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skillstraining
26.05.2014, 20:03
Ich bin seit kurzem hier im Forum angemeldet und finde die Möglichkeit eines Lauftagebuchs ja sehr nett, ich stöbere gern herum :)

skillstraining
26.05.2014, 20:08
Ich denke es war so 2007 als ich anfing mit den ersten Läufen. Mit Billig-Turnschuhen und Baumwollkleidung machte ich mich auf, um nach langen Univbersiäts-tagen den Büromief abzuschütteln. Ich fing an mich auf mein Diplom vorzubereiten, hatte einen Job an der Uni und ausgerechnet im 8. Semester noch extrem viel Semesterwochenstunden. Da kam mir das Laufen gerade recht, einfach mal raus und weg und durchatmen. Herrlich.
Nachdem ich am 4.6.2006 mit dem Rauchen aufgehört habe war das mit dem durchatmen tatsächlich eine Offenbarung. Und nicht nur das: Alle Wut und Verzweiflung konnte ich da rein packen und los werden.
Schnell lernte ich: Läufer grüßen sich. Fand ich eine ausgesprochen nette Geste in der mir so sehr verhassten Studien-stadt.

skillstraining
26.05.2014, 22:05
2008: der erste 10km Lauf. Ich war begeistert, wie ich immer von großen Veranstaltungen begeistert bin. In mir die Sehnsucht dazuzugehören. Ja ich war dabei, wenngleich ich niemanden kannte.
Meine Zeit war 1:02min und ganz zufrieden damit. Schnell war ich sowieso noch nie und überhaupt wollte ich nur dabei sein.

skillstraining
26.05.2014, 22:12
oh welche Leere so ein lauf doch füllen kann und wie ich die Wut und den Selbsthass weglaufen konnte. Doch es half nichts, am Ende war die Einsamkeit und die Verzweiflung immer schneller. Wie im Märchen mit dem Hasen und dem Igel.
Der Herbst kam und mit ihm die einsamen runden, völlig unterzuckert. Die frische Luft im Gesicht die mich spüren lässt, ja noch bin ich da und am Leben aber sonst war nicht viel leben. laufen laufen laufen...
laufen du bist ein A....ich wollte so gern ausruhen und stehenbleiben aber nichts da, nada, weiter immer weiter und noch viel weiter.
Nein, keine wirklichen Distanzen im Vergleich zu dem was andere so schrubben. Nur: ich aß nicht. Ich wollte nicht essen. ich wollte hungern. Hungern und Laufen. Dann: nach 6kilometern spätestens liefen die Tränen. Aus Verzweiflung, aus dem nichtstehenbleiben können. Ruhe woltle ich und aufhören zu laufen aber das durfte ich nicht nein, denn stehenbleiben hieße versagen, noch mehr versagen als ohnehin schon.
Also weiter laufen. Weiter weglaufen.

skillstraining
27.05.2014, 17:42
so. also heute will ich zum Lauftreff aber es schüttet. Ich mache mir eigentlich nicht soviel aus Regen aber es gibt eine Schmerzgrenze. Mal sehen. Ich bin auf jeden Fall unruhig und will Energie loswerden, sprich ich will laufen ich muss laufen.
Ich kann meine Lebensweise grad echt nicht ab. Ich will meinen eigentlichen Sport wieder machen weil ich nur da das Gefühl habe wirklich was getan zu haben und mich wirklich belastet zu haben und wo es wirklich flutscht. Kann ich vom Laufen leider nicht behaupten. Erstens krieg ich mich alleine nie so motiviert dass ich mein Kreislaufsystem wirklich pushe und zweitens flutscht der Laufsport ganz einfach nicht. Es ist gut, tut gut, die frische Luft und die Bewegung sind genial..aber es ist nicht ganz meins. Bin auch langsam. Ich denke es gibt ja auch sowas wie konstitutionelle Grenzen die man da spürt.
Naja.
Ich bräuchte wohl mal eine Alternative hier an diesem Ort damit ich mich wohler fühle

Fred128
28.05.2014, 09:21
Hi Schlafanfall,

interessant zu lesen, was du schreibst, und mit welcher offenen Ehrlichkeit. Zu Leipzig kann ich dir leider keine Tipps geben, aber vielleicht zum Laufen an sich. Du scheinst ein sehr leistungsorientierter Mensch zu sein, der hohe Ansprüche an sich selber stellt und immer Bestleistungen erbringen möchte. Es ist schwierig, aber versuche das doch mal beim Laufen bewusst wegzulassen. Nimm das Laufe als bewusste Auszeit vom Leistungsleisten. Laufe einfach beim Laufen, in einem Tempo, in dem du dich wohlfühlst, genieße es, genieße die Umgebung, suche dir schöne Strecken durch deine Stadt, entdecke dabei neues. Ich laufe jetzt seit 6 Jahren, ich habe viel erlebt dabei, viel entdeckt, in meinem Tempo und wie heißt es so schön: Mit dem Weg als eigentliches Ziel. :-)

Schönes Profilbild hast du übrigens, das ist doch eine Laufstrecke in Herzform, oder? Bin ich schonmal in echt gelaufen mit GPS-Aufzeichnung :-)

Gruß aus Köln, Manfred

tb15rr
28.05.2014, 10:13
....wenn ich sowas lese, frage ich mich immer, was muß falsch gelaufen sein im Leben um so zu empfinden....

skillstraining
28.05.2014, 18:07
ja der leistungsanspruch. denke schon dass es nur allzu menschlich ist, irgendetwas erreichen zu wollen. wenn es beruflich nicht klappt, dann doch aber bitteschön wenigstens privat.
und jeder der sagt dem wäre nicht so,dem glaube ich einfach nicht. :nick:

allzuviel muss gar nicht schief laufen im leben um sich schief zu fühlen. so ist das eben.

morgen früh will ich laufen, einfach für mich und mit mir. ich hoffe es macht freude und es sind noch nicht allzuviel bollerwagenjuppis unterwegs

tb15rr
29.05.2014, 15:22
...laufen sollte man ausschließlich für sich!!

skillstraining
29.05.2014, 15:48
nun der lauf war ok hat mir aber nicht den erhofften seelenfrieden verschafft. auch nicht den klarern kopf. zwischendurch hatte ich auch wieder bauchkrämpfe, so dass ich ein paar meter gehen musste. mit indenbauchatmen gings dann aber wieder einigermaßen. trotzdem heut eher lasch, keine wirkliche power. und eben: immer diese scheiß einsamen läufe.

tb15rr
29.05.2014, 16:24
"Die Einsamkeit des Langstreckenläufers"

skillstraining
29.05.2014, 16:27
ja das ist eigentlich nur gut wenn man sonst viel trubel hat

tb15rr
29.05.2014, 16:30
..ich genieße die einsamen Stunden im Wald, die mir das Laufen beschert!!

Maxelli
29.05.2014, 19:56
Hey,

du schreibst, dass du deinen eigentlichen Sport wieder machen willst. Welcher Sport ist das denn? Und wieso kannst du ihn denn nicht ausüben?

skillstraining
02.06.2014, 21:40
ich mache drachenboot. meine schönste zeit sah so aus, dass ich 3mal in der woche auf dem wasser war, einmal im wasser (schwimmen) und dann noch 2mal laufen. und jetzt ist nur noch 2mal laufen. blöd. ich fühle mich überhaupt nicht ausgelastet

skillstraining
02.06.2014, 22:16
eigentlich war gestern ein lauf geplant, ich dachte so an 7,5km mit ein bisschen Intervallen. Ich mache das ja nicht so gern, aber wie gesagt, ich habe das dringende Bedürfnis mich mal ein bisschen auszupowern. Aber leider gings mir gestern mal wieder im Bauch nicht gut und deswegen war Laufen überhaupt nicht drin.
Heute war auch kein Zeitfenster.Hoffe, dass es morgen was wird.

tb15rr
03.06.2014, 10:14
ich mache drachenboot. meine schönste zeit sah so aus, dass ich 3mal in der woche auf dem wasser war, einmal im wasser (schwimmen) und dann noch 2mal laufen. und jetzt ist nur noch 2mal laufen. blöd. ich fühle mich überhaupt nicht ausgelastet

...warum läufst du dann 3 oder 4 mal die Woche???

skillstraining
03.06.2014, 20:49
...warum läufst du dann 3 oder 4 mal die Woche???

ja kriege ich irgendwie nicht hin, weil vielleicht auch der soziale anreiz fehlt und weils eben wie gesagt nicht so flutscht.


aber heute wars geil. Ich hatte nur wenig Zeit und übelst Hunger, so dass ich eigentlich unsicher war ob so schlau ist zu laufen, habe ja immer noch die unterzuckerten Läufe in Erinnerung, aber es ging und ich war die ganze Zeit mal nicht im üblichen Schneckentempo unterwegs, Daher fühle ich mich gleich viel besser heute, auch wenn sonst wieder mal alles in meinem Leben nervt. Und nein: manchmal kann man tatsächlich einfach nichts an seiner Situation ändern (wenn man eben gewisse Dinge will) und dieses nichtsmachenkönnen ist die Hölle für mich

tb15rr
04.06.2014, 10:25
...man kann immer was machen!!!

skillstraining
10.06.2014, 11:01
...man kann immer was machen!!!

so ein kommentar war vorherzusehen. eine vorgabe und zack bekommt man sie, diese ungewollten antwortplattitüden, völlig unreflektiert dafür aber reflexhaft ausgestoßen

nein ich möchte mich nicht rechtfertigen denn jeder der ein bisschen lebenserfahrung hat, der weiß, dass es immer situationen gibt wo man zum aushalten gezwungen ist.

genug dazu.

ich hatte ein großartiges Wochenende und bin gerade sehr entspannt. noch ein paar tage Urlaub vor mir. gerade auch froh ein bisschen allein zu sein in meiner heimat wo ich mich stets weniger einsam fühle als anderswo.

gerade einen kleinen sommerlichen guten morgen lauf genossen nachdem nun schon 1 woche lauffrei war. am sonntag steht wieder ein Stadtlauf an, habe aber keine wirklichen ziele, wobei, um mal im forumsprech zu schreiben, eine sub 55 für den 10er mein kleines heimliches ziel wäre..:daumen:

tb15rr
10.06.2014, 13:24
...und meine Lebenserfahrung sagt mir, dass man immer was ändern kann... muß ja nicht das ganze Leben sein!

Viel Erfolg mit der sub 55...

skillstraining
15.06.2014, 13:18
schon beim letzten lauf am donnerstag verspürte ich eine große laufunlust und so war es auch heute. Ich bin einfach nur leer und müde und habe keine Lust zu laufen. Beim Lauf selber plagten mich dann alle wehwehchen, von der Schulter angefangen, über Seitenstechen zu den schon bekannten Bauchkrämpfen, die mich letztlich zum Gehen zwangen. Wut flammte auf, Impulse irgendwo gegen zu treten, Wut auf den Körper, der nicht tut was ich will. Dann aufmunternde Laufkollegen die mich doch wieder motivierten, so dass ich am Ende zumindest doch laufend statt gehend ins Ziel kam, aber es war diesmal wirklich kein schöner Lauf, kein Spaß, kein Event. Aber : diesmal mit Leuten und Bekannten Gesichtern und das entschädigt über vieles wenn nicht über alles.
Nun schleppt sich mein melancholisches gemüt weiter durch den Tag, das nächste Highlight steht sogleich an. Ich bin einfach nur müde und will weg, aber wohin weiß ich auch nicht. Nach Hause wäre schön, aber wo ist zu Hause?

d'Oma joggt
15.06.2014, 15:31
Nach Hause wäre schön, aber wo ist zu Hause?

Bei dir - ausschließlich bei dir!
Ganz tief in dir ist dein Zuhause.

Du wirst es finden!

Tanztigger
15.06.2014, 16:30
Hallo Schlafanfall,
Du schreibst ja schon etwas kryptisch. Was muß man denn aushalten, wenn man gewisse Dinge will? Ich finde das sehr allgemein.
Machen kannst Du natürlich etwas, Du mußt Dir nur darüber im klaren sein, was Du für Dich willst....willst Du weiterhin so traurig sein? Wenn ich mies drauf bin, dann ist mein Lauf auch oft nicht berauschend...passt dann schon. Und das schreibe ich aus eigener Erfahrung, denn mich hat mein erster Lauf vor ca. 2 1/2 Jahren dazu geführt mich endlich meinem Leben zu stellen und es dann komplett umzukrempeln.Nach diesem Lauf habe ich soviel geweint...Handeln war damals für mich die einzige sinnvolle Alternative. Seitdem begleitet mich das Laufen und es spiegelt meist meinen Seelenzustand. Leistungsorientierierung finde ich im Prinzip gut, aber beim Laufen habe ich von Zielen, die mir von außen angetragen werden Abstand genommen. Nun ja, wenn ich ganz ehrlich bin...tief in mir drin ist immer eine Sehnsucht, deren Schmerz ich beim Laufen wenigstens etwas abfangen kann. Und ohne Laufen...alles blöd.
VlG vom TT

skillstraining
16.06.2014, 18:47
kryptisch :D
ich will einer arbeit nachgehen die ich an meinem heimatort nicht finde. Ich schätzte mich glücklich als ich überhaupt eine Arbeitsstelle fand, aber eben nicht in der Heimat. Ich will so gern einen sicheren Hafen, einen Boden unter den Füßen. Vernünftigerweise zog ich in eine WG, da aufgrund der befirstung von einem dreivierteljahr es ja auch nicht lohnt sich ganz einzulassen und niederzulassen, aber es ist doch eine Qual. Ich mag das nicht. Ich vermisse meine Wohnung, die ich aufgab und meine Heimat mit meinen gewohnten Strukturen. Mein Dilemma also. Sicherlich jammern auf hohem Niveau, aber ein langes Studium in einer Stadt in der ich mich nicht wohl fühlte hat mich sehr mürbe gemacht.
Tja, ich muss handeln, das sehe ich auch. In dem einen Moment denke ich jedoch so und in dem anderen so. Das laufen, insbesondere das weglaufen schmerzlicher Gefühle in der Hoffnung einen klareren Kopf zu erhalten, funktioniert ja leider nicht so richtig.

zum gestrigen Lauf: ja es war tatsächlich abzusehen dass es nicht klappt. Meine Leistung ist so sehr schwankend wie meine Stimmungslage.

Tanztigger
16.06.2014, 22:27
Hallo schlafanfall,
Jammern auf hohem Niveau...ja das gibt's, aber es ist nun mal so, wenn es Dir schlecht geht und Du Dich mies fühlst, dann ist das so und es nutzt Dir garnichts, wenn Du Dir sagst, da gibt's doch andere Menschen, denen geht's noch schlechter. Hilft nicht. Es geht um Dich, nicht um die Anderen.Mal denkst Du so, mal so. Total normal finde ich, denn Du bist doch keine perfekte Maschine, die beständig eine Leistung erbringt. Du bist ein Mensch mit Gefühlen, Zweifeln, Hoffnung, das ist ja grad das wunderbare an uns Menschen. Weglaufen von Gefühlen ist nicht mehr möglich..es ist einfach zu stark. Wenn Du hinschaust tut es sehr weh und haut Dich fast um? Bei mir war es so. Schmerzliche Gefühle anzunehmen ist schwer, der Weg, der folgt ist oft steinig aber am Ende siehst Du immer, ja immer ein kleines Licht und dann trittst Du in den Sonnenschein. Etwas esoterisch klingt das, aber so war es bei mir. Die Arbeitsstelle habe ich damals gekündigt und hab mir eine neue Stelle gesucht. Warum vermißt Du Deine Heimat so sehr? Wo liegt Sie überhaupt? Ich bin neugierig:peinlich:ich weiß. Also vielleicht magst Du drauf antworten und von Dir erzählen. Ich stiefel jetzt in mein Bad, um ein heißes Wannenbad zu nehmen. Danach ab in die Koje! Auch Dir wünsch ich eine gute Nacht.
VlG vom TT

skillstraining
17.06.2014, 22:22
hallo tanztigger, ich bin ganz überrascht über deine warmen Worte. danke.
ich bin auf der suche nach mir noch nicht weitergekommen. ich hasse mein leben so wie ich es gerade führe, drehe mich aber im kreis weil ich keine echte idee zum handeln habe...furchtbar. und ich hatte naiverweise geglaubt dass alles erstmal gut ist wenn ich nur ertsmal eine arbeit hätte, aber pustekuchen. im prinzip geht es nun seit 2006 so dass ich nicht wirklich mich irgendwo einlassen kann weil immer die ungewissheit ist und die unplanbarkeit. ich mag nicht mehr!

heute lauftreff und auch da große unlust. nur nichthingehen ist auch keine alternative. also hingehen und ablenken versuchen.

Nestol
17.06.2014, 22:59
Also wenn du so unzufrieden bist, warum nicht ganz von vorne? Neue Stadt, neuer Job, neue Freunde?

run4myself
17.06.2014, 23:10
Schwierige Situation, in der Du steckst... da stimme ich Dir zu.
Ich frage mich nur gerade, ob dies die Ursache für Deine innerliche Krise ist.
Was glaubst Du, bei wie vielen Menschen das Leben perfekt läuft... bei wie vielen stimmt jeder Lebensbereich zu 100%? Ich glaube nicht, dass es davon so viele gibt. Dennoch stecken diese Menschen nicht alle in einer Lebenskrise.
Und umgekehrt gibt es Menschen, die nach außen hin alles zu haben scheinen... alles, was man sich nur wünschen kann... und dennoch in tiefer Leere feststecken.
Ich glaube, das Außen und das Innen berühren sich.. müssen sich aber nicht zwingend ursächlich beeinflussen.
Und doch streben wir nach immer neuen Zielen... wenn wir nur erstmal den richtigen Job gefunden haben... und dann den richtigen Partner... mehr Geld haben... dann werden wir glücklich sein. Doch mit jedem Erreichen des Ziels muss eben nicht gleichzeitig das Gefühl des Ankommens eintreten... und so muss der Marathon unter 3 Stunden gelaufen werden... und ach... was weiß ich nicht alles...
Ich glaube, das wahre Glück liegt in uns selbst... sich mit den gegebenen Bedingungen für diesen Moment zu arrangieren, zuversichtlich zu sein... und offen...

Aber wie kommt man denn nun nach Innen?
Warum nicht durch das Laufen? Das muss nichts für Jedermann sein, aber ich könnte mir vorstellen, dass es Dir hilft.... vorausgesetzt Du hörst auf, Dir eine gute Laufzeit und stattliche Laufstrecke zu verordnen- denn dann wärst Du ja wieder im Außen... und mit Äußerlichkeiten beschäftigt.
Schau nicht auf die Uhr, wenn Du gehen willst, gehe... mach es so, wie es Dir gut tut... das ist meine persönliche Empfehlung für Dich. Und esse! Ich glaube aus Deinen Zeilen herausgelesen zu haben, dass Du damit auch Probleme hast? Wenn Dein Körper etwas für Dich leisten soll, musst Du ihn gut behandeln...
Und wenn Du so zappelig bist, dann lege ich Dir gerade deshalb Autogenes Training oder besser Muskelrelaxation nach Jacobsen ans Herz. Die Krankenkassen bieten in fast allen Städten Kurse an, die für Versicherte fast kostenlos sind.
Und letztlich empfehle ich Dir professionelle Begleitung. Das ist heutzutage nun wirklich keine Schande mehr! Mach einen Termin bei Deinem Hausarzt... rede offen... und lass Dir eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten geben. Du musst da nicht allein durch...

skillstraining
18.06.2014, 20:47
Also wenn du so unzufrieden bist, warum nicht ganz von vorne? Neue Stadt, neuer Job, neue Freunde?

ich kann mit dieser hop on/off mentalität nichts anfangen und es ist weder leicht einen neuen job zu finden noch neue Freunde

skillstraining
18.06.2014, 21:01
danke run4myself für diese zeilen. es tut gut solche dinge zu lesen, differenziert und hilfreich. ich schreibe gerne, habe aber immer angst vor kommentaren wie dass ich mich zusammenreißen soll und andere haben auch probleme und ich müsse ja nur irgendwie mal das richtige machen.. . allein nur über laufen zu schreiben geht nicht da das laufen tatsächlich nmittelbar mit meinem ganzen Leben zusammenhängt und so ist das gerade.

ich wollte gern einen kurs in achtsamkeit belegen, doch hier sind die nur sehr teuer und die kasse bezahlt nicht. yoga und pmr machen mich ziemlich verrückt, so dass diese dinge tatsächlich nur im geschützten rahmen gehen. hilfe habe ich bereits nur auch schon so viele jahre mittlerweile dass ich auch das als scheitern empfinde wieder und wieder hilfe zu brauchen.

nun ist es sicher auch kein zufall dass ich mich da in eine situation verzettelt habe, denn so bin ich. nur früher hatte ich immer noch so einen plan und nnun hab ich keinen plan mehr sondern will nach hause. nur ich weiß genau dass die unruhe wieder kommt, wäre ich jetzt am richtigen ort ohne arbeit, dann würde ich auch durchdrehen weil ich mir dann so nutzlos vorkomm und der geist verkümmert.

laufen gehen lenkt gut ab und damit beschäftigen. ich will jetzt wieder längere läufe machen, weil ich da meine ruhe habe. zumindest manchmal. neue schuhe brauche ich auch, nachdem mir meine geklaut wurden. aber da ich mich ja derzeit nicht entscheiden kann, ist das schon wieder so ein problem :klatsch:

Tanztigger
18.06.2014, 22:33
Hallo schlafanfall,
das klingt ja ziemlich durcheinander für mich. Die Möglichkeit noch einmal ganz von vorne zu beginnen finde ich eigentlich ganz o.k., aber da Du Dich ja selber mitnimmst wird dann wohl erneut die Situation eintreten, die Du jetzt hast. Das ist ja echt ganz schön verzwickt bei Dir. Ich überlege.
Laufen kann ablenken, das stimmt und manchmal find ich das auch voll o.k.! Laufen kann aber auch dazu führen, das Du Dich spürst und das Du mit Dir selber allein und glücklich bist, begleitet nur von Deinem eigenen Schritt und Deinem Atem. Es kann Dich dazu bringen sich mit Dir auseinanderzusetzen...ich stimme aber run4myself zu, die Motivation und das Ziel kommt von Dir und nicht von außen.
Bist Du ohne Arbeit nutzlos? Bist Du nur etwas wert, wenn Du etwas leistest? Eine gute Arbeit zu haben ist toll finde ich, aber das ist nur ein Teil von mir. Wir sind jenseits aller Leistungen und Äußerlichkeiten Menschen , einfach Menschen, die es wert sind so geliebt zu werden, wie sie sind, eben einfach so.
Du hast Dich verzettelt..Du hast keinen Plan, Du kannst keine Kontrolle ausüben, das ist ein blödes Gefühl...kenn ich.
Ach Mensch, was soll ich sagen....wie schon bemerkt wurde ist es wichtig seinen Körper gut zu behandeln, aber es ist auch wichtig sich selbst gut zu behandeln ...
Ich wünsch Dir sehr, das Du da durchgehst und eine Lösung findest!!
Viele Grüße von mir!
Tanztigger

skillstraining
19.06.2014, 15:50
ja ohne arbeit fühle ich mich nutzlos. ich finde das auch normal und legitim, ich bin schließlich in der lage etwas zu leisten und ich möchte nach den vielen jahren des studiums auch etwas damit anstellen, ich möchte gern etwas tun und meinen intellekt oder auch die hände einsetzen. ich fühle mich ohne arbeit unwohl.und natürlich möchte ich auch geld verdienen.
es ist blöd dass ich nicht alles kriege was ich will. komme mir selber vor wie ein kleines kind was auf dem boden herumtrampelt.
das mit den neuen freunden sagt sich so leicht daher, in wahrheit ist dies ein prozess von mehreren jahren. wie soll das alles gehen mit 3-monatsvetrrägen?

skillstraining
20.06.2014, 09:55
ganz schön ärgerlich wenn diese bloginhalte plötzlich in einen mainstream-fred wiederzufinden sind und so quasi mit dem finger auf mich gezeigt wird. unangenehm.
nichtsdestotrotz:weitermachen.
ich will jetzt gleich los zu einer runde, mal sehen wie weit ich komm.

Isse
20.06.2014, 10:15
ganz schön ärgerlich wenn diese bloginhalte plötzlich in einen mainstream-fred wiederzufinden sind und so quasi mit dem finger auf mich gezeigt wird. unangenehm.



sach ma bei geht wohl grad echt einer ab..vielen dank für das durch den kakao ziehen

Somit scheint auch klar zu sein, wen du in dem betreffenden Fred meintest.

Hier ist ein Forum wo sich jeder einbringen kann. Jedoch die Netiquette sollte gewahrt bleiben und dies scheint mir bei dir eher nicht gegeben.

skillstraining
22.06.2014, 00:21
gestern hatte ich einen ganz schönen 14km-Lauf, allerdings war nur die erste Hälfte richtig schön. Ich bin durch den Wald und es gab etwas nieselregen und ich habe den Wald-Duft, den Regen und die Ruhe sehr genossen.Die zeite Hälfte führte mich dann wieder auf befahrene Wege und wieder ärgerten mich die bekannten Bauchschmerzen und dann auch noch kräftiger Regen.Am Ende war ich ziemlich entkräftet, so wie ich derzeit allgemein auch gar nicht fit bin.
Dennoch war es mal wieder ein schöner freier Tag

skillstraining
22.06.2014, 16:25
2008 war ich sehr verzweifelt. meine einsamen laufrunden, das konditionstraining vom uni-sport und nicht zuletzt das wassersporttraining waren zwar hilfreiche stützen, dennoch war ich total am ende. ich lebte in einer mir völlig fremden stadt, meine kontakte haben sich nach meinem auslandsaufenthalt in nichts aufgelöst und ich quälte mich so durch meine diplomarbeit, die ich neben meiner ganzen psychischen symptomatik eigentlich eher nebenher anfertigte.
daher unternahm ich dann anfang 2009 den versuch einer stationären psychotherapie, in einer ganz anderen stadt, 200km weit weg. auch dort spulte ich mein sportprogramm ab mit laufen gehen und schwimmen obwohl das weder besonders gern gesehen wurde noch mir besonders gut tat. aber es war wie ein zwang. meine zimmernachbarin war schwer depressiv, ständig waren die vorhänge zugezogen und sie lag nur im bett - ich hielt das nicht aus, sondern es zog mich raus.
es verging nahezu die gesamte therapiezeit bis ich ein schlüsselerlebnis hatte. ich hatte mir auf dem stadtplan ein laufziel herausgesucht, einen fluß, den ich beim durchlaufen des waldes erreichen müsste. aber ich kam da nicht hin, irgendwann war ich so entkräftet und in mir so ein hass auf mich selbst, dass ich den rückweg einschlug. völlig fertig kroch ich wieder in die klinik. meun langer ausflug blieb diesmal nicht unbemerkt. Bald schoin stand die Schwester im Zimmer und anstatt irgendwas zu sagen fragte sie mich nur: Frau X, wovor laufen sie eigentlich davon?

