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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wieviel Bodenfreiheit brauche ich in der Praxis? Wie ist das bei Euren Rollern?



Erniedee
23.10.2014, 01:13
Hallo Community,

Zum Thema "Bodenfreiheit" habe ich noch keine systematische Darstellung gefunden, obwohl das Thema sporadisch in diversen Beiträgen auftaucht. Also ich denke, das Thema verdient mal einen eigenen Thread...

Die Anschaffung meines neuen Rollers steht kurz bevor :-)
Zur Zeit vergleiche ich noch relevante Parameter.

Sehr gut gefällt mir der Kostka Racer 3 (das ist das Modell von 2014). Die Bodenfreiheit wird mit 35 mm angegeben. Ist das für den Betrieb auf üblichen Fahrradwegen, Straßen und dem Übergang zwischen Fahradweg & Straße (wo es eventuell Unebenheiten und kleine Absätze gibt) ausreichend?

Der zweite Roller in der engeren Wahl (das Kickbike Race Max 20) hat laut Herstellerangabe eine Bodenfreiheit von 37 mm, kann aber durch die zweite Aufnahhme für die Hinterradnahme noch höher gestellt werden....

Mein Favorit ist der Kostka Racer 3, aber ich habe Bedenken ob ich auf der Straße mit der Bodenfreiheit zurechtkomme, ohne ständig aufzusetzen - auch Fahrradwege sind ja nie 100% eben.

Für die Fahrt auf Wald- und Feldwegen werde ich diesen Roller eher nicht einsetzen; für diese Zwecke kommt dann mein anderer Roller zum Einsatz.

Also: wie ist die minimale Bodenfreiheit für das Fahren auf Straßen und Radwegen? Welche Bodenfreiheit empfindet Ihr als optimal? Bei einem Rennroller ist es ja eigentlich günstig, wenn das Trittbrett niedrig ist, aber wie überall gibt es wohl auch hier vernünftige Grenzen...

Danke schon mal für Eure Antworten!

Lieben Gruß.... Ernie

GregorPB
23.10.2014, 09:48
Und diese Grenzen sind ziemlich individuell.
Zuerst Hallo, Ernie.
Einige hier werden Dir etwas von mindestens 6 cm erzählen, ich bin eher Vertreter der Lowrider-Fraktion.

Ich finde 35 mm Bodenfreiheit absolut ausreichend.
Hat eine Wurzel den Radweg angehoben oder hat der Pflasterer einen Weg kurz vor Feierabend verlegt, wirst Du damit aufsetzen. Ich kenne auf deutschen Radwegen aber auch solche Stellen, wo 60 mm nicht ausreichen würden.

Das Fahrergewicht drückt ausgerechnet die Kostkas nochmal ein paar Millimeter nach unten, was das Kickbike (fast) nicht kennt.
Der größte Unterschied zwischen beiden ist aber die Standhöhe, die beim Kickbike ganz erheblich höher ist.

Ich empfehle wirklich eine vergleichende Probefahrt, auch wenn ich weiß, dass das fast nirgends möglich ist. Beide Modelle fühlen sich ganz unterschiedlich an wegen Geometrie und Stabilität.

MrVeloC
23.10.2014, 09:58
Moin und erst einmal Hallo :hallo:

Da hat Gregor wirklich recht, die Grenzen sind ziemlich fließend! Hier bei uns in der Ecke sind 70 mm manchmal schon zu wenig und 100 mm manchmal angesagt!

Kommt wirklich auf deine Umgebung an!

Ich würde hier nie mit dem Racer über Radwege und durch die City fahren. Da sitze ich öfter auf Grund als ich fahre!

Viele Grüße

Olaf

Onkel Manuel
23.10.2014, 10:12
Mibo Geroy 26/20 2013: 5cm Bodenfreiheit mit den Schwalbe Marathon Supreme 1.6, im Alltag soweit kein Problem. Aufsitzen tut er nur, wenn man in der Kurve über abgesenkte Bordsteine oder Wurzelverwerfungen im Asphalt fährt.

6cm Bodenfreiheit mit den Schwalbe BigApple 2.15, der eine Zentimeter mehr ist zwar anstrengender zu fahren, aber man hat bei Hindernissen fast null Probleme und die Reifen dämpfen schlichtweg mehr, der Fahrkomfort ist deutlich höher als mit den Supreme 1.6 auf 6 Bar... :daumen:

Also mir persönlich wären die 3,5cm deutlich zuwenig, aber das kommt ja auch auf die Trittbrettbreite an...

RazorRamon
23.10.2014, 10:24
Wenn ich nur einen einzigen Tretroller hätte, dann sollte der schon mehr als 3-4 cm Bodenfreiheit haben, um nicht schon bei kleinsten Erhebungen der Fahrbahn aufzusetzen.

Mein zum Racer umgebauter Kostka hat mit 28 mm breiter Rennbereifung knapp über 5 cm Bodenfreiheit und setzt trotzdem ab und zu bei Unebenheiten auf, die ich gar nicht wahrgenommen hatte. Trotzdem kann ich damit auch noch schlechtere Wege fahren und halte ihn auch für alltagstauglich. 3,5 cm Bodenfreiheit bei einem Kostka-Rahmen kann für reine Asphaltrennen eventuell noch ausreichen, im Alltag wirst Du damit ziemlich sicher unglücklich werden!

slyberryfox
23.10.2014, 11:27
GregorPB hat es auf den Punkt gebracht. Das ist eine Frage der Anwendung. Bei manchen auch des Glaubens.


