PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Laufstrecke



kirchheimrunner
02.04.2003, 13:39
Also, da wir ja alle so anonym sind – das macht Angelegenheit so aufregend –
Meine ich doch, dass eines nicht anonym sein sollte, und das sind unsere Laufstrecken. Vielleicht sollte jeder sich einmal ein Herz nehmen und seine Strecke vorstellen. Ich fang schon mal damit an: Gestern bin ich von 18 – 19 Uhr bei wunderbaren 19 Grad im Englischen Garten in München gelaufen:

Englischer Garten München, 10 km

Seit 1789 besitzt München seinen englischen Garten. Eine Oase der Ruhe und Erholung im Herzen der Großstadt. Ein verrückter Amerikaner hat den Garten gestaltet, nach dem Muster der Parklandschaft in Südengland. Später wurde der Typ sogar geadelt als: Reichsgraf von Rumford – war bayerischer er Kriegsminister.

1989 feierte der Englische Garten sein 200 jähriges Bestehen mit einem spektakulären Kulturprogramm.
Bis heute hat sich der Englische Garten seine naturbelassene Schönheit und romantische Wildheit bewahrt. Es ist ein Garten für Alle. Auf den vielen sich kreuzenden Wegen kann man joggen ohne Ende. (Gestern war vielleicht ein Verkehr! Alle die ihren Winterspeck loswerden wollten und einige ambitionierte Tempodauerläufer hatten die Gelegenheit des wunderbaren Wetters beim Schopf gepackt.

Am Kleinhesselhoher See - das Herz des Parks – bin ich losgetrabt. Ein paar Muttis haben mit ihren Kindern die schnatternden Enten gefüttert, sonnenhungrige saßen im Biergarten und genehmigten sich eine Maß Helles - ich bin lieber den Eisbach entlang zum Amphitheater gelaufen.
Nach 2 – 3 Kilometer durch die erblühenden Baumalleen kam ich schon zum Chinesischen Turm. … und dann gleich weiter zum Monopterus, dem griechischen Liebestempel. Ihr glaubt gar nicht, was sich da alles tut …

Von dort oben hat man einen unglaublichen Blick über die Altstadt Münchens, die besonders bezaubernd wirkt, wenn die Sonne über den klassizistischen Fassaden des schwabinger Künstlerviertels, untergeht.
Lange kann leider nicht verweilen, die Pulsuhr tickt sich schon runter auf 105, auch der Wind, der heute von Osten kommt ist doch noch recht zugig


Ja, und darum geht es auch schon hinunter:zwei Joggerinnen hinterher, aber die schwatzen nicht einmal miteinander, sondern ziehen ihre Nickikapuzen über die Ohrenstöpsel ihrer MB3 – Player und hetzten weiter.
Meine Laufrunde ist ja nun schon fast zu Ende. Nur noch einen Abstecher hinüber zum Haus der Kunst, am Japanischen Teehaus vorbei – zurück zu den Enten am See.

Da ist es mittlerweile still geworden. Nun noch fern und undeutlich klingen Stimmen vom Biergarten herüber.
Da steht auch schon mein Auto. Nichts wie nach Hause. … „Es hat wie immer zu lange gedauert“, werden meine Kinder sagen!


Wollt ihr Bilder sehen:
dann klickt hier....
http://www.munich-info.de/portrait/p_egarten_de.html






der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Roxanne
02.04.2003, 14:41
Hallo,

meine Laufstrecke, mmh, das ist ein bißchen schwierig.

Da ich am Ortsrand wohne und nur ca. 200m bis ins Feld, wie wir es nennen, habe, brauche ich nicht mit dem Auto anzureisen.

Die Laufstrecke selber, ja da bin ich noch ein wenig am Ausloten. Bisher reichte eine Runde im Feld hoch und einen parallelen Feldweg wieder zurück, sind ca. 30 Min.
Jetzt laufe ich längere Strecken und da ich inzwischen den Respekt vor Steigungen langsam verliere, erforsche in sozusagen die Feldmark nach interessanten Laufstrecken, die auch von der erforderlichen Zeit hinkommen. Die Feldwege sind alle irgendwie verbunden. Ich kann daher nach Herzenslust Wege ablaufen, ohne mich allzuweit von zuhause zu entfernen. Der Nachteil ist, man ist mit den Traktoren und den Tieren (Kühen und Pferden) ziemlich allein.

Wie schon an anderer Stelle gesagt, wohne ich am Harzrand, so daß es nach etwa 2 km in nordöstlicher Richtung schon hastig bergauf geht.
Es gibt einmal jährlich einen Harzlauf, so richtig was für Kletterer unter den Läufern. Es geht dabei über den 800m hohen Torfhaus nach Bad Harzburg. Ich laufe da aber nicht mit ;)




Bis die Tage
Christa

Lorien
02.04.2003, 14:43
Hallo!
Meine Laufstrecke ist nicht so populär wie der Englische Garten. Ein kleiner Park mit einem See in der Mitte. Einmal um den See sind es 3,2 KM. Wenn man noch die Verlängerung mitnimmt sind es genau 4 KM. Das unangenehme dieser Strecken ist, dass ich bei 20 Km fünf mal die gleiche Strecke laufen muss und das ist ja ein wenig langweilig! Kostet auch Überwindung, weil man immer wieder am Anfang der Strecke vorbeikommt. Allerdings laufe ich mit einer Freundin und die meiste Zeit sabbeln wir, da wird mir nicht langweilig.

Die Km-Zahl weiß ich so genau, weil einmal im Jahr alle Schülerinnen und Schüler aus den Harburger Schulen da herum gescheucht wurden! Eigendlich müsste ich die Strecke jetzt hassen! Ich habe mich ja schon einmal über meinen unmöglichen Sportunterricht beschwert. Ich meine das ganze Jahr über wird Volleyball gespielt und dann soll man an einem Tag plötzlich 3,2 Km ganz schnell laufen! Nur weil das Tradition ist, dass alle Schulen ihre Schüler da einmal im Jahr herumscheuchen!
Das Ergebnis war, dass ich mich so verausgabt habe, dass ich meinem Klassenlehrer direkt nach dem Lauf vor die Schuhe geko... habe.

Inzwischen habe ich mich mit der Strecke versöhnt. Sie ist in meiner Nähe und es ist eine sehr schöne Gegend. Im Sommer vielleicht ein wenig voll ...
Wohne auch relativ dicht an einem Wald, aber ich halte mich generell sehr ungerne im Wald auf, deswegen laufe ich dort eher selten.

Lieben Gruß Lorien, die wohl zu jedem Thema einen Roman verzapfen muss.

Hajott
02.04.2003, 17:07
Hi, Kirchheimrunner!

Das ist eine Super-Idee, werde meine Strecken im wunderschönen Ruhrgebiet auch noch vorstellen!

@ Lorien: der "Roman" war doch klasse, brauchst Dich nicht zu entschuldigen, im Gegenteil! Ich glaube, das kann noch ganz spannend werden hier in diesem thread.:dance1:

Liebe Grüße

H.-J.

p.s.: don`t hurt the dirt!

kirchheimrunner
02.04.2003, 17:12
Also Freunde, damit ihr mich richtig versteht...

ich reise nicht immer zu meinen Laufstrecken an. Ich habe auch Kraut und Rübenäcker vor der Türe... wo im Novembernebel die Nixen und Hexen ihr Unwesen treiben, darüber gäbe es so manches zu erzählen...

Aber manchmal muss man aus dem alten und gewohnten heraus finde ich. Und da motiviert es schon, wenn man einen kleinen "Panoramalauf" machen kann ...

der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Steppenläuferin
02.04.2003, 19:57
Original von kirchheimrunner:
ich reise nicht immer zu meinen Laufstrecken an. Ich habe auch Kraut und Rübenäcker vor der Türe... wo im Novembernebel die Nixen und Hexen ihr Unwesen treiben, darüber gäbe es so manches zu erzählen...
der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...



.....da bin ich schon ganz ohr :rotate:
erzähle nur drauf los.......



Für meine Laufstrecken benötige ich noch ein wenig Zeit.....

Gruss Steppi

neunstein
02.04.2003, 20:25
Hallo und so,

Also ich bin da auch neugierig wie nix Gutes und für meine Laufstrecken brauche ich auch noch ein bisschen Zeit ...

komisch, mir geht es immer wie Steppi :look:

Dieter

DAGGI
02.04.2003, 20:27
Original von neunstein:
komisch, mir geht es immer wie Steppi :look:

Dieter



Aber ich glaube nicht, dass Steppi "Weichei-Training" macht, oder? :))

Gruß
Daggi :bounce: ;)

neunstein
02.04.2003, 20:32
[/quote]


Aber ich glaube nicht, dass Steppi "Weichei-Training" macht, oder? :))

Gruß
Daggi :bounce: ;)
[/quote]

Na, DAS glaube ich auch nicht http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/lachen014.gif - und so ganz "Weichei-Training" ist es ja auch nicht, schließlich sind 20 Kilometer 20 Kilometer ob auf dem Band oder draußen...

Man, fällt mir denn keine bessere Ausrede ein??? http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/fragend009.gif



Dieter

kirchheimrunner
03.04.2003, 07:12
Original von Steppenläuferin:


Original von kirchheimrunner:
ich reise nicht immer zu meinen Laufstrecken an. Ich habe auch Kraut und Rübenäcker vor der Türe... wo im Novembernebel die Nixen und Hexen ihr Unwesen treiben, darüber gäbe es so manches zu erzählen...
der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...



.....da bin ich schon ganz ohr :rotate:
erzähle nur drauf los.......



Für meine Laufstrecken benötige ich noch ein wenig Zeit.....

Gruss Steppi



... dann überlegt euch mal was ...
Jetzt seid ihr dran, von den Nixen erzähl ich euch später



der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

kirchheimrunner
08.04.2003, 07:04
Meine Kraut und Rübenrunde (9,3) Km am 13.11.02 um 5:00 morgens:

Raus aus dem Haus, es ist windig und kalt.
Ich bin noch müde. Meine Beine sind schon schwer als ich die Brücke über die Bundesstrasse quere; - leichter läuft es sich hinunter zur Ortsmitte, wo die barocke St. Andreas – Kirche von einem übernächtigten quittengelben Mond beschienen wird. Am Maibaum vorbei und dann links ab – Richtung Kreuzhauser Hof. Der erste km ist geschafft. Jetzt heißt es Herzfrequenz unten halten und die Birkenallee entlang joggen. Ein fahles Licht schimmert durch den aufsteigenden Dunst. Die Leute im Bauernhof sind also schon wach; - sind wohl auch Frühaufsteher wie ich!

Als ich am Hoftor vorbei laufe bellt wie immer der Hofhund, bleibt aber brav hinter dem Zaun. Jetzt kommt Wind auf! Mich fröstelt! Meine Gedanken schweifen ab; - mir fällt ein Gedicht ein:

Kahle Bäume –
strecken zitternd
schwarze Äste hoch zum Himmel.

Sterne brechen glitzernd
durch die Wolken,
reißen Wunden in den Dunst.

Es wird langsam – zaghaft Morgen.



Km 4: Ich bin jetzt draußen auf den Feldern. Links liegt das Moor im Dunklen. Geräusche links und rechts. Die Äste der Hollunderstauden werden vom Wind hin und her gerissen. Ein verschreckter Haase sprintet quer über den Weg. Noch immer steigen die Nebel auf. (Und mit ihnen die Nixen, die sich im Moor verbergen)?
Jetzt tragen die Winde schwere Düfte, heran: Erde, Moder – Grabgeruch –und tragen sie ins Morgengrau.

Doch was mache ich mir für Gedanken? Ich bin schon am Wendepunkt. Mit Rückenwind laufe ich zurück nach Kirchheim hinein. Die Bauernhöfe von Landsham lasse ich bald hinter mir.

Lampen blinzeln jetzt hinter grauen Fensterfronten, wo Gardinenschleier alles hinter sich verbergen.

Man kann schon was erleben …. so alleine, draußen - bei Kraut und Rüben …


der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Phönix
08.04.2003, 07:11
Phönix hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_12.jpg).
Hinweis: Am am 12.04.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

kirchheimrunner
08.04.2003, 07:13
Original von Phönix:

Phönix hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_12.jpg).
Hinweis: Am am 12.04.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]





Danke für die Impressionen ....





der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Phönix
08.04.2003, 07:18
Phönix hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_14.jpg).
Hinweis: Am am 12.04.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

Phönix
08.04.2003, 07:22
Phönix hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_15.jpg).
Hinweis: Am am 12.04.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

Ralf-Charly
08.04.2003, 07:26
Hallo Phönix!

Das sind ja prima Bilder, aber kannst du vielleicht ein, zwei Worte dazu sagen!?!


Gruß Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.

Phönix
08.04.2003, 07:28
Wenn Du mir bitte den Tipp geben würdest, wie das geht, sehr gerne!
!:) Ich habe es wiederholt und als Zitatantwort was dazu geschrieben. Es muss aber auch anders gehen, stimmt`s? Aber wie??

Grüße von
Phönix

Ralf-Charly
08.04.2003, 07:31
Original von Phönix:
Wenn Du mir bitte den Tipp geben würdest, wie das geht, sehr gerne!
!:) Ich habe es wiederholt und als Zitatantwort was dazu geschrieben. Es muss aber auch anders gehen, stimmt`s? Aber wie??

Grüße von
Phönix



Wenn du das Bild hochgeladen hast, müsste in dem Post &quot;unten&quot; eine Schaltfläche &quot;bearbeiten&quot; sein.

Diese anklicken und schon kannst du den Text dazufügen.


Viel Spaß, Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.

Phönix
08.04.2003, 07:38
Phönix hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_19.jpg).
Hinweis: Am am 12.04.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

Phönix
08.04.2003, 07:40
Mal Gucken, ob es klappt, Ralf-Charly!
Die ist der nun vierte Eindruck von meiner Laufstrecke.

Grüße von
Phönix

Phönix
08.04.2003, 07:42
Hat leider nicht geklappt. Egal!!! Ein Bild sagt sowieso mehr als 1000 Worte!!!!

Grüße von
Phönix

Ralf-Charly
08.04.2003, 07:43
Original von Phönix:
Mal Gucken, ob es klappt, Ralf-Charly!
Die ist der nun vierte Eindruck von meiner Laufstrecke.

Grüße von
Phönix


Na ja, zählen können wir auch. Aber es fehlt immer noch der Imput zu den Bildern.


Gruß Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.

[ Dieser Beitrag wurde von Ralf-Charly am 08.04.2003 editiert. ]

Phönix
08.04.2003, 07:45
Sieh lieber zu , dass Du zum Laufen kommts, statt hier zu nörgeln! :D

Grüße von
Phönix

Ralf-Charly
08.04.2003, 07:46
Original von Phönix:
Sieh lieber zu , dass Du zum Laufen kommts, statt hier zu nörgeln! :D

Grüße von
Phönix


Na gut, bevor die Temperaturen jetzt in Tropische Bereiche abdriften.


Gruß Ralf und Charly


Der Weg ist das Ziel.

spike
08.04.2003, 07:49
hallo Kirchheimrunner


wunderschöner beschreib deiner strecken, bin im momment leider nicht so poetisch drauf, brauch mehr speed. danke von so was lebt dieses forum.!:) !:) !:) !:) !:)

Mit Liebe laufen statt davon rennen.

Spike !:)

miredoju
08.04.2003, 12:55
Tja, mit sowas wie einem Englischen Garten kann ich natürlich nicht mithalten, aber unser Ottmarsheimer Wald ist auch schön...

Seit ewig besitzt Besigheim seinen Wald. Eine Oase der Ruhe und Erholung umgeben von Weinbergen. Kein verrückter Amerikaner hat den Wald gestaltet, er wuchs von ganz allein, so wie er wollte.

2001 jubelte der Wald und alle seine Tiere, weil ein neuer Läufer namens Michael ihn durchquerte.

Bis heute hat sich das nicht geändert - er läuft jede Woche 3x mal links mal rechts rum und auch mal geradeaus. Es ist ein Wald für alle - man kann joggen ohne Ende. (Gestern war vielleicht ein Verkehr! Alle 5 Läufer aus Besigheim waren unterwegs...)

Von unserer Haustür bin ich los - über die Spielstraße und die 30iger Zone - ein paar Muttis haben mit ihren Kindern auf dem kleinen Spielplatz gespielt. Ich bin weiter aus dem Wohngebiet ins Industriegebiet zum Römerhof (eine Ausgrabungsstätte) und dann vorbei an dem Laden, an dem immer wenn ich vorbeilaufe ein großer Hund rausguckt, der meinen Laufkumpel schon mal gebissen hat...

Nach 2 – 3 Kilometer über Asphalt erreiche ich dann den Ultra Leicht Flughafen und damit schönen weichen Untergrund.

Von dort oben hat man einen unglaublichen Blick über die Weinberge, man sieht den Fernsehturm in Stuttgart und unten liegt ruhig der Neckar. An dieser Stelle schalte ich den Ticker meiner Uhr auf Laut, weil ich nach 10 Minuten in meinem Puls bin (140). Ein langes gerades Stück - viel Wind (aber ich hab ja die Mütze) - nur noch 1 km bis zum Wald.


Ja, und dann gehts in den Wald (keine zwei Joggerinnen - bin fast allein, nur Thommy neben mir und der redet nix mehr) - wir laufen weiter.
Ich genieße das Laufen und warte schon auf den Schweinebuckel - eine ziemliche Steigung - wowwww - ohne piepsen der Uhr, also mit max. 165 bin ich den Buckel rauf - rechts ab - es riecht nach frisch geschlagenem Holz - Flächenlose nennt sich das. Dann kommt auch schon wieder eine schöne bergab Strecke und weiter durch eine Art Allee - ruhig ist es - man hört Vögel und plötzlich ein Greifvogel - fliegt eine zeitlang vor mir her, als wollte er Tempo machen....toll, das ist ein Erlebnis.

Kein Biergarten (wäre nicht schlecht jetzt...quatsch, viel zu kalt) - nur mein Kumpel, der Vogel und ich....der Vogel verläßt uns und wir laufen weiter - Häckselgut liegt rechts (kennt ihr den Geruch? Ich muss nur dran denken und mir steigts in die Nase....ja, das ist Natur) - das geht nur bergauf....aber es geht - oben dann aus dem Wald raus und wieder über das Industriegebiet zurück - hoffentlich schläft der Hund jetzt...

Nach 11,6km sind wir gut gelaunt daheim.....

Michael



http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/Heizer003.gif Laufen macht den Kopf frei...

Phönix
08.04.2003, 13:32
Danke, Michael!
!:)
So schöne Beschreibungen gibt es eines Tages - hoffentlich - auch von mir! :rotate: :roll: :rotate:

Grüße von
Phönix

Garfield
08.04.2003, 13:34
Vielen Dank für die tollen Eindrücke eurer Laufstrecken -ob poetisch oder bildlich- einfach ein Genuss.

Gruß
Garfield:D :D

Lorien
08.04.2003, 17:03
Oh war das schööööööööön zu lesen. Bin jetzt gut gelaunt am Lächeln und habe Kraft weiter an meiner ollen Hausarbeit zu tippen

Lorien

kirchheimrunner
09.04.2003, 07:24
Erfahrungsbericht Halbmarathon Ismaning
Kirchheimrunner 23.02.2003


Bestimmt werden, wie in den vergangenen Jahren - über 1000 Starter erwartet, die in Ismaning die durch die verschneiten Isarauen eine 21,095 km lange Schleife laufen.

Ich habe mich eigentlich gut vorbereitet. Im September 02 habe ich meinen ersten „halben“ in Karlsfeld (Dachauer Land) hinter mich gebracht. Bei 2:03:38 bin ich – fix und alle – aber überglücklich ins Ziel getorkelt. Über die Weihnachtsferien habe ich ordentlich trainiert. Mein Nachbar hat mich die Isar rauf- und runtergehetzt. Eine Woche vor dem Tag X habe ich die Strecke „probehalber“ abgelaufen. Aber die Bedingungen wahren wirklich nicht einladend: Geschlossene Schneedecke, 15 Grad minus und ein eiskalter Wind. Nach eineinhalb Stunden ist mir sogar der heiße Tee in meiner Trinkflasche gefroren.

Aber nun gilt es! Ich stehe in der 5. Startreihe. Vor dem Start habe ich noch Manfred, den -„Marathonmani“ - getroffen! Er ist schuld an allem! Er hat mich im Sommer letzten Jahres zum Laufen überredet.

Die Polar – Frequenzmesser um mich herum piepsen aufgeregt. Das Wetter ist leidlich. Gerade mal 1 Grad plus, aber zum Glück windstill! Gestern noch hat mich mein Nachbar angerufen, - wir habe gefachsimpelt und er hat mich gefragt, welche Zeit ich mir den vorgenommen hätte? So knapp unter 2 Stunden währe schon prima! Darauf hat diese Laufziege von schräg gegenüber bloß müde gelächelt, - und mir den Floh ins Ohr gesetzt: Einsfünfzig müssen es mindestens werden; - und wenn du willst, spiele ich für dich den Tempomacher ….

Jetzt ist es zu spät für Zeitrechnereien und derartige Spielchen. Der count – down schallt über das Megaphon.

Startschuss! Wie immer lasse ich mich die ersten paar hundert Meter mit treiben. Aus dem Stadion heraus, links hinunter die Fahrstrasse – dann unter der Landstrasse durch – hinein in die Isarauen. Als wir den Streckenposten bei km 1 passieren schreit er 4:45 …. 4:50; - der Atem dampft ihm aus dem Mund.

