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Sven Der Pinguin

Herz-TÜV

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Dienstag, 5. August 2008. Pünktlich um 11 Uhr klingelt Coach Martin Grüning. Heute steht mein Maximaler-Herzfrequenz-Test an und ich bin etwas nervös. Aber Martin will keinen Kaffee, will nicht quatschen, lässt sich auf keine meiner Verzögerungstaktiken ein.

Infos zum Maximalen-Herzfrequenz-Test und dem Training mit Pulsuhr gibt es hier - LINK

Martin übergibt mir die Pulsuhr Onyx Classic von Sigma mitsamt Brustgurt. Ein einfaches Modell, wie er sagt. Neben Uhrzeit zeigt die Uhr – klar – den Herzschlag an, stoppt die Trainingszeit und errechnet den Kalorienverbrauch. Diese Funktionen sind mit nur zwei Tasten gar nicht so leicht anzuwählen. Und der Gurt überträgt überhaupt keine Werte. Auf meiner behaarten Brust hilft weder Anfeuchten noch Nivea: ich habe keinen Herzschlag - sagt meine Uhr. Egal, sagt der zum Aufbruch drängende Martin, zur Not wird er meinen Puls am Hals messen.

Unser Ziel: Die Außenalster in Hamburg. Obwohl nur wenige Kilometer entfernt nehmen wir das Auto. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich für den Heimweg genug Kraft habe. Es ist kühl und windig an der wichtigsten Lauf- und Spaziergänger-Meile der Hamburger. Martin hebt zu einer kleinen Rede an, dass es im Leben eines Mannes fünf wichtige Dinge gäbe, wie der erste Sex, ein Kind zeugen mitsamt anpflanzen des obligatorischen Baumes und so weiter. Beim Maximalen-Herzfrequenz-Test hat er aber schon sechs Punkte und bricht abrupt ab. „So lass uns loslegen,“ sagt er.


Au Backe, gleich geht's meinem Puls an den Kragen. Foto: www.holdeschneider.de

Zehn Minuten lockeres Einlaufen. Dabei erklärt mir Martin den Test. Eine Minute soll ich das Tempo später anziehen, eine Minute lang ‚Außer Atem’ laufen und dann alles geben was ich kann. Danach wird der maximale Puls auf meiner Uhr abgelesen. Hört sich in meinen Ohren schrecklich an – zumal der Test dann wiederholt wird. Immerhin zeigt die Uhr endlich meinen Puls an, liegt wahrscheinlich am Schwitzen.

„Und los,“ sagt Martin nach einem Blick auf seine Uhr. Ich stoße mich stärker ab, steigere das Tempo. „Nach der kleinen Brücke kommt Stufe zwei,“ sagt der locker neben mir laufende Martin. Ich schwöre mir, bald schleife ich den Kerl auf den Golfplatz und dann muss er Bälle schlagen bis ihm der Rücken schmerzt. Schnaufend ziehe ich am Alsterufer entlang und bremse ganz leicht mein Tempo. Ich spare noch etwas Kraft für den dritten Teil auf. „Noch zehn Sekunden, noch fünf und los,“ zählt Martin einen Countdown runter. Ich ziehe die Beine hoch, hole aus, ziehe mit den Armen und renne um mein Leben. Ein Gefühl wie bei den Bundesjugendspielen in der Schulzeit, nur dieses 100 Meter Rennen will einfach nicht enden. Ich laufe und keuche, ich strauchle und balle die Fäuste – ich kämpfe. Martin ruft neben mir: „schneller, Du kannst noch zulegen.“

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist die Tortur um, japsend halte ich an. Und Martin ruft: „Schau auf die Uhr, was sagt der Puls?“ 177 zeigt die Anzeige und ich lasse den Arm wieder sinken. „Nein,“ ruft Martin, „wieder draufschauen.“ Um zwei Schläge geht die Uhr noch hoch, auf 179. „Nicht schlecht geschlagen,“ sagt Martin. Nur etwas Pause, dann startet der zweite Teil.

Wieder etwas lockeres Laufen, dann die Minuten mit der Tempo-Steigerung. Diesmal geht es gegen den Wind, echt fies. Die dritte Minute schafft mich fast. Ich richte meinen Blick Richtung Ende des Weges und rede mit mir selbst: „Nur noch bis zum Baum, nur noch zehn Schritte“ – das hilft tatsächlich. Mein Atem geht stoßweise, meine Oberschenkelmuskeln glühen. „Und Stopp,“ ruft Martin. Ich hätte keine zehn Meter mehr geschafft. Meine Pulsuhr zeigt ein Maximum von 188 Schlägen an. Bei mehr als zehn Schlägen Unterschied zwischen erster und zweiter Messung müsste es eigentlich einen dritten Test geben. Aber Martin schaut mich nur an und murmelt etwas von „passt schon.“

Beim lockeren Auslaufen zum Auto stellt Martin fest, dass wir insgesamt 40 Minuten gelaufen sind und damit meine bisherige Schallmauer von 30-minütigen Läufen durchbrochen haben. Er verspricht mir einen neuen Trainingsplan mit Pulswerten. Platt steige ich ins Auto und Martin joggt in die Redaktion – der Mann hat noch lange nicht genug. Auf der kurzen Heimfahrt summe ich Radiosongs mit. Ich habe den Test überlebt und meine neue Uhr zeigt als Durchschnittspuls 131 und einen Verbrauch von 535 Kalorien an – nicht schlecht.

Ich jedenfalls watschel weiter – Euer Pinguin Sven
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Comments

  1. Avatar von ejaculada
    Moin Sven,
    als Läufer und auch Golfer interessiert mich Dein Handicap! Oder ist das geheim? (-:
    Viele Grüsse
    Rainer
  2. Avatar von SvenHenig
    Hallo Rainer,

    willkommen im kleinen Club der laufenden Schläger-Schwinger. Ich habe aktuell ein Handicap von -12,8, dank dem viertägigen Zählspielturnier Grambek Open. Infos und Fotos zum besten Turnier der Welt gibt es hier - http://www.gcgrambek.de/index.php?id=123 und hier leider momentan nur einen Text, die Bilder wurden zu häufig abgefragt: http://f3.webmart.de/f.cfm?id=287027...&a=1&t=3379626

    Obwohl Golf mein Spezialgebiet als Journalist ist, komme ich sehr selten zum Spielen und noch seltener zu Turnieren. Die Verbesserung von Handicap -14,8 in Grambek führe ich auch auf meine bessere Fitness zurück auf die ich mich einfach verlassen kann.

    Hier gibt es übrigens noch viel mehr laufende Golfer: http://f3.webmart.de/f.cfm?id=287024...&a=1&t=2605022

    Wo und wie spielst Du Golf? Und wann schickst Du mir mal eine Probe Deines Geheimtrankes?

    Gruß vom Pinguin
  3. Avatar von ejaculada
    Moin Sven,
    da spielst Du eindeutig in einer anderen Liga! Spiele im GC Arenshorst und bin momentan bei 19,9. Habe mich dieses Jahr bei meinen wenigen Auftritten kontinuierlich von 19,2 hoch gespielt. Werde in dieser Saison nun kein Turnier mehr spielen, damit wenigstens die 1 stehen bleibt. (-: Bin allerdings auch durch meine langen Läufe am Wochenende wenig zum Spielen gekommen.
    Erstaulicherweise hat das Laufen dem Golfspiel bei mir so ein wenig den Rang abgelaufen, was meine liebste Freizeitbeschäftiung betrifft!
    Gerne schicke ich Dir Ejaculada. Wo darf ich es hinschicken?

    Viele Grüsse
    Rainer
  4. Avatar von SvenHenig
    Hallo Rainer,

    Dank Deiner Familien-Packung habe ich 6 Frauen beglückt - äh glücklich gemacht! Trotz nahe liegender zottiger Sprüche und Anfangs-Kopfschütteln über Namen und Konsistenz Deines Getränks - Allen hat es sehr gut geschmeckt.
    Auch die albernen Spielereien mit Schraubverschluss auf Nase klemmen und Flasche beim Trinken mit den Zähnen festhalten, machen auch noch mit fast 40 Jahren Spaß. Von einer positiven Wirkung auf mein Joggen bin ich aber überhaupt nicht überzeugt - kein Wunder bei 20 Prozent Wodka. Ich muss also weiterhin fleißig laufen und mir selber helfen, oder hast Du noch was von Miraculix im Sortiment?

    Also bis hoffentlich ganz bald, entweder auf dem Jogging-Pfad oder Golfplatz - Dein Pinguin Sven

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