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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : The Road to Kona ... or "train hard, dream big"



faceyourtarget
07.10.2012, 23:19
Hi Leute,

lese schon ne Weile mit und habe hier und da auch schon was kommentiert, aber habe mich jetzt entschlossen selbst ein Trainingstagebuch zu eröffnen. Zuerst mal ein paar Fakten zu mir:

Ich bin 27, Beamter, und trainiere seit ich 25 Jahre alt bin. Begonnen hat alles mit einer Wette, dass ich 10 km als relativ untrainierter innerhalb eines Jahres unter 55 Minuten laufen kann. Normalerweise bin ich ja eher einer, der bei solchen Vorhaben den Kopf schüttelt, aber immerhin ging es nicht um einen Marathon in 1 Monat, sondern um 10 km in 1 Jahr und ich hatte vorher auch regelmässig Fussball gespielt (wenn auch mit wenig Trainingsbeteiligung). Mein Training verlief ganz gut, auch wenn ich zwischendurch pausieren musste aufgrund muskulärer Probleme, die mich mehrere Monate aus dem Rennen warfen. Die Wette habe ich gewonnen und laufe seither durchgängig (bis auf Verletzungspausen).

Im August 2011 kam dann noch ein Rennrad hinzu und auch der erste Triathlon (mit Regen, Hagel und Gewitter ... also volles Programm). In 2012 dann mein 1. Marathon (bis dahin einige 10km Wettkämpfe und 3-4 HMs). Für 2013 ist im April der nächste Marathon geplant und meine 1. olympische Distanz. Laufen klappt soweit ganz gut (aktuelle PBs: M 4:15:xx Mai 2012, HM: 1:49:14 Mai 2012, 10 km 00:48:00, 5 km aktuell schätzungsweise bei 00:23:00-00:23:30.

Rad fahren habe ich im Vergleich zum laufen, relativ wenig trainiert. Schwimmen bringe ich mir gerade selbst bei, aber plane den Beitritt beim 1. FCK (Triathlon-Abteilung).

Wie oben zu entnehmen ist, bin ich für Ende April für meinen 2. Marathon (in St. Wendel) angemeldet. Hauptsächlich, um gut den Winter zu überstehen, da im Winter oft Motivationstief herrscht und ich durch Wettkämpfe immer enorme Motivation schöpfen kann.

2 Wochen danach bin ich für den Tri Pfalz Triathlon in Kaiserslautern angemeldet, bei dem ich erstmals über die OD starten werde. Bis dahin hat mein Schwimmtraining hoffentlich gefruchtet :)

Aufgrund verschleppter Grippe habe ich in letzter Zeit wenig trainiert. Der letzte Wettkampf war Mitte September mit anschliessendem Gripperückfall und latenter Herzmuskelentzündungsangst (obwohl ich zu sowas eigentlich nicht tendiere). Mittlerweile fühle ich mich wieder topfit und war seitdem 2 mal laufen.

Zuletzt gestern auf unserem frisch eingeweihten "Premium-Wanderweg". Der erstreckt sich auf über insgesamt 12,5 km und hat einen Höhenunterschied von 150-200 Metern vom niedrigsten zum höchsten Punkt. Das größte Teilstück bin ich davon gestern gelaufen: 9,1 km (davon die ersten 2,5 km steil bergauf ca. 150 HM). Bin die Strecke ohne Uhr und Puls gelaufen, weil das aktuell keinen Stellenwert für mich hat. Normalerweise bin ich da sehr akribisch bzw. war das am Anfang. Mittlerweile entscheide ich das spontan, ob ich mich zum Pulsknecht mache, obwohl ich damit gute Erfahrungen bisher gemacht habe.

Für morgen steht ca. 1h 15 Minuten Schwimmtraining an, Liegestützprogramm und ggf. leichte Dehnübungen.

