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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wochenumfang vs. Wettkampfzeit



SKTönsberg
27.11.2014, 22:04
Hallo,
ich würde gerne wissen was ihr für Trainingsumfänge und daraus resultierende Wettkampfzeiten oder Vdot habt. Ich habe das Gefühl einige meiner Laufkollegen sind da nicht so ganz ehrlich. Der eine läuft angeblich 170km/Woche, der andere kann das nach eigener Aussage mit 2 mal Laufen in der Woche.
Angabe von Alter und Geschlecht wäre natürlich hilfreich.
Würde mich interessieren, ob mein Training effektiver oder uneffektiver im Vergleich zu anderen Läufern ist.

Gruß Jan :winken:

Infest
27.11.2014, 22:25
Hey Jan,

Gutes Thema. würde mich auch interessieren und wenn viele mitmachen kann man daran evtl. einen Anhaltspunkt bekommen, was eine Umfangsteigerung für einen persönlich bringen würde.

Bei mir sieht es so aus /24m:

Umfang <10k = 10k circa 45
Umfang ~20k = 10k circa 42
Umfang 25k mit 1x Intervall / TDL pro Woche = 10k circa 40
Umfang 40k mit 1x Intervall / TDL und ein längerer Lauf = 10k circa 38

40k bin ich diese "Saison" gelaufen im Schnitt , manchmal auch mit 2x Intervall pro Woche und einem längeren Lauf. Habe diesen Umfang circa von Juli-Oktober aufgebracht und die 37:47 dann im Oktober gelaufen. Allerdings muss man sich auch die Frage stellen, inwieweit sportliche Betätigung neben Laufen noch Nutzen bringt. Bei mir ist es so, dass ich , wenn ich nicht laufe (was an 4-5 Tagen der Fall ist) dann Bodyweight Training mache, also Liegestütze, Situp, Burpees und und. Wird wohl auch eine Rolle spielen.

Habe aktuell schon den Umfang auf circa 50k pro Woche erhöht und werde ab Dezember dann mit circa 60k pro Woche und bis zu 75k Peakzeiten den Umfang deutlich erhöhen. Geplantes Ziel über 10k ist dann 36 oder darunter.

mtbfelix
28.11.2014, 07:50
Moin,
Du kannst mit einem Umfang von 10km pro Woche eine Wk-Zeit von 45min laufen??
Immer diese Talente hier!!
Ich steigere meinen Umfang moderat, aber stetig. Bin derzeit bei 35-50km pro Woche. Aufgeteilt auf 3-4 Läufe, bei 1*IV oder sonstige Tempoeinheit.
M, 28Jahre
Wk-Leistungen:
5km: ~20min
10km: ~43min
HM: ~01:40h

triaflo
28.11.2014, 08:31
Moin,
Du kannst mit einem Umfang von 10km pro Woche eine Wk-Zeit von 45min laufen??


Mit 24, sonst sportlich und bisschen Talent geht das doch...

Steffen42
28.11.2014, 08:54
Würde mich interessieren, ob mein Training effektiver oder uneffektiver im Vergleich zu anderen Läufern ist.


Effizienter oder wenig effizient meinst Du wohl eher. Effektiv ist Dein Training meistens, wenn Du Dein Ziel erreichst.

Ich habe hier mal eine Tabelle gesehen mit Wettkampfzeiten auf die Marathondistanz und die dafür eingesetzten Wochen-KM. Das fand ich ganz spannend, aber später betrachtet: so what. Ich bin mit Mitte 20 ohne nennenswertes Training die 10km in 45min gelaufen, Jahre später mit lächerlichem Training um die 48min. Und? Effizienz deutlich schlechter. Heute laufe ich mit Mitte 40 die 10km unter 40min und brauche dafür 50-70km die Woche. Vielleicht ginge es aber auch mit 40km mit besser strukturiertem Training, ein wenig Gewicht weniger.
Was ich damit sagen will: was Du selbst daraus herleiten kannst, wieviel andere in ihr Training stecken und was dann dabei rauskommt, das ist zweifelhaft. Es sind halt wesentlich mehr Parameter im Spiel als nur die Anzahl der km pro Woche. Sicherlich gibt es einen Zusammenhang von mehr Kilometern zu besseren VDOTs, aber das wird sicher keine lineare Funktion sein.

