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Sven Der Pinguin

Wie alles begann...

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oder wie ich vom BüroHocker-NurGolfer-SofaSurfer zum Marathon-Aspirant wurde. Ein Marathon – und viel schlimmer – dafür ständig laufen müssen, ist für mich eine immer noch erschreckende Vorstellung.

Es war nur eine Nebensächlichkeit: In einer E-Mail hatte ich mich eigentlich nur bei Runner’s World Chefredakteur Frank Hofmann für die tolle Zusammenarbeit bei einer Golf-Geschichte bedanken wollen. Ganz am Ende der Nachricht schrieb ich etwas von: „falls er mal einen übergewichtigen Journalisten zum ‚Runner’ machen wolle, ich stünde bereit...“ – und schickte die Mail gedankenlos ab.


Noch lache ich!
Foto: http://www.holdeschneider.de/

Keine fünf Minuten später macht es ‚Ping’. Die Antwort in meinem digitalen Briefkasten – mit einem Angebot: Sven Henig läuft einen Marathon und berichtet wöchentlich über die Vorbereitung in einem Blog. Dafür bekommt er einen Laufcoach und alle Laufklamotten in XL und XXL, die in der Redaktion landen.

Mist – mit so einer Antwort hatte mein innerer Schweinehund nicht gerechnet und jaulte laut auf. Insgeheim hatte ich auch auf Arbeitsüberlastung beim Chefredakteur gehofft, aber jetzt hatte der einfach angebissen. Dabei hatte ich den Köder wohl eher unbewusst ausgelegt, den Köder mit „Hilf mir, ich werde immer dicker und fauler...“ Aber wie sollte ich jetzt reagieren?“
Einfach den Computer aus dem Fenster schmeißen und ohne genaue Adresse als Holzfäller nach Alaska auswandern? Irgendwie auch schmerzvoll und keine guten Lösungen – also Augen zu und durch.

Wenige Tage später treffe ich in der Runner’s World Redaktion meinen Coach Martin Grüning, der mich HIER
– leider – so ehrlich beschrieben hat. Wie es sich für einen Mann mit Spitzenzeit 2 Stunden und 15 Minuten für den Marathon gehört LINK, trägt Martin sein Laufdress:. „Ich war heute schon joggen, mit einigen Kollegen,“ ist seine kurze Antwort auf meine nur gedachte Frage nach dem Dresscode in der Redaktion.
Hofmann und Grüning erzähle ich von meiner glorreichen Zeiten als jugendlicher Sportler, meinem rapidem Abbau von Kondition und Aufbau von Speckreserven für ganz viele kalte Winter. Schonungslos berichte ich von Rückenschmerzen nach stundenlangem Tippen, von grauer Haut, Atemlosigkeit und Knieschmerzen nach nur zwei Treppenabsätzen hoch zu unserer Altbauwohnung.
Martin Grüning schaut mich an und sagt: „Den kriege ich über die 42 Kilometer.“ Erstmals sehe ich nicht den freundlichen, versierten Lauf-Journalisten, sondern meinen Angst machenden Schleifer in ihm, meinen ganz persönlichen Drill-Instruktors. Jetzt, hätte ich noch abspringen können – tue es aber nicht.


Mein Coach quält mich - aber dolle.
Foto: http://www.holdeschneider.de/

Aber ich versuche Grüning einige Tage später mit leckerem Milchkaffee zu besänftigen – vergeblich. Er kennt sein Ziel und verfolgt es gnadenlos. Für Martin muss ich Dehn- und Kraft-Übungen ausführen und er tastet meinen Bauch auf der Suche nach gut versteckten Muskeln ab. Dann gehen wir gemeinsam Laufen. Am Mittwoch, den 14. Mai nehme ich mein Lauftraining auf – von den Anfängen erzähle ich Euch aber später, wir haben ja noch ein paar gemeinsame Wochen vor uns.

An diesem Tag passiert ein kleines Wunder: Obwohl der letzte Laufversuch gut ein Jahr zurück liegt, jogge ich blendend auf meiner Haus-Strecke entlang des Hamburger Isebekkanals. Ich fühle mich stark, schwebe förmlich über den Schotter und selbst kurze Sprints über Ampeln sind ganz einfach. Nach 30 Minuten bin ich aber doch froh, dass wir wieder vor der Haustür stehen – ich muss es ja nicht gleich übertreiben.

Martin ist auch sehr zufrieden und schmeißt seinen Trainingsplan komplett um. Statt gemütlichem Walken und Laufen soll ich gleich richtig loslegen. Per E-Mail will Martin mir ambitionierte Trainings-Pläne für den geplanten Familienurlaub auf Mallorca schicken – ein Fehler!

Fröhliches Watscheln - Kaiser-Pinguin Sven

Updated 18.01.2009 at 14:01 by SvenHenig

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Comments

  1. Avatar von BadArolsen
    Klasse geschrieben. Das kann ja ein witziges Jahr werden.

    Weiterhin viel Erfolg!

    PS: Bei dem Coach brauchst Du keine zusätzlichen Tipps. Oder doch vielleicht einen: Mach einfach was der Meister Dir sagt und Du lernst fliegen!
  2. Avatar von hasehase
    Lieber Sven

    Wir - meine Frau und ich - sind gespannt und verfolgen Deine Fort-Schritte genaustens :-). Wie gesagt, meine Frau zählt auf Dich. Nach jedem Joggen mit ihr will Sie nämlich Deinen Blog lesen. Ich weiss nicht genau warum, aber es motiviert sie....

    Grüssle aus Zürich
    HaseUndHase
  3. Avatar von milijoan
    Hallo, Sven,
    so einen Coach hätte ich auch gerne!! Ich denke, Zufälle gibts nicht im Leben, es sollte einfach so sein mit deinem unbedacht ausgschriebenen Angebot. Also, nutze die Chance!!
    Ich laufe auch erst seit Kurzem (wieder), noch schneckenlangsam, kann aber mittlerweile schon fast 60 Minuten durchhalten, wenns nicht zu heiß ist, und mein Traum wäre es, einen Marathon zu schaffen. Deine Fortschritte sollen auch mich motivieren, also kämpf gegen deinen Schweinehund! Ich denk dafür beim Laufen auch an Dich, ok?
    Schöne Grüße nach Hamburg Milijoan
  4. Avatar von amuemu
    Hallo Sven,

    bin schon ganz neugierig: wie war denn Dein Training am Wochenende? Meins nach Trainingsplan fuer 10km-Laeufe super anstrengend - bin heilfroh, dass ich (und vor allem meine Beine!!) bis Mittwoch Trainingspause haben.

    Bin schon auf Dein naechstes Post gespannt,
    viele Gruesse und frohes Watscheln,

    Ann

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