Bis dahin hoffe ich euch ein wenig sonntägliche Langeweile mit dem lesen genommen zu haben. bis morgen :)

ps: Mein Titel ist nicht sonderlich ernst gemeint, da ich vermutlich nie in Hawaii starten werde, aber man darf auch mal träumerisch nach den Sternen greifen. Als langfristig gesetzte Ziele möchte ich: 1. einen Marathon unter 3:30 finishen und eine Langdistanz (am liebsten in Roth) ohne Pausen o.ä. durchstehen.

faceyourtarget
10.10.2012, 21:46
Was sind schon Vorsätze oder "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern"? Hatte ja eigentlich vor jeden Tag abwechselnd schwimmen bzw. laufen zu gehen und Ergometer nach Bedarf (müsste mir mal ne Rolle zulegen). Gestern musste die Laufeinheit einem großen Obstsalat mit Magerquark und der Couch weichen. Heute war ich dafür wieder fleissig schwimmen.

Heute morgen hatte ich von ner Bekannten noch einen Link zu ein paar Schwimmdrills bekommen. Ein paar kannte ich schon, aber ich probiere immer gerne was neues. Also gings heute kreuz und quer ... mal mit schwimmschnorchel, mal mit pullbuoy, mal nur die vordere armbewegung bis zur schulter, mal nur die abschliessende armbewegung an der seite, mal links mal rechts geatmet, ein bisschen beinschlag und ein paar 25m sprints.

Alles in allem eine sehr ergiebige Schwimmeinheit, vorallem das Fausten hat einen enormen Aha-Effekt, auch wenn sich mancher sicher fragt: "Was macht der Depp da?" Zu toppen ist das nur vom Schwimmschnorchel oder wenn ich mal "wasserplatschend" an den betagteren Damen vorbei schwimme, die auf keinen Fall über dem Hals mit Wasser in Berührung kommen wollen :)

Sehr ergiebig war auch der abwechselnde Kraul, bei dem die nächste Armbewegung erst beginnt, wenn die eine Hand die andere vorn wieder berührt.

Ich schätze mal, dass ich heute so insgesamt 1,2-1,3 km geschwommen habe und schon im Vergleich zur letzten Schwimmeinheit am Montag hier und da eine deutliche Verbesserung mit Aha-Momenten gemerkt habe.

Zu meiner "Schwimmkarriere" muss man sagen, dass ich sehr spät schwimmen gelernt habe und eigentlich nie so richtig. Mit 9 oder 10 dürfte ich mein Seepferdchen gemacht haben, im Sportunterricht im Winter habe ich das dann ein wenig aufgebessert, aber ein sicherer Schwimmer war ich nie. Ich habe früher im Schwimmbad auch immer Panik geschoben, sobald ich mit dem Kopf unkontrolliert unter Wasser kam (sprich: herunter drücken durch Kumpels). Da man sich ja nicht als Memme outen will, macht man das Spielchen mit, um anschliessend nach Luft japsend wieder nach oben zu kommen.

Das ist sicherlich ein Grund, warum ich bis vor 1-2 Jahren seeehr großen Respekt vorm Wasser hatte. Als ich im letzten Jahr mit dem Triathlon begonnen habe, gehörte schwimmen logischerweise dazu, aber mehr als ewig langsames Brustschwimmen war nicht drin und trainiert habe ich das auch wenig bis nicht. Trotzdem hatte ich seltsamerweise nach wie vor den Drang zum Triathlon. Duathlon, sollte man meinen, würde mir besser liegen, da das schwimmen wegfällt, aber Duathlon war nie eine Alternative. Vielleicht habe ich insgeheim ja auch die Herausforderung des Schwimmens gesucht.

Nach dem Triathlon habe ich dann in unregelmässigen Abständen dann schwimmen "trainiert", wobei das eigentlich aus "Meter machen" bestand und der Trainingseffekt nicht sonderlich hoch war. Von Kraul war zu dem Zeitpunkt nur zu träumen.

Da ich ein notorischer Autodidakt bin, habe ich mich nicht im Schwimmverein oder gar Triathlonverein angemeldet, sondern erstmal auf eigene Faust probiert. Am Anfang natürlich kläglich gescheitert und im Schneckentempo die 25m Bahn lang gequält um am Ende der Bahn fast ein Sauerstoffzelt beim Bademeister zu ordern.

Ich habe jedoch nie aufgegeben und immer mal wieder Kraul geübt und mir auch Videos dazu angeschaut, Triathlon-Trainingsguides gekauft und so Schritt für Schritt mein theoretisches Wissen aufgebaut. Irgendwann Mitte des Sommers ist dann von jetzt auf gleich der Knoten geplatzt ... ich konnte 25m kraulen, ohne danach krebsrot zu sein und wie ne Turbine Luft anzusaugen.

