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Sven Der Pinguin

Pinguins Marathon – Teil 3.1: Der Kampf ins Ziel

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Vorbemerkung: Habe wieder tolle Fotos, aber pro Blog nur Platz für vier, deshalb gibt es mehrere Teile!

Gehpausen, immer wieder Gehpausen: Martin, Britta, Pinguin Sven und Michael bei Kilometer
34 um 13:30 Uhr. Foto: Michael Eßer - www.running-for-kids.de

Plötzlich ist sie da, bei Kilometer 28. Die Wand, gegen die ich laufe. Wobei das Bild eigentlich falsch ist. Da ist nur diese unheimliche Leere. Wie in dem berühmten Film von Woody Allen „spricht“ mein Gehirn als Kommandozentrale mit meinem Körper. Checkt Reserven. Aber alle Körperzellen melden nur totale Erschöpfung zurück. Bis hinunter in die Fußsohlen, kein Körnchen Energie mehr vorhanden. Vergesst Joggen, ich muss gehen!


Bei Kilomter 37 wartet schon die Pinguin-Kolonie: Theo, Thomas und Judith. Foto: Sinja Schütte

Coach Martin, Britta alias Stummelbeinchen und Ultra-Läufer Michael reden mir ständig gut zu: „Mehr als 28 Kilometer geschafft, so weit bist Du noch nie gelaufen, gibt jetzt nicht auf!“ Ich denke wieder an den Mann mit dem selbstgemalten Schild an der Strecke: „Schmerz ist für jetzt – der Stolz für immer.“ Und mein Gehirn gewinnt den Kampf mit meinem Körper. Irgendwie bewegen sich die Beine doch wieder. Ich komme wieder ins Laufen – und das tut gut. Im Schatten mächtiger Bäume wackeln wir als Team langsam auf die 30 Kilometer-Marke zu. Neben uns fließt die Alster, meine neu entdeckte Lieblingsstrecke.


In der Pinguin-Kolonie bei Kilometer 37 wartet eine besonders gespannt: Frida - 2,5 Jahre alt und bekennender "Jokking"-Fan. Foto: Sinja Schütte

Aber jetzt spüre ich auch die Kehrseite meines Trainingspfades. Meine Füße sterben langsam aber sicher und leider sehr schmerzhaft ab. Meine zwei letzten langen Läufe führten über feste Kieswege, hätte ich doch mehr auf hartem Asphalt trainiert. Beim Laufen versuche ich die Zehen im Schuh zu bewegen, das hilft etwas.


Warten auf den Pinguin bei Kilometer 37: "Wann kommt der lahme Sven?" fragen Johann und Klara wahrscheinlich ständig ihre Mutter Christiane. Foto: Sinja Schütte

Die magische Zahl 2,5 verliert jetzt endgültig ihre Gültigkeit. Hatte ich mich bislang von einer zur nächsten Verpflegungsstation gehangelt und die 2,5 Kilometer dazwischen laufend geschafft, so gilt das ab dem Stadtteil Ohlsdorf nicht mehr. Immer länger werden meine Gehpausen und längst reicht meine Puste nicht mehr, um mich bei meinen Mitläufern zu entschuldigen. Die bleiben stur bei mir und beobachten meine Gesichtsfarbe. Aber meine ausgedehnten Pausen werden zur Belastung, das Anlaufen danach zur Qual. Alle Muskeln im Oberschenkel wehren sich mit steinharten Fasern gegen die erzwungene Bewegung und sehnen sich nach einem Sofa, Stuhl oder einfach Bordstein. Martin bedrängt mich, nicht zu lange zu gehen.

Weiterlesen im Teil 3.2
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Comments

  1. Avatar von danielh.
    ja sven, das wird ja noch richtig dramatisch!!
    da bin ich ja richtig gespannt!

    Edit von Onkel Sven: Zwei Tippfehler korrigiert!
    Updated 10.05.2009 at 00:37 by SvenHenig

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