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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der ganz andere Laufbericht ...



JBl
21.08.2013, 01:45
Da die Arbeit am Band meine Kreativität mit Gewalt unterdrückt und die Malerei gerade tief schlummert,
sucht sich diese jetzt neue, ganz andere Wege durch den Irr- und Wirrgarten meiner Hirnwindungen.

Dabei rausgekommen ist dieses komische Zeugs (vom Dichten und Denken hab ich eigentlich ja noch weniger Ahnung als vom Laufen und von GPS-Uhren :wink:):

Mitternachtslauf

Die Spätschicht ist zu Ende, ach, denke ich,
endlich "Schicht im Schacht".
Langsam geht es zu auf Mitternacht.
Noch kurz gegessen, kurz vorm Fernseher gesessen.
Jetzt schnür ich meine Laufschuhe.
Ich beginne meine Lauf langsam und in Ruhe.
Den Ort verlasse ich einsam und allein,
der Vollmond, Bruder der Sonne, strahlt im vollen Schein`.
Wald, Feld und Wiese schimmern silbern märchenhaft.
Ich schwebe durch eine wahrhaft mystische Landschaft.
Ein kleines Nebelfeld wabert langsam auf mich zu.
Mich erfasst eine tiefe innere Ruh`.
Zum Ende ziehe ich das Tempo nochmal an, die Zeit verrinnt.
Ich fliege durch die Nacht geschwind.
Vollmondlicht und Schatten von Baum und Strauch spielen
Streiche der Sicht, man hört kaum Geräusche, das ist
jetzt was ich brauch`.
Nur, ein knacken im Gebüsch, ein Käuzchen ruft von ferne.
Langsam werd` ich müde und beende den Lauf nun gerne.
Nur noch durch den Ort, erhellt durch Straßenlaternenschein,
dann bin ich daheim und leg hoch meine Bein` und schlummere
ein jetzt in himmlischer Ruh, meine Augen sind jetzt zu.
:-)

Das war der Quatsch zum Mittwoch ...

JBl
21.08.2013, 01:47
Und nochwas Älteres. Irgendwo hab ich das, glaub ich, schonmal reingestellt:

... und Glühwürmchen leuchten mir den Weg ...

... ich laufe, besser gesagt, ich schwebe durch die Nacht. Ich befinde mich auf dem Fahrradweg Richtung Pfohlbach. Es ist jetzt ca. 23:40 Uhr. Trotz anstrengender Spätschicht läuft es sich erstaunlich locker und leicht. Nachdem der erste Kilometer zwar noch etwas zäh an mir vorbei kroch, sprang irgendwann während des Zweiten mein biologisches Laufprogramm an und läuft jetzt fast automatisiert ab.
Am spärlich erleuchteten Campingplatz lief ich noch an einer Frau vorbei. Zwar grüßte ich. Wahrscheinlich erschreckte sie sich trotzdem und dachte, was für ein Psychopath treibt denn hier sein Unwesen.

Jeder Kilometer spult sich jetzt leichter ab. Um mich herum funkeln die Glühwürmchen. Es hat schon fast etwas mystisches. Die Geräusche, die Sicht, ..., alles empfindet man gedämpft, fast wie im Traumzustand. Man sieht allerdings vollkommen ausreichend, um nicht vom Weg abzukommen. Hätte ich früher nicht gedacht. Es ist einfach eine ganz spezielle faszinierende Atmosphäre.
Auf der parallel verlaufenden Landstraße kommt hie und da ein Auto des Weges und blendet unbarmherzig mit seinen Fernlichtern. Ich muss kurz stehen bleiben.
Bei meinem ersten Nachtlauf (ohne Lampe) joggte ich damals einfach weiter und rannte plötzlich völlig desorientiert die Böschung hoch mitten in die Brennesseln (mit kurzen Hosen). Jo, das hab ich noch am nächsten Tag gespürt.
Wenigstens hält sich um diese Uhrzeit der Verkehr doch stark in Grenzen.

Mit jedem folgenden Kilometer ziehe ich schon fast automatisch das Tempo etwas mehr an um dann die letzten 3 Kilometer wieder langsamer auszulaufen. Nun schleicht sich auch die Anstrengung ganz still und heimlich in die Beine.
Nachdem sich die Augen an die Nacht gewöhnt haben, blenden jetzt selbst eher diffuse Straßenlaternen wie grelle Schweinwerfer.

So war ich dann vorgestern ca. 11,5 und gestern knapp 15km unterwegs.