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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bluthochdruck??



Runningman77
05.01.2012, 04:46
Hallo zusammen,

seit ich zurückdenken kann, lag bei unregelmäßigen Messungen mein Ruheblutdruck immer so zwischen 130-135 / 60 - 70.

Seit zwei Wochen messe ich nun regelmäßig meinen Blutdruck und da liegen die Werte immer im ähnlichen Bereich..

Jetzt bin ich ein wenig verunsichert. Von Bluthochdruck redet man ja im Fall wenn der Wert dauerhaft über 140/90 liegt..

Ich habe im Durchschnitt einen Blutdruck von 135/65 ! Mein Sys.Wert liegt also noch so gerade im Normalbereich. Aber mein Dis.Wert liegt immer recht niedrig?!

Muss ich mir da jetzt sorgen machen? Renne nicht gerne sofort zum Arzt...

Da ich schon recht lange regelmäßig Sport betreibe ( über 15 Jahre ), frage ich mich sowieso warum mein Sys.Wert immer über 130 in Ruhe liegt!

Gruß

Siegfried
05.01.2012, 06:38
Da ich schon recht lange regelmäßig Sport betreibe ( über 15 Jahre ), frage ich mich sowieso warum mein Sys.Wert immer über 130 in Ruhe liegt!

Gruß

Und was ist jetzt Dein Problem? Die meisten wären über so einen Blutdruck glücklich. Und Sport hat vielleicht minimal Auswirkungen auf den BD - aber eher nicht.

Siegfried

urger
05.01.2012, 07:00
Diese aufgeführten Blutdruckwerte kann man als normal ansehen.
Bei Ausübung von Sport kann man seinen Blutdruck so beeinflussen das man auf einige Blutdrucksenkende Mittel oder gar auf alle verzichten kann. Das habe ich in einigen Foren lesen können.

blende8
05.01.2012, 09:00
Ich habe im Durchschnitt einen Blutdruck von 135/65 !
Das ist schon ein bisschen ungewöhnlich.
Pulsdruck 70 ist recht hoch.
Normal gesund wäre ca. 50.
Bei > 75 sagt man "behandlungsbedürftig".

Wie und wann misst du denn?
Morgens?
Wartest du auch mind. 2 min Ruhephase ab?
Nimmst du Mittelwerte?

TinaS
05.01.2012, 09:21
Das ist schon ein bisschen ungewöhnlich.
Pulsdruck 70 ist recht hoch.
Normal gesund wäre ca. 50.
Bei > 75 sagt man "behandlungsbedürftig".


:confused::confused::confused:

Von Puls war doch überhaupt nicht die Rede.

tina

Lokomotive23
05.01.2012, 09:44
Hallo Tina,

der Pulsdruck ist definiert als die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Messwert. Der Pulsdruck gibt Hinweise auf die Elastizität der Blutgefäße. Je elastischer umso niedriger. Die WHO gibt meines Wissens einen Normbereich zwischen 50 und 65 mmHG an und empfiehlt eine Behandlung bereits ab 65 mmHG.

Gruß aus Franken

Norbert

Elguapo
05.01.2012, 09:49
Bei Ausübung von Sport kann man seinen Blutdruck so beeinflussen das man auf einige Blutdrucksenkende Mittel oder gar auf alle verzichten kann. Das habe ich in einigen Foren lesen können.

Wenn das in Internetforen steht, dann muss es ja stimmen. :D

TinaS
05.01.2012, 10:12
der Pulsdruck ist definiert als die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Messwert. Der Pulsdruck gibt Hinweise auf die Elastizität der Blutgefäße. Je elastischer umso niedriger. Die WHO gibt meines Wissens einen Normbereich zwischen 50 und 65 mmHG an und empfiehlt eine Behandlung bereits ab 65 mmHG.


Oh, das wusste ich wirklich nicht. Ganz abgesehen davon, dass ich aus einem Kommentar eines Arztes zu meinem Blutdruck mal entnommen hatte, dass der diastolische Wert möglichst niedrig (und damit die Differenz möglichst hoch) sein sollte. Aber offensichtlich hab ich da was falsch verstanden.

tina

Peter Pansen
05.01.2012, 10:15
Und Sport hat vielleicht minimal Auswirkungen auf den BD - aber eher nicht.


Bei Ausübung von Sport kann man seinen Blutdruck so beeinflussen das man auf einige Blutdrucksenkende oder gar auf alle verzichten kann.

