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Gutenberg1964

Allein unter Männern ;-)

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von am 15.03.2012 um 13:17 (906 Hits)
Der Eine oder die Andere wird sich jetzt fragen, was soll dass? Der Gutenberg ist doch selbst ein Mann. Ich denke im Laufe des Berichts wird klar was ich meine.

Seit Kurzem gibt es am Kiosk eine „neue“ Laufzeitschrift über und für Trailrunner. Nämlich das Trail Magazin. Dieses Magazin gibt es schon seit ein paar Jahren, allerdings bisher nur im Internet als PDF. Und wie gesagt seit Ende letzten Jahres alle zwei Monate druckfrisch am Kiosk. Kann ich euch übrigens wärmstens empfehlen. Naja und die Macher dieses Magazins, Denis Wischniewski und Stephan Repke hatten für den letzten Sonntag über Facebook unter dem Motto „Das Trail-Magazin rockt die Schwäbische Alb“ zum Laufen eingeladen.

Also, was tut man/frau, wenn man sonntags nichts Besseres vor hat? Genau man/frau fährt nach Pfullingen bei Reutlingen. Und so standen wir (Jolly Jumper und ich), sowie 14 andere Trailrunner am Sonntag um 11.00 Uhr bei tief hängenden Wolken und Dauernieselregen am Ende einer Straße in Pfullingen. Kein optimales Wetter, wenn man bedenkt, dass es am Tag zuvor noch strahlenden Sonnenschein hatte. Aber wie heißt es so schön, es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung. Die Truppe war sehr bunt gemischt. Neben den beiden Organisatoren (Halbprofis) scharten sich Läufer aller Leistungsklassen, z.B. Marathon in 2:45, Ultraläufer aber auch Hobbyläufer die maximal 8 km laufen, um das Trailmobil. Neben Jolly war noch eine zweite Frau gekommen, sonst nur Männer. Auf dem Plan standen ca. 25 km mit ca. 1.100 Höhenmetern kreuz und quer auf Trails über die Schwäbische Alb.

Pünktlich um 11 Uhr hörte es dann auch auf zu regnen und wir setzten uns in Bewegung. Sofort vom Start weg war klar, dass dies keine Rentnergymnastikstunde werden würde , denn ab dem ersten Meter bis km 2,6 ging es bergauf. Aber nicht irgendwie, sondern gleich mal richtig heftig! 280 Höhenmeter auf 2,6 km auf mehr oder weniger schmalen Waldwegen die teilweise von Traktoren und Forstmaschinen „umgepflügt“ bzw. vom vielen Regen sehr aufgeweicht waren. Da gehen dann schon mal der Blutdruck und der Puls hoch. Apropos hoch, auch das Tempo war sehr hoch und uns wurde trotz der niedrigen Temperaturen ordentlich warm. Plötzlich bogen wir rechts ab und der Weg wurde zum Pfad und vom Pfad zum Trail. Und irgendwann war da nicht mal mehr ein Pfad. Quer durch den Wald, zwischen Bäumen und unter Sträuchern hindurch ging es immer der Nase nach. Man hat das Spaß gemacht. Am Aussichtsturm Schönbergturm gab es dann eine kurze Rast, damit sich die Gruppe wieder sammeln konnte. Leider war die Aussicht vom Turm so schlecht, dass man kaum die Läufer am Fuße des Turms erkennen konnte.

Weiter ging die wilde Hatz rauf und runter durch den vom Regen aufgeweichten Wald. Plötzlich tat sich vor uns ein Abhang auf. Rund 30 Höhenmeter waren da auf 20 Meter Luftlinie zu bewältigen! Praktisch im freien Fall über Steine, Äste und tiefes Laub ging es in die Tiefe . Eine echte Mutprobe. Insgesamt vernichteten wir auf 1,5 km ganze 225 Höhenmeter. Und wie es halt immer ist, wenn es irgendwo runter geht, ging auch gleich wieder bergauf. Bei Kilometer 10,5 verabschiedete sich die zweite Dame in unserer Riege mit ihrem Freund. Sie liefen wieder zum Ausgangsort zurück. Und plötzlich war Jolly die Henne im Hahnenkorb. Wer jetzt denkt „Oje die Arme“, liegt vollkommen falsch. Souverän lief sie mit und lies den einen oder anderen Herrn locker hinter sich. Sie war, an diesem Sonntag, die Heldin des Trails! Natürlich wurde sie auch vom Gripmaster mit allen nur erdenklichen Dopingmitteln (Ferrero Rocher und Kinderschokolade) versorgt.

Vorbei an der Nebelhöhle und dem Goldloch pflügte unsere Truppe über Wiesen und Wälder. Bei km 12,5 erreichten wir mit 820 Metern den höchsten Punkt der Strecke und die Trails führten uns die nächsten 5 km immer leicht auf und ab zum Schloß Lichtenstein und schließlich zur Burg Alt-Lichtenstein. Ich war während meiner Schulzeit das letzte Mal in dieser Gegend, wenn wir Schulausflug hatten. Damals hatte ich leider noch keinen Blick für die Schönheiten unserer Heimat übrig. Aber am Sonntag ging mir das Herz auf, ob der grandiosen Landschaft. Von hier aus ging es schließlich wieder bergab, und 200 Meter an einer Straße entlang, bevor wir wieder in den dunstigen Wald eintauchten. Wer hätte etwas anderes erwartet, die Strecke führte wieder einmal bergauf! Nicht steil und auch nicht weit, aber nach 19 sehr schnellen Kilometern auf teilweise technisch sehr anspruchsvollen Trails, kommt einem jede Steigung wie eine Felswand vor. Zum Glück hatten wir jetzt das Gröbste hinter uns. Im schnellen Galopp ging es über kleine und kürzere An- und Abstiege auf schmalen Singeltrails immer am Alptrauf entlang. Durch den noch unbelaubten Wald taten sich immer wieder Blicke auf die tiefer liegende Ortschaft und die gegenüber liegenden Wälder auf. Über allem lagen die tief hängenden Wolken, die der ganzen Szenerie etwas bedrohlich mystisches aber auch Schönes verliehen.

