken:


Kraxi

P.S. Ich hoffe ich konnte dir damit Helfen?!

Chri.S
24.04.2011, 20:26
P.S. Ich hoffe ich konnte dir damit Helfen?!


Viel mehr, Kraxi, Du hast mir Mut gemacht!

Danke, sehr interessantes und aufschlussreiches Training. Trainierst Du eigentlich weitesgehend nach Gefühl? Bemerkenswert finde ich die Ruhetage, zu denen ich mich (zu) selten aufraffen kann :D

FS steht für Fahrtspiel?

Gruß und bald wieder viel Spaß beim Laufen,
Chris

Kraxi
24.04.2011, 20:40
Hallo nochmal!

Ja, FS steht für Fahrtspiel, oder auch Intervall.

Hab bis jetzt eigentlich immer nur Trainingspläne zur (leichten) Orientierung genommen und sonst nach Gefühl trainiert. (oft mehr Kilometer dafür aber weniger Tempo, wobei ich aber auch immer Pläne genommen habe, die relativ leicht zu erfüllen sind)

Das mit den trainingsfreien Tagen habe ich damals wirklich sehr gut gemacht, im nachhinein betrachtet.
Habe sehr oft so trainiert:
Mo. 2 Einheiten, Di. FREI, Mi 2 Einheiten, Do FREI

Halte diese Trainingsform fast für OPTIMAL, da man trotzdem auf 7 Einheiten in der Woche kommt, aber 2 FREIE Tage hat. Die zweite Einheit war fast immer bei einem Lauftreff gelaufen und sehr langsam (Regenerativ) + hinterher Therme mit Sauna oder Infrarotkabine.

Bin schon gespannt auf deinen ersten Rennsteig :nick:

Schöne Grüße


Kraxi

Runningman77
05.05.2011, 23:50
Hallo zusammen

Ich habe an dieser Stelle auch mal eine Frage.
Und zwar laufe ich dieses Jahr die 100 KM von Biel und Ulm.

Da die beiden Wettkämpfe nur zwei Wochen auseinander liegen, ist die Frage wie ich am besten in der Zwischenzeit trainieren soll?

Soll ich an dem Wochenende zwischen den Läufen noch eine lange Einheit planen, oder NUR ruhige kürzere Läufe machen?

P.S.. In Biel möchte ich sub 10 , und in Ulm..hmm, reicht mir sub 12..

Gruß

schullair
06.05.2011, 20:09
Bei zwei Wochen solltest du meiner Meinung nach möglichst nur kurze Sachen bis zwei Stunden laufen, wobei auch diese recht lang sind meiner Meinung nach. Kommt halt immer drauf an, wie man es verträgt.

Durch Training in den zwei Wochen wirst du kaum noch in eine bessere Form kommen, es ist vielmehr die Gefahr, dass du dich überlastest und dann beim zweiten 100er völlig eingehst.. Also am besten 2 Wochen gemütlich angehen und dann reinhaun :D

Viel Spaß!

Chri.S
25.05.2011, 20:28
Nach dem Blutlecken am Rennsteig muessen es nundoch die 100 sein.. Rennsteig ging in 6:55 trotz hartem Sturz bei km 20 recht locker und so schnell kommt die Chance auf einen verm. 100er erstmal nicht. Auf gehts!

19joerg61
25.05.2011, 22:49
Ich habe an dieser Stelle auch mal eine Frage.
Und zwar laufe ich dieses Jahr die 100 KM von Biel und Ulm.

Da die beiden Wettkämpfe nur zwei Wochen auseinander liegen, ist die Frage wie ich am besten in der Zwischenzeit trainieren soll?


Gar nicht - was soll das denn noch bringen?

Die ganze Sache ist doch sowieso mehr als grenzwertig. Den besten Effekt hast du, wenn du in Ulm wieder gut erholt bist. Lockere Läufchen sind dazu völlig ausreichend und die sind eigentlich auch nur für den Kopf. Nach meinen Erfahrungen ist man nach einem Ultra auch dann noch nicht erholt, wenn man es nach einigen Tagen denkt.

na_sowas
16.06.2011, 12:40
Nach meinen Erfahrungen ist man nach einem Ultra auch dann noch nicht erholt, wenn man es nach einigen Tagen denkt.

Hallo zusammen,
ich bin letzten Samstag das Tortoürchen (tortourderuhr.de - Ultramarathon zwischen Sauerland und Ruhrgebiet - 230km - 160km - 100km - Längster Nonstoplauf Deutschlands (http://www.tortourderuhr.de)) = 100KM gelaufen und werde am 3.7. 50KM + 10KM beim Preussen-100er laufen. Letzten Sonntag bin ich 11KM leicht bergauf und bergab gejoggt, Montag und Dienstag waren lauffrei. Gestern bin ich mit dem Lauftreff ziemlich zügig 11KM gergauf und bergab gejoggt. Für Samstag habe ich mir einen 30er und für Sonntag noch einmal einen 25er vorgenommen und in der nächsten Woche möchte ich eigentlich meine normalen 90-100KM laufen um dann in der Folgewoche wieder auf 20-30KM bis Mitte der Woche abzubremsen.
Ist das zuviel an Lauferei? Probleme hatte ich nach dem 100er (mein 1.) keine.

burny
16.06.2011, 13:01
Ist das zuviel an Lauferei? Probleme hatte ich nach dem 100er (mein 1.) keine.
Ja, ich halte das für zu viel. Was erwartest du von den 30 + 25 am Wochenende? Einen Trainingseffekt? Gerade wenn es dein erster Hunderter war, bringt dir Regeneration mehr als alles andere.

Ich selbst bin am 30.4. 100 km gelaufen und 4 Wochen später 87 km.
Meine Trainingswochen dazwischen waren 30, 80, 100 und dann 50 km.

Bei nur 3 Wochen Abstand hätte ich es sogar bei 30, 50, 30 belassen. (Vorzug Regeneration vor Erhaltungstraining)

Bernd

na_sowas
16.06.2011, 13:38
Was erwartest du von den 30 + 25 am Wochenende?

Danke, ich werde den 30er fallen lassen und auch nächste Woche etwas mehr regenerieren.

na_sowas
16.07.2011, 00:28
Bei nur 3 Wochen Abstand hätte ich es sogar bei 30, 50, 30 belassen. (Vorzug Regeneration vor Erhaltungstraining)

Hallo Bernd,
ich habe in diesen 3 Wochen nicht viel mehr gemacht als von dir empfohlen.
100KM (Tortoürchen - Bambinilauf der "Tortourderuhr.de") als Trainingslauf mitgelaufen (mein 1. 100er in 14h +) und 3 Wochen später den Preussen-100er als 50KM-Lauf locker gejoggt ( in 5h44min) um nach 15 min Pause den 10KM-Jedermann-Lauf in 47min14sec als 1. meiner Altersklasse und 3. der Gesmatwertung zu beenden!
Da brauche ich jetzt vor P-Weg und Röntgenlauf nicht mehr bange zu sein. ;-)