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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hüftschmerz/Beckenschmerz



tasha2212
25.01.2012, 13:08
hallo alle miteinander....

vielleicht kann mir ja jemand von euch helfen - was super wäre, denn so langsam bin ich mit meinem latein am ende.. es wird alles auf die frage hinauslaufen: kann mir jemand einen wirklich guten orthopäden im ruhrgebiet empfehlen der nicht nur "sportmediziner" ist sondern sich insbesondere mit orthopädischen besonderheiten im laufsport auskennt? ach ja - wäre auch gut wenn er keine ausschließliche privatpraxis betreibt.

mein problem zieht sich jetzt schon einige monate hin und führte immer wieder zu teils wochenlangem pausieren. das alleine macht mich wahnsinnig...

ich versuche es kurz zu machen:

jahrelanges laufen völlig ohne probleme - dann die lust dran verloren und einige monate pausiert. tja - wieder angefangen. und damit fingen auch die probleme an. erst ständige schmerzen an den schienbeinen, rechts und links. dachte erst belastungsschmerzen (ab und an übertreibe ich es gerne) ob der neu wieder aufgenommen lauftätigkeit. pausiert, langsam wieder angefangen - schmerzen kamen wieder. schienbeinkantensydrom, rechts und links.

bekam erst diclofenac und ruhe verordnet, dann einen termin beim orthopädischen schuhmacher. von dem bekam ich einlagen verpasst.

das laufen danach zunächst sehr ungewohnt. habe SEHR langsam angefangen und nahezu am ganzen körper muskelschmerzen ob der völlig neuen bewegung. das besserte sich aber mit der zeit. war einige wochen lang völlig beschwerdefrei. dann traten auf einmal schmerzen im linken hüft/beckenbereich auf. ich dachte erst das gehöre wohl zum neuen bewegungsablauf und wird verschwinden.

tat es nicht. schmerzen wurden schlimmer. und genau DIE sind gerade mein problem. der schmerz ist von außen nicht ertastbar, vielmehr tut es INNEN weh, im bereich des linken beckens/der hüfte. ich habe wieder tabletten bekommen (natürlich helfen die die schmerzen zu beseitigen, aber das kann ja nicht sinn der sache sein) alles in allem machte mein orthopäde - den ich im großen und ganzen wirklich schätze! - einen etwas ratlosen eindruck.

ich war jetzt 3 mal deswegen da. ich habe nach den tabletten eine kernspin gemacht - wegen der schmerzen bin ich nicht gelaufen, etwa 10 tage lang bis zum termin der kernspin. die brachte - außer des jetzigen wissens dass ich platzangst habe - .. NICHTS. der radiologe konnte nichts finden außer wirklich winzigen spuren einer abklingenden entzündung. was ich als medizinischer laie nicht so überraschend fand da ich ja auch 10 tage lang nicht gelaufen bin. ich habe daraufhin beim orthopädischen schuhmacher einen "lauftest" mittels einer sensoreinlage gemacht. meine derzeitigen einlagen sind jetzt nochmal verändert worden.

und: mit denen bin ich gestern das erste mal wieder gelaufen. sehr langsam und nur 3,5 km, zu gewöhnungszwecken. und seit dem habe ich noch mehr schmerzen als vorher. beim laufen selber nicht - aber unmittelbar danach wenn ich zur ruhe komme.

so. und jetzt wieder zurück zur eingangsfrage.
ich weiß, ist doch ein bisschen viel text geworden aber manchmal muss man sich seinen frust auch von der seele schreiben.....

ich danke schon jetzt für jede antwort!

die vicky

Gueng
25.01.2012, 15:13
Hallo Vicky,

ich kenne mich zwar weder im Ruhrgebiet, noch mit Orthopäden aus :zwinker5:, aber eine Rückfrage hätte ich trotzdem.
Welche Fehlhaltung ist bei Dir diagnostiziert worden, die die Verwendung orthopädischer Einlagen nahelegt?