Herzfrequenzcheck: 190! Noch grüner Bereich! Weiter so ruft mein Pacemaker, wir bleiben knapp unter 5 Minuten pro km.

Kilometer 3: Was ist das? Vor mir läuft Manfred? Der hat doch eine Bestzeit um die 1:43! Ich überhole ihn locker und ruf ihn zu: „Los uns nach“! (Ich werde schon wieder übermütig!)

Kilometer 5: Das Feld hat sich lang gezogen. Wie ein Lindwurm schlängelt sich die Lauftruppe durch den Wald. Der Boden ist mit einer 5 cm dicken Schneeschicht bedeckt; - aber rennen lässt es sich gut.

Kilometer 7: Erste Zwischenbilanz: Jeder Km knapp unter 5; ruft mein Schrittmacher; - Herzfrequenz zwischen 188 und 192. Mein Kreislauf kocht! Ein paar Läufer überholen mich; - aber auch ich bin schnell. Ab und zu gehe ich an ein paar Sportskameraden vorbei.

Kilometer 10: Mir geht es nicht gut. Seitenstechen! &quot;Aufrechter laufen, und nicht so ruppig antreten beim Überholen&quot;, - ermahnt mich mein Partner.
Zwischenzeit: Knapp über 50 Minuten! Fast schon ist der Wendepunkt bei der Dietersheimer Brücke erreicht!

Kilometer 12: Die Verpflegungsstelle! Im Vorbeilaufen grabsche ich mir einen Plastikbecher mit heißen Tee, drücke den Becher zusammen und schlürfe die Flüssigkeit in mich hinein. Ich bin außer Atem, müde und habe das Gefühl nur noch zu torkeln.

Kilometer 13 – 16: Einbruch! Jetzt kommt der Hammer. Ich werde immer langsamer. Mein Pacemaker ist schon 20 Meter vor mir. Ich will ihm nicht folgen; niemals nicht! Er wartet! &quot;Macht nichts, … das sind die schwersten Kilometer.&quot; Schon lange geht es am Isarufer – flussaufwärts zurück, Richtung München. Ein paar Bächlein sind zu überqueren, die Steigungen an den Holzbrücken machen mir furchtbar zu schaffen.

Kilometer 17: Ich werde es schaffen. Zwar verkrampft sich mein rechter Oberschenkel, aber ich komme wieder auf Kilometerzeiten um die 5:10! Ich werde immer noch überholt! &quot;Aber keine Sorge: die sind zu langsam angegangen und hetzen jetzt einer Zeit unter 1:45 hinterher; - vergeblich wahrscheinlich&quot;. Mein Pacemaker grinst.

Kilometer 19: Jetzt geht es an das „Eingemachte“. Letzte Reserven werden mobil. Herzfrequenz 193. Du gorsser Gott, - geht das gut? Aber es geht ja schon bald heraus aus den Flußauen, - hinüber zum Sportpark. Noch gut ein Kilometer. Die Füße laufen noch! Die Tempoziege gibt mir einen Klaps auf den Hintern, „toi – toi – toi“ und biegt vor der Zielrunde in die Sportgaststätte ab! Ein paar Zuschauer, die der Kälte getrotzt haben klatschen rhythmisch. – Auf zur Stadionrunde -. Meine kleine Tochter wartet im Ziel mit meiner Jacke. Sie schaut ungläubig zu mir herüber. Sehe ich wirklich so platt aus, dass sie mich nicht erkennt?
Gleich habe ich es geschafft. Ich sprinte (das mag lustig ausgeschaut haben) in den Zielkorridor. Meine Zeit wird gestoppt, die Startnummer notiert. Ich bin überglücklich. Ein paar mal tief durchschnaufen, tut das gut; - meine Schenkel und Waden zittern vor Erschöpfung.

Schnell streife ich mir die Jacke um, trabe Richtung Stadiontor um mich bei meinem Tempomacher zu bedanken. Aber was ist das? Da dampft der Marathonmani heran wie eine Lokomotive. Ich begleite ihn ins Ziel 1:47! Er ist ganz verdattert! Bist du narrisch? Was machst denn du schon da? Ja tatsächlich; - welche Zeit bin ich den eigentlich gelaufen?

Am Montag schaue ich in&acute;s Internet: Der Kirchheimrunner kam mit 1:45:53 ins Ziel. Nicht schlecht Herr Specht!

Übrigens: Mein Tempomacher ist 54 Jahre alt; aktiver Läufer bei TSV 1860 München; jetzt in Düsseldorf als DV- Leiter tätig. Vor 30 Jahren war er mal oberbayerischer Meister über 3000 m. Er ist nicht ins Ziel gelaufen, weil alle die ihn kennen (und das sind viele), sich gewundert hätten, warum er auf seine alten Tage plötzlich nicht mehr unter 1:30 laufen kann.


der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

miredoju
09.04.2003, 07:53
Guten Morgen Kirchheimrunner,

schöner Bericht - schöne Zeit und hätte ich auch gern - irgendwann geh ich den HM auch mal an......die Idee seine Laufstrecken hier mal zu beschreiben war echt super!

Danke noch mal und frohes schaffen :shock1: jetzt...

Gruß

Michael

http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/Heizer003.gif Laufen macht den Kopf frei...

Garfield
09.04.2003, 15:08
Hallo Kirchheimrunner,

deine Laufberichte sind echt klasse. Da fühlt man sich echt mitgerissen.

Und alle Hochachtung vor deiner Leistung.

Gruß
Garfield:D :D

kirchheimrunner
09.04.2003, 15:13
Hallo Garfield,

danke für die Blumen ...

ihr macht mich ganz verlegen ... ehrlich



der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

DAGGI
10.04.2003, 20:37
Hallo Kirchheimrunner!
Super tolle Berichte, die Du hier schreibst. Ich hoffe es kommen noch mehr. !:)
Jetzt weiß ich auch, warum Du mir vor meinem 1. HM den Tipp mit dem langsamen Anfangen gegeben hast. So wie Du deinen HM gelaufen bist, hätte ich alleine nicht durchgehalten. ;)

Gruß
Daggi :bounce: ;)

kirchheimrunner
11.04.2003, 11:03
Gestern, 10. April …

March - winds and April – showers,
so heisst ein Song vom grossen Al Jolson aus der goldenen Swing Aera der 40er Jahre.

Warum mir das gerade heute einfällt?

Lauft doch einmal mit mir mit. So Mitte April – durch den Ebersberger Forst. Dann werdet auch ihr begossen wie die Pudel!

Gerade mal 4 Grad Plus zeigte das Autothermometer als ich die Familienkutsche im Waldparkplatz von Anzing abstellte. Gleich gegenüber ist der Tennispark „Sepp Maier“ – Und wer kennt ihn nicht? Die Katze von Anzing! Den Torwart des FC Bayern München, der zusammen mit Beckenbauer und Müller, in den glorreichen 70er Jahren seinen Siegeszug durch Europas Fußballarenen startete? Hell leuchteten ihre Sterne am Himmel des Sports …

Und nur diesig schimmert das Licht aus den überdachten Tenniscourts zu mir herüber. Nur wenige Spaziergänger und Jogger sind heute unterwegs.
Kein Wunder:

Kälteeinbruch bis minus 10 Grad, der Wind dreht von Nord nach Ost, kaum Sonne, dafür ausgiebige Regenschauer und in den höheren Tal Lagen des Voralpenlandes – vereinzelt Schneeschauer; - so meldete Bayern 3 um 18:30 Uhr.

Das kann ja heiter werden! Die Endmoränen, die von den Gletschern aus der Würmeiszeit übrig geblieben waren, liegen 620 m hoch; - und da muss ich durch!

Der Ebersberger Forst ist das größte zusammenhängende Waldgebiet um München. Leider haben die Landschaftsgestalter nach dem Motto: quadratisch, praktisch – gut, in den ganzen Wald Schneisen schnurgerader Forststrassen geschlagen.

Anzinger Weg, Jodel Geräumt, Reitöster Geräumt – von Planquardrat XI/8 des Forst Eggelsee bis hinüber zu Planquadrat IX/18 – wo es bei Ingelsberg wieder aus dem Holz herausgeht. Das ist doch furchtbar albernes Vermessungsamtskauderwelsch - nicht wahr?

Aber es hilft nichts. Wer so 15 bis 20 oder auch mehr km; so ganz nach Belieben; - unter die Beine bekommen will, ist auf dieses „Dorado“ angewiesen. Und wer sich ein bisserl auskennt, der kann den schnurgeraden Fluchtlinien, die zum 8 km entfernten Horizont führen, schon einmal ein Schnippchen schlagen. Aber wehe, wer sich nicht merkt, wo er rechts – oder war es doch links - abgebogen ist! Er verheddert sich zwangsläufig im Netz der Planquadrate und braucht die Hilfe eines freundlichen Waldarbeiters oder Spaziergängers um wieder zurück in die Zivilisation zu finden.

Nicht so bei mir. Diese Irrungen und Wirrungen habe ich schon hinter mir. (Hat ganz schön Kondition aufgebaut, das Verlaufen, das könnt ihr mir glauben. Oft wurden aus 45 Minuten – über eine Stunde, oder aus 32 km, stolze 38!)

Also, - genug geplaudert! 2 Km will ich mich einlaufen. Quer hinüber zum Anzinger Geräumt brauche ich 14 Minuten. Dann steigere ich auf HF 165, - das Marathontempo, das mir der allseits geliebte Ekkehard - alias Vino, empfohlen hat.

…. sine amore, sine arte, non vita est! – So signiert er doch immer seine Postings!
Ohne Liebe, ohne Kunst .. ist es wohl kein Leben! Wo er Recht hat, hat er Recht!

Liebe hin und die schöne Kunst her. Ich muss jetzt den kalten Gegenwind bekämpfen. Von Osten her will er mich zurück nach Anzing schieben. Die Wipfel der Bäume beginnen zu schaukeln. Dunkelgrau und ungestüm zieht etwas herauf. Es beginnt leicht zu tröpfeln. – Macht nichts! Rede ich mir ein.

Nach 45 Minuten und mit harten Wadenmuskeln bin ich am Egelhartinger Wildgatter angekommen. 90 Grad nach links und dann im lustigen Fahrtspiel die Ausläufer der Endmoränen entlang. Fahrtspiel ja, - lustig nein! Mittlerweile ist es kühl geworden. Aus dem eingangs zitierten Jazz – Klassiker - March winds and April showers – ist eine ordentliche wagnerianische Götterdämmerung geworden. Nichts ist es mit rhythmischen Fingerschnippen; - ich warte nur noch darauf, dass Wotan seinen Hammer schwingt!

Dann ist es auch schon so weit: Das Forsthaus Diana, mit seinen niedlichen Ziegelzinnen, dem malerischen Maibaum – in weiß – blau , sehe ich nur noch ganz undeutlich im Schneegestöber vor mir auftauchen – und gleich wieder im Gebräu des aufsteigenden Nebels verschwinden.

Halbzeit; - und ich bin pudelnass. Die Finger werden klamm, und an meinem Bart setzten sich kleine Eiszapfen fest. Wenn mir jetzt jemand begegnet, der denkt sicherlich: Herr Waldschrat – und das höchstpersönlich - ist wieder unterwegs um die Wirtstochter aus Dianas Bierstube zu entführen...

Auf meine Herzfrequenz achte ich schon lange nicht mehr. Ich laufe nach Gefühl. Unter meinen Beinen wird es langsam aber sicher rutschig. Nasser, schwerer Schnee bedeckt die Pfützen. Ich renne und trample weiter.

Wann taucht denn endlich die Anzinger Sauschütt’ vor mir auf? Von dort weg sind es gerade noch 2 km!

Zuerst aber aufgepasst! Ein aufgescheuchter Keiler quert vom Unterholz und rennt im Schweinsgalopp in das Walddickicht hinein.

Das Schneetreiben wird so dicht, dass ich bei den Abzweigungen mitzählen muss um mich nicht zu verlaufen. Erste, dann die Zweite, die Dritte; - ja die Vierte Abzweigung ist es.

Das graue Schieferdach der Sauschütt ist weiß geworden; kaum von den Holunderbüschen, die wie ein Spalier Zinnsoldaten drum-herum stehen, zu unterscheiden.

Wieder linksherum. Das steht dann gleich die Hubertuskapelle mit einer Marienstatue.
Ja liebe Lauffreude, - ob ihrs glaubt oder nicht, – „unsere liebe Frau im Walde“ – war schon oft die letzte Rettung erschöpfter Jogger.

Weil es halt nur noch 1,8 km sind, bis die Lichter Anzings aus dem Dämmerdunst auftauchen. Ich renne, - weiter einfach weiter – ich will das Letzte geben; - ich will ins Trockene. Der Boden unter mir ist schmierig und dunkel; - Pfützen und Unebenheiten kann ich nicht mehr erkennen, dazu ist es zu dunkel. Geschneit hat es hier nicht. Dafür regnet es wie aus Kübeln. Mein Kreislauf rast. Herzfrequenz 175; - nein bestimmt mehr. Ich flitze die letzten Meter dem trüben Schimmer des Tennisparks entgegen. Das Shirt, die Windjacke, alles klebt mir wie eine zweite Haut am Leib.

Ein paar Schritte noch, dann habe ich es endlich geschafft. Nur noch die Stoppuhr aufhalten, austrudeln und tief durchschnaufen.

19,2 km in 1:46:30 Std. bei - March winds and April showers – so werde ich es in mein Lauftagebuch eintragen.

.. so jetzt seid ihr aber mal am Zug! Ich bin schon unheimlich gespannt auf eure Berichte ….


der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Ralf-Charly
11.04.2003, 11:17
Hallo Kirchheimrunner!

Wer sollte sich nach so einem Bericht noch trauen selber etwas zu verfassen.

Hast du mal überlegt damit Geld zu verdienen!?!

Das schreit ja nach dem Pulitzer-Preis. http://www.gif-art.de/gifs2234/pokale/00008468.gif


Mach weiter so, Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.

spike
11.04.2003, 11:23
Hallo Kirchheimrunner

ganz ganz grosse klasse, und dank für die latain stunde:D

Mit Liebe laufen statt davon rennen.

Spike !:)

Tim
11.04.2003, 11:26
An alle Berichteschreiber: Ich stelle die gerne unter http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/wissen/index.php?catid=2 aus! Schreibt mir einfach eine private Mitteilung. :rotate:

Gruß

+tim

kirchheimrunner
11.04.2003, 11:34
ach wo ... seid doch nicht so zaghaft ...

ich bin wirklich neugierig, wo ihr alle so rumturnt, was sich da tut und was ihr dabei erlebt...


der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

kirchheimrunner
11.04.2003, 11:35
ach wo ... seid doch nicht so zaghaft ...

ich bin wirklich neugierig, wo ihr alle so rumturnt, was sich da tut und was ihr dabei erlebt...


der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

kirchheimrunner
11.04.2003, 11:35
Original von Ralf-Charly:
Hallo Kirchheimrunner!

Wer sollte sich nach so einem Bericht noch trauen selber etwas zu verfassen.

Hast du mal überlegt damit Geld zu verdienen!?!

Das schreit ja nach dem Pulitzer-Preis. http://www.gif-art.de/gifs2234/pokale/00008468.gif


Mach weiter so, Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.



ach wo ... seid doch nicht so zaghaft ...

ich bin wirklich neugierig, wo ihr alle so rumturnt, was sich da tut und was ihr dabei erlebt...



der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Hütti
11.04.2003, 13:25
Wenn wir unser Waldründchen laufen ist es nicht halb so abenteuerlich :-))

Allerdings hatten wir heute strahlenden Sonnenschein, alle Bäume und Pflanzen werden langsam grün, an einer Pferdekoppel sind zwei Pferde ein paar Meter mitgelaufen und ein Eichhörnchen haben wir auch gesehen. Schön wars !

Kirchheimrunner Du bist ein Poet !

kirchheimrunner
11.04.2003, 14:27
Original von Hütti:
Wenn wir unser Waldründchen laufen ist es nicht halb so abenteuerlich :-))

Allerdings hatten wir heute strahlenden Sonnenschein, alle Bäume und Pflanzen werden langsam grün, an einer Pferdekoppel sind zwei Pferde ein paar Meter mitgelaufen und ein Eichhörnchen haben wir auch gesehen. Schön wars !

Kirchheimrunner Du bist ein Poet !



Danke Hütti für die Unterstützung ...
am Wochenende soll&acute;s ja schön werden, da werde die Anderen ja auch etwas zu berichten haben.

ich bin schon ganz heiss auf eure Geschichten ...

der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

marathonmann
11.04.2003, 14:30
Hallo!

Ich bin kein großer Romanschreiber. Deshalb stelle ich meine große Laufrunde mal so vor:
http://vheissenbuettel.bei.t-online.de/image002.jpg
http://vheissenbuettel.bei.t-online.de/image004.jpg
Bei den kürzeren Runden laufe ich im Prinzip die gleicheStrecke, die dann aber an geeigneter Stelle abgekürzt wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Volker
http://www.web-ansichten.de/junk/forumshirt.gif

Tim
11.04.2003, 14:48
Hey kirchheimrunner,

Deine beiden tollen Berichte sind nun auch hier zu finden: http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/wissen/index.php?catid=2

Gruß

+tim

Garfield
11.04.2003, 17:04
Hallo Kirchheimrunner,

auf deine Berichte freuen sich alle Foristis. Diesesmal war es sogar noch richtig spannend. Zeitweise habe ich gedacht, jetzt passiert es. Kirchheimrunner rutscht aus oder so was. Und zum Schluss war ich richtig froh, dass du es heilzum Auto geschafft hast.

Danke für diesen spannenden Bericht.

Meine Lauferlebnisse sind weder von der Streckke noch was da passiert auch nur annähernd so interessant wie deine.

Gruß
Garfield:D :D

DAGGI
11.04.2003, 18:04
Original von Hütti:
Wenn wir unser Waldründchen laufen ist es nicht halb so abenteuerlich :-))

Allerdings hatten wir heute strahlenden Sonnenschein, alle Bäume und Pflanzen werden langsam grün, an einer Pferdekoppel sind zwei Pferde ein paar Meter mitgelaufen und ein Eichhörnchen haben wir auch gesehen. Schön wars !

Kirchheimrunner Du bist ein Poet !



Wir hatten am Mittwoch eine Begegnung mit drei Rehen, die auf einmal ganz nah vor uns den Weg kreuzten. Das war auch ein Erlebnis. ;)

Gruß
Daggi :bounce: ;)

runningmanthorsten
11.04.2003, 18:06
[[/quote]


Wir hatten am Mittwoch eine Begegnung mit drei Rehen, die auf einmal ganz nah vor uns den Weg kreuzten. Das war auch ein Erlebnis. ;)

Gruß
Daggi :bounce: ;)
[/quote]

Ich hab bei jedem Training Begegnungen mit Bogi! Ist aber auch ein Erlebnis... :)) :)) :)) :)) :)) :))

Liebe Grüße!

Thorsten

Hajott
11.04.2003, 18:32
Mannomann, Thorsten, jetzt lag mir doch was auf der Zunge (von wegen Bogi und Bock und...) gut, daß ich mir das noch mal verkniffen habe! :))

Liebe Grüße

H.-J.

p.s.: don`t hurt the dirt!

runningmanthorsten
11.04.2003, 18:58
Original von Hajott:
Mannomann, Thorsten, jetzt lag mir doch was auf der Zunge (von wegen Bogi und Bock und...) gut, daß ich mir das noch mal verkniffen habe! :))

Liebe Grüße

H.-J.

p.s.: don`t hurt the dirt!



Häää? Erzähl doch mal!!!

Thorsten

Hajott
11.04.2003, 19:02
Nee, wenn Bogi das liest, ist er wieder böse auf mich! Ich glaube, er weiß auch so schon, welche Beziehung ich herstellen wollte! Der guckt heute nacht sowieso hier alles nach und dann haben wir den Salat!

Mach Du Dich mal an Deinen 10er Plan, der interesiert mich nämlich auch.

So, muß jetzt Schluß machen! Tschö, Thorsten!

Liebe Grüße

H.-J.

p.s.: don`t hurt the dirt!

runningmanthorsten
11.04.2003, 19:04
Original von Hajott:
Nee, wenn Bogi das liest, ist er wieder böse auf mich! Ich glaube, er weiß auch so schon, welche Beziehung ich herstellen wollte! Der guckt heute nacht sowieso hier alles nach und dann haben wir den Salat!

Mach Du Dich mal an Deinen 10er Plan, der interesiert mich nämlich auch.

So, muß jetzt Schluß machen! Tschö, Thorsten!

Liebe Grüße

H.-J.

p.s.: don`t hurt the dirt!


Muß auch gleich los!

Schönen Abend noch!

Thorsten

Steppenläuferin
11.04.2003, 20:33
Kirchheimrunner


Das war wieder einmal Leseschmaus pur. Echt spannend.

Danke und Gruss Steppi

M 52
12.04.2003, 00:08
Original von Hajott:
Mannomann, Thorsten, jetzt lag mir doch was auf der Zunge (von wegen Bogi und Bock und...) gut, daß ich mir das noch mal verkniffen habe! :))

Liebe Grüße

H.-J.

p.s.: don`t hurt the dirt!



Hajooottt!!!