Mittlerweile schwimme ich 300-400m am Stück und merke, dass ich von Training zu Training besser werde. Vorallem achte ich bewusst auf meine Wasserlage, wie effektiv mein Armzug ist, was machen meine Ellbogen usw.! Ich hätte es zwar nicht für möglich gehalten, aber irgendwie kam ich mir heute zum ersten mal vor, wie ein richtiger Schwimmer (Kraul).

Werde über den Winter 3-4 mal die Woche ins Becken gehen und euch im Frühjahr spätestens berichten, wie sich meine Zeit entwickelt hat (im September auf 300m ca. 7-8 Minuten). Spätestens Ende des Jahres werde ich dann vermutlich auch dem FCK beitreten und hoffen, dass ich dort zumindest vom Schwimmtraining profitieren kann.

Morgen gibts dann keine Ausreden fürs Laufen... geplant sind 45-50 Minuten. Vielleicht auch ne verkürzte Tempoeinheit, aber das entscheide ich spontan :)

faceyourtarget
11.10.2012, 21:13
Heute gings dann mal wieder zum laufen. Da ich aufgrund verschleppter Grippe ja noch nicht so viele Kilometer machen kann, waren es heute 8 km (davon teilweise auf unserem neuen "Premium-Wanderweg"). War zwar schon dunkel, aber wozu hat man ne Stirnlampe. Ich muss sagen, dass ich Stück für Stück das laufen in der freien Natur für mich entdecke. Eigentlich war ich bisher immer der Asphaltläufer, aber es ist ein belebendes Gefühl, durch einen lebendigen dunklen Wald zu laufen, bei dem man mit jedem Atemzug die pure Natur geniessen kann. Hier und da gabs auch einen schönen Ausblick.

Die letzten 2 km gings dann wieder durch mein beschauliches Örtchen. Insgesamt war ich ca. 55 Minuten unterwegs und hab gut und gerne 200 Höhenmeter bezwungen. Morgen gehts dann wieder zum Schwimmtraining (leider in nem Ausweich-Bad), weil in meinem normalen Schwimmbad gerade "Putzwochen" sind. Ich denke morgen werde ich mal probieren, wie weit ich aktuell mit Kraul wirklich schwimmen kann. Normalerweise schwimme ich höchstens 100-200m am Stück und mache dann eine kleine Pause. Teilweise sogar nur 50m.

Schwimmen entwickelt sich jedenfalls langsam zu meiner Lieblingsdisziplin. Wenn mir das einer vor nem Jahr erzählt hätte, hätte ich ihn für verrückt erklärt :)

Plattfuß
11.10.2012, 21:40
. War zwar schon dunkel, aber wozu hat man ne Stirnlampe. Ich muss sagen, dass ich Stück für Stück das laufen in der freien Natur für mich entdecke. Eigentlich war ich bisher immer der Asphaltläufer, aber es ist ein belebendes Gefühl, durch einen lebendigen dunklen Wald zu laufen....

Paß auf daß Du keinen Sturz im dunklem wald drehst.
Ist vieleicht romantisch mit Stirnlampe im Wald, aber vieleicht doch zu gefährlich.

faceyourtarget
11.10.2012, 22:31
Paß auf daß Du keinen Sturz im dunklem wald drehst.
Ist vieleicht romantisch mit Stirnlampe im Wald, aber vieleicht doch zu gefährlich.

Um ehrlich zu sein habe ich nicht vor das regelmässig zu machen. Manche Teile der Strecke sind selbst im hellen äusserst gefährlich zu laufen. Aber ich denke das wird meine Hausstrecke fürs Wochenende. Da kann ich mir die Tageszeit ja Gott sei Dank aussuchen. Ich hatte heute schlicht und ergreifend keine Lust durchs Örtchen zu laufen 8 oder 10 km oder noch woanders hin zu fahren, um extra laufen zu gehen.

Den Teilabschnitt, den ich heute gelaufen bin, kann man aber ruhig nahezu bedenkenlos laufen. Das sind stellenweise ausgefahrene Wege und keine Buckelpiste, auch wenns ganz schön auf und ab geht. Aber ich nehme die Sorge zur Kenntnis. :D