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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Senk/Spreizfuß mit orthopädischen Einlagen. Welche Laufschuhe?



braumeister
06.12.2013, 21:24
Hallo erstmal,

ich bin Andi, gehe seit etwa einem Jahr ca. 2 bis 3 mal die Woche laufen. Asphalt und Feldweg 50/50. Also nichts übermäßiges. Ca. 10 bis 20 km die Woche. Je nach Lust und Wetter. Seit einiger Zeit bekomme ich nach ca 10 min Schmerzen im rechten Knie und muss heim humpeln. Daraufhin bin ich zum Orthopäden. Dieser stellte einen Senk/Spreizfuß fest und verschrieb mir Einlagen und sagte ich solle mir nach Ganganalyse neue Schuhe in einemFachgeschäft kaufen. Und nix mehr aus dem Internet. (Mein bisheriger Schuh war ein Adidas Response Stability 4-blind gekauft). Soweit so gut.

Jetzt war ich heute beim Sanitätshaus und habe dort einen Abdruck machen lassen. Der Herr dort, immerhin ein Sportwissenschaftler, meinte ich solle mir möglichst neutrale Schuhe kaufen und dann mit den angefertigten Einlagen laufen. Ich würde wohl zur überpronation neigen und die Einlagen würden mich stützen. Aber eine Ganganalyse gabs dort nicht, die hätte nochmal 40 bis 100 Euro gekostet. Er empfohl mir folgende Schuhe: Alle von Asics, den Nimbus, Cumulus, DS Trainer, GT 2000.

Jetzt meine Frage. Macht das so Sinn? Also jetzt einen dieser Schuhe kaufen (wobei laut Internet der GT 2000 auch gegen überpronation ist), Einlagen rein und gut is. Oder soll ich besser mit den Einlagen in ein Fachgeschäft gehen und dort nach Ganganalyse mit den Einlagen die Schuhe kaufen? Ich bin etwas überfragt, denn bisher wars für mich einfach immer Schuhe an und raus und fertig.

Ich brauch auf jeden Fall den Rat von jemand der sich mit sowas auskennt. Ich tus jedenfalls definitiv nicht. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit.

dicke_Wade
07.12.2013, 09:08
Ich habe selbiges Problem, also Platt-, Senk- und Spreizfus. Mein zweites Paar Schuhe hab ich im Laufschuhladen nach Laufbandanalyse gekauft: Mit Pronationsstütze, da ich überproniere. Damit lief ich jahrelang und gut wars. Also nicht mit dem einen Paar, sondern seit dem mit Schuhen mit Stütze. Dann bekam ich vorn paar Jahren einen Fersensporn. Schlussendlich ging ich damit zur Sportärztin, die mir Einlagen verschrieb. Die hatten an der Ferse eine Weichpolstereinlage, um den Sporn zu entlasten und der "Rest" war die übliche Stütze gegen den Plattfuß. Eine Gang- und Laufanalyse gabs da nicht, hätte ich aber machen können, der ort. Schuhmacher bietet das auch an. Das Fazit war damals, dass der Fersensporn "verschwand" und bis heute nichts mehr zu spüren ist. Und ja mir wurde dringend angeraten, diese Einlagen nur in Neutralschuhen zu tragen.

Vor einem reichlichen Jahr war ich wegens meiner Achillessehne bei einer medizinischen Gang- und Laufanalyse, die mich 80 Eu gekostet hat. Da wurde vor der eigentlichen Analyse noch eine gründliche Anamnese mit Untersuchung meiner Beine und aller Gelenke und deren Beweglichkeit vorgenommen. Wir wollten ja eine mögliche Mit-Ursache meiner Achillesbeschwerden herausfinden. Dazu musste ich erst einmal Barfuß über Druckplatten gehen, um die Druckverteilung des Fußes zu ermitteln. Dann Barfuß auf dem Laufband. Dazu wurden Fixpunkte an der Ferse markiert, die sich dann auf dem Computer auswerten ließen. Und anschließend mit meinen aktuellen Schuhen nebst de Einlagen. Barfuß pronierte ich über und knickte mit dem Fuß zu stark nach innen ein. Und mit den Schuhen hatte ich ein perfektes Abrollverhalten der Füße. Normale Pronation, kein Einknicken, nichts mehr. Das Fazit des Arztes: beste Schuhe mit bester Einlagenversorgung.

Ob du nun Einlagen brauchst oder für dich Schuhe mit Pronationsstütze ausreichen, das kann dir nur der Fachmann nach gründlicher Analyse sagen. Das Geld dafür ist sicher sinnvoll investiert, da es die Chance erhöht, dass du lange gesund laufen kannst. Ohne Einlagen zu laufen ist dann natürlich billiger :wink: Was dein Dok dir sagte ist schon richtig. So lange man nicht weiß, welche Schuhe für einen gut sind, sollte man die nicht im Internet kaufen. Jedes Modell unterscheidet sich vom anderen, selbst leicht überarbeitete vom Vorgängermodell einer gleichen Produktlinie, wie ich auch schon feststellen musste :-( Und manchmal zeigen sich Fehlkäufe auch zu spät, sodass man die Schuhe nicht mehr umtauschen oder zurückgeben kann. Manche Laufschuhläden räumen dies ein, natürlich nicht unbegrenzt.

Zum Laufschuhkauf auf jeden Fall die alten Schuhe, die du bereits getragen hast mitnehmen, viele Verkäufer wollen die sich anschauen, vor allem den Abrieb der Sohle. Und zur Anprobe grundsätzlich deine Einlagen mitnehmen. Nimm Zeit mit, auf keinen Fall unter Zeitdruck einkaufen, der Verkäufer sollte sich auch die Zeit nehmen. Und dann schaut ihr euch den Unterschied zwischen Barfußlaufen und mit den Schuhen nebst Einlagen an. Du kannst dir auch mal zur Gegenprobe,. Stabilschuhe anziehen und diese ohne die Einlagen auf dem Laufband testen und das Bewegungsbild auf Video anschauen. Das ist zwar nicht wissenschaftlich, kann aber schon einen Überblick bieten. Genaues wirst du nur beim Fachmann erwarten können. Ach übrigens, deine Knieprobleme müssen nicht unbedingt von denen Füßen und deren Fehlstellung kommen.

Gruss Tommi

braumeister
07.12.2013, 11:19
Vielen Dank für die ausführliche Antwort, das hilft mir doch schon ein ganzes Stück weiter. Hier in Mannheim bei EngelhornSports hat man für Laufschuhe anscheinend 30 Tage Rückgaberecht, das scheint mir auch sinnvoll. Oder es gäbe noch einen L&S Lauf und Sportshop (besser bekannt im web als Laufschuhe online günstig kaufen (http://www.21run.com). Vielleicht hat jemand hier schon erfahrungen mit einem der Läden gemacht?! Dass meine Knieprobleme nicht unbedingt von meinem Senk/Spreizfuß kommt hab ich mir auch schon überlegt, die Probleme traten auf als ich nach langer Laufpause es etwas übertrieben habe.

Gueng
07.12.2013, 12:31
Mal zwei ketzterische Fragen:


Barfuß pronierte ich über und knickte mit dem Fuß zu stark nach innen ein.
Wer hat nach welchen Kriterien definiert, was "zu stark" ist?


Und mit den Schuhen hatte ich ein perfektes Abrollverhalten der Füße. Normale Pronation, kein Einknicken, nichts mehr.
Wie konnte man durch die Schuhe hindurch die Füße beobachten? Waren die Schuhe transparent, oder wurde für die Aufnahmen Röntgenlicht verwendet?

Gruß,
Martin