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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Huaraches



MichaelB
01.09.2013, 15:13
Moin,

inspiriert durch "Born to run" habe ich das Thema mal weiter verfolgt und bin bei Youtube auf Anleitungen zur Herstellung von Huaraches gestoßen.
Für mich einmal interessant weil ich in der Freizeit in Haus und Garten eh schon immer barfuß gehe und andererseits eine Alternative zu FlipFlops im Urlaub darin sehe.

Wer hat sich schon welche selber gebaut?
Welche Gummimatten nimmt man am besten in welcher Stärke und wo bekommt man sie (wenn nicht in der Bucht)?
Was eignet sich am besten für die Riemen?

Und: läuft hier jemand in selber hergestellten Huaraches?

Gruß
Michael

pflluegler
01.09.2013, 18:43
ich bin handwerklich nicht so begabt, und habe mir welche von Chala bestellt. Die haben, glaube ich, auch Sets zum Selbstauen.

Damit bin ich sowohl einige Male gelaufen und habe die Sandalen auch als meine primären Schuhe im Urlaub genutzt. Fazit: Sehr gut, allerdings etwas zu dünn für meinen Geschmack, da merkt man schon jeden Stein.

Ich bin diese Woche beruflich in Seattle und werde mir dann mal die Luna Sandals vor Ort ansehen...

chillie_
01.09.2013, 23:59
Hier der Link zu Barefoot-Ted's Luna Sandals (https://www.lunasandals.com/)

MichaelB
04.09.2013, 12:59
Yo,

schon mal interessant - vor allem der Preis :zwinker2:

Nachdem alle Baumärkte und ansässigen Höker, bei denen ich eine Gummimatte vermutet hätte, mich "im Stich gelassen" haben, habe ich heute ein Stück 5mm Matte bestellt, das könnte für´s erste reichen :nick:

Bin schon voll auf die ersten Schritte gespannt :daumen:

Gruß
Michael

Manfred42
08.11.2013, 23:43
Hallo Michael,
Ich bastele meine auch selber. Das Material heiß Vibram Cherry und gab es beim ansässigem Orthopädieschumacher. 4mm dick. 15Euros hats gekostet. Für die Riemen nehme ich normale flache Schuhbänder.
Klar merkt man jedes Steinchen aber das ist ja auch der Sinn der Sache.
Bin schon einen 50K Ultratrail damit gelaufen.

Gruß. Manni

MichaelB
09.11.2013, 14:56
Danke für den Tipp,

mein erster Versuch ist mal hübsch in die Büx gegangen... das Industrie-Gummimaterial stinkt leider so unglaublich, dass es nicht zu verwenden ist - auch ein Aufenthalt im Freien konnte kein Ausgasen bewirken :peinlich:

Hab grad kurz mal nach Vibram Cherry gegoogelt: ganz schön teuer... mal sehn ob es hier solch einen Schuhmacher gibt, der das evl. günstiger hat.
Ansonsten gibt es das bei xeroshoes (http://xeroshoes.com/shop/diy-kits/diy-feeltrue/) (ehemals invisible shoes) auch als Zuschnitt fertig zu kaufen.

Aber jetzt ist eh erstmal Winter...

Gruß
Michael

hpk2511
16.11.2013, 13:25
....schau mal bei extremtextil.de.....da findest du alles was du für die selbstbau huaraches brauchst u.a. verschiedene vibram sohlen zu fairen preisen.....ich hatte mir mit der supernewflex - sohle meine ersten laufsandelen gebastelt und damit den hamburg-marathon gefinished.

inzwischen bevorzuge ich die luna sandals - gibt auch eine deutsche seite und vertrieb - klar sind die dinger teuer, dafür aber auch haltbar und der service ist auch spitzenmäßig.
außerdem werden die lunas nicht von asiatischen kinderhänden, sondern in barefoot ted´s kleiner werkstatt - zzgl. zoll, mwst, transport nach D, lieferung frei haus an endkunde kommt halt was zusammen.....

und durch den winter kommt man mit den huaraches auch!!!

grüße, hans-peter

Wasseronkel
19.11.2013, 19:31
Hallo, habe diese Chalas und bin sehr zufrieden damit.
Chala Huarache Sandals Wissen im voycontigo Online-Shop (http://www.voycontigo.de/chala/)

MichaelB
04.06.2014, 20:45
Moin,

ich habe mir nun die von Xero-Shoes geholt und bin heute den ersten Kilometer damit gelaufen - das's mal ganz was anderes...
Interessant auf alle Fälle und in Zukunft bestimmt mal wieder 😏

Gruß
Michael

Rennrum
11.06.2014, 12:46
Hallo,
hab auch son Paar aus dünnem Vibram mit durchgezogenen Strippen. Fühlt sich ganz lustig an.

Allerdings mögen meine Fußsohlen nicht auf Gummi laufen und wehren sich durch spontane Blasenbildung nach wenigen Km.

Ähnlich geht es mir übrigens auch, wenn ich barfuß auf einem Laufband laufe (hatte ich mal bei einer Laufanalyse).
Daher laufe ich jetzt eher mit Fivefingers.

Gruß
Rennrum

Gueng
11.06.2014, 16:59
Ähnlich geht es mir übrigens auch, wenn ich barfuß auf einem Laufband laufe (hatte ich mal bei einer Laufanalyse).
Das liegt daran, dass sich das Laufband durch die Reibung zwischen Band und unbewegter Unterlage massiv aufheizt. Dahin geht ein wesentlicher Teil der Motorleistung des Bandes.
Man kann den Effekt verringern, indem man die Unterseite des Bandes regelmäßig ölt und einen Ventilator zum Kühlen benutzt.

Wurzelwombat
19.06.2014, 15:30
Auch ich bin mittlerweile Huaraches-Läufer. Ich habe mir gleich zwei Paar gebastelt, einmal mit Vibram Cherry und einmal mit Vibram Supernewflex-Sohle (beide 4 mm). Ich muss sagen, dass mir die weichere Supernewflex deutlich besser gefällt. Für den Komfort habe ich beide Sohlen allerdings mit einem guten Stück Wildleder als eine Art Innensohle verklebt (Kraftkleber). Das macht die sehr flexible Supernewflex-Sohle auch etwas robuster. Für die Bindung verwende ich breite Schnürsenkel, funktioniert wunderbar. Alles in allem bin ich begeistert, wie komfortabel sich die Huaraches laufen. Ich hatte wegen der Schnur zwischen den Zehen ja etwas bedenken, da die Bindung die Sandalen aber ja quasi nur am Fuß hält und bei richtigem Laufstil kaum Kraft nach vorn oder hinten entsteht, stört das so gut wie nicht.

Mario Be
23.06.2014, 10:55
Mahlzeit, die Teile hören sich sehr Interessant an.
Bin selber FlipFlop träger. Ich überlege gerade wo ich so ein Leder für die Sohle günstig bekommen könnte um mal ein Testmodell zu basteln.
Ich will keine 40€ dafür ausgeben... bin ehrlich gesagt zu geizig dafür.

Mario Be
24.06.2014, 07:24
Mahlzeit,

ich überlege mir gerade so ein DIY Kit (http://xeroshoes.com/shop/diy-kits/diy-feeltrue/) zu bestellen.
Weis zufällig jemand wie die Versandkosten nach Deutschland dort sind? Oder ordert ihr ausschliesslichen hier?

MichaelB
26.06.2014, 12:31
Moin,

genau das DIY Kit habe ich mir geholt und ich meine inkl. Versand und Zoll lag ein Paar jetzt bei knapp 30€... die Kommunikation mit denen lief super nett und die Lieferzeit war unter zwei Wochen.

Die perfekte Bindung habe ich noch nicht heraus gefunden, auch stört das Band zwischen den Zehen und der Knoten auf der Unterseite noch ein wenig. Bin aber bislang auch nur ein paar Mal und nie länger als 2Km am Stück damit gelaufen.

Für mich werden sie jetzt in erster Linie Alternative zu FlipFlops auf dem Weg zum Strand und am Strand - ganz barfuß ist auf Kreta im Hochsommer kaum möglich ;-))

Gruß
Michael

berndausdo
10.07.2014, 18:42
Hallo, habe diese Chalas und bin sehr zufrieden damit.
Chala Huarache Sandals Wissen im voycontigo Online-Shop (http://www.voycontigo.de/chala/)

Wie ist die Haltbarkeit der Sohle ?

VG Bernd

Mario Be
10.07.2014, 19:19
@MichaelB
Ich trage ja auch im Alltag FlipFlops und für mich wären das schon Alltagsschuhe.
Hab die letzte Zeit immer wieder geguckt, aber bin auch noch etwas zögerlich. Gerade der Knoten auf der Unterseite ist so eine Sache.
Bei meinen FlipFlops achte ich immer drauf, dass man nichts von der Befestigung spürt durch die Sohle.

Mal sehen, ggf gönne ich mir das Set kommenden Monat.

Schliesse mich mach der Frage von Bernd an. Wie lange halten die?
Bin ehrlich, bei dem Preis für so wenig Material sollten die schon einige km wegstecken.

Wurzelwombat
11.07.2014, 14:54
Ich hätte noch etwas Material von meinem letzten Schuster-Projekt übrig und könnte bei Interesse noch 1-2 Paar nach Maß anfertigen, das heißt: 6 mm Vibram Supernewflex-Sohle, verklebte Wildleder-Innensohle. So sehen die Dinger aus, wenn sie fertig sind:

http://s1.directupload.net/images/140711/uhtft58i.jpg

loebs
17.07.2014, 22:14
@Wurzelwombat
Was würden die Dinger denn kosten, wenn du sie anfertigst?

Wurzelwombat
18.07.2014, 16:52
@loebs: Hast eine PN!

MichaelB
02.08.2014, 08:47
Moin,

ich habe die Teilchen jetzt 2einhalb Wochen täglich im Urlaub getragen, allerdings nicht zum Laufen.
Der Knoten ist anfangs immer noch zu spüren, stört (mich) aber nicht,
Am Steand finde ich die Teilchen noch schwieriger als Flibbediflops weil man nicht nur Sand schaufelt sondern ihn auch zwischen Sihle und Fuß behält...

Ansonsten tolle Dingerz 👍

Mapaß
07.08.2014, 00:55
hallo!
ich möchte mir auch gerne solche schuhe basteln - laufe bisher mit den merrell trail glove und wünsche mir noch etwas mehr freiheit beim laufen.
seit einigen tagen laufe ich nun nur noch barfuß - heute hab ich mir allerdings bei einem etwas zügigerem tempo die haut von einigen zehen geschält, so dass ich nun erstmal auf den hackenlauf im alltag begrenzt bin :D

ich bin noch am überlegen, welche dicke wir uns kaufen sollten. ich dachte eigentlich an 4mm, da sie ja sicherlich flexibler ist und man etwas weniger merkt, als komplett ohne.

ist der unterschied zu 6mm so groß? mich stört es nicht, wenn ich etwas unter den sohlen merke. gut - einige steine haben sich schonmal in die zehen gebohrt oder kleine löcher verursacht, das sollte aber mit den 4mm eigentlich entfallen, oder?

Lieben Gruß,

Mapaß

Morchl
22.08.2014, 13:31
Angeregt durch diesesn Faden und anderer, die aktuell laufen (:D), werde ich mir auch welche basteln.
Ich were auch so 4 mm Vibram Sohle oben mit 1 mm Leder verkleben und mal schauen.

Ich möchte sie dann so schnüren, dass sie so wie Sandalen wirken, also einmal schnüren und dann ich nur reinschlupfen.

@Wurzelwombat, hast du mit 4 mm auch experimentiert?
@Mapaß, bist schon fertig?

Mapaß
28.08.2014, 20:35
hey morchl,

ja ich bin schon fertig und total begeistert. ich habe mir die 4mm newflex von vibram gekauft. in der zwischenzeit schon 3 paar schuhe gemacht, unter anderem für andere.

ich habe sie mit schnürsenkel gemacht. bin damit nicht ganz so zufrieden, weil der knoten irgendwann durchscheuert. ersten halbmarathon haben sie auch ohne probleme überstanden - tempoläufe und unebene gelände gehen super.

versuche jetzt mal demnächst eien synthetikkordel - oder so ein paracord zu bekommen, um das mal auszutesten.

habe sie allerdings etwas modifiziert - zwischen knoten und sohle hab ich einfach eine unterlegscheibe gesteckt, damit wird das gummi nicht vom knoten erweitert.

Morchl
28.08.2014, 20:41
Danke für das Feedback. Lieferung kommt morgen :)
Eine Beilangscheibe und Synthetikschnur hätte ich auch vorgehabt.

Hast ein Bild?

Mapaß
30.08.2014, 10:09
du wirst deinen spaß haben! hier einmal ein Foto nach einem 15km Lauf über Wald und Feldwege :)! Das macht Spaß! Man muss wirklich schauen wie und wo man auftritt! Super Techniktraining

Jahan
19.09.2014, 11:07
sind solche schuhe nicht auch in gewisser weise barfuß-schuhe? oder ist da wieder die sohle zu dick? also zum laufen sicherlich nichts, aber fürn alltag.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41uwiMrVwFL._SY395_.jpg

Morchl
10.01.2015, 20:48
So, mein Prototyp ist auch bereit. 6 mm Vibram und 1 mm Leder. Als Schnürung habe ich einmal 3 mm und einmal 5 mm Polypropylenseil. 4 mm hatten sie nicht.
Da wär auch die Frage: gibt es Alternativen? Schutz im Zehenbereich mit Leder, oder gar Lederseil, oder sonst was. Haltbarkeit?
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Catch-22
03.04.2016, 13:23
Hallo,

wie schaut es mit euren Langzeiterfahrungen aus? Welche Huaraches könnt ihr empfehlen? Wie ist die Haltbarkeit der selbstgemachten im Vergleich zu den gekauften? Nutzt ihr auch andere Schnürungen, also ohne zwischen den Zehen und ist das zum Laufen praktikabel (wie z.B. auf Ande's Blinged out Tying #1 - Xero Shoes (http://xeroshoes.com/barefoot-sandal-tying/andes-blinged-out-tying-1/))? Welche Sohlendicke könnt ihr empfehlen?
Ich habe gestern ungeplant meine Barfußsaison eröffnet. Technisch ist es kein Problem, meine Sohlen sind es nur nicht wirklich gewöhnt. Die 7km gestern haben zwar keine bleibenden Spuren hinterlassen, würde trotzdem gern bei längeren Läufen etwas Schutz unter den Füßen haben.

Ohje
04.04.2016, 13:27
Hej,ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Chalas von Voycontigo gemacht ("http://www.voycontigo.de/chala/" und "http://www.voycontigo.de/huarache-sandals/")
Die Verkaufen auch sog. Rohplatten zum selber zuschneiden.
Ich habe die Classic Chalas in dünn und glatt. Die habe ich fertig bestellt, nur darum gebeten, das Loch vorn zwischen den Zehen nicht zu stechen, das habe ich selber gemacht, weil das bei mir offenbar etwas weiter nach aussen muss, als bei dem Standartfuss. (Das muss nämlich wirklich an der ganz äusseren unteren Ecke des Zehenzwischenraums sitzen, sonst rutscht der Fuss zu sehr nach innen)
Aber die sind sehr nett, man kann telefonisch alles gut mit denen klären.
Vom Preis her ist das nur gerinfügig mehr oder gleich viel, wie wenn Du Dir ne Vibram-Sohle und ein gutes Leder sowie den Kleber kaufst. Und die Qualität ist sehr gut. Die Naturkautschuksohle zeigt bei mir (nach zweihundert Kilometern) keinerlei Abnutzung ebensowenig wie das Leder.
Ich benutze die bei meinen Barfussläufen immer dort, wo man Schutz braucht, also dort wo vielleicht kleine Glasscherben, Split oä liegen, auch auf Feldwegen und Walldwegen, wo zuviel spitzer Schotter liegt.
Unter dem Aspekt könnten sie manchmal etwas dicker sein (also die Variante "dick" mit 4,5 mm statt der Variante "dünn" mit ca. 3,5 mm)
Allerdings hängt das auch stark von der Übung und Muskulatur in Füssen und Unterschenkeln ab. Mittlerweile sind auch drei, vier km Schotter damit kein Problem mehr. Der Vorteil ist bei diesen Dingern bei der sog. Slip-On-Slip-Off-Schnürung, dass man sehr schnell zwischen barfuss und Chalas wechseln kann und die Dinger bequem klein zusammenrollen kann und in die Hände nehnem kann.
Ich persönlich würde sie also wieder in "dünn" nehmen, einzig wenn ich wüsste, dass ich sehr viel Feldwege und Waldwege mit groben Schotter laufe würde ich die dickeren nehmen (vielleicht gönn ich mir mal nen zweites Paar für bestimmte Strecken)
Das Laufgefühl ist sehr gut (besser ist wirklich nur ganz barfuss)
Allerdings braucht es -finde ich- einige Übung, bis man die richtige Festigkeit bei der Schnürung gefunden hat. Ich war zu Anfang immer versucht, sie zu fest zu schnüren, weil ich zu stark seitlich/vorn/hinten verrutscht bin.
Das hat aber gar nicht so viel gebracht. Jetzt schnür ich sie etwas lockerer, verrutsche aber nur noch, wenn ich stark ermüdet bin. Soll heissen, wie die Chalas sitzen scheint auch damit zusammenzuhängen, wie "sauber" man läuft.


Ich jedenfalls möchte die Teile nicht mehr missen.


Ohje

Catch-22
04.04.2016, 19:58
Danke, Ohje, deine Antwort hilft mir sehr. Deine Schilderung ist genau das, was mit vorschwebt, die Sandalen mitnehmen und da anziehen, wo nötig. Ich laufe überwiegend auf landwirtschaftlichen Wegen, sie sind Barfuß gut laufbar, an manchen Stellen ist der Belag jedoch sehr porös und mit Split überzogen, da möchte ich dann doch lieber nicht Barfuß drüber. Wann die Bauern Gülle und Dünger ausfahren, weiß man auch nicht vorher, da muss ich nicht Barfuß drüber. Ich laufe auch unter ein paar Brücken durch, dort sind zu häufig Glasscherben. So kommen doch einige Stellen zusammen für die etwas Sohle doch nett wäre. Jedoch sollte die Sohle auch nicht all zu dick sein, schließlich habe ich auch Minimalschuhe. Mit den Chalas habe ich auch geliebäugelt, war mir nur nicht sicher ob sie nicht vielleicht zu dünn sind. Alternativ hatte ich noch die Xero zur Auswahl, da dicker, aber die haben kein Lederbett.
Selbermachen reizt mich sehr, wie ich mich kenne würde ich mich dann jedoch zu sehr kreativ austoben, ist dann immer ein teures vergnügen. Hebe ich mir besser für das 2. Paar auf, wenn ich weiß, dass die Sandalen auch wirklich was für mich sind.

Ohje
04.04.2016, 22:19
Hej,
also, die Xeros haben natürlich auch Vorteile. Erstens sind sie bei einigen Modellen etwas dicker und zweitens haben sie ja auch eine Art "Fussbett", das einen gewissen Schutz vor seitlichem verrutschen bietet.
Die Chalas hingegen bestechen besonders durch ihre Einfachheit, den Minimalismus und duch die Lederoberfläche.
Aber wie gesagt, das Laufen darin braucht Übung. Sowohl beim Schnüren, als auch beim Laufen. Am Anfang hat es bei mir auch immer ganz fürchterlich geplatscht, das tut es mittlerweile gar nicht mehr.
Irgendwo las ich mal was von "the art of running in huaraches" und ich finde, das trifft es ganz gut.
Egal, wenn Deine Strecken so beschaffen sind, dass Du im Prinzip auch barfuss drüber könntest und es nur um Glasscherben, feinen Split oder Dreck geht, dann reichen die Chalas sicher. Anfangs gingen auch ein bis maximal zwei Kilometer Feldweg mit den typischen groben Schottersteinen bei mir. Allerdings waren die am Anfang machbar, aber kein Vergnügen. Mittlerweile geht so eine Strecke recht locker, bis maximal vier Kilometer. Die zweite Hälfte ist dann aber nicht mehr so toll, dafür die erste Hälfte recht unproblematisch, es scheint also wirklich von Muskulatur und Übung abzuhängen, wie gut der Fuss damit klarkommt, wenn man mit dem Vorfuss auf nem grösserem Schotterstein landet.
Allerdings haben auch Feldwege einen Mittelstreifen, der oft besser ist oder einen Seitenstreifen, auf den man ausweichen kann.
Also, wenn es nur um einzelne Abschnitte geht, die schwierig sind und Du eine gewisse Experimentierfreude und die Bereitschaft zum Üben mitbringst würde ich die Chalas wählen. Wenn die schwierigen Teile überwiegen oder Du einfach einen leichten Schutz suchst, den man nur einmal in der Schnürung anpasst und gut ist, dann sind die Xero sicher besser. Zusammenrollen und in die Hände nehnem kann man die sicher auch.
Was das selber machen betrifft - bei den Chalas kannst du jedes Band, was dick und lang genug ist einziehen und mit Schnürung, Knoten, Perlen etc. wild experimentieren.

Catch-22
05.04.2016, 10:34
Das Fußbett der Xeros fand ich auch interessant, jedoch denke ich nicht, dass es all zu viel ausmacht, bzw. nach etwas Übung sicher nicht mehr so relevant. Xeroshoes werben mir zu aggressiv, immer wenn man im Netz nach Barfuß laufen oder Huaraches sucht, bekommt man zig Links von denen. Bei mir hinterlässt man so einen ehr unsympathischen Eindruck und ich kauf dann lieber wo anders ein.

Die Chalas sind bestellt. Ich werde dann berichten. Wird schon klappen mit dem Laufen und wenn es mit ein bisschen Übung ist. :)

Catch-22
07.04.2016, 11:03
Meine Chalas sind inzwischen angekommen. Hatte sie jedoch erst mal nur zuhause an, nach draußen zum Laufen werde ich sie wohl erst nächste Woche nehmen können.
Von der Größe her passt sie perfekt, dürfte also nicht kleiner sein. Habe wie bei Zwischengrößen empfohlen die kleinere genommen. Von der Verarbeitung machen sie einen sehr guten Eindruck, jedoch rochen sie sehr stark nach Kleber. Das Gummi unterm Leder ist sehr dünn, steht zwar auf der Produktseite, aber in natura nimmt man das dann richtig wahr. Mir gefällt jedoch dass die Lederschicht dicker ist. Das ganzer ist sehr flexibel und passt sich der Fußsohle an.
Kommen wir zu Schnürung: das erste mal geschürt, paar Schritte gegangen... Mist rutsche nach innen. Zweite mal geschnürt .. verdammt, jetzt nach innen und nach hinten.
So schwer kann es doch nicht sein. Youtube Video angesehen... Mooooment, hier ist was falsch! Die Chalas kommen falsch rum geschürt! Auch auf dem Faltblatt ist es genau so abgebildet, jedoch gehen so ziemlich alle Huarache Videos im Netz und Anleitungen von der Schnürung anders herum aus. Also die Schnürung komplett gelöst und anders rum dran gemacht und so hat es dann direkt auf Anhieb geklappt. Kann sein das die Richtung der Schnürung irrelevant ist und es nur glück bei dem Versuch war, kann aber auch sein das so rum die Zugkräfte besser sind.
Darin gehen geht super, auf das Laufen bin ich schon sehr gespannt. :)

Catch-22
08.04.2016, 21:19
Ich konnte mich nicht zurückhalten und bin doch heute schon in den Huaraches laufen gegangen. Super! Ich bin begeistert, hat sich angefühlt als würde ich schon immer so laufen. Wirklich keine Probleme, nichts unangenehmes. Ist schon sehr nah an Barfuß.
Die mitgelieferte Schnürung hatte ich gestern schon ersetzt, die war mir zu kratzig. Wer Probleme mit hin und herrutschen hat sollte wirklich mal mit Richtung der Schnürung experimentieren. Bei den Chalas geht die Schnürung vom Zeh nach Hinten-Innen, nach Hinten-Außen und der Rest dann halt Spiegelverkehrt ist für mich deutlich stabiler.

Zur Haltbarkeit kann ich natürlich noch nichts sagen.
Die Sandalen und ich werde sehr gute Freunde werden :daumen:

Ich habe mal ein paar Bilder angehängt. Was macht ihr denn mit dem leeren Bereich an den Zehen, abschneiden oder beibehalten?


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peter n.
08.04.2016, 22:04
Hallo Catch.

Wenn du weißt, um wieviel Platz deine Füße maximal hin- und her bzw. "nach aussen" wandern, kannst du den überstehenden Bereich wegschneiden.
Aber erst dann.

Die Schlappen werden so etwas leichter, knicken nicht so leicht um (also meine Selbstgebauten machen das manchmal), und sie sammeln weniger Steinchen auf.

Ich habe hier noch nichts geschrieben, aber nu: Ich laufe gerne im Sommer mit Huaraches auf schwierigen Böden.
("Schwierig" heißt, für mich: untauglich für Barfuß).

Ich werde morgen ein paar Bilder meiner selbstgebauten Huaraches hier einstellen und mehr dazu schreiben.

Gruss. Peter N.

Catch-22
09.04.2016, 09:43
Hallo Peter,

sonderlich viel bin ich gestern nicht hin und her "gewandert", eigentlich kaum obwohl ich relativ lang unterwegs war. Umgeklappt ist mir nur der rechte einmal, da war ich aber schon 500m vor zuhause am gehen. Steinchen hatte ich auch nur einmal drin, war aber auch eine einfache Strecke. Im Moment stört mich der Überstand nicht, werde es also erst mal dran lassen. Bei Nässe kann das ganze sowieso noch mal ganz anders aussehen.

Hier nicht, aber wo anders hattest du es schon mal erwähnt. Ich würde deine selbstgemachten gerne mal sehen. Sie mal selber machen ist bei mir auch noch nicht ganz vom Tisch. Die Chalas sind zwar klasse, gerade weil sie so dünn sind, aber genau deswegen sind sie nicht für jedes Terrain. Evtl. mach ich im Sommer etwas dickere für den Wald, ich müsste nur die Sohlenplatte holen, Leder hab ich noch von anderen Basteleien da, falls ich sie beziehen mag.

peter n.
09.04.2016, 11:02
Hallo Catch.

Im richtig Nassen sind die Schlappen nicht so gut. Da rutsche ich IN den Schlappen herum, dagegen wäre eine Lederauflage sicher gut. Im letztes Jahr im Wald beim Lauftreff, rutschten die Huaraches selbst auf dem schmierigen Waldboden unangenehm.
In der feuchten und kalten Jahreszeit nutze ich sie nicht mehr.

Damals hatte ich noch einen besonders kleinen, flachen Knoten an der Unterseite. (Wie immer auch mit dem Feuerzeug heissgemacht und ganz plattgedrückt). Einmal, beim seitlichen Wegrutschen, hat es mir den Knoten durch die Sohle durchgezogen!
Die restliche Strecke mit der Laufgruppe musste ich dann tatsächlich ganz barfuß weiterlaufen.


Mit einer neuen Schnur (Polypropylen-Seil) habe ich jetzt einen besonders dicken Knoten dran, und überraschenderweise stört mich dieser nicht mehr.

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Mein Sohlenmaterial ist nach längerer Suche und mit Experimenten eine "Stufenmatte" aus dem Bauhaus, da bekomme ich 2 Paar aus einer Matte heraus. Das Zeug ist 4mm dick (zzgl. Noppen) und bisher wirklich sehr haltbar. Vorher hatte ich mit einer Automatte einen Reinfall, das Material riss sofort.
Aus Teppichresten habe ich in gleicher Art jetzt auch ein Paar Hausschuhe Marke "Teppich im Schuh" gebaut.
Für die kalte Jahreszeit bedingte dies zus. die Anschaffung von Zehensocken.


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Die Schnürung habe ich primitiv gehalten. Und den oberen "Knoten" als Minischlaufe vernäht, kann mit leichter Gewalt verschoben werden. So passen die Schuhe immer und ohne Fummelei.
In der Sauna klaut/verwechselt mir jetzt auch niemand mehr meine Badelatschen.


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Mich stört etwas das laute "Platschen" beim Laufen auf Asphalt, fast egal, wie vorsichtig ich aufsetze.
Gibt es zuviele Steinchen auf dem Asphalt, aber meist immer im Wald, so ziehe ich die Huaraches an.

Auch wenn sie immer wieder heftigen Wadenmuskelkater verursachen :(

Über den Winter (vor Allem im Wald) habe ich die Nike Free an. Darin vermisse ich aber sehr die stets staubtrockenen Füße beim Barfuß/Huarache-Laufen.
So schön die Huaraches sind, "richtig" barfuß gefällt mir das Laufen auf Asphalt mit den erlebbaren Sinneseindrücken bedeutend besser.

Wegen meiner etwas kummen Zehen hatte ich früher sehr, sehr oft mit Blasen zwischen den Zehen zu kämpfen. Melkfett, verschiedene Socken, verschiedene Laufschuhe.... nichts half.
Mit meinem hohen "freiluftanteil" der Zehen habe ich das Problem endlich nicht mehr.
Und zum 1. Mal im Leben ist Fusspilz kein Thema mehr, muss ich doch mal sagen, den hatte ich niemals so richtig wegbekommen. Bis ich zum Barfuß/Huarache-Laufen kam.


Gruss

Peter N.

Catch-22
10.04.2016, 00:13
Hallo Peter,

vielen Dank für die Bilder :) Bei deinen sieht man auch auf der Unterseite den Fußabdruck, ich war ganz aus dem Häuschen als ich das bei meinen sah :D
Nässe wird interessant, aber das werde ich wohl erst bei etwas wärmeren Temperaturen testen. Gestern war es zwar nicht kalt, müsste um die 12-14°C gewesen sein, ich konnte jedoch in der Stadt den kalten Boden unter den Sandalen spüren, erst auf den Feldern ohne Schatten war der Boden angenehm temperiert. Nächste Woche werde ich mal an die Erftauen laufen, dort habe ich unterschiedliche Böden zum ausprobieren, inkl. Schotter und Trampelpfad. Gestern war nur eine Stelle unangenehm, waren zwar wenige Meter dafür mit total kaputter Asphaltdecke.
Wald wird auch interessant. Ich hab hier einen langweiligen Stadtwald, da kann man aber auch gleich auf der Straße laufen, und noch einen größeren Wald, der ist schon interessanter zu laufen. In der einen Hälfte sind die Wege durch die Forstwirtschaft sehr matschig, da und auf den Trampelpfaden laufe ich einmal die Woche, würde ich mit den Huaraches nicht machen, die andere Hälfte ist ein Nordic Walking Park, mit den Huaraches sehe ich mich schon dort herum geistern.

Den Knoten hab ich gestern gar nicht gespürt, auch bei den mitgelieferten Schnüren war da nichts zu spüre. Hätte das gar nicht gedacht, hatte schon damit gerechnet, dass man den Knoten wahr nimmt, aber nichts als wäre es nicht vorhanden. Insgesamt hatte ich an der Schnur und Bindung nichts auszusetzen, habe sie nur gegen Ende gespürt, da war ich aber auch schon müde.

Ins Baumarkt muss ich dann auch mal, Stufenmatten ansehen, danke für den Hinweis :zwinker2: Deine Schnur sieht mir arg dünn aus. Ich hatte zwei zu Auswahl, die ovalen Gelben auf dem Bild und breite, flache Rote, die haben sich zwar bequemlicher angefühlt, die Gelben dafür sportlicher. Da dachte ich "Frau du hast sie nicht mehr alle!" und hab trotzdem die Gelben genommen, sind doch Laufsandalen!
Auf Teppich werde ich jedoch verzichten, daheim ist Barfuß am schönsten. Mein Mann meint heute morgen "Jetzt hast du neue Hausschuh und bist trotzdem Barfuß", nach meine Erwiderung, dass es doch Laufsandalen seien, hat er mich nur noch entsetzt angeblickt.

Das laute Platschen beim Laufen ist mir auch sofort aufgefallen, das war nicht zu verhindern, hat mich aber sehr bald nicht mehr gestört. Habe mich recht rasch an das Geräusch gewöhnt. Obwohl ich ansonsten recht leise laufe, war das ok, ich konnte es ausblenden.
Ich möchte die Huaraches auch überwiegend dann anziehen, wenn es Barfuß nicht geht, jedoch jetzt beim Testen auch ganze Strecken in ihnen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Strecke gestern zu lang war. Nachwirkungen gab es heute keine, keine Schmerzen, kein Muskelkater, Waden fühlen sich wie immer an. Bin aber auch keine schnelle (jedoch gestern schneller als mit Schuhen). Werde trotzdem die nächste Zeit erst mal kürzere Strecken damit laufen.

Probleme mit den Füßen hab ich keine. Ich habe jedoch den Verdacht, dass mein Laufstil und Schuhe nicht so ganz zusammen passen. Laufe inzwischen am liebsten mit 0-4mm möglichst ungedämpft. Barfußlaufen konnte ich auch quasi "out-of-the-box", ohne Probleme an Sohlen und Waden, hatte es aber auch nur bis ca. 10km gewagt, dieses Jahr eben nur den einen 7km Lauf letzten Samstag. Ganz auf Barfuß werde ich nicht umstellen, werde jedoch versuchen es mir mindestens weiterhin zu erhalten. :)

Grüße
Catch-22

Stanhopeus
09.09.2016, 22:45
Hallo hpk2511-SeeBlickLäufer.

Dein Beitrag ist vom 16.11.2013.
Sind Deine damals gekauften LUNAs noch heute,
nach fast 3 Jahren, in Betrieb ?

Falls nicht, was ging kaputt ?

Ich mache 'Trail Running' in Costa Rica. Ich brauche Sandalen welche
mindestens 5000 km aushalten und hoffe, daß LUNAs das können ...

Danke für einen Kommentar, und besten, Gruß, Stanhopeus.

gecko
06.10.2016, 14:48
So auch ein Update von mir..

Seit Juli 150 Km in Huaraches gelaufen, davon 40Km alleine in den letzten 8 Tagen

Kurzer Zwischenstand, bevor es in Bälde einen umfangreichen Test gibt:

http://forum.runnersworld.de/forum/tagebuecher-blogs-rund-ums-laufen/94407-wenn-ich-laufe-laeuft-meine-nase-auch-mein-unendliches-tagebuch-103.html#post2264161

MichaelB
06.10.2016, 15:26
OK,

das klingt so weit so gut :nick:
Ich habe meine Xero´s nach dem Urlaub vorerst wieder eingemottet... denn auch nachdem ich sie zwei Wochen konsequent jeden Tag getragen habe - und mich nicht ein einziges Mal in FlipFlops erwischen ließ - tat es beim Laufen danach imer noch weh zwischen den Zehen :zwinker4:
Beim Plöner See Marathon sprach ich mit jemandem, der in seinen Luna´s schon über 140 Marathon gelaufen ist und "mit normalen Laufschuhen wahrscheinlich gar nicht mehr laufen könnte" und wurde kurzfristig hellhörig - bis ich dann den Preis entdeckte :wink:
Aber die Chala´s klingen auch in der Hinsicht gut und wer weiß... :wink:

Johnny96
21.03.2017, 09:52
Hey ich wolte auch mal meine Erfahrungen zu Huaraches loswerden. Ich laufe seit 1,5 Jahren in Minimalschuhen aber hauptsächlich in Huaraches. Dabei nutze ich drei unterschiedliche Typen:
1. Marke Eigenbau, ich habe mir aus einer Vibramplatte von ExtremTextil und Paracordseil meine eignen Huaraches gebaut. Mit ihnen laufe ich hauptsächlich auf Asphalt und bin damit auch sonst im Alltag unterwegs. Die Kosten lagen bei knapp 20 Euro für alles. Die Sohle ist ca. 4mm dick und das
Paar wiegt 140 Graemm.

2. DIY Kit von Xeroshoes. Von der Uk Seite habe ich mir das DIY Kit mit 4mm Sohle gekauft. Das kostete 25 Euro +4 Euro Versand. Diese Sandalen nutze ich hauptsächlich für Trais da das Profil dafür ideal ist. Die Sohle ist mit 4mm sehr dünn und das Paar wiegt 150 Gramm. Dadurch spürt man jedes Steinchen was für mich toll ist. Allerdings brauche ich für für lange Läufe also alles über Marathon etwas mehr Sohle.

3. Nakedshoes. Durch Zufall bin ich quf die Seite Nakedshoes gestoßen diese bieten maßgefertigte Huaraches aus einer Vibramsohle an. Die Kosten betragen 60 Euro was auf den ersten Blick teuer erscheint allerdings muss man folgendes beachten. Die Sandalen werden individuell nach den aufgezeichneten Vorlagen des Kunden zugeschnitten. Sie werden von einem orthopädischen Schuhmacher dann inzelt hergestellt. Zudem wiegt das Paar (6mm dick) nur 120 Gramm mit !!!! In denNakedshoes bin ich zu 80% unterwegs und habe in ihnen mehr als 500Km zurückgelegt und es sind bis jetzt kaum bis keine Abnutzungserscheinungen zu erkennen. In ihnen habe ich zwei Marathons und einen Ultra gelaufen und habe keine Kritik !

Gibts bei euch neue Erfahrungen oder sogar neue Sandalen ?

Lucasius
17.09.2017, 16:23
Hallo an alle, habe mich extra hierfür angemeldet.
Das ist mein erster Versuch von DIY Huaraches. Nichts aufregendes oder besondes schön, aber irgendwie muss man ja anfangen. Verwendet habe ich 4,5 mm Vibram Claw und 5 mm Polyesterkordel (beides von extremtextil.de).
Materialkosten knapp 13 €.
Ich laufe erst seit knapp einem Monat und wollte nicht direkt 60 bis 120 € in irgendwelchen Highend-Huaraches versenken, die dann im Schrank versinken, wenn der Schweinehund wieder siegt :)
War damit bisher ca. 10x unterwegs und insgesamt ~ 60 km abgespult.

Ich gebe schonmal Tips ab, die ich bisher bemerkt habe:
- 22x29 cm Plattengröße ist echt knapp für 2 Sohlen (bei mir Größe 43), die zweite Sohle ist etwas kleiner als die erste geworden. Wenn es knapp ist, dann lieber bei der Ferse sparen und bei den Zehen mehr stehen lassen. Besser gleich etwas größer kaufen.
- 5 mm Kordel könnte zu dick sein. Vom Tragecomfort geht es, aber der Knoten hält schlecht.
- Pro Schuh 2 m für die Slip-In-Bindung einplanen. Bei anderer Schnürung sicher mehr.
- Nur Vibram ohne obere Sohle ist rutschig bei Nässe, aber machbar. Im Trockenen geht es super.
- 4,5 mm Sohlendicke ist für mich ausreichend (Wald, Feldweg, Acker, kein Asphalt)
- damit ich keinen Knoten unter der Sohle habe, wurde das Ende wieder nach oben geführt und vernäht. Das stört nicht beim Laufen (nach dem ersten Mal direkt dran gewöhnt) und verhindert sicher auch etwas das Umknicken der vorderen Sohle nach unten.

Damit laufe ich erstmal weiter, für nächste Saison bastel ich etwas neues und werde auch in ein Fertigprodukt investieren (so ich denn 2018 weiterhin Lust aufs [Trail-]Laufen habe).

gecko
13.10.2017, 16:12
Von mir gibts auch mal wieder was Neues zum Thema:

Luna Mono 2.0 - Leider geil... - Laufnase (http://laufnase.de/blog/luna-mono-2-0-leider-geil/)

PS: Und die selbstgebastelten Dinger von Lucasius finde ich geil :daumen:

Lucasius
21.11.2017, 23:33
Danke gecko, die Dinger funktionieren besser als gedacht. Habe bisher kein Bedürfnis auf andere Huaraches (vermutlich weil ich auch nix anderes kenne).

Ich laufe ja nun erst seit diesem Sommer und langsam wird es kalt.
Wie macht ihr das im Winter?
Ich war jetzt schon bei 3°C und Wind unterwegs und das ist grenzwertig. Es geht, aber angenehm ist was anderes. Und es bis auf etwas Gras und Pfützen nicht nass gewesen.

Der Kollege hier zieht angeblich im Schnee durch:
Laufen im Winter – Jogging Sucks (http://www.joggingsucks.de/2015/01/laufen-im-winter.html)

Kann ich mir momentan schwer vorstellen.
Überlege, ob ich mir Neoprensocken hole und entweder am großen Zeh einschneide oder komplett an den Zehen die Socken abschneide.

Wasseronkel
22.11.2017, 13:28
Hallo, es gibt doch auch die Zehensocken.
https://www.voycontigo.de/index.php?stoken=B6867A8F&force_sid=d041f2fcb7a4e0e4f38763c16e5c9c 40&lang=0&cl=search&searchparam=zehensocken&search=Suchen

Schlaks
22.11.2017, 13:48
Es gibt vor allem auch Surfsocken mit "Split-Toe", d.h. im Grunde Fäustlinge für die Füße, bei denen nur der große Zeh einzeln verpackt ist. Das klappt im Winter auch recht gut :-) Obwohl ich mittlerweile gelegentlich einfach nur in den Dingern laufe und die Sandale weglasse. Nun ja.

Lucasius
08.12.2017, 18:36
Hallo und Danke, die Split-Toe-Socken hatte ich dann auch entdeckt. Mittlerweile laufe ich bei der jetzigen Witterung nicht mehr Trail sondern nur noch auf Asphalt. Komme gerade von einem Lauf bei 1°C (trocken) wieder rein und es ist nackt in den Huaraches laufbar. Die Füße sind angenehm warm, nur die linken Zehen wollen nicht richtig warm werden. Aber das wird eventuell noch, die rechten Zehen erreichen jedenfalls Betriebstemperatur. Eventuell braucht es dann bei Minusgraden nur Zehenwärmer (trockene Witterung). Muss ich testen. Werde berichten.

gecko
08.12.2017, 18:38
ja mach mal!
bis jetzt komme ich auch mit nackten füssen klar in huaraches.
weniger als 3grad hatte ich aber noch nicht

Lucasius
27.12.2017, 19:20
Winterzeit ist Bastelzeit.
Version zwei meiner DIY Huaraches ist fertig.
Das Material kam schon bei der Bestellung für die erste Version meiner Huaraches mit, jedoch war erst jetzt die Lust zum erneuten Basteln da.

Die Sohle ist eine Nora Astral Crepe 1,8 mm und die Kordel 3 mm (vorher 4,5 mm Sohle und 5 mm Kordel).
Da die Sohlenplatte größer war, habe ich vor allem im Zehenbereich erstmal mehr Material stehen lassen, welches ich ggf. nach den ersten paar Läufen einkürzen werde (bei der ersten Version war die Sohlenplatte kleiner, fast zu klein für Größe 43).

Die 3 mm Kordeln lassen sich viel besser knoten als 5 mm. Deswegen habe ich die Kordel wieder im Zehenbereich herausgeführt und verknotet. Dadurch lässt sich die Schnürung im Zehenbereich sehr schnell nachjustieren. (Bei der ersten Variante habe ich es vernäht).

Was ich jetzt schon spüre ist der Gewichtsunterschied. Meine erste Version ("massiv") wiegt ca. 150 g pro Sandale. Die Version hier nur 65 g. Bin gespannt, ob das beim Laufen spürbar ist. Und ob es sich überhaupt besser als meine erste Version läuft. Die "alten" Treter sind mir schon fast ans Herz gewachsen :D


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Lucasius
16.03.2018, 19:28
Mit 1,8 mm Sohle (Nora Astral Crepe) und 3 mm Kordel ist es mir doch zu lapprig. Vor allem die 3 mm Kordel fühlt sich an wie Wäscheleine.
Im Winter bin ich schlussendlich mit Vivobarefoots gelaufen, unter 3...5 °C ist es mir in Huaraches zu kalt. 7°C und Regen ist hingegen wieder machbar.

Letztes Wochenende habe ich nach Monaten wieder meine DIY Huaraches angelegt und bin 10 km mit 5:40 gelaufen. Sofort wieder wohl gefühlt, nur habe ich mir zwei kleine Stellen am Fuß aufgescheuert. Aber vom Gefühl her läuft es sich mit 4,5 mm Vibram Sohle und 5 mm Kordel ähnlich bequem/minimalistisch wie mit Vivobarefoots.
Die 5 mm Kordel ist zwar etwas steif, gibt dadurch den Huaraches aber einiges an Stabilität. Im Gegensatz zu den 3 mm Kordeln.
Also habe ich mir 4 mm Kordeln bestellt und damit die 1,8 mm Sohlen neu bestückt. Vorläufiges Ergebnis: Schon viel besser! 4 mm Kordeln sind wesentlich steifer als 3 mm Kordeln.
Und was ich mittlerweile auch herausgefunden habe: Ganz wichtig für die "Stabilität" und das Tragefühl der Huaraches ist der obere Schnürungspunkt auf der Fußoberseite.
Das wird vor allem bei der Schnürung durch die gelbe Linie beeinflusst (also da ruhig beim Schnürbeginn etwas mehr Luft lassen).
Der Schnürpunkt beim roten Pfeil fühlt sich schon ganz okay an.
Grün ist mir zu lapprig, damit rutscht auch automatisch der Fuß nach vorn (ist auf dem Bild gut zu erkennen).

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Im zweiten Bild ist der rechte Fuß neugeschnürt, der Knotenpunkt (Pfeil blau) ist deutlich Richtung Knöchel gewandert und gibt der Huarache überraschend viel Stabilität. Gut zu sehen ist, dass beim rechten Fuß im Zehenbereich wieder mehr Platz ist, der Fuß also "nach hinten" gewandert ist.

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Ich werde auf jeden Fall weiter testen, heute ist neues Material eingetroffen.
Am 15.04. ist hier ein regionaler 10 km Lauf, da will ich in Huaraches antreten. Ursprünglich wollte ich das unter einer Stunde laufen, aber da ich das nun schon schaffe, ist die neue Zielzeit 50 min.

Lucasius
25.03.2018, 15:30
Nachdem die Minusgrade weg sind, heute den ersten Lauf erledigt (mit Pace 5:30): https://youtu.be/FyrjOc23BQs

polarhase
04.04.2018, 12:21
Finde die super bequem für den alltäglichen Gebrauch. Sind auch sehr angeagt. Für den Sport bin ich zu schwer um sie zu nutzen.

DrProf
04.04.2018, 12:39
Winterzeit ist Bastelzeit.
Version zwei meiner DIY Huaraches ist fertig.



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Wenn du mir damit entgegenkommst, gibt es erst mal 1,-€ für ne warme Suppe.:hihi::daumen:

Lucasius
04.04.2018, 16:57
Keine Angst, sieht schlimmer aus als es ist.
Natürlich sieht ein 150€ Fußkleid von Nike, Brooks und Co. viel moderner und nach Wohlstand aus.
Aber mir geht es ja um die Lauftechnik.
In "richtigen" Laufschuhen wäre ich sicher auch schneller unterwegs. Aber ich bin zufrieden.

Bewegte Bilder von den 2017er DIY Huaraches:
https://www.youtube.com/watch?v=thlPGaENGNg

Katz
04.04.2018, 17:08
:daumen: Jungs, das ist ja echt witzig mit euren Schuhen. Aber mal ernsthaft... Ihr lauft damit doch nicht wirklich lange Strecken, oder? Ich habe in dem Thema gelesen, dass man damit 50km trail laufen kann!!!??!!! Wahnsinn!!! Ich sage euch eines: ich kann ja nicht mal 5km in Wandersandalen laufen, ohne Blasen zu bekommen... Wie macht ihr das denn? Habt ihr wirklich keine Blasen, Hautabschürfungen, ect...??? Das gibt es doch nicht, oder? :wow:
Respekt!!:daumen:

Lucasius
05.04.2018, 17:58
Wie bei allem gilt: langsam rantasten und Belastung steigern. Dann gibt es auch keine (oder wenig) Wehwehchen.
Gut, ich laufe keine 50 km, aber 10 km und da gibt es bei mir selten Beschwerden.
Hängt sicher auch mit der Lauftechnik zusammen: Ich versuche stets so zu laufen, dass ich beim Aufsetzen keine Bremsbewegung mache. Damit gibt es auch keine Reibbewegung zwischen Fuß und Sohle und somit auch keine Scheuerstellen/Blasen.
Durch das Barfußlaufen (auch in Barfußschuhen) muss man sehr "sauber" laufen, damit es dauerhaft schmerzfrei ist. Und dieses saubere Laufen führt dann auch zu weniger oder gar keinen Blasen/Schwellungen/Verletzungen.

Katz
06.04.2018, 08:32
Hm, danke für den Denkanstoß. Ich habe sehr empfindliche Füße und eigentlich ständig Blasen und Druckstellen. Gestern bin ich 19km gegangen - ich bin in der Stadt gewesen u.s.w. - ich hatte also keine Laufsachen an, sondern die Asics-Walking-Schuhe "gel-mission" und Jeans. Der Weg in die Stadt sind schon mehrere km, die ich am Stück mit strammem Tempo gewalkt bin. Jedenfalls hatte ich trotz guten Sportsocken und Schuhen eine kleine Blase am kleinen Zeh und Druckstellen an den Ballen.
Letztes Jahr hatte ich unter der Ferse riesengroße Blasen - Schuh: Wandersandalen.
Du meinst, ich laufe nicht sauber? Kann gut sein... Ich muss mal drauf achten... Das Thema hatten wir schon, als ich hier mal erzählt habe, dass mir beim HM immer Steine in die Schuhe hinten rein fallen...
Fazit also: reibungsloses Laufen durch saubere Lauftechnik ohne großes Beschleunigen und Bremsen und ohne Reib- und Rutschbewegung.

Ich danke dir!

Lucasius
18.04.2018, 19:06
Der erste 10 km Lauf ist geschafft. Den habe ich komplett barfuß absolviert, die Huaraches hatte ich als Backup in der Hand. Aber nicht benötigt. Zielzeit unter 49 min. Sehr zufrieden, damit war ich im vorderen Drittel der Teilnehmer. Umstellung von Huaraches (1,8 mm Sohle) auf barfuß ging relativ schnell, habe vorher nur 2-3x komplett barfuß trainiert. Ich halte für mich fest, Huaraches sind gut als Vorbereitung für das reine barfuß-laufen geeignet. Werde jetzt mal mit, mal ohne Huaraches laufen und je nach Veranstaltung einsetzen. Keine Gelenks-, Bänder oder Muskelschmerzen. Nur eine kleine Wunde am großen Zeh durch meine Unachtsamkeit habe ich mir zugezogen, aber nix wildes. In Summe ist das eine kleine Verletzung gesehen auf einem halben Jahr Training.

Bildquelle: Pressebüro Thomas Michel

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running_werner
18.04.2018, 21:48
Ich hänge mich hier mal rein...

Ich habe die letzte Zeit auch ein bisschen mit Huaraches experimentiert (die Chalas Run von Voycontigo)...
Ich bin bis zu 3 km am Ende des Trainings ausgelaufen.
Jedoch hatte ich, vermutlich deswegen, Hüftschmerzen und etwas Knieprobleme. Dann habe ich das Ganz wieder etwas eingestellt. Die Schmerzen sind wieder weg. Für mich ein Zeichen, dass es von den Schlappen kommt...

Jetzt ist der Frühling da, und ich habe gestern einen Lauf mit ca. 1.5 km barfuss zu Ende gelaufen. Ich habe das Gefühl, dass das besser funktioniert als mit den Huaraches.
Meine Theorie dazu: Erst wenn man länger komplett barfuss ohne Beschwerden schafft, kann man auch mit Huaraches laufen.

Was denkt Ihr?

Lucasius
20.04.2018, 15:34
Ich bin nun kein Sportmediziner, sondern nur Freizeitsportler und probiere nach dem Motto: Versuch macht kluch.
Wenn bei mir irgendetwas weh tat, habe ich versucht, das nächste Mal weicher zu laufen. Besonders das weich laufen ist am Anfang ungewohnt, da viel intensiver mit der (Waden-)Muskulatur gedämpft werden muss. Und natürlich ausreichend Regeneration. Mit Schmerzen vom Vortraining bin ich nie losgelaufen, sondern habe lieber noch einen weiteren Tag Pause gemacht.
Bei mir persönlich hat das Laufen in Huaraches gut geklappt, Knie- oder Hüftschmerzen hatte ich nie. Nur Muskelkater in den Waden und "normale" Belastungsschmerzen im Fuß. Mit normal meine ich, am Folgetag habe ich das Barfußlaufen schon gespürt, aber das war nur die Anpassungsreaktion meines Körpers, und nach 1-2 Tagen wieder okay. Das empfand ich immer als normal, weil das Laufen ohne Schuhe nun über Monate erst (wieder) erlernt werden muss und Bänder, Sehnen, Knochen etc. anders/intensiver belastet werden.

Außerdem habe ich erst im Wald, auf Wiese usw. angefangen und bin später erst auf Asphalt gewechselt. Zu Hause laufe ich schon seit vielen Jahren nur barfuß, Hausschuhe nutze ich seit meiner Jugend nicht mehr. Wenn das Laufen barfuß oder in Huaraches nicht sofort klappt, kann man auch spazieren gehen. Das habe ich auch gemacht. Dadurch wird das Gangmuster sensibler und der Körper gewöhnt sich erstmal an 5, 10 oder mehr km im barfuß-Gang.
Direkt barfußlaufen empfinde ich als noch anstrengender, weil gleichzeitig die Hornhaut mit entwickelt werden muss. Tritt man barfuß auf etwas Spitzes, kann durch die Ausweichreaktion ein Umknicken passieren, wenn die Bänder usw. nicht ausreichend gestärkt sind. Mit Huaraches oder barfuß-Schuhen hat man wenigstens ein paar mm Schutz. Ich denke das ist die größte "Gefahr" bei direkt barfuß laufen.

Insgesamt sollte man vor allem auf seinen Körper hören. Wenn er sich mit Schmerzen rückmeldet, sollte irgendetwas umgestellt werden. Die Lösung kann dann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.
Wenn du also direkt barfuß läufst und damit schmerzfrei klarkommst, sehe ich daran nix Verwerfliches und würde sagen: weitermachen. Und Stück für Stück steigern. Hauptsache nicht übertreiben. Gib deinem Körper Zeit.

Runninghase
27.05.2018, 17:34
Mehr Hornhaut durch Barfußlaufen ist Quatsch.

Sven K.
27.05.2018, 18:07
Mehr Hornhaut durch Barfußlaufen ist Quatsch.

Inwiefern?

Stahlfresse
28.05.2018, 09:46
Inwiefern?

Der Untergrund wirkt wie ein Hornhautraspel.

Sven K.
28.05.2018, 16:01
Der Untergrund wirkt wie ein Hornhautraspel.

Jeder? Auch Sand, Gras usw.? Kann ich kaum glauben. Oder beziehst du dich explizit auf Asphalt? Dann hättest du es sagen können.
Aber auch auf Asphalt gibt es etliche, die keine Probleme damit haben. Muss man halt trainieren. :zwinker5:

Schlaks
28.05.2018, 16:14
Sven, tatsächlich. Die Füße regelmäßiger Barfuß- und Sandalenläufer haben in der Regel keine Hornhaut. Hornhaut ist ein Überlastungszeichen, da die Haut auf ungewohnte Belastungen durch Hornbildung reagiert.

Setzt man der Haut langfristig zu, wird sie fester, widerstandsfähiger und ledrig, aber nicht hornig. Die Hornhaut wird durch die äußere mechanische Belastung wieder abgetragen. Die darunter liegende Lederhaut braucht keinen Hornschutz. Das klappt nicht in schlecht sitzenden Schuhe: hier ist alles schön weich und gedämpft und der hornige Teil wird nicht abgetragen. Unter Umständen ein Teufelskreis, weil die Hornhaut nicht flexibel ist und so Blasen provozieren kann.

RennStift
29.05.2018, 19:11
Sven, tatsächlich. Die Füße regelmäßiger Barfuß- und Sandalenläufer haben in der Regel keine Hornhaut. Hornhaut ist ein Überlastungszeichen, da die Haut auf ungewohnte Belastungen durch Hornbildung reagiert.

Setzt man der Haut langfristig zu, wird sie fester, widerstandsfähiger und ledrig, aber nicht hornig. Die Hornhaut wird durch die äußere mechanische Belastung wieder abgetragen. Die darunter liegende Lederhaut braucht keinen Hornschutz. Das klappt nicht in schlecht sitzenden Schuhe: hier ist alles schön weich und gedämpft und der hornige Teil wird nicht abgetragen. Unter Umständen ein Teufelskreis, weil die Hornhaut nicht flexibel ist und so Blasen provozieren kann.

Yes! Laufe so viel wie es eben geht und gesellschaftlich einigermaßen anerkannt ist barfuß. Hornhaut habe ich so gut wie keine. Dafür schabt sich meine Frau, die den ganzen Tag in ihren Schuhen steckt, ständig kiloweise Hornhaut vom Fuß :hihi:

Sven K.
29.05.2018, 19:39
Sven, tatsächlich. Die Füße regelmäßiger Barfuß- und Sandalenläufer haben in der Regel keine Hornhaut. Hornhaut ist ein Überlastungszeichen, da die Haut auf ungewohnte Belastungen durch Hornbildung reagiert.

Setzt man der Haut langfristig zu, wird sie fester, widerstandsfähiger und ledrig, aber nicht hornig. Die Hornhaut wird durch die äußere mechanische Belastung wieder abgetragen. Die darunter liegende Lederhaut braucht keinen Hornschutz. Das klappt nicht in schlecht sitzenden Schuhe: hier ist alles schön weich und gedämpft und der hornige Teil wird nicht abgetragen. Unter Umständen ein Teufelskreis, weil die Hornhaut nicht flexibel ist und so Blasen provozieren kann.

Ich glaube aber, dass genau dies allgemein mit "Hornhaut bekommen" gemeint ist. :zwinker5:

running_werner
29.05.2018, 21:51
Ist vielleicht etwas "off-topic":
Habe das Huaraches-Laufen wegen Wehwechen wieder gelassen.
Dann habe ich, als die Beschwerden wieder weg waren, versucht am Ende meiner Laufeinheiten ca. 1,5 km barfuss zu laufen. Ging soweit ganz gut, jetzt habe ich aber leichte Schmerzen an der Aussenseite des linken Knies....
Ich vermute mal, dass ich das Ganze irgendwie falsch angehe.

Ist das eine gute Idee, den Einstieg ins Barfuss/Huaraches Laufen mit den "angehängten" Kilometern an das normale Laufen?
Sollte ich mal einen "Laufkurs" machen?

Schlaks
30.05.2018, 07:55
Ich glaube aber, dass genau dies allgemein mit "Hornhaut bekommen" gemeint ist. :zwinker5:

Wenn das allgemein gemeint ist, dann ok :-) Aber glaub mir, Hornhaut und Lederhaut sind im wahrsten Sinne zwei Paar (Nicht-)Schuhe.

Lucasius
01.07.2018, 12:57
Bei mir sind unter der Ferse, an den Ballen und am großen Zeh Hornhaut vorhanden, bzw. das was umgangssprachlich Hornhaut genannt wird. Aber im "normalen" Bereich, also keine schmerzhafte Auswüchse etc. Da ich viel Asphalt laufe, reguliert sich das mechanisch selbst.

Gestern war der Sachsentrail im Erzgebirge und ich bin den Funtrail (9,4 km) komplett barfuß mitgelaufen. War bisher mein anspruchsvollster Barfuß-Lauf. Huaraches hatte ich sicherheitshalber mit, aber nicht benötigt. Downhill im Wald war richtig gut, nur ganz steile Passagen habe ich vorsichtshalber langsam gemacht. Anstrengend waren die Schotterwege, aber das sind auch im Training die unbequemsten Wege. Zwei Huaraches-Läufer habe ich gesichtet. Waren wenn ich mich recht erinnere in Luna Sandals unterwegs. Und mir wurden als günstige Huaraches http://aborigensandals.com/ genannt. Kannte ich bisher noch nicht.
Verletzungen soweit keine, nur eine kleine Abschürfung an der Fußseite (glaub' das war ein Ast). Werde ich auf jeden Fall wieder machen!


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Barfussjaeger
06.08.2018, 22:11
Tach zusammen,

wer ist in Huaraches auch bei feuchten/nassen Bedingungen unterwegs?

Meine (jetzt wieder guten, siehe hier (https://forum.runnersworld.de/forum/threads/124425-Blasen-beim-Laufen-mit-Huaraches)) DIY-Huaraches aus 4mm Vibram Cherry werden rutschig wie Schmierseife, sobald man durch nasses Gras oder eine Pfütze läuft. Von richtig nassen Bedingungen rede ich da noch gar nicht.

Kann man mit Chalas mit dem "Anti-Rutsch-Kunstlederfußbett" oder mit der Luna MGT-Sohle wirklich in feuchten Bedingungen laufen, ohne einen Eiertanz aufzufühen?

Hat die vielleicht sogar schon mal jemnd gegeneinander verglichen?

Viele Grüße
Barfußjäger

Johnny96
07.08.2018, 08:14
Hallo Barfussjaeger,

ich bin mit meinen Huaraches auch bei feuchten bzw. nassen Bedingungen unterwegs.
Meinst du die Sohle an sich wird rutschig also du hast nicht genügend Grip, oder "schwimmst" du mit dem Fuß in der Sandale ?
Mit Grip hatte ich bis jetzt nur bei sehr matschigen Bedingungen Probleme, und auch bei regen der zwischen Fußsohle und Sandale kommt konnte ich noch kein rutschen feststellen. Einzig wenn sich Matsch/Schlamm zwischen Fußsohle und Fußbett ansiedelt verliere ich komplett den halt da jegliche Verbindung zwischen Fuß und Sandale genommen wird.
Mit den von dir genannten Chalas oder Lunas habe ich noch keine Erfahrungen meine Huarache die ich meistens trage ist die von nakedshoes.de. Wenn ich mal Huaraches in wirklich anspruchsvollem Gelände tragen möchte, so habe ich relativ neu die aborigen Sandals Tasmania mit der hat man wirklich einen fantastischen Grip (https://www.barfussgefuehl.de/aborigen-Sandals-Tasmania-fuer-das-anspruchsvolle-Gelaende.htm).

Gruß

Johnny96

Schlaks
07.08.2018, 08:22
Die Lunas mit MGT Fußbett funktionieren ebenso wie Bedrocks auch bei Nässe ziemlich gut. Widerlich wird es, wenn Schlamm involviert ist. Hat man die Pampe mal zwischen Fuß und Schlappen, hilft das beste Fußbett nichts mehr.

Barfussjaeger
07.08.2018, 23:11
Meinst du die Sohle an sich wird rutschig also du hast nicht genügend Grip, oder "schwimmst" du mit dem Fuß in der Sandale ? .... auch bei regen der zwischen Fußsohle und Sandale kommt konnte ich noch kein rutschen feststellen.

Ich meine, daß es zwischen Sandale und meinem Fuß echt glitschig wird, sobald es etwas feucht wird. Fußschweiß ist meist nicht das Problem, der trocknet schnell genug weg. Nasses Gras oder eine Pfütze reichen, um meine DIY-Vibram-Cherry-Huaraches unlaufbar werden zu lassen.


Einzig wenn sich Matsch/Schlamm zwischen Fußsohle und Fußbett ansiedelt verliere ich komplett den halt da jegliche Verbindung zwischen Fuß und Sandale genommen wird.

Ja, Matschepampe zwischen Schuh und Fuß wird natürlich glitschig. Da hilft nur ein den Fuß umschließender Schuh. Mir gehts um feuchte Bedingungen. Straße im Regen, Trail mit sporadischen Pfützen, nasses Gras.
Danke für den Tip mit den aborigen Sandals.

Viele Grüße
Barfußjäger