-

Ich kann nur - zum Widerspruch oder als Bestätigung der o.a. Zitate - von mir als ehemaligen Bluthochdruck-Patienten berichten:
=> vor etwa 4 Jahren, absolut null Sport und massivem Übergewicht lagen meine Werte bei 170/120 und mussten natürlich medikamentös behandelt werden.
=> seit zwei Jahren, regelmässigem Sport und immer noch massivem Übergewicht haben sich meine Werte bei etwa 115 - 125 / 65 - 75 eingependelt. Ohne Medikamengabe!

Eine fundierte Auskunft wird Dir letztendlich nur ein Kardiologe nach eingehender Untersuchung liefern können.

Elguapo
05.01.2012, 10:17
Oh, das wusste ich wirklich nicht. Ganz abgesehen davon, dass ich aus einem Kommentar eines Arztes zu meinem Blutdruck mal entnommen hatte, dass der diastolische Wert möglichst niedrig (und damit die Differenz möglichst hoch) sein sollte. Aber offensichtlich hab ich da was falsch verstanden.

tina

Ehrlich gesagt höre ich das auch das erste mal. Ich habe immer gehört, daß es auf den diastolische Wert ankommt(ich habe nie gehört, daß einer mit einem diastolische Wert um die 65 behandelt wird) und nie von einer zu großen Differenz zwischen beiden Werten gehört, was behandelt werden muss.
Als erstes würde ich sowieso versuchen mit Ernährungsumstellung(ein vermehrter Konsum von Obst, Gemüse und Fisch) den Wert zu verbessern bevor ich mir Beta Blocker reinpfeife.

martin_h
05.01.2012, 11:01
Und Sport hat vielleicht minimal Auswirkungen auf den BD - aber eher nicht.

Na aber selbstverständlich hat Sport Auswirkungen auf den Blutdruck. Sämtlichen Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (also auch denen mit Hyper- und Hypotonie) wird Sport empfohlen. Bei der Indikation "arterielle Hypertonie" vor allem aerobe Ausdauersportarten wie Gehen, Laufen und Radfahren - also submaximale dynamische Belastungen. In einfachen Worten: in diesen Sportarten haben wir in den aeroben Bereichen eine Gefäßweitstellung. Der periphere Widerstand (Nachlast) der Gefäße nimmt ab. Damit wird natürlich auch insgesamt die Herzarbeit ökonomisiert (größeres Schlagvolumen, Senkung der Herzfrequenz etc.). Viele wissenschaftliche Studien belegen diese Wirkung des Ausdauertrainings auch.

Mit Krafttraining muss dagegen vorsichtig umgegangen werden. Mittlerweile gibt es auch Studien und Ergebnisse, die Krafttraining in gewissen Bereichen erlauben, aber grundsätzlich wird beim Krafttraining der periphere Widerstand durch die Kontraktion der Muskulatur größer, was für die Herzarbeit (bei Herz-Kreislauf-Kranken) nicht förderlich ist, da hier eine große Belastung auf das Herz zukommt.

Lokomotive23
05.01.2012, 11:07
hier sind wir also mal wieder bei Radio Eriwan gelandet:

Frage an Radio Eriwan: ist der diastolische RR-Wert das einzig Wichtige beim Blutdruck?

Antwort von Radio Eriwan:

im Prinzip ja,

wenn es dir nichts ausmacht, dass dir der systolische Wert das Hirn raushaut!

Spass beiseite, der Blutkreislauf ist ein dynamisches Sytem. Es ist zwar gut und auch völlig richtig einen möglichst niedrigen diastolischen RR-Wert anzustreben, aber wegen der Dynamik des Systems muss man das Ganze im Auge behalten. Der Blutdruck wird bestimmt auf der einen Seite durch die Auswurfleistung des Herzens (bestimmt durch Herz- Volumen, Kraft und Frequenz) und auf der anderen Seite der "Aufnahmefähigkeit" der Blutgefäße. Ganz wichtig hier die sogenannte Windkesselfunktion der Gefäße. Diese dehnen sich mit der ansteigenden Amplitude des Drucks aus (wie ein Luftballon) und puffern damit die Druck-Spitze ab. Dehnt sich das Herz wieder, helfen sie, um im Bild zu bleiben wie der Luftballon dem du die Öffnung freigibst, bei der Füllung des Herzens mit Blut. Ein Hinweis auf diese Elastizität ist eben der Pulsdruck. Geht der diastolische Wert runter, ohne dass sich auch der systolische bewegt und ergeben sich daraus Differenzwerte die größer sind als 65 mmHG dann könnte (wohlgemerkt und ausdrücklich KÖNNTE) das ein Hinweis auf eine eingeschränkte Elastizität der Gefäße sein. Zugegebenermaßen richtig wichtig wird das erst ab einem Alter von 55 Jahren, wie das nachfolgende Zitat aus den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Hypertonie zeigt:

"Diese Beobachtung erklärt vermutlich - zumindest in der älteren Bevölkerung - den
Zusammenhang zwischen einer erhöhten Blutdruckamplitude (Pulsdruck = systolischer
Blutdruck minus diastolischer Blutdruck) und einem gesteigerten kardiovaskulären
Risiko. In einigen Beobachtungsstudien konnte gezeigt werden, dass der
Pulsdruck ein besserer Prädiktor des kardiovaskulären Risikos darstellt als systolischer
oder diastolischer Blutdruck allein, und dass er Patienten mit isolierter systolischer
Hypertonie und besonders hohem kardiovaskulären Risiko identifizieren kann
(9-12). Diese Studien zeigten, dass bei gleichem systolischem Blutdruck der diastolische
Blutdruck invers mit dem kardiovaskulären Risiko assoziiert ist. Andererseits
konnte in der größten Metaanalyse, die fast eine Million Patienten aus 61 Studien
umfasst (davon 70% aus Europa), gezeigt werden, dass beide, systolischer und diastolischer
Blutdruck, unabhängige Prädiktoren für Schlaganfall und koronare Letalität
sind (5). Es zeigte sich jedoch auch in dieser Metaanalyse, dass die Bedeutung des
Pulsdruckes für das kardiovaskuläre Risiko nach dem 55. Lebensjahr zunimmt.

Vorsicht ist daher die Mutter der Porzellankiste. Es kann ja alles ganz banal sein, aber das von einem Kardiologen bestätigt zu bekommen wäre doch sicher sehr beruhigend.

gruß

Norbert

Achken
05.01.2012, 11:20
Wenn das in Internetforen steht, dann muss es ja stimmen. :D


Da hast du Recht!


-

Ich kann nur - zum Widerspruch oder als Bestätigung der o.a. Zitate - von mir als ehemaligen Bluthochdruck-Patienten berichten:
=> vor etwa 4 Jahren, absolut null Sport und massivem Übergewicht lagen meine Werte bei 170/120 und mussten natürlich medikamentös behandelt werden.
=> seit zwei Jahren, regelmässigem Sport und immer noch massivem Übergewicht haben sich meine Werte bei etwa 115 - 125 / 65 - 75 eingependelt. Ohne Medikamengabe!

Eine fundierte Auskunft wird Dir letztendlich nur ein Kardiologe nach eingehender Untersuchung liefern können.

@Elguapo

Aber wie man sieht liest man es gelegentlich.
Vielleicht ein Zusammenspiel von sportlicher Betätigung und deinem Lieblingsthema Ernährung.:zwinker4:

MDeus
05.01.2012, 11:38
Bin auch Bluthochdruckpatient. Mein normaler BD lag immer bei 140/90. Eigentlich zu hoch, aber wurde noch nicht behandelt. Nach der Geburt meiner Tochter lag der BD entschieden zu hoch. Höchster mal gemessener Wert lag bei 170/100(oder 110, bin nicht mehr so sicher).
Seitdem nehme ich ACE-Hemmer. Hatte auch noch Übergewicht zu dem Zeitpunkt. Jetzt hab ich nur noch "Problemzönchen". Zeitweise musste ich auch noch Betablocker nehmen.
Dann hab ich begonnen, mir Gedanken zu machen, über meinen BD, mein Übergewicht, mein Alter, meine Verantwortung gegenüber meinen Kinder, usw. usf.
Und bin zu dem Schluss gekommen, wieder laufen zu gehen. Hatte ich Jahre vorher schon mal gemacht, und nach ca. eineinhalb Jahren wieder aufgehört.
Der Wiedereinstieg in mein Läuferdasein war echt brutal. Aber ich hatte immer den Hintergedanken an meinen Bluthochdruck im Kopf, und hab mich durchgebissen. Die Pfunde purzelten, und zeitgleich mein BD auch. Die Betablocker musste ich wieder absetzen, weil ich durch den Ausdauersport meinen Ruhepuls gesenkt hatte, und der lag tw. bei 38.
Zu wenig Ruhepuls entschied meine Ärztin, und ich durfte unter ihrer ärztlichen Aufsicht meine Betablocker absetzen.
Deinen Blutdruck würde ich jetzt nicht als zu hoch einstufen, aber wenn Du es genau wissen möchtest, dann frag doch mal deinen Arzt. Der kann Dir sicher kompetenter Auskunft geben, als wir hier im Forum.