Diese Frage begleitet mich seiotdem, immer und immer wieder stelle ich sie mir aufs Neue. Für meinen langen Weg zu mir war es der erste entscheidende Wendepunkt. Ich begann zunächst einmal überhaupt zu meinen Symptomen hinzusehen.

Das Laufen behielt ich bei, denn die frische Luft und die Bewegung tun einfach gut.

skillstraining
23.06.2014, 19:57
gestern habe ich noch einen knapp 10km lauf gemacht. die erste hälfte war gegen starken wind. manchmal mag ich es dagegen anzulaufen, auf den ersten metern ging das auch gut. nac 25min war ich aber schon ganz schön kaputt. wieder einmal kam urplötzlich die absolute lustlosigkeit auf, so sehr dass ich mich am liebsten auf der stelle auf den boden gesetzt hätte.
das macht jedenfalls alles grad echt keinen spaß

Tanztigger
23.06.2014, 22:17
Hi schlafanfall,
die Grenze liegt bei 30 min.! Sobald ich die gelaufen bin stimmt plötzlich alles. Da ist etwas im Kopf, da machts klick und alles ist gut. Nach 30 min Laufzeit fahren bestimmte Gehirnareale runter, um Energie zu sparen und das grüblerische Denken wird dabei reduziert. Andere Gehirnareale, und zwar die stammesgeschichtlich älteren Teile, übernehmen die Kontrolle. Dann ist man eben einfach nur da, einfach existent um der Existenz willen, wegen nichts anderes.
Kannst Du den Wind eventuell als Deinen Freund betrachten? Er vervielfacht den Trainingseffekt doch. Und ist dann auch ganz normal, wenn Du dann kaputt bist, nimms hin und lauf weiter. Sei nicht sauer, wenn Du einen vorgegebenes Ziel nicht erreichst. Das alles klingt so lapidar, aber eine andere Idee habe ich nicht. Und was passiert, wenn Du Dich einfach auf den Boden setzt? Was könnte passieren? Irgendwann stehst Du auf und läufst weiter.Laufen kann viel auslösen in einem selbst...lass es zu.
TT

skillstraining
24.06.2014, 21:51
Hi schlafanfall,
die Grenze liegt bei 30 min.! Sobald ich die gelaufen bin stimmt plötzlich alles. Da ist etwas im Kopf, da machts klick und alles ist gut.
TT

ja das kenne ich gut! derzeit ist aber die generelle unlust so groß dass es nicht hilft oder aber ich dann erst richtig merke wie bescheuert es mir geht.
naja es nützt ja nichts..die schönste jahreszeit und ich voll depri..das ist so blöd

skillstraining
01.07.2014, 20:10
1 Woche lauffrei gemacht und siehe da, vorgestern fing es an, steigerte sich gesterrn und war heute kaum noch erträglich die unruhe in den beinen, die mich wieder rauszogen zum laufen. Und es hat richtig viel Spaß gemacht :)

skillstraining
07.07.2014, 19:37
die letzten beiden einheiten waren richtig gut, ich fühle mich wieder kräftiger. allerdings bekam ich gestern nach 6km läuferknie. ich hatte in der HM-vorbereitung auch schon probleme damit, seitdem aber nicht wieder. Nun tat es urplötzlich wieder weg und zwar ziemlich heftig. Was mich daran erinnert dass ich wieder versäumt habe immer shcön diese dehnübungen zu machen, die da helfen sollen :klatsch:
na ja mit dem problem stehe ich ja nicht allein da.

heute "schwimme" ich jedoch wieder emotiona. Habe fürchterlich Heimweh und frage mich wie es mir gelingen soll damit umzugehen.

skillstraining
09.07.2014, 20:08
ich möchte gern ein neues laufziel haben. einen halbmarathon noch dieses Jahr wäre schön und ein 10er, aber erstmal muss ich das mit dem Knie wieder hin kriegen und neue Schuhe kaufen :nick:

meine stimmung schwankt was sich besser und lebendiger anfühlt als die depressive starre der vergangenen wochen. daher blicke ich eingermaßen verhalten optimistisch in die welt in der hoffnung meiner lebenszeit doch noch ein paar vergnügliche minuten abtrotzen zu können

skillstraining
14.07.2014, 17:59
ohh ich habe so schrecklich heimweh. Was kann man da nur tun?
Es heißt, Menschen die kein stabiles zu Hause haben, haben eher Heimweh. Aber ja. Ich will heim, einfach nur heim

skillstraining
25.07.2014, 17:32
letztens hatte ich ein sehr gutes Gefühl beim Laufen und eine Pace von unter 6 über 30 minuten halten können. fand ich ja irgendwie großartig ;). Ich mag es auch gern im Sommer in den Morgen zu laufen..so schöööön. Leider war ich wohl zu übereifirg und hab mich langgelegt. Diese Woche bin ich mit dem Huimpelbein trotzdem ein paar Kilometer laufen gewesen, aber habe ganz schön die Quittung dafür bekommen. Jetzt muss ich wohl noch ein paar Tage ausharren ohne Laufen, obwohl es mich ganz schön juckt.
Habe mir dafür endlich mal neue Schuhe bestellt, mal sehen ob sie passen :)

skillstraining
13.08.2014, 20:38
Ich frage mich ja, ob Depression eine Krankheit ist oder vielmehr ein Zustand. Jetzt keifen sich ja wieder viele Menschen im Internet voll, weil das Thema präsent durch die Medien geistert. Die einen verneinen völlig, dass es es eine Krankheit ist, die anderen verneien völlig dass es eigene selbstverschuldete Anteile gibt. Wahrscheinlich ist die Wahrheit in der Mitte.
Mich ärgert es auch, wenn jemand sehr depressiv ist. Klar projiziere ich dann auch meinen eigenen Senf auf andere. Ich denke, man müsse sich doch nur richtig anstrengen, dann bekommt man alles hin.
Aber das stimmt eben auch nicht. Ich kann mich so sehr anstrengen, aber bei allem gibt es Grenzen. Meine kognitive Leistungsfähigkeit ist begrent und auch meine körperliche. Ich kann wirklich nicht alles nur durch pure Willenskraft erreichen, aber mir ist bewusst dass Willenskaft einen enormen Input liefern kann.

Laufen ist jedefalls immer gut, auch wenn es ganz schwer ist sich aufzuraffen, wenn man depressiv ist.

skillstraining
16.08.2014, 22:56
ohh ich vermisse das laufen. es kribbelt in den Beinen. Ich bin sporltich so unausgelastet wie seit Jahren nicht mehr. Ich versuche es auszuhalten, aber es fällt schwer.

skillstraining
10.09.2014, 21:39
Das Laufen ist mein größter und bester Skill. Skills sind Handlungen, Gedanken, Anwendungen wie auch immer die mir helfen, meine Anspannung zu regulieren. Ist die Ansoannung zu hoch dann gehts mir nicht gut. Ich höre dann alles sehr laut und alles und jeder nervt und ich möchte am liebsten um mich schlagen. Dann hilft es zu laufen. Nach ungefähr 20-30 Minuten ist das Rasen im Kopf vorbei und es geht mir bessser. Manchmal hilft es auch um wieder etwas zu spüren, dann wenn meine Welt wegrückt und ich mich von allem so abgetrennt fühle.
Schon als Kind hatte ich den Drang einfach loszulaufen. Da ich aber keine Ahnung hatte, keine Unterstützung und mich allein auch fürchtete, habe ich dies nicht weiter verfolgt. Außerdem war ich ein dickes Kind und habe schrecklich schlechte Noten im Sportunterricht bekommen, ich hatte nur immer Bewegungsdrang, den ich nie ausleben konnte und das hat sich nicht gut angefühlt.
Es ist so gut, dem nachgehen zu können. Ich fühle mich wirklich so viel besser wenn ich mich auspowern kann. Allein gelingt es mir wirklich nicht gut, deswegen ist ein Verein schon gut. Nur bei den Läufern fühle ich mich recht unbedarft, Irgendwie hat da Laufen für mich einfach etwas recht emotionsbestimmtes, natürliches. Ich mag es loszulaufen wenn es in den Beinen kribbelt ohne dass ich das vorher genau geplant habe. Ich mag den selbstauferlegten Druck nicht, wenn ich bei einem Wettkampf mitmache.

skillstraining
17.09.2014, 18:03
derzeit 'läuft' es in meinem Leben nicht gerade gut. Manche getroffene Entscheidung ist eben die falsche, aber sicherlich lässt sich vieles korrigieren. Es dauert eben und zerrt an den Nerven. Ich hab ein paar Kilo an Gewicht verloren ohne dass ich es wollte, aber essen macht grad keinen spaß. Nun bin ich dadurch auch schwach, habe mein ganzes Leistungsniveau eingebüßt. Ich find es schade, ja.

skillstraining
24.09.2014, 20:57
Gestern hatte ich wieder einen schönen Lauf und schnell, aber ich weiß nicht wie schnell, da der Akku von der Uhr alle war. Aber eben schnell. für mich ;) Ich mag auch die kühleren Temperaturen jetzt, die sind sehr angenehm zum Laufen.

Tja ansonsten ist meine Lebenssituation sehr krass. Alles was Sicherheit bedeutet ist hinüber.

Lilly*
24.09.2014, 21:48
Mir gehen eine Menge Gedanken durch den Kopf, wenn ich mir das hier so durchlese..

Das ist erst einmal dieses "heimatlos-Gefühl", dass ich sehr gut nachvollziehen kann.
Auch ich bin in eine völlig fremde Stadt gezogen, aufgrund der Jobsituation. Es fühlt sich nicht gut an, weg von der Heimat, der bekannten Umgebung, der Familie und den Freunden zu sein. Nun ist das natürlich kein Grund, in eine richtige Depression zu verfallen und die hat skillstraining meines Erachtens, wenn ich diese Zeilen hier lese. Nach einiger Zeit lernt man auch seine neue Stadt kennen. Man weiß, wo der nächste Bäcker ist, man verläuft sich nicht mehr so schnell, kennt den Weg zur Arbeit in- und auswendig und hat auch ein paar neue Bekannte, mit denen man was unternehmen kann. Ich komme hier gut zurecht und habe meine neue Stadt lieben gelernt und fühle mich hier wohl. Trotzdem ist das immer dieses unterschwellige "nicht-zuhause-sein-Gefühl", was mich verdeckt unter ein paar Schichten immer begleitet. Ein Beispiel: Seit Jahren (seit meinem Einzug) hängt im Bad eine nackte Glühbirne am Kabel. Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, mal eine richtige Badezimmerlampe zu kaufen und zu montieren. Immer, wenn ich Zeit dazu habe, hält mich folgender Gedanke davon ab, wirklich ins Geschäft zu gehen und eine zu kaufen und zwar folgender: "Dies ist nicht mein richtiges Zuhause. Hier habe ich nicht wirklich das Zuhause-Gefühl, deshalb werde ich wohl nicht ewig hier bleiben. Soll ich dann das Geld und die Mühe wirklich noch hierfür investieren? Wozu?" Das heißt, dass dieses "Nicht-zuhause-sein-Gefühl" sich schon in dummen alltäglichen Kleinigkeiten bemerkbar machen kann. Kein schönes Gefühl. Allerdings hat man es selber auch in der Hand. Wäre ich bereit, hier meine Wurzeln zu schlagen, würde sich das zuhause-Gefühl vielleicht auch irgendwann einstellen. Solange ich nicht bereit bin, zu investieren, wird es auch so bleiben. Vielleicht sollte ich also doch die Badezimmerlampe kaufen, als erster symbolischer Schritt, dies als mein Zuhause zu betrachten und auch entsprechend dafür zu sorgen.

Zweitens: Irgendwo war die Rede davon, dass alles so unplanbar ist, dass du das Bedürfnis nach einem festen Plan hast. Einen Plan haben wollen, bedeutet: sich Sicherheit schaffen wollen. Nun ist der eine Mensch sicherheitsbedürftiger als der andere, klar. Aber jeder Mensch möchte grundsätzlich Sicherheit. Warum gibt es denn für alles Verträge? Zur Sicherheit. Stellt euch vor, wie es wäre ohne Mietverträge oder Mietschutz und als Leiharbeiter? Wenn man nie wüsste, ob man morgen die Wohnung räumen muss oder ob man morgen noch Arbeit hat? Ich habe die Sicherheit, dass ich auch morgen noch ein Dach über dem Kopf habe, wo ich schlafen kann und dass man mich morgen um 8 wieder im Büro erwartet. Jetzt ist das nicht das Problem des TE, aber das macht deutlich, wie sehr wir doch alle einen Hang zur Sicherheit und Planbarkeit haben, sonst würde man nicht für alles Gesetze, Regeln und Verträge machen. Der Mensch scheint es zu brauchen. Trotzdem sollte man sich bei allem ganz klar folgendes ins Hirn einhämmern: Die einzige Konstante im Leben ist, dass es keinen Konstante gibt!! Es gibt ja auch das schöne Zitat: "Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mache Pläne." Klar sind Pläne vernünftig. Plane deine Zukunft, plane deine Karriere. Aber lass dich nicht davon in eine Depression stürzen, wenn ein Plan nicht funktioniert, das Leben auf und ab geht und dir Hürden im Weg stehen. Denn das ist das Leben! Es ist niemals konstant. Das alles gehört einfach dazu, für jeden von uns. Versuche, es spielerischer zu betrachten. Hindernisse sind nichts, was man nur aus dem Weg räumen müsste und dann wäre das Leben ab da super. Hindernisse gibt es immer wieder. Die gehören dazu.

Dann haderst du mit "falschen Entscheidungen" im Leben. Gibt es eigentlich ein Paralleluniversum, in dem du schauen kannst, ob die andere Entscheidung die richtige gewesen wäre? Wie das Leben gewesen wäre, hättest du dich anders entschieden? Nein, das gibt es nicht. Lass es besser sein, mit dir und angeblich falschen Entscheidungen zu hadern. Es bringt nichts. Ein paar Gedankenanregungen dazu: Ich bin mal einige Minuten später als geplant von zuhause losgekommen, weil ich meinen Autoschlüssel nicht finden konnte. Was ist passiert? Als ich dann endlich im Auto saß, auf der Autobahn, war kurz vor mir ein schwerer Unfall passiert - Vollsperrung. Ich kam so dermaßen zu spät, dass ich einen wichtigen Termin verpasst habe. Jetzt kann man fürchterlich wütend darüber sein, dass man so schusselig war und nicht früher los konnte. Ich habe mir aber gedacht: "Hey.. wäre ich ein paar Minuten eher losgefahren, hätte ich es sein können, die in diesen schweren Unfall geraten wäre." Du weißt also nie, wie es anders ausgegangen wäre, hättest du dich anders entschieden. Das ist deine persönliche Betrachtungsweise.
Meine Betrachtungsweise rührt daher, weil meine Mutter mir vor zig Jahren mal folgende Geschichte aus dem Krieg damals erzählt hat. Sie war 6 Jahre alt. Es gab Gerüchte, dass Bomber unterwegs sind, um die Stadt zu bombardieren. Es gab an dem Abend nur noch einen einzigen Zug, der aus der Stadt fuhr. Mit dem wollte meine Oma mit meiner Mutter ( sie war 6 Jahre zu dem Zeitpunkt) flüchten. Meine Oma hatte schnell das Nötigste gepackt, nahm das Kind an die Hand und Dauerlauf zum Bahnhof. Meine Mutter sträubte sich heftig, heulte und schrie, weil sie ihre Lieblingspuppe vergessen hatte. Also ab zurück. Sie haben den Zug ganz knapp verpasst. Meine Mutter erinnert sich noch heute, wie wütend meine Oma auf sie war und wieviel Schelte sie bekommen hat. Ausgang des Ganzen: Der Zug wurde bombardiert, viele Tote, viele Schwerverletzte. Du weisst also nie, ob eine andere Entscheidung nicht etwas anderes Ungutes nach sich gezogen hätte.

Und zuguterletzt: Man muss ja nicht immer vor etwas weglaufen. Man kann auch auf ein Ziel hinlaufen.

skillstraining
24.09.2014, 22:57
hallo lilly, das sind ja viele Gedanken, ich bin ganz überrascht :)
ich möchte mal kurz drauf antworten. ja ich bin depressiv, habe mich aber bewusst entschieden hier zu schreiben, da ein depressionsforum ganz fürchterlich runterziehen kann, und ich finde das nur schwer aushaltbar.
sicherheit ist elementar ja. im moment weiß ich nicht wo ich in einem monat wohnen soll, da ich hier ausziehen muss. ich weiß nicht wo ich ab januar arbeite oder ob ich arbeitslos bin. und meine beziehung steht in den letzten zügen. dazu bin ich getrennt von meinem sportverein der mir viel halt und sicherheit gegeben hat. daher schrieb ich "krass", weil das ist jetzt gerade echt alles ein bisschen viel.
Das mit den Entscheidungen meinte ich ein bisschen anders. Eher so, etwas zu spüren und trotzdem anders zu handeln. Ich bin jetzt also wegen eines 9-Monatsvertrages in eine andere Stadt gegangen und spüre und merke wie ich soviel Heimweh habe. Falsch ist hier, dass ich mich gegen mein Gefühl entscheide. Richtig für meinen Kopf, der vernünftigerweise sagt, dass ich eben da hingehen muss wo es die arbeit gibt. meine seele reagiert mit depressivität, is ja klar. Ich bin so sehr heimatverbunden, dass ich mir tatsächlich hier kein Leben aufbauen will, wie soll das auch gehen, wenn ich von der arbeit her nicht planen kann. um sich heimisch zu fühlen, um zu investieren,muss doch wenigstens ein sicherheitsapsekt erfüllt sein oder?

Lilly*
24.09.2014, 23:28
hallo lilly, das sind ja viele Gedanken, ich bin ganz überrascht :)
ich möchte mal kurz drauf antworten. ja ich bin depressiv, habe mich aber bewusst entschieden hier zu schreiben, da ein depressionsforum ganz fürchterlich runterziehen kann, und ich finde das nur schwer aushaltbar.

yep, ich bin kein Psychologe, nur ein absoluter Laie, aber das ist oft mein Reden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Depressiven nach einem Klinikaufenthalt besser gehen soll, wenn sie monatelang rund um die Uhr mit anderen Depressiven zusammengehangen haben. Jeder weiß, dass man sich Verhaltens- und Denkweisen seiner Umgebung (egal ob bewusst oder unbewusst) abschaut. Mit fröhlichen oder enspannten Menschen Kontakt zu haben, hilft wohl eher, bestimmte negative Muster abzulegen, bzw. durch positive zu überlagern, um neue Synapsen zu schalten.

Zu dem Rest: Ja, es ist alles ein bischen viel aufeinmal, was du so beschreibst. Das Leben besteht aus mehreren Säulen (z.B. Finanzen/Beruf, Familie, Freunde, Partnerschaft, Gesundheit). Ich glaube, es gibt kaum einen Menschen auf der Welt, bei dem alle Säulen stabil oder gesund sind. Irgendeine Baustelle im Leben hat man immer, ob man grad finanzielle Probleme hat oder die Partnerschaft wankt. Und damit kann man auch meistens irgendwie klar kommen. Schlimm wird es dann, wenn zuviele Säulen gleichzeitig schwanken oder gar einbrechen. Und vor allem: Selbst, wenn man sich nicht entmutigen lässt und die positiv die Ärmel hochkrempelt: Man kann oftmals so viele Baustellen gleichzeitig gar nicht wuppen. Was also tun?

Bei einer Freundin waren mal alle Säulen gleichzeitig eingestürzt: Keinen Job, krank, Schulden, Single, Ärger mit der Familie, Freunde haben sich nicht mehr gemeldet. Der konnte man in dem Moment gar nicht mehr dazu raten: arbeite deine Baustellen weg und baue die Säulen nach und nach wieder auf. Das war schlichtweg zuviel aufeinmal. Der konnte man in dem Moment einfach nur dazu raten: Schau, dass die jetzige Lage nicht noch mehr Baustellen aufwirft, z.B. Finanzen klären wg. Arbeitslosigkeit. Oder nicht weiteren Streit mit der Familie provozieren. Sowas in der Art.

Aber bei dir glaube ich, ist es noch nicht so krass. Nimm doch mal ein Blatt (geht auch super in Excel) und schreib dir deine Säulen auf und was da jeweils momentan eine Baustelle ist. Oder auch, wo du siehst, dass sich eine Baustelle nähern könnte, z.B. JOB -> AB JANUAR.
Dann schreib unter jede Säule, wie deiner Ansicht nach das optimale wäre, wenn du dir einen Zustand wünschen könntest. Wie wäre es perfekt? Und dann als zweites darunter dein persönliches Mindestziel: Wie müsste es mindestens hinzubekommen sein, damit du damit überhaupt bereit bist damit zu leben? Das nur mal so als Standortbestimmung.

Danach gehts an die Umsetzung. Was könntest du tun, um das umzusetzen? z.B. monatlich mindestens 1 Stunde pro Tag in Stellenbörsen surfen und mindestens X Bewerbungen pro Woche. Du kannst die Ziele auch in kurzfristig - mittelfristig und langfristig einteilen. Z.B.: Kurzfristig muss ich dafür sorgen, dass irgendeinen Job haben werde. Mittelfristig möchte ich die oder die Schulung/Weiterbildung machen und langfristig möchte ich eine Stelle als XY. Irgendwie sowas. Das kann man für jede Säule tun. Ziele definieren in Wunsch-Ziel und Mindestziel. Und aufteilen in kurz-, mittel- und langfristig.

Ja, und dann? Dann ist noch nichts anders als zuvor! Du bist immer noch in derselben Lage. Aber war das umsonst? NEIN!
Denn dann hast du einen Plan! Und du liebst Pläne, du brauchst Pläne, oder? Pläne geben Sicherheit. Pläne geben das Gefühl, etwas unter Kontrolle zu haben. Pläne geben das Gefühl, dass man nicht ganz hilflos dem komischen Auf und Ab, was sich Leben nennt, gegenüber steht.

Und durch kurz-, mittel- und langfristig nimmst du dir auch den Druck, dass alles sofort hier und jetzt klappen muss. Ist wie beim Laufen. Will ich den Marathon schaffen, plane ich erst zeitliche Etappenziele: 10er, Halbmarathon, Marathon. Der Vorteil an dem ganzen ist auch: Du kannst diesen Plan regelmäßig rauskramen. Du kannst z.B. monatlich oder halbjährlich oder einmal im Jahr zum Revue passieren an Silvester einen Blick auf den Plan werfen und prüfen, ob du noch auf Kurs bist. Ob die Etappenziele noch passen oder zeitlich verschoben werden müssen. Oder ob sich mittlerweile deine Ansichten zu einer Sache geändert haben und du irgendein Ziel ändern willst.

Lilly*
24.09.2014, 23:43
Das mit den Entscheidungen meinte ich ein bisschen anders. Eher so, etwas zu spüren und trotzdem anders zu handeln. Ich bin jetzt also wegen eines 9-Monatsvertrages in eine andere Stadt gegangen und spüre und merke wie ich soviel Heimweh habe. Falsch ist hier, dass ich mich gegen mein Gefühl entscheide. Richtig für meinen Kopf, der vernünftigerweise sagt, dass ich eben da hingehen muss wo es die arbeit gibt.

noch was vergessen: Das, was du da beschreibst ist ganz einfach und natürlich! Du hast alles richtig gemacht!
Das nennt sich ganz schlicht und einfach: Ziel-Kollision! :nick:

Es gibt Ziele, die kollidieren miteinander.
Da kann man nichts machen. Das ist kein richtig und falsch. Da kommt es drauf an: Was ist wichtiger und vorrangig?
Ziel A: Ich möchte nebenbei ein Studium machen.
Ziel B: Ich will 5x die Woche laufen gehen.
Manche Ziele lassen sich dann vereinen, z.B. ich gehe morgens vor der Arbeit joggen. Und manche Ziele sind eben nicht vereinbar: Ich schaffe es morgens auch nicht, wenn ich von 8-17 Uhr arbeiten muss und von 18-22 Uhr in der Abendschule hocke.

Bei dir kollidiert das auch. Du wolltest nicht aus der Stadt raus, aber du brauchtest einen Job.
Wenn sich absolut keine Lösung dafür findet, wie man beide Ziele vereinen kann, dann muss man sich für das wichtigere entscheiden. Da ich vermute, dass du keine Million auf dem Konto hast und du arbeiten musst, um Geld zu verdienen, war die Entscheidung also goldrichtig! Du hast dich für die existenziell wichtigere Sache entschieden. Alles richtig gemacht! :daumen:

Was meinst du mit "etwas zu spüren, aber trotzdem anders zu handeln"? Stell dir vor, du hättest andersrum gehandelt. Dann hättest du zwar kein Heimweh, aber du würdest vielleicht arbeitslos rumsitzen. Dann wärst du unglücklich und würdest dir denken: "Ach je, wäre ich mal in die andere Stadt gegangen, dann hätte ich das Problem jetzt nicht."

Also, wie du es drehst und wendest. Es nützt ja nichts. Du hattest eine Zielkollision, du musstest dich entscheiden und du hast dich aufgrund der Prioritäten goldrichtig entschieden.

skillstraining
25.09.2014, 16:02
hallo Lilly, vielen Dank für den Post. Ich fühle mich gerade so ein bisschen weniger allein :). Danke :)

Das mit der Zielkollission gefält mir ausgesprochen gut. Un ja nüchtern betrachtet ist es logisch, dass ich jetzt hier sitze an dem Ort wo ich eine Arbeit gefunden habe. Ich bin jetzt genau da wo ich hinwollte und wenn die Rahmenbedingungen nicht so katastrophal wären, könnte ich mich vielleicht auch mehr drüber freuen.
So bleibt es immer einfach astrengend. Leider.
Nun meine Zielvorgaben sind: Wohnung finden, in 1 Monat umziehen, mir selber die Daumen drücken dass mein Vertrag verlängert wird, und dann erstmal in Urlaub fahren :)
Kein Lauf mehr dieses Jahr, es bringt einfach niczhts. Trainieren kann ich wenn ich sonst nichts zu tun hab.

skillstraining
26.09.2014, 20:49
so jetzt hab ich wohl eine Wohnung klar, aber es fühlt sich nicht gut an. Ich will heim

Lilly*
26.09.2014, 23:12
Vielleicht täte dir Laufen doch ganz gut. Dann hast du nicht so viel Zeit zum Grübeln. Und je nach Einheit kann man so geschafft sein, dass man froh ist, wenn man in Ruhe auf dem Sofa liegen kann.

d'Oma joggt
27.09.2014, 14:44
Vielleicht täte dir Laufen doch ganz gut. Dann hast du nicht so viel Zeit zum Grübeln. Und je nach Einheit kann man so geschafft sein, dass man froh ist, wenn man in Ruhe auf dem Sofa liegen kann.

Das Grübeln geht bei uns Depressiv Erkrankten IMMER

skillstraining
27.09.2014, 18:40
ich war heut den ganzen Tag draußen auf and am wasser beim lieblingssport in der sonne...perfekt :) dass ich gerade derbe depresiv bin merke ich, dass ich solche schönen tage auch erlebe wie neben mir stehend und kein wirklich gutes gefühl ankommt., das ist so schade :( ich denke ich werde wieder medikamente nehmen, sehe gerade keine andere möglichkeit aus diesem neuen tief rauszukommen. es ist echt zum schreien, wieso geht mir das nur immer und immer wieder so..ich weiß nicht was ich noch machen soll.


laufen ja. es ist wirklich gut. aber was für mich wesentlich besser wäre sind soziale kontakte denke ich

oh ich schäme mich gerade hier zu schreiben. ich habe angst dumme sprüche zu kriegen,diese in der art: krieg ma deinen arsch hoch und so weiter.

und ich habe so ein gefühl dass meine arbeit nicht verlängert wird, dann habe ich zwar eine wohnung in einer stadt in der ich mich nicht recht wohl fühle aber keine arbeit. wie ich das aushalten soll?

Lilly*
27.09.2014, 18:47
Naja, wenn hier ein blöder Spruch kommt, dann höchstens, dass es sich um ein Laufforum handelt und es hier eigentlich nicht ums Laufen geht. Aber wir haben ja schon festgeshalten, dass es deutlich besser für dich ist, sich in solchen Foren rumzutreiben statt im Depressionsforum. Und es ist ja auch niemand gezwungen, deinen Faden hier anzuklicken und zu lesen. Deshalb kannst du dich eher entspannen. Und selbst, wenn mal ein blöder Spruch kommt: auch die gehören zum Leben dazu.

"Arsch hoch kriegen" ist zwar immer leicht gesagt, hilft in solchen Momenten auch überhaupt nicht, aber genau so wenig hilft es ja, wenn jemand den Kopf tätschelt und sagt: "ach ja, ist wirklich alles furchtbar."

Im Grunde genommen ist es bei dem Krankheitsbild völlig egal, was die Außenwelt dir sagt. Das ist ein Käfig, den man nur von innen öffnen kann.

skillstraining
27.09.2014, 19:07
dann hoffe ich mal dass ich den schlüssel finde, im moment ist mir völlig schleierhaft wie ich das anstellen soll.

Lilly*
27.09.2014, 19:16
Die einzige Konstante im Leben ist, dass es keine Konstante gibt.

Das Leben wird sich immer verändern! Wenn man in einer schönen Lebensphase steckt, ist das kein schöner Ausblick - die Vorstellung, dass es nicht immer so bleiben wird. Aber wenn man in einer traurigen Lebensphase steckt, ist das der positive Punkt: Es kann und wird nicht immer so bleiben.

Auch, wenn du momentan den Schlüssel nicht findest: Das Leben wird sich zwangsläufig ändern. Und irgendwann bist du in einer anderen Phase. Entweder kannst du in die Heimat zurückkehren, weil du da doch einen Job findest. Oder du fühlst dich doch irgendwann wohler, hast ein festes soziales Umfeld gewonnen oder oder oder. Es gibt zig Möglichkeiten. Man muss "nur" durch die Phase durchgehen. Dafür bedarf es einerseits Geduld und andererseits den nötigen Biss, sich nicht klein kriegen zu lassen. Und die besagte Prise Hoffnung, dass es nicht immer so bleiben wird.

P.S.: Darf ich mal fragen, wie alt du bist?

dicke_Wade
27.09.2014, 21:11
oh ich schäme mich gerade hier zu schreiben. ich habe angst dumme sprüche zu kriegen,diese in der art: krieg ma deinen arsch hoch und so weiter.
Wer so was schreibt hat keine Ahnung. Auch wenn das hier ein Forum ist, so ist es hier, wie Lilly auch schon schrub, dein Blog. Wem es hier nicht gefällt, der braucht hier nicht lesen.

Was ich dir aber schrieben kann ist, du bist beiweitem nicht allein, selbst unter Läufern nicht. Du bist nicht daran schuld, dass du depressiv bist. Es ist eine Krankheit, die nahezu jeden treffen kann. Da du hier aber öffentlich schreibst, gehst du schon damit um und das finde ich gut. Wenn dir die Medikamente helfen, dann nimm sie. Dazu sind sie da. Wenn du die Kraft dazu hast, dir noch sonst wie Hilfe zu suchen, dann tu das. Wenn du sie nicht hast, dann gräme dich nicht. Annem anderen Tag hast du sie vielleicht. Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig mit meinen Worten helfen.

Gruss Tommi

skillstraining
28.09.2014, 01:38
danke Euch für die Kommentare :).
Ich denke es ist wie so ein Lauf. Für den einen läuft es trotz womöglich optimaler Bedingungen gar nicht gut, für den anderen umso besser. Also ich denke es liegt ganz viel an der Sichtweise und Dinge leichter zu nehmen.
Ich denke auch viel darüber nach ob Depression eine Krankheit ist. Da ich diese Erklärung irgendwie nicht akzeptieren kann, ist es für mich vielleicht auch schwer damit zurecht zu kommen. Aber weglaufen kann ich dieses bleierne Gefühl auch nicht.
Ich merke richtig wie das schreiben schon zu nichts mehr führt, weil ich einfach mal im Sumpf stecke. Boah wie das alles nervt.

Ich habe hier im Forum mal die Suchfunktion betätigt und ältere Beiträge zu Laufen und Antidepressiva gefunden. Für mich ist Laufen ja schon ein Gutes Hilfsmittel um im Alltag zurecht zu kommen. Warum reicht das nicht?

Lilly*
28.09.2014, 02:06
Kann da jemand auch nicht schlafen wg. der Grübelfalle?:zwinker5:

cappucino15
28.09.2014, 12:36
@skill: ich weiß schon, dass viele Leute Angst haben davor, Medikamente zu nehmen. Ich oute mich hier mal: Mich hats vor einigen Jahren auch mal erwischt. Da ist mein Leben um mich rum auch komplett zusammen gebrochen. Die Medis haben mich aber wenigstens soweit wieder hergestellt, dass ich mein Leben wieder ordnen konnte. Kinder waren auch im Spiel, die konnten eine "funktionsunfähige" Mutter in der Zeit überhaupt nicht brauchen. Es hat eine Zeit gedauert, aber je mehr ich alles wieder im Griff hatte, desto weniger hab ich die Medis gebraucht, bis ich sie dann weglassen konnte. Daran ist imho überhaupt nichts Ehrenrühriges. Moderne Medis machen übrigens auch nicht süchtig. Sie sind natürlich auch kein Allheilmittel, eine Therapie oder sonst eine professionelle Unterstützung gehört schon dazu. Insofern ist es eine überlegenswerte Sache. Red mal mit dem Doc Deines Vertrauens darüber. Durch Zuwarten müssen sich Depris nämlich leider nicht zwangsläufig wieder geben. Ich wünsch Dir was!

skillstraining
28.09.2014, 12:38
Kann da jemand auch nicht schlafen wg. der Grübelfalle?:zwinker5:

hat sich das grübeln noch nicht gegeben? ich schlafe wochentags sehr schlecht ein, aber am wochenende gehts

skillstraining
28.09.2014, 12:44
@skill: ich weiß schon, dass viele Leute Angst haben davor, Medikamente zu nehmen. Ich oute mich hier mal: Mich hats vor einigen Jahren auch mal erwischt. Da ist mein Leben um mich rum auch komplett zusammen gebrochen. Die Medis haben mich aber wenigstens soweit wieder hergestellt, dass ich mein Leben wieder ordnen konnte. Kinder waren auch im Spiel, die konnten eine "funktionsunfähige" Mutter in der Zeit überhaupt nicht brauchen. Es hat eine Zeit gedauert, aber je mehr ich alles wieder im Griff hatte, desto weniger hab ich die Medis gebraucht, bis ich sie dann weglassen konnte. Daran ist imho überhaupt nichts Ehrenrühriges. Moderne Medis machen übrigens auch nicht süchtig. Sie sind natürlich auch kein Allheilmittel, eine Therapie oder sonst eine professionelle Unterstützung gehört schon dazu. Insofern ist es eine überlegenswerte Sache. Red mal mit dem Doc Deines Vertrauens darüber. Durch Zuwarten müssen sich Depris nämlich leider nicht zwangsläufig wieder geben. Ich wünsch Dir was!

Hallo cappu, nimmst Du jetzt noch welche?ja ich finde es an sich auch wunderbar, dass es die Medikamente gibt. Als ich das erste Mal AD nahm, war es irgendwann so wie in der Werbung eines Waschmittelherstellers, plötzlich war der Grauschleier weg. Es ist ja überhaupt ertsmal noch gar nichts anders, aber es ist grundlegend ein beständigeres Gefühl da. Ich habe bishger zwei ADs gehabt, nur Anfang des Jahres abgesetzt, weil es eben doch immer Nebenwirkungen gibt, die sehr nervemn
Ich hatte nochmal ein drittes verschrieben bekommen, das hat mir aber körperlich so eine Schwäche verursacht, dass ich nicht mehr laufen gehen konnte, und das ist ja mal völlig inakzeptabel.
Tja, schauen wir mal. Was mich so sehr betrübt ist nicht so sehr dass ich mal so eine Phase habe, sondern dass ich mein ganzes Leben lang immer wieder Phasen habe und diese sich in den letzten Jahren verdichten

d'Oma joggt
28.09.2014, 14:29
erst als ich für mich akzeptiert hatte, das Depression nicht heißt:" die hat einen an der Klatsche, die ist nur faul, die soll sich einfach nur mal zusammenreißen und den Arsch hochbekommen", sondern die Erkrankung wie eine Stressfraktur der Seele ist, da konnte ich mich auf eine adäquate Behandlung einlassen.
Welche dann ohne AD wegen fehlender Konzentration auch nicht funktioniert hätte.
Habe ca. 6 verschiedene AD "ausprobieren" dürfen bis ich "mein" AD hatte. Dies konnte nach ca 8 Jahren abgesetzt werden.
Mir geht es jetzt recht gut - aber ich lebe mit meiner Depression.
Ich habe sie akzeptiert, sie gehört (wie z.B. ein Diabetes) zu mir. Ich passe auf sie auf, beobachte und wenn sie übermütig wird muss ich zum Psychiater. Diabetiker müssen auch zum Doc.
Schlafstörungen habe ich zur Genüge, aber nicht nur wegen Depression, sondern auch wegen 3-Schichtenarbeit.
Wünsche dir ganz viel Kraft
Mir hat geholfen alles Positive aufzuschreiben und in meine "Schatzkiste" zu legen.
Es war am Anfang extrem wenig - gerade diese Texte/Bilder/Gegenstände sind mir aber noch immer seeehr wichtig.

skillstraining
28.09.2014, 20:00
hallo oma, danke für den ermutigenden Beitrag. Ich denke ich werde noch einmal an meiner Einstellung zu meiner Depressivität arbeiten und dann mal schauen was ich für mich noch rausholen kann. Ich habe auch schon einmal angefangen, Freude-Momente zu sammeln, aber ich bin bei solchen dingen konsequent inkonsequent. Vielleicht wäre es hilfreich, die dinge am laptop oder handy aufzuschreiben, da bin ich ja viel öfter zugegen als mit papier und stift. Derzeit versuche ich auch wieder mich zu konzentrieren, den Augenblick zu leben.

Dieter-58
28.09.2014, 21:34
Als ich das erste Mal AD nahm, war es irgendwann so wie in der Werbung eines Waschmittelherstellers, plötzlich war der Grauschleier weg.

Das hört sich eher nach einem Medikament aus den Benzodiazepenen an, die wirken i.d.R. schnell und bei fast allen Patienten, darf man aber nur kurze Zeit nehmen, da man sonst abhängig wird und dann immer höher dosieren muß.


Ich habe bishger zwei ADs gehabt, nur Anfang des Jahres abgesetzt, weil es eben doch immer Nebenwirkungen gibt, die sehr nervemn
Ich hatte nochmal ein drittes verschrieben bekommen, das hat mir aber körperlich so eine Schwäche verursacht, dass ich nicht mehr laufen gehen konnte, und das ist ja mal völlig inakzeptabel.

Es gibt eine Vielzahl von ADs und leider ist es nach vor Stand der Forschung, das nur vage Vorhersagen möglich sind, welches AD bei welchem Patienten am besten wirkt, das muß man fast immer ausprobieren. Wichtig ist dabei, das die meisten ADs einige Wochen brauchen bis die Wirkung einsetzt (anders als bei den Benzodiazepenen), diese Zeit muß man durchstehen.

Ich wünsche alles Gute,
beste Grüße
Dieter

cappucino15
28.09.2014, 23:11
@skill: nein, ich nehme schon lang nix mehr. einmal nach dem großen schub hatte ich noch einen kleinen, da hab ich "reste verzehrt", aber das war nach kurzer zeit vorbei. ich würde mich allerdings nicht scheuen, wenn es mich dann doch mal wieder erwischt, wieder medis zu nehmen. hatte allerdings einen serotonin-aufnahme-hemmer, da muß man sich ein- und auch wieder ausschleichen. hat bei mir allerdings trotzdem schnell gewirkt. diese machen übrigens nicht abhängig. ich persönlich hatte auch überhaupt keine nebenwirkungen.

trau dich ruhig, mit deinem doc darüber zu reden. ich finde, es ist schade um die lebenszeit, die man in diesem gefängnis verbringt. wir reden hier ja nicht von ein paar miesen tagen, sondern von wochen und monaten....

Lilly*
28.09.2014, 23:15
Du siehst jedenfalls anhand der Antworten, dass du damit nicht alleine bist. Vielen Menschen geht es wie dir oder ging es so. Man kann also auch da raus kommen.

dicke_Wade
29.09.2014, 01:44
erst als ich für mich akzeptiert hatte, das Depression nicht heißt:" die hat einen an der Klatsche, die ist nur faul, die soll sich einfach nur mal zusammenreißen und den Arsch hochbekommen", sondern die Erkrankung wie eine Stressfraktur der Seele ist, da konnte ich mich auf eine adäquate Behandlung einlassen.
Das finde ich ja mal eine treffende Umschreibung :daumen:


Du siehst jedenfalls anhand der Antworten, dass du damit nicht alleine bist. Vielen Menschen geht es wie dir oder ging es so. Man kann also auch da raus kommen.
Genau, es gibt ein Leben nach der Depression und auch du wirst es schaffen @skill :) Und wenn dein Glaube daran nachlässt, dann helfen wir dir ;)

Gruss Tommi

cappucino15
29.09.2014, 12:25
Genau, es gibt ein Leben nach der Depression und auch du wirst es schaffen @skill :) Und wenn dein Glaube daran nachlässt, dann helfen wir dir ;)

Tommi, so isses.! Und skill, halt uns auf dem Laufenden, bitte!

skillstraining
29.09.2014, 20:21
Das hört sich eher nach einem Medikament aus den Benzodiazepenen an, die wirken i.d.R. schnell und bei fast allen Patienten, darf man aber nur kurze Zeit nehmen, da man sonst abhängig wird und dann immer höher dosieren muß.
r


hier habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. die Wirkung setzte nicht "plötzlich" ein, sondern es dauerte 2-3 Wochen. Dann aber erschien mir die Welt einfach klarer, heller, freundlicher. und nein, bitte keine Mutmaßungen darüber was ich da genommen habe, es war ein AD (SSRI)

skillstraining
29.09.2014, 20:23
Das finde ich ja mal eine treffende Umschreibung :daumen:


Genau, es gibt ein Leben nach der Depression und auch du wirst es schaffen @skill :) Und wenn dein Glaube daran nachlässt, dann helfen wir dir ;)

Gruss Tommi


ich denke mal, für mich ist es ein Leben mit ihr. Aber es wird wieder besser werden, ganz bestimmt

skillstraining
29.09.2014, 20:24
Du siehst jedenfalls anhand der Antworten, dass du damit nicht alleine bist. Vielen Menschen geht es wie dir oder ging es so. Man kann also auch da raus kommen.

ich persönlich mag den vergleich mit anderen menschen ja nicht so, da mir dies so gar nicht hilft. Aber es nimmt natürlich die Scheu Hilfe zu suchen. Oh man ich bin echt eine Last für das Gesundheitssystem

skillstraining
29.09.2014, 20:37
aber: durch das schreiben hier habe ich mir nun endlich ein Herz gefasst und wiedermal einen Arzt aufgesucht. Meinen letzten Versuch hatte ich hierzu im Juli, was dann im Sande verlief. Ich tue mich wirklich schwer damit hier am fremden Ort. Zuvor war ich gut eingebunden in so eine Institutsambulanz und musste sowieso alle 3 Monate mit einem Arzt sprechen. Das hat sich hier dann nicht so ergeben obwohl ich mich gleich um einen Anbindung bemüht habe, aber das Konzept ist hier anders und irgendwie ist es für Beruftsätige auch nicht möglich einen Termin nach 16 Uhr zu bekommen..Aber is klar ne, wenn man arbeiten kann, kann man gar nicht krank sein :confused:

Nun habe ich mir doch noch einen Wettkampf ausgeguckt, bei dem ich gerne 10km laufen will in 2 Wochen. Aber wenn ich jetzt anfange AD zu nehmen, kann das voll schief gehen. Ich rechne ja mit totaler Schlaflosigkeit in den ersten Tagen und Schlaflosigkeit und Sport gehen bei mir nicht sehr gut zusammen. Also doch noch warten?

Lilly*
29.09.2014, 21:18
hm.. das kann ich dir nicht sagen. Was ist dir denn wichtiger? Der Wettkampf oder die AD?
Du könntest auch einen späteren Wettkampf machen, 10er gibt es andauernd irgendwo. Dann hättest du a) mehr Zeit zur Vorbereitung, b) länger Vorfreude darauf und c) könntest dich bis dahin ruhig auf die AD einstellen. Damit hättest du beides in der Tasche.

skillstraining
29.09.2014, 22:02
ich werde eine Lösung finden. tendiere eher dazu jetzt noch viel zu laufen. Mag ich im Herbs besonders

dicke_Wade
30.09.2014, 04:27
Oh man ich bin echt eine Last für das Gesundheitssystem
Nein bist du nicht. Genau dafür ist das Gesundheitssystem da: den Leuten zu helfen, die Hilfe brauchen. Das ist der Sinn, dieses Solidarsystems.


ich werde eine Lösung finden. tendiere eher dazu jetzt noch viel zu laufen. Mag ich im Herbs besonders
Solange du Spaß am Laufen hast und es dir hilft, dann tu es. Und wenn es mit den Medikamenten schwer wird, dann laufe so, wie es für dich erträglich ist. Das wird schon :daumen:

Gruss Tommi

d'Oma joggt
30.09.2014, 17:37
ich denke mal, für mich ist es ein Leben mit ihr. Aber es wird wieder besser werden, ganz bestimmt

ja, auch ich lebe mit ihr.
Wir haben uns wie ein altes Ehepaar arrangiert - leider ohne die Scheidungsoption.
Mal habe ich das Sagen, mal die Depression. Aber: ich erkenne inzwischen deren Absicht und wehre mich.

Wie man/frau sich wehren kann ist aber sehr verschieden. Deshalb keine Ratschläge, für jeden gilt etwas anderes

d'Oma joggt
30.09.2014, 18:02
Oh man ich bin echt eine Last für das Gesundheitssystem

da mach dir mal keinen Kopp!
1. hat dicke_Wade recht :nick:
2. hat der Läufer mit den dicken Waden recht :nick::nick::nick:
3. habe ich ganz andere Kaliber kennengelernt - arbeite als GuK im Krankenhaus :winken:

skillstraining
30.09.2014, 18:09
tja das sagt ihr ja was. meine scheu irgendwo hinzugehen und sich schwach zu zeigen ist schon hoch. ich mag mich lieber so zeige wie beim sport, durchbeißen halt. muss ich ja trotzdem.
habe jetzt eine überweisung zum facharzt bekommen, aber termine gibt es entweder gar nicht oder dann im neuen jahr. achnööö, ich hab kein bock auf diese scheiß bedürftigkeit.
ich geh jetzt laufen. und weil läufe mit ankündigung immer nicht so gut werden, rechne ich eben heute mit lahmaschigkeit :)

Lilly*
30.09.2014, 20:07
Sich schwach zeigen oder nicht?
Ein spannendes Thema, darüber habe ich schon oft nachgedacht.

Früher hatte ich mal eine Phase, in der ich mich viel und oft drüber geärgert habe, dass sich niemand so wirklich für mich zu interessieren schien, also sich kümmern oder mal nachfragen, wie es mir denn so geht oder wie es bei mir läuft. Ist mir im Freundeskreis aufgefallen. Jeder fragt jeden, jeder kümmert sich, etc, nur bei mir nicht. Das hat mich irgendwann extrem geärgert, ich war teils wütend, teils traurig und dachte: Gehör ich nicht so richtig dazu? Sind die anderen wichtiger als ich? Mögen die mich weniger?

Als ich dann endlich soweit war, das Thema mal offen anzusprechen, blickte ich in viele erstaunte Gesichter. Jeder meinte, ich wäre der starke Typ, bei dem alles fluppt, der alles hinkriegt und deshalb kam niemand auf die Idee, sich um mich "näher zu kümmern". Sowas gedeiht man eben eher den typischen Sorgenkindern an. Es gibt ja im Freundeskreis immer Menschen, die grad irgendwelche Sorgen haben.

Sollte man also auf "schwach" machen oder bzw. die Schwächen, die man hat, auch offen zeigen, damit man von seinen Mitmenschen nicht völlig übersehen wird? Es gibt ja auch Sorgenkinder, die die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen so dermaßen überstrapazieren, dass man irgendwann genervt ist. Man möchte ja auch mal Spaß und Freude mit jemanden haben und locker quatschen können und nicht immer nur jeden Tag Probleme wälzen. Mit einem "zuviel an Schwäche" kann man also auch die Mitmenschen vertreiben. Widerum andererseits kenne ich auch Menschen in meinem Umkreis, die sind sofort da und Feuer und Flamme, wenn jemand Sorgen, Probleme oder eine Depriphase hat. Mit denen kann ich allerdings mich nicht einfach mal so verabreden und was lustiges unternehmen. Die haben nämlich schlichtweg immer einen Hang dazu, immer über Sorgen und Probleme sprechen zu wollen. Darin gehen sie so richtig auf.

Ich glaube, es gibt einfach viele unterschiedliche Menschen - gott sei Dank und für jedes Anliegen gibt es jemanden, der dies erfüllt. Ich kenne Menschen, denen bräuchte ich niemals mit einem Problem kommen. Die interessiert das nicht, die wollen Spaß und lustiges Zeug daherquatschen. Das sind nicht die, die ich anrufen würde, wenn ich traurig bin. Die sind super, wenn ich Ablenkung benötige und eine Party feiern will. Dagegen gibt es andere, die total auf Probleme anspringen. Die würden sich im Kino niemals freiwillig eine Komödie aussuchen, die wollen dann lieber ein Psycho-Drama sehen. Eigentlich würden sie sogar viel lieber über private Dramen sprechen, als ins Kino zu gehen.
Dann gibt es welche, die fragen mich nie, wie es mir geht und was bei mir so los ist. Dagegen weiß ich von ihnen alles, weil sie so einen enormen Output haben. Wann der Hund das nächste Mal zum Tierarzt muss, was es morgen zum Mittagessen gibt inklusive aller Vor- und Nachnamen sämtlicher Kollegen. Die sind gut, wenn ich Ablenkung benötige und grad sowieso nicht über mich selbst reden will. Bei mir passiert ja auch kaum was aufregendes.

Aber manchmal wünschte ich mir doch, es würde wenigstens ab und einer fragen, wie es so geht. Einfach mal so. Dafür gibt es sicherlich auch Menschen. Und ob man dafür extra Schwäche zeigen muss, damit mal jemand auf die Idee kommt? Hm. Darüber bin ich mir immer noch nicht im Klaren.

Sorry für das Gedanken-Durcheinander.. aber ich grübel da öfter drüber nach.. Schwäche zeigen, Stärke zeigen? Eigentlich gibt man sich doch so, wie man ist und wie man sich grad fühlt. Sollte man das dann künstlich verändern, um Reaktionen zu generieren, die man grad braucht oder gern hätte? Muss man sich heulend in die Ecke werfen, damit jemand mal fragt, wie es geht? Das kann ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

skillstraining
30.09.2014, 21:28
ich kenne das sehr gut, dass keiner nachfragt. Aber es ist klar, wenn man sich immer so stark nach außen hin gibt, provoziert man natürlich genau so eine Reaktion. Auch ich habe schon viel darüber nachgedacht. Mir ist zum Beispiel eine Szene aus einem Tagesklinik-aufenthalt noch gut im Kopf, wo eine Mitpatientin ein echtes Drama abgezogen hat. Aufmerksamkeit pur. Aber tut das not?
Denke die Krux an der Sache ist die, sich selber so ernst zu nehmen, und tatsächlich bei anderen Menschen anzuklopfen wenn es not tut. Schwer damit azufangen, wenn man doch niemals vorher zu emotionen geneigt hat.

Bei di lilly merkt man auch schon hier im Forum dass Du viel gibst ud vermutlich wenig bekommst. Mir ist das direkt schon hier im schreiben aufgefallen, in dem Moment bin ich jedoch diejenige die hier soviel bekommt ohne Gegenleistung. Dabei wäre ich durchaus interessiert nachzufragen, aber ich habe fast den Eindruck, Dir ist es viel mehr recht, wenn Du mit ratschlägen dabei sein kannst ohne dass es wirklich um dich gehen muss...
aber ist nur so ein eindruck

ich denke die folge von dem "immerstarkseinwollen" ist letztlich Einsamkeit. Und Laufen ist der Einsamen liebster Sport

Lilly*
30.09.2014, 21:31
ich denke die folge von dem "immerstarkseinwollen" ist letztlich Einsamkeit. Und Laufen ist der Einsamen liebster Sport

Meine Güte, das hast du schön gesagt.

Lilly*
01.10.2014, 00:41
ich habe fast den Eindruck, Dir ist es viel mehr recht, wenn Du mit ratschlägen dabei sein kannst ohne dass es wirklich um dich gehen muss..

Eigentlich denke ich darüber gar nicht wirklich nach. Es passiert einfach immer. Beispiel vom letzten Heimatbesuch: Ich komme bei meiner Familie an und jeder "überfällt" mich (ok, hoher Output ist völlig normal, wenn man sich nicht so oft sieht). Und jeder Mensch hat ja nun mal irgendwelche Probleme, ist doch so. Mutter erzählt beispielsweise von Schmerzen, der höre ich zu. Geschwister erzählen der Reihe nach: Probleme mit dem Kind, Stress im Job, usw. Da höre ich natürlich auch zu und versuche, so gut es geht und falls benötigt, Ratschläge oder Hilfestellung zu geben. Danach besuche ich eine alte Freundin, die ich ewig nicht gesehen habe. Sie erzählt mir davon, dass sie als junge Mutter überfordert ist mit den 2 Kindern und aufgrund seelischer Erschöpfung und Depression nun in eine Tagesklinik geht. Auch ihr höre ich natürlich zu, sowas lässt mich ja auch nicht kalt. Da wechselt man nicht nach 5 Minuten das Thema und erzählt urplötzlich was von sich. Danach kann ich noch einen Besuch bei einer guten Freundin reinschieben, bevor ich wieder zurück muss. Die habe ich natürlich auch wieder ein paar Wochen nicht gesehen und die hat auch viel zu erzählen. Von ihrer Tochter, die nachts durchweint, ihrer Gesundheit, die momentan Probleme bereitet und dem Hauskauf, der Stress macht.

Und dann ist das WE rum und ich fahre wieder nach Hause. Erst dann merke ich, wie sehr mein Kopf schwirrt von all den Dingen, die ich aufgenommen habe und dass ich gar nichts über mich erzählt habe. Es ist also weniger bewusst, sondern es passiert einfach so.

dicke_Wade
01.10.2014, 05:27
Ich kann skill da sehr gut verstehen und es nachvollziehen. Uff Arbeit und erst Recht unter Läufers (fast ausschließlich alle meine Freunde und Bekannte sind Läufer oder haben damit zu tun) gelte ich als der der immer gut drauf ist, der immer gute Laune hat. Kommt zum einen ja daher, dass es mir tatsächlich auch gut tut, mit ihnen zusammen zu sein. Aber auch, dass ich auch nicht auf die Idee kommen würde, Sorgen oder Probleme zu zeigen. Mache ich einfach nicht und kann ich auch gar nicht. Hab aber auch das Gefühl, dass das eh niemanden wirklich interessieren würde und es gibt eh wichtigeres. Zum Glück komme ich recht gut klar damit.

Übrigens eine der beklopptesten Frage ist für mich: Und alles gut? :D

Gruss Tommi

skillstraining
01.10.2014, 14:31
Eigentlich denke ich darüber gar nicht wirklich nach. Es passiert einfach immer. Beispiel vom letzten Heimatbesuch: Ich komme bei meiner Familie an und jeder "überfällt" mich (ok, hoher Output ist völlig normal, wenn man sich nicht so oft sieht). Und jeder Mensch hat ja nun mal irgendwelche Probleme, ist doch so. Mutter erzählt beispielsweise von Schmerzen, der höre ich zu. Geschwister erzählen der Reihe nach: Probleme mit dem Kind, Stress im Job, usw. Da höre ich natürlich auch zu und versuche, so gut es geht und falls benötigt, Ratschläge oder Hilfestellung zu geben. Danach besuche ich eine alte Freundin, die ich ewig nicht gesehen habe. Sie erzählt mir davon, dass sie als junge Mutter überfordert ist mit den 2 Kindern und aufgrund seelischer Erschöpfung und Depression nun in eine Tagesklinik geht. Auch ihr höre ich natürlich zu, sowas lässt mich ja auch nicht kalt. Da wechselt man nicht nach 5 Minuten das Thema und erzählt urplötzlich was von sich. Danach kann ich noch einen Besuch bei einer guten Freundin reinschieben, bevor ich wieder zurück muss. Die habe ich natürlich auch wieder ein paar Wochen nicht gesehen und die hat auch viel zu erzählen. Von ihrer Tochter, die nachts durchweint, ihrer Gesundheit, die momentan Probleme bereitet und dem Hauskauf, der Stress macht.

Und dann ist das WE rum und ich fahre wieder nach Hause. Erst dann merke ich, wie sehr mein Kopf schwirrt von all den Dingen, die ich aufgenommen habe und dass ich gar nichts über mich erzählt habe. Es ist also weniger bewusst, sondern es passiert einfach so.


ich finde es schade wenn es so ist. denn: du stellst damit die bedürfnisse der anderen immer über deine eigenen. somit wirst du immer zu kurz kommen. wie wäre es mal den spieß umzudrehen. die anderen zuzuquatschen?

ich selber kann das leider gar nicht. ich hasse es auch zu telefonieren und somit bleibe ich immer sehr für mich. bei mir ist die lage sogar noch anders, ich wirke so unnahbar dass sich mir auch keiner anvertraut. somit eine lose-lose-situation.

daran muss ich was ändern unbedingt

skillstraining
01.10.2014, 14:34
Ich kann skill da sehr gut verstehen und es nachvollziehen. Uff Arbeit und erst Recht unter Läufers (fast ausschließlich alle meine Freunde und Bekannte sind Läufer oder haben damit zu tun) gelte ich als der der immer gut drauf ist, der immer gute Laune hat. Kommt zum einen ja daher, dass es mir tatsächlich auch gut tut, mit ihnen zusammen zu sein. Aber auch, dass ich auch nicht auf die Idee kommen würde, Sorgen oder Probleme zu zeigen. Mache ich einfach nicht und kann ich auch gar nicht. Hab aber auch das Gefühl, dass das eh niemanden wirklich interessieren würde und es gibt eh wichtigeres. Zum Glück komme ich recht gut klar damit.

Übrigens eine der beklopptesten Frage ist für mich: Und alles gut? :D

Gruss Tommi


klaro, ne :)

ich kenne das, früher war ich auch mal noch sehr unterhaltsam. ich hab das nicht gespielt, sondern ich war wirklich immer sehr gut drauf und aufgedreht wenn ich unter menschen war. irgendwann ging es mir aber nicht so gut und siehe da: ich hatte nur und ausschließlich partyfreunde, denn die haben mich dann nicht mehr involviert weil mit mir ja eh nichts mehr los war... jetzt mag ich nicht mehr nur partyfreunde haben. aber lustige abende sind auch nie verkehrt

d'Oma joggt
01.10.2014, 18:01
ich selber kann das leider gar nicht. ich hasse es auch zu telefonieren und somit bleibe ich immer sehr für mich. bei mir ist die lage sogar noch anders, ich wirke so unnahbar dass sich mir auch keiner anvertraut. somit eine lose-lose-situation.

daran muss ich was ändern unbedingt

Du musst gar nicht, das kommt automatisch wieder, vertraue dir

Lilly*
01.10.2014, 18:10
wie wäre es mal den spieß umzudrehen. die anderen zuzuquatschen?

Tu ich ja schon. Hier im Forum quassel ich euch zu. :D

skillstraining
01.10.2014, 18:14
Normalerweise gehe ich nie an zwei aufeinanderfolgenden Tagen laufe, weil ich eigentlich meist noch anders Sport mache. Aber heute hat es mich irgendwie rausgetrieben. Heute brauche ich das Laufen auch als Skill, da die Einsamkeit mir sehr zusetzt, ich unendlich Heimweh habe und ich nicht weiß wie ich jemals aus meiner Isolation herauskommen soll. Laufen hilft da auch nur solange ich unterwegs bin. Nach dem Ankommen ist alles wie vorher und noch schlimmer.

Lilly*
01.10.2014, 18:18
klaro, ne :)

ich kenne das, früher war ich auch mal noch sehr unterhaltsam. ich hab das nicht gespielt, sondern ich war wirklich immer sehr gut drauf und aufgedreht wenn ich unter menschen war. irgendwann ging es mir aber nicht so gut und siehe da: ich hatte nur und ausschließlich partyfreunde, denn die haben mich dann nicht mehr involviert weil mit mir ja eh nichts mehr los war... jetzt mag ich nicht mehr nur partyfreunde haben. aber lustige abende sind auch nie verkehrt

Tja, da zieht man dann doch gewisse Dinge an, die man ausstrahlt. Aufgedreht, fröhlich, lustig = Partyfreunde.
Ich denke, man muss drauf achten, etwas die Balance zu halten, wie bei allem im Leben. Nur schwarz und nur weiß muss nicht sein, es gibt eine große Grauzone dazwischen. Und wenn man die Balance im Bekanntenkreis umsetzen kann = perfekt. Jemanden zum Sport treiben, jemanden zum Partyfeiern, jemanden zum reden, usw. Man findet wohl nur selten/schwer den all-in-one-Freund.

Lilly*
01.10.2014, 18:24
Normalerweise gehe ich nie an zwei aufeinanderfolgenden Tagen laufe, weil ich eigentlich meist noch anders Sport mache. Aber heute hat es mich irgendwie rausgetrieben. Heute brauche ich das Laufen auch als Skill, da die Einsamkeit mir sehr zusetzt, ich unendlich Heimweh habe und ich nicht weiß wie ich jemals aus meiner Isolation herauskommen soll. Laufen hilft da auch nur solange ich unterwegs bin. Nach dem Ankommen ist alles wie vorher und noch schlimmer.

Hm, aber wenigstens hat das Laufen geholfen, während du unterwegs warst. Du hast vielleicht noch nicht den Schlüssel gefunden, grundsätzlich die Traurigkeit zu bekämpfen, aber mit dem Laufen hast du wenigstens schon eine hilfreiche Maßnahme, die die Traurigkeit für einen gewissen Zeitraum verschwinden lässt.

Kleine Schritte machen.

skillstraining
01.10.2014, 18:31
Nein Nein, mein Thread hier heißt weglaufen. Ich laufe all die beschissenen Gefühle weg, ich laufe alles weg was weh tut und was ich nicht sehen und spüren will. Jetzt bin ich müde und krieg mich garantiert nicht mehr motiviert in der fremden Stadt mich mit fremden menschen zu verabredne um fremde Gespräche zu führen, aber nur das würde mir tatsächlich eventuell langfristig helfen. also es wird zeit aufzuhören mit dem sleber verarschen

Lilly*
01.10.2014, 18:34
und ich nicht weiß wie ich jemals aus meiner Isolation herauskommen soll.

Ich fühle mich manchmal auch schlimm isoliert. Ich bin allerdings nach wie vor fest der Meinung, dass niemand isoliert leben muss, wenn er denn nicht will. Wenn mir das Alleinsein so sehr zu schaffen macht, wüsste ich sofort 1204 Maßnahmen, was ich dagegen tun könnte. Und zwar Maßnahmen, die auch schnell greifen. Es gibt Single-Stammtische, es gibt genügend Kleinanzeigen "neue Leute gesucht" oder "gute Freundin gesucht". Ich könnte auch selber eine aufgeben. Es gibt je nach Hobby und Interesse für jeden Menschen Vereine. Sportvereine, Malkurse, Theatergruppen, Spielabende, es gibt einfach alles. Da könnte man sich anmelden. Man kann sich auch einfach trauen und alleine rausgehen, man lernt Menschen kennen. Habe ich dieses Jahr 2x gemacht und beide Male kam ich mit netten und interessanten Menschen ins Gespräch. Man kann sich auch gemeinnützig engagieren, hauptsache, man hat was zu tun, stattt zuhause zu grübeln. Es gibt schier unendlich viele Möglichkeiten, wie ich ab morgen jeden Tag meine Freizeit bis zum Anschlag vollpacken könnte. Aber dazu muss auch die Kraft gegeben sein. Und manchmal hat man die Kraft und die emotionale Ausgeglichenheit eben nicht, rauszugehen und Menschen zu treffen, Dinge zu tun, obwohl man sich einsam fühlt. Aber die Kraft kommt sicher irgendwann wieder.

Lilly*
01.10.2014, 18:38
Nein Nein, mein Thread hier heißt weglaufen. Ich laufe all die beschissenen Gefühle weg, ich laufe alles weg was weh tut und was ich nicht sehen und spüren will. Jetzt bin ich müde und krieg mich garantiert nicht mehr motiviert in der fremden Stadt mich mit fremden menschen zu verabredne um fremde Gespräche zu führen, aber nur das würde mir tatsächlich eventuell langfristig helfen. also es wird zeit aufzuhören mit dem sleber verarschen

Huch, unsere Posts haben sich überschnitten. Aber im Endeffekt bestätigt es das, was ich geschrieben habe. Du schreibst, du kriegst dich nicht motiviert, dich zu verabreden..
Und das meinte ich. Man hat die Kraft nicht. Man weiß zwar theoretisch, wie man die Situation ändern könnte, aber die Kraft ist nicht da. Zweiter Punkt: "fremde Gespräche" führen. Man sehnt sich nach Vertrautheit, nach Nähe, denke ich. Und diese Menschen, die man kennenlernen könnte, die man treffen könnte, das wäre ja alles so fremd. Da ist keine Vertrautheit gegeben.

skillstraining
01.10.2014, 19:43
hmm was du da alles aufgezählt hast... . an guten Tagen habe ich auch solche Ideen. Aber die Realität ist doch ganz anders. Und nun habe ich von 2009-2013 mir halbwegs ein Leben aufgebaut in meiner Heimat, nachdem ich zuvor 8 Jahre weg war und jetzt bin ich wieder weg, Ich geh an dieser verdammten geforderten Flexibilität und Mobilität zugrunde.
Naja für heute ist also nichts mehr zu gewinnen. Morgen sieht die Welt hoffentlich wieder besser aus

dicke_Wade
02.10.2014, 02:55
Ich weiß jetzt nicht, in welcher Stadt du gerade lebst und wie groß diese ist. Möglich, dass du es schon geschrieben hast und ich habs vergessen und mag nicht noch einmal alles nach lesen :wink:

Also, falls die Stadt groß genug ist, gibt es dort Lauftreffs? Du läufst ja nun halt und da liegt es doch nahe, sich mit Menschen zu treffen, die das selbe Hobby haben. Bist du in Facebook aktiv? Auch darüber kann man sich mit Gleichgesinnten wunderbar zum Laufen verabreden.

Ich bin weißgott nicht der Mensch, der auf andere zu geht und Leute anquatscht um sie kennen zu lernen. Eher beiße ich mir die Zunge ab! :D Durch die Lauferei hab ich aber viele nette Leute kennen gelernt und auch Freunde gefunden. Zuerst durch die sozialen Medien (Forum, später Faceboook) und dann hat sich hier und da ein Laufttreff ergeben. Auch ich musste mich überwinden, zu Lauftreffs zu fahren wo ich real noch niemand vorher kannte. Meine Erfahrung ist aber die, dass fast immer jemand dabei ist, der mich angequatscht hat und dann kam man ins Gespräch und plötzlich war ich kein Unbekannter mehr. Das ist gefühlt viel zwangloser als andere Hobbytreffs. Kannsch mich aber auch irren. Und wenn man sich die ganze Strecke mit niemandem unterhalten hat, dann hat man immer noch ein schönes Läufchen mit netten Menschen gemacht.

Gruss Tommi

skillstraining
02.10.2014, 17:07
danke Tommi für den Tipp :)

Ich möchte ehrlich sein: das mache ich schon :) Ich habe auch in einer facebookgruppe schon an Veranstaltungen teilgenommen. Alles schön und gut. Es ist eben doch fremd und ehe daraus Gewohnheit und schließlich Vertrautheit wird, dauert es. Nur wie soll ich bei 3-Monatsverträgen mit ungewisser Zukunft mich wirklich einlassen? Da schreit in mir alles njur umso mehr nach Hause zu wollen..

Lilly*
02.10.2014, 17:22
Es ist eben doch fremd und ehe daraus Gewohnheit und schließlich Vertrautheit wird, dauert es. Nur wie soll ich bei 3-Monatsverträgen mit ungewisser Zukunft mich wirklich einlassen?

Denk an meine Glühbirne im Bad! Soll ich mich wirklich drauf einlassen, mir die Mühe zu machen, eine richtige Lampe zu montieren? Wer weiß, wie lange ich hier noch bin? Aber solang ich das nicht mache, gucke ich jeden scheiss Tag auf diesen "Notbehelf" und fühle mich nicht wie zuhause, sondern wie auf einer Baustellen-Durchgangsstation. Man sträubt sich selbst auch manchmal dagegen. Vielleicht bist du noch nicht so weit, gewisse Dinge zu akzeptieren, das mag sein. Allerdings gebe ich zu bedenken: Selbst, wenn sich nach 3 Monaten alles ändern sollte. Mach dir die 3 Monate dann wenigstens nicht so schwer, sondern versuche, dir die 3 Monate so nett wie möglich einzurichten.

Du weißt nicht, ob und wie es in 3 Monaten weitergeht. Das ist schlimm genug. Das ist unsicher genug. Jetzt noch deinem Seelenleben zusätzlich zuzusetzen, indem du es dir noch schwerer machst.. ?

skillstraining
02.10.2014, 17:26
ja manche tage sind sehr schwer. neben der ungewissen zukunft kommen noch andere widrigkeiten hinzu. Ich wundere mich eigentlich, dass es mir trotzdem noch einigermaßne gelingt auf Arbeit was abzuliefern.
Also: wie könnte das: 'Es sich trotzdem schöln machen' aussehen#?

Lilly*
02.10.2014, 17:39
puh.. gute Frage! Ich stecke in einer ähnlichen Situation wie du, nur dass bei mir nicht ungewiss ist, ob ich in der "fremden" Stadt bleiben werde. Bei mir ist jobtechnisch ganz klar, dass ich hier bleibe. Und jobtechnisch ist auch sonnenklar, dass ich nie wieder in die Heimatstadt zurückgehen werde, denn dort gibt es mein Berufsfeld/die Branche gar nicht. Also steck ich hier auf jeden Fall fest. Vielleicht kann es das einerseits schlimmer machen, keine Aussicht darauf, wieder ins soziale Umfeld + Familie zurückkehren zu können, vielleicht hilft es aber auch dabei, die Situation zu akzeptieren, weil nichts anders in Frage kommt.

Und bei allen Ratschlägen.. ich befolge sie auch nicht immer. Manchmal hat man eben einfach einen Durchhänger und man verkriecht sich, obwohl man theoretisch wüsste, was man besser oder anders tun könnte.

Also.. sich es trotzdem schön machen in meiner Theorie (klappt zeitweise sogar echt gut in der Praxis - bis auf ein paar Durchhänger ab und zu):

- nicht mit dem Schicksal hadern! (eigentlich der wichtigste aller Punkte)
- nicht drüber nachdenken (falls der Gedanke drauf kommt, nach 5 Minuten bewusst STOP sagen und andere Beschäftigung suchen)
- schöne Dinge unternehmen (dasselbe, was man auch zuhause tun würde)
- "when was the last time, you did something for the first time?" (Diesen Leitspruch hinter die Ohren tackern und das Leben füllen mit neuen Erfahrungen. Noch nie Tennis gespielt? Noch nie im Freibad vom 10er gesprungen? Tu es! Denk dir kuriose, witzige oder interessante Dinge aus und mach regelmäßig mal was, was du noch nie im Leben getan hast. Stichwort: neue Synapsen schalten)
- Leute treffen, auch wenn es schwer fällt und man eigentlich keine Lust drauf hat. Wenn du dich heute trotzdem verkriechen willst: ok. Dafür morgen aber was machen. Jeden Tag verkriechen is nich.
- den Tag strukturieren. Nur, wer genug Zeit hat, kann sich auch verkriechen.

Und wenn abends im Bett das Gedankenkarussell kommt und man nicht einschlafen kann: Podcast hören. Davon gibt es tausende, je nach Vorliebe. Ich gebe zu, dass ich nichts höre, was interessant ist, weil ich dann ja konzentriert zuhören würde statt einschlafen. Eine zeitlang habe ich den "Einschlafen-Podcast" gehört. Der Typ spricht extra sanft und leise und redet über langweiliges Zeugs, dass man nur einschlafen kann. Momentan höre ich "Sanft & Sorgfältig", den Podcast von Jan Böhmermann und Olli Schulz. Die beiden reden nur völligen Unsinn und machen nur Quatsch. Gestern konnte ich dabei leider vor Lachen nicht einschlafen, aber sonst schon. Ich folge halt lieber den verqueren Gedanken von anderen Menschen als meinen eigenen. Jedenfalls, wenn es ums einschlafen geht.

Dieter-58
02.10.2014, 21:28
[QUOTE=skillstraining;1790883]Nur wie soll ich bei 3-Monatsverträgen mit ungewisser Zukunft mich wirklich einlassen?[\Quote]

Da würde ich gerne Herrn Luther zitieren:
„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“
Beste Grüße, Dieter

d'Oma joggt
02.10.2014, 21:32
@skilltraining,
hast du dir schon mal deine Leistung vor Augen gehalten?
Du scheinst i.M. ja in einer D.Episode zu stecken und trotzdem gehst du zur Arbeit und gibst gute Leistung ab, du gehst regelmäßig laufen, du bist regelmäßig in Kontakt mit dir Fremden - hier im Netz!

Das sind von dir erbrachte Leistungen! :daumen:
Das habe ich nicht geschafft in meinen Episoden.

Lilly*
02.10.2014, 21:35
@skilltraining,
hast du dir schon mal deine Leistung vor Augen gehalten?
Du scheinst i.M. ja in einer D.Episode zu stecken und trotzdem gehst du zur Arbeit und gibst gute Leistung ab, du gehst regelmäßig laufen, du bist regelmäßig in Kontakt mit dir Fremden - hier im Netz!

Das sind von dir erbrachte Leistungen! :daumen:
Das habe ich nicht geschafft in meinen Episoden.

Wahre und wertvolle Worte.
Wenn ich total down bin, kriege ich gar nichts gebacken. Weder Job noch laufen. Dass du das packst, ist in der Tat respektabel! :daumen:

dicke_Wade
02.10.2014, 23:35
Wahre und wertvolle Worte.
Wenn ich total down bin, kriege ich gar nichts gebacken. Weder Job noch laufen. Dass du das packst, ist in der Tat respektabel! :daumen:
Und das sind Dinge, auf die du aufbauen kannst Skill. Du musst dich auch mal selber loben.

Gruss Tommi

skillstraining
03.10.2014, 18:31
[QUOTE=skillstraining;1790883]Nur wie soll ich bei 3-Monatsverträgen mit ungewisser Zukunft mich wirklich einlassen?[\Quote]

Da würde ich gerne Herrn Luther zitieren:
„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“
Beste Grüße, Dieter


jeden tag genießen als seis der letzte. schaffst du es?

skillstraining
03.10.2014, 18:36
ich habe das noch nie so gesehen mit der Leistung. Ich empfinde mein Funktionieren eher als Gefängnis, da ich mir kein ausbrechen erlaube.
Rückblickend betrachtet habe ich es trotz meiner chronischen psychischen Macke doch immerhin zu etwas geschafft, auf dem papier zumindest. In der Arbeitswelt nützt mir das auch nichts und wenn man dann wieder mal beim A.-Amt sitzt oder hartz 4geht ist das alles mist.

das was ich mich manchmal frage ist so die Sache. Ich gebe sehr viel Energie darauf, ein so normales Leben zuführen wie es Arbeitskollegen, Bekannte, Freunde tun. Vielleicht einfach zuviel?

Lilly*
03.10.2014, 19:16
ich habe das noch nie so gesehen mit der Leistung. Ich empfinde mein Funktionieren eher als Gefängnis, da ich mir kein ausbrechen erlaube.

Dazu ein paar Gedanken, die dir vielleicht bei der Antwortfindung auf deine Frage am Schluss helfen könnten:

Zu funktionieren ist kein Gefängnis, es ist völlig normal.

Damit meine ich nicht, dass man nur stur wie ein Roboter funktionieren soll ohne Seelenleben, aber wir alle funktionieren! Jeden Tag.

Ohne gehts doch es doch gar nicht! Die Mutter funktioniert für ihre Kinder, auch wenn sie grad heillos überfordert ist und am liebsten einfach 1 Woche in einem Wellnessurlaub abdampfen würde. Der Bäcker steht nachts auf und funktioniert, damit wir morgens Brötchen haben, auch wenn 2 Stunden vorher der Hund eingeschläfert wurde. Die Busfahrerin funktioniert, obwohl grad ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Und die Verkäuferin sitzt an der Kasse und scannt meine Waren, obwohl sie Liebeskummer hat. Also gut, der eine funktioniert besser, der andere schlechter. Je nach Problem, Schicksalsschlag oder Gesundheitszustand. Aber jeder funktioniert doch tagtäglich. Wenn wir das alle nicht mehr täten, würde die Welt ab morgen komplett anders aussehen. Wir alle tragen Verantwortung für uns selbst, für unseren Aufgaben im Job und für andere (falls man Kinder, Haustiere oder einen Partner hat). Und niemand von uns kann sich einfach so seinen Aufgaben entziehen, sondern muss funktionieren. Mal abgesehen, von einem Tag Durchhänger oder mal krankgeschrieben sein und im Bett liegen. Aber meistens laufen wir alle. Und nicht nur im Job, auch privat gehen wir immer wieder Verpflichtungen nach. Ob Fensterputzen, staubsaugen, Nägel feilen, zum Friseur gehen, beim Vereinstreffen teilnehmen, Familie anrufen. Klingt blöd, ist aber so. Das sind alles Dinge, die wir uns selbst auferlegen, die uns niemand vorschreibt zu tun. Vielleicht hat der ein oder andere mehr Freude, an dem, was er täglich macht, so dass er nicht auf die Wortdefinition "funktionieren" kommen würde. Der würde das wahrscheinlich anders bezeichnen. Und der Großteil denkt wohl einfach gar nicht so sehr darüber nach, wie man das nennt, was man jeden Tag tut. Man tut es halt. Da wird nicht viel drüber nachgegrübelt. Denn Grübeln ist die allersicherste Methode zum unglücklich sein. Stell dir vor, die eine Mutter, deren Kind nachts schreit und gewickelt werden muss, tut es einfach so, ohne über ihr Schicksal nachzudenken. Sie hat eben ein Kind, fertig und Kinder müssen gewickelt werden, basta. Und stell dir dann eine Mutter vor, die jede Nacht grübelt: Warum muss das Kind denn jetzt schreien? Hätte ich kein Kind, müsste ich jetzt nicht aufstehen.." Welche Mutter wird mehr Freude an ihrem Kind haben? Die, die grübelt oder die, die nicht drüber nachdenkt und einfach macht?

Und glaube nicht, dass alle anderen um dich herum ein "normales" Leben führen. Ich glaube, jeder Mensch hat sein Probleme und sein Päckchen tu tragen, jeder in seiner Form. In jedem Leben gibt es Schicksalsschläge und schwere Momente. Aber vielleicht denken die weniger?

Meine Theorie lautet: Wenn ich gar nicht nachdenke, ist das dumm von mir. Wenn ich zuviel nachdenke, macht es mich unglücklich. In dem Momenten muss man schauen, wie man den Kopf wieder abstellt.

d'Oma joggt
03.10.2014, 20:58
Lilly, den Kopf kann man nicht abstellen.
Wenn das ginge, ginge es (uns) mit Depression Erkrankten wesentlich besser.
Wer ein Mittel zum Grübelabstellen findet hat den Nobelpreis verdient.

Diese von mir genannten "Leistungen" sind echte Leistungen, wir benötigen dafür soviel mehr an Kraft.
Skill - auch wenn du diese Leistung wie ein funktionieren im Gefängnis empfindest - du erbringst sie!

Versuche das Fenster deines Gefängnisses zu finden, es könnte dich zur Tür führen.

Lilly*
03.10.2014, 21:16
Lilly, den Kopf kann man nicht abstellen.
Wenn das ginge, ginge es (uns) mit Depression Erkrankten wesentlich besser.
Wer ein Mittel zum Grübelabstellen findet hat den Nobelpreis verdient.


Ja, leider. Ich wünschte mir machmal, ich hätte einen AN- und AUS-Schalter und könnte wenigstens mal auf "Pause" drücken.
Ich gerate auch manchmal in die Grübelfalle. Allerdings habe ich ein paar Hilfen gefunden, mit denen ich das in den meisten Fällen gut in den Griff bekomme, also auf ein nomales Maß eindämmen kann.

Skillstraining steckt grad wirklich in einer schweren Phase (?) und trotzdem alles im Alltag noch so hinzubekommen, dass habe ich nicht geschafft, wenn es mir richtig mies ging. Hut ab.

skillstraining
03.10.2014, 21:20
ich denke wir reden von verschiedenen 'funktionierens'. Es ist sicher durchaus eine Stärke, dass ich das kann. Andererseits ist es eine Schwäche, denn ich kann gerade dadurch eben nicht zeigen, wie sehr ich mit dem Leben hadere und Hilfe angebracht wäre. Natürlich ist das Leben darauf aufgebaut und die Gewohnheit und der Alltag wigeln einen ein in eine Art Pseudosicherheit. Bei mir gibtg es das aber nicht. Alles was ich zu tun habe ist Anstrengung. Und eben auch all die Dinge die spaß machen.
Letztes Jahr im Herbst lief ich meinen ersten Halbmarathon und was soll ich sagen: es hat mir nichts bedeutet. Es gab kein Gefühl dazu, kein gar nichts, obwohl ich es mir so ersehnt habe, endlich mal wieder etwas zu spüren, ein Erfolgserlebnis zu fühlen.
Auch wenn ich mich mit Menschen verabrede zum quatschen, ist es eigentlich vor allem anstrengend. Einzig das Gefühl, nicht komplett nur allein gewesen zu sein ist dann der Benefit.
Ich weiß nicht ob man sowas verstehen kann wenn man das nicht kennt.

Ich erinnere mich, dass ich in meinem Auslandsemester eine junge Frau traf, die depressiv war, dies offen zugab und die dort im ausland einfach nur ihre Unisachen machte, wie eben zu Hause auch. Mir war das so unverständlich, wie man nur die geile Zeit da im Ausland so sehr verschwenden kann. Jetzt verstehe ich sie. Aber damals hatte ich da absolut kein Verständnis

Lilly*
03.10.2014, 21:25
Gibt es denn noch irgendwelche Momente, die dir Freude machen? Also, die irgendein positives Gefühl erzeugen? Wenn ja, welche sind das?

MikeStar
03.10.2014, 21:29
Ich hoffe niemandem zu nahe zu treten, aber kurz zur Erläuterung, bei einer Depression kann der Betroffene oft nichts gegen die negativen Gedanken tun. Selbst wenn er selbst weiß, dass er gar nicht unglücklich ist/sein will, überfällt diese Depression den Betroffenen einfach. Medikamente können das ganze abschwächen, belastende Umstände wie Stress, Liebeskummer, o.ä. hingegen noch mehr verstärken. Das ist was anderes als Niedergeschlagenheit wie sie z.B. durch Liebeskummer, Einsamkeit, Unzufriedenheit oder Selbstzweifel entsteht, die man durch Fokussierung auf Wichtigeres mit genügend Selbstdisziplin überwinden kann.

Erstmal Respekt an alle, egal ob skillstraining oder jeden, der es schafft, angesichts einer Depression nicht aufzugeben. Das schwierigste in einer Situation wie hier beschrieben, oder wie ich es auch bei Lilly rauslese ist es, an die eigenen Stärken zu glauben und sich bewußt zu machen, dass man trotz der Depression die Möglichkeit hat, die Umstände, wie z.B. Arbeit, Nähe zur Familie, die die Krankheit beeinflussen - egal ob positiv oder negativ - selbst zu verändern.

Ich formuliere es mal ganz plakativ. Macht euch bewußt, dass ihr euch nicht mit den Umständen abfinden müsst. Schaut nach Alternativen. Z.B. im Beruf, ich wage es mal einfach zu behaupten, dass skillstraining die Fähigkeiten hat, einen Job zu finden, der Unbefristet ist, in dem er dort tätig sein kann, wo er will UND der ihm Spaß macht.
Das mag vielleicht etwas dauern, aber wenn man systematisch an die Sache rangeht, kann man immer was verändern.


Offen und proaktiv mit der Depression umzugehen, kann in gewissen Situationen zu negativen Ergebnissen führen, wenn diese Taktik erfolgreich ist, kann man sich aber sicher sein, dass man diese Hürde überwunden hat.

Ich weiß wovon ich spreche, da eine Begleiterscheinung meiner Erkrankung depressive Phasen sind. Probleme, wie sie hier beschrieben wurden, egal von wem, sind mir also nicht fremd.
Das wichtigeste ist in solchen Phasen aus jedem positiven Ereignis soviel Energie wie möglich zu ziehen. Z.B. dem Lächeln einer Frau/eines Mannes oder dem Erreichen eines kleinen Zieles beim Laufen.
Schafft euch selbst eine Wohlfühloase in die ihr euch zurückziehen könnt, die eure Gedanken ablenken, wenn die Depression ansetzt. Ich spiele z.B. Videospiele oder meditiere, wenn mich so eine Phase übermannt.

LG Mike

Dieter-58
03.10.2014, 21:30
jeden tag genießen als seis der letzte. schaffst du es?
Ich versuchs, an manchen Tagen klappts, an anderen nicht und ich freu mich über jeden wo es klappt und die anderen versuche ich zu vergessen,
beste Grüße, Dieter

skillstraining
03.10.2014, 21:56
was den job angeht. mein herz schlägt nunmal für die wissenschaft. und wissenschaft heißt befristete projekte. ich weiß dass ich alternativen suchen muss, da ich tatsächlich mit den rahmenbedingungen nicht leben kann. aber noch nicht. noch gebe ich nicht auf. denn tatsächlich, die arbeit ist abgesehen von der befristung, mein kleinstes problem. und ich habe soviel studiert, soll ich jetzt wirklich was anderes machen?
das ist nicht die richtige lösung.
ich glaube ich komme sehr jammerig rüber, wenn mir hier soviele ratschläge erteilt werden.
aber ich freue mich auch sehr darüber hier Antworten zu lesen.

skillstraining
03.10.2014, 21:57
Gibt es denn noch irgendwelche Momente, die dir Freude machen? Also, die irgendein positives Gefühl erzeugen? Wenn ja, welche sind das?

ich versuche gerade aufmerksam zu sein um solche Momente wahrzunehmen. Und ja, es gibt welche

Lilly*
03.10.2014, 22:03
ich glaube ich komme sehr jammerig rüber, wenn mir hier soviele ratschläge erteilt werden.
aber ich freue mich auch sehr darüber hier Antworten zu lesen.

ach, weißt du.. ich glaube, jeder, der hier geantwortet hat, wird sich irgendwie angesprochen gefühlt haben. Jeder von ihnen (mich eingeschlossen) wird schon einmal in einer Situation gewesen sein, in der er ähnlich gefühlt hat wie du jetzt. Und ich hoffe, dass auch jeder von ihnen Menschen hatte, die ihm zugehört haben, mitgelesen, mitgefühlt und Ratschläge erteilt. Das ist ein Geben und Nehmen.

skillstraining
03.10.2014, 22:59
ja vielleicht. ich finde es so schade dass es vielen Menschen nicht so gut geht.
und obwohhl ich genau weiß, dass ich von internet und foren süchtig werde, hänge ich schon wieder zu viel hier rum ;)

d'Oma joggt
04.10.2014, 00:51
ich glaube ich komme sehr jammerig rüber.

nein, eigentlich nicht.
Ich habe nur das Gefühl in leere Augen zu blicken.

cappucino15
04.10.2014, 10:13
@skill: Toll, dass Du versuchst, in der Wissenschaft zu bleiben. Ich hatte das Vergnügen auch für eine Weile und es tut mir noch heute leid, dass ich nicht in dem Gebiet bleiben konnte. Allerdings war das eine recht eng umrissene spezielle Geschichte, die auch noch häufig an öffentlichen Geldern hing, da industriell nicht zu verwerten, da war's iwann Essig mit neuer Stelle. Aber es waren arbeitstechnisch die wahnsinnig tollsten Jahre meines Lebens.
Ich kann mich noch erinnern, wie diese dauernde Unsicherheit, was in einem halben Jahr sein wird, an einem zerrt und Kraft kostet, mehr, als mann sich oft eingestehen mag. Grad, WENN man seine Arbeit mag und schon viel dafür geopfert hat.

Mir ist aber noch was anderes einfallen, was ich inzwischen schaffe, wenn ich mal wieder "in den dunklen Keller" steige: Ich kann die Depris als etwas von mir Getrenntes betrachten. Also nicht: ICH BIN depressiv, sondern: die Depris haben mich wieder erwischt. Wenn Du eine Grippe hast, dann hast Du ja auch nicht das Gefühl, dass Dein Körper Dir einen Streich spielen mag oder dass so eine Grippe Bestandteil Deines Körpers ist, sonder etwas von außen (in dem Fall die Viren) haben Dich erwischt. Ich hab iwann sozusagen innerlich einen Schritt zurücktreten können und mir sagen: Aha, mein Hirn-Stoffwechsel spinnt mal wieder. Weiß nicht genau, ob ich rüberbringen kann, worum es mir geht. Aber die Depris als etwas zu betrachten, was nicht zu mir gehört, sondern mich halt ab und zu wie eine Grippe erwischt, hat auch dazu geführt, dass ich mich nicht so "minderwertig" gefühlt hab. Weil es mir doch eigentlich äußerlich betrachtet gut geht und anderen noch viel schlechter und so....

skillstraining
04.10.2014, 19:58
nein, eigentlich nicht.
Ich habe nur das Gefühl in leere Augen zu blicken.

wie meinst du das?

skillstraining
04.10.2014, 20:06
@ cappu jaja die Wissenschaft. ich finde es sehr schade, dass das heute so läuft wie es läuft. vielleicht erwarte ich aber auch einfach zuviel. nur denke ich, der gesetzgeber will doch eigentlich schon dass die hochschulen forschen, warum geht das nur noch über drittmittel?warum muss man die leute dermaßen verheizen?
ich kann depression nicht so ganz sehen wie du. ich finde mich sehr verantwortlich dafür, auch wenn ich einsehe, dass gewisse biologische gegebenheiten dazu führen. so bin ich einfach extrem empfindlich und das auf allen ebenen. und ich reagiere total schnell auf änderungen in der umgebung. daas war vielleicht mal vorteilhaft als es darum ging zu überleben, wer weiß.irgendeinen sinn wird so eine hyperlabiles system schon haben. hmm. ich werde aber nochmal darüber nachdenken, ob ich das tatsächlich so somatisch sehen kann. ich fühle mich einfach sehr sehr verantwortlich und verurteile mich dafür, dass es mir einfach nicht gelingt, meine Ziele zu erreichen.

cappucino15
04.10.2014, 22:37
Skill, ich meinte das auch nicht in dem Sinne, das man alle Verantwortung von sich weist. Aber das Sich-Verurteilen hat dann keinen Sinn mehr. Du kannst nichts dafür, dass Dein Stoffwechsel oder was auch immer so ist, wie er ist. Wie Du damit umgehst, dafür bist Du natürlich schon verantwortlich, klar. Aber es ist doch nicht Deine "Schuld". das Du depressive Schübe hast!

dicke_Wade
04.10.2014, 23:59
ich kann depression nicht so ganz sehen wie du. ich finde mich sehr verantwortlich dafür, auch wenn ich einsehe, dass gewisse biologische gegebenheiten dazu führen.
Und genau aus dem Grund machen Therapien ihren Sinn. Medikamente sind gut und wichtig aber können die Einstellung zur Krankheit und zu sich selbst nicht ändern. Wenn du daran nicht arbeitest drehst du dich im Kreis, noch mehr, als die Krankheit allein schon vverursacht.

Du bist nicht schuld!

Gruss Tommi

skillstraining
05.10.2014, 12:25
gestern brauchte ich das Laufen wieder sehr sehr. Ich war sooo geladen. IGlücklicherweise konnte ich am Abend dann noch laufen gehen. Bin natürlich viel zu schnell los, hab sofort seitenstechen und krämpfe bekommen, wie das immer so bei mir ist. irgendwie ging es dann und ich hab versucht immer mal eine minute so schnell zu laufen wie möglich. das ging ganz gut. frische luft, weiter blick, und dann noch sonnennuntergang. am ende war die welt wieder in ordnung

dicke_Wade
06.10.2014, 04:05
Feinchen :)

skillstraining
07.10.2014, 21:39
leer
einfach nur leer

ich suche gerade im netz nach dingen die mich interessieren könnten. aber meistens kostet es doch viel geld.

skillstraining
08.10.2014, 18:02
hmm, jetzt hab ich gesehen dass der wettkamof nächsten wochenende nochmal teurer geworden ist. irgendwie sträube ich mich soviel geld auszugeben nurdüe 10km.

skillstraining
08.10.2014, 21:15
verflucht, ich krieg das irgendwie nicht hin, mich aufzuraffen. Heute bin ich bewusst nicht laufen gegangen, weil es mir wie eine selbstverarschung vorkam, denn lust hatte ich keine und ich wäre nur gegangen, damit der nachmittag und abend sich nicht so entsetzlich sinnlos anfühlen würde. nun ließ ich es also, aber es gelingt mir partout nicht, meine Zeit sinnvoll zu gestalten bzw. so dass es sich stimmig anfühlt. bin verzweifelt.

habe mir aber neue laufschuhe bestellt. weil meine ganz schön hinüber sind. am liebsten würde ich morgen früh laufen gehen, das wäre das beste nach einem scheußlichen abend. laufen, spüren, riechen, atmen. aber geht ja nicht, muss ja arbeiten.

gestern hatte ich ein tolles gefühl. habe intervalltraining gemacht und ich würde das eigentlich gern öfter machen. habe wirklich den eindruck gehabt, dass ich schneller werden könnte. also...da geht noch was.
leider hab ich mich bisher mit meiner uhr noch nicht so sehr beschäftigt. bisher habe ich mich einfach schon immer sehr an de gps aufzeichnung erfreut. allerdings hätte ich gern mal die 1000m gemessen.

skillstraining
10.10.2014, 09:28
jetzt hab ich die anmeldung für den 10er verpasst. und nachmeldung ist zu teuer. habe gestern schon geforscht ob es noch irgendwo in der nähe eine kleine veranstaltung gibt, aber irgendwie habe ich in meinem ganzen Sumpf ganz schön getrieft. schade, ich fühle mich gerade für die 10 im moment fit, so dass ich einfach neugierig wäre welche zeit bei einer laufveranstaltung rauskäme. so werde ich nun aber wohl einfach in die langen strecken wieder übergehen.

seit einigen tagen entspinnt sich nun der gedanke an einen marathon in meinem kopf. allerdings muss ich dann erstmal meine knie-und hüftprobleme in den griff bekommen. ich scheue mich wie immer, deswegen zu einem arzt zu gehen, weil ich ja selber schuld dran bin, denn offensichtlich habe ich ja die falsche technik, sonst würde es ja nicht weh tun.
geträumt hab ich letzte nacht auch schon davon, dass mein linkes bein deutlich länger ist als das rechte... .

dicke_Wade
10.10.2014, 12:37
ich scheue mich wie immer, deswegen zu einem arzt zu gehen, weil ich ja selber schuld dran bin, denn offensichtlich habe ich ja die falsche technik, sonst würde es ja nicht weh tun.
Was genau "Schuld" ist, kann dir nur der Arzt sagen :wink: Und bedenke, die Leute, die sich ihren Körper vorsätzlich ruinieren und nichts selbst für ihre Gesundheit tun, haben keinerlei Skrupel, sich auf deinen Krankenkassenbeiträgen auszuruhen.

Ich höre das immer wieder in meinem Umkreis (auch hier im Forum), wenn Sportler mit ihren "Wehwehchen" zum Arzt gehen wollen, "sie seien doch selbst schuld, nun sollen sie nicht auf "meine" Beiträge nicht auch noch den Arzt sinnlos belegen". Find ich persönlich Schwachsinn. Klar, wenn ich weiß, was ich habe und auch weiß, wie ich das beheben kann, dann brauch ich keinen Arzt, aber für alles andere sind sie da. Punkt.

Gruss Tommi

Lilly*
10.10.2014, 13:23
Na, hast du dich vom Intervalltraining anstecken lassen? :wink:

skillstraining
11.10.2014, 13:30
ich hab gestern eine laufbandanalyse gemacht. nach 2008 also die zweite. damals riet man mir ja zu stabil-schuhen. gestern allerdings keine spur vom einknicken. vielleicht sind andere schuhe dann echt besser für mich, und ich bekomme weniger knieschmerzen?

skillstraining
11.10.2014, 13:31
Na, hast du dich vom Intervalltraining anstecken lassen? :wink:

naja was heißt anstecken lassen. allein hab ich sowas noch nie gemacht und ich weß auch nicht ob ich das allein mal machen will. ich finde es bei schwimmen ja auch immer seltsam da meine einzelarbeit zu machen, wenn alle anderen in einem tempo und stil vor sich hin schwimmen.

Lilly*
11.10.2014, 13:47
naja was heißt anstecken lassen. allein hab ich sowas noch nie gemacht und ich weß auch nicht ob ich das allein mal machen will. .

Einen Lauftreff hast du bei dir noch nicht gefunden, stimmts? Oder einen Verein? Zusammen ist es jedenfalls deutlich einfacher als alleine, finde ich.

skillstraining
11.10.2014, 13:52
doch doch ich geh zum lauftreff einmal in der woche

Lilly*
11.10.2014, 13:59
Wann ist das? Wie sind die Leute? Macht ihr immer dieselbe Strecke oder variiert das?

skillstraining
11.10.2014, 17:14
nun es ist meistens so dass ich eine handvoll leute trifft jede woche zur gleichen zeit am treffpunkt. dann gibts lauf-abc und dann meistens eine runde durch die gegend, in vershciedenen gruppen je nach tempo. manchmal ist das training aber auch anders, wie eben intervalltraining oder treppentraining, das ist aber eher selten. ist ganz nett auf jeden fall. bisher war ich noch nicht bei anderen lauftreffs, da ich immer nicht weiß wie ich hinkommen soll. im sommer ist das sicher ok verschwitzt auf dem rad eine strecke zurückzulegen, jetzt wird das langsam schon eher eklig.

skillstraining
12.10.2014, 21:07
heute war ich gefühlt wieder gut unterwegs, 13,6 km, durschnittspace 6,0. War ganz gut, nur seitdem fühle ich mich blöd. dass ich es nach 6 jahren laufen noch immer nicht richtig hinkrieg meinem Körper zu geben was er braucht. Offensichtlich fehlt mir mal wieder Flüssigkeit und auch Salz, denn wenn ich eine Brühe esse und genug trinke, verschwinden Kopfschmerzen und bähgefühl. Aber das ich bei nur 13km schon echt salzverlust habe... . naja.
Eigebntlich weiß ichs ja auch. Wobei die Kopfschmerzen vielleicht auch kommen weil ich ja auch Probleme mit der Schulter habe.
jetzt hab ich aber auch noch zipperlein im oberschenkel was ich ja noch nie hatte.
Aber das laufen selber war sehr schön, in der Sonne und in der wunderschönen Umgebung. Toll.

habe mich gefragt, da es mit dem Laufen derzeit so gut geht und sich gut anfühlt, dass es mir ja eigentlich psychisch besser zu gehen scheint, da das ja auch zusammen hängt. davon merke ich aber irgendwie nichts oder übersehe ich da was?:confused:

Pastis
12.10.2014, 21:16
Oder du läuftst besser, weil es dir besser geht? Wer weiß das so genau? Hauptsache es geht dir besser!

Und warum schimpfst du so mit dir? Ich kriege das nicht hin, ich bin selber Schuld, ich müsste ja wissen usw. usf.
Glaubst du wirklich, dass das auf allen anderen zutrifft? Meinst du, dass es andere besser können? Kannst du dir nicht vezeihen, dass du auch nur ein Mensch bist?

skillstraining
12.10.2014, 21:26
ich finde ja nicht dass es mir gut geht. aber die laufleistung ist gut. daher denke ich, dass es mir ja vielleicht doch gut und ich nur vergessen habe, das zu merken. wer weiß :)

ist mir gar nicht bewusst dass ich dass so mache mit dem schuldfürirgendwas geben, danke für die rückmeldung. da werd ich mal mehr drauf achten

cappucino15
12.10.2014, 21:32
Skill, ich find auch, dass Du ziemlich hart mit Dir ins Gericht gehst. Du darfst Dich ruhig mal über etwas freuen, wenn es Dir gelungen ist, ohne es gleich zu hinterfragen! Ist doch egal, wie Dein Zustand auf der nach oben offenen Depri-Skala ist: Du hattest einen schönen Lauf, genieß es und frag nicht weiter:daumen:

Lilly*
12.10.2014, 22:41
Mir fällt da eine schöne Geschichte ein..

Der alte Indianer Seskateh und sein Enkel Tahuameh saßen in ihrem Tipi, ihrem Zelt, am Lagerfeuer. Seskateh, von vielen harten Wintern gezeichnet, war ein weiser Mann. Sein langes, weißes Haar reichte ihm bis zur Hüfte. Seine faltige Haut war gegerbt von der Sonne.
Tahuameh, ein Knabe von etwa 6 Jahren, verehrte seinen Großvater. Er liebte vor allem die vielen Geschichten, die der alte Mann zu erzählen wusste.
Eine Zeit lang starrten beide wortlos in die lodernden Flammen. Nach einer Weile forderte der Kleine seinen Großvater auf, ihm eine Geschichte zu erzählen. Und so begann der weise Mann....

"In Deinem Leben wird Dir vieles widerfahren, Tahuameh. Doch wisse, dass alles, was Dir widerfährt, aus Deinem Herzen kommt. In Deinem Herzen leben zwei Wölfe.

Der eine Wolf, das ist der Wolf der Dunkelheit, der Ängste, des Misstrauens und der Verzweiflung.
Er bringt Dir böse Träume, viel Leid und Schmerz.

Der andere Wolf, das ist der Wolf des Lichts, der Hoffnung, der Lebensfreude und der Liebe.
Er bringt Dir gute Träume, er schenkt Dir Mut und Hoffnung, er zeigt Dir den rechten Weg und gibt Dir weisen Rat."

Tahuameh sah seinen Großvater mit großen Augen an.

Der Alte schwieg eine Weile und legte seine Hand auf die Schulter des Knaben.
Voller Ungeduld sagte der Kleine "Erzähl weiter, Großvater. Was ist mit den Wölfen in meinem Herzen?" Und so fuhr der Alte fort...

"Beide Wölfe kämpfen oft miteinander. Sie umkreisen sich gegenseitig und fletschen ihre Zähne.
Sie gehen sich gegenseitig an die Kehle, so lange bis einer der beiden kraftlos zu Boden sinkt. Doch sie können nicht sterben. Denn sie sind keine gewöhnlichen Wölfe. Immer wieder, Nacht für Nacht, Tag für Tag erwachen sie zu neuem Leben und beginnen von vorn. Sie ruhen niemals."

Wieder schwieg der alte Mann eine Weile. Doch Tahuameh war ungeduldig.
"Welcher Wolf gewinnt ?" fragte der Enkel. "Großvater, sag schon. Welcher Wolf gewinnt?"

"Der, den Du mehr fütterst!" antwortet der Indianer...“

Pastis
12.10.2014, 22:57
Skill: ich habe zurück gelesen, um zu sehen, ob ich dir unrecht tue, wenn ich denke, dass du dir soviele Vorwürfe machst; könnte ja auch nur so ein Eindruck von mir sein:

- dass ich es nach 6 jahren laufen noch immer nicht richtig hinkrieg meinem Körper zu geben was er braucht.
- ich scheue mich wie immer, deswegen zu einem arzt zu gehen, weil ich ja selber schuld dran bin, denn offensichtlich habe ich ja die falsche technik,
- verflucht, ich krieg das irgendwie nicht hin, mich aufzuraffen.
- ich kann depression nicht so ganz sehen wie du. ich finde mich sehr verantwortlich dafür
- ich fühle mich einfach sehr sehr verantwortlich und verurteile mich dafür, dass es mir einfach nicht gelingt, meine Ziele zu erreichen.
- Oh man ich bin echt eine Last für das Gesundheitssystem
- Jetzt bin ich müde und krieg mich garantiert nicht mehr motiviert in der fremden Stadt mich mit fremden menschen zu verabredne um fremde Gespräche zu führen, aber nur das würde mir tatsächlich eventuell langfristig helfen. also es wird zeit aufzuhören mit dem sleber verarschen
- hilfe habe ich bereits nur auch schon so viele jahre mittlerweile dass ich auch das als scheitern empfinde wieder und wieder hilfe zu brauchen.
- nun ist es sicher auch kein zufall dass ich mich da in eine situation verzettelt habe, denn so bin ich.


hast du geschrieben. Dazu kommst, dass du sensibel wie du bist, an vielen Schwachstellen rumknabberst: Da willst du dich ändern, hier musst du noch was tun und hier gäbt es noch etwas zu erarbeiten.

Mir scheint, dass du es dringend brauchst, dich sehr, sehr viel besser selbst zu akzeptieren so wie du bist. Ja, Menschen ändern sich. So oder auch bewusst. Dennoch gibt es ein Grundgerüst, ein DU und mit diesem Grundgerüst solltest du mal Freundschaft schließen statt darauf rumzuhacken.

Wir haben alle ganz ätzende Macken, wir zweifeln an uns, wir versuchen den ganzen Mist nicht auf die große Glocke zu hängen - falls das alle merken, wenden sie uns vielleicht den Rücken zu. Und so kommt es, dass wir so einen ziemlich guten Eindruck machen auf anderen. Nur tief in uns selbst, wissen wir von den ganzen Unzulänglichkeiten und weil sie jeder so gut versteckt, denken wir von anderen, dass sie besser sind, dass sie sowas nicht haben. Oder anders. Weniger als wir und sowieso nicht so characterentstellend!

Mach's dir bewusst - wir kochen alle nur mit Wasser. Für dieses Erkenntnis habe ich einige Jahre in Therapie verbracht - haha...für das bißchen, weiß du? Und dennoch ist es so wichtig!

Pass auf dich auf!

Lilly*
13.10.2014, 07:27
Wir haben alle ganz ätzende Macken, wir zweifeln an uns..

..wir kochen alle nur mit Wasser..


:unterschreib:

skillstraining
13.10.2014, 19:45
hmm heißt das etwas ich muss gar nicht die perfekte figur haben, immer fröhlich sein, erfolg haben, einen gutaussehenden intelligenten charmanten liebevollen partner vorweisen, einen festen freundeskreis haben, eine nette familie haben?

:)

Danke für die vielen Worte. Es ist ein sehr anstregender Weg, die kindliche Überzeugungen über mich und die Welt zu revidieren.
Gerade seit ein paar Tagen habe ich den neuen Gedanken, dass ich unglaublich viel Energie aufwende um jedes Problem zu mildern oder zu lösen, anstatt es auch mal so wie es ist sein zu lassen.

Lilly*
13.10.2014, 19:49
hmm heißt das etwas ich muss gar nicht die perfekte figur haben, immer fröhlich sein, erfolg haben, einen gutaussehenden intelligenten charmanten liebevollen partner vorweisen, einen festen freundeskreis haben, eine nette familie haben?

:)


Guck an, Witzchen reißen geht schon wieder! :wink:

MikeStar
13.10.2014, 20:33
hmm heißt das etwas ich muss gar nicht die perfekte figur haben, immer fröhlich sein, erfolg haben, einen gutaussehenden intelligenten charmanten liebevollen partner vorweisen, einen festen freundeskreis haben, eine nette familie haben?

:)

Das Wichtigste ist, dass DU mit deinem Leben, deinen Leistungen und dir selbst zufrieden bist. Das Bild, dass uns Medien o.ä. Einrichtungen vorgaukeln, sollte bei dem, was uns wichtig ist, völlig ausgeblendet sein. Vieles davon trägt nur dazu bei, dass wir unsere eigenen Erfolge kleinreden und das was wir haben nicht mehr schätzen, weil uns irgendwas die Illusion nahelegt, dass es doch besser sein könnte. Dadurch werden Banalitäten zu riesigen Probleme und kleine Erfolge zu Niederlagen.

Löse erstmal nur die Probleme, a) deren Lösung dir selbst gut tut, und b) die du selbst lösen kannst. Die aufgesparte Energie kannst du wieder in Dinge stecken, die dir gut tun. :)

skillstraining
13.10.2014, 20:47
also ich finde das ganz schwer herauszufinden, wieviel ist gut genug?sollte ich mich nicht besser anstrengen? für den abschluss meines ersten studiums bin ich weit über meine grenzne gegangen weil ich den anspruch an eine guten abschluss hatte. leider war dazu sehr viel auswendig lernen nptwendig, was mir nicht besonders liegt. ich habe also geshcuftet bis zum umfallen bis ich tatsächlich umgefallen bin und davon habe ich mich bis heute nicht mehr erholt. war das aber an sich der falsche anspruch?
wann merkt man, dass man eben mittelklasse ist?und woran?

ich habe leider nicht dieses gesunde basis an selbstvertrauen in meine leistungen und auch nicht die gewissheit, dass ich so wie ich bin, genau richtig bin, also eiere ich durch mein leben und empfinde niederlagen tatsächlich als umfassend vernichtend

Lilly*
13.10.2014, 20:51
und auch nicht die gewissheit, dass ich so wie ich bin, genau richtig bin

Wie wärst du denn eigentlich gerne? Hast du davon ein Bild im Kopf?

MikeStar
13.10.2014, 21:01
also ich finde das ganz schwer herauszufinden, wieviel ist gut genug?sollte ich mich nicht besser anstrengen? für den abschluss meines ersten studiums bin ich weit über meine grenzne gegangen weil ich den anspruch an eine guten abschluss hatte. leider war dazu sehr viel auswendig lernen nptwendig, was mir nicht besonders liegt. ich habe also geshcuftet bis zum umfallen bis ich tatsächlich umgefallen bin und davon habe ich mich bis heute nicht mehr erholt. war das aber an sich der falsche anspruch?
wann merkt man, dass man eben mittelklasse ist?und woran?

ich habe leider nicht dieses gesunde basis an selbstvertrauen in meine leistungen und auch nicht die gewissheit, dass ich so wie ich bin, genau richtig bin, also eiere ich durch mein leben und empfinde niederlagen tatsächlich als umfassend vernichtend

Niemand ist Mittelklasse. Jeder Mensch ist von Geburt an Oberklasse!

Ganz offen, ich habe auch Ewigkeiten gebraucht, zu lernen mich nicht an anderen zu orientieren und bzw. auf mich selbst zu hören und nicht auf den Quatsch, den andere versuchen einem aufzuschwatzen.
Das heißt nicht, dass ich mich nicht versuche zu pushen um bessere Leistungen zu erreichen, aber meine Ziele setze ich mir selbst, und nur ich.
Ich hab auch einen Burnout auf der Arbeit gebraucht um das alles zu erkennen.
Es ist nicht verkehrt Ansprüche an sich selbst zu haben, im Gegenteil. Allerdings sollte es nicht darin ausarten, dass man sein ganzes Leben an dem Erreichen gewisser Leistungen ausrichtet.

Definiere was dir selbst wichtig ist, was dich glücklich und zufrieden macht, was dich zum lachen bringt, usw... und genieße die Momente in denen du es erreichst. Setze dir bewußt viele kleine Ziele, anstelle weniger großer Ziele - z.B. jeden Monat 10 sek. schneller, anstatt nach einem Jahr 2 Min schneller.

Versuche jedes positive Erlebnis bewußt wahrzunehmen und koste diese Augenblicke aus.

skillstraining
13.10.2014, 21:09
Wie wärst du denn eigentlich gerne? Hast du davon ein Bild im Kopf?

hehe siehe oben :zwinker4:

skillstraining
13.10.2014, 21:14
ach na komm mike, ich meine mittelklasse ist ja normal. eben nicht besonders gut und nicht besonders schlecht. bestimmt hat jeder normale mensch etwas worin er ein bisschen besser oder ein bisschen schlechter ist als andere und dann gibt es noch welche, die haben ein talent aber da muss man dann auch viel tun um tatsächlich besser zu sein also oberklasse.

Ich setze mir eigentlich gar keine Ziele wenn ich mir das so überlege. Vielleicht sollte ich das mal tun um mehr Struktur reinzukriegen. Im Moment habe ich einfach nur noch Wünsche.

skillstraining
15.10.2014, 18:56
vorhin mustse ich mal wieder weglaufe, weil ich so geladen bin so wütend und ich meine situation hasse. aber es hilft nichts, ich muss da jetzt durch, nur wünschte ich mir wirklich sehr, ich wäre nicht so allein.
warum kann ich nicht endlich mal wissen, ob mein arbeitsvertrag verlängert wird?
ich ertrag das nicht. und ich ertrag diese kack-WG hier nicht, ich will endlich hier raus, auf nimmerwiedersehen.
gnaaaaa. ungeduld meine schwäche

dicke_Wade
16.10.2014, 05:23
ich finde ja nicht dass es mir gut geht. aber die laufleistung ist gut. daher denke ich, dass es mir ja vielleicht doch gut und ich nur vergessen habe, das zu merken. wer weiß :)

Ich will darauf mal was Philosophisches antworten: Manchmal übersehen wir auf der Suche nach dem Glück, dass wir bereits glücklich sind :)

Gruss Tommi

dicke_Wade
16.10.2014, 05:31
Ich setze mir eigentlich gar keine Ziele wenn ich mir das so überlege. Vielleicht sollte ich das mal tun um mehr Struktur reinzukriegen. Im Moment habe ich einfach nur noch Wünsche.
Ja tu das :daumen: Kleine Ziele und erfreue dich daran, wenn du sie erreicht hast. Du kannst uns davon auch berichten, wenn du magst :)

Gruss Tommi

skillstraining
16.10.2014, 17:16
für Ziele braucht man aber auch irgendwie Kraft. In den letzten Jahren war ja ständig irgendein Ziel zu ereichen, Studiumsabschluss, Berufseinstieg, nochmal Studium, nochmal Berufseinstieg. Jetzt will irgendwie ausruhen, ein Nest haben und einfach mal Alltag haben. Aber das ist in weiter Ferne.

skillstraining
16.10.2014, 19:42
oke jetzt hab ich eins: ein läufchen gefunden am 15.11. und angemeldet für die 10km :) dann schaumermal was das wird

Lilly*
16.10.2014, 20:05
Ich hatte die letzten Jahre immer so einige Ziele. Da ich auch eine kleine Excel-Listen-Fetischistin bin, habe ich mir immer eine Jahresübersicht gemacht und die jeweiligen Ziele bis Jahresende oder für den jeweiligen Monat vermerkt. Am Silvestermorgen setze ich mich dann immer hin und schau an, ob das Jahr über alles geklappt hat und was ich für das nächste Jahr auf dem Schirm habe.
Und für dieses Jahr hatte ich kaum was.. Naja, abgesehen vom Laufen/schneller werden. Aber die größten Baustellen waren beseitigt und so viel wie in den letzten Jahren gab es nicht zu tun. Ist schon seltsam. Ich für meinen Teil hab gemerkt, wenn ich nicht besonders auf etwas fokussiert bin, schleicht sich erstens eine Faulenzerei ein und zweitens habe ich mehr Zeit zum Grübeln. Wenn man dagegen gewisse Dinge im Auge hat und sich auf etwas fokussiert, ist man genug abgelenkt oder beschäftigt, um sich nicht über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die man sowieso grad nicht ändern kann.

Freut mich, dass du dich nun auch eingereiht hast und auch einen 10er im November machst! Ein Mitstreiter mehr! :daumen:

skillstraining
16.10.2014, 23:53
Lilly du stehst auf Pläne oder? Laufpläne, Jahrespläne,... :)Auf so eine Idee bin ich noch nie gekommen. Aber liegt wohl auch daran, dass in meinem Leben sowieso immer anders gekommen ist als ich es geplant habe. Also wozu planen?

Und ein Ziel. Naja, ich hab ganz klar Angst vor der Enttäuschung die schon jetzt unaufhaltsam auf mich zukommt. Also mein Gedanke daran mich jetzt mal auf einen Marathon vorzubereiten, so als Jahresziel, ist doch nur aus der Verlegenheit heraus, weil ich meinem eigentlichen sehnlichsten Herzenswunsch nicht näher komme. Und ich krieg das nicht weggeschoben. Ich will eigentlich micht nicht nur irgendwie beschäfigen, wenn ich eigentlich was ganz anderes will

skillstraining
17.10.2014, 10:40
Meine blöde Schulter. Jedesmal wenn ich etwas schneller laufen will, bekomme ich wahnsinnig schmerzen in der rechten Schulter :(. Weiß gar nicht wie ich damit umgehen soll

skillstraining
17.10.2014, 17:03
:nick: ich bin ein schnäppchen jäger. Ich mag langfristige anmeldungen für Läiufe ja gar nicht. Aber ich hab jetzt mal schon total früh den nächsten HM klar gemacht, Ende April. Zumindest tut es dann finanziell nicht so ganz doll schlimm weh, wenn es dann doch nicht klappt

MikeStar
18.10.2014, 10:09
Glückwunsch zur Anmeldung! :daumen: Richtig so!

Ich mag langfristige Anmeldungen auch nicht... lieber spontan entscheiden.

Was die Schulter betrifft, kann das an einer verkrampften Haltung und damit verspanntem Muskel liegen. Lockerst und dehnst du deine Schultermuskulatur beim Warmlaufen? Armkreisen, leichtes Überstrecken, Schulterkreisen... sind z.B. Übungen dafür.

skillstraining
18.10.2014, 11:16
muss ich wohl mal machen :) danke für den tipp

heute ist kein guter tag. alle vorhaben sind geplatzt wegen lok-streik und weil sowieso alles blöd läuft, ich geh mir selber aufs schwein und weiß nichts mit meiner vielen freien zeit anzufangen.blödes leben

skillstraining
23.10.2014, 23:03
ich kann gar nicht soviel laufen wie ich kotzen möchte.
mein ganzes leben ist ein scherbenhaufen

Lilly*
23.10.2014, 23:13
Willkommen im Club.

cappucino15
24.10.2014, 07:22
Hey, was ist los, Ihr Zwei?

tb15rr
24.10.2014, 09:56
...schade....

MikeStar
24.10.2014, 17:01
Stand hier nicht vor kurzem eine Antwort von skillstraining?

Lilly*
24.10.2014, 17:44
Ja. Die ist irgendwie verschwunden..

skillstraining
24.10.2014, 20:30
hallo. ich wollte das dann hier nicht mehr so stehen haben.

skillstraining
24.10.2014, 20:40
ab heute nun wieder laufen unter Medikamenten

Tag 1 - Laufen mit Elontril
Ich bin seit über einem halben Jahr um die Medikamentenpackung herumgetänzelt und konnte mich bisher nicht durchringen. Aber jetzt reichen die normalen Skills wie laufen gehen nicht mehr aus. Nun denn. Gab es heute vor dem freitagmorgenlauf noch ein Pillchen und bin dann direkt losgestartet. Ich war recht flott unterwegs, es gibt ja gerade auch genug wegzulaufen (pace 5:36). Nach der Hälfte bin ich dann meinen Emotionen näher gekommen, also bin ich dann heulend weiter gelaufen. Naja muss heute wohl mal sein. Ist immerhin besser als nur noch zu erstarren. Von dem Medikament hab ich nichts gespürt, auch der weitere Tagesverlaiuf gestaltet sich ausgeprochen und erfreulicherweise recht nebenwirkunsgarm. Aber es ist erst Tag 1, noch ist ja kein Wirkspiegeln aufgebaut. Ich habe ein bisschen arg Herzklopfen und einen höheren Puls, aber sonst ist gut, neben allem was nicht gut ist. Meine Nerven liegen unwahrscheinlich blank was zu häßliche Szenen im Alltag führen kann..

skillstraining
26.10.2014, 17:34
tag 3
heute wäre ein lalauf drangewesen. aber ich mag grad nicht. vermutlich verliere ich jetzt kurz vorm 15.11. doch meine tolle 10km form. aber es fühlt sich eben an, als hät mir jemand in die kniekehlen gehackt und ich bin eingeknickt. am aufstehen arbeite ich noch, kann dauern. vom medikament verspüre ich nichts. wenn es keine nebenwirkungen gibt, werde ich auch keine wirkung erwarten können. aber dann wird nopch aufdosiert. mal sehen. ansonsten heute:platt

cappucino15
26.10.2014, 17:43
Skill, Nebenwirkungen sind doch nicht zwingend vorhanden! Ich hatte nie welche von meinen Anti-Depri-Pillen!

Und weißt, wenn Du keine Lust zum Laufen hast, dann geh eben! Spazieren oder so! Bleib dran! Du schaffst das!





(Und verrat uns mal Deinen Garmin-Namen, gern auch per PN)

skillstraining
26.10.2014, 18:15
ja cappu, vielleicht wirken sie ja trotzdem. ich hatte bisher immer arg nebenwirkungen in den ersten tagen und bin ganz überrascht. ich war heut auch nicht untätig, ich frage mich nur gerade wann ich die ganzen laufeinheiten nachholen soll ;)

dicke_Wade
27.10.2014, 05:30
Nicht nachholen. Einfach weiter trainieren :wink: Und statt dass du die Wirkung anzweifelst, weil du keine Nebenwirkungen verspürst, freu dich, dass du von ihnen verschont bleibst :wink: Ich finds gut, dass du die Medikamente nimmst. Sie sind für dich da um dir zu helfen und ich hoffe, dass es dir damit besser geht :)

Gruss Tommi

skillstraining
27.10.2014, 09:59
hab urlaub und eben den lauf von gestern nachgeholt, wobei es weniger war als ursprünglich geplant, aber da ja gerade sowieso nichts mehr nach plan läuft, ist das auch egal.
ja ich bin auch froh dass das medikament nicht so reinhaut wie die anderen.

Pastis
27.10.2014, 10:05
Ich habe auch keine Nebenwirkungen gehabt und wünsche dir, dass es für dich mit diesem Medikament auch so gut klappt! :daumen:

skillstraining
28.10.2014, 17:06
tag 5
doch seit gestern merke ich schon was. ich bin nach wie vor total platt, aber vielleicht ist das auch die nebenwirkung der lebensereignisse. die ersten stunden heute morgen war ich nah dran an panisch zu werden, völlig verrückt irgendwie. heute mochte ich jedenfalls weder aufstehen noch sonst irgendwie tätig sein, trotz herrlicvhem sonnenschein, der micvh gerade mal kann.
irgendwann spät hab ich mich aufgerappelt und bin in den laufsportladen, da ja noch das projekt neue schuhe anstand (darf ich mir jetzt eigentlich was kaufen wo ich doch weiß in kürze kein geld mehr zu verdienen?). ich hatte glück, nachdem ich mich neulich ja schon durchprobiert hatte und durch die laufbandanalyse erfahren habe dass ich keine stabi-schuhe mehr brauche, gab es noch ein preisreduziertes vorjahresmodell für mich vom adidas superdings keine ahnung was :daumen:. meine beidenn asics die ich noch habe sind uralt und total runter, und das neueste paar was ich hatte wurde mir ja geklaut :confused: daher wurde es wirklich allerhöchste zeit für ein neues paar. ich freu mich jedenfalls drüber, nur heute finde ich wohl leider eher nichtmehr die energie zum testen.

Pastis
28.10.2014, 17:13
Ja, du darfst dir noch was kaufen!
Und heute warst du ja schon tätig und hast sie besorgt - viel Spaß damit die Tage, wenn Du wieder laufen gehst! :daumen:

Ich würde nicht so schnell die Empfindungen, die du gerade hast, als Nebenwirkungen bezeichen - du machst ja gerade einiges durch. Aber selbst wenn bleibt ja abzuwarten (und hoffen), dass Nebenwirkungen, die oft in den ersten Wochen auftreten, sich danach auch wieder legen.

Lilly*
28.10.2014, 22:42
Meine Mutter sagt immer: Man muss sich auch was gönnen können! :wink:

skillstraining
29.10.2014, 15:42
tag 6
boah das geht grad irgendwie gar nicht. ich bin so kaputt, hab überhaupt keine energie. ich glaube schon dass es an dem medikament liegt.
würde es am liebsten wieder sein lassen :(
die neuen Schuhe habe ich heute getestet und auch die intervallfunktion der uhr, aber es ging nicht besonders gut. die schuhe drücken leider an einer stelle, bzw ist da eine naht die stört, aber sonst sind sie gut.

Pastis
29.10.2014, 17:21
Schade, und wie fühlst du dich sonst damit? Also nicht im Bezug aufs Laufen? So 2-4 Wochen muss man sich ja ggf gedulden, wenn die Nebenwirkungen nicht arg gravierend sind.

skillstraining
30.10.2014, 10:01
tag 7
ja ich lass es wieder sein mit dem medikament. mir gehts krass, liebeskummer ohne ende, zukunftsängste ohne ende und dann ein langes wochenende in einer fremden stadt bevor, ohne internet und ohne soziale kontakte

cappucino15
30.10.2014, 10:32
Red erstmal mit deinem Doc, bevor Du das wieder absetzt. Es gibt in der Regel nämlich Alternativen, eventuell haben die weniger Nebenwirkungen.

skillstraining
30.10.2014, 21:22
ich bereue es gerade nicht, nicht durchgehalten zu haben. Ich fühle mich heute tatsächlich fitter, generell aber natürlich sehr belastet.
Habe glück und noch internet. mal sehen wie lang es anliegt :)
das schöne an neuen wohnungen ist ja auch das entdecken neuer laufstrecken. dass muss noch ein bisschen warten, aber bald gehts los. also neue schuhe, neue strecke..:)
fehlt nur noch die neue perspektive.

skillstraining
01.11.2014, 08:47
ganz schön sch...in einer fremden stadt zu hocken und zu wissen dass ich anderswo meinem lieblingssport frönen könnte

skillstraining
15.11.2014, 17:03
nun mal wieder ein lebenszeichen von mir. Lauftechnisch sah es in den letzten zwei Wochen so sehr mau aus, dass ich eh nichts zu berichten hatte. Es stand ja aber heute noch der 10km Lauf an, denn ich noch machen wollte dieses Jahr. ich versuche mal einen kurzen Laufbericht:

Nachdem ich die Anmeldung zum DD-Marathon verpasst hatte, wo ich gern noch 10km gelaufen wäre, suchte ich mir noch eine Alternative. Diese fand heute statt und zwar im Wald. (auenwaldlauf in Leipzig)

Meine Vorraussetzungen allerdings waren denkbar ungünstig. Denn: es geht mir nicht gut. Es geht mir überhaupt gar nicht gut, und ich fühle mich nicht nur schwach, hohlwangig und bleich sondern ich bin es auch. So ein Rundumschlag des Lebens raubt alle Kraft und ich habe mich noch nicht wieder auch nur ansatzweise hochgerappelt. Also: An viel Laufen ist derzeit nicht zu denken, warum weiß ich eigentlich gar nicht, aber ich mag das im Dunkeln auch nicht, wenn ich die Gegend nicht kenn und dann muss ich gerade mir irgendwelche bewerbungen aus den fingerspitzen saugen. die waren es auch, die mir gestern den nerv raubten und ich habe den ganzen tag geheult. wirklich den ganzen tag. von morgens bis abends. ich bin völlig erledigt und erschöpft. und bitte wie soll ich in so einer verfassung an einem laufwettbewerb teilnehmen?
ich hab mich heute also genauso gfühlt. einfach nur gähh.bääh.wääh. hab gefroren weil ich viel zu früh da war und zu wenig klamotten dabei. aber ich habe mich gefreut, läufer der lauftreffs zu treffen und hier und da ein paar worte zu wechseln. das waR...schön :)
ich fühlte mich auch nicht nach laufen, ich habe nämlich gerade auch wieder reizdarm. Mein bauch ist also auch in gääh.bääh.wääh.stimmung.
Super.:nene:

mit 15 min verzögerun ging der lauf dann endlich los. Ich wollte das ja nur noch schnell hinter mich bringen.Zielzeit unter 1h, und heimliche Zielzeit unter 55 minuten. Es ging ja ganz gut an und ich wurde endlich warm und die Sonne kam raus und es ging durch den Wald und die schnellen Läufer waren eh schon alle weg, und ich hatte gut Platz. Ich kam wirklich ganz gut voran, ich sah nur einmal kurz auf die Uhr und fand die Pace gut. Nahm mir vor, dabei zu bleiben und es dürfte mir heute ruhig hinterher auch körperlich schlecht gehen, vielleicht lenkt das ja ab ;)

Nach 4,37km schaute ich das erste mal wie weit es noch ist,. Ich fand das zu dem zeitpunkt schon echt gut. hinter mir lief jemand schweres der sehr keuchte und japste und ich fragte mich, warum er dieses tempo läuft wo es offenbar zuviel war. die geräusche die er machte ekelten mich ein bisschen, aber ich kam hier auch nicht schneller voran.

ich lief weiter, und überlegte kurz musik anzumachen, denn wenn ich anfange ein bisschen lahm zu werden, hilft mir kalkbrenner immer wieder auf trab. ich ließ es aber, ich genoß den waldlauf und das draußen sein. links von uns waren kanuten auf dem wasser, die ich wie immer heimlich beneidetet. eigentlich wäre ich auch lieber auf dem wasser als beim laufen.

nach 7,3 km schaute ich wieder auf die Uhr, jetzt wusste ich, dass ich das tempo würde halten können. ich war erstaunt, dass ich nur zweimal eingeholt wurde aber mehr als zwei läufer überholte. Auf den letzten 2 km stand ich noch im duell mit einer mitläuferin, die ich dann aber auf den letzten ca. 500m ziehen lassen musste. egal. Ich war beim Zieleinlauf schon zufrieden mit mir . Die Zeitmessung erfolgrt per Lasern der Startnummer.
Erst danach fiel mir ein auf meine Uhr zu schauen. Sie sagte leider nur 9,8km an, dafür 53:50. Das offizielle Ergebnis habe ich noch nicht, aber ich kann schon annehmen dass ich mein heimliches Ziel, die Sub55 erreicht habe.:geil:

Und ich muss sagen. In der jetztigen Situtation, ist das wirklich sehr wohltuend.

cappucino15
15.11.2014, 19:15
Mensch skill, das hört sich doch toll an! Vom solchen Zeiten bin ich MEILENWEIT entfernt! Und ab und zu ein Erfolgserlebnis tut doch auch ganz gut, oder?

Also: Glückwunsch!!!!:respekt2::party2::party:

dicke_Wade
16.11.2014, 09:57
Ich froi mich auch für dich. Trotz aller Schwierigkeiten bist du zum Wettkampf angetreten. Haste fein gemacht! Und dann noch eine klasse Zeit gelaufen :daumen: Glückwunsch! :)

Das mit den lauten, rasselnden Atmern geht mir ähnlich. Ich gehöre (mittlerweile) zu denen, die eher leise atmen und wenn ich dann im selben Tempo jemanden laut schnaufen höre, dann kann mich das auch recht nerven :wink: Vor allem im Nacken und man kommt nicht weg von denen! :sauer:

Gruss Tommi

Pastis
16.11.2014, 10:16
Schöner Bericht und herzlichen Glückwunsch zu dem Ergebnis!! Vielleicht misst die Uhr ungenau (war ja im Wald)? Hast du mittlerweile die offizielle Zeit? Ich finde es so stark, dass du angetreten bist, obwohl es dir derzeit so schlecht geht. Daumen hoch, Hut ab!! Und dein Training war im Vorfeld ja nicht optimal, trotzdem bist du so gut gelaufen - ich freue mich für dich!

Wenn gerade alles einen nur runterzieht, ist so ein Erfolgserlebnis einfach gut für die Seele!

skillstraining
23.11.2014, 15:30
ich danke euch sehr für die worte. ich selber habe das natürlich nicht als etwas besonderes gesehen, trotz meines Zustandes zu dem Lauf zu gehen. Das war eben einer der Tagesordnungspunkte und musste erledigt werden. Durch Eure Rückmeldungen konnte ich das jetzt aber nochmal anders sehen :nick:

direkt am gleichen abend habe ich dann wieder mit meinem alten Medikament angefangen, also nicht das experiment von neulich, sondern das AD welches ich schon eine Weile genommen habe und dann wegen der Nebenwirkugnen abgesetzt habe. Ich leide nun an schlaflosigkeit, was ziemlich nervt, weil ich sonst so gern und viel schlafe :) aber das wird besser werden. Habe sonst ein gutes Gefühl und das Laufen klappt ja auch damit.

skillstraining
25.11.2014, 15:07
so endlich wieder dauerhaft online :) da kann ichja jetzt wieder rumspammen. Ich bin gerade hibbelig, aber eigentlich wollte ich noch etwas fleißig sein bevor ich loslaufe weil ich nach dem laufen bekanntlich immer viel zu faul bin um noch fleißig zu sein :haeh:.

heute gehts mir schon etwas leichter. Ich nehme jetzt seit 10 Tagen Citalopram und kann sogar schon wieder schlafen.
Hoffe es geht weiter so.

ich hatte mit dem gedanken gespielt meine neu erworbene Arbeitslosigkeit ab Januar für ein Marathontraining zu nutzen. Hab ja viel Zeit. Aber eigentlich fühle ich mich nach erst 2 gelaufene HM noch nicht bereit. Und meine Knie schmerzen ja auch immer schon ab KM 15.

Wie ich erfahren habe, habe ich irgendwelche senkfüße. Vielleicht machen die die schmerzen. Und ich sollte damit vielleicht mal irgendwohin gehen - zu einem orthopäden? ich weiß sowas ja immer nicht. schade dass meine füße nicht so schön sind

skillstraining
27.11.2014, 21:51
das laufen am dienstag fiel mir schwer, bin den anderen hinterhergelaufen und hab mich schlecht gefühlt weil ich eine bremse bin aber gleichzeitig auch wieder gut weil ich mich echt durchgebissen habe obwohl es mir schwer fiel.
ich frage mich, ob meine neuen laufschuhe mir zu besserem tempo verhelfen. mit den alten tretern fühle ich mich so lahmig

skillstraining
28.11.2014, 18:28
Habe jetzt auch endlich eine neue laufhose und neuen Buff. Hab meinen ja neulich verloren :( den neuen mag ich nicht so, aber besser als nichts. Laufhose war auch dringend nötig und ich freue mich die auszutesten.

statt laufen war ich auf kurzurlaub in der therme :) die dunkelheit nervt mich sehr, aber nur noch 3 wochen dann werden die tage schon wieder länger

skillstraining
30.11.2014, 13:30
hui irgendwie ist aus dem kleinen sonntagsläufchen ungeplant was längeres geworden mit fast 18km :geil:. ich hoffe dass ich jetzt nicht wieder die üblichen kopfschmerzen bekomme.

skillstraining
04.12.2014, 22:15
so führe ich mal mein monologchen weiter. mit dem medi gehts mir richtig gut. ich hab das gefühl mein kopf ist gerade gerückt.
auf die laufleistung könnte ich sich höchstens die morgendliche müdigkeit auswirken. aber dagegen kann man anlaufen.
ich habe derzeit kein ziel und keinen plan. ich versuche nur 3mal pro woche zu laufen

dicke_Wade
05.12.2014, 03:29
Das liest sich doch schön :daumen:

Nur um deinen Monolog mal kurz zu unterbrechen :wink: Aber ich freue ich für dich :)

Gruss Tommi

Mario Be
05.12.2014, 06:27
Mahlzeit,

da ich gerade erst die Tagebücher entdeckt habe, arbeite ich mich so durch.
Ich finde die Tagebücher hier klasse, und werde auch Deines mal weiter verfolgen.

Ich kann Dir nur sagen, Kopf hoch und weiter machen. Man muss auch nicht immer einen konkreten Plan haben oder genaue Ziele verfolgen. Es ist manchmal auch sehr schön eine Sache wegen der Sache zu betreiben!

Und immer dran Denken.
Alles wird gut!

cappucino15
05.12.2014, 07:20
Skill, super, das du für Dich die richtige Medi gefunden hast! Und mal eben 18 km runterreißen - Mönsch super!

skillstraining
05.12.2014, 10:33
kann ich ja nur hoffen dass du auf der letzten Seite eingestiegen bist und nicht die ganze Breitseite voller Negativität erwischt hast :D



Mahlzeit,

da ich gerade erst die Tagebücher entdeckt habe, arbeite ich mich so durch.
Ich finde die Tagebücher hier klasse, und werde auch Deines mal weiter verfolgen.

Ich kann Dir nur sagen, Kopf hoch und weiter machen. Man muss auch nicht immer einen konkreten Plan haben oder genaue Ziele verfolgen. Es ist manchmal auch sehr schön eine Sache wegen der Sache zu betreiben!

Und immer dran Denken.
Alles wird gut!

skillstraining
05.12.2014, 10:34
das geht aber nur mit Lauftreff oder wenn der HM in die Nähe rückt. sonst traue ich mir immer nichts zu


Skill, super, das du für Dich die richtige Medi gefunden hast! Und mal eben 18 km runterreißen - Mönsch super!

skillstraining
05.12.2014, 10:35
Danke Tommi, es ist irgendwie schön eine Rückmeldung zu bekommen


Das liest sich doch schön :daumen:

Nur um deinen Monolog mal kurz zu unterbrechen :wink: Aber ich freue ich für dich :)

Gruss Tommi

cappucino15
05.12.2014, 12:48
das geht aber nur mit Lauftreff oder wenn der HM in die Nähe rückt. sonst traue ich mir immer nichts zu

Mach Dich nicht immer so runter (das ist ein Befehl:D)! Ist doch wurscht, wie und warum. Mich könntest Du tragen und ich würde es nicht schaffen. Also nochmal, bis Du es glaubst: SUPER :daumen:

Mario Be
05.12.2014, 12:53
kann ich ja nur hoffen dass du auf der letzten Seite eingestiegen bist und nicht die ganze Breitseite voller Negativität erwischt hast :D

Och, so ein bissel was ist hier über den Monitor geflimmert.
Aber ich will hier nicht die negative Energie aufkochen, die schon kalt gegessen wurde. Sowas bringt nie was. Blick gerade aus, lächeln und weitergehen!
Jetzt kommt erstmal noch das schöne Stück Jahreszeit, wo man wenigstens nicht so schwitzt wie im Sommer :daumen:

Also, auf auf.

Und übrigens, man sollte sich hier und da mal was zutrauen, zumindest das, was man gerade schon mal geschafft hat, und dann noch ein Stück oben drauf.
Also, am Wochenende das schöne Wetter nutzen, und mal gaaanz gemütlich die 20 angreifen. Wirst sehen, geht leichter als man denkt.

skillstraining
05.12.2014, 15:08
ich wüsste jetzt nicht wieso ich 20km laufen sollte? kann ich gerade keinen nutzen drin sehen

dicke_Wade
05.12.2014, 17:58
ich wüsste jetzt nicht wieso ich 20km laufen sollte? kann ich gerade keinen nutzen drin sehen
Einfach mal, weil es Spaß macht :wink: Aber erwarte nicht immer von jedem Läufchen, dass es einen Nutzen hat. Manchmal läuft man auch einfach, weil mans kann :) Und hinterher stellt sich dann doch ein schönes Gefühl ein.

Gruss Tommi

Mario Be
05.12.2014, 20:53
Einfach mal, weil es Spaß macht :wink: Aber erwarte nicht immer von jedem Läufchen, dass es einen Nutzen hat. ....

DAS ist es.
Wenn man so überlegt, dann kann man sich gleich fragen, welches nutzen das Laufen überhaupt hat. Welchen nutzen hat was?
Nicht immer alles hinterfragen, einfach mal machen! Einfach mal genießen! Einfach mal (je nach Tempo) 2 oder 3 Stunden abschalten und laufen, einfach weil man gerne läuft!

skillstraining
05.12.2014, 21:05
klar. aber nach 15km wirds schwer und das ist dann eben nicht mehr locker lustig in der gegend rumlaufen. da wären die verbliebenen 5km eben doch zum beißen da. was auch ok ist. aber ich hab im moment ganz andere sachen zu beißen. und nöö, DAS will ich mir eben in der freizeit gerade nicht antun. bzw. - wenn ich auch darin versagen würde, wäre das ein kpmplettversagen. das will ich nicht fühlen müssen. also vermeide ich solche dinge lieber

dicke_Wade
05.12.2014, 21:27
Da haben wir aber noch viel Arbeit vor uns :wink: Typische Versagensangst. Ehe ich versage, versuche ich es gar nicht erst. Und da sach ich dir, das ist auch mir nichts unbekanntes. Und dafür musste dich auch nicht schämen.

Auf der einen Seite sind es ja die Depressionen, die deine Gedanken bis zu einem gewissen Grad bestimmen. der Grad ist bei jedem anders und auch wohl ein Maß der Schwere der Krankheit. Aber ich lese immer wieder bei dir heraus, dass du durchaus auch "eigene Gedanken" hast. Lasse nicht zu, dass diese auch übernommen werden. Das soll jetzt nicht heißen ala "Du musst gegen die Depression" kämpfen. Nein nein, das wäre Quatsch. Aber du hast Momente, in denen du nicht mies gestimmt bist, das lese ich hier immer wieder raus. Las dir das nicht weg nehmen!

Zu deinen 20 km. Sicher werden die eventuell ab 15 km schwer. Dann plane die Runde so, dass du die 20 km nicht voll machen musst. Läufste eventuell nur 17 oder 18. Und NEIN das wäre dann kein Versagen, das wäre ein vernünftiges Anpassen an deine Möglichkeiten. Analog einem Läufer, der bespielsweise eine Achillessehnenreizung hat, die aber drezeit am Heilen ist. Er läuft so lange, bis ein Anflug von Schmerz kommt und bricht dann ab. Dann wäre er auch kein Weichei. Und wenn du eben so weit läufst, wie du dich dabei wohl fühlst und dann aufhörst oder den Rest gehst, dann ist das nicht das geringste Versagen sondern ein vernünftiges Läufchen, angepasst an deine derzeitigen Möglichkeiten :)

Noch eine kleine andere Bemerkung. ich war letztes Wochehende bei unserer Jahresabschlussßarty meines Vereins. Dort war ein Läufer bei, von dem ich schon eine Weile weiß, dass er schwere Depressionen mit Hang zum Suizid (seine Worte) hat. Er nimmt sich aus der Lauferei die schönen Momente (er ist auch ganz gut erfolgreich) um auch damit seine Krankheit zu bekämpfen. Und auch er ist damit nicht immer erfolgreich und hat teilweise heftige Rückfälle. Ich will dir damit sagen, dass du auch unter Läufern nicht allein bist und es absolut kein Makel ist. Und was das Laufen betrifft, nimm das Schöne davon mit und setz dich nicht unter Druck :)

Gruss Tommi

Mario Be
06.12.2014, 06:50
Mahlzeit.

Also ich musste mich auch schon mal ne gut 10km abholen lassen.
War das ein Versagen? Nein!
Einfach mal ne schlechte Runde? Ja!

Und, Nachspiel?
Ich hab mein altes kleines Klapphandy als Notfalltelefon auf den LaLas immer dabei.
Ich plane meine Runden so, dass die letzten km immer eine Schleife um Zuhause sind. So kann ich immer im Notfall die letzten km weglassen und bin schnell daheim.
Morgen z.B. hab ich ne 25km Runde auf dem Schirm. Das wäre mein bisher längster LaLa. Da habe ich mich auch etwas abgesichert. Sowas hat aber meines Erachtens nicht mit Versagen können oder so zu tun. Das ist für mich vorrausschauend Planen. Und wenn ich morgen schon nach 20km abbrechen muss, dann ist das auch kein Versagen!
Wir sind keine Maschinen, es kann immer was sein; und da gibt es tausende von Gründe, warum man an dem Tag mal nicht die erwartete Leistung abrufen kann, und nur auf einige davon haben wir einen gewissen Einfluss.

Und wenn Du dir die 20 absolut nicht zutraust, die 18 haste doch gepackt oder :zwinker5:

skillstraining
06.12.2014, 08:10
Guten Morgen
mir war gar nicht bewusst dass ich gesagt hätte ich traue mir die 20 nicht zu. Natürlich tue ich das, sonst hätte ich mich ja nicht schon für den nächsten HM angemeldet und ich bin das ja auch schon gelaufen. Nur im Moment mag ich mich einfach nicht mit irgendwelchen Zielvorgaben, und seien sie noch so "freiwillig" formuliert stressen. Im Gegenteil, ich versuche gerade es auszuhalten, auch mal nur 30 Minuten zu laufen. Das ist für mich nämlich eigentlich zu wenig ;)
Also ich übe mich in Gelassenheit.
Das HM-Training beginnt dann schon noch früh genug, aber dieses Jahr nicht mehr.

Mario Be
06.12.2014, 08:27
Ok, dann habe ich da wohl was falsch verstanden.
Hatte rausgelesen, dass Du dir im Moment die 20 nicht so ganz zutraust.
Und wenn Du gerade gezielt versucht etwas das Pensum rauszunehen, dann ist es klar nicht das Ziel, längere Läufe noch zu steigern.

Läufe um die 30 Min. mach ich auch selber fast nie.

Wie dem auch sei, ich glaube das wichtigste ist, dann wir im Winter überhaupt die Laufschuhe schnüren und vor die Tür gehen.

Und ob man dann "nur" 30 Minuten locker läuft, nen 10km Tempolauf macht oder nen 25km LaLa ist dann nur noch eine Frage der Motivation auf persönliche Ziele.
Und wenn Du dich gerade in Gelassenheit üben möchtest, dann mach das. Es muss ja nicht immer gebolze oder KMgeschruppe sein. Hauptsache Spaß an der Sache!

skillstraining
08.12.2014, 09:00
Faulheit siegt :) hab gestern ein schönes eher kurzes Sonntagsläufchen unternommen und nach 10km entschieden aufzuhören. zu wenig für einen sonntagslauf oder?

Mario Be
08.12.2014, 09:05
Absolut! Geht ja gar nicht, an einem Sonntag so kurze Sachen zu machen.
Steht nicht schon in der Bibel "Am siebten Tage sollst Du laufen" Und damit sind bestimmt keine Strecken unter 20km gemeint.

Spaß beiseite. Wieso soll das zu kurz sein?

dicke_Wade
08.12.2014, 21:29
Mario hats auf den Punkt gebracht. Wenn der Lauf hat Spaß gemacht dann war er gut. Schluss aus ohne Zusatz. :wink:

Gruss Tommi

Lilly*
14.12.2014, 13:07
Juhuu, ich war lange nicht hier.. und was lese ich als erstes? 18km! Stolze Leistung!

skillstraining
14.12.2014, 13:21
sooo. eine gaaaaaaanze woche ohne laufen hab ich hinter mir, weil wirklich kein zeitfenster offen war. das erlebe ich selten. nichtmal für die sonstigen sportaktivitäten war luft. vom gefühl her sehr unangenehm, so eng, und wenig luft zum atmen.
heute hab ich dafür auch den lauftreff verschlafen :frown:
bin dann eben eine einsame runde gelaufen mit um 12km. es war ganz schön wieder frische luft zu atmen. besonders schnell war ich aber nicht unterwegs.
dann war ich diese woche endlich mal beim hausarzt, wegen medikament. der meinte "sie sind aber schon schwierig". naja klar :tocktock: im prinzip hab ich ja auch seine autorität untergraben weil ich eigenmächtig das eine medikament abgesetzt habe und das andere alte was noch vom vorigen jahr übrig war, wieder angefangen hab.
sonst gehts mir gut. hab gerade noch viel zu tun so dass ich die einsamkeit nicht so spüre

skillstraining
17.12.2014, 16:53
und die zweite woche mit sport frei. mir gehts irgendwie nicht gut, hab vor allem bauch und sonstige schwäche. will nur noch schlafen. ich vermisse meine energiegeladenheit :(

skillstraining
19.12.2014, 21:31
eigentlich halte ich ja nichts von vorhaben fürs neue jahr. aber ich nehm mir dann mal fürs neue jahr vor, mit dem halbmarathon training zu starten :)

der findet am 26.4. statt und geht über 21,1 km :daumen:

ich denke im januar muss ich mich noch nicht stressen damit, je nachdem auch wie es das wetter zulässt, wird es darum gehen die wkm zu steigern. und dann will ich endlich mal mein testmonat im fitnesstudio durchlaufen und ein bisschen wieder krafttraining machen, das fehlt mir so sehr seit ich nicht mehr zum paddeln komme

skillstraining
26.12.2014, 12:14
So, Zeit ein kleines Fazit zu ziehen. 2014 war definitiv kein Sport-Jahr, weder beim Laufen noch beim Paddeln. Dafür habe ich mit Rudern und Volleyball angefangen.:nick:
Der Start ins Laufjahr stand zunächst ganz im Zeichen des Halbmarathons. Dieser Lauf war auch der schönste in diesem Jahr, ein Lauf wo ich einen "Flow" erlebte :)
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich dann zum Abschluss des Jahres im November auf der 10km Strecke mit neuer persönlicher Bestzeit.
Neben diesen Ereignissen habe ich zunächst den Kauf einer Laufuhr anvisiert, dann getätigt, zunächst verflucht und möchte dieses Spielzeug mittlerweile aber nicht mehr missen.
Ganz besonders positiv empfand ich auch die 2 Lauftreffs an denen ich teilnahm und die mir das Eingewöhnen in der neuen fremden Stadt erleichterten.
Besonders viele Wettkämpfe habe ich nicht bestritten. Hauptsächlich weil die Zeit fehlte und aber auch begeisterte Mitläufer. Denn: ich habe keine Lust mehr drauf an solchen Veranstaltungen teilzunehmen ohne jemanden zu kennen, das hab ich deutlich nach dem 10km im April gemerkt, wie schwer es mir fiel, dort ganz alelin herumzustiefeln während sich anscheinend da alle Menschen kannten. Ungleich angenehmer war es dann im Juni und November als ich bekannte Gesichter traf und auch beim Halbmarathon, war ich zwra im Ziel allein, hatte aber zumindest auf der Strecke Support was ja auch sehr beflügeln kann. Hier nun meine Ergebnisse von einem eher unterdurchschnittlichen Jahr, mit weder besonders hohen Trainingsumfängen noch sonst welchen Leistunge, hervorzuheben ist da für mich eigentlich nur der 10km Lauf im November, der ja auch deswegen so besonders ist, weil er in eine ganz üble Lebensphase gefallen ist.


April: 10km : 56:56 min
April: 21,2 km: 2:04:29
Juni: 10km: 58:52 min
November: 10km: 53:45

Lilly*
29.12.2014, 18:14
ein schöner Rückblick und tolle Zeiten!
Ich bin jetzt schon auf deinen Rückblick 2015 gespannt! :zwinker5:

skillstraining
09.01.2015, 15:47
Bisher läuft es gut bei mir. Laufen macht viel Spaß. Ich habe wieder eine Perspektive und ich freue mich dass die Talfahrt erstmal ein Ende hat.

cappucino15
09.01.2015, 17:29
Echt? Das ist ja schön, skill! Lass uns Details wissen!!! (Ich für meinen Teil bin üüüüberhaupt nicht neugierig:D)

skillstraining
12.01.2015, 20:33
Echt? Das ist ja schön, skill! Lass uns Details wissen!!! (Ich für meinen Teil bin üüüüberhaupt nicht neugierig:D)

ich genieße und schweige :)
nach den dunklen wochen im Herbst geht es mir gerade einfach nur gut und ich genieße es sehr. Laufen macht auch immer mehr Spaß und mit dem Lauftreff geht das Eingewöhnen in mein Leben in der neuen Stadt besser

dicke_Wade
12.01.2015, 22:15
Das sind ja ganz tolle Nachrichten :)

Gruss Tommi

cappucino15
12.01.2015, 22:22
:daumen:

Lilly*
12.01.2015, 23:18
Ich dachte grad schon im anderen Thread, als ich deinen Post las, dass du völlig verändert und richtig gut klingst! Da musste ich direkt hier mal reinschauen.. :daumen:

skillstraining
21.01.2015, 17:24
so richtig ins training schaffe ich nicht einzusteigen. bin gerade ganz schön eingespannt. dabei vermisse ich dei frische luft so.habe am vergangenen wochenende erstmalig freiwillig sowas wie treppentraining gemacht. 3 mal gings 121 stufen rauf und wieder runter. perfekt wenn man wenig zeit hat.
ansonsten bin ich gerade in der planung welche läufe dieses jahr noch weiter anstehen sollen..ich hab da ja so eine tolle idee :nick:

Lilly*
21.01.2015, 20:06
Raus damit!! *neugier*

skillstraining
22.01.2015, 17:05
ich hab lust eine laufreise zu machen. jawoll. irgendwas total schönes. das wäre toll.

Lilly*
22.01.2015, 21:32
jau, das ist ein tolle Sache!!!! :daumen:

Hier gibt es doch bestimmt ein paar Leute im Forum, die von Laufreisen berichten und Erfahrungen weitergeben können, welcher Veranstalter z.B. empfehlenswert ist, etc.?

Oder hast du schon was ausgesucht? Ein spezielles Ziel vor Augen, wo es hingehen soll?

dicke_Wade
23.01.2015, 05:34
Laufreise zu einem Wettkampf oder Trainingslager oder einfach wohin um ein paar Tage in toller und anderer Umgebung zu laufen. Aber egal was, das ist ne prima Idee und wird dir sehr gut tun :)

Gruss Tommi

skillstraining
23.01.2015, 12:42
absolut. jetzt wo ich nicht mehr soviel zum wassersport komme, kann ich ja mal laufreisen statt paddelwettkämpfe planen.wobei ich jetzt was tolles entdeckthabe..paddle and run. das wird genau mein ding. aber findet erst im herbst statt.

und: winter ist auch irgendwie toll. da hat man immer einen grund gemütlich vor sich hin zu traben. weil es ist ja glatt draußen. und kalt. und sowieso gerade nur grundlagenausdauertraining. die anstrengenden tempoeinheiten müssen ja jetzt gerade nicht sein. und gemütlich durch den wald zu traben ist einfach nur so schöööööööööööööööön :nick:

skillstraining
28.01.2015, 20:46
heute den kurzen glücksmoment genossen beim laufen, gas zu geben, rückendwind zu haben, und den ganzen scheiß tag und die anspannung weg zu laufen

seit ich neutralschuhe habe machtmir das laufen mehr spaß..kann das sein?

Lilly*
28.01.2015, 20:51
Abgesehen von neutral... sind sie leichter? Weniger gedämpft? Andere Sprengung?

dicke_Wade
29.01.2015, 05:28
seit ich neutralschuhe habe machtmir das laufen mehr spaß..kann das sein?
Na sicher kann das sein :daumen:

Gruss Tommi

skillstraining
01.02.2015, 16:04
Abgesehen von neutral... sind sie leichter? Weniger gedämpft? Andere Sprengung?

ich hab keine Ahnung :) ich merk nur dass meine enrgie weniger verschluckt wird

skillstraining
01.02.2015, 16:05
Na sicher kann das sein :daumen:

Gruss Tommi

gut zu wissen :) ich werde auf jeden fall noch andere schuhformen probieren

skillstraining
01.02.2015, 16:08
so für mich heißt es nun auch langsam mal an die halbmarathon-vorbereitung zu gehen. heute nahm ich mir ungefähr 16km vor, was ich dann auch mit einer punktladung erfolgreich bewältigte. die ersten 10km waren gar kein problem, dann wurde es langsam etwas zäh. generell ist es aber ein guter stand und ich bin zufrieden. garmin hat mir dafür einen energievebrauch von 360 kcal angesagt..so ein energiewunder bin ich also :tocktock:

Lilly*
01.02.2015, 16:31
360kcal für 16km? Hat dich wer huckepack geschleppt?

dicke_Wade
03.02.2015, 04:53
Rückenwind? :wink:

Gruss Tommi

skillstraining
06.02.2015, 18:43
schon wieder eine Woche ohne Laufen. So geht das echt nicht weiter. Habe echt viel Stress gerade. Normalerweise gehe ich durch stressige Zeiten immer so wie einmal tief luft holen und dann in einem ritt durch, und erholung gibts dann erst wenn alles vorbei ist. Diese Strategie kann ich mir aber auf dauer nicht leisten, da ich dann nur noch funktioniere und leerlaufe. Daher hab ich diesmal was ganz neues probiert, ich hab auf sport verzichtet und bin in die wanne gegangen. wow. so ist mir eigentlich erst seit heut nachmittag zum flennen zumute, was aber einfach erschöpfung ist. ich hab übrigens nicht mehr stress als andere menschen, ich bin nur leider so sehr empfindsam dass mich das ganz normale leben wesentlich mehr stresst als andere.
jetzt fehlt mir das laufen schon, ich hab auch ein schlechtes gewissen aber immerhin beteilige ich mich an diesem facebookding 30 tage plank challenge, wie ich finde, eine echt hammermäßige halteübung.
vor weihnachten hab ich mir eine zehe angestoßen die ganz dick geworden ist. sie ist immer noch dick, aber laufen geht. ich frage mich nur gerade ob ich damit doch mal zu einem arzt sollte. ob man da was machen kann?ich denk ja eher nicht.

dicke_Wade
07.02.2015, 09:07
Wenn er jetzt immer noch dick ist, wäre ein Arztbesuch so verkehrt nicht :wink: Daumen drücke, dass das nix Schlimmes ist.

Gruss Tommi

skillstraining
07.02.2015, 17:04
die zehe war bestimmt gebrochen. ich bemerke aber nun doch langsam eine besserung. merk sie nur noch bei den liegestützen die ich jetzt jeden tag mache.

heut war ichendlich wieder laufen und dann auch noch bei allerherrlichstem sonnenschein...eine bessere belohnung hät es ja gar nicht geben können. allerdings war ich etwas dünn angezogen. darum beschloss ich kürzer aber schneller zu laufen, so schaffte ich dann die 10km in sub 55. super sache für einen trainingslauf.

ich freu mich auf den märz wenn es wieder veranstaltungen gibt
dies jahr wird ein laufjahr

Martin-13
07.02.2015, 17:14
... dann pass aber auf deinen Zeh auf ... bei der Kälte so schnell ...

cappucino15
07.02.2015, 19:27
die zehe war bestimmt gebrochen. ich bemerke aber nun doch langsam eine besserung. merk sie nur noch bei den liegestützen die ich jetzt jeden tag mache.

heut war ichendlich wieder laufen und dann auch noch bei allerherrlichstem sonnenschein...eine bessere belohnung hät es ja gar nicht geben können. allerdings war ich etwas dünn angezogen. darum beschloss ich kürzer aber schneller zu laufen, so schaffte ich dann die 10km in sub 55. super sache für einen trainingslauf.

ich freu mich auf den märz wenn es wieder veranstaltungen gibt
dies jahr wird ein laufjahr

Na, das liest sich doch schon viel besser, als das, was Du vor ein paar Monaten noch geschrieben hast. :daumen:

skillstraining
08.02.2015, 21:05
tutmir sehr leid dass ich hier so rumgeheult hab

Lilly*
08.02.2015, 21:20
Ach was, wir haben hier im Forum wohl alle schon mal rumgeheult... :peinlich:

skillstraining
09.02.2015, 20:07
ach. ich will auch einen marathon laufen.

so.

cappucino15
09.02.2015, 20:54
Ach was, wir haben hier im Forum wohl alle schon mal rumgeheult... :peinlich:

Schmarrn, so war das doch nicht gemeint...ts, ts, ts, muß noch an meiner Ausdrucksweise feilen... Ich freu mich doch, dass es Dir offensichtlich besser geht!!!!

[/QUOTE]
Ach was, wir haben hier im Forum wohl alle schon mal rumgeheult..[/QUOTE]

Wem sachste das....

skillstraining
10.02.2015, 18:16
naja höhen und tiefen schreibt das Leben. Forumsprech ist auch eher locker flockig. Soll ja auch Spaß machen.
Ich bin ein eher ernsthafter Mensch und bringe das nicht, dabei würd ich gern mit herum quatsch machen. aber geht nicht. so ist das eben.

heute gehe ich auch nicht laufen. ich hoffe es klappt morgen. ich hab immer angst dass ich meine pläne nicht einhalte. oder hier irgendwas "verspreche" und nicht einhalte. lieber niemals irgendwem irgendwas erzählen, dann kann man keine erwartungen enttäuschen.

skillstraining
11.02.2015, 21:33
ich war heut ein kleines ründchen laufen, ich glaub so um die 8km . da ich mich aber etwas kränklich fühle hab ichs langsam angehen lassen.
zumindets war das der plan. ich hab ja die letzten wochen einmal ro woche ruderergo gemacht und hab das gefühl das dies meinen beinen gut bekommen ist, die wollen seitdem immer mehr ausgepowert werden. klar, nachdem ich nun jahrelang die beinmuskulatur sträflich vernachlässigt habe weil ich immer nur rücken und arme trainiert habe, freuen die sich auch mal ein bissl gefordert zu werden. jetzt ist der kurs allerdings zu ende und ich hab noch keine idee wie ich alternativ weitermache. im moment stehen als ausgleich nur volleyball und pilates.

Lilly*
11.02.2015, 21:42
Ich war ein paar Mal im Fitnessstudio auf dem Rudergerät und hatte so gar nicht das Gefühl, dass die Beine stark beansprucht werden. Hauptsächlich Schultern und Arme. Oder habe ich da etwas falsch gemacht? Hält man die Arme eher statisch und arbeitet mehr aus den Beinen heraus?

skillstraining
12.02.2015, 16:21
hmm keine ahnung. wir hatten jemanden der auf die technik geschaut hat und ich neige sehr dazu zuviel aus dem rücken und den armen zu machen, was logisch ist, da ich dort die meiste kraft habe. also hab ich versucht mehr zu treten.
sonst fand ich es eher sehrangenehm für meinen rücken aber der hat auch entzugserscheinungen vom mangelnden wassersporttraining

apropos wassersport, die sonnelacht...was göäbe es denn jetzt schöneres als aufs wasser zu gehen? na gut man könnte auch laufen und die nase in die sonne halten. bei mir bleibt es heut beim arbeitswegbedingten radfahren :(

skillstraining
13.02.2015, 08:35
einfach mal festhalten: superglücklich beim laufen :bounce:

cappucino15
13.02.2015, 08:40
Prima! Freut mich für Dich!!!:daumen:

dicke_Wade
13.02.2015, 08:54
Das freut mich auch sehr :)


Ich war ein paar Mal im Fitnessstudio auf dem Rudergerät und hatte so gar nicht das Gefühl, dass die Beine stark beansprucht werden. Hauptsächlich Schultern und Arme. Oder habe ich da etwas falsch gemacht? Hält man die Arme eher statisch und arbeitet mehr aus den Beinen heraus?
Achte mal auf deine Technik. Du kannst natürlich die Beine schonen und mit den Armen rudern, aber wenn du dir die Muskeln anschaust, wirst du schnell feststellen, welche von denen mehr Vortrieb bringen können. Beine mit Kraft und schnell strecken und dabei die Arme lang lassen (wichtig, nicht leicht gebeugt!) und erst am Ende mit den Armen den Rest geben.

Die Rudergeräte sind auch meine bevorzugten Aufwärmdingers in der Mukkibude, wenn ich mal Verletzt bin und nicht aufs Laufband kann.

Gruss Tommi

skillstraining
21.02.2015, 13:45
diese woche ist nicht viel passiert. meine trainingsumfänge bleibenauf dem gleichen niveau und derzeit steht vor allem die freude überhaupt laufgelegenheit zu haben im Vordergrund. Mehr als dreimal pro Woche sind für mich nach wie vor unrealistisch, derzeit eher sogar noch zweimal. Ein glück sind es immer noch gut zwei Monate Zeit bis zum Halbmarathon :)

skillstraining
22.02.2015, 14:30
so heute war ich wieder unterwegs. es ist einsam gerade. habe zwar kurz beim lauftreff vorbeigeschaut, aber eben nur kurz.ansonsten habe ich heute 18km geknackt, yeah und das trotzdem mein bauch mal wieder gereizt ist.
es war ok, heute nicht ganz so euphorisch wie die letzten male, aber letztlich auch in der gewissheit, dass ich auch noch 3km mehr geschafft hätte wäre heute schon halbmarathon dran :)

skillstraining
23.02.2015, 20:09
schon irgendwie seltsam, dass man es so sehr mag, seine laufleistung ins netz zu stellen. nicht nur die leistung eines wettkampfes sondern auch hier ja sehr die trainingsleistung. der wunsch nach virtuellem schulterklopfen?nach lob, nach anerkennung, nach ansporn?

vor meinem ersten tatsächlichen halbmarathon malte ich mir gern aus, wie ich endlich (nach zuvor drei gescheiterten anläufen über einen quälend langen zeitraum von 2 jahren), endlich im gesichtsbuch posten könnte: just finished my first 1/2 marathon.
ich weiß nicht mal ob ich tatsächlich gepostet habe, bestimmt. ich poste das doch meistens, aber es fühlte sich dann als es soweit war ja leider nicht so euphorisch an wie ich es mir immer ausgemalt habe.

das ist vielleicht auch nicht so schlimm, denn immerhin hat mich das ja trotzdem irgendwie angespornt, die vorstellung darüber von meinem erfolg zu berichten.

aber warum ist das so?warum treibt das an, warum braucht man doch so ein gewisses publikum?

Pastis
23.02.2015, 22:05
Weil der Mensch ein Hund nach Anerkennung ist? :D

Ich poste auch nicht alles, aber doch schon mal sowas auf FB - dann wissen meine Freunde auch, warum ich seit neulich nie Zeit habe, weil ich laufen gehe :wink:

Ich denke aber, dass es ganz normal ist, dass man sein Stolz und Freude teilen möchte. Geteilte Freude vermehrt sich irgendwie, oder?

MikeStar
23.02.2015, 23:08
Skill, die wahrhafte Anerkennung kann nur von dir selbst kommen. Wenn du etwas erreichst und bist nicht stolz darauf, ist es nichts wert, egal was andere darüber sagen. Umgekehrt, ist es das Allerbeste, wenn du selbst mit deiner Leistung zufrieden bist, egal ob und was andere darauf geben.
Es gibt Menschen, die können sich in fremder Anerkennung suhlen, völlig unabhängig davon ob sie was geleistet haben oder nicht, sei es, weil sie tatsächlich eine anerkennenswerte Leistung erbracht haben, weil sie sich gut zu verkaufen wissen oder weil sie einfach nur ein paar Dumme finden, die sich Vorteile davon erhoffen, Anerkennung zu heucheln und sich anbiedern wollen.
Manches davon ist durchaus auch geschlechterspezifisch bedingt. Frauen erhalten i.d.R. viel mehr Resonanz auf Berichte, unabhängig von der erbrachten Leistung. Bei Männern z.B. wird hingegen meist die tatsächliche Leistung anerkannt. Das ist eine natürliche Gegebenheit.
Wir machen hier, im Hinblick auf Anerkennung - grob gesagt - nichts anderes als Marketing. Wenn du auf Anerkennung wartest, kannst du lange warten, sofern du nicht eine entsprechende Verpackung hast, dass die Leistung sekundär wird.
Gehört man nicht zu einem gewissen Kreis, muss man sich aufdrängen, bis man die Anerkennung bekommt, die man hören will... nicht, die man tatsächlich verdient hat oder nicht.
Wenn man seine Euphorie und den Stolz auf die eigene Leistung auf externe Anerkennung stützen muss, ist das als hätte man ein Produkt, dass nichts taugt und man daher auf viel positives Feedback angewiesen ist um an die eigene Stärke zu glauben.
Klar freut sich jeder über Anerkennung von anderen, aber zuallererst muss man selbst auf die eigene Leistung stolz sein, dann kommt die Euphorie auch von ganz von alleine. :daumen:

skillstraining
24.02.2015, 22:06
ja das sind tolle Worte. Und sehr wahr.
Ich denke, dass der Stolz auf die eigene Leistung aber durchaus sich potenziert wenn von außen Anerkennung dazu kommt.Umgekehrt,wenn nie was dazu kommt, kann man schon zweifeln

dicke_Wade
25.02.2015, 02:42
Ich finde da nichts verkehrtes dabei, sich über die Anerkennung anderer zu freuen. Ob diese dann berechtigt ist, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Skills letzten Worten kann ich mich da nur anschließen. Wir Menschen lernen es von Kindsbeinen an, dass wir von unseren Eltern gelobt werden, wenn wir was vollbracht haben. Das gesunde Maß zu halten ist da aber nicht leicht. Und das ändert sich ein Leben lang nicht. Manager lernen immer mehr auf Schulungen, dass sie mit Lob und Anerkennung nicht geizen sollen. Warum wohl? Geld allein befriedigt nicht allein für erbrachte gute Leistung. Warum sollte das im Sport anders sein? Viele holen sich im Sport den Zuspruch, den sie woanders nicht bekommen.

Gruss Tommi

MikeStar
25.02.2015, 18:16
Wir müssen letztlich unterscheiden, ob wir von sachlicher Anerkennung oder emotionaler Anerkennung reden. Die sachliche Anerkennung bekommt man ja relativ unkompliziert in Form von Zeiten, Platzierungen, Preisen etc.
Meist reden wir ja von emotionaler Anerkennung, davon von anderern gelobt, bewundert oder was auch immer zu werden. Natürlich ist es schön von anderen Anerkennung zu bekommen, aber gerade da besteht die Gefahr, auf die "falsche" Fahrspur zu geraten. Die emotionale Anerkennung ist nicht nur von der Leistung abhängig, sondern auch von dem sozialen Kreis in dem man sich bewegt und auch ob man von diesem Kreis akzeptiert wird. Es geht also nicht nur darum was man tut, sondern auch wer man ist. Hier besteht die Gefahr, dass man nicht die Anerkennung bekommt, die man verdient hätte, aber auch, dass man Anerkennung bekommt für nichts, nur weil man ist wer man ist.

Tommi, um auf dein Managerbeispiel einzugehen... muss ein Manger jemanden loben, der seine Arbeit durchschnittlich macht? Oder wann ist Anerkennung angebracht? Muss man motiviert werden um seine Arbeit gem. Arbeitsvertrag zu bringen? Oder bin ich nicht in der Verantwortung mich dazu selbst zu motivieren?
Ich bin kein Freund davon gelobt zu werden, nur weil ich Selbstverständlichkeiten leiste. Ich kenne es leider allzugut, dass Leute, die nichts geleistet haben, gelobt werden, weil sie Per-Du mit dem Chef sind, oder sich an der richtigen Stelle hochgeschlafen haben, während die Leute, die an der Basis wirklich was geleistet haben, ignoriert oder gar bestraft wurden. Nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch in Beziehungen oder im Vereinssport. Würden diese Leute, worunter ich mich durchaus auch selbst zähle, sich an externer Anerkennung definieren, könnten diese sich gleich die Kugel geben.

Ganz provokant gesagt, ist es eine Leistung sich für einen Marathon o.ä. anzumelden? Das kann jeder, der einen PC oder Telefon bedienen kann. Ich finde das keine Leistung, die Anerkennung verdient hat. Trotzdem sagt man diesen Leuten, dass es ganz toll ist, während andere, die wirklich was leisten, kaum beachtet werden, einfach weil sie sich in der richtigen sozialen Gruppe bewegen. Den Marathon zu finishen, ist dann schon eher eine Leistung, für die man auf die Schulter klopfen kann.

Anerkennung bedeutet für mich z.B. wenn man jemandem in schweren Zeiten beisteht, dass man für diese Person nicht gestorben ist, sobald es ihm/ihr wieder besser geht.

Schau dir diverse Threads hier an in denen Person X die gleiche Leistung wie Person Y erbringt. Während X 20 Seiten Lob bekommt, schafft es Y nur auf 2-3 Kommentare.

Natürlich genießt man es, wenn man Anerkennung von außen erhält, ich finde jedoch, man sollte sich nicht davon abhängig machen bzw. selbst wissen, ob man dieses Lob wirklich braucht um sein Selbstwertgefühl aufrecht zu erhalten.

Fred128
25.02.2015, 18:38
Mich nimmt die Euphorie und Begeisterung mit der hier viele Lauferlebnisse geschildert werden ein Stück weit mit und dafür bedanke ich mich dann auch ... und dabei ist es völlig egal, ob es um das erstemal 30 min Durchgelaufen geht oder um einen tollen 10'er oder um den x'te Marathon oder gar um einen extremen Ultralauf in Übersee, ich kann mich überall mitfreuen oder auch mitleiden, wenn mal etwas völlig in die Hose gegangen ist. :D

dicke_Wade
26.02.2015, 05:29
Tommi, um auf dein Managerbeispiel einzugehen... muss ein Manger jemanden loben, der seine Arbeit durchschnittlich macht? Oder wann ist Anerkennung angebracht? Muss man motiviert werden um seine Arbeit gem. Arbeitsvertrag zu bringen? Oder bin ich nicht in der Verantwortung mich dazu selbst zu motivieren?
Das ist durchaus ein interessantes Thema. Muss man für Selbstverständlichkeiten gelobt werden und wie ja, wie stark und wie oft? Mir ist es selbst schon passiert, dass ich ne Aufgabe auf Arbeit zu erledigen hatte und mein Meister sich anschließend dafür bedankt hat. Und ich mich dabei fragte "Hä, wieso bedankt der sich, war ja logisch, dass ich das so tu." Hängt aber auch mit meiner Einstellung zum Job ab. Ich tu ihn so gut es geht, aber am Ende ist er nur Mittel zum Zweck: Geld fürs Leben zu erhalten. Mehr nicht. Ich definiere mich über vieles, aber nicht über meinen Job oder meine Leistung, die ich dort bringe. Andererseits gehöre ich zu den Menschen, die andere, gerade Dienstleister, lieber mit übertriebener Höflichkeit behandeln und eher mehr danken, loben etc. Die Bäckerbedienung bekommt von mir immer ein liebes Dankeschön, obwohl es doch auch nur ihr Job ist und sie damit ihr Geld verdient. Meine Stammfriseuse bekommt immer ihr Trinkgeld von mir, auch wenn sie doch nur genau das tut, was ihr Job ist.

Sicher sollte ein Vorgesetzter seine Anerkennung differenziert einsetzen. Es ist ja durchaus so, dass man mit simplen Worten einen Mitarbeiter stark motivieren kann und mit den falschen Worten ebenso stark demotivieren. Oft ticken die Menschen so einfach. Und eines steht fest, die Welt ist grundsätzlich ungerecht und andere werden eh immer besser behandelt als man selber :D

Gruss Tommi

skillstraining
27.02.2015, 10:00
ich freue mich sehr über den Austausch hier und es ist ein sehr spannendes Thema. Habe daran gedacht, dass noch 1-2 Generationen vor uns das Strafen als Motivierungshilfe total usus war. Mittlerweile hat man erkannt, dass auch Lob fördernd wirkt.
Speziell im Sport entsinne ich mich auch an den Schulsport, die erste prägende Erfahrung mit körperlicher Aktivität, da ich aus einer eher inaktiven Familie stamme. Obwohl ich mich immer unglaublich gern bewegt habe, bekam ich nur schlechte Noten, was ich als Strafe empfand und ungerecht. Keiner hat die Bemühungen gesehen, keiner hat das was da war gefördert. Klignt das anklagend? Aus erwachsenensicht vielleicht, nicht so als Kind.
Das Beispiel passt nicht so gut. Im Arbeitsleben finde ich es jedoch auch gut, wenn der Chef auch die normale Arbeit mal werschätzt. Nicht zu oft. Aber wie auch sonst in allen zwischenmenschlichen Beziehungen kann man doch durchaus mal rückmelden, dass man froh ist über das was der andere für einen ist.
Speziell bei mir au der Arbeit empfinde ich das Loben jedoch als Farce, da es so automatisiert kommt weil es eben psychologisch so gemacht werden soll, aber darauf kann ich gar nichts geben. Das ist so ein bisschen so eine fadenscheinige athmosphäre die einem irgendwas vorgaukeln soll. keine Ahnung, ich bin entweder zu misstrauisch oder zu empfindlich um daraus motivation zu ziehen. Anerkennung empfände ich wenn ich einen ordentlichen arbeitsvertrag hätte. ob ich das geld wert bin was meiner qualifikation entspricht?vermutlich nicht. ich denke es gibt wirklich wesentlich wichtiges tätigkeiten die schlechter entlohnt sind. aber es fühlt sich sehr gut an, entlohnt zu werden.

und was das posten hier im forum oder woanders angeht. ich schäme mich auch ein bisschen wenn jemand zu sehr auf meine zeiten guckt, gerade inLäuferkreisen, da dort oft ein raues klima mit sehr hohen ansprüchen herrscht. allerdings macht es mir viel freude hier zu posten wenn ich mich wirklich über meine leistung freue und ich denke das ist authentisch und kommt dann auch an, ganz egal welche zeit das dann war.

Frank_Ruhrpott
27.02.2015, 19:20
ich freue mich sehr über den Austausch hier...

Dann hast Du jetzt noch einen mehr zum Austausch. :hallo:
Ich bin die Tage über Deinen Thread gestolpert und werde dabei bleiben.

Die Anerkennung im Job zu finden halte ich für unheimlich schwer, man kann es doch keinem mehr recht machen.
Wenn Du hier Deine Zeiten postet ist das vielleicht die Suche nach Anerkennung. Aber schämen wenn sich jemand die Zeiten zu sehr anschaut? Nö, das brauchst Du nicht. Sei STOLZ auf Dich!!! :prof:

LG Frank

MikeStar
27.02.2015, 21:25
Auf der Arbeit muss man einfach ein Gespür dafür entwickeln wann ein Lob angebracht, bzw. ernst gemeint ist und wann nicht. Wenn ein Chef wirklich mit Lob nur so um sich wirft, aber dafür keine konstruktive Kritik anbringen kann, ist er für eine Führungsposition genauso ungeeignet, wie wenn er außerordentliche Leistung nicht honoriert. Wie gesagt für mich ist es selbstverständlich - solange ich mich nicht kaputt mache - mehr als zufriedenstellend zu erbringen. Im Vertrieb ist dies eh das A und O und ein Lob vom Kunden ist mir allemal wichtiger als das vom eigenen Chef.

Gerade in einem Forum sollte man ja eher sich dahingehend Austauschen, dass man sich an Stärkeren pushen und Schwächere mit hilfreichen Tipps motivieren kann. "Schwache" Leistungen/Zeiten sind nichts schlimmes.
Wer natürlich nach Hilfe bzw. Tipps fragt und diese dann abwertet, bzw. sich als Besserwisser hinstellt und große Töne spuckt, braucht sich nicht wundern, wenn seine Zeiten etwas "kritischer" betrachtet werden. (Stichwort: Ruderweltmeister).

Warum schämst du dich also für deine Zeiten gegenüber anderen? Du musst mit deinen Zeiten zufrieden sein, was andere darüber denken oder sagen, kann dir doch herzlich egal sein, oder? Wenn man natürlich Zeiten postet UM von der "Elite" Anerkennung zu erhalten, dann sollte man schauen, dass die Zeiten entsprechend sind oder, dass man es entsprechend zu verpacken kann.

Fred128
27.02.2015, 21:51
... allerdings macht es mir viel freude hier zu posten wenn ich mich wirklich über meine leistung freue und ich denke das ist authentisch und kommt dann auch an, ganz egal welche zeit das dann war.
Ja, das kommt es. :daumen:

skillstraining
28.02.2015, 14:39
Ja, das kommt es. :daumen:

jaa das ist schön :)

skillstraining
28.02.2015, 14:41
tja warum schämen, vielleicht weil es mir gar nicht zusteht überhaupt vom "laufen" zu sprechen wenn ich nur ab und zu joggen gehe. vielleicht weil ich nicht dfen nötigen ehrgeiz an den tag lege und keine trainingspläne verfolge und keine intervalltrainings mache und trotzdem hier schreibe. daher, als w

skillstraining
09.03.2015, 15:37
privat überglücklich :peinlich:
beruflich todunglücklich :frown:

geniales feeling beim laufen am strand ..(ostseekurzurlaub rockt total :geil:)
und gleichzeitg heulen können weil das läuferknie wieder da ist und nicht zu knapp..(da ist sogar richtig was geschwollen an der außenseite)

immer diese gefühlsturbulenzen !

dicke_Wade
09.03.2015, 19:54
Mussu kühlen! Irgendwoher Eis besorgen. Gute Besserung wünsche. Trotzdem schönen weiteren Urlaub wünsche.

Gruss Tommi

Lilly*
09.03.2015, 20:38
Oh, du bist im Urlaub! Wie schön!
Hab viel Spaß, genieße es und erhol dich gut!

skillstraining
10.03.2015, 21:16
ach nein ich bin nicht mehr im urlaub. das ist eben das blöde an kurzurlauben, die sind kurz :)

ich bin ganz schön lädiert. meine zehe ist immer noch dick und das knie nervt ja auch rum. dabei will ich doch nur laufen

Frank_Ruhrpott
11.03.2015, 20:20
beruflich todunglücklich :frown:

Weil Du den falschen Job hast, oder weil Du den richtigen Job in der falschen Firma hast?

LG Frank

skillstraining
12.03.2015, 20:19
Weil Du den falschen Job hast, oder weil Du den richtigen Job in der falschen Firma hast?

LG Frank

da verweise ich auf einschlägige artikel: Prekäre Beschäftigung (http://www.gew.de/Prekaere_Beschaeftigung_2.html)

skillstraining
12.03.2015, 20:20
hmm das mit dem läuferknie muss ich irgendwie in den griff bekommen. ich will ja auch irgendwie mal so einen marathon laufen. blöd wenns dann immer schon ab laufumfängen um die 15km zwickt und zwackt. und das immer.
bisher bin ich dem problem ja erfolgreich mit vermeidung begegnet und der konzentration auf meinen liebsten sport. aber jetzt ist das laufen ja zum hauptsport geworden und wat nu???

dicke_Wade
13.03.2015, 04:01
...aber jetzt ist das laufen ja zum hauptsport geworden und wat nu???
Gezieltes Krafttraining für die Oberschenkel, Blackroll, und dehnen, wären da so meine Vorschläge. Natürlich die schmerzende Stelle häufig kühlen.

Gruss Tommi

Gid
13.03.2015, 06:50
Gezieltes Krafttraining für die Oberschenkel, Blackroll, und dehnen, wären da so meine Vorschläge. Natürlich die schmerzende Stelle häufig kühlen.
+1

Besorge dir auf jeden Fall eine Blackroll o.ä. Suche auch mal im Internet nach dem Stichwort ITBS und den entsprechenden Übungen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man das wirklich gut in den Griff bekommen kann. Man muss halt konsequent die Übungen machen.

Gruß
Gid

skillstraining
13.03.2015, 15:16
danke. ja ich werde mich mal schlau machen. zum kühlen hab ich verschiedenes gelesen, auch dass es ungeeignet ist weil die sehnen eh nicht so gut durchblutet sind und man dann erst recht der zufuhr heilender stoffe entgegen wirkt

skillstraining
13.03.2015, 18:30
so da ich jetzt mein spielzeug ungefähr ein Jahr habe, hab ich mir mal ein paar Berichte ausgeben lassen. Und demnach habe ich also in den vergangenen 12 Monaten über 1000 kilometer laufend zurückgelegt. das hätte ich nicht gedacht, kommt mir ja schon ein bissl viel vor (1041)

:wow:

skillstraining
17.03.2015, 23:09
es muss sich so verdammt gut anfühlen einen halbwegs sicheren arbeitsplatz zu haben und sein lebenetwas planen zu können

und ich hasse läuferknie

Fred128
17.03.2015, 23:18
es muss sich so verdammt gut anfühlen einen halbwegs sicheren arbeitsplatz zu haben und sein lebenetwas planen zu können

und ich hasse läuferknie

Im Prinzip ja, ABER einen sicheren Arbeitsplatz zu haben wird ganz schnell zur Selbstverständlichkeit und man findet irgendwelche Sachen zum Rummäkeln. Wie gut man es eigentlich hat, wird einem leider meist gar nicht bewußt, erst wenn es irgendwann vorbei ist. Das gilt ja auch für die Gesundheit, Schönheit, ... ;-)

Läuferknie ist Scheiße!!!

dicke_Wade
18.03.2015, 07:18
Sehnen sind an sich gar nicht durchblutet, sondern werden durch die Flüssigkeit innerhalb der Sehnenscheide versorgt. Desrum sollte eine Sehne bei Verletzung auch immer bewegt werden, damit sie versorgt wird. Kältetherapie hat auch nicht das Ziel, die Blutversorgung zu behindern. Man kühlt auch nicht stunden- sondern ein paar Minuten lang. Außerdem zieht Kältetherapie mehr Prozesse nach sich, als nur eine verstärkte Durchblutung des gekühlten Gewebes. Versuch es einfach mal :wink:

Gruss Tommi

skillstraining
18.03.2015, 08:10
ich versuche es tommi :)

ich habe festgestellt dass schnell laufen besser ist als langsam. dass es auf der bahn nicht weh tut wohl aber beim langsam auslaufen auf der straße.
und dass es nach ca. 2km anfängt.

ich werd jetzt paar tage laufpause machen und mir ein übungsset an dehnung und so überlegen was ich reakistisch umsetzen kann. mich erschlägt die menge an informationen die es dazu gibt regelrecht

@mega: ja das ist ein verständlicher mechanismus, den ich noch nie kennenlernte durfte. außer damals zu schulzeiten, das fühlte sich noch sicher an.

skillstraining
20.03.2015, 21:04
bääh den lauf am sonntag kann ich mir wohl abschminken

skillstraining
27.03.2015, 11:57
so das Knie bessert sich. Mittlerweile wieder eine Stunde Beschwerdefrei unterwegs. Ich freue mich so.
Morgen ist ein Lauf, war natürlich total blöd heut morgen unterwegs zu sein, weil ich erfahrungsgemß müde Beine habe am nächsten Tag, aber ich hab mich so dermaßen unwohl in mir und meiner Haut gefühlt dass ich einfach raus musste. now I´m feeling better!

Pastis
27.03.2015, 12:06
Schön, dass es bei dir wieder voran geht! Mache aber zunächst nicht zuviel! Nicht, dass es nach hinten losgeht..

dicke_Wade
27.03.2015, 15:23
Mich Pastis da voll anschließe :daumen:

Gruss Tommi

skillstraining
30.03.2015, 20:30
So ich melde mich wieder. Ich hab einen sagenhaften 5. platz von sagenhaften 16 starterinnen erreicht, und das obwohl ich die ersten 5km überhaupt nicht meinen rhythmus finden konnte und es sich zäh und unwirsch anfühlte. später lief es besser, aber generell hat sich das laufen schon mal besser angefühlt. dennoch kamn eine tolle zeit dabei raus.

dieser lauf war auch leider nicht mit runners high beglückt, aber vielleicht beim nächsten mal

Fred128
30.03.2015, 23:47
Klasse, Glückwunsch. :daumen: