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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frühjahrs-Blues und soziale Kontrolle



TriciaMarieMcMillan
28.04.2013, 18:50
So, endlich ist es soweit: Selbst hier in den Bergen ist der hartnäckige Schnee auf dem Rückzug und der lang, lang ersehnte Frühling ist nun doch noch aufgetaucht und bringt lange Abende und praktisches Laufwetter.
Wenn ich mir überlege, wie lange ich mir diese goldene Zeit zwischen Schneematsch und Eisregen und pollenverseuchter Luft und Hitze herbeigesehnt habe, muss ich mich nun doch wundern, wo denn meine Euphorie geblieben ist…? Denn seit der letzte Schnee vom Wanderweg geflossen ist, fällt es mir unerklärlicherweise unheimlich schwer, mich zu meinem täglichen Lauf aufzuraffen.
Vielleicht liegt es daran, dass das Laufen im Winter für mich als blutiger Anfänger immer ein Abenteuer gewesen ist, oder zumindest hat es sich jedes Mal so angefühlt, wenn ich mich trotz der deprimierenden Termometeranzeige und dichtem Schneefall mutig aufs Eis gewagt habe. :D

Nun ja, sei es wie es sei, Tatsache bleibt, dass mich der Frühjahresblues gepackt hat und meine Laufmotivation immer mehr zu Wünschen lässt und alleine der Gedanke daran, was für lächerliche Ausreden ich mir schon ausgedacht habe, nur um mein Training doch noch auf den nächsten Tag zu verschieben, treibt mir die Schamesröte ins Gesicht. :peinlich:
Um dem endlich einen Riegel vorzuschieben, suche ich nun Hilfe in Form von sozialer Kontrolle und da mein näheres Umfeld generell erstaunt und beeindruckt reagiert, selbst wenn ich nur einmal in der Woche Laufen würde, hat mich der ewige Opportunist in mir wieder zu euch ins Forum getrieben. Mir stellt sich die Frage, ob ich mit meinem saisonverschobenen Lauffrust alleine bin, oder ob es hier noch andere gibt, die sich mit der traditionellen Lieblingssaison etwas schwer tun. Falls es euch gibt, dann würde ich mich hier gerne etwas darüber austauschen und regelmässig gestehen, wie sportlich ich denn nun wirklich war; im Wissen darum, dass ihr mir meine dummen Ausreden nicht abkaufen werdet und weniger geduldig reagiert, als mein Trainingstagebuch.

Ich beginne mal mit meinem ersten, schändlichen Geständnis: In dieser Woche war ich bisher genau ein einziges Mal mit meinen Laufschuhen unterwegs und das nicht, weil ich wirklich keine Zeit hatte, sondern weil ich mir eingeredet habe, weder meine Bücher, noch der Fernseher könnten auf mich warten… Soviel dazu! :klatsch:
So, nachdem ich das geschrieben habe, könnte ich mich heute beim Zähneputzen nicht mehr im Spiegel betrachten, wenn ich nicht doch noch den Hintern hochbekomme, weswegen ich mir jetzt gleich den Hund schnappe und eine Stunde laufen gehe (natürlich mit der doppelten Dosis Blues auf meinem Player, um den Lauf mit etwas Selbstironie zu würzen)!

Besten Dank fürs lesen und die besten Wünsche an euch…

Finny
28.04.2013, 19:56
Tricia, sieh zu, dass Du in Schwung kommst - wer weiß, wie lange das gute Wetter anhält ;-)

Spaß beiseite: ich bin begeisterte Blogleserin und werde Dich schon anfeuern, wenn es mal wieder schlappt.
Es muss ja nun nicht jeden Tag ein Lauf sein aber ein gesunder Rhythmus ist doch schon was Feines!

Also: viel Spaß und guten (Wieder-) einlauf - neue Woche neues Glück:-)

LG,
Finny

TriciaMarieMcMillan
30.04.2013, 23:37
Ein verschnupftes Hallo

@Finny
Vielen lieben Dank für deine motivierenden Worte und es freut mich natürlich besonders, dass du dich für die Zusammenführung von Kriechtieren und Glasglühwürmchen begeistern kannst!
Ich weiss, dass ich endlich wieder in meinen altgewohnten Rhythmus kommen sollte und meine Agenda ist fest dazu entschlossen, nur höre ich momentan leider nicht immer auf das was ich schreibe…

Nun ja, wie versprochen war ich am Sonntag, nach meinem Beitrag, laufen und ich wünschte, dass ich euch jetzt einen euphorischen Laufbericht geben könnte, aber das Lauftraining ist für mich gerade kein Wunschkonzert. Nachdem ich die ersten 10 Minuten, während welchen ich eigentlich immer meine üblichen Startschwierigkeiten zu überwinden habe, hinter mich gebracht hatte, freute ich mich vergeblich auf einen Motivationsschub. Stattdessen verlief mein gesamtes Training extrem schleppend und ich hatte das Gefühl, auf der Stelle zu traben, richtiggehend am Boden festzukleben. Als ich dann nach ca. 30 Minuten auch noch Probleme damit hatte, kontrolliert und regelmässig zu atmen, nahm ich den einfachen, faulen Ausweg, brach den Lauf vorzeitig ab und liess mich vom Anblick des Balkons meiner Grossmutter zur Kaffeepause verleiten.
Meine Ausrede am Sonntag war also: Oma freut sich sicher, mich mal wieder zu sehen.

Verglichen damit wirkt meine Montags-Ausrede direkt einleuchtend, denn ich hatte gestern tatsächlich keine Zeit und als ich kurz vor Mitternacht dann doch endlich Zuhause angekommen war, war ich viel zu kaputt um auch nur einen Gedanken an Sport zu verschwenden.

Aber heute hat es dann dank einer guten Freundin doch noch geklappt, Haza! Die Aussicht auf einen geselligen Lauf mit ihr auf dem Velo und meinem Hund, der durchs Gras rast, hat mich dann doch noch motiviert. Und siehe da, obwohl unser gemeinsamer Ausflug natürlich etwas gemütlicher ausgefallen ist – man will schliesslich den Spielplatz erkunden – war ich zumindest flinker unterwegs als am Sonntag und mehr Spass gemacht hat es allemal.

Morgen werde ich wahrscheinlich schon wieder nicht zum Laufen kommen, es sei denn ich könnte mich um vier Uhr früh aufraffen, aber das werde ich nicht einmal ansatzweise in Betracht ziehen; ein Hoch auf alle Morgenmuffel…
Aber immerhin habe ich mir am Donnerstag etwas Zeit zwischen Arbeit, Einkauf und Besuch freigeschaufelt und habe mir vorgenommen, mich nicht von einem Buch gefangen nehmen zu lassen. Ich werde auf jeden Fall berichten, ob mir das gelungen ist oder euch zumindest mit einer neuen, dummen Ausrede belustigen.

Vielen Dank fürs Lesen und „kontrollieren“ meines etwas durchzogenen Trainingsfortschritts.
Liebe Grüsse und die Besten Wünsche
Tricia

TriciaMarieMcMillan
09.05.2013, 17:08
So, da bin ich wieder…
… und schon wieder kann ich nicht viel Positives über meine Frühjahresmotivation berichten, denn obwohl ich es letzte Woche dann doch noch geschafft habe, am Donnerstag laufen zu gehen, klafft zwischen diesem Lauf und dem nächsten eine Lücke von fünf (!!!) Tagen. Ausnahmsweise habe ich aber eine legitime „Ausrede“ für meine sportliche Abstinenz, da ich mich leider unnötigerweise verletzt hatte.
Ein Freund hatte es nämlich lustig gefunden, mich unerwartet hochzuheben und als ich schockiert rumgerudert habe, traf meine rechte Ferse und Achillessehne hart auf die schmale Metallumrahmung meines schweren Glastisches… Autsch.
Zuerst hatte ich noch gedacht, dass ich mir höchstens einen blauen Fleck zugezogen hatte, aber nach einigen Stunden war meine Ferse stark angeschwollen und meine Achillessehne schmerzte höllisch bei jeder Bewegung. Obwohl das Schlimmste nach einem Tag vorüber war, humpelte ich noch bis am Dienstag und konnte keine Schuhe tragen, die an der Ferse geschlossen sind – und das trotz Regen.
Ich hatte zwar am Montag versucht laufen zu gehen, strauchelte und humpelte dann aber mehr als ich lief, weswegen ich das Training frühzeitig wieder abgebrochen habe.
Die ausgefallenen Laufeinheiten habe ich dann spontan mit Schwimmtraining ersetzt, damit ich wenigstens nicht lethargisch rumsitze und dem Gras beim Wachsen zusehe.

Aber immerhin hat mich die erzwungene Trainingspause so sehr genervt, dass ich gestern umso motivierter losgezogen bin; es findest sich in allem etwas Gutes, wenn man bereit ist dem Zwangsoptimismus zu frönen.
Trotzdem hat sich der hartnäckige Frühjahresblues noch nicht ganz verabschiedet und gerade letzten Donnerstag war mein Training einfach nur nervig. Ich ärgerte mich über das penetrante Fiepen meiner Pulsuhr, mein werter Herr Hund war störrisch und natürlich glaubte jeder Bauer sein Feld noch vor dem Regen düngen zu müssen. Gestern war mein Lauf zwar sehr entspannt und ich war wirklich froh, endlich wieder den Kiesweg unter meinen Füssen zu spüren, aber als ich nach Hause gekommen bin und meine Pulsdaten gesehen habe, habe ich mich sofort wieder geärgert.

Ich hatte zwar schon immer hohe Pulswerte beim Training (mein Sportarzt meinte ich sei ein Hochpulser, da mein Ruhepuls normal bis niedrig ist), aber wenn ich durch mein Trainingstagebuch blättere, fällt mir leider auf, dass meine Werte stetig etwas nach oben rutschen.
So langsam macht mir das dann doch Sorgen und ich überlege mir, ob ich deswegen nicht doch nochmal zum Arzt gehen sollte, oder aber ob ich alternativ einfach meinen Pulsmesser zuhause lassen soll. Denn obwohl mein Puls zwar teilweise absurd hoch ist (max. gemessener Wert war bei 199! Im Durchschnitt meist um die 175-185 im Dauerlauftempo), fühle ich mich keineswegs unwohl und kann mich jederzeit gemütlich unterhalten.
Was sagt ihr dazu? Würdet ihr euch da Sorgen machen, oder soll ich mich weiterhin auf meinen Wohlfühlfaktor verlassen?

Nun, obwohl ich immer noch mit meinem Frühjahresblues zu kämpfen habe, glaube ich trotzdem, dass ich mein Training so langsam wieder in den Griff bekomme. Das Laufen war für mich bisher immer eine Belohnung und ich hatte selten bis nie das Gefühl, mich dafür aufraffen zu müssen und nun, da der unwiderstehliche Reiz des Neuen etwas verflogen ist, muss ich wahrscheinlich einfach etwas strenger mit mir sein. schlussendlich weiss ich ja, dass ich mir das Training in der Regel nach spätestens 10 Minuten Spass macht, egal wie wenig motiviert ich davor war.

Liebe Grüsse und die besten Wünsche an euch!

Finny
09.05.2013, 21:05
Lass den Pulsmesser zuhause und höre auf Dein Gefühl, das sollte reichen.
Da Du ja vernünftigerweise auch verletzt pausierst, ist wohl kaum davon auszugehen, dass Du fahrlässig Deinen Maximalpuls herausforderst.

Gute Besserung dem Fuß und lass Dich nicht entmutigen!
Das wird schon wieder. Wenn es Dir nach wie vor Spaß macht, dann kommt auch die Leistung wieder und auch die Unbeschwertheit. Es braucht nur wieder Regelmäßigkeit.

LG,
Finny

TriciaMarieMcMillan
15.05.2013, 16:28
So, bevor ich mit meiner Frust-Tirade beginne, erst einmal ein freundliches „Hallo“ an euch alle. Ich hoffe ihr wurdet von den dreisten Gemeinheiten dieses Frühlings verschont und geniesst eure Laufzeit in vollen Zügen!

Zu meinem unglücklichen aber nicht minder humoristischen pseudo-Unfall, hat sich nun leider eine ernstzunehmendere Verletzung gesellt, die ich leider nicht ignorieren konnte und die sich wahrscheinlich für einige Wochen massiv auf mein Training auswirken wird.
Nach einem ein stündigen, gemütlichen Lauf am Sonntag, bemerkte ich leichte (kaum auffallende) Beschwerden in meiner Lendenwirbelsäule und in beiden Hüften. Zuerst bin ich davon ausgegangen, dass ich die wenigen bergab-Passagen wohl etwas zu schnell angegangen bin und legte mich erst einmal guter Dinge in die Badewanne um allfällige Verkrampfungen zu lösen. Als ich dann in der Nacht mehrmals wegen Schmerzen aufgewacht bin und ich mich am nächsten Morgen kaum hinsetzten, geschweige denn vornüberbeugen konnte, wurde ich von den vehementen Forderungen einer Freundin zum Sportarzt getrieben.
Dieser stellte nach einer gründlichen Untersuchung fest, dass meine grossen und mittleren Gesässmuskeln stark verspannt sind und meine Entzündungswerte erhöht sind. Also untersuchte er meine Rumpf- und Rückenmuskulatur, um zu sehen ob diese Überbelastungssymptome an einer schlechten Haltemuskulatur liegen könnten, aber dank täglichem Yoga und drei Schwimmtrainings in der Woche, sollte meine Muskulatur fähig sein, meinen Lauf mehr als ausreichend abzufedern. Eine vorhergegangene Laufanalyse schliesst zudem aus, dass mein Laufstil schuld an der Misere ist.
Also wurde ich ins MRI geschickt und erfuhr dort, dass mit meiner Wirbelsäule und meinen Hüftgelenken alles in Ordnung zu sein scheint, es soll aber noch abgeklärt werden, ob ich evtl. ein minim verkürztes Bein habe (was man mit geeigneten Einlagen problemlos ausgleichen könnte).
Wieder zurück beim Sportarzt wurde mein Trainingsplan genauer unter die Lupe genommen und ich wurde erst einmal sprachlos angestarrt, bevor ich eine Standpauke über Regenerationstage zu hören bekam – und ich dachte, ich hätte ein Motivationsproblem, verkehrte Welt.

Nun, vorerst habe ich einige Wochen Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente verschrieben bekommen. Zudem soll ich mich eine Woche schonen und mich nur im Schritttempo vorwärtsbewegen und das wenn möglich nicht auf steilen Wanderwegen (man hatte wohl den Verdacht, dass man das erwähnen muss). Ab nächster Woche darf ich mich dann wieder an mein Sportprogramm heranwagen, aber ich soll mich an einen Regenerationsplan halten, was bedeutet, dass ich erst in einem Monat wieder in meinen gewohnten Trainingsrhythmus kommen werde.
Sollte das alles dann immer noch nicht ausreichen, wurden mir weitere Untersuchungen in Aussicht gestellt, da es sich dann wohl nicht um eine normale Überlastung handeln würde.

Ich hoffe nun, dass man mir in der Physiotherapie einige Übungen beibringen wird, die mir helfen solchen Verletzungen vorzubeugen und wenn ich schon mal dort bin, finde ich evtl. heraus, wie ich meine Hüfte etwas beweglicher machen kann, da diese sich zwar absurd weit nach aussen drehen lässt, aber die innwärts Rotation ist etwas reduziert (das fällt mir beim Yoga immer wieder auf).

Wie ihr seht, war mein Lauffrühling bisher eher mässig erfolgreich, aber ich hoffe, dass ich bald wieder fröhlich durch die Gegend rennen kann. Trotzdem nervt es mich natürlich, dass ich eine ganze Woche komplett auf Sport verzichten muss (sogar aufs Schwimmen!), aber ich sehe ein, dass ich mich schonen muss und wie mein Arzt gesagt hat: „Wenn ich dich schwimmen lassen würde, dann würdest du es sowieso wieder übertreiben.“
Ich frage mich nur, wie ich denn während dem Training merke, ob ich mich übernehme, wenn ich nicht das Gefühl habe ausser Puste zu kommen oder Schmerzen habe? Hat da jemand von euch einen Tipp für mich? Und ja, ich habe mir jetzt ehrlich fest vorgenommen, mindestens einen „faulen Tag“ in der Woche einzuführen, versprochen ^^

viermaerker
15.05.2013, 19:09
Wie ihr seht, war mein Lauffrühling bisher eher mässig erfolgreich....,

....die Ärzte in deiner Umgebung haben aber einen guten Frühling....:D
.
Gute Besserung und viel Motivation zum Training.

Walter

baerenmama
30.06.2013, 11:04
Hallo Tricia,

habe gerade deine Berichte gelesen. Wenn meine Tochter kein Training hat, fällt es mir auch immer schwer mich zu motivieren. Wie geht es dir? Hoffe du kannst bald wieder laufen. Drücke dir ganz fest die Daumen, daß du es bald überstanden hast.

Gruß baerenmama