Infest
28.11.2014, 09:51
Grundsätzlich ist es so, wer bis zu einem gewissen Punkt gute Leistung bringen möchte, dem kann ich empfehlen z.b bei 3-4 Einheiten pro Woche mit 30-40k max mindestens 1x hartes Intervall, 1x langer Lauf, 1x normal und/oder 1x 1 TDL oder nochmal Intervall. Damit kann man bis zu einem gewissen Punkt schon gute Leistung bringen. Allerdings wird man dabei schnell auf ein Plateau treffen und sich nicht mehr steigern können, da der Umfang viel zu niedrig ist für die Intensität der Intervalle. Bis zu diesem Punkt x ist das Trainingv allerdings dann effizient imho.

Ansonsten ja, spielen viele mehr Paramter rein

blende8
28.11.2014, 10:30
Das was Infest schreibt, kann ich für mich bestätigen.
Ich habe meinen Umfang nur sehr moderat gesteigert.
2012: 42 km
2013: 46 km
2014: 50 km

Damit komme ich jetzt so langsam an das Plateau.
Dieses liegt bei mir:
M45, 50 km, 10er Zeit ca. 40 min.

fedex
28.11.2014, 10:58
Es sind halt wesentlich mehr Parameter im Spiel als nur die Anzahl der km pro Woche. Sicherlich gibt es einen Zusammenhang von mehr Kilometern zu besseren VDOTs, aber das wird sicher keine lineare Funktion sein.

Das sehe ich auch so. Das liegt am abnehmenden Grenznutzen der gelaufenen Kilometer.
Wenn man eine Aussage über die Effizienz seines Trainings machen möchte, braucht man mMn mindestens zwei Wettkampfzeiten und die jeweils gelaufenen Wochenkilometer. Dann kann man wenigstens den prozentualen Anstieg der gelaufenen Wkm mit der prozentualen Verbesserung der Wettkampfzeit vergleichen.
Und kommt zu Aussagen wie: Mit 10% mehr Wkm konnte ich meine 10km Wettkampfzeit um xx% verbessern.

Steffen42
28.11.2014, 11:12
Das sehe ich auch so. Das liegt am abnehmenden Grenznutzen der gelaufenen Kilometer.
Wenn man eine Aussage über die Effizienz seines Trainings machen möchte, braucht man mMn mindestens zwei Wettkampfzeiten und die jeweils gelaufenen Wochenkilometer. Dann kann man wenigstens den prozentualen Anstieg der gelaufenen Wkm mit der prozentualen Verbesserung der Wettkampfzeit vergleichen.
Und kommt zu Aussagen wie: Mit 10% mehr Wkm konnte ich meine 10km Wettkampfzeit um xx% verbessern.

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber so richtig viel kann ich aus der Aussage mit den 10% auch nicht für mein künftiges Training ableiten. Weitere 10% Steigerung könnten mich in ein Loch fallen lassen.
Ein bekanntes menschliches Phänomen ist ja, dass man immer versucht, Dinge anhand eines einzelnen, isolierten, Parameters zu erklären.

Ich hab im Sub 39 Faden vom neuen Buch 80/20 von Fitzgerald berichtet. Der versuchte sich ja an der These: mach mehr, aber das langsamer. Das gelingt anfangs im Buch noch ganz gut, aber zum Ende hin verwässert er seine These schon selbst sehr gut mit dem Ende: "eigentlich ist es egal, weil eh jeder individuell verschieden ist". Nun gut.

Zweifelsfrei steht sicher fest:

- dass mehr Training sehr wahrscheinlich hilft bis zu einem gewissen Punkt (siehe D-Bus' Signatur)
- dass spezifisches und abwechslungsreiches Training sehr viel hilft
- dass weniger Körpergewicht/Körpergewicht sehr viel hilft
- dass Lauferfahrung hilft
- dass Talent/eine gute Genetik (was auch immer das ist) eine gute Basis darstellt. Also im Sinne Verletzungsresistenz und ich bin auch überzeugt, dass jeder seinen "Basis-VDOT" mitbringt, den er abliefern kann ohne jedes Training
- ...

fedex
28.11.2014, 11:48
@Steffen42: Ich bin da im Prinzip ganz bei dir. Monokausale Erklärungen helfen einem nur sehr bedingt weiter.
Trotzdem ist die Frage, wie effizient man trainiert berechtigt und jeder Läufer/Sportler wird sie sich stellen.
Da hilft es dann auch nicht weiter nur auf die vielen verschiedenen Faktoren hinzuweisen, sondern man sollte möglichst viele von ihnen bei der Einschätzung des eigenen Trainings berücksichtigen. Irgendwie muss man ja zu einer Antwort kommen.


Ich hab im Sub 39 Faden vom neuen Buch 80/20 von Fitzgerald berichtet. Der versuchte sich ja an der These: mach mehr, aber das langsamer. Das gelingt anfangs im Buch noch ganz gut, aber zum Ende hin verwässert er seine These schon selbst sehr gut mit dem Ende: "eigentlich ist es egal, weil eh jeder individuell verschieden ist". Nun gut.

Eure Diskussion fand ich interessant. Ich bin viel Zug gefahren und habe das Buch dann auch gelesen.:zwinker2:

Ich verstehe seinen Hinweis auf die individuellen Charakterika jedes Läufers am Ende des Buch anders. Das 80/20 Prinzip nennt er ein popolation optimum, es ist also ein statistischer Durchschnittswert. Dieses Prinzip sollte sich jeder Läufer aneignen, um optimale Trainingsergebnisse zu bekommen. Aber deswegen gibt er sein Prinzip nicht auf. Nur sind das population optimum und das individual optimum nicht identisch. Aber in den meisten Fällen liegt das individuelle Optimum sehr nahe beim 80/20 Verhältnis und man sollte sich an den Trainingsprinzipien des Buches orientieren. Nur bei Einzelfällen ist die Differenz tatsächlich signifikant. So verstehe ich zumindest seine These.

Steffen42
28.11.2014, 12:24
@fedex: wir sind inhaltlich zu 99% beisammen.

Ich hab das 80/20-Buch hier in den Ring geworfen, genau vor dem Hintergrund der ursprünglichen Frage: hilft mehr mehr oder bin ich bereits effizient unterwegs? Dazu: "ja, hilft aller Wahrscheinlichkeit nach bis zu einem Punkt" und eigentlich: egal, weil es uns Läufern ja auch Spaß macht. Wir werden ja nicht nach der Ratio "Eingesetzte WKM pro VDOT" bezahlt. Hätte ich die Zeit und die Robustheit eines Profiläufers würde ich vermutlich auch die doppelten Wochenumfänge laufen wollen. Einfach weil es total viel Freude macht.

fedex
28.11.2014, 12:45
Also wenn ich nochmal darüber nachdenke, sollte man die Frage nach der Effizienz des Trainings vielleicht anders stellen. Die Quantität des Trainings ist hier nicht wirklich ein guter Anhaltspunkt. Der Läufer mit weniger Kilometern wird tendenziell immer effizienter sein, einfach wegen des abnehmenden Grenznutzens der zusätzlichen Kilometer. Ausnahmen gibt es bestimmt auch, besonders wenn die zusätzlichen Kilometer eine weitere Qualitäts-Einheit ermöglichen.
Interessanter ist für mich der Vergleich zwischen Läufern mit nahezu identischen Wochenkilometern. Dann kann man sich die Zusammenstellung des Trainings genauer ansehen und schauen, welche Kombination effizienter ist. (wenn man die anderen Variablen nicht komplett ausblendet.)

Candide74
28.11.2014, 14:23
Irgendjemand hatte hier glaube ich mal ein Scatter-Diagramm mit Wochen-KM und 10er Zeit (oder Mara) gepostet, das war ganz interessant. Finde das Posting aber beim besten Willen nicht mehr, ist ein paar Jahre her glaube ich.

hardlooper
28.11.2014, 14:38
Gar nicht mal so einfach.
Wie sollen die Daten aufbereitet sein?
Wie viele Wochen vor dem Wettkkampf?
Auflisten oder Durchschnitt?
Tapering rein oder raus?
Ergänzend die km der letzten 12 oder 24 Monate oder nicht erwähnen?

Knippi

D-Bus
28.11.2014, 15:04
Umfang <10k = 10k circa 45
Umfang ~20k = 10k circa 42
Umfang 25k mit 1x Intervall / TDL pro Woche = 10k circa 40
Umfang 40k mit 1x Intervall / TDL und ein längerer Lauf = 10k circa 38

Habt Ihr mal im sub-60-Faden quer gelesen? Die Leute da laufen idR auch über 30 km/Woche, und erzielen damit 10er Zeiten von ca. 55 - 70 min. Nur mal so nebenbei erwähnt.

lukasz1985
28.11.2014, 15:15
Habt Ihr mal im sub-60-Faden quer gelesen? Die Leute da laufen idR auch über 30 km/Woche, und erzielen damit 10er Zeiten von ca. 55 - 70 min. Nur mal so nebenbei erwähnt.

Das hängt wirklich inviduell von jedem einzelnen ab. Infest z.B hat ja auch schon ein Level erreicht, bei dem fast ohne TRAINING (natürlich nicht auf Ewigkeit) immer noch Zeiten wie Sub 45 drin sind. Allerdings kam er auf das Niveau mit sicherheit nicht mit 10 WKM sondern er musste am Anfang deutlich mehr WKM machen.

runtasia
28.11.2014, 15:29
Das hängt wirklich inviduell von jedem einzelnen ab. Infest z.B hat ja auch schon ein Level erreicht, bei dem fast ohne TRAINING (natürlich nicht auf Ewigkeit) immer noch Zeiten wie Sub 45 drin sind. Allerdings kam er auf das Niveau mit sicherheit nicht mit 10 WKM sondern er musste am Anfang deutlich mehr WKM machen.

Und ob das individuell ist! Manche laufen einen Marathon beim ersten Antritt unter 3 Stunden mit geringstem Aufwand, andere schaffen das auch nicht mit 200km/Woche! Deshalb ist auch ein Vergleich "so viel soll man trainieren, wenn man das und das erreichen möchte" nicht wirklich sinnvol und schon gar nicht ratsam. Da werden manche nur unglücklich! Besser wäre: mit welchem Trainingsumfang schaffe ich die bestmögliche Leistungssteigerung, ohne mich dabei zu überfordern!

zu meiner Person: 42 Jahre, 73kg
aktueller Trainingsumfang: eher 2 als 3x/Woche gemütliches Laufen bis 1h
aktuelle 5km-Zeit (September 2014): 0:20:15

D-Bus
28.11.2014, 15:34
Das hängt wirklich inviduell von jedem einzelnen ab.

Genau das war mein Punkt. FYI, hier ist noch ein Beispiel von 35:14 mit 30 - 40 Wkm (http://forum.runnersworld.de/forum/foren-archiv/21975-das-1-mal-marathon-unter-3-stunden-wie-gut-waren-eure-unterdistanzzeiten-3.html#post446034), und hier eine alte Umfangsdiskussion (http://forum.runnersworld.de/forum/duelle-2011/63044-gentlemen-2011-a-29.html).

Laufschlaffi
28.11.2014, 15:34
Habt Ihr mal im sub-60-Faden quer gelesen? Die Leute da laufen idR auch über 30 km/Woche, und erzielen damit 10er Zeiten von ca. 55 - 70 min. Nur mal so nebenbei erwähnt.

Du hast es mal wieder sehr direkt und treffend auf den Punkt gebracht. :nick:

aghamemnun
28.11.2014, 15:47
So einfach kann ich das nicht beziffern. Da ich zu diesen bemitleidenswerten Zeitgenossen gehöre, die dazu neigen, sich immer mal wieder zu verletzen, bleibt mir im Prinzip nur eins: Umfänge unabhängig von Wettkampfzielen ganzjährig hochhalten, eher wenig Tempoanteil. Weniger wichtige Wettkämpfe als Ersatz für die wenigen Tempoeinheiten aus dem normalen Grundlagentraining heraus laufen und vor wichtigen Wettkämpfen einige Wochen lang spezifischer zu trainieren versuchen. Aber die Umfänge bleiben generell oben, und bei den normalen Dauerläufen wird auch nicht getrödelt. So ähnlich würde es Brad Hudson für Leute wie mich empfehlen.

Ach ja, was kommt eigentlich dabei rüber? Über 10 km Zeiten zwischen 36:30 und 37:30 bei durchschnittlich um die 90 km/Woche in 5-9 Einheiten. Marathon bisher 2:52 bei etwa gleichen Umfängen. Mit anständigem Training (d.h. mehr spezifisches Tempo bei gleichen Umfängen) wären sub 36 sicher, sub 2:50 vermutlich machbar.

fedex
28.11.2014, 17:16
Habt Ihr mal im sub-60-Faden quer gelesen? Die Leute da laufen idR auch über 30 km/Woche, und erzielen damit 10er Zeiten von ca. 55 - 70 min. Nur mal so nebenbei erwähnt.

Das ist zwar richtig, sagt aber erstmal nichts über die Effizienz des Trainings aus.
Infest und andere Läufer haben einfach viel bessere Voraussetzungen, so dass sie auch bei gleicher oder sogar schlechterer Effizienz ihres Trainings locker bessere Zeiten laufen als ich oder andere SUB60 Kandidaten.

alcano
28.11.2014, 17:38
Infest und andere Läufer haben einfach viel bessere Voraussetzungen, so dass sie auch bei gleicher oder sogar schlechterer Effizienz ihres Trainings locker bessere Zeiten laufen als ich oder andere SUB60 Kandidaten.

Da spielen dann aber vor allem auch Faktoren wie die aktuelle Fitness bzw. Voraussetzungen zu Beginn der Laufkarriere eine Rolle, meine ich. Für manche ist 2x die Woche Tennis/Squash/Fitnesscenter/... "kein Sport" und sie machen nebenbei noch jeden Tag 50 Liegestützen oder 10 Klimmzüge vorm Frühstück. Andere wiederum haben 20kg Übergewicht und 10 Jahre wirklich gar keinen Sport betrieben und schaffen vielleicht gerade mal 5 Liegestützen (auch wenn diese natürlich wenig über das "Lauftalent" aussagen, so können solche Zahlen aber doch zumindest einen Hinweis in Richtung Fitnesszustand geben).

Ohne die individuelle Vorgeschichte eines Läufers zu kennen (jemand, der 15 Jahre Fussball gespielt hat, hat nun mal eine ganz andere Grundlagenausdauer als jemand, der Sport nur aus dem Fernseher kennt), sind solche Zahlen für mich daher einfach nur in sehr beschränktem Masse aussagekräftig.

Infest
28.11.2014, 18:07
Das hängt wirklich inviduell von jedem einzelnen ab. Infest z.B hat ja auch schon ein Level erreicht, bei dem fast ohne TRAINING (natürlich nicht auf Ewigkeit) immer noch Zeiten wie Sub 45 drin sind. Allerdings kam er auf das Niveau mit sicherheit nicht mit 10 WKM sondern er musste am Anfang deutlich mehr WKM machen.

Ja das stimmt, womit man natürlich wieder beim Punkt von Steffenn ist. Da spielen dann Punkte wie Erfahrung etc. rein. Ein Läufer, der ein gewisses Niveau in seiner Karriere erreicht hat, kann dies auch mit viel viel geringerem Umfang ansatzweise reproduzieren, da der Körper den "Memory-Effekt" besitzt. Kennt sicher jeder selbst. Pauschal würde ich persönlich sagen, wenn ich mal ein bestimmtes Ziel erreicht habe, bei mir konkret 10k unter sub38, hat es mich beim ersten Mal sagen wir 6 Monate Training gekostet, und wenn ich das irgendwann "nicht so fit" wieder reproduzieren möchte, kann ich das eventuell sogar in 3-4 Monaten wieder schaffen. Also der Körper kann die benötige Leistung schneller aufbauen, da man schon einmal dieses Niveau hatte. Vorausgesetzt auch hier, dass es nicht Jahrzehnte her ist, sondern sagen wir ein paar Jahre. Denn Alter spielt natürlich auch eine Rolle.

Eine sinnvolle Vergleichbarkeit untereinander hier kann man imho nur mit dem Vorschlag von fedex herstellen:



Wenn man eine Aussage über die Effizienz seines Trainings machen möchte, braucht man mMn mindestens zwei Wettkampfzeiten und die jeweils gelaufenen Wochenkilometer. Dann kann man wenigstens den prozentualen Anstieg der gelaufenen Wkm mit der prozentualen Verbesserung der Wettkampfzeit vergleichen.

Auch hier vorausgesetzt, dass die unterschiedlichen Leistungen mit unterschiedlichen Fitness-Zuständen nicht Ewigkeiten auseinander liegen. Dann kann man zumindest für sich erkennen x % Umfangsteigerung verspricht mir "aktuell" x % bessere Zeit.

Plattfuß
06.12.2014, 13:26
....Da spielen dann aber vor allem auch Faktoren wie die aktuelle Fitness bzw. Voraussetzungen zu Beginn der Laufkarriere eine Rolle, meine ich.

Meine Vita bietet ein schönes Beispiel:

Mit 17- 25 Jahren: 180cm/ ca 63kg

Training 3x/ Woche:
1x 10km (so schnell es geht)
1x 15km (= 3x 2000m IV)
1x 10km
= ca 30- 35km/ Woche. Viel Krafttraining.

Effiziens schlecht, zu intensiv zu wenig Wochen- km oft verletzt.

WK- Ergebnisse:

ca. 45min über 10km PB 43:03
Über 5km noch besser: PB 19:30





Mit 35- 48 Jahren: 180cm ca 72kg

Training:

4- 5x/ Woche 6- 15km IV Lala TDL Rekomp

ca 45 km/ Woche. Radfahren Schwimmen Crossfit

Effiziens schon besser, mehr als 50km/ Woche physisch nicht zu leisten.

WK Ergebnisse:
ca 55min/10km PB 51:09.
Über 5km etwas besser: ca 25min. PB 23:59


Fazit: Das Alter spielt sicher die größte Rolle, aber auch das Körpergewicht.

D-Bus
06.12.2014, 13:42
Hätte ich die Zeit und die Robustheit eines Profiläufers würde ich vermutlich auch die doppelten Wochenumfänge laufen wollen. Einfach weil es total viel Freude macht.

Meine Rede.

Hier mal ein paar Bilder von runnersworld.com (http://www.runnersworld.com/race-training/runners-with-more-training-miles-finish-marathons-faster) (Marathonzeit vs. Wochenumfang in Meilen):

25863

25865

Stützredli
10.12.2014, 09:52
Bei mir ist die Kurve relativ eindeutig und flacht langsam stark ab (2014 30 Jahre jung, 176, 64kg)

2012 - 2-3 Trainings wöchentlich, d.h. 20-35km reichten für eine 39:18
2013 - 4-5 Trainings wöchentlich, d.h. 50-70km reichten für eine 37:34
2014 - 6 Trainings wöchentlich, marathonspezifisch, d.h. 90-100km, reichten im Trainingslauf für eine tiefe 36er. Mehr bin ich nicht gewillt da rein zu stecken, von dem her wird auch nicht mehr viel mehr drinliegen. Nach fast zwei Monaten Pause (Trekking/Bergsteigen in Nepal) habe ich die letzten 6 Wochen je 5 spezifische 10k-Trainings gemacht (~65 WKm) und bin sehr gespannt, was am Sonntag drinliegt. Ich tippe auf eine hohe 36er (das Ding hat aber fast 100 HM drin).

Hannover-Runner84
20.12.2014, 17:26
Man kann nicht sagen, dass hohe Umfänge auf eine bessere Zeit hinschließen.
Ich habe Ende Dezember des letzten Jahres mit dem Laufen begonnen und bin 30 Jahre alt.
Dieses Jahr habe ich bis Heute 2.145Km abgespult, was rechnerisch 41,25Km/Woche bedeutet.
Zeiten dieses Jahr: 10KM 34:04;
2,5KM 07:19Min.
HM 1:21:01 hatte noch einen mit verlaufen (knapp 22,6Km auf der Uhr mit 1:21:09)
5KM 16:56 Min.
1KM 02:31 Min.

Ich kenne Läufer die 100Km und mehr die Woche laufen, es aber nicht auf Sub 38Min auf 10Km bringen.
Ohne Talent bringen die Umfänge nichts.

Rumlaeufer
20.12.2014, 17:52
Hallo,

Das Thema klingt interessant, und deshalb beteilige ich mich auch gerne

Also, ich bin 51 Jahre alt und bringe bei 1,90 m ca. 78 (+/- 1) kg auf die Waage. Dieses Jahr bin ich verletzungsbeingt erst ab Mitte Februar wieder richtig ins Laufen gekommen und habe dann etwa 70 -90 km/Woche trainiert. Resultate im 1. HJ beim Hermann eine Zeit von 2:35:16, bei den Riesenbeck Sixdays (120 km / 1.360 Hm) 9:29:26 und beim Halbmarathon in Löningen bin ich 1:28:13 gelaufen. Im Juli bin ich in Bersenbrück einen 10'er in 41:21 gelaufen, und im Herbst habe ich mit einer Vorbereitung um 100 km/Woche einen schnellen Marathon versucht, bei dem dann im Oktober in Oldenburg wg. einer leichten Infektion nur eine 3:24:55 herausgekommen ist. Naja, insgesamt etwas durchwachsen und wahrscheinlich nicht sehr aussagekräftig.

Jhony
20.12.2014, 22:17
@hannover-runner84

Respekt krasse Zeiten und dass nach einem Jahr!
Was hast du vorher für einen Sport gemacht?
Trainierst du regelmäßig Tempo d.h nach Plan oder nur nach Lust und Laune?




LG Jhony

Hannover-Runner84
02.01.2015, 15:42
Hallo Jhony,

Danke für die Blumen :)

ich hab die ersten 6 Monate nur nach eigenem Empfinden trainiert. Und ab Juli hab ich mich einem Leichtathletikverein angeschlossen, dort aber noch mit Freizeitcharakter, sprich ich kann die Wettkämpfe laufen auf die ich Lust habe und muss mich noch nicht großartig absprechen :-)
Vorher habe ich Judo, Karate in der frühen Kindheit, danach bzw. immer noch Sportschießen und bisschen Fitness.
Ich laufe viel im GA-1 Bereich und 2 Tempoeinheiten die Woche, wechselnd Fahrtspiel, Intervalle, TDL etc.

Commanche27
02.01.2015, 23:32
...ich hab die ersten 6 Monate nur nach eigenem Empfinden trainiert. Und ab Juli hab ich mich einem Leichtathletikverein angeschlossen, dort aber noch mit Freizeitcharakter, sprich ich kann die Wettkämpfe laufen auf die ich Lust habe und muss mich noch nicht großartig absprechen :-)
Vorher habe ich Judo, Karate in der frühen Kindheit, danach bzw. immer noch Sportschießen und bisschen Fitness.
Ich laufe viel im GA-1 Bereich und 2 Tempoeinheiten die Woche, wechselnd Fahrtspiel, Intervalle, TDL etc.


Puh, stark!

Jhony
03.01.2015, 15:03
Stark!! Da geht bestimmt noch einiges!
Ich sehe ein paar parallelen bei uns: Alter, 1 komplettes Laufjahr, wobei ich erst Mitte November begonnen habe gezielter zu trainieren! Wenn ich deine 10er Zeit nächstes jahr erreiche, wäre ich sehr zufrieden!

Liebe grüße

leviathan
03.01.2015, 16:59
Ohne Talent bringen die Umfänge nichts.

... und ohne Umfänge bringt das ganze Talent nicht viel. Ob Du´s glaubst oder nicht: Erfolg besteht vielleicht zu 20% Inspiration, aber eben zu 80% aus Transpiration. Das ist nicht nur im Sport so. Aber in Deinem Alter darf man ja mehr Erfahrungen vor sich haben :D

Talent scheinst Du ja zu haben, mach was draus...

aghamemnun
03.01.2015, 17:05
Erfolg besteht vielleicht zu 20% Inspiration, aber eben zu 80% aus Transpiration.
Jaja, ich weiß schon, dieser Spruch ist wirklich kaum noch zu toppen - aber Du hast nicht vielleicht zufällig doch noch mehr davon auf Lager?

blende8
03.01.2015, 19:07
Darf ich aushelfen?

"Das Tragische an jeder Erfahrung ist, dass man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte." (Nietzsche)

:D

RennFuchs
03.01.2015, 20:00
Darf ich aushelfen?

"Das Tragische an jeder Erfahrung ist, dass man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte." (Nietzsche)

:D

Mark Twain schreibt dazu: "Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."

auf den zweiten Blick ein klares Bekenntnis zu hohen Laufumfängen :zwinker5: