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Thema: Mauerweglauf

  1. #1

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    Standard Mauerweglauf

    Liebe Foris
    sturmbedingt dauerte die Rückfahrt von Berlin in die Südpfalz etwas länger, deswegen ist der Laufbericht schon fertig. Beim Mauerwgelauf ging bei mir so ziemlich Alles schief, was hätte schief gehen können. Zudem hatte ich mit meinem Sohn eine Wette laufen: Sollte ich auf den ersten 120 Kilometern mehr wie 2 Kilometer schneller als 6 Min/km laufen, würde ich den nächsten Bienwaldmarathon mit Eselsmütze bestreiten. Was genau schief ging, was das mit mir gemacht hat hat, wie ich damit umging und wie es mit der Wette aussieht, lest ihr unter www.corneliusrennt.de
    Liebe Grüße an Alles
    Cornelius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
    Laufberichte: www.corneliusrennt.de

  2. Folgenden 5 Foris gefällt oben stehender Beitrag von Hauptmieter:

    ahu (21.08.2019), d'Oma joggt (23.08.2019), Rauchzeichen (21.08.2019), siebenstein77 (21.08.2019), Stebbins (23.08.2019)

  3. #2
    Avatar von siebenstein77
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    Danke für den mitreißenden Laufbericht.
    und .. 'Commodore 64' .. ist mir bekannt , wie ich sehe sind wir nicht mehr die Jüngsten
    VG. siebenstein
    Mein Blog .. run2bhappy

  4. #3

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    Zitat Zitat von siebenstein77 Beitrag anzeigen
    Danke für den mitreißenden Laufbericht.
    und .. 'Commodore 64' .. ist mir bekannt , wie ich sehe sind wir nicht mehr die Jüngsten
    VG. siebenstein
    Danke fürs Lesen, ja, werde nächstes Jahr 50.
    Alles Gute dir
    Grüße
    Cornelius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
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  5. #4
    Avatar von U_d_o
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    Hallo Cornelius,

    ich werde deinen Bericht mit Spannung und Freude lesen. Aber erst, wenn ich meinen verfasst habe. Ich will die Subjektivität meiner Wahrnehmung nicht durch andere Schilderungen unzulässig objek- oder relativieren

    Bis dahin einen herzlichen Gruß an den erfolgreichen 100 Meilen Läufer

    Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  6. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von U_d_o:

    Hauptmieter (22.08.2019)

  7. #5

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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    Hallo Cornelius,

    ich werde deinen Bericht mit Spannung und Freude lesen. Aber erst, wenn ich meinen verfasst habe. Ich will die Subjektivität meiner Wahrnehmung nicht durch andere Schilderungen unzulässig objek- oder relativieren

    Bis dahin einen herzlichen Gruß an den erfolgreichen 100 Meilen Läufer

    Udo
    Hallo Udo
    habe ich mir gedacht. Bin sehr gespannt auf deinen Laufbericht. Scheh wars,
    Grüße vom einfachen- an den vielfachen 100 Meilen Läufer

    PS Liebe Grüße Ines, gern sähe ich sie irgendwann irgendwo wieder
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
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  8. #6
    >> Megacmrunner << Avatar von Fred128
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    Klasse, da ist doch eine super Zeit rausgekommen, Wahnsinn, und so richtig gelitten hast du ja eigentlich gar nicht. ;-) Und auch wieder ganz klasse geschrieben, hat richtig Spaß gemacht mit dir um Berlin zu laufen. :-)

  9. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Fred128:

    Hauptmieter (22.08.2019)

  10. #7

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    Zitat Zitat von Fred128 Beitrag anzeigen
    Klasse, da ist doch eine super Zeit rausgekommen, Wahnsinn, und so richtig gelitten hast du ja eigentlich gar nicht. ;-) Und auch wieder ganz klasse geschrieben, hat richtig Spaß gemacht mit dir um Berlin zu laufen. :-)

    Hallo Fred
    Danke fürs lesen und die Rückmeldung, war ein tolles Erlebnis für mich.
    Alles Gute dir
    liebe Grüße
    Cornelius
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  11. #8

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    muss natürlich "Liebe Grüße an Ines" heißen
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  12. #9
    Möchtegern-Kilometerfresser Avatar von nachtzeche
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    Hallo Cornelius,
    auch von meiner Seite ein ganz herzliches Danke für deinen Bericht, auf den ich sehr gespannt gewartet habe, und ein fettes GLÜCKWUNSCH zu dieser grandiosen Leistung!

    Ich bin wirklich mit dir gelaufen beim Lesen des Berichtes, da kamen ganz viele Bilder und Erinnerungen aus dem letzten Jahr wieder mit hoch. Und deine Schilderungen bestätigen mir, dass "meine" Laufrichtung letztes Jahr deutlich angenehmer war. Mich haben die vielen Ampeln am Anfang tierisch genervt, am Ende, wo ich ja wirklich noch um Minuten gekämpft habe, hätten sie mich fertig gemacht.

    Ich denke allerdings, dass du dein Licht im Bericht ein wenig unter den Scheffel stellst. Es liest sich so, als wärest du nur gewandert, die allermeiste Zeit. Ich war ja nicht sooo viel schneller als du, und bin bis auf eine kleine Hängepartie bei km 99, wo ich ca. 200 Meter oder so gewandert bin durchgelaufen. Du musst also deutlich mehr gelaufen sein als geschildert, sonst hättest du die gelaufene Zeit nicht gepackt!

    Zwei Sachen haben mich in deinem Bericht wirklich fasziniert: 1) die Fratzen / Halluzinationen. Sehr krass. Das kenne ich aus den Berichten zum UTMB, da meistens aus der zweiten Nacht. So was habe ich noch nie erlebt, nicht mal im Ansatz! Glaubst du, da gibt es Neigung zu (also jeder reagiert bei zunehmender Erschöpfung anders...), oder war ich einfach zu weich und habe mich nicht richtig verausgabt? Und 2) die verdöselten Dropbacks. So krass. Auch das wäre mir nie passiert. Die vier großen Versorgungsstationen waren für mich die "Teiler" die mein rennen in Sektionen strukturiert haben. die hätte ich dir zu jedem Zeitpunkt, Nachts bei Gegenlicht herbeten können. Krass, wie sehr du gleichzeitig auf das Laufen fokussiert warst, und gleichzeitig so etwas wichtiges ausblenden konntest.
    Das mit Lampe und Weste hätte mich glaube ich zerstört. Respekt, wie du da so cool geblieben bist!

    Ganz oft habe ich mich in deinem Bericht wieder erkannt: die Leere nach dem Lauf, das unfassbare Frieren, die mentalen Krisen, das zu schnelle Anlaufen...

    Aprospros. Ich kann dir gar nicht sagen, wie ich mich auf die Mütze freue... Sollte mein Sub3-Versuch in München dieses Jahr scheitern, wäre der Bienwald-Marathon eine Option es noch mal zu versuchen. Deine Mütze wäre ein Grund mehr...

    Also, erhol dich gut, genieße deinen Erfolg,
    nachtzeche

    PS: Und über den Spathalon reden wir mal face to face, okay?
    "Die auf den Herrn harren kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden!" (Die Bibel, Jesaja 40,31)

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    Hauptmieter (22.08.2019)

  14. #10

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    Hallo Chris
    Danke fürs Lesen und die Rückmeldung.
    Bisher hatte ich Halluzinationen noch nie, ich hatte mich aber auch noch nie so verausgabt. Die Hallos erschienen am äußersten Rand meines Blickfeldes, wenn ich dann genau hinsah, also den Kopf drehte, waren sie weg. Nur ich wollte finnischen, da waren die mir egal. Ja für Psychose gibt es Neigungen, die habe ich aber definitiv nicht.
    Ich kann mir auch nicht erklären, wie das mit Dropbagstation 3 passieren konnte: Sie wurden beim Briefing ja genannt, ich habe sie mir genau angesehen und eingeprägt. Mike, Klaus und die anderen erfahreneren Ultras sagen dazu, dass das egal ist, dass immer irgendetwas passiert. Es geht halt darum, irgendwie damit umzugehen. Und das ist das was ich daraus gelernt habe. Ich glaube es war gut, dass mir das jetzt passiert ist, gut für künftige Aufgaben.
    Aber in jedem Fall werde ich, sollte ich distanzmäßig "einen draufsetzen" mich supporten lassen.
    Den Bienwaldmarathon finde ich toll als Aufbauwettkampf für Ultras. Habe dieses jähr Marathontraining bis zum Bienwaldmarathon gemacht und ab dann quasi Ultratraining für den WHEW 100 Anfang Mai gemacht. Werde es wahrscheinlich 2020 auch so machen.
    Über den Sparthatlon können wir gerne face to face reden, mir ist nur nicht klar, wann und wo das sein wird.....
    Dir Alles Gute für München

    Liebe Grüße
    Cornelius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
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  15. #11

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    Ach ja, ich bin wirklich so viel gewandert. Ein Läufer überholte mich 10 Km vor dem Ziel und war genau 30 Minuten vor mir im Ziel, einfach weil ich nur gewandert bin. Deswegen glaube ich wären 1 - 1,5 Stunden noch drin....
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  16. #12
    Alle sagten das geht nicht, dann kam einer der wußte das nicht und machte es einfach Avatar von schauläufer
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    Hallo Cornelius,

    hab es dir zwar schon gesagt. Aber ich tus gern nochmals. Du hast meinen allergrößten Respekt:, Chapeau vor der Leistung beim ersten 100 Meiler Und da ist tatsächlich noch Luft nach oben drin gewesen, wenn man deine "Rookiefehler" in Abzug bringt.
    Ich selbst bin ja sehr chaotisch und habe mir schon so einige Aussetzer geleistet von daher habe ich vollstes Verständnis. Und: aus Fehlern lernt man (naja bei mir trifft das nicht immer zu, ich werd da noch drauf eingehen wenn ich von "meinem" Lauf berichte).
    Dein 1. Fehler war wohl deiner Garmin im Ultra Trac Modus zu trauen. Ich hab da letztes Jahr auch diesen Fehler gemacht, dass war dann zwar ärgerlich, aber weil ich die Strecke kannte, konnte ich das Unwissen über die aktuelle Geschwindigkeit und die gelaufenen Km kompensieren (im Übrigen hatte ich dieses Jahr auch 164 km auf der Uhr - obwohl ich mich nicht verlaufen habe. 161,3 stehen auf meiner Urkunde). Beim nächsten längeren Abenteuer Ladeklemme und Powerbank mitnehmen, so mach ich das.
    Dein 2. Fehler mit dem WP 3 ist deinem Tunnelblick zu verdanken. Weil, wenn du dich in der Turnhalle sogar kurz auf den Boden hast, und trotzdem die Beutelbatterie gegenüber den Verpflegungstischen übersehen hast, dann war dein Wahrnehmungsvermögen durch den Wettkampfstreß def. stark eingeschränkt.
    Siehs positiv. Da hast du dein Leben lang was erzählen (noch deinen Enkeln) Dein Bericht war dadurch auch für uns Forumsjünger deutlich spannender und lehreicher (was so alles bei Ultraläufen passieren kann) und wir konnten richtig mitfiebern wie du dich wieder (unbeirrt und mit "leuchtender" Unterstützung) selbst aus dem Schlammassel gezogen hast.
    Noch was zum Florian Reuss. Ich durfte denn ja beim Spartathlon kennen lernen und war angetan von seiner lockeren Art. Apropos Spartathlon. Waren ja einige vor Ort die nächstes Jahr starten werden. Ich kam, dank meines Shirts in Kontakt mit Alla. Die ist ja auch ein super Rennen gelaufen. Ralf Giese wiedertreffen hat mich auch gefreut. Heike Bergmann, da habe ich gestern im Netz nach den Startern gegoogelt verzichtet diese Jahr wohl auf den start.
    Nutznießer ist Florian Bachmeier und Peter Hübner. Das freut mich natürlich, den ich weiß die beiden werden das im Team laufen. Letztes Jahr kam ich ja für den verletzten Peter unverhofft in den Genuß mit Flori einen verläßliche Laufpartner über den Großteil der Strecke zu haben. Und ohne seine Routine durch die Streckenkenntnis hätte ich nicht die gefühlte Sicherheit gehabt, dass wir uns im richtigen Tempo bewegen.
    So genug davon, erhol dich gut und wie es aussieht werde ich wohl 2020 wieder nach Kandel zum BWM gehen müssen
    Ich hab mich gestern noch für ein Marathönle nach dem 100. angemeldet. Der Indoor Marathn Nürnberg, da freue ich mich jetzt auch schon wieder drauf im trockenen Bürogebäude meine Runden zu drehen.
    M 3:10:47, HM 1:28:04, 10 km 40:05, 24-Stunden 176,1 km, 12-Stunden 102,729 km, 6-Stunden 66,524 km, 100 Meilen 20:30:08, 100 km 09:29:33, 50 km 4:19:10, Treppenmarathon Mt. Everest 8848m 19:08:23, Vertical Marathon 13:57:03, Spartathlon 35:29:34,

    99.) 29.09. Berlin Marathon, 3:48:58
    100.) 20.10. Bottwartalmarathon 4:17:43
    10.11. Indoor Marathon Nürnberg 3:51:18
    16.11. Schwaikheim 10 km 44:40

    24.11. RunMob Rössleweg 2019, 56 km
    30.11. Tiefbunker Marathon Hamburg-Wedel

    2020
    01.03. Neckarufer Marathon
    04.04. PUM, Piesberg Ultramarathon 62,2 km
    19.04. LIWA Marathon
    15.08. 100 Meilen Berlin, Mauerweglauf

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    Hauptmieter (22.08.2019)

  18. #13

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    Hallo Klaus
    Danke. War toll dich endlich live zu erleben und mit dir zu reden. Nach der Siegerehrung hats leider nicht geklappt. Ich glaube in Sachen meiner Fehler: das alles musste so passieren jetzt und ja ich sehe positiv. Laufkumpel Hermann hatte mich ja gewarnt und mir seine Uhr als Zweite angeboten (ich Idiot...).
    Dir alles Gute bei deinen weiteren Wettkämpfen, wir sehen uns erst wieder in Kandel.
    Ich freu mich auf unser nächstes Wiedersehen...

    Liebe Grüße
    Cornelius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
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  19. #14
    Avatar von Mike1783
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    Hallo Cornelius,

    auch ich habe deinen Bericht mit Spannung erwartet, denn ich wusste ja schon, dass der wieder sehr lesenswert sein würde. In erster Linie natürlich, weil du nach dieser Strecke für dich ein weiteres Tor geöffnet haben würdest. In zweiter Linie, weil deine Berichte mich vom Aufbau und von der schonungslosen Ehrlichkeit her bisher einfach immer angesprochen und begeistert haben. Ich wurde nicht enttäuscht!

    Ich habe mir deinen Bericht ausgedruckt und unterstrichen, was ich besonders bemerkenswert fand und wo es mich geradezu dazu drängt etwas dazu anzumerken. Also jetzt der Reihe nach.

    […]und meiner Angst hätte ich aus Unerfahrenheit viel zu früh viel zu viel trainiert, hätte mich eventuell verletzt oder Anfang Juli eine Bombenform gehabt und wäre Mitte August wie eine Primel eingegangen. Ich bin einfach noch zu unerfahren, fühle mich wie ein Greenhorn beim Veteranentreff. Deshalb habe ich Florian Reus engagiert als „Autorität“, die mich bremst, mir von ihm mein Training steuern lassen.[…]

    Hier hast du schon mal viel schlauer gehandelt, als ich vor meinem ersten 100 Meiler… und es kam dadurch bei mir genauso, wie du es hier für dich selbst andernfalls in Aussicht gestellt hast: Ich bin (durch Übertraining) verletzt angetreten (…hätte - SO - unter keinen Umständen starten dürfen, wollte es aber einfach nicht wahr haben…) und hab mich dann hier so richtig kaputt gelaufen…aber schön war es trotzdem! Im Ziel wusste ich - trotz allem - 100 MI + x ist genau mein Ding!!!… Der Ultravirus war endgültig ausgebrochen. Nach dem Motto: Verrückt ist, wenn man es trotzdem macht.
    Und…: Ja, der Flo ist schon ne extrem coole Socke !!! Dass durfte auch ich anlässlich seines Vortrags zu seinem historischen Erfolg (er war der Erste, der 24h-Weltmeister und Spartathlonsieger in einem Jahr wurde…!!!) 2015 erleben. UND bescheiden- wie alle deutschen Ultragrößen, die ich inzwischen kennen lernen durfte!!!

    […]Natürlich nehme ich stündlich 2 Salzkapseln zu mir.[…]

    Das hat mich dann doch sehr überrascht. 2 Kapsel pro Stunde? Was sind das für Kapseln bzw. wie kommst du auf diese mindestens ungewöhnliche (aus meiner Sicht viel zu hohen) Dosierung? Die höchste Dosierung, von der ich bisher gehört habe (bzw. was ich so mitbekommen habe), waren eine Salztablette oder eine Kapsel pro Stunde. Ich z.B. nehme anfangs alle 2 bis 3 Stunden eine Salztablette, erst bei Läufen bei denen es in den zweiten Tag hinein geht komme ich langsam in einen Rhythmus von 11/2 bis 2 Stunden eine Tablette (und das auch nur, wenn es sehr, sehr heiß ist) in der (kühleren) Nacht dazwischen definitiv nur alle 3 Stunden. Bei deinem Rhythmus müsstest du eigentlich irgendwann massiv Durchfall bekommen. Genau davor wird doch immer im Zusammenhang mit solchen Tabletten/Kapseln gewarnt. Auf deine Antwort hier bin ich wirklich gespannt, denn von Magenproblemen – in irgendeiner Form – hast du ja nichts geschrieben, also hat das für dich gepasst, nur WARUM….?!?!?.

    Aus dem „Prozess“… : […] Zu Beginn eines Wettkampfes bin ich extrem aufgeregt und brauche DRINGEND eine Uhr mit genauer Angabe meiner Pace zur Kontrolle derselben.[…]

    Dazu…: Eigentlich wollte ich erst nach meinem 2. Saisonhöhepunkt (meinem zweiten Lauf mit deutlich über 30 Stunden in diesem Jahr) etwas zu Uhren für extra lange Ultraläufe bzw. meine Erfahrung und Empfehlung dazu schreiben…einfach um zunächst in einem zweiten Lauf < 30 h das erste Ergebnis vom Mai mit dieser Uhr erst einmal selbst bestätigt zu bekommen … ABER … da auch alle anderen Akkuhochrechnungen (z.B. jetzt beim Mauerweglauf, oder zuvor bei einem 24h-Lauf) dies bestätigen hier nur das kurz dazu: Die Suunto 9 ist einfach DER HAMMER!!!, vor allem was die Akkuleistung angelangt und damit schlussendlich was die Genauigkeit (Kilometer+Pace) anbelangt! Im Mai war ich etwas über 31h in der höchsten GPS- Genauigkeitsstufe unterwegs. Im Ziel hatte meine Uhr nach 215 Km (mit 4000 Hm) nur 600 m mehr auf der Uhr…und jetzt kommt es… : ICH HABE MICH ZWEI MAL - GAAANZ KURZ - VERLAUFEN !!! Das könnten GENAU diese 600 Meter gewesen sein!!! UND: Im Ziel hatte meine Uhr noch 25 % Restakku - in der höchsten Genauigkeitsstufe!!!….noch Fragen???? Voll geladen sagt MEINE Suunto 9 Baro der Akku reicht für 33h – in der höchsten Genauigkeitsstufe…und JA: Das ist mehr, als der Hersteller selbst dazu angibt… . Auf meine Nachfrage dazu (…man bekommt da IMMER jemanden - der