PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schmerzen Achillessehne nach neuem Schuh



shooter1
16.01.2012, 10:52
Hallo,

vorab: Ich bin neu hier im Forum. Mein Anliegen ist sicher schon öfters vorgebracht worden.
Ich habe auch mir einiges über Google zusammengesucht und so ganz gute Hinweise entdeckt. Ich bin mir aber trotzdem nicht klar, was ich jetzt am besten machen soll.

Ausgangslage: Ich laufe so zwischen 50 und 60 km pro Woche (dies erst seit dem Sommer letzten Jahres, laufe aber schon lange, allerdings vorher kürzere Strecken).

Eigentlich hatte bisher keine Probleme mit Schmerzen in den Füßen (manchmal etwas im rechten Ballen, was aber schnell wieder verging). Mit meinem neuen Paar Asics (Modell weiß ich im Moment nicht genau) mit Pronationsstütze (seit Juli letzten Jahres) ging alles nochmal etwas leichter. Die letzten Monate keine Probleme. Ich habe aber vor kurzem mein altes Paar von Adidas (Modell weiß ich auch nicht mehr, aber auch mit Pronationsstütze) entsorgt, da es auch als gelegentliches Zweitpaar nicht mehr ging.

Ich dachte mir, ich lege mir mal für nur einige Läufe zwischendurch ein neutrales Laufschuhpaar zu (also nicht mal als richtiges Zweitpaar gedacht). Gesagt getan: Wieder von asics Gel-Pulse3, weil ich am besten mit Asics zurechtkomme. Im Laden auf dem Laufband ging das auch gut.

Problem: Nach einem ersten Lauf (ca. 17 km, viel Stadtstrecke, d.h. Asphalt) am Freitag hatte ich (insbesondere am Sa) ziemliche Schmerzen in der Zone der Achillessehe, aber nur rechts. Gestern (So) ging es aber wieder, so dass ich mit meinen "Hauptschuhen" eine ganz ordentliche Runde hingelegt habe, ohne dass dies groß weh tat (schön kalt gestern).

Nun hatte ich schon gestern Abend und heute Morgen schlimmere Schmerzen als zuvor, kann kaum richtig gehen, so zieht es.

Meine Fragen:

1. War es grundsätzlich eine blöde Idee, mir einen neutralen Schuh zuzulegen? Sollte ich diese Idee ad acta legen?
2. Oder war die erste Strecke damit nur zu lang und/oder zu asphaltlastig? D.h. kann ich es später nochmal versuchen (mit kleinerer Strecke)?
3. Oder lieber sofort wieder einen Pronationsschuh als Zweitpaar? Könnten Einlagen eine Alternative sein, um den Pronationsausgleich zu erreichen?
4. Was mache ich jetzt mit dem Trainig: Aussetzen, wie lange? Eigentlich wäre morgen früh ein 16-km Lauf dran, aber das kann ich mir gerade gar nicht vorstellen. Anderseits habe ich etwas Angst außer Form zu kommen. Diesen Winter wollte ich eigentlich zum ersten Mal voll durchlaufen (was bisher auch gut klappte, sogar nach Weihnachten).

Bin für jeden Hinweis dankbar

S.
shooter1 ist gerade online Beitrag melden Beitrag bearbeiten/löschen

Lauf_Alex
16.01.2012, 11:36
Hallo Shooter,

Meines erachtens war die "dumme Idee" einzig und alleine, dass du trotz schmerzender Achillessehne nen 17 KM lauf hingelegt hast. Da hättest du mal ein paar Tage aussetzen sollen, kühlen und dann erstmal vorsichtig schauen.
Wenn du Pech hast, dann haste nun einige Wochen den Spaß.
Lieber ein paar Tage mehr aussetzen, auch wenns hart ist, als einmal dann über Monate nix machen zu können.

Zu den Schuhen:
Was haben denn die Fachleute zu deiner Überpronation gesagt? Wenn diese wirklich sehr ausgeprägt ist, fährt man mit einer Stütze eigentlich besser. Durch das Abknicken wirken zu den normalen Zugkräften auch noch Scherkräfte auf die Sehne, wozu diese aber nicht ausgelegt ist und dann häufig mit einer Reizung bzw. Entzündung reagiert.
In deinem Fall würde ich, falls wirklich der Wille da ist einen Normalschuh zu laufen, zunächst mal Fußübungen durchführen.
Gueng hat hier eine ziemlich geniale Übung reingestellt, die sich "kurzer Fuß" nennt ( Wenn du das bei Youtube eingibst ist es der 1 oder 2 Link ). Dadurch trainierst du die Fußmuskulatur, so dass du nicht mehr so stark Überpronierst. ( Im idealfall )
Dann würde ich das langsam steigern und nicht direkt nen 17er aufs Parkett ( oder den Asphalt ) legen, sondern erst mal so 5 - 6 KM in den Schuhen laufen und schauen wie es wirkt.

Gute Besserung in jedem Fall!

VG
Alex

Gueng
16.01.2012, 11:59
1. War es grundsätzlich eine blöde Idee, mir einen neutralen Schuh zuzulegen? Sollte ich diese Idee ad acta legen?
2. Oder war die erste Strecke damit nur zu lang und/oder zu asphaltlastig? D.h. kann ich es später nochmal versuchen (mit kleinerer Strecke)?
3. Oder lieber sofort wieder einen Pronationsschuh als Zweitpaar? Könnten Einlagen eine Alternative sein, um den Pronationsausgleich zu erreichen?
4. Was mache ich jetzt mit dem Trainig: Aussetzen, wie lange? Eigentlich wäre morgen früh ein 16-km Lauf dran, aber das kann ich mir gerade gar nicht vorstellen. Anderseits habe ich etwas Angst außer Form zu kommen. Diesen Winter wollte ich eigentlich zum ersten Mal voll durchlaufen (was bisher auch gut klappte, sogar nach Weihnachten).

Hallo Shooter!

zu 1) Nein, aber es erfordert ggf. zusätzliches Training.
zu 2) wahrscheinlich zu lang
zu 3) Einlagen sind eine Alternative, wenn Du Dir Dein Leben unnötig kompliziert machen möchtest. In vielen Fällen funktioniert die Abstimmung der Einlagen auf die Schuhe nur unbefriedigend, insbesondere wenn mehrere unterschiedliche Paar Schuhe verwendet werden. Einlagen sind ebenso wie Schuhe der Abnutzung unterworfen und müssen regelmäßig erneuert werden.
zu 4) Die Neutralschuhe am besten zunächst nur auf kurzen Strecken einsetzen, um den Bewegungsapparat daran zu gewöhnen, dass er jetzt selbst für die Pronationskontrolle arbeiten muss.
Um die notwendigen Anspannungsmuster der Unterschenkelmuskulatur zu trainieren solltest Du den Übungssatz "kurzer Fuß" regelmäßig durchführen:
Youtube-Video (http://www.youtube.com/watch?v=Xa908OAQl70)
Anleitung als pdf (http://gueng.gu.funpic.de/laufschule/Kurzer_Fuss_V01.pdf)

Grüße und viel Erfolg
Martin

Gueng
16.01.2012, 12:06
Gueng hat hier eine ziemlich geniale Übung reingestellt, die sich "kurzer Fuß" nennt ( Wenn du das bei Youtube eingibst ist es der 1 oder 2 Link ).
Vielen Dank, Alex :hallo:.

shooter1
17.01.2012, 09:41
Heute werde ich aber erstmal einen zusätzlichen Ruhetag einlegen. Die Schmerzen sind auch schon erheblich geringer geworden.

Gruß
S.

wiesel
17.01.2012, 22:56
..... und vermutlich clevererweise mindestens den Rest der Woche pausieren. Außer du willst die Probleme zum ständigen Begleiter machen. Gerade mit Problemen an der Achillessehne ist nicht zu spaßen. Die Alternative wird sein: Weiterlaufen und dann 1 - 2 Einheiten später eher Richtung 2 und mehr Wochen pausieren. Mit jeder Einheit die du mit Schmerzen absolvierst wirst du die Pause nur verlängern. Eines steht meines Erachtens dabei fest. Die Pause wird sich dein Körper holen. Wann und wie lange hast du (noch) in der Hand. Jeder in deiner Situation würde gerne hören, dass weiterlaufen kein Problem ist und sich alles auch so gibt aber so wird es zu 99 % nicht sein. Demnach besser direkt und dafür wahrscheinlich kürzer pausieren als später und dafür länger. Mit etwas Pflege könnte das Thema zum Start der neuen Woche weg sein. Starten solltest du allerdings erst wenn du komplett schmerzfrei bist. Ggf. heißt das auch eine Einheit direkt beim Auftreten von Problemen abzubrechen. Übrigens gibt es hier auf runnersworld.de einige gute Artikel zum Thema Achillessehnenbeschwerden. Meine Lieblingsrezepte gegen Achillessehnenbeschwerden: Wadenmuskulatur lange und viel Dehnen und über Nacht Umschläge mit Enelbinpaste.

Die Idee einfach mal einen neutralen Schuh kaufen und dann wird mit einfach weiter geradeaus laufen alles besser wird nicht aufgehen. Wie bereits meine Vorredner geschrieben haben wird dies zusätzlichen Trainingsaufwand erfordern und eine Garantie auf verletzungsfreies Laufen ist auch das nicht. Meines Erachtens wäre es der bessere Weg gewesen entweder dich langsam heranzutasten mit z. B. einem leicht gestützen Schuh der zudem flacher gebaut und flexibler ist wie z. B. der Gel DS Trainer (wenn es Asics sein soll) oder eben direkt einen "Barfusslaufschuh" wie Nike Free, Saucony Zweitschuh, Brooks Pure kaufen und dann damit nicht wirklich laufen (wenn dann zunächst nur kurze Strecken) sondern Laufkoordinationsübungen und Lauf-ABC absolvieren.

Beim Thema Einlagen bin ich etwas anderer Meinung als Gueng: Entscheidend ist meiner Meinung nach wie gut die Einlage gemacht ist. Eine individuellere Anpassung wirst du durch keinen Schuh bekommen können. Eventuell würde dann das Thema gestützter Schuh auch direkt wegfallen können. Was auch noch weitere Vorteile hat. Aber das kann nur ein Fachmann vor Ort beurteilen.

Mit laufenden Grüßen Wiesel

PS: .... und die im Video dargestellte Übung ist wirklich gut!

shooter1
19.01.2012, 15:32
Ja, auch der heutige Zustand lässt eine Pause bis mindestens nächste Woche ratsam erscheinen. Ich habe mir jetzt diese Paste besorgt. Wie machst du damit Umschläge, ohne das Bett vollzusauen? Auf jeden Fall auch kalt, da akut?

Danke und Gruß

Stefan

shooter1
21.01.2012, 14:10
Hallo,
soll ich die Übungen noch machen, während ich Schmerzen habe?
Habe gestern Abend mal damit angefangen, aber heute das Gefühl, dass die Schmerzen wieder etwas stärker sind. Was meint Ihr? Kann ich mich morgen einen Spaziergang leisten?
Mich nervt die Bewegungslosigkeit schon nach 5 Tagen total...
Gruß
S.

Gueng
21.01.2012, 14:54
Hallo,
soll ich die Übungen noch machen, während ich Schmerzen habe?
Hallo Shooter,

in den Standardvarianten (sitzend, stehend) stellt der kurze Fuß eigentlich keine große Belastung für die Achillessehnen dar. Mit den "dynamischen" Positionen (Ballenstand, Kniebeuge) würde ich dagegen abwarten, bis die akute Entzündung weg ist.

Beste Grüße
Martin