Also ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, ein serienbereiftes Kickbike Race Max 20 reicht mit seiner Bodenfreiheit auf Teer absolut aus. Ich würde es sogar für uneingeschränkt alltagstauglich einstufen: Ich fahre damit auch ab und an in der Stadt und habe nur am Anfang ein paar mal aufgesetzt, wenn ich einen Bordstein unterschätzt habe.


Die Bodenfreiheit korreliert mit der Trittbretthöhe. Je nach Modell mehr oder weniger. Ein niedriges Trittbrett bedeutet einen biomechanischen Vorteil. Man fährt schneller und vor allem ermüdungsfreier. Ich sehe auch einen Vorteil, was die Belastung des Kniegelenkes angeht.


Mehr als 4,5 cm Bodenfreiheit braucht man meiner Erfahrung nach nur im Wald.

Du solltest außerdem bedenken, dass man die Trittbretthöhe durch die Reifen variieren kann.


Der Kostka Racer 3 finde ich persönlich interessant und werde ihn demnächst auch mal zur Probe fahren. Er ist, denke ich eher etwas für leichte Fahrer.

Kollo
23.10.2014, 15:24
Ich habe ca. 4-4,5cm Bodenfreiheit an meinem Race Max und damit setze ich nur selten mal auf. Für einen Roller, der überwiegend auf gepflasterten Wegen und Asphalt unterwegs ist, reicht das. Man wird immer mal an Stellen kommen, über die man den Roller rüberheben muß, um nicht aufzusetzen. Ein kleiner Aufsetzer ist aber auch nicht wirklich schlimm.

frog'n'roll
23.10.2014, 21:44
GregorPB hat es auf den Punkt gebracht. So ist es!


Also ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, ein serienbereiftes Kickbike Race Max 20 reicht mit seiner Bodenfreiheit auf Teer absolut aus. Ich würde es sogar für uneingeschränkt alltagstauglich einstufen... Ich kann jetzt nur von meinem ursprünglichen 28/18- und vor geraumer Zeit zum 28/20 umgebauten Race Max sprechen: In der oberen Aufhängung (also geringere Bodenfreiheit) ist er nicht alltagstauglich. Diese Einstellung geht nur für Rennen. Die untere Aufhängung (also erhöhte Bodenfreiheit) funktioniert dagegen auch auf rauheren Straßen ganz gut.

Gruß, Steffen

Teffmann
23.10.2014, 23:39
Fahre den Kostka unbedingt Probe.

Ich habe es getan. Mit meinen 100 KG gibt der so deutlich nach, dass er bei der allerkleinsten Bodenwelle unangenehm - d.h. vorne - aufsetzt.

Das Kickbike soll steifer sein. Der 28/20 läuft aber wohl aus, da solltest Du Dich beeilen.

Versuche doch ggf. einen 2013er Kostka Racerrahmen zu bekommen, der hat für den beschriebenen Verwendungszweck ausreichende Bodenfreiheit. Aufbau dann nach mit Ausstattung nach Budget beim örtlichen Bikeshop oder in der eigenen Garage.

Rahmen der Tretroller KOSTKA RACER | KOSTKA (http://de.kostka-kolobka.eu/zbozi/0100000000003908-rahmen-der-tretroller-kostka-racer/) (frage aber nach ob die vorrätigen Rahmen 2014er oder 2013er sind).

Wenn Geld "keine" Rolle spielt empfehle ich den Effendi RTR4 28/20. Sehr steif und Bodenfreiheit je nach "Radaufhängung hinten" zwischen 4 und 6 cm. Wegen des flachen Trittbretts aber stets eine sehr tiefe Stehposition. Der Rahmen kommt aber um die 1000 €

http://www.effendibikes.de/

zu kaufen gibt es den hier: AGRESTI RACING, Handmade in Hessen - Start (http://www.agresti.de/)

albgammler
24.10.2014, 19:43
kostka? kenn ich nicht! braucht man die?

RazorRamon
24.10.2014, 23:06
Ich brauche meine 3 Kostka, bildschöne Stahlrahmen, gutes Preis-Leistungsverhältnis, ausgezeichnete Lackierung, sehr gute Verarbeitung.
Ausgezeichnete Basis für schöne Umbauten!
24739

Sunseeker72
25.10.2014, 21:00
Hab mal gemessen. Am Kostka Tour Twenty Six 3 mit Black Jack Reifen sind es 55mm Bodenfreiheit. Mit vorausschauendem Fahren komme ich überall durch, auch Downhill durch den Wald. Das Aufsetzten auf einer Wurzel tut dem Roller nicht weh. Bei hohen Bordsteinkanten fahr ich mit Speed runter und bei abgesenkten Bordsteinen geht es in der Regel unabhängig von der Geschwindigkeit problemlos rauf und runter. Einzig bei Rampen, z.B. an kleinen Brücken, setz ich öfters unerwartet auf. In dem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, inwieweit die Trittbrettlänge und der Radstand bei der Bewertung der Bodenfreiheit relevant sind.

brnrd
25.10.2014, 21:08
In dem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, inwieweit die Trittbrettlänge und der Radstand bei der Bewertung der Bodenfreiheit relevant sind.
Ja, sind sie. (Thema hatten wir ja schon mehrmals.) Außerdem: unbelastete – belastete Bodenfreiheit, Fahrergewicht, Steifigkeit/Elastizität der Rahmen/Trittbrettkonstruktion.