Elguapo
05.01.2012, 11:38
Aber wie man sieht liest man es gelegentlich.
Vielleicht ein Zusammenspiel von sportlicher Betätigung und deinem Lieblingsthema Ernährung.:zwinker4:

Klar, regelmässig Sport hat Auswirkung auf soviele gesundheitlichen Bereichen, inklusiv Psyche. Ich bin mir sicher, daß Ernährung eine WEIT größere Auswirkung auf die Gesundheit hat, als die meisten glauben, inklusiv Ärzte und mancher Ernährungsberater, die auch nicht gerade die beste Ernährung empfehlen.
Hm, erster Post, heute angemeldet:confused: Dafür kennst du mich ganz gut:zwinker2:

Achken
05.01.2012, 11:50
Klar, regelmässig Sport hat Auswirkung auf soviele gesundheitlichen Bereichen, inklusiv Psyche. Ich bin mir sicher, daß Ernährung eine WEIT größere Auswirkung auf die Gesundheit hat, als die meisten glauben, inklusiv Ärzte und mancher Ernährungsberater, die auch nicht gerade die beste Ernährung empfehlen.
Hm, erster Post, heute angemeldet:confused: Dafür kennst du mich ganz gut:zwinker2:

Da gebe ich dir nur bedingt Recht. Nur im Zusammenspiel von allen kann der Schlüssel liegen.
Da meine ich alle Bereiche moderat zu sehen. Eine Übertreibung in welcher Richtung auch immer kann nur kontraproduktiv sein.

Elguapo
05.01.2012, 12:16
Eine Übertreibung in welcher Richtung auch immer kann nur kontraproduktiv sein.

Ich habe nichts von Übertreiben geschrieben, allerdings ist die Ernährung der heutigen Gesellschaft leider übertrieben schlecht. Eine gesunde ausgewogene Ernährung ohne Fanatismus ist mein Motto. Ich habe noch nie eine bestimmte Ernährungsform propagiert, außer daß man viel Gemüse, Obst und unverarbeitete Lebensmitteln essen soll.

Wo wir noch bei der Frage sind, wie jemand, der neu ist, weiß, daß ich jemand bin, dessen Lieblingsthema angeblich Ernährung ist:wink: :D

Siegfried
05.01.2012, 16:38
-

Ich kann nur - zum Widerspruch oder als Bestätigung der o.a. Zitate - von mir als ehemaligen Bluthochdruck-Patienten berichten:
=> vor etwa 4 Jahren, absolut null Sport und massivem Übergewicht lagen meine Werte bei 170/120 und mussten natürlich medikamentös behandelt werden.
=> seit zwei Jahren, regelmässigem Sport und immer noch massivem Übergewicht haben sich meine Werte bei etwa 115 - 125 / 65 - 75 eingependelt. Ohne Medikamengabe!

Eine fundierte Auskunft wird Dir letztendlich nur ein Kardiologe nach eingehender Untersuchung liefern können.

Also die ärztliche Literatur spricht vom 4-9 mmHg Blutdruckabsenkund durch Ausdauertraining. Eine derartige Absenkung wie bei Dir ist eigentlich ausschliesslich durch Ausdauertraining nicht zu erreichen. Mein BD ist auch trotz Ausdauersport, Normalgewicht und gesunder Ernährung nicht ohne Medikamente unten zu halten.

Siegfried

Runningman77
05.01.2012, 22:40
Danke für die vielen Antworten von Euch!
Habe wieder was dazu gelernt.
Werde demnächst mal zum Cardiologen gehen und mich durchchecken lassen...kann ja nicht schaden:-)

triath
08.01.2012, 13:19
Bei der Krankenkasse welche Beiträge von mir bekommt gibt es ein Bonusprogramm und ein Feld zum ankreuzen ist ein Kardiocheck.

also 1mal pro Jahr aufs Ergometer.