Gruß
Martin

tasha2212
25.01.2012, 15:58
hallo martin!

festgestellt wurde dass ich "plattfüße" habe, wenn ich das richtig in erinnerung habe recht ausgeprägt. ich muss gestehen dass ich die genauere "diagnose" so nicht mehr in erinnerung habe. ich glaube es ging noch darum, dass mein mittelfuß und der ballen wohl wirklich sehr wenig wölbung aufweisen.

es hieß dann - in konsultation mit dem orthopädischen schuhmacher - dass einlagen mir dabei helfen würden dies zu korriegieren. konsequenzen der "plattfüße" waren ja die schienbeinprobleme. die sind ja auch weg seit den einlagen...

gruß und einen schönen abend,

vicky

Irisanna
25.01.2012, 16:08
Hallo Vicky,

ich kann dir leider auch nicht weiter helfen, aber: Auch ich habe einen Plattfuß und auch mir wurden einst Einlagen verschrieben. Die Dinger sind dann ziemlich schnell in die Tonne gewandert, denn mit meinem Plattfluß platsche ich bereits ein ganzes Leben beschwerdefrei durch die Welt- ich bin jetzt 44. Mit den Einlagen kamen dann die Probleme: Starke, brennende Schmerzen oberhalb der rechten Beckenkammes bzw. geradezu IN dem Beckenkamm. Laut Orthopäde ist zudem irgendwas verklebt im Bereich des Beckens, so dass mein eines Bein irgendwie etwas länger sein soll als das andere. Auch das sollte wohl dadurch ausgeglichen werden.

Ich denke, mein Skelett hat sich ein Leben lang mit den Entenfüßen und dem Beckenschiefstand, wenn es denn einer ist, arrangiert und alles ist darauf eingespielt. Durch die Einlagen ist dann, so vermute ich, alles aus der Ballance gekommen, was letztlich zu Schmerzen geführt hat- und da bin ich nicht einmal gelaufen.

Vielleicht kramst du nochmals alte Laufschuhe ohne Einlagen raus und wenn du wieder schmerzfrei bist, versuchst du es mit dem Equipment, mit dem du lange schmerzfrei unterwegs warst. Einfach um zu sehen, ob die Schmerzen dann ausbleiben oder wiederkehren.

Oder vielleicht mal ein Chiropraktiker?
Was ist mit rheumatischen Erkrankungen?

Menno, ich drücke dir die Daumen!!

Gueng
25.01.2012, 18:50
es hieß dann - in konsultation mit dem orthopädischen schuhmacher - dass einlagen mir dabei helfen würden dies zu korriegieren. konsequenzen der "plattfüße" waren ja die schienbeinprobleme. die sind ja auch weg seit den einlagen...
Hat Dich einer Deiner orthopädischen Berater auf die Möglichkeit hingewiesen, Dir selbst bei der Korrektur der Fußhaltung zu helfen?
Falls nicht, dann tue ich das hiermit, denn die besten Stützen sind "serienmäßig" in unsere Beine eingebaut:
Verbesserung der Beinstabilität mit dem Übungssatz "kurzer Fuß nach Janda" (Film) (http://forum.runnersworld.de/forum/Verbesserung%20der%20Beinstabilit%C3%83% C2%A4t%20mit%20dem%20%C3%83%C2%9Cbungssa tz%20%22kurzer%20Fu%C3%83%C2%9F%20nach%2 0Janda%22%20%28Film%29)
Verbesserung der Beinstabilität mit dem Übungssatz "kurzer Fuß nach Janda" (Anleitung als pdf) (http://gueng.gu.funpic.de/laufschule/Kurzer_Fuss_V01.pdf)

Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung :).

Viel Erfolg
Martin

moser69
26.01.2012, 06:30
Hallo Vicky,

ich kann Dir nur raten einen GUTEN Physiotherapeuten zu finden. Einen, der auch etwas tiefer in deinen Körper (und Geist) schauen kann. Ich habe eine ähnliche Erfahrung hinter mir – war am Anfang sehr skeptisch gewesen, aber dann habe mir doch für eine nicht konventionale Therapie entscheiden und war von den Ergebnissen überwältigt. Manchmal liegt die Ursache wo GANZ anders als man vermutet, und die Schulmedizin ist mMn zu stark an den Symptomen und nicht an der eigentlichen Ursache fokussiert (das sage ich nicht nur von meiner Erfahrung…).

Also ich würde Dir empfehlen einen guten Ostheopaten o.Ä. zu suchen. Im Raum Frankfurt a.M./Gießen könnte ich Dir Jemanden empfehlen.

Ich wünsche Dir eine gute Besserung und „Kopf hoch!“ – es wird schon! :)

Gruß
Robert

uzi
26.01.2012, 09:11
Also ich würde Dir empfehlen einen guten Ostheopaten o.Ä. zu suchen.

das kann ich nur unterstreichen. Ich hab mit Osteopathie nur die besten Erfahrungen gemacht und gehe mittlerweile auch immer zuerst zum Osteopathen wenn igendwo was nicht stimmt. Es ist für mich also viel mehr als eine Alternative - wegen der Ergebnisse.

Gute Besserung
Ute

tasha2212
27.01.2012, 08:28
vielen dank für eure zahlreichen antworten, das ist ja toll!
werde mich in einer ruhigen minute am wochenende mal damit beschäftigen. insbesondere über osteopathie habe ich noch nie nachgedacht...

"in der sache selber" ist der aktuelle stand folgender:

nach einem telefonat mit dem orthopädischen schuhmacher (indem er mir auch mögliche ursachen erläutert hat) sind meine schuhe inkl. der einlagen wieder bei ihm und werden nochmal angepasst. dienstag bekomme ich sie wieder - kann also direkt wieder versuchen zu laufen. bis dahin werden auch die schmerzen in der hüfte ganz abgeklungen sein (kenne das ja schon).

sollte das alles auch nichts bringen würden wir uns zusammen mit meinem orthopäden über "sensomotorische einlagen" unterhalten.

ich weiß nicht ob das alles was bringt und/oder überhaupt eine lösung ist. aber wenigstens tut sich was und zusammen mit euren ideen und tipps bleibt der prozess in bewegung und es eröffnen sich neue möglichkeiten.

der gedanke meinen langen lauf am sonntag SCHON WIEDER nicht zu machen nervt mich zwar unglaublich, aber was soll`s

euch allen ein schönes wochenende!!!!

moser69
27.01.2012, 12:22
der gedanke meinen langen lauf am sonntag SCHON WIEDER nicht zu machen nervt mich zwar unglaublich, aber was soll`s


Mit so einer Einstellung kommst Du nicht weiter.
Vielleicht ist das sogar das Hauptproblem.

Dein Körper sagt Dir doch ganz deutlich dass er nicht mehr kann/will ....
Ich habe den Fehler auch jahrelang gemacht - jetzt höre ich auf solche Signale viel aufmerksammer und reagiere endsprechend - das würde ich Dir auch empfehlen.

Der Körper holt sich eher oder später das was er braucht - kannst mir glauben...
Ich habe die Erfahrung selbst gemacht, es hat mich ein Jahr Pause gekostet, deswegen würde ich nächstes mal nicht so lange warten ...

Wenn Du die ganze Zeit ohne Schuheinlagen belaufen bist, wieso solltest Du jetzt plötzlich welche brauchen???? Zu 99% ist das mMn reine Geldabzocke!

Mögliches Szenario:
Durch Stress (auch den Positiven) entstehen Bindegewebeverhärtungen die sich letztendlich auf die Muskulatur ausbreiten. Dadurch entstehen muskulöse Diysbalancen und die führen zu verschiedenen Veränderungen im Bewegungsapparat – es werden Sehnen, Muskeln und ganze Gelenke „ gereizt“, so entstehen Entzündungen / Schmerzen / Schwelungen u.s.w.
Der Körper wehrt sich. Wenn man auf die kleine Signale nicht reagiert und weiterhin forciert – schickt er Dir deutlichere Signale. Die Beschwerden werden stärker bis es gar nichts geht … Das meine ich wenn ich sage: der Körper holt sich das was er braucht.

Ich schätze dass es bei Dir nur eine mängelhafte Regeneration ist. Vielleicht nicht nur die körperlich aber auch die „geistliche“ … Der Zitat oben zeigt nämlich dass Du vom Sport ein wenig besessen bist … das ist schlecht!
Du, vermutlich genauso wie wir alle hier, willst doch Sport machen um gesunder zu leben und Spaß haben – oder ????

Geh zu einem Physiotherapeuten und lerne Regenerieren – ist meine persönliche Meinung.

Ich wünsche Dir alles Gute!

Gueng
27.01.2012, 16:15
Hallo Vicky,

bei sensomotorischen Einlagen weiß ich nie so recht, was ich davon halten soll. Vom Konzept her sind die eigentlich ganz reizvoll, da sie durch Stimulation der Muskeln das neuromuskuläre System darauf konditionieren sollen, sich die korrekte Muskelspannung anzugewöhnen. Wenn das funktioniert, dann sollten die Einlagen sich nach einigen Monaten regelmäßiger Verwendung selbst verzichtbar machen.
Ich persönlich kenne drei Läufer/innen, die solche Einlagen längere Zeit hatten bzw. haben, und bei keinem davon ist dieses wünschenswerte Ergebnis erzielt worden.
Deswegen nochmals meine Empfehlung, die Stützmuskulatur vorzugsweise durch willentliche Anspannung zu konditionieren. Das ist preiswerter, und man hat eine bessere Kontrolle darüber, ob die Korrektur wirklich funktioniert.

Sportliche Grüße
Martin

Domborusse
27.01.2012, 16:31
Hallo Vicky,
bin selbst EInlagenträger und kann daher etwas die Problematik nachvollziehen (vor allem, da ich auch immer wieder Probleme mit der Hüfte und ITBS habe - was auch der Grund für die Einlagen sind)
Es dauert halt schon ein bisschen, bis du die optimale Einlage hast - mein "Anpasser" friemelt auch heute noch nach 2 Jahren immer wieder einige mm an der einen Stelle dran, an der anderen Stelle weg - je nachdem, welche Rückmeldung ich ihm gebe!
Sensomotorische EInlagen haben bestimmt ihre Daseinsberechtigung, aber frag doch mal Hennes hier im Forum, was er davon hält. Und er steht mit seinen ERfahrungen nicht alleine da, so dass ich an deiner Stelle erst einmal eine gute (auch mehrfache) Überarbeitung der normalen Einlagen präferieren würde.
Mir hat bei den Hüfproblemen/ITBS geholfen, die Muskulatur aufzubauen und Dehnübungen konsequent durchzuziehen - aber 100% beschwerdefrei bin ich nicht!
Grüße und gute Besserung
Domborusse

Gueng
27.01.2012, 16:55
... so dass ich an deiner Stelle erst einmal eine gute (auch mehrfache) Überarbeitung der normalen Einlagen präferieren würde.
Das kostet aber doch so viel Zeit, die man m.E. besser in Körperspannungs- und Lauftechniktraining steckt. Mit aktivem Training bewirkt man auch nachhaltige Verbesserungen, während klassische (stützende) Einlagen nur Symptome bekämpfen. Sobald man sie weglässt, ist die Fehlhaltung schon beim ersten Schritt wieder da.

Domborusse
28.01.2012, 18:50
Da geb ich dir absolut recht!!
Das ist auch ein großer Teil meiner Versuche, dass alles in den Griff zu bekommen. Z.B hast du ja die Fußverkürzungsübungen als Video ins Netz gestellt; das hat meine Physio mir auch angeraten (also mach ich das auch, ebenso wie Stabiübungen, Muskelaufbau, Barfuss-Lauf ABC...)
Ich versuche so ab und an mal die EInlagen wegzulassen, aber bislang kamen die Schmerzen schnell wieder, also: weitermachen mit den Übungen!
Grüße
Domborusse