Unvermittelt machte der Pfad einen scharfen Linksknick und wir stürzten uns in atemberaubendem Tempo und praktisch ungebremst einen 1,5 km langen Trampelpfad hinunter der auf dieser Strecke 200 Höhenmeter vernichtete. Boah war das ! Ein echter Geschwindigkeitsflash. Dieser Pfad spuckte und in dem kleinen Doppelort Unterhausen-Lichtenstein aus, den es nun zu durchqueren galt. Das war vielleicht ein komisches Gefühl! Nach 24 km Naturwegen plötzlich wieder auf Asphalt zu laufen. Das ging ja gar nicht! Aber wir hatten keine andere Wahl. Zurück Richtung Pfullingen liefen wir also nun auf Asphalt zwischen Obstbäumen und Schrebergärten hindurch. Zum Abschluß und zur Versöhnung ging es nochmals kurz und knackig bergauf in den Wald und in kurzer wilder Jagd über eine Wiese wieder hinunter zu den Autos.

Am Schluß standen knapp 30 km und rund 1.250 Höhenmeter auf der Uhr. Und das ganze in einem guten 7-er-Schnitt. Ich denke das kann sich sehen lassen. Wie schon erwähnt schlug sich unsere Jolly bravourös unter all den Männern (einige hängte sie locker ab) und bewies mal wieder das Trailrunning nicht nur eine Sache für kleine und große Jungs ist. Die Strecke gibt es übrigens hier.

Nachdem wir uns kurz umgezogen hatten fuhren wir alle gemeinsam nach Pfullingen und ließen den Lauftag bei Kaffee und Apfelstrudel ausklingen. Danke nochmals an das Team vom Trailmagazin für den schönen Tag und einige Einblicke in diverse „Internas“. Grüße auch an Gäu-Läufer. Es war schön mal wieder ein paar Kilometer mit Dir zu laufen.

So, und nun geht es weiter zu neuen „Heldentaten“.

„War ein Trail nicht Dein Freund, dann war er wenigstens Dein Lehrer“ – Gutenberg1964

Gruß
Gutenberg1964
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Kommentare

  1. Avatar von Knirschknie
    Boah, genial, toll! Da wäre ich irgendwie gern dabei gewesen... Aber wir wohnen einfach zu weit weg von den lieben Bergen... Da kann man nicht mal so schnell mitlaufen. Aber hier kann man sich auch schön fertig machen. Es gibt Mittel und Wege... Die letzten Tage hab ich eigentlich immer etwas Muskelmiau...

    Also meinen RESPEKT! Diese gigantischen Höhenmeter in so kurzer Zeit... Puh... Da schlägt der Puls ja wohl bis zum Hals...

    Liebe Grüße,
    Knirschknie
  2. Avatar von Krümel-monster
    Ja, ja - nix für mich Flatland Runner! Besondere Glückwünsche natürlich an Jolly, dass sie es als Henne unter den Hähnen so bravourös ausgehalten hat!!
    Liebe Grüße
    Krümel
  3. Avatar von Jolly Jumper
    Ach, der liebe Gutenberg neigt ja auch zu Übertreibungen.

    Also locker war das ganze überhaupt nicht, aber der Ehrgeiz verbot mir die Bremse zu sein.
    Die Durchschnittspace lag sogar mit meinem Garmin bei 8:17 und ne Heldin bin ich genauso wenig wie der Brockenläufer einer sein möchte. Dafür hab ich einen Unterschenkelmuskelkater bekommen, der sich echt gewaschen hatte.

    Aber mit einem hat er recht: Es war absolut !!!! Und das gemütliche gemeinsame Kaffeetrinken hinterher auch klasse. Scheeeee!
  4. Avatar von Knirschknie
    Allein unter Männern ist ja auch nicht dramatisch... Ich war ja auch die einzige Frau im Urlaub. Hatte immer 4 Männer für mich alleine...

    Also echt der Wahnsinn... Erst diese Brocken-Challenge und jetzt das noch... Die Brocken Challenge ist wohl noch nix für mich und ob das je für mich sein wird, wer weiß. Ich hab für nächstes Jahr vielleicht mal so eine Harzquerung geplant, also vorsichtig geplant. Es gibt ja die 25, 28 und 51 km Runden... Ne kleinere Runde davon könnte man sicher überleben... Aber dafür muß definitiv trainiert werden. Dieses Jahr trau ich mir das noch nicht... April 2013... Ja, das klingt gut!

    Liebe Grüße,
    Knirschknie
  5. Avatar von Gäu-Läufer
    Danke Niko für den Bericht. Der Lauf war auch echt Klasse.
  6. Avatar von mauki
    Toller Bericht, ich beneide euch für den klasse Lauf.

    Wenn ich nicht nächste Woche bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein mehrere Tage die Möglichkeit hätte mit Denis und Gripmaster und auch Trailschnittchen die Trails unsicher zumachen ich hätte heulen können das ich an dem Tag nen Marathon gelaufen bin
  7. Avatar von Power Runner
    ich bin vor neid fast vom Sofa gefallen..............


    würde ich auch gern machen,aber bei uns gibt es nur Waassssssssserrrrrrr,keinnnnnneeeee Berrrrrggeeeee.........Leider.

    Schöner Bericht und tolle Foto's

    Gruß aus dem Flachland

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