Übertreibe es nicht. Ich hetze sonst Gizmo auf Dich!!http://www.smiley.de/smileys/jumping003.gif



Liebe Grüße, Bogi

Hajott
12.04.2003, 09:46
Jawohl, Sir!

Liebe Grüße

H.-J.

Rose-Marathon 2003 -
ich bin dabei!

M 52
12.04.2003, 10:10
Endlich mal jemand der auf mich hört. Zu Hause bin ich von einem Rudel weiblicher Wesen umgeben, die mir gnadenlos auf der Nase herumtanzen. Seufz!!:)) :))

Liebe Grüße, Bogi

Hajott
12.04.2003, 10:12
Wir sind 4 Männer und zwei Vierbeiner gegen eine Frau, und die hat hier trotzdem alle(s) im Griff! :))

Liebe Grüße

H.-J.

Rose-Marathon 2003 -
ich bin dabei!

M 52
12.04.2003, 10:52
So sind sie halt. Aber ohne gehts es ja auch nicht. Und stinklangweilig wäre es auch!http://www.smiley.de/smileys/love020.gif



Liebe Grüße, Bogi

Hütti
12.04.2003, 12:08
Du hast es erfasst !

http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/002.gif

Lorien
12.04.2003, 12:52
Original von Ralf-Charly:
Hallo Kirchheimrunner!

Wer sollte sich nach so einem Bericht noch trauen selber etwas zu verfassen.


Mach weiter so, Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.



Hallo!
Genau das habe ich auch gedacht! Kirchheimrunner bringt so richtig Stimmung rüber!


Die Berichte sind so schön, dass ich als erstes wenn ich im Forum bin nachsehe ob Kirchheimrunner schon einen neuen geschrieben hat!

Trotzdem würde ich mich auch über andere Berichte freuen, auch wenn die nicht so geschrieben sind.
LG Lorien

kirchheimrunner
14.04.2003, 15:00
Isar Hochufer, 16 km

Wir haben doch schon mal darüber gesprochen; - für Läufer, wie wir – sind Zeit und Entfernung doch gar keine festen Größen. Darum ist jene Geschichte, die ich euch jetzt erzähle auch zweifelsohne war; wenngleich es kaum jemand im Forum gibt, der beschwören könnte – er war dabei …
... aber es gibt auch viele, die so eine vage Erinnerung haben, .. an den letzten Mai. Immer noch summen sie den alten bayerischen Dixischlager vor sich hin; - woher sie den wohl haben?


In Gründwald im Isartal,
glaubt es mir, es war einmal,
da ham’ edle Ritter g’haust,
dene hats vor gar nichts graust.

Wer in Bayern kennt die Hot Dogs nicht; eine Dixi - Band, die schon seit Jahrzehnten die Sommergäste der Kugleralm – mitten im Flachland des Perlacher Forstes, - in Stimmung bringt? Und nicht nur die, wie wir oben lesen konnten!

Und wenn es dann gegen Mitternacht am zünfitigsten ist, - die Mücken unter den Kastanienbäumen ausschwirren und die Bierkrüge noch einmal zu einem letzten Prosit; - und „habe die Ehre Herr Nachbar“ – zusammengestoßen werden, - ja dann müssen die armen Rittersleut aus Grünwald für Spott und Gaudi herhalten.

Ja so warn&acute;s, ja so warn&acute;s … de alten Rittersleut.

Aber was hat es denn auf sich mit den Grünwalder Rittern? Das fragt sich dann jedes Kind. Raubritter, und das mitten in München? Na, na …. Ob da nicht jemand flunkert?

Wir Lauffreunde haben es da leichter. Jedem Geheimtip folgen wir doch mit Begeisterung.

So auch viele aus dem Forum; es wird so im letzten Mai gewesen sein...

Die Autos haben wir an der Säbener Straße geparkt. – Gut 200 Meter hinter der Schickeria des FC Bayern München, der dort im Stadtteil Harlaching sein prächtiges Domizil hat. (Trainingsgelände währe gelinde gesagt untertrieben.) Ja, und nicht zu vergessen, die Konkurrenz aus dem Arbeiterviertel Giesing, sie ist ja auch nicht weit. So konnte man früher sehen, - wie man mir berichtete, - als die Trainingsmethoden noch etwas rauer waren, - wurden auch die Fußballer vom TSV 1860 München durch die Isaraugen gejagt. Aber heutzutage ist das anders. Die „Löwen“ brüllen entweder vom Tierpark unten herauf – oder aber liegen bequem auf der Massagebank eines Physiotherapeuten.

Wir aber traben über die Strasse zum Annakirchlein. Schnell umgedreht, denn den Blick auf den Tierpark Hellabrunn dürfen wir nicht verpassen. Das Elefantenhaus und das Raubtiergehege liegen direkt unter uns. „Gut gebrüllt Löwe“ – dass du Hunger hast können wir verstehen,
- aber schau uns an -
- viel ist nicht an uns dran …

Einen guten km müssen wir einen Radlerweg entlangjoggen; - dann geht es vom Isarhochufer treppab hinunter ins Abenteuer des gepflegten Cross – Laufens.
Damit heute auch alles gut geht, Kondition und Herzfrequenz und dass wir vor den hungrigen Hunden in den Isarauen rechtzeitig Reißaus nehmen können, verweilen wir einen Moment der Stille an der Marienklause. Irgendein orthodoxer Emigrant aus Russland hat hier ein kleines Kapellchen gebaut. Die Holztüre steht immer ein wenig offen, so dass wir die Attrappen von Ikonen, den üppigen Leuchter und die Vasen mit den Plastikblümchen bewundern können.

Nein! Kitsch ist das nicht – Kitsch ist etwas ganz anderes …

Biker und windschnittige Mädchen in voller „Bladermontur“ und andere hastige Mitbürger flitzen direkt an der Isar den Teerweg entlang.
Nichts für uns. Links hinein, den kleinen Trampelpfad entlang geht es Isar abwärts. Passt auf die Wurzeln auf! Ein Sturz und die Bänder sind hinüber. Aber die heilige Maria aus der Klause wird schon auf uns aufpassen…

Lange können wir die Gedanken nicht mehr umherschweifen lassen, denn von nun an geht’s bergauf. Dem Isartalverein sei&acute;s gedankt. Nur mit ehrenamtlichen Helfern halten sie den Steig instand, der von Harlaching über die Menterschweige bis nach Gründwald hinaus – ins Bad Tölz Alpenland führt.
Kaum 50 Meter – schräg über uns läuft die Fahrstrasse und mit ihr das hektische Treiben an uns vorbei. Ich muss nach Atem ringen, so einfach ist das nicht … auf den Ritterpfaden – und das bergauf!

Paßt auf! Schmal ist der Steig, - rechts geht es hinunter zur grünen Isar. Schilder warnen vor allzu leichtsinnigen Turnübungen am Holzgeländer. Achtung! Absturzgefahr.
Mit kurzen Trippelschritten joggen wir weiter hoch. Nur noch 20 Meter und die schnellen unter uns könnten sich im Biergarten der Menterschwaige eine Maß genehmigen. Aber das wäre ein schlechter Handel, (das Bier wird später in Strömen fließen ..) denn jetzt führt der Weg ganz nahe an der bröseligen Kalksteinwand vorbei. Die Isartaler haben einen kleinen Tunnel geschlagen, damit die Freizeitsportler und Spaziergänger bequem und sicher in Richtung Großesseloher Brücke weiterlaufen können.
Von der alten Eisenbahnbrücke aus, geht es dann weiter lustig auf und ab. Wir lassen uns einfach vom Gelände treiben und genießen die Einsamkeit. Manche von uns flüstern auch und erzählen sich Laufgeschichten aus dem Internet. Pssst! Leise, - denn noch 200 Meter und wir werden in die Abgeschiedenheit entrückt. Die Kalkwand mit ihren ausgeschwemmten Frostlöchern können wir ertasten. Schüchtern und zaghaft wachsen dort sogar Baumtriebe zum unendlich fernen Licht empor.

Schon verrückt, wenn man bedenkt, dass über uns auf der Grünwalder Strasse die eleganten Daimler chauffiert werden, oder mancher ergrauter Schickeria – Macho seinen zweiten Frühling mit einem Porsche Turbo, genießt.
Unter uns aber windet sich das grüne Band der Isar in ihrem teilweise allzu engen Bett.

Schaut Rechts hinauf, - dort taucht am anderen Ufer Pullach auf. – Der Bundesgeheimdienst lässt grüßen!
Links oben, kaum 500 Meter entfernt liegen die Bavaria - Studios der Filmstadt Geiselgasteig. „Mehr schein, als sein“ – ist alles was hier zählt!
Mancher Stern ist hier aufgegangen und erstrahlt als Star am Fernsehhimmel: Kommissar Derrick zum Beispiel, - der blickt dort oben durch seine Brille, die schon in den 90er mega-out war und befiehlt: Harry, hol mal schon den Wagen …. So oder ähnlich flimmert es doch schon seit Jahren freitags abends über unsere Mattscheiben.

Jetzt aber genug mit dem Getratsche. Denn so ein Geländelauf hat es in sich. Langsam aber sicher nähert sich der Isar Hochweg wieder der Forststrasse am Ufer. 3 Kilometer noch traben wir der Isar entlang; - dann heißt es „weggucken“! Jedenfalls für die Moralapostel unter uns, denen die allzu vielen Nacktbader an der Floßlende unter der Grünwalder – Brücke auf die Nerven gehen.
Bei Km 8 können wir endlich das Geheimnis der Grünwalder Rittersleut lüften. Wenn ich richtig mitgezählt habe sind es fünfundzwanzig Stufen hoch zur Grünwalder Burg.

Friedlich waren die Ritter nicht,
Hielten es für heil`ge Pflicht
Schwertgeklirr war ihr Symbol,
Nur im Kampf war ihnen wohl.

Keine Angst meine Damen; wir Herren der Schöpfung stehen euch bei.

Im Laufschritt an der Burg vorbei, biegen wir in den Panorama – Weg der Grünwalder High – Society ein. Alles was in München Rang und Namen hat, ( und nicht gerade in Kitzbühl wohnt) wählt hier sein Domizil. Sophia Loren, Heinz Rühmann (ja auch der); - und viele andere protzen dort mit ihrer Villa.
Ein Schaulaufen ist das, das könnt ihr mir glauben. Wir wetteifern mit Zwischensprints (oben am Hochufer geht’s ja bequem und schnell voran) mit km – Zeiten so um die 6 Minuten. Schade eigentlich – viel zu schnell – für das was sich uns an diesem Samstag Nachmittag so bietet.

Ein Schaulaufen der Mode, oder was manche dafür halten.
Manchen Damen sieht man wirklich „den letzten Versuch“ an. Mir persönlich sticht immer das Parfüm der oberen zehntausend in der Nase. Die gestylten Hunde dagegen gefallen mir sehr. Wenn mir so eine prominente Promenadenmischung nachläuft und das Herrchen ruft: Daisy! (ja genau Mooshammers Süße mit dem rosa Schleifchen) .. lass doch den Herrn Jogger laufen, du bekommst nachher bei Dallmayer was Gutes…

Auch ihr wundert euch über den diese unglaubliche Geschäftigkeit und den dichten Spaziergängerverkehr. In der Tat! Ihr habt Recht! Besonders die Krimifreunde unter euch.
Haben doch Derrick, der Alte und Erik Ode als Kommissar, - jeden Freitag Abend mit jeweils mindestens zwei Leichen, ganz Gründwald entvölkert. Eigentlich dürfte hier schon niemand mehr wohnen: Die eine Hälfte währe der Geld/-Rachsucht der enterbten Kinder zum Opfer gefallen und um die Ecke gebracht. Die andere Hälfte müsste in Stadelheim hinter Gitter sitzen.

Ja so kurzweilig ist das hier, dass wir für die 8 km zurück nur knapp 50 Minuten gebraucht haben.

Jetzt sind Sprinterfähigkeiten gefragt. Endspurt – wer ist der Schnellste? Am St. Annakirchlein vorbei, über die Strasse in den Biergarten hinein. Gibt es für uns noch freie Plätze. Klar doch: Renatos systematisches Aufbautraining für Grundschnelligkeit hat sich bezahlt gemacht.
Hallo Fräulein, bitte eine Runde Weissbier für alle. Seht ihr! Jetzt fließt das versprochene Bier in Hülle und Fülle.

So um die Sperrstunde um 23.00 Uhr trompetet unten vom Hellabrunner Tierpark - Fanta der Elefantenbulle ein letztes „o sole Mio“ in den Harlachinger Maienhimmel ….

Ihr gebt mir doch sicher recht? Genau so war es doch, oder?


der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

[ Dieser Beitrag wurde von kirchheimrunner am 14.04.2003 editiert. ]

Ralf-Charly
14.04.2003, 22:19
Hallo Zusammen!

Ich kann sicher nicht so gut schreiben wie kirchheimrunner, aber ich kann die schönen Berichte noch etwas schöner machen:

Annakirchlein:

http://www.muenchen-tourist.de/img/stadtinformationen/kirchen/sankt_anna_harlaching.jpg

Biergarten Menterschwaige:

http://freizeittipps.bei.t-online.de/images/biergartenmenterschwaige1.jpg

Die Elefanten des Tierparks Hellabrunn:

http://www.familienfreizeittipps.de/images/tierpark-hellabrunn.jpg

Marienklause:

http://www.auer-muehlbach.de/Spaziergang/Marienklause/Maria-Einsiedel.JPG

Grosshesseloher Brücke:

http://www.gerline.de/bruecken/grossh-1.jpg
http://www.munichtours.de/sehenswertes/bruecke/bilder/grosshesseloher.jpg



So, das reicht erst mal für heute.


Gruß Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.

neunstein
15.04.2003, 06:16
neunstein hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_63.jpg).
Hinweis: Am am 19.04.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]



[ Dieser Beitrag wurde von Tim Pawlowski am 16.04.2003 editiert. ]

kirchheimrunner
15.04.2003, 07:30
Also Ihr lieben Ralf-Charly

ich bin jetzt natürlich total baff.

Ich wusste ja, das jemand vom Forum mitgelaufen ist....



der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Hütti
15.04.2003, 07:32
Hallo Dieter :))

das Bild ist aber schon was älter oder ?

Bei uns im Wald wird es so langsam richtig wunderschön grün :rotate:

Ich werde das heute mittag nochmal genau beobachten :P

Wünsche einen wunderschönen Tag !

Gruss

Birgit

spike
15.04.2003, 20:58
hallo kirchheimrunner

und wie ich dir recht geb, und ganz viel lust zum mitrennen, die du mir gemacht hast. danke

Spike 8)

Mit Liebe laufen statt davon rennen.

Phönix
16.04.2003, 16:53
Lob, wem Lob gebührt: Toller Bericht, tolle Illustration! Das hat echtig Spaß gemacht! !:)

Grüße von
Phönix

Hajott
16.04.2003, 17:19
Kann mich da nur anschließen!

Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht bzw. die nächste Erlebniserzählung; danke Kirchheimrunner!

Liebe Grüße

H.-J.

Rose-Marathon 2003 -
ich bin dabei!

Garfield
16.04.2003, 20:31
War mal wieder ganz toll Kirchheimrunner. Aauch ich freue mich schon auf den nächsten Erlebnislauf.

Gruß
Garfield:D :D

kirchheimrunner
24.04.2003, 11:44
Mitten durch&acute;s Gilchinger Moos.11,2 km.

Wenn Freitag nachmittags die Sonne scheint und ich um 15:30 Uhr aus dem Büro stürme; - dann lohnt es sich nicht, über die Münchner Ringstrassen in Richtung Osten den niederbayerischen Pendlern hinterher zu stopseln um bei mir zu Hause ein paar anständige Laufkilometer unter die Füße zu bekommen.

Stop and go; - Stau und Abgase ade!
Ich fahre lieber nach Westen; - Richtung Ammersee; - und bevor ich mich auch hier vom allzu dichten Feierabendverkehr – Richtung Strarnberger Schickimicki Scene mit treiben lasse, verlasse ich die Autobahn, die das heimelige Fünf – Seenland durchquert und folge den Spuren der Römerstrasse und des ersten Deutschen Kaisers „Karl dem Grossen“.

Vor den Segnungen der modernen Zivilisation, mit ihren Dieselabgasen und dem wichtigtuerisch nervenden Handygeklingle; - verstecke ich mich tief im Gilchinger Moos.

Der Sage nach, soll ja der alte Kaiser in der Reismühle von Gauting geboren sein. Im Gautinger Gemeindewappen befindet sich darum auch heute noch eine Kaiserkrone über einem Mühlrad. Ob das alles wahr ist? Aber in der Vergangenheit herumstöbern tue ich halt gerne; - halt! Aufpassen, rechts abbiegen!

Fast hätte ich vorlauter herumtrödeln in der fernen Vergangenheit, die nahe Einfahrt zum Waldparkplatz verpasst!

Der dichte Nadelwald schaltet den Lärm ab. Das Schlagholz bestäubt mit Harzgeruch die feuchte Luft. Gestern noch hat es geregnet.
Gegen 16:15 Uhr laufe ich los; - heute in kurz! Ziemlich gewagt wie ich finde. (Keine Joggerinnen in der Nähe?) Nach 100 Meter taucht der Winklhof auf; - in einer Lichtung dicht an das Nadelgehölz gekuschelt. – Würde hier nicht Ackerbau und Viehzucht betrieben; - der Wald und das Hochmoor würden das Wirtschaftsgebäude bestimmt im Nu verschlucken.

Noch stören mich die Mücken nicht. Ich laufe quer durch den Forst bis hinaus zum Thalhof. Dort muss ich darauf verzichten, gleich zum Pferdegestüt Wiesmath hinüber zu rennen. Ich könnte die hübschen, gelenkigen Mädchen, die auf ihren Pferden verwegene Voltigier - Kunststücke einüben, beobachten; - aber ich glaube, da schaue ich lieber auf dem Rückweg vorbei.

So biege ich links ab und laufe auf einen Feldweg, der sich leicht bergauf schlänget, dem Waldrain entgegen. Es scheint fast so, dass die Bäume mich mit offenen Armen aufnehmen wollen; - oder sind es bloß die Äste, die sich mir entgegenrecken, weil sie der aufkommende Föhnwind hin und herpeitscht?

Laufen mit Gegenwind macht müde. Schweiß perlt mir auf der Stirn. Die schüchterne Frühlingssonne, die über den Baumwipfeln blinzelt scheint mir direkt in&acute;s Gesicht. Doch schon einen Augenblick später bin hinter dem Waldsaum untergetaucht.

Wehe dem, der sich hier nicht auskennt! Kreuz und quer führen die Wege mal hierhin, mal dorthin. Doch allzu oft enden sie an einem Zaun, einem Moortümpel oder in einem Rübenfeld. Ein richtiger Irrwurzelgarten ist das.

Ich jogge den Waldpfad entlang, im leichten Auf und Ab um den Hirschberg herum hinüber zur Steinernen Säule. Man trifft hier niemanden; so spät; - so weit im Forst! Schade eigentlich. Die Stimmen der Vögel, der Duft der grünen Kräuter macht so froh, dass man sich jemanden mitteilen möchte. Keiner da? -

Also jauchze ich unter dem Laufen aus vollem Hals; - verrückt nicht wahr?

Rechtsherum die Schneise hoch. Sanfte Steigungen mag ich sehr. Gewundene Wege, die nicht so zielorientiert, und haargenau berechnet als kürzeste Verbindung von A nach B führen, sondern ihre Geheimnisse bewahren und nur denjenigen freigeben, die ein Auge dafür haben. Der Weg ist das Ziel. – und wer hat bloß die geraden Strassen erfunden, die das Leben so langweilig machen; - angepasst an Gott - „efficiecny“, den Geist der Zeit?

Ich laufe zügig und rhythmisch; der Pulser hat sich so zwischen 147 und 155 eingepegelt, also so um die 6:45 Minuten pro Kilometer. Aber was bedeutet hier Zeit und Geschwindigkeit, aerob oder anaerob – Fettverbrennung oder sonst der ganze Quatsch.

Im weiten Bogen trabe ich am Birkensteinhaus vorbei, unter mir liegt das Wildmoos. Birken, Senngras und Torfmoos ist das Einzige was hier gedeiht. Es geht auf 17:00 Uhr zu.

Archäologischer Wanderweg, - steht auf einem Holzschild, das der Feuchtigkeit im Moor ganz schön Tribut zollen musste. Die Dämmerung bricht herein; wird es jetzt noch unheimlich?

Ich ziehe an, sprinte ein den Weg entlang, - Fahrtspiel nennt man das …, - aber nur ein paar hundert Meter, dann taucht der Thalhof – rechts unten in der Lichtung auf. Von dort ist es nicht mehr weit zum Gestüt Wiesmath! Wisst ihr noch? Die Mädchen mit den waghalsigen Kunststücken auf dem Rücken der Pferde, … wo alles Glück der Erde …

Na, na – nicht schon wieder träumen.

Tja, mit solchen Gedanken habe ich mich wieder ins Trim-Trab – Tempo fallen lassen. Auf dem kurzen Stück zum Winklhof, den der Wald offensichtlich noch nicht verschluckt hat, kommen mir, - ein bisschen abgehetzt – zwei Joggerinnen entgegen.

Einen kurzen Blick darf man ja riskieren; oder? Aber es sind weder die Daggi, die hätte ich mit ihren stolzen 182 cm Länge ja schon von weitem erkannt, noch die Steppi, - Flinkfüsschen oder Roxanne? Nein auch nicht, die treibt sich an den Hängen des Harz herum? Lorien könnte passen; - nein, wo denkst du hin? Die sitzt bestimmt vor ihrem Computer und tippt sich die Finger wund; - die Diplomarbeit muss doch endlich fertig werden. Und von Garfield gar nicht zu reden; - sie träumt wahrscheinlich von…. …

…. Verflixt noch mal, du Tölpel! Das Forum ist weit … und vor lauter Träumerei verdattelst du deine Autoschlüssel. – Mir rutscht das Herz in die Hose. - Wie willst du jetzt nach Hause kommen?

Heiliger Antonius hilf! - Na, da fällt mir ein Stein vom Herzen. An die Reißverschlusstasche in meinen Marathonshorts hatte ich gar nicht mehr gedacht!

Ein Hans – guck in die Luft bist du – und läufst herum wie ein zerstreuter Professor ….
Nun gut, am nächsten Donnerstagt, nach den Feiertagen - werde ich im Forum alles beichten ….


der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Phönix
24.04.2003, 13:07
Du bist nicht nur Läufer, sondern auch Poet, Kirchheimrunner!
Es war reines Vergnügen. Werde es mir heute abend garantiert noch mal reinziehen! !:)

Grüße von
Phönix

Hütti
24.04.2003, 14:23
...wunderschön....

Genau das Richtige für einen kleinen &quot;Entspanner&quot; während der Arbeitszeit :P

MissBlümchen
24.04.2003, 19:51
http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/motz.gif Oh Mann, das ist ja so UN-GE-RECHT! http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/motz.gif




Heute auf der Arbeit hab` ich diesen tollen Thread entdeckt und mich schon den ganzen Tag darauf gefreut, etwas über MEINE Laufstrecke zu schreiben - und JETZT ist der Thread schon voll mit supertollen Berichten von &quot;richtigen&quot; Läufern - und gerade nach diesen genialen Ergüssen vom Kirchheimrunner wird sich KEIN Mensch mehr für meine pupsige kleine Laufstrecke interessieren! Das IST JA SOOOO GEMEIN!!! http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/motz.gif

************
MAKE MY DAY!
************

neunstein
24.04.2003, 20:00
Hey Du,

wer sagt Dir, dass sich keiner für Deine Laufstrecke interessiert ?( ?( Ich möchte auf jeden Fall wissen, wo Du läufst und was das besondere An Deiner Lieblingsstrecke ist - also ran an den Speck und geschrieben

Dieter

Hannover-Marathon
Startnummer 644

waldlaufer
24.04.2003, 20:04
Kirchheimrunner, ein echt starker bericht, da hat man das gefühl dabeizu sein.

übrigens uns interessiert hier jeder bericht u. wie dieter schon sagt, ran an den speck, na so schüchtern siehste doch gar nicht aus:)) 8o

waldi

Ostern war hart

MissBlümchen
24.04.2003, 20:38
Die goldene Regel im Umgang mit Greenhörnchen ist - BLOSS NICHT ERNST NEHMEN! Das vorhin war natürlich nur Spass und eher als Lob für alle &quot;Vorschreiber&quot; gedacht....hmmmpf...naja....ich hätte wohl statt des motzenden Smilies einen mit Augenzwinkern nehmen sollen! :))

Ok....meine Laufstrecke....ich bin ja im Februar nach Mülheim-Kärlich umgezogen und seitdem habe ich das Laufen ganz schön vernachlässigt....von der &quot;alten Heimat&quot; war ich tolle einsame Waldstrecken gewohnt und hier gab`s nur...Asphalt, Gehsteige, Wohnhäuser, riesige Strom-Maste und eben das besagte Atomkraftwerk....das machte mir alles nicht so wirklich viel Spass!

Jetzt habe ich einen Weg gefunden, der quasi direkt vor meiner Haustür beginnt, eine kurze Strecke über einen Radweg neben der B9 entlangführt und DANN in ein Feld mündet....dann laufe ich gute 2 km an RICHTIGEN Bäumen entlang, auf der linken Seite ein kleiner Bach, auf der rechten Seite ein langes Feld voller Kirschbäume, die jetzt in voller Blüte stehen.....das sieht zum einen superschön aus und riecht zum anderen gigantisch gut nach Frühling...und an zwei Stellen im Feld sind ganz viele Kaninchen-Bauten, und ständig hoppeln ein oder zwei Langohren über den Weg - heute war es sogar ein ganzes &quot;Rudel&quot; (sagt man das bei Kaninchen?)...naja....dann geht es noch eine kurze Strecke an einem Schwimmbad und Tennisplätzen vorbei und schwupps - stehe ich wieder vor meiner Haustür - sind genau 3 km! Und wenn ich dann noch Puste habe, hänge ich noch eine Runde dran....so ist das!

Kein wirklich spektakulärer Weg....aber seit ich den gefunden habe, ist mein Heimweh ein bißchen geschrumpft! :D

Grüsse vom grünen Horn

************
MAKE MY DAY!
************

DAGGI
24.04.2003, 20:58
Hallo Kirchheimruner,
da hast Du dir aber wieder einen geleistet. Super toller Bericht. Ich hoffe Du hast noch ganz viele so wunderbare Laufstrecken, denn ich will mehr. :P ;) !:) :bounce:


@Greenhörnchen
Es freut mich, dass Du mit deiner Laufstrecke dein Heimweh ein bischen lindern kannst. Ich glaube wenn ich in einer Stadt wohnen müßte, dann würde ich eingehen. Ich brauche auch Wald und Wiesen und blühende Bäume. ;)

Gruß
Daggi :bounce: ;)

Die sich bekennende Blonde

Garfield
26.04.2003, 16:01
Hallo Kirchheimrunner,

war wieder ganz von deiner Geschichte gefesselt. Das mit dem Schlüssel könnte mir passiert sein. Weiß nie wo meiner ist:)) :)).Bei dir wirds wohl an den Mädchen auf dem Rücken der Pferde gelegen haben oder :)) :))?

Gruß
Garfield :D :D

P.S. In dieser Woche hättest du mich auf keiner Laufstrecke gefunden. Habe auch Bekanntschaft mit den &quot;Schienbeinen&quot;gemacht. ;( ;(

Regina-Donna
27.04.2003, 18:16
Original von Greenhörnchen:
Die goldene Regel im Umgang mit Greenhörnchen ist - BLOSS NICHT ERNST NEHMEN! Das vorhin war natürlich nur Spass und eher als Lob für alle &quot;Vorschreiber&quot; gedacht....hmmmpf...naja....ich hätte wohl statt des motzenden Smilies einen mit Augenzwinkern nehmen sollen! :))

Ok....meine Laufstrecke....ich bin ja im Februar nach Mülheim-Kärlich umgezogen und seitdem habe ich das Laufen ganz schön vernachlässigt....von der &quot;alten Heimat&quot; war ich tolle einsame Waldstrecken gewohnt und hier gab`s nur...Asphalt, Gehsteige, Wohnhäuser, riesige Strom-Maste und eben das besagte Atomkraftwerk....das machte mir alles nicht so wirklich viel Spass!

Jetzt habe ich einen Weg gefunden, der quasi direkt vor meiner Haustür beginnt, eine kurze Strecke über einen Radweg neben der B9 entlangführt und DANN in ein Feld mündet....

Grüsse vom grünen Horn

************
MAKE MY DAY!
************

Hallo, armes Greenhörnchen!
Ich weiß ja nicht, ob Du es schonmal am Rhein versucht hast und wie weit Du davon weg wohnst, aber die Strecke am Flußufer ist sehr schön und wenn Du über die Urmitzer Brücke läufst, kannst Du auch im &quot;Engerser Feld&quot; sehr schön laufen...

Gerne später noch mehr davon, aber jetzt ruft Ralf mit dem Essen...hm

:lickout: Regina

...und der kleine beige Hund

MissBlümchen
28.04.2003, 07:51
Original von Regina-Donna:




Hallo, armes Greenhörnchen!
Ich weiß ja nicht, ob Du es schonmal am Rhein versucht hast und wie weit Du davon weg wohnst, aber die Strecke am Flußufer ist sehr schön und wenn Du über die Urmitzer Brücke läufst, kannst Du auch im &quot;Engerser Feld&quot; sehr schön laufen...

Gerne später noch mehr davon, aber jetzt ruft Ralf mit dem Essen...hm

:lickout: Regina

...und der kleine beige Hund



Ooooooh....wohnst Du etwa auch hier?? :bounce: Wenn ich mich als Hund verkleide, könnten wir ja zusammen laufen, was meinste? :))
Nee...war nur ein Scherz - ich bin ja viel zu lahm für Euch!

Aber der Tip mit dem Rheinufer ist gut - ich wohne in Urmitz-Bahnhof, quasi parallel zur B9 (auf der anderen &quot;Strassenseite&quot; vom Kraftwerk), da ist es wohl gar nicht so weit bis zum Rhein - ich muss mir das mal auf der Karte angucken...und die &quot;Urmitzer Brücke&quot; ist diese Eisenbahnbrücke, oder? Woah - zum Glück hab` ich heute Urlaub, da werd` ich mir das mal angucken (wenn Du irgendwo eine verwirrtes rothaariges Greenhörnchen herumirren siehst, das verzweifelt mit `ner Landkarte wedelt - das bin dann ICH! :D)

************
MAKE MY DAY!
************

Roxanne
28.04.2003, 08:22
Hallo,

so schön wie der Kirchheimrunner kann ich nicht schreiben, aber ich habe mal versucht, meine 10 km-Strecke zu beschrieben.

Meine 10 km-Strecke

Ich starte von zu Hause aus in östlicher Richtung. Nach 200 m erreiche ich die Unterführung und laufe unter den stillgelegten Industriegleisen hindurch. Hier biege ich nach rechts ab und laufe parallel zu den Gleisen in Richtung alte Bundesstraße. Es geht hier schon leicht bergan.
Nach 600 m erreiche ich die alte Bundesstraße. Hier biege ich nach links ab und laufe etwa 200 m die alte Bundesstraße hoch.
Jetzt biege ich wieder nach links und laufe weiter in östlicher Richtung, nun auf den Papenberg zu, den höchsten Punkt auf der Strecke. Meine Güte, der Berg zieht sich ganz schön. Nun wird es mir doch zu steil und ich gehe den Rest der Steigung.
Ich bin nun 10 Minuten unterwegs und habe den Gipfel erreicht. Von hier habe ich einen tollen Rundblick über die Stadt und das Harzvorland. Ich sehe im Westen das Welfenschloss, im Norden auf dem Berg das Krankenhaus, im Osten den Harz und im Süden ins Odertal hinein.
Aber verweilen ist nicht. Nach Überqueren der Kuppe geht es wieder abwärts und ich laufe weiter den Weg auf dem Kamm entlang. Es steigt wieder etwas an, aber nicht so steil, so dass ich noch gut laufen kann. Hier oben bläst fast immer der Wind. Zum Glück ist es oft Rückenwind, nur heute haben wir Ostwind. Ich laufe bis zur ersten Abzweigung links. Diese nehme ich und es geht ziemlich steil bergab. Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu schnell werde.
Am Fuß des Hügels erreiche ich den Eichelbach. Diesen überquere ich und lauf an ihm entlang in westlicher Richtung. Eine Erholung, der Weg ist fast beständig leicht abschüssig. Gelegentlich begegnet mir ein anderer Läufer oder ein Spaziergänger mit Hund. Zum Glück kenne ich die schon alle, denn ich habe doch etwas Angst vor den Tieren.
Nach etwas mehr als 1 km komme ich an die Gabelung. Hier laufe ich nun nach links, wieder über den Eichelbach, danach gleich wieder links am Eichelbach hoch. Es geht wieder leicht bergauf. Am Ende des Weges überquere ich wieder den Eichelbach, laufe nun aber den Berg hoch auf den oberen Weg. Oben angekommen biege ich nach Westen ab und laufe in einem langen Gefälle auf die Stadt zu.
Kurz vor den Gleisen der Industriebahn mache ich noch eine Schlenker in Richtung Katzenstein und laufe um einige zur Zeit blühende Rapsfelder herum, um dann entlang der Schrebergärten wieder zurückzukommen.
Nun überquere ich die Gleise und bin wieder im Ort. Ich laufe bis zur Hauptstraße, überquere sie und dann an ihr entlang in Richtung See. Ich laufe noch eine Runde um den See. Auch hier sind Spaziergänger unterwegs.
Ich komme an der Skaterbahn vorbei. Die Kids dort gucken ein wenig komisch auf die laufende Alte. Egal. Ich laufe weiter, überquere wieder die Hauptstraße und bin nach etwa 250 m zu Hause, müde, aber glücklich, die Strecke geschafft zu haben.


Hier habe ich mal eine Karte und das Streckenprofil, wer es sich anschauen möchte (Kann es leider nicht direkt in den Bericht einbetten).

Roxanne hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_81.jpg).
Hinweis: Am am 05.05.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

Roxanne hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_82.jpg).
Hinweis: Am am 05.05.2003 wird das Bild wieder gelöscht.



[ Dieser Beitrag wurde von Roxanne am 28.04.2003 editiert. ]

[ Dieser Beitrag wurde von Roxanne am 28.04.2003 editiert. ]

Roxanne
28.04.2003, 08:23
Roxanne hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_82.jpg).
Hinweis: Am am 05.05.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]



[ Dieser Beitrag wurde von Roxanne am 28.04.2003 editiert. ]

Phönix
28.04.2003, 09:05
Toller Bericht, Roxi. Bin ganz außer Atem, weil ich geistig mitgelaufen bin.
Ich &quot;kenne&quot; Herzberg übrigens. Hatte mal in Herzberg einen Termin und bin erst in den Harz statt nach Herzberg in Brandenburg gefahren!
Was meinst Du, wie schnell ich wieder weg war, als ich den Irrtum bemerkt habe! Der Schreck steckt mir heute noch in den Knochen!
:D

Grüße von
Phönix

kirchheimrunner
28.04.2003, 09:12
Aber Hallo,
liebe Roxy

da möchte man ja am liebsten mitlaufen...
Ich beneide dich fast um diese schönen Strecke (vor deiner Haustüre?)

Bei mir geht es leider nur flach dahin...
Wenn ich dann ein paar Höhenmeter machen will, dann muss ich schon mit dem Auto los...

der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

kirchheimrunner
28.04.2003, 11:24
Zwei kreuzbrave Heilige,
eine Reise in die Eiszeit,
ein paar fromme Sprüche
und am Schluss noch ein Schnellkursus in der bayerischen Sprache....

Seid ihr bereit? Wenn ja, dann laufen wir heute vom Forsthaus St. Hubertus querfeldein bergauf zum Aussichtsturm über Ebersberg; dann weiter zum fast vergessenen Eggelburger See.
ca. 17 km.

ZUM BEGINN, EINE KURZE GESCHICHTSSTUNDE

Bevor wir starten muss ich euch erstmal in die Würmeiszeit entführen. (Zieht euch bloß warm an!)
Die älteren Semester unter uns erinnern sich bestimmt noch (gerne?) an die Erdkundestunden der 4. und 5. Klassen.
Wisst ihr noch, was uns der Herr Oberlehrer über die Würmeiszeit erzählt hat, als er unter der verstaubten Landkarte stand, die auf einem Haken unter dem Plafond unseres Klassenzimmers hing?

„Heute werden wir einen Abschnitt der Erdgeschichte durchnehmen, der vor etwa 120.000 Jahre begann und seit mehr als 15.000 Jahre vergangen ist.
Habt ihr wirklich alles schon vergessen?
Die Temperatur lag damals in Mitteleuropa ca. 10 Grad tiefer als heute. Die Schneegrenze war um mindestens 1.000 m gesunken. Neben Grönland, und der Antarktis trugen auch Nordeuropa und die Alpen gewaltige Eiskappen. Das Inlandeis lies nur wenig Raum für eine unwirtliche Tundralandschaft.
Sie war der Lebensraum für Ren, Eisfuchs, Lemmig, Mammut, Nashorn und den Höhlenbär, ebenso für den Menschen der Altsteinzeit. Gewaltige Gletscher schoben Erd- und Schottermassen nach Norden. Und als die Eiszungen abschmolzen und sich vor 12.000 Jahren ins Hochgebirge zurückzogen, hinterließen sie das Norddeutsche Tiefland – mit ihren Urstromtälern und das Alpenvorland mit seine romantischen Seen, lieblichen Wiesen, Weiden und Endmoränen.

HEILIGER SEBASTIAN, BITTE FÜR UNS.

Und genau diese Hügelkuppen der Eiszeit haben es uns heute angetan; da wollen wir drüber. Aber keine Angst. Die 150 Höhenmeter schaffen wir mit links.

30 Minuten Anfahrt lohnen sich ohne Zweifel. Wir parken im kleinen Waldweg des Brauhauswaldes, kurz vor der Kreisstadt Ebersberg.
Erst links, dann rechts, dann gerade aus; - dann laufen wir über die Bundesstrasse.

Und da steht sie schon vor uns. Jahrhunderte alt, verwittert und mit Moos bewachsen.
Die Sebastiansäule. Ein Bildstock aus dem 18. Jahrhundert.
Der Startpunkt unseres Panoramalaufs.

Der heilige Sebastian, ist der erste der kreuzbraven Blutzeugen der Kirche, die uns heute begegnen werden.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des tapferen christlichen Soldaten, der sich weigerte als Mitglied der prätorianischen Leibwache des Kaisers, den römischen Göttern Weihrauch zu streuen ....
Zum Dank dafür, wurde er an einem Pfahl gebunden und mit Pfeilen beschossen. Gottlob, konnten ihm „die Pfeile des Bösen“ nichts anhaben. Schlussendlich aber, lies ihn der Imperator in der Arena auf dem Palatin niederknüppeln - wie die Legenda Aurea berichtet..

Wir lassen uns aber garnicht von solchen Geschichten erschrecken und laufen am Bildstock vorbei in den Forst hinein. Der Waldweg bietet uns nichts aufregendes. Zuerst schnurgerade, dann kreuz und quer, die Waldstrassen entlang bis zum Forsthaus Hubertus.

Die Frühlingssonne scheint uns direkt ins Gesicht. 3 km haben wir schon geschafft.

Immer wieder freue ich mich, wenn das alte, mit Brandziegeln bedeckte Häuschen vor mir auftaucht. Besonders die Sonnenuhr hat es mir angetan. Zählt sie doch nur die glücklichen, sonnigen Stunden. Die Dunklen Tage – und die stressig vorübereilenden Sekunden, verschweigt sie uns gnädig.

Darum schalten wir jetzt auch den piepsenden Pulser aus. Auch die Stoppuhr mit der lästigen Sekundenanzeige lassen wir verstummen.
Ein paar Wanderer sitzen schon im Biergarten beim samstäglichen Frühschoppen und prosten uns Joggern mit einem zünftigen „auf geht’s“, zu.

Wir aber müssen uns zuerst ein bisschen orientieren.
Kurz vor dem Forsthaus zeigt uns nämlich ein halbverwitterter Wegzeiger das nächste Ziel:
Wanderweg zum Ebersberger Aussichtsturm 5 km. Also nicht wie los.

SANKT HUBERTUS, LASS DAS JAGDHORN SCHALLEN....

Wie wohltuend ist es, die Forstwege, die ein sehr zielorientierter Beamter der königlich bayerischen Forstverwaltung im übersichtlichen Schachbrettmuster angelegt hat, zu verlassen und auf krummen aber samtweichen Wegen bergan zu traben.
Hat doch der liebe Gott die Erde auch nicht am Reißbrett erschaffen; - wo kämen wir da hin? Mit einer Welt im 90 Grad Winkel, mit Tangenten und fluchtpunktperspektivischen Strassen, die unsere buckelige Welt zerschneiden bis nichts mehr übrigbleibt?

Unglaublich aber wahr! Wir können jetzt im Walddunkel untertauchen, uns vor der Sonne verbergen, frische, würzige Luft atmen. Mensch, was willst du mehr?

Flintenschüsse hallen plötzlich durch die Stille. Schützenfest beim Forsthaus Diana.
Bis zum späten Nachmittag wird es dauern, bis wiedereinmal ein glücklicher Schützenkönig gekrönt werden kann. Jagdhörner schallen zum lustigen Hallali.

Da kann ich es natürlich nicht lassen ein bayerisches Schnaderhüpferl vor mich hinzusummen:

Oh Sankt Hubertus,
lass das Jagdhorn schmettern,
wir werden auf die Bäume klettern,
Oh Sankt Hubertus,
wirf den Ton deines Jadhorns in die Luft
auf dass er wie in einer Gruft,
... langsam verpufft.


Der heilige Hubertus, seit dem11. Jahrhundert Patron der Jäger, Forstleute und Schützengilden, - möge mir diesen lustigen Frevel verzeihen.
Also denn; - Spaß beiseite! Auch wenn wir immer noch das volltönende Tremolo von Mozarts Hornkonzert im Ohr haben, so sind wir doch schon wieder 20 Minuten gelaufen, als der quengelige Pulser wieder zu piepsen beginnt. 160, dann 170; denn es geht steil bergauf. Die Endmoränen, die uns die mächtigen Gletscherzungen hinterlassen haben, müssen überwunden werden.

HOCH OBEN, ÜBER EBERSBERG

Schweiß bricht aus den Poren. Der Atem hechelt. Jedes Reden und Ratschen verstummt. Nur noch 5 Minuten gerade aus, Dann sehen wir ihn schon vor uns:
Mehr als 60 Meter hoch. Nichts für Weicheier oder Schattenparker. Wer den Ebersberger Aussichtsturm im Sturm und Laufschritt erobern will, der muss schon aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt sein.
Aber sicher doch, keine Sorge! Wir geschaffen es!

Schon 1912 glaube ich, hatten die Wandervögel und Naturfreunde aus Ebersberg diesen mächtigen Turm, zuerst einmal aus Holz, dann aus Stein – auf dem Feldherrenhügel hoch über ihrem Städtchen, errichtet.

Lange schweift unser Blick umher. Weit ist der Horizont an diesem sonnigen Frühlingstag.
Unter uns breitet sich die östliche Voralpenlandschaft aus. Sattgrüne Wiesen, sanfte Hügel, liebliche Dörfer mit Kirchtürmen die von Zwiebelthauben gekrönt sind. Bis Wasserburg am Inn können wir schauen. Dort wo im Stadttor Eisenkugeln aus der Zeit der Schwedenkriege eingemauert sind.Aber das ist eine andere Geschichte...

Unter uns liegt der Eggelburger See. Ein letztes Überbleibsel aus der Würmeiszeit.
Die Uhr geht unbarmherzig auf 12 Uhr Mittags zu. Über 20 Grad zeigt das Thermometer am Fundament des Aussichtsturms.

Ohne Schweiß, kein Preis. Also laufen wir los, denn bei den ersten von uns meldet sich schon der Durst. – Und in Bayern, wie könnte es auch anders sein, kann jede Art von Durst nur durch Bier gelöscht werden.
Nur 3 oder 4 Kilometer sind es, die wir hügelabwärts, im kunterbunten Blütenreichtum der Waldraine entlang joggen.
Der Liebreiz von frischgrüne Wiesen breitet sich vor uns aus. Die Sonne sticht auf uns herunter. Hinter einem Hügelsaum lugt die Zwiebelmütze der Ebersberger Sebastianskirche vor uns auf.
Ortskundige wissen es. Ein kurzer Tempolauf durch die verschnörkelten Waldwege und wir stehen beim Zieglhofbauern am Ufer des Eggelburger Sees.
Das Geschnatter der geschwätzigen Enten hören wir schon von ferne.
Dunkelblau und moorig silbern glänzt das Wasser hinter dem gelben Schilfgestrüpp heraus.
Wir laufen eine Allee entlang. Riesig und mächtig stehen die Ahornbäume schon Jahrhunderte da.

Wir begegnen jetzt vielen Wanderern, die vom Bahnhof Ebersberg nach Eggelburg zur Bierschänke marschieren wollen.
Kaum sind wir an der Gastwirtschaft vorbeigelaufen, da grüßt schon ein übermütiges
„ein Prosit,
ein Prosit,
der Gemütlichkeit“
heraus.

Ja, auch die Bierseeligkeit gehört zu den Erlebnissen unserer Laufstrecke.
Gerade noch können wir der Versuchung widerstehen, schon hier einzukehren. Das hätte uns die ganze zünftige Gaudi verderben können, die ganz unerwartet im Forsthaus Hubertus auf uns wartet.
Nun, kurz nach dem Eggelburger Bräuhaus, rennen wir hinunter ins Moor. Stille, tückische und schwarzbraune Wasser fließen langsam und träge in den See hinein.

EIN GEBET UND EIN PAAR FROMME SPRÜCHE....

Bevor wir die braungelben Moorwiesen erreichen, grüßt noch ein holzgeschnitztes Feldkreuz zu uns Joggern herunter.
Warum sollten wir eigentlich nicht eine Minute inne halten, vor dem gekreuzigten Herrgott? Außerdem sind wir schon weit über Stunde unterwegs.
Gerne übersetze ich euch den sinnigen Spruch, den ein frommer Bauer auf das Feldkreuz geschrieben hat. Im glatten Hochdeutsch ist es für euch bestimmt besser verständliche als im blumigen, aber doch holprigen bayerisch.
Probieren wir’s einfach mal aus:

A Kreuzl steht am Weg,
Load ei für a klans Gebed.
Gibd da Trosd bei Unglück und Leid
Gibd a guads Gfui und a Freid
A Baam und a Bleamal dazua
Gibd groad dem Fleckerl a guade Ruah.

... und nun auf hochdeutsch:

Ein Kreuz steht am Weg
Läd uns ein für ein kleines Gebet.
Gibt dir Trost bei Unglück und Leid,
Gibt ein gutes Gefühl und eine Freude.
Ein Baum und ein Blümchen dazu,
gibt genau diesem Ort eine gute Ruh&acute;.

Nach 2 oder 3 Minuten Besinnlichkeit, wird es wieder Zeit.
Quer hinüber übers Moor. Zum Glück sind die Wege trocken. Erholsam ist das Laufen auf dem weichen Boden.

VERGÄNGLICHKEIT – HOCH ÜBER EGGELBURG...

Vor uns erhebt sich nun der kleine Felssporn auf dem die Hintereggelburger Kapelle erbaut wurde.
Natürlich laufen wir die paar Meter hoch. Denn es lohnt sich immer, von oben über diese kleine buckelige Welt zu hinwegzuträumen. Ausgelassen und übermütig sind wir, als wir die letzten Holzstufen erklommen hatten.

Aber schon gemahnt uns die Friedhofsstille zur Ruhe; - Ihr fragt mich warum?
Stellt euch vor:
Als ich am 26. April das letzte mal hier oben war, standen zwei Mädchen – vielleicht 14, 15 Jahre alt- vor einem frischen Grab. Sie waren ganz in sich versunken; sie hatten Tränen in den Augen. Sie standen vor dem Grab eines Landwirts; dem Foto nach, kaum 50 Jahre alt. War es vielleicht sogar ihr Vater?
Ich will auch nicht erschrecken, aber mir wurde klar, dass es stimmt, was in der Karfreitagsmesse gebetet wird:

... mitten im Leben,
sind wir vom Tode umgeben ...

Jetzt sind wir plötzlich still geworden, a bisserl staad, wie wir Bayern sagen.

Schnell sind wir durch Hintereggelburg gelaufen, über die Wiesen hinunter zum See. Da müssen wir uns doch noch mal umdrehen, ein paar Sekunden über die Schulter schauen um einen letzten Blick zu erstehlen; das Bild noch mal in uns aufzusaugen, damit wir in dunklen, kalten Wintertagen ein paar Erinnerungen zum Überleben haben:
Schaut; der weißblaue Himmel, glänzend wie hingemalt, der bernsteinfarbene See, mitten im Schilfkranz, die Kapelle auf dem Hügel, inmitten satter Wiesen. Wer mag da noch denken, dass im Himmel droben kein guter Vater wohnt?
Ein paar urige Baumriesen grüßen mit ihren Ästen ein letztes Mal zurück.

A HIRTERMADL MOG I NET...

Schon sind wir wieder eingetaucht in die Kühle des Waldes. Lustig windet sich der Weg zurück.
An der Antoniusquelle sind ein paar von uns versucht ihre müden Beine im kühlen Wasser baumeln zu lassen; doch Vorsicht: Blutegel!

Ich hätte es nicht gedacht, aber die letzten Kilometer ziehen sich. Aber nur kurz müssen wir leiden, schnaufen und uns schinden.
Die Blasmusik vom Forsthaus schallt schon herüber. Könnt ihr euch erinnern?

Oh Sankt Hubertus,
wirf den Ton deines Jadhorns in die Luft

Jetzt gibt es kein Halten mehr. Wir pfeifen auf die Herzfrequenz. Im Sprint laufen wir den Biergarten entgegen. Und weil es Samstag Nachmittag ist, spielt eine Blaskapelle auf:
Treffender hätte es nicht sein können, was sie zum Besten geben:

Ihr grausaugerden, schiefschaugerden,
schachtlzopferten, hohlwangerden
Weiberleid..
Hollereitulliööh.

Habt ihr verstanden? Nein? Macht nix.
Nix für Ungut. Wir quetschen uns auf die engen Bierbänke, zwischen Wanderern und vornehmen älteren Herrschaften. Kaum einer rümpft die Nase.
Aber auch das ist uns egal:
„Frau Wirtin 5 Weißbier, 12 Weißwürscht und 10 Brezen....“
Mehr kann ich nicht sagen, da übertönt mich die Blaskapelle mit dem Gejodle vom Hirtermadl:

A Hirtermadl mog i net,
Hot koa dicke Wadl net,
I mog a Madl aus der Stod,
wos dicke Wadl hot.

Prosit!

ANMERKUNGEN DES AUTORS EIN KURZER SPRACHKURS –


Ein Glossar:
Grausaugerden= Mädchen mit hässlichen Augen
Schiefschaugerden = Jemand der schief schaut, der schielt.
Schachtlzopfert = Wenn die Haare zu Zöpfe geflochten und um den Kopf gebunden werden.
Hohlwangerd =Mädchen ohne Pausbacken, also hohlwangig.
Weiberleid = Frauensleute, oder Mädchenschar.
Hirtermadl = Hirtenmädchen
Wadln = Waden (in Bayern ist es notwendig, dass die Mädchen schöne Waden haben, sonst sehen sie im Trachtenkostüm (Dirndlkleid) nicht gut aus.
Stod = Die Stadt. (Stadtmädchen hatten früher keine rissigen Hände, rochen nicht nach Kuhstall).. und waren für die Burschen natürlich begehrenswerter.

PS
Wer Interesse hat, einmal das Lied vom Hirtermadl zu hören (aber wer kennt es nicht vom Münchner Oktoberfest), der kann sich gerne bei mir melden.



Hans Feil
25.04.2003



der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

UDo
01.05.2003, 16:46
Dann möchte ich auch mal eine meiner Laufstrecken vorstellen, sozusagen meine Hausstrecke. Sie beginnt nämlich direkt an unserer Haustür.

Zunächst geht es ca. 100 m nach rechts, dann ein kurzes Stück rechts hoch und schon bin ich in den Asselner Feldern. Zunächst geht es etwa 300 m parallel zu den Feldern, dann nach rechts am Friedhof und der Baumschule vorbei, die jahrelang mein Großonkel geleitet hat und auf der ich in meiner Kindheit viel Zeit verbracht habe.

An diesem Stück geht es ca. 1 Kilometer stetig bergauf, heute ist es etwas unangenehm, da der Wind von vorne kommt, und nicht zu knapp.

Hinter der Baumschule folgt das Stück des Feldwegs, das mindestens drei Generationen Asselner als die &quot;Liebesbahn&quot; kennen. Der alte Baum mit der Bank davor ruft denn auch immer wieder Erinnerungen aus der Jugendzeit hervor ;)

Dann geht es nach links Richtung Flughafen. Dies ist das langweiligste Stück der Strecke, stur geradeaus wie die Autobahn zwischen Hamburg und Bremen, im Gegensatz zu dieser aber leicht und stetig bergauf. Nach Süden hin entschädigt allerdings der Blick, man sieht Felder und Wälder, soweit das Auge reicht, hier merkt man, das Dortmund die deutsche Großstadt mit dem höchsten ANteil an Grünflächen (49% der Stadtfläche) ist.

Schwerindustrie gibt es hier eh nicht mehr, das letzte Stahlwerk ist mittlerweile geschlossen und wird von chinesischen Arbeitern demontiert und demnächst in China wieder aufgebaut.

Auf dem Zaun des Flughafens sitzt ein Bussard in der Sonne und schaut mich wenig interessiert an. Von vorne naht ein Airbus der Air Berlin im Landeanflug und setzt schließlich kaum 200 m rechts von mir auf der Landebahn auf.

Nach ca. 40 Minuten Laufzeit ist das östliche Ende des Flughafens erreicht, links befindet sich die &quot;Aromafabrik&quot;, die man zwar nicht sehen, aber meistens riechen kann, wenn man Glück hat, riecht es nach Gummibärchen, manchmal aber auch nach Knoblauch...

Jetzt geht die Strecke Richtung Süden zur alten Bundesstraße 1, einer uralten Straße, auf der vor fast 200 Jahren bereits Napoleons Armeen nach Osten marschiert sind.

An dieser Straße liegt auch das neu gebaute Flughafenterminal. Schon erstaunlich, wie sich der Dortmunder Flughafen vom Jägerhorst im 2. Weltkrieg über den Verkehrslandeplatz mit Graspiste zum internationalen Flughafen gewandelt hat.

Es folgt das alte Flughafenterminal, kurz etwa 1 KM dahinter geht es wieder nach rechts in den Feldweg Richtung Asseln. Ein kurzer Anstieg, und dann ist bereits unser Haus zu sehen. Von nun an gehts bergab, leider auch mit dem Wetter, es beginnt zu regnen.

Aber nach den doch etwas anstrengenden Bergaufpassagen nebst Gegenwind und dem 30er, der mir immer noch ein bißchen in den Knochen steckt, ist das fast erfrischend.

Nach 11,3 KM und knapp 70 Minuten stehe ich dann wieder vor unserer Haustür.

So, ich hoffe, dieser Erguß war nicht zu uninteressant und man merkt, dass es auch in der Großstadt interessante Laufstrecken gibt.

Uwe

Startnummer 2114 beim Rhein-Ruhr-Marathon

Phönix
01.05.2003, 19:28
Toller Bericht über eine wirklich abwechslungsreiche Laufstrecke, die ihre besonderen Eigenarten und einen ganz eigenen Charakter hat. Danach wird keiner mehr behaupten, dass die Stadt keine schönen Seiten hat. Vor allem kann man richtig was erleben. Von Natur über Technik bis hin zu der schönen Gelegenheit, sich an Kindheits- und Teenagererlebnisse zu erinner bleibt ja kaum ein Wunsch offen. Besonders hat mir gefallen, dass Du so viel Hintergrundinformation geliefert hast, Uwe. Vielen Dank. !:)

Grüße von
Phönix

waldlaufer
01.05.2003, 20:41
ein schöner bericht Udo, die strecke ist ja wirklich abwechslungsreich

waldi

die auch mal auf dem Treppchen steht

Roman74
02.05.2003, 09:54
Meine Laufstrecke ist nicht so spannend;(

Ich wohne zwar auch am Stadtrand aber ich laufe eigentlich immer um den Block (eine Runde sind 3 km). Das hat den Vorteil das ich gleich von zu Hause loslaufen kann und auch am Ende wieder dort ankomme (sonst könnte ich mich nicht zu einem regelmässigen Training animieren wenn ich erst hinfahren müsste).

Der Nachteil ist natürlich die Eintönigkeit :( (andererseits bin ich immer so in Gedanken versunken, daß ich eh nicht viel mitbekomme)

Interessantes zu sehen gibt es auch nicht viel, da ich im Industriegebiet wohne und immer um 18:00 laufe, wo schon alle zu Hause sind....

kirchheimrunner
12.05.2003, 13:05
Dieses Mal stelle ich eine Einladung für meine Lauffreunde rein!

ist zufällig jemand von euch in München?


Einladung zum Lauftreff für Genießer, (nicht für Tempobolzer)
Am Freitag dem 30. 05. um 16:00

Treffpunkt:
München Max Joseph –Brücke, links Thomas Mann Allee

Strecke ca. 12 Km/ Zeit 1:15 …. also schön laaangsaaam.
Der Lauf soll ein Regenerationtraining für die Regensburger Marathonis sein. Deshalb sind wir bestimmt auch nicht zu schnell für den Michael!

Wir wollen uns nicht überarbeiten sondern genießen!
Wie sagte schon der griechische Philosph Epikur?
Das höchste Ziel ist die Lust!

Da wolltet ihr doch immer schon hin!
… heißt das Motto unseres Laufs:

bisherige Teilnehmer:
• Michael Kellermann, Laufeinsteiger mit Kondition.
• Manfred Gaudl, Geschäftsführer und 100 – Km Läufer von
Biel, auch „der Marathonmani“ genannt.
• Dietmar Vogel, unser running birdy. Marathonnovize…
• Hans Feil, der Kirchheimrunner und Schreiber der Münchner
Lauf&acute;gschichten zittert auch seinem 1. Marathon entgegen.

Auf die Plätze, fertig los:

Wir laufen an der Max Josef Brücke los, 2 km nach Norden unter der John F. Kennedy Brücke hindurch, an den Villen vorbei zum nördlichen Isar - Stauwehr.
Von dort biegen wir ab in die grüne Hölle Münchens, den englischen Garten.

Gemütlich joggen wir die Baumalleen der Hirschau entlang und rennen die Brücke hinunter für eine Runde um den Kleinhesseloher See.

Erfrischung gefällig? Nix da!

Die nächste Etappe ist der chinesische Turm. Einmal herum, dann gehts zurück in die Zivilisation und mitten hinein in das Häusermeer des Biedermaierviertels Lehel!

Dort überqueren wir die Isar und biegen rechts ab in die schattigen Wege der Maximiliansanlage.

Wenn die Frühlingssonne hell und zärtlich warm, spät nachmittags auf die Hänge der Maximiliansanlagen scheint,
dann kann man schon einem wunderbaren Zauber unterliegen.

Kaum ist man losgetrabt, wird man gefangen von Düften, Blumen, starken Bäumen die kühlen Schatten spenden, Springbrunnen die sprudeln und den kleinen verspielten Denkmälern, die Erinnerungen wach halten – an die gute alte Zeit?

Schon nach wenigen Metern glaubt man sich entführt in die mystische Vollkommenheit der vatikanischen Gärten, oder erinnert sich an die Tage, an denen man – neu verliebt - den spielerischen Überfluss maurischer Gartenbaukunst der Gärten inmitten in den Traumpalästen der Alhambra, erlegen war.
Oder war es der sinnlich betörende Duft in Fontembleu der uns so betrunken macht?

Schnickschnack, wir wollten doch eigentlich Laufen und nicht träumen.
Bald sind wir am Friedensengel vorbei und unter dem Maximilaneum hindurch beim Riemenschneider Damm angekommen.
(lasst euch überraschen)

Zusammen mit den Spaziergängern laufen wir über den Damm zur Vater Rheininsel, am Volksbad vorbei - hinauf zum Gasteig.

Von oben grüßt schon die St. Nikolai – Kirche. Wie sagte schon Gustav – Adolf, der streitbare Schwedenkönig als er von dort aus auf die belagerte Stadt herunterschaute:

„Wohlan! Diese Stadt ist ein goldener Sattel auf einer klapprigen Mähre“!

Wie dem auch sei, das dörflich wirkende St. Nikolai war die Kirche des einst weit vor den Toren der Stadt gelegenen und längst abgerissenen Leprosenhauses. Die daneben liegende Altöttinger Kapelle wurde 1820 an Stelle einer älteren Barockkirche gebaut und erhielt erst 1926 ihr heutiges Aussehen. Die Kreuzigungsgruppe gehörte einst zu einem Kalvarienberg an der Salzstraße.

Nun freuen wir uns wieder auf die schattigen Kieswege des Parks. Sind wir wirklich schon 50 Minuten unterwegs? Wie schnell doch die Zeit vergeht!

Maximilaneum und Friedensengel lassen wir auf dem Rückweg „links“ liegen und laufen hoch zur St. Georgs Kirche.

Die Reizvolle Rokokodorfkirche mit Werken Günthers und Straubs läd uns zu einem besinnlichen Halt ein. Ihr werdet es nicht glauben aber das ist Dorfstimmung pur, mitten in München. Auf dem Friedhof liegen viele bekannte Münchner Persönlichkeiten. So zum Beispiel Hans Knappertsbusch, Liesl Karlstadt, Oskar Maria Graf, Anette Kolb, Erich Kästner und viele mehr.
Uralt ist auch die Ansiedlung Bogenhausen. Die Kirche stammt aus romanischer Zeit. 1768 wurde von Trischberger oder Gießl ein Neubau errichtet, der seither Bestand hat. Ein Ehrenepithaph erinnert an vier Opfer des Nazi-Regimes, darunter Pastor Alfred Delp, Rektor von St. Georg, der 1945 gehängt wurde.

Zum Abschluss, so nach 12 Kilometern, sei uns noch eine Radlermaß am Chinesischen Turm gegönnt.

Also! Lauft ihr mit?



der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Nala
12.05.2003, 14:06
Hallo Kirchheimrunner,

das hört sich ja richtig klasse an! Leider ist die Strecke für mich momentan noch weit außerhalb meiner Möglichkeiten, obwohl sie mich wirklich reizen würde.

Vielleicht nächstes Jahr um die Zeit?

LG
Jutta

Garfield
13.05.2003, 12:25
Hallo Kirchheimrunner,

warum wohne ich nicht in München?
Und verd.... noch mal schaffe ich noch keine 12 km?
Die Strecke hört sich traumhaft an. Kann aber leider aus o.g. Gründen nicht dabei sein. Ist richtig schade.

Euch wünsche ich einen gaaaanz langsamen Erholungslauf.

Gruß von einer ganz neidischen
Garfield:D :D

kirchheimrunner
13.05.2003, 12:30
Na, schade liebe Garfield,

irgendwann in München, kommt jede(r) mal nach München,
dann entkommst du mir nicht.
Die 12 kilometerchen schaffst du bestimmt:
ein kleines Schwätzchen...
und die Vorfreude auf den Biergarten.
(Leider gibts in München zu den Weißwürsten keinen Dijon-Senf..)



Original von Garfield:
Hallo Kirchheimrunner,

warum wohne ich nicht in München?
Und verd.... noch mal schaffe ich noch keine 12 km?
Die Strecke hört sich traumhaft an. Kann aber leider aus o.g. Gründen nicht dabei sein. Ist richtig schade.

Euch wünsche ich einen gaaaanz langsamen Erholungslauf.

Gruß von einer ganz neidischen
Garfield:D :D





der Kirchheimrunner ...
...lauf dem Leben entgegen ...

Garfield
13.05.2003, 13:08
Hallo Kirchheimrunner,

zu Weißwürsten bevorzuge ich doch Händelmaiers (oder Händelmayers oder so).

Meine angeheiratete Verwandschaft kommt nämlich aus Bayern und die sagt mir schon , dass man zu Weißwürsten nur diesen Senf essen darf!

Gruß
Garfield:D :D (immer noch neidisch)

neunstein
27.05.2003, 19:35
Endlich ist auch bei mir mal etwas über &quot;meine Laufstrecke&quot; fertig geworden - und zwar meine Laufstrecke

im Urlaub...

Freitag Morgen, 6.45 Uhr *gähn*. So langsam bekomme ich die Augen auf, draußen kräht ein Hahn und in der Ferne hört man einen Kuckuck. Wo bin ich? Ach ja, Gestern sind wir ganz gemächlich und ganz langsam von Osnabrück nach Prerow auf den Darß gefahren. Ein Blick hinter die Gardinen verrät mir strahlenden Sonnenschein und ein wenig Wind. Eigentlich das ideale Wetter um meinen Vorsatz zu verwirklichen Morgens zu laufen. Man muss halt alles mal probieren um mitreden zu können.

Also, wer gewinnt jetzt? Die New Balance, die schon bereit stehen oder das Kopfkissen und die Aussicht noch eine Stunde zu dösen und vom Laufen zu träumen? OK, raus aus dem Bett, ab ins Bad, ein Blick in den Spiegel - brrr - aber schließlich will ich nicht Mister Prerow Universum werden sondern einfach nur durch die Gegend laufen. Ein langer Zug aus der Mineralwasserflasche und los geht es - bis vor die Tür. Brrr, wo sind wir hier? Hinter Sibirien gleich links? Mensch ist das kalt an den Beinen, fünf Grad sagt das Thermometer neben der Tür, also wieder hoch in die Wohnung und die Jacke geholt, die lange Hose liegt natürlich zu Hause im Schrank. Wer rechnet auch damit, Mitte Mai eher einem Pinguin als einer Feldlerche zu begegnen zu müssen?

Egal und los, die Hauptstraße runter. Prerow liegt noch in tiefer Stille, Nur ab und zu begegnet mir ein Fahrradfahrer mit einem mürrischen &quot;Morgen&quot;. Auf der linken Seite fangen die Handwerker an und machen sich an diesem wunderschönen weißen Haus mit Reetdach und blauen Fenstern zu schaffen. Kurz dahinter stehen ein paar Pferde auf der Koppel im Morgennebel. Vorbei an der alten Kaufhalle, in der jetzt ein Supermarkt untergebracht ist, geht es in Richtung Strand. Geschmack haben sie bewiesen hier. Schön gestaltet ist alles, mit Bänken, breiten Wegen, kleinen Geschäften rechts und links. Mmmh, bevor es zum Wasser ging, war da doch links ein kleiner Waldweg, oder habe ich Gestern Abend quer geguckt? Richtig, also abbiegen und schauen wo uns die Füße hintragen.

Gibt es etwas schöneres als über einen mit Rindenmulch belegten Waldboden zu laufen? Es federt, es ist weich und dazu riecht es noch fantastisch. Langsam kommt auch die Sonne durch die Bäume und zaubert immer neuen Muster auf den Weg. &quot;MOIN&quot; - Was war das? Wenn ich so in Gedanken bin, dann bekomme ich nicht viel mit von dem was rechts und links von mir passiert. Da saß ein älterer Mann auf der Bank am See, daneben sein Fahrrad und ein Hund. Ein Hund? Ist das nicht eher ein Pony? Zum Frühstück gab es ein Radeberger und einen freundlichen Gruß für eine Jogger...

Wohin jetzt? Rechts ab in Richtung Strand. Nach 200 Metern geht es bergauf über die Dünen, dann durch den tiefen Sand runter bis ans Wasser. Die Sicht ist atemberaubend. Langer, weißer Sandstrand soweit das Auge reicht, dahinter das satte Grün des Waldes. Nur ein einzelner einsamer Jogger kommt mir entgegen ansonsten bin ich ganz allein unterwegs. Die Ostsee ist ruhig, die Sonne glitzert im Wasser, nur ab und zu schaut eine Möwe neugierig dem dumme Menschen nach, der um diese Zeit freiwillig läuft. Nach guten 45 Minuten merke ich doch langsam die Beine, das Laufen im Sand ist anstrengend, mein Kreislauf will doch am frühen Morgen nicht so wie ich es möchte, außerdem knurrt der Magen vernehmlich. Also biege ich ab, verlasse den weiten Strand und laufe wieder in den Wald. Dieses Mal erwartet mich ein gepflasterter Weg. Zurück geht es durch den Ort bis zu dem kleinen Bäcker. Drei Combi-Korn, zwei normale Brötchen und eine Ostsee-Zeitung...

Etwas mehr als eine Stunde war ich unterwegs, es war herrlich, die Ruhe zu genießen, die gute Luft, die Sonne - es war ein schöner Lauf, nicht weit, vielleicht 10 Kilometer, nicht schnell, einfach nur aus Spaß an der Bewegung. Das Duschen danach war eine Freude und wenn man dann noch frischen Kaffee riecht...

In der Woche, die wir dort an der Ostsee verbracht haben, war ich fast jeden Morgen laufen, immer auf anderen Wegen, aber wie magisch angezogen landete ich immer wieder am Wasser. Nein, zum Morgenläufer werde ich nicht, sicher nicht, aber es hat trotzdem Spaß gemacht...


Dieter

Münster-Marathon - Startnummer 1670

DAGGI
27.05.2003, 19:42
Hallo Dieter!
Ein wirklich tollter Bericht, den Du da geschrieben hast. Konnte mir so richtig vorstellen wie Du am Strand langgelaufen bist. Vielleicht werde ich auch noch meine Eindrücke vom Laufen auf Langeoog niederschreiben, denn dort war es auch wunderschön. !:) ;)

Gruß
Daggi :bounce: ;)

Laciapu
27.05.2003, 19:46
Meine Laufstrecke ist total langweilig. Seit 4 Jahren immer wieder die selben Pflastersteine, Kilometer nach Kilometer an der Elbe lang zwieschen Riesa und Meissen.

:dance2:



http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/Heizer001.gif

neunstein
27.05.2003, 19:46
Mach das doch, wenn Du die Zeit dazu findest. Ich würde mich riesig darüber freuen :rotate: :rotate:

Dieter

Münster-Marathon - Startnummer 1670

M 52
27.05.2003, 19:47
Hallo Dieter,

schön das Du wieder hier bist. Und danke für die unterhaltsame Schilderung Deiner Urlaubs-Laufstrecke. Dort muss es ja wirklich wunderschön sein.

Aber sag mal, habt Ihr zu zweit etwa fünf Brötchen verputzt? Na ja, Seeluft und Laufen macht natürlich hungrig.:)) :))

Liebe Grüße, Bogi

neunstein
27.05.2003, 19:55
Hallo Bogi,

für mich gab`s nur zwei Brötchen :D :D und die Zeitung. Aber dafür Abends Störtebeker Schwarzbier :drink: - immer in gerader Zahl, eins für mich, eins für Bogi (im Geiste)

Dieter

Münster-Marathon - Startnummer 1670

M 52
27.05.2003, 20:01
Mensch Dieter

und ich habe mich die ganze Woche über gewundert, weshalb ich mich so berauscht gefühlt habe. Und das, obwohl ich jetzt bewußt auf Alkohol verzichte (klappt sogar hin und wieder).:)) :))

Liebe Grüße, Bogi

neunstein
27.05.2003, 20:25
Tja Bogi,

ich glaube wir sind da schon ein gutes Team ;) ;)

Dieter

Münster-Marathon - Startnummer 1670

waldlaufer
27.05.2003, 21:28
waldlaufer hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_103.jpg).
Hinweis: Am am 03.06.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

waldlaufer
27.05.2003, 21:29
Hallo hier mal ein bild von einem teil meiner erfolgsstrecke, folgen noch mehr
waldi

die auch mal auf dem Treppchen steht

runningmanthorsten
27.05.2003, 21:32
Sieht doch ganz nett aus Waldi!!!

Liebe Grüße!

Thorsten.

___________________________
Hurra!
Deutscher Meister ist der TBV!!!

Hajott
27.05.2003, 21:34
Was ist denn das für ein kerzengerades Gewässer? Mäandert ja gar nicht. :))

Liebe Grüße


H.-J.

Phönix
27.05.2003, 21:46
Pass bloß auf, dass Du nie vom Weg abkommst, Waldi!! :shock1:
da können wir Dich auch nicht wieder rausfischen! :D

Grüße von
Phönix

waldlaufer
27.05.2003, 21:50
Original von Phönix:
Pass bloß auf, dass Du nie vom Weg abkommst, Waldi!! :shock1:
da können wir Dich auch nicht wieder rausfischen! :D

Grüße von
Phönix


Ach Phönix,
meine tara rettet mich u. unkraut vergeht nicht, schau dir noch die anderen an, ist doch wunderschön
!:) waldi

die auch mal auf dem Treppchen steht

Phönix
27.05.2003, 21:53
Ackere mich da gerade durch, Waldi!
Wirklich superschön!

Grüße von
Phönix

M 52
27.05.2003, 22:00
Original von Phönix:
Pass bloß auf, dass Du nie vom Weg abkommst, Waldi!! :shock1:
da können wir Dich auch nicht wieder rausfischen! :D

Grüße von
Phönix


Ach Phönix,

das macht Waldi doch nichts aus. Sie ist doch ein Fisch (oder war es doch Widder?). Na wenn sie doch Widder ist, kann sie trotzdem schwimmen wie ein Fisch.

http://www.gif-art.de/gifs2341/fische/00003423.gif

Liebe Grüße, Bogi

Bonner39
27.05.2003, 22:10
Hey...auch nicht schlecht!!

Den Englischen Garten in München kenn` ich aber eher vom leckeren Bier :)) :))

kirchheimrunner
30.05.2003, 13:58
@Bonner39

Hallo Bonner,


Das Bier ist nicht schlecht im englischen Garten.
(in 2 Stunden ist es für uns so weit....)

Zum laufen ist der engl. Garten z.Zt. eh nix.
Lauter Touristen, Japaner, Italiener - Schattenparker usw.
Also viel zu viel Leute im Sommer.

Im Frühjahr und Herbst ist der Englische o.k.

Zum Glück kennt man als Münchner einige Schleichwege drum herum....

der Kirchheimrunner ...
...Startnummer *280* Regensburg Marathon ...

running_birdy
30.05.2003, 14:06
Hallo Bonner,

d`accord mit dem Kirchheimrunner. In einer Stunde treffen wir uns ( kirchheimrunner, marathonmani und der running_birdy) zu einem letzten &quot;Regenerationslauf&quot; vor dem Marathon Regensburg. Gott sei Dank wird es doch nicht so heiss in Regensburg( aktuelle Vorhersage für Sonntag 25Grad). Gegen 17:00 / 17:30 schauen wir am Chinesischen Turm vorbei und stürzen eine Radlermaß.:drink:

Grüsse

runnning_birdy

Starnummer 1486 in Regensburg

kirchheimrunner
30.05.2003, 14:09
kirchheimrunner hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_114.jpg).
Hinweis: Am am 06.06.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

Laciapu
30.05.2003, 17:36
Hi!

Gestern, (zum Männertag!!!) war ich kurz Mal an der Elbe lang gelaufen.
Eine kurze Intermezzo sollte es sein, vor dem Marathonlauf am Sonntag.
Natürlich auf dem Fahrradweg waren auch die Herren mit den Fahrrädern unterwegs, da musste ich mir sowas anhören, wie: &quot;Verläuf dich nicht, du bist alleine!! &quot;- und &quot;du hast dein Fahrrad vergessen!!&quot;

-Sachsenhumor!!-


:dance1: :))

kirchheimrunner
03.06.2003, 17:15
kirchheimrunner hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_116.jpg).
Hinweis: Am am 10.06.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

kirchheimrunner
03.06.2003, 17:17
kirchheimrunner hat ein Bild hochgeladen. Um es zu sehen, klick -> HIER <- (http://www.laufen-aktuell.de/laufenaktuell/content/forum/upload_big/showpic.php?pic=926_117.jpg).
Hinweis: Am am 10.06.2003 wird das Bild wieder gelöscht.

[ Dieser Beitrag wurde automatisch erstellt. ]

LEIDER KOMME ICH NICHT DAZU WEITERE LAUFSTRECKEN ZU BESCHREIBEN. DAFÜR HABE ICH EIN FOTO HOCHGELADEN! ES WAR UNSER LETZTER LANGER LAUF VOR DEM MARATHON. IHR SEHT DEN RUNNINGBIRDY WIE ER GERADE AUF KLOSTER SCHÄFTLARN (ISARTAL) ZU LÄUFT!


[ Dieser Beitrag wurde von kirchheimrunner am 03.06.2003 editiert. ]

kirchheimrunner
16.06.2003, 07:28
Ein Heimatblick auf Thüringen; - ein Loblied auf den auf den Rennsteig!

Ich melde mich aus dem Urlaub zurück. Und gleich zu Anfang: Wer Thüringen und den Rennsteig nicht kennt; - der hat was verpasst!

Wenn ihr ein paar Menuten erübrigen könnt; - anbei mein Laufbericht:

Erlaubt mir bitte, dass ich wieder einmal ein bisschen in der Klamottenkiste der Vergangenheit krame: Schon im Jahre 1330 taucht der Rennsteig aus dem Dunkel der Geschichte auf. Wenn man heute davon spricht, denkt man natürlich an den über alle Grenzen hinweg an den Rennsteiglauf Der ist bereits seit Jahrn Kult!


JULIUS VON PLÄNKER SEI DANK !

All das haben wir dem guten Julius Plänker zu verdanken: Er ist die ganze Strecke von 168 km über den Kamm des Thüringer Waldes bis hin zum bayerischen Frankenwald gewandert, hat Flora und Fauna beschrieben und hat dadurch den Rennsteig dem Vergessen der Vergangenheit entrissen.
168 km; - das sind mindestens 5 bis 6 Tagesetappen. So weit bin ich natürlich nicht gelaufen. Aber schon die 25 Kilometer, die ich in diesem Eldorado für Wanderer, Biker und Jogger berauf- und bergab getrabt bin haben mich verzaubert.

Auf 198 Meter Seehöhe, in Hörschel an der Werra beginnt dieser Traumpfad. Frühmorgens, als die Sonne noch hinter der Stiebelskuppe schläft, trabe ich los.
An der schmucken Kirche vorbei, über die Straße, zum Haus des Rennsteigvereins.
Die Kühle des Morgens ist erfrischend. So machen mir die ersten 100 Höhenmeter ganz und gar nichts aus. Gleichmäßig und langsam laufe ich hoch.

Schon nach 2 Minuten überhole ich einen Biker. Er musste absitzen! Aber er lächelt mir zu; - weiß er doch, dass er mich spätestens bei der nächsten Abfahrt wieder einfangen wird.


EIN HEIMATBLICK ....

Kaum 10 Minuten bin ich gelaufen, da beginnt der Zauber des Rennsteigs zu wirken. Ich renne zu, als währe ich in einen Jungbrunnen gefallen. Unter mir tauchen rote Dächer auf. Hineingeduckt in Wiesen und Auen. Das Sonnenlicht spiegelt sich in den Fensterscheiben der Fachwerkhäuser und putzt sich für diesen Junitag heraus.

„Heimatblick“ steht auf einem Holzschild, dass über einer Sitzbank angebracht ist. Schöner und treffender kann man diese Idylle wahrlich nicht beschreiben.

Den ersten Bergkamm habe ich schon hinter mir. Geschäftig und frech zwitschern die Vögel. Finken und Meisen, ein Kuckuck aus der Tiefe des Waldes und die pfeilschnellen Wanderfalken, die mich auf meiner Runde begleiten, alle singen diesem wunderschönen Tag ihr Morgenlied.

Jetzt ist es aber soweit: Reifen knirschen im Kies, eine Fahrradkette scheppert und von hinten braust etwas heran; - ein Windzug, - und schon hat mich der Biker überholt; - schnell wie die Falken.

Auf dem Hochplateaus des Hohen Rods kann ich das erste mal einen Blick auf die sagenumwobene Wartburg erhaschen.

DEUTSCHLAND - GANZ HOCH OBEN ÜBER EISENACH ...

„Wart Berg, du sollst mir eine Burg werden,“ so hat der erste Thüringer Landgraf ausgerufen, als er den Felssporn erspäht hat, auf den er ein paar Jahre später eine Wehrburg errichtet hat. Geschichten über Geschichten hat die Wartburg zu bieten. Sie zu erzählen würde Tage dauern, darum soll es mit dem sinnigen Spruch der Deutschen Burschenschaften, die 1817 zu ihr hinaufstiegen, genug mit dem Verwei-len in der Vergangenheit sein:

Die dreiste Lehre von der Spaltung Deutschlands ist irrig, falsch, verrucht und von ei-nem bösen Feind ausgegangen.

Und das 1817! Wohlbemerkt!

Wie wahr das alles ist: Schon nach 35 Minuten hat mich die Geschichte wieder eingeholt. Dort droben am Kuhlenkopf in 397 m Höhe erinnert ein alter Schlagbaum daran, dass bis 1990 wegen des Sperrgebiets der Rennsteigweg hier das erste mal ein jähes Ende fand.
Ich bleibe stehen. Wie recht die Burschenschaften vor fast 200 Jahren doch hatten. Sind wir uns eigentlich bewusst, in welcher glücklichen Zeit wir leben?

So, nun ist&acute;s genug, ich muss noch ein paar Kilometer weiter! Steil windet sich der Rennsteig bergauf, - hinüber nach Clausberg. Ich komme schnell außer Atem und die Morgensonne treibt mir den Schweiß aus allen Poren. Jetzt fällt mir ein, was Viktor von Schäffel schon 1863 gedichtet hat:


Rennsteig heißt er,
ein deutscher Bergpfad ist&acute;s!
Die Städte flieht er,
und keucht zum Kamm des Waldgebirgs hinauf.

... durch Laubgehölz und Tannendunkel
zieht er
und birgt im Dickicht seinen scheuen Lauf.

Schade, dass ich in Clauseberg nach knapp 7 Kilometer schon umkehren muss. Ich darf nicht vergessen, dass ich schon 240 Höhenmeter hinter mir habe; - außerdem meldet sich in meinem Magen der Hunger wie ein hungriger Wolf. Weil ich so ungeduldig war, (wie immer) bin ich ohne Frühstück losgesaust.

Ein paar übermütige Pferde begleiten mich ein Stück Weg zurück. Mit wehenden Mähnen traben sie neben mir her. Ich habe also schon wieder neue Freude gefunden.

Unten von Neuenhof her, zieht der Nebel von der Werra hoch. Aber weit wird der blasse Dunst nicht kommen. Zu stark ist die Morgensonne an diesem Tag. Kaum haben die durchsichtigen Schleier den ersten Bergrücken erreicht, verschwinden sie auf nimmer-wieder- sehen im frischen Grün hinter der Tiroler Platte. Aus und vorbei!

Ich hetze den Weg zurück, - denn von nun an geht&acute;s bergab. Ich laufe so schnell, als meine Beine es erlauben. Aufpassen: Ein falscher Tritt und aus ist&acute;s mit dem Sprunggelenk. Ich vergesse doch immer wieder, dass ich kein junger Hüpfer mehr bin.

FELDER, WIESEN UND AUEN

Nun tauche ich in eine sattgrüne Auenlandschaft ein. Frischgrüne Wiesen mit tausenderlei Blumen, Gräser und Kräuter betten sich in die Landschaft ein. Ich laufe wie im Traum. Kann es etwas schöneres geben?

Am hohen Rod kommen mir die ersten Wanderer entgegen. Mein „Grüß Gott“ wird nur mit einem kurzen und einsilbigen: „Tach..“ erwidert. Kurz und schmerzlos, ohne die Lippen zu öffnen. Doch was soll&acute;s? Ich ärgere mich nicht. Leben und leben lassen, soll doch jeder nach seiner Facon glücklich werden.

Der letzte Kilometer fordert nun meine gesamte Aufmerksamkeit. Es geht sehr steil bergab. Jetzt wird mir auch klar, warum der sportliche Biker absitzen musste: Gestern Abend hat der Gewitterregen den Weg überschwemmt und die Holzrinnen, die das Wasser ableiten sollen unterspült.

Die Hörscheler Kirchturmuhr ruft mir von unten die Zeit entgegen: 8 Uhr. Oh jeh. Ich habe meiner Frau versprochen: Spätestens um „halb neune“ sitzen wir beim Frühstück. Also mache ich noch mal so richtig Dampf. Der alte Großvater, der an der Ruhebank an der Kirche sitzt schüttelt über solch eine Unrast den Kopf. „Langsam, langsam junger Mann, - der Tag läuft ihnen doch nicht davon .... Wie recht er doch hat!

DER MOND IST AUFGEGANGEN ...

Dieser wunderbare Urlaubstag, fand noch einen wunderbareren Abschluss: In der Eisenacher Taufkirche Johann Sebastian Bachs wurde ein Benefizkonzert gegeben. Gunter Emmerlich gab klassische Arien zum Besten. Begleitet von Trompete und Orgel. Als letzte Zugabe spielte er das Lied von Matthias Claudius: Der Mond ist aufgegangen...
(Wer musste es nicht in der Volksschule vorsingen?)

Als wir nach Hörschel zurückfuhren und den Vater Mond über den Bergen des Thüringer Waldes aufgehen sahen, war uns klar: Mit nichts anderem könnte man diese Stimmung einfangen, als mit diesem alten, deutschen Volkslied:

Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget,
wer weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
und in der Dämmrung Hülle,
so traulich und so hold
wie eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht seh&acute;n.

Wir stolzen Menschenkinder,
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste
suchen viele Künste
und kommen weiter weg vom Ziel.

So legt euch denn ihr Brüder
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns Gott mit Strafen,
und laß uns ruhig schlafen,
und unsern kranken Nachbarn auch!
....


Ganz bestimmt werde ich in ein paar Jahren wieder zum Rennsteig zurückkehren!


der Kirchheimrunner ...
...der sich noch ganz lange über seinen 1. Marathon freut...

kirchheimrunner
16.06.2003, 13:30
EIN ETWAS SONDERBARER LAUFBERICHT - INSBESONDERS FÜR FREUNDE DER MATRIX UND MATRIX - RELOADED!!

Die Entschlüsselung des Musters der MATRIX und der Lauf ins Paradies des Elysiums.

Bei Kaiserwetter laufen wir heute durch die Hirschau hinüber zum Schloss Nymphenburg; die Auffahrtsallee rauf und runter und drehen dann noch eine lange, genussvolle Runde durch den Park. ca. 13 - 15 km


BAHNGLEISE, KREISCHENDE STAHLRÄDER UND DIE FRIEDENSHEIMER BRÜCKE!

Schon einmal Beethovens Neunte gehört; den 4. Satz; - den mit dem Chor? Nein, noch nicht? Nun gut; - vielleicht geht es euch bald wie uns beiden: Denn uns haben die Ohren davon geklungen.

Wie es dazu kam?

Am 24 Mai 2003 bin ich mit Dietmar dem Running-Birdy losgelaufen. Es sollte unser vorletzter Lauf vor unserer Marathonpremiere in Regensburg werden. Wir haben es uns ganz fest vorgenommen:
Wir laufen ruhig und gemächlich. Keine Tempobolzerei; bloß nicht überanstrengen. Darum haben wir uns als heutige Laufstrecke auch ein wirkliches Sahnestückchen ausgesucht.

Im Nymphenbruger Park wird wohl keiner von uns in Versuchung kommen, und alle guten Vorsätze über Bord werfen, - um die Herzfrequenz wieder einmal hochzujagen.

Unser Startpunkt ist alles andere als romantisch:
Vom Westen her durchtrennt das unübersichtliche Gleisgewirr, das in den Münchner Hauptbahnhof hineinführt, die Stadtteile Schwantaler Höhe und Nymphenburg. Polternde S-Bahnen, ICE&acute;s und Güterzüge rattern von Hierhin nacht Dorthin und nach Nirgendwo.

Am Parkplatz des Münchner Racket Centers hören wir noch das Gekreische der Rangierloks von der Friedenheimer Brücke herüber. Gar nicht idyllisch ist das!
Locker und langsam laufen wir los. Zuerst die Spazierwege des Hirschgartens entlang. Die Kinderspielplätze sind so früh am Morgen noch verwaist. Die Null – Bock – Generation, die sonst auf den Parkbänken herumlungert, muss sich um 9.00 Uhr morgens noch von den gestrigen Computersessions erholen.
Natürlich sind ein paar Jogger unterwegs. Aber in der Stadt grüßen sich die Sportler nicht. Wir werden ignoriert. Viele haben Walkmans dabei. Kontakt unerwünscht!

Trotzdem, und weil wir beide bester Laune sind, rufen wir jedem Läufer ein munteres „Servus“ zu. Bestenfalls ein gnädiges Nicken ist alles was wir erhaschen können.

PROST MAHLZEIT IM HIRSCHGARTEN.

Kaum sind wir zehn Minuten getrabt, sind wir schon im Hirschgarten. Leider ist es für eine frische Maß Bier und für eine zünftige Brotzeit noch zu früh.
Langsam überqueren wir die Strasse und trödeln an parkenden Autos vorbei hinüber nach Nymphenburg.
Die Reichen schlafen noch alle, so kurz nach 9. Darum brauchen wir uns kaum um den Verkehr kümmern. Eine Verkehrsampel hält uns noch auf. Wir biegen um die Ecke; - die Ampel steht auf grün. Wie beim Startschuss beim Volkslauf sprinten wir los
Ätsch! Die Ampel springt auf rot, genau dann als wir die Verkehrsinsel erreichen.

Aber auch dieses Hindernis überwältigen wir. Durch die ruhigen Strassen joggen wir hinüber zum Schloss. Den prachtvollen Rokokobau und den zauberhaften Park mit seinen Bächen, Teichen, Tempel und Lustschlösschen lassen wir erst mal links liegen und biegen in die Auffahrtsallee ein.

WENN DIE GONDELN IM MORGENLICHT SCHAUKELN....

Was ist der Grund für diesen Umweg?
Nun ein ganz genussvoller: Denn der kunstsinnige Kurfürst Max Emanuel hat vom Nymphenburger Schloss aus einen schnurgeraden Kanal durch die Sümpfe im Westen vor München graben lassen, damit er mit seinem Hofstaat während der linden Mainächten in Gondeln herumschippern konnte.
Wir beide können nicht anders, wir beneiden den alten Kurfürsten um seine genussvolle Lebensweise. Welch wunderbare ästhetische Illusion er geschaffen hat. Einfach traumhaft.

Nun ist es mal wieder so weit: Immer wenn der Dietmar und ich zusammen laufen, dann kommen wir zwangsläufig ins philosophieren. Wir werden die Welt verbessern, keine Frage!

DAS GEHEIMNIS DER MATRIX...

Der Film hatte es uns beide angetan. Wir beginnen darüber nachzudenken. Ist die MATRIX auch bei uns denkbar, leben wir auch in einer vorausprogrammierten und vorherbestimmten Welt?
Kein Zweifel: Betonburgen, graue Autobahnen, Einschüchterungsarchitektur wohin du schaust; Zielvereinbarungen und Efficiency, - das alles umgibt uns wie ein unzerreißbares Netz; - das die MATRIX in der wir leben ...
Wohnen in quadratischen Wohnschachteln, - bis selbst der Kopf quadratisch wird. Und dann noch die nervige Sprache der Unternehmensberater; „Manager planen keine Erfolge; - sie haben sie!“
Das steht uns heute bis „Oberkante Unterlippe“. Diese MATRIX, die uns die Gesellschaft aufzwingt, von der wir andere überzeugen sollen; - kann uns heute gestohlen bleiben.
So fällt auch der Spruch des Tages: Werde Mönch, Klosterschwester oder Läufer und du erkennst das Muster dieses Lügengebildes!

So, jetzt nerven wir euch aber nicht mehr weiter mit unserem Weltschmerz. Denn der gepflegte Kiesweg am Kanal entlang ist von Anfang bis Ende ein Augeschmaus.

Schnurgerade Landschaftsarchitektur ist eigentlich nicht meine Sache. Aber dieser Weg hat es in sich; - er ist vom Feinsten: Steinerne Brücken überspannen das Wasser so hoch, dass Boote darunter hindurchgleiten könnten. Jetzt ist es ein Reich für Enten und Schwäne. Im Winter aber, geht’s hier richtig zur Sache. Kinder spielen auf dem gefrorenen Kanal Eishockey; - zierliche Mädchen drehen ihre Pirouetten und ambitionierte Senioren tanzen den Schneewalzer. Uns kommen gerade jetzt diese Gedanken, weil die Sonne schon ganz anständig heizt.
Links und rechts säumen klassizistische Patriziervillen die Allee; prunkvolle Prachtbauten des frühen 19. Jahrhunderts.
Ein Bild für Götter! Wir kommen ins Schwärmen. Was für eine Idylle; was für eine Illusion! Nun haben den Wendepunkt der Promenade erreicht und umrunden das zauberhafte Jagdschlösschen am Ende der Auffahrtsallee.
Wir sind bester Laune, als wir zurücklaufen. Sogar die hübschen Joggerinnen lächeln uns zu.
Gute Laune steckt halt an!

DAS NYMPHENBURGER SCHLOSS

Nun ist es nicht mehr weit zur schönsten der Münchner Schlösser.
Verzeiht bitte! Aber etwas Geschichte muss schon sein:
Denn anlässlich der Geburt des Thronfolgers beauftragten Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern und seine schöne Gemahlin Henriette Adelaide von Savoyen im Jahre 1664 den italienischen Architekten Agosino Barelli mit der Errichtung eines Sommerschlosses. Unter Max Emanuel und seinen Haus- und Hofbaumeistern Enrico Zuccalli und Joseph Effner wurde der Bau zu einem wahren Schmuckstück umgebaut.

Der Running Birdy läuft unentwegt und im gleichmäßigen Rhythmus auf das Rondell mit dem Springbrunnen zu. Ich muss immer wieder anhalten. Staunen, Fotografieren und hinterher sprinten.
Zwei Schwäne wetteifern jetzt mit uns. Mit langsamen, kräftigen Flügelschlägen sind sie gestartet, schwerfällig wie dickbauchige Wasserflugzeuge von „anno – dazumal“; - jetzt aber segeln sie elegant durch die Lüfte.
Wer wird wohl als erstes am Schlosspark sein,
Zum Glück, die Schwäne geben auf. Wir waren ihnen doch zu schnell.

DER GARTEN EDEN

Noch ein paar Meter und wir laufen durch das Kunstschmiedetor hindurch, hinein in den Schlosspark. Wir tauchen nun in der verspielten Welt des bayerischen Barock unter.
Ein bisschen Gartenbaukunst gefällig? Warum nicht! Lasst euch erzählen, wem wir dieses schmucke Kleinod zu verdanken haben:
Am Ende der Regierungszeit Max Emanuels (1726) breitete sich vor der Westseite des Schlosses ein axialsymmetrisch aufgebauter Gartenbereich aus, der von schnurgeraden Wegen durchzogen wird, die sich alle am westlichen Fluchtpunkt, - der griechischen Götterkaskade – treffen.
Wir laufen an einer Gruppe Japaner vorbei. Was sie wohl sprechen. Ich höre ein paar bekannte Wörter heraus: kawai, Zen - Goyen; - was wohl so viel heißt wie: Was für ein niedlicher Zen - Garten!

Wir verlassen jetzt im Sprinttempo den streng nach geometrischen Mustern gestalteten Gartenbezirk und laufen in den Park hinein, der als Jagdrevier für Fürsten und Könige gedacht war.
Unser Ziel ist die Marienklause. Zu Zeiten der bayerischen Kurfürsten lebten hier Mönche. Und für den Fall, dass es die hochherrschaftlichen Regenten wieder einmal zu bunt trieben, verbrachten sie hier ein paar Tage in Busse und in Demut.

So lange haben wir nicht Zeit. Ein paar Tage können wir nicht bleiben! Im großen Bogen laufen wir um die Klause herum, dann tauchen wir unter den alten Eiben wieder im Schatten des Parks unter. Wir lassen uns jetzt vom Reiz des Landschaftsgartens verführen.
Gerade der Wechsel zwischen den gewundenen Wegen, die scheinbar ziellos mal hierhin, mal dorthin führen – über steinerne Brückchen und hölzerne Stege; - und den schnurgeraden Kiesstrassen die an den Kanälen entlang führen; - hat es uns angetan. Schon längst haben wir Zeit und Herzfrequenz vergessen. Zu viel gibt es rechts und links des Weges zu entdecken.
An der Pagodenburg vorbei, joggen wir zu unserem Wendepunkt im Park.

ODE SCHÖNER GÖTTERFUNKEN, TÖCHTER AUS ELYSIUM..

Nun ist es soweit.
Könnt ihr euch noch erinnern? Beethovens 9. und Schillers, der mit seiner Ode an die Freude die Worte für die Melodie dichtete?

Es gibt solche und solche Endorphinausschüttungen. Meist kommen sie ganz unerwartet. Plötzlich stellen sich die Körperhärchen auf die Haut fängt an zu prickeln und man fühlt den „Runners High.“

Bei uns war es ähnlich. Als Birdy und ich an den griechischen Göttern, die den Springbrunnen und das Wasserspiel vorbei liefen, hat es uns gleichzeitig erwischt.

Zuerst begann ich zu trällern, dann nach den ersten Versen viel auch der Birdy an mitzusingen:

Ode schöner Götterfunken, Töchter aus Elysium
Wir betreten feuertrunken, göttliche dein Heiligtum.
Deine Wunder binden wieder, was die Mode streng geteilt,
alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.


Vollkommen plem-plem die beiden, werden sich die Spaziergänger gedacht haben.
Sport ist nicht nur Mord, sondern man wird auch noch verrückt dabei; - da haben wir mal wieder den Beweis. Aber so ist das nun mal mit Runners – High. Die Welt um uns herum kann uns gestohlen bleiben. Wir laufen durchs Paradies. Wir sind im Elysium. Und das bleibt auch so. Wir queren ein paar Kanäle, die zur Zierde des Parks angelegt wurden und joggen um den Schwanenteich herum auf die Badenburg zu. Links im Westen, auf der anderen Seite des Sees grüßt uns der Apollotempel im gleißenden Vormittagslicht unter einem leuchtend blauen Maihimmel.

Ein Bild für Götter. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Der Flair des Parks hat uns längst verzaubert. Jeden Moment könnten Elfen im Schatten der Trauerweiden tanzen, uns mit ihrem Gesang verführen wie einst die Sirenen den unglücklichen Odysseus. Aber dem glücklichen Läufer schlägt bekanntlich keine Stunde.

Doch jeder Zauber hat ein Ende. Wir verlassen den Park, grüßen auf der Auffahrtsallee ein junges Brautpaar, dass für romantische Fotos posiert. Rechts hinüber laufen wir über die Schlosswirtschaft zum Parkplatz zurück.
Ende der Vorstellung!


der Kirchheimrunner ...
...der sich noch ganz lange über seinen 1. Marathon freut...

[ Dieser Beitrag wurde von kirchheimrunner am 17.06.2003 editiert. ]

Uschi
16.06.2003, 14:02
Einfach nur schön :)

So kenne ich München ja gar nicht ;)

http://www.webwelten.de/bike2.gif Teilnehmer-Nummer 1158 bei der BR-Radltour 2003 (http://www.br-radltour.de)

running_birdy
16.06.2003, 15:26
Hallo Kirchheimrunner,

habe dem nichts mehr zuzufügen.

Hans du bist ein begnadeter Schriftstellerhttp://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/aktion033.gifhttp://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/aktion033.gifhttp://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/aktion033.gif http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/aktion033.gif




Gruss

running_birdy

Ralf-Charly
16.06.2003, 18:32
Wie üblich,

:roll:SUPER!!!:roll:

Gruß Ralf und Charly

Der Weg ist das Ziel.

Garfield
18.06.2003, 14:45
Kirchheimrunner hat uns mal wieder an einem seiner Läufe -heute ganz romantisch-teilhaben lassen. -Danke

Was muss München und Umgebung doch schön sein (war zwar schon ein paar Mal dort -gelaufen bin ich nie-leider)

Gruß von einer beeindruckten
Garfield :D :D

kirchheimrunner
18.06.2003, 14:49
Original von Garfield:
Kirchheimrunner hat uns mal wieder an einem seiner Läufe -heute ganz romantisch-teilhaben lassen. -Danke

Was muss München und Umgebung doch schön sein (war zwar schon ein paar Mal dort -gelaufen bin ich nie-leider)

Gruß von einer beeindruckten
Garfield :D :D


Hallo Garfield,
schön dass du wieder im Forum bist,
Wir haben dich schon vermisst!!

Du musst dich unbedingt melden, wenn du das nächst mal in München bist....



der Kirchheimrunner ...
...der sich noch ganz lange über seinen 1. Marathon freut...

kirchheimrunner
21.07.2003, 07:27
Auf den Schildenstein; aber Achtung! Trittsicherheit und alpine Erfahrung erforderlich.
(Deutscher Alpenverein)


Nur bescheidene 1648 Meter hoch ist er, der kahle Grasbuckel, der sich aus der wild-romantischen Wolfschlucht heraus, stolz über Kreuth, Rottach Egern und dem Tegenseer Tal erhebt.

DER SCHILDENSTEIN UND DIE OBERBAYERISCHE VORGEBIRGS-IDYLLE

Den Tegernsee kennt ein jedes Kind. Schwitzend und durstig mussten wir sonntags im Auto sitzen und warten bis unsere Eltern an einem der vielen Ausflugslokale anhielten um den Kleinbürgertum der 60er und 70er Jahre zu frönen. Krottentaler Alm, Winklerstüberl, Milchhäusl und wie diese garstigen Bauernwirtschaften mit Kaffee - Terrassen alle hießen.

Die Berge drum herum aber kennt kaum einer; - Gott sei Dank. Denn am Riederstein, auf dem Hirschberg oder am Gipfel der Baumgarteinscheid; - alle so 1500 Meter hoch; - über dem Tegernsee; - da lässt sich’s leben. Dort oben ist man alleine, - auch im Sommer, und besonderd dann, wenn sich unten, - in Rottach und Bad Wiessee die Schickimicki – Familien aus Flensburg und München beim Flanieren auf die Füße treten oder mit den Spatzierstöcken in die Hacken stechen.

Dass man auf die Berge steigen kann ist ja allgemein bekannt. Ludwig Thoma hat es getan, Hermann Buhl auch und der Reinhold Messner tut&acute;s immer noch.
Aber hinauflaufen? Joggen auf 1300 Meter? Geht das auch? Das wollte ich einmal ausprobieren.

Am 21.06.2003 sollte der Schildenstein daran glauben.
Man fährt also über Tegernsee nach Bad Kreuth (dort wo die CSU immer in Klausur geht, wenn&acute;s in Deutschland auf Messers Schneide steht) und dann noch einen Km weiter zum „Großparkplatz“ an der Klamm.

Um 7:30 war ich dort der Erste.
Frisch und kühl weht der Wind vom Achensee her. Der Himmel ist bedeckt. Kein Gipfel zu sehen. Aber das macht nichts. Ich bin ja nicht hierher gekommen um wie die zahllosen Spazierstocktouristen von einer bewirtschafteten Alm zur nächsten zu flanieren, nur um dann bei der nächstbeste Bierquelle den Zieleinlauf zu gestalten, sondern um dem Herrn Schildenstein die Ehre zu geben.

Also los! Bei die Holzbrücke laufe ich über die sprudelnde Weissach um gleich – rechts herum die Serpentinen der Kreuther – Schlittenbahn in Angriff zu nehmen. Jeder Höhenmeter beisst in den Waden. Ich muss aufpassen: Die Herzfrequenz darf nicht über 170 gehen; - nicht jetzt schon, - nicht am Anfang meiner Tour.

Die Kreuther Spaßvögel haben jeder Spitzkehre ihren Namen gegeben; -Der Hackl Schorsch hätte seinen Spaß daran:
Nachttopfhenkel, Almrauschkurve, Geheimratseck, ... usw.

20 Minuten bin ich schon bergauf getrabt. Noch immer ist der Wald dicht, dunkel und kühl. 300 Höhenmeter oder so, werde ich wohl schon in den Beinen haben. Die Waldgrenze ist in den Tegernseer Bergen teilweise recht niedrig. Die Bergbauern haben schon vor Jahrhunderten das Holz abgeschlagen um im Frühsommer ihr Hornvieh auf die Almwiesen zu treiben.

DER FELSSPORN DES LEONHARDISTEIN

Ich riskiere einen Blick zurück:
Sofort fällt mir das steinerne Schild des Leonhardisteins auf. 1449 Meter hoch, hinten hat er einen Waldpelz, aber vorne steigt eine senkrechte hohe Kalkwand mit nasenförmigen Wülsten aus dem nebligen Tal herauf.

Und vor mir rufen die Kuhglocken ihr kehliges Lied in den Morgen hinein. Nur noch zwei oder 3 Kilometer und ich habe die erste Etappe zur Königsalm geschafft. Das Laufen fällt mir leicht. Spielerisch windet sich der Bergpfad um die niedrigen Almhütten herum.

Mittags, wenn die Sonne sticht und die Sonntagsalpinisten schweißgeba-det hier oben ankommen, gönnen sie sich genießerisch eine Radlermass und einen würzigen Weißlackerkäs; - so ist es halt im Tegernseer Tal: Leben und leben lassen; - jedem das Seine.

Läppische elfhundert Meter liegt die Alm hoch. Aber von jetzt an wird’s knackig!
Ich springe über den Sturzbach der an der Hütte vorbeirauscht und laufe in ganz kurzen Schritten zum Schildensteinsattel hoch. Rechts neben mir treiben der Senner und ein paar Buben ihre Kühe zur Geißalm hinauf.

Schaut euch den Deppen an, der rennt mit hochroten Kopf den Schotterweg hoch; - so oder ähnlich werden sie wohl gespottet haben.

Hinter dem Bergrücken, von dem aus man einen kurzen Blick auf die Kuppen der Blauberge werfen kann, steht ein Kameramann von TV – München. Der Almauftrieb wird gefilmt. Ein lässiges „servus“ und ein mitleidiges Kopfschütteln wird mir hinterhergeschickt.

DER GIPFELSTURM

Zu steil ist der Weg geworden. Mit dem Laufen ist jetzt Sense. Ich muss steigen. Schnell geht es dem Gipfel entgegen. Oben am Blaubergsattel wird der Weg wieder flacher. Ich renne zwischen den Krüppelkiefern und Latschen hindurch.


Da; - links hinein, geht es zum Gipfel hinauf.
Noch ein paar Minuten brauche ich um mich an den klebrigen Ästen der Latschen hoch zu hangeln und dann stehe am Gipfelkreuz.
Dort bin ich mutterseelen alleine.
Vor mir steigt der Guffert aus der gewaltigen Waldsenke zwischen Unnütz und Blaubergkamm heraus.
Und weit unter mir glänzt der Achensee, - dort schimmert das ganze östliche Karwendel. Und dahinter ahne ich die Tuxer und Zillertaler Eisriesen.

... und kein Mensch weit und breit. Wie sagte Walter Pause, der beste Kenner der Münchner Hausberge so treffend: Es ist so schön hier oben, man könnte den klassischen Konflikt Bayern – Preußen im Nu aus der Welt schaffen, müsste sich nur tränengerührt in die Arme fallen, - aber kein Preuße lässt sich blicken, ewig schad...

Eine Woche später werde ich mit meinen Buben von der Wolfsschlucht aus den Gipfel erstürmen. Oben haben wir dann einen Rheinländer getroffen. Er ist mit dem Mountain – Bike von Kreuth aus zur Königsalm hochgeradelt. Knappe 40 Minuten hat er dafür gebraucht. Respekt!
Er hat mich dann gefragt, ob ich so eine Kuhtreibertour auch schon mal gemacht habe. „Klar, habe ich das, letzte Woche; 37 Minuten habe ich gebraucht, aber nicht mit dem Bike, sondern per Pedes bin ich hochgejoggt!“ Er war ganz per plex, und meine Buben haben hinterhältig gegrinst ....

DIE WOLFSSCHLUCHT

Ein purer Genuss ist es, den Blaubergsattel hinüber zur Scharte des Predigtstuhls zu laufen. Aber aufgepasst Freunde, dass ihr mir nicht in die Kuhfladen hineinfällt.
Nach 10 Minuten geht es links hinunter.
Ahorne beschatten mich vor der stechenden Vormittagshitze. Buchenstämme stehen silbergrau über winzigen Lichtungen und beschirmen die Alpenveilchen, Frauenschuh und Türkenbund, vor den gedankenlosen Tegernseer Feriengästen, die es bis hier hoch geschafft haben.

Immer wieder hört man von überallher die Bergwasser fallen, sie brausen über die ausgewaschenen Steinrinnen und stürzen über die Wolfsschlucht ins Hofbauerweissachtal hinunter.
Jetzt hätte ich gerne anständige Bergschuhe an den Füßen. Die leichten Asics GT geben mir kaum den nötigen Halt beim Abstieg in die Tiefe.
Viel Zickzack,
Wasser fallen über ausgeschlemmte Steilrinnen. Fixe Drahtseile sichern die gefährlichen Stellen. Die vielen Bergsteiger, die mir jetzt entgegenkommen schnaufen und keuchen. Oft bleiben sie stehen und genehmigen sich einen Schluck aus der Flasche.
Die meisten fragen mich: „Ist es noch weit? Sind wir bald oben?“

Links hinter dem Felstreppchen, graue Schlucht, rechts abgrundtiefe Kalkschroffen. Gut und gerne 30 Minuten dauert der Abstieg.

Jetzt kann ich im weglosen Weissachgrund wieder über die Steine springen und mir meinen Weg zu den &quot;Sieben Hütten&quot; suchen. Dort hinauf schafft es auch der letzte Fußkranke. In der Wirtsalm ist schon um halb zehn ein ordentliches Remmidemmi.

Ich bin schon ziemlich am Ende meiner Kräfte. Noch fast 25 Minuten brauche ich für die 3,5 km zurück zur Weissachbrücke.
Alles in allem war ich 2 Stunden und 48 Minuten unterwegs. Hastige Bergwanderer brauchen dafür gut und gerne 6 Stunden.

Eine Woche später habe ich dann alles noch einmal genossen. Mit meiner Familie. So richtig mit Rucksack und Bergschuhen. Und beim Abstieg über die Königsalm haben wir uns natürlich eine (oder waren es 2) Radlermass gegönnt.

Berg Heil!


der Kirchheimrunner ...
...der sich noch ganz lange über seinen 1. Marathon freut...

running_birdy
21.07.2003, 07:46
Guten Morgen Hans,

SUPER !!!

http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/party027.gifhttp://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/party027.gifhttp://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/party027.gifhttp://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/party027.gif



Gruss

running_birdy

Garfield
23.07.2003, 07:44
Hallo Kirchheimrunner,

Deine Schilderungen einfach klasse. Am liebsten würde man gleich dort hinfahren und loslaufen oder halt-wie ich- wandern (schaffe beim besten Willen noch keinen Berg rennend zu erklimmen).

Gruß
Garfield:D :D

spike
23.07.2003, 07:51
Hey Kirchheimrunner

wieder mal in die vollen, weiss bald nicht mehr was dazu sagen. Das ist besser als jede TV- Dok übers laufen. http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/grinser003.gif

Spike & Flinki http://www.clicksmilie.de/sammlung/liebe/love-smiley-028.gif


Mit der Liebesten, am liebsten Marathon laufen.

Steppenläuferin
23.07.2003, 08:08
Hallo Kirchheimrunner

Danke für die Teilhabe.....hab es am Anfang (beim Lesen)
gleich auch in den Waden gespürt das bekannte `beissen`
beim rauflaufen!

Herrlich muss es da oben sein und das Gefühl der grenzenlosen Freiheit....

....so ein schööööööner Bericht! http://www.laufen-aktuell.de/_laufen_laufsport_/_images/extra_smilies/xtrasmilies/party027.gif



LG Steppi

staxel
23.07.2003, 08:43
servus Kirchheimrunner,

meine Hochachtung! Ein toller Bericht und eine Wahnsinnsleistung!

Ich bin ja ein alter Preuße, der schon den ein oder anderen bayerischen Berg erklommen und mit jeden weiteren Schritt lieben gelernt hat - aber eher im gemütlichen Wandertempo. Den Bergläufern habe ich bisher immer nur neidisch und mit höchster Ehrfurcht hinterhergeschaut. Vielleicht sollte ich es mal probieren, der Nymphenburger Park kann ja nicht alles sein!

Vielen Dank für diesen tollen motivierenden Bericht,

viele Grüße Staxel

kirchheimrunner
04.08.2003, 07:31
Heute haben wir etwas besonders genussvolles vor: 12,5 km von der Würmeiszeit über den Frevel der Betonfetischisten - zu Herzog Sigismunds Blutenburg ...


Wie ist das jetzt mit der Würm?
Ihr kennt Sie gar nicht? Das dachte ich mir schon. Denkt euch nichts, uns Münchnern geht es genau so.



EIN FLÜSSCHEN IST SIE ALSO; - MIT MÄCHTIG VIEL GESCHICHTE AUF DEM BUCKEL

Aber so schnell gebe ich nicht auf!
Ist die Würm nun ein Fluss, oder nur ein Bach? Ein Rinnsal vielleicht? Ich gebe es ja zu: so genau kann das keiner sagen. Von ihrer Quelle bis Pasing plätschert sie gera-de mal 21 km dahin, um dann nach 38 km hinter Dachau im Moos - in der ebenfalls mickrigen Amper sang- und klanglos zu verschwinden.

Wie ein Lindwurm schlängelt sich das Flüsschen westlich um München herum. Die Mühlen, über die ihre Wasser noch vor einhundert Jahren gelaufen sind, um die schweren Räder anzutreiben, gibt es schon lange nicht mehr. Ihre Zuflüsse, der En-tenbach und der Tiefengraben sind zu jämmerlichen Rinnsalen verkommen.

Ihren Lebenszyklus begann die Würm vor sage- und schreibe 50.000 Jahren. Promi-nent ist sie also; - keine Frage. Sogar die Würmeiszeit ist nach ihr benannt. So etwas kann nicht einmal die ... schöne grüne Isar ... von sich behaupten.

Aber kaum war sie aus den Gletschermassen geboren, schon ging es mit ihr bergab.
Tiefpunkt ihrer Karriere scheint das Jahr 2003 zu sein. Die Städteplaner haben alles versucht um sie zu vernichten. Mit Autobahnen, Betonpisten für Fernstraßen, ICE – Trassen und Wohnsiedlungen, haben sie alles getan um die Würm zu zerstückeln, in Beton zu gießen, oder in den Untergrund zu zwingen.

Wer glaubt ihr, wird triumphieren?

ZWEIMAL MUSS MAN SCHON HINSCHAUEN; - DANN ABER GIBT DIE WÜRM IHRE SCHÄTZE PREIS.

Zum Joggen völlig ungeeignet würde man sagen, wenn man auf der Lochhammer Autobahnbrücke steht. Im Sommer wälzt sich eine Blechlawine von München hinaus ins „Fünfseenland“. - Starnberger See, Ammersee und Kloster Andechs – unser hei-liger Berg; - ja das Paradies ist zum greifen nah.

An diesem sonnigen Freitagnachmittag stehe ich auf der Autobahnrampe bei Loch-ham und verfolge den Lauf der Würm über die ehemals ländlichen westlichen Stadt-teile, Pasing nach Obermenzing. Einen winzig schmalen Flußauenstreifen haben die Baulöwen und Grundstücksspekulanten dem Flusslauf gegönnt. Zum leben zu we-nig; - zum sterben zu viel?



Gemächlich trabe ich los. Nur nichts überhasten! An einem Biergarten vorbei; - un-gemütlich denke ich mir – weil der Freitagsnachmittagsverkehr von der nahen Auto-bahn her, mit seinem Hupen und eiligen Geschiebe, sogar das Prositgegröle der un-entwegten Feierabendtrinker übertönt.
Aber aufgepasst; kaum bin ich 5 Minuten gelaufen, schon hat die Würm ihre ersten Überraschungen parat. Dieses Rinnsal ist ein Überlebenskünstler, denke ich mir. Eng und undurchdringlich wirkt der alte Baumbestand. Zum Schutz gegen ungebetene Eindringlinge haben sich die Kronen der Eichen, Buchen und Linden über dem Bäch-lein zusammengeschoben.
Im Schatten der Bäume lässt es sich wunderbar laufen. Die Luft ist frisch, geschäftig turteln die Singvögel im Schilfgürtel Blattgrün des Ufersaums umher.
Nur die Nachmittagsonne blinzelt hie und da durch das junge frische Grün der Auen.
Das Wasser gurgelt und begleitet mich mit ihrem sanften Plätschern Kilometer um Kilometer bis nach Pasing hinein.
Wie schön öfters gesagt: Das Paradies wurde nicht am Reißbrett erfunden. Darum genieße ich das Laufen. Denn krumm sind die Wege; wunderbar winden sie sich um alte Bauriesen und Fischteiche herum.

PASING DIE STADT VOR DER STADT.

Ihr wisst es schon! Jetzt ist es mal wieder soweit: Es bleibt nicht aus. Ein paar Minu-ten Heimatkundeunterricht müssen sein:
Pasing – die Stadt vor der Stadt - war schon in vor und frühgeschichtlicher Zeit be-siedelt. Der Handelspunkt lag direkt an der Heerstraße Salzburg nach Augsburg, so wurden die keltischen Rodungsbauern schon früh durch römische Soldaten und Kaufleute christianisiert. Viel später, es war so um das Jahr 500 herum bei der Ein-wanderung der Bajuwaren, gründete der Sippenführer Paoso das Ackerbauerndorf Pasing. Ungünstig gewählt war der Platz nicht, gelegen an der römischen Heer und Handelsstraße, inmitten von satten Wäldern und fruchtbaren Ackerböden, gleich bei der wasserspendenden Würm. Und ganz allein war er auch nicht in dieser Gegend, denn andere Sippenführer hatten ebenfalls Ansiedlungen gegründet: Svapo (Schwa-bing), Kiso (Giesing), Sentilo (Sendling), Manzo (Menzing) und wie sie alle hießen.
... Und all diese Siedlungen sind nun im 20. Jahrhundert als urbane Stadteile in Mün-chen – der Weltstadt mit Herz“ – aufgegangen.
Kaiser Heinrich II. vermachte schließlich das aufstrebenden Pasing im Jahre 1006 dem Domkapitel von Freising. Im Mittelalter überschattete rachesüchtige Bruderkrie-ge und die Brandschatzung der Schweden Pasings Geschichte.
Im 19. Jahrhundert trat dann Pasing wieder in das Licht der modernen Geschichte. Der bäuerliche, verträumte Charakter Pasings war weitgehend dahin, und war dem städtischen und industriellen Flair gewichen, als 1908 die Straßenbahnlinie nach Pa-sing eröffnet wurde und von der bayerischen Hauptstadt München aufgesogen wur-de.
Die Würm hat das alles erduldet und ertragen. Der ICE hat auch am Pasinger Bahn-hof uneingeschränkte Vorfahrt. So muss ich, wenn ich der Würm folgen will in den Untergrund. Meine Schritte hallen von den Steinwänden zurück. Über mir rattern die Fernzüge. Der Fluss hat es eilig aus dieser steinernen Zwangsjacke herauszukom-men. Ich kann ihn gut verstehen: Geboren in den Gletschern der Eiszeit, und nun kultiviert und begradigt...
Gleich hinter dem Pasinger Bahnhof hat man es dann geschafft: Das Bett der Würm ist zerschnitten und zermetzgert; kurzum: Man hat dem Fluss fast den Garaus ge-macht.

BIEDERMEIER KLASSIZISMUS PUR...

Aber wo ein Fünkchen Leben ist, da sprudelt es einfach weiter. Kurz bevor man in den Blutenburger Park hineinläuft, kann man noch das wunderbarste Stück bieder-meierlicher Architektur bewundern, das München zu bieten hat.
Es sieht fast so aus, als ob die Efeuranken die wunderbaren Rundbogenfenster vor den Blicken neugieriger Bauherrenmodellbetreiber verbergen wollen.
Recht hat sie „die Mutter Natur“. Zwischenzeitlich bin ich ins Schwitzen gekommen. Wer kann sich schon an so einen heißen, fast hochsommerlich warmen Mai wie in diesem Jahr 2003 erinnern?


HERZOG SIGESMUND UND DIE MUSE ...

Jetzt, nach 5 bis 6 km gemütlichen Joggens, mache ich Tempo. Ich habe es eilig. Den schmalen Parkstreifen, zwischen der Siedlung der Obermenzinger neureichen Spießbürgerlichkeit und dem vielbefahrenen Zubringer zur Stuttgarter Autobahn durchsprinte ich mit Herzfrequenz 175. Dieser Streckenabschnitt gefällt mir nicht. Zu laut ist das Gedöns des Feierabendverkehrs. Die Blechlawine schiebt sich nach Westen; die Pendler aus Augsburg und Landsberg wollen nach Hause; - Ihre Schre-bergartengemütlichkeit genießen ...
Ich falle wieder in einen nachdenklichen Trab. Haben sie Recht, unsere gestressten die Zeitgenossen, wenn sie der Zivilisation fliehen? Wie war doch gleich noch der sinnige und leicht missverständliche Spruch des griechischen Philosophen Epikur:
Das höchst Glück ist die Lust!
Nun ja, ich denke für uns Läufer, die alle motivierenden Exerzitien des Fitness – Papstes dem Strunz I. (auch Breitwandgrinser genant) über sich ergehen ließen; - ist die Lust ein Tagesgeschäft; - Business as usual! Wir sind doch mit Endorphinen, körpereigene Glückshormonen und dem Überwinden des innerein Schweinehundes auf Du und Du; - oder etwa nicht?
Solche Gedanken kommen mir gerade jetzt, wo ich auf die schmucke, romantische Blutenburg zulaufe. Wahrlich eine schmucke Perle im pulsierenden Leben des Münchner Westens. Und ihr berühmteste Schlossherr, Herzog Sigismund von Wit-telsbach, scheint mir auch ein genussvoller Jünger Epikurs gewesen zu sein.
Weil ihm &quot;schöne Frauen, weiße Tauben und Saitenspiel&quot; mehr behagten als die Bruderkämpfe des Hauses Wittelsbach, verzichtete Herzog Sigismund auf Mitregie-rung und zog sich in seine geliebte Blutenburg zurück, das von der Würm umflosse-ne, 1431-40 auf altem Wehrgrund gebaute Jagdschloß seines Vaters Albrecht III:, dem er 1488 eine unvergleichlich schöne, romantische Schloßkapelle beigeben ließ.

Im Herrenhaus ist heute die internationale Jugendbibliothek untergebracht, im Tor-turm die Erich-Kästner-Gedenkstätte und in den Ökonomiegebäuden Konzertsaal und Schänke. Dort, unter den Kreuzrippengewölben wird im Rahmen der Blutenbur-ger Schlosskonzerte jedes Jahr die hohe Kunst des Saitenspieles; - sei es Harfe, Laute oder konzertante Kammermusik – gepflegt.

DAS DUNKELSTE STÜCK GESCHICHTE UNSERES FLUSSES

O Hedonia, du lichte eitle Freude, - das Leben ist Genuss. Aber halt, passt auf. Alles hat zwei Seiten:
Freud und Leid,
Liebe und Feind
Genuss und Not
Hunger und Brot,

Das alles liegt näher beieinander als wir oft glauben! Ihr fragt euch sicherlich, warum mir solche trüben Gedanken gerade in diesem schmucken Schlosspark kommen? Schimmert und blinzelt das Licht an diesem linden Maiennachmittag so hell und freundlich, dass es alle schwarzen Schatten aus den Herzen bannen kann?

„Gut und schön“, denke ich mir; - manches Mal aber ist es wichtig sich an die dunk-len, schweren Jahre unserer Geschichte zu erinnern. Damit wir mit Courage, Mut und Entschlossenheit auftreten, wenn sich wiedereinmal ein „Führer“ jedweder Couleur berufen fühlt, die Welt zu retten.

Folgt man der Würm flussabwärts; - gerade mal 15 km hinter Menzing; - dort beginnt das Moos. Mittendrin zwischen Karlsfeld und Dachau stand einst ein stacheldraht-umspanntes Lager, von Wehrtürmen bewacht und in der Nacht hell beleuchtet. Über den Eingangstor konntest du lesen:

„Arbeit macht frei!“

Vom KZ – Dachau aus, begann der Fußmarsch der Häftlinge. In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 führte ihr Leidensweg hier vorbei.Ein Denkmal zeugt von dieser dunklen Stunde unserer Geschichte.

Hinaus ins Ungewisse! In die Freiheit oder in den Tot!

Wenn die Gedanken schwer werden, wird auch das Laufen zur Anstrengung.

Irgendwie bin ich froh, dass ich weiter hinein in den Blutenburger Park laufen kann. Sattgrün glänzt der englische Rasen. Die alten Ahornbäume atmen die frische Früh-lingsluft. Nun vergesse ich alles um mich herum. Fast eine Stunde bin ich schon un-terwegs. Immer wieder werden meine Augen verführt nach links und rechts zu schauen.

Nach einer gemütlichen Runde im Park mache ich mich auf den Rückweg. Heute darf es nicht zu spät werden; - Frau und Kinder warten zu Hause auf mich. Und un-sere Alte Oma, die bei uns in ihrem Pflegebett auf ein gnädiges Ende wartet. Manch-mal habe ich ein schlechtes Gewissen. Laufe ich eigentlich meinen Problemen davon?

Ich fühle mich gehetzt als ich zurücklaufe. Trotzdem genieße ich in vollen Zügen den Lauf am sprudelnden Wasser entlang. Nach 1 Stunde und 7 Minuten stehe ich wie-der vor meinem Auto. Schön und lehrreich war mein Lauf. Lange noch muss ich an den Bajuwaren Paoso an Herzog Sigismund und an die geknechteten Häftlinge des Konzentrationslagers denken; - was wohl aus ihnen allen geworden ist?


der Kirchheimrunner ...
...der sich noch ganz lange über seinen 1. Marathon freut...

Moori
14.08.2003, 10:38
Hi Kirchheimrunner,

binziemlich neu im Forum und gerade auf deine Laufstrecken gestoßen.

Beeindruckt hat mich der Bericht vom Halbmarathon.

Deine Steigerung von 2:03 auf 1:43, Hut ab.

Aber vielleicht kannst du mir, nachdem du ja ein erfahrener Läufer bist, einen Tipp geben wie ich mich auf einen HM in 5 Wochen vorbereiten soll.
Den will ich in unter 1:50 laufen (bisher im März 2:00 ziemlich flach und im Juni 1:54:35 profiliert auf Kies.

Bin für jeden Tipp dankbar.

Gruß Moorbilato

PS: Deine Streckenberichte: sagenhaft!

running_birdy
14.08.2003, 13:21
Servus Moorbilato,

Kirchheimrunner ist für die nächsten 3 Wochen in Urlaub. Schreibe ihm doch eine PM.

Gruss

running_birdy

Moori
14.08.2003, 13:44
Original von running_birdy:
Servus Moorbilato,

Kirchheimrunner ist für die nächsten 3 Wochen in Urlaub. Schreibe ihm doch eine PM.

Gruss

running_birdy






Danke running-birdy

Gruß

Moorbilato