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Jedrik
22.06.2012, 15:04
Nachdem ich hier nun seit ein paar Tagen mitlese, möchte ich mich auch vorstellen.
Ich bin 54 Jahre alt und bin eigentlich Langstreckenradfahrerin. Vor rund elf Jahren musste mein Rad zur Reparatur und ich dachte so bei mir: 'Fährst es hin und läufst zurück, die paar Kilometer (6) ...' Wie Ihr Euch sicher alle denken könnt, hat das nicht so geklappt, ich musste zwei mal zwischendurch gehen und habe danach zwei Tage lang Mühe gehabt, mich überhaupt zu bewegen. Ganz erstaunlich, was man sich selbst antun kann, wenn man durch einen Sport eine Grundfitness hat, aber Muskeln und Gelenke nicht an die andere Bewegung gewöhnt sind, :peinlich:

Allerdings war ich dann meinem Ehrgeiz gepackt und bin dann immer wieder gelaufen, bis ich etwa eine Stunde durchgängig unterwegs sein konnte. Danach bin ich zu den Lauftreffs meines damaligen Sportvereins gegangen. Selbst die langsame Gruppe dort hat mir einiges abverlangt, aber nach und nach ging das alles ganz gut. Zwei 10-km Wettbewerbe machten mir allerdings klar, dass ich kein Wettkampfmaterial bin: die Frauen, die hochrot und schweißtriefend neben mir trainierten, liessen mich im Wettkampf einfach hinter sich - irgendwie spricht mein Kampfgeist dabei nicht an, es ist mir völlig wurscht, ob ich auf Platz 87 oder 115 lande, die Letzte werde ich wohl auch kaum, warum sollte ich mich anstrengen? Ich konnte das mit den Wettbewerben also auch genau so gut lassen. Als in der 24-Stunden-Staffel meines Vereins jemand ausfiel, bin ich allerdings eingesprungen. Ich wusste ja schon vom Radfahren, dass ich zwar nicht die Schnellste bin, aber auch nach vielen Kilometern nicht langsamer werde und tatsächlich, das war beim Laufen auch nicht anders.

Deswegen konnte ich meiner Lauffreundin auch zusagen, dass ich sie bei den langen Läufen in ihrer Marathonvorbereitung begleiten würde, soweit es eben bei mir reicht. Es hat bis zum letzten langen Lauf gereicht und dann habe ich den Fehler gemacht und mich dazu breitschlagen lassen, den Marathon (Essen Oktober 2002) mitzulaufen. "Na ja gut, dann mache ich das mal" reicht vielleicht, um zu finishen, aber nicht, um damit glücklich zu sein. Eine Weile habe ich noch mit etwas System trainiert, weil ich dachte: 'Mach es noch einmal ordentlich', aber entweder der Wunsch war nicht ernst genug oder systematisches Training ist nichts für mich, durchziehen konnte ich es nicht.

Danach lag der Schwerpunkt bei mir wieder auf dem Langstreckenradfahren, ich bin aber relativ regelmässig über all die Jahre zum Ausgleich, für die aerobe Fitness und der zuverlässigen Wirkung auf mein Gewicht weitergelaufen. Nach Möglichkeit zwei mal die Woche. Diesen Winter wurde es irgendwie wieder mehr, das wechselhafte Wetter der letzten Monate und der Wunsch nach ein paar Kilo weniger haben mich auch eher in die Laufschuhe als aufs Rad gebracht. Dabei musste ich feststellen, dass ich im Ganzen wieder mehr Lust auf Laufen bekommen habe, im Moment ist es für mich die Methode der Wahl, wenn ich mal meine Seele baumen lassen möchte oder einfach nur mal wieder Bewegung brauche. Und wieder ist der Gedanke da: 'Das mit dem Marathon, das machst Du aber noch einmal ordentlich.' Mal sehen. Vielleicht finde ich hier raus, wie ich das besser angehen könnte. Vielleicht finde ich mit Eurer Unterstützung einen anderen Weg für meinen sportlichen Ehrgeiz. Ich bin neugierig.

Gabriele

Sven K.
22.06.2012, 16:11
Herzlich Willkommen!

GeorgSchoenegger
22.06.2012, 16:38
Herzlichst willkommen! :hallo:

xBLUBx
26.06.2012, 17:16
Hi Jedrik

Lies Dir einige Tagebücher durch, welche hier im Forum stehen. Evtl. geben Dir diese neue Ideen und den nötigen Kick strukturiert zu trainieren. Doch vielleicht brauchst Du dies ja gar nicht – strukturierte Trainingseinheiten. Da ist jeder anders... schön zu beobachten im Film "Von Null auf 42". Was aber Spass machen könnte, ist (ob nun strukturiert oder nicht) ein eigenes Lauf-/Radfahrentagebuch zu führen. Persönlich finde ich es immer spannend, wie andere trainieren.

LG Blub

Jedrik
27.06.2012, 22:45
Vielen Dank für die Willkommensgrüße. :hallo:



Lies Dir einige Tagebücher durch, welche hier im Forum stehen. Evtl. geben Dir diese neue Ideen und den nötigen Kick strukturiert zu trainieren. Doch vielleicht brauchst Du dies ja gar nicht – strukturierte Trainingseinheiten. Da ist jeder anders... schön zu beobachten im Film "Von Null auf 42". Was aber Spass machen könnte, ist (ob nun strukturiert oder nicht) ein eigenes Lauf-/Radfahrentagebuch zu führen. Persönlich finde ich es immer spannend, wie andere trainieren.

Ich habe mich schon durch den einen oder anderen Thread gelesen, finde mich aber nicht so richtig wieder. Ist ja auch kein Wunder, die meisten haben ihr Blog ja angefangen, um den Weg zu ihrem Ziel zu dokumentieren und ich habe ja eigentlich keines, es sei denn, man könnte den Wunsch nach gleichmässigerer Motivation ein Ziel nennen. Wo kann man eigentlich hin, wenn man keine Wettbewerbe laufen möchte?

Ein Ziel in dieser Richtung habe ich gefunden: Ich würde gern ein wenig an meinem Laufstil arbeiten. Mit dem fast immer gleichen Tempo auf Strecken von 9 - 20 km habe ich mir einen geistesabwesenden Schlappschritt angewöhnt, der sicher nicht sehr elegant ist. So ein paar Ideen dazu habe ich auch schon gefunden und ich hoffe, meine dicken Radfahrerbeine stehen mir da nicht zu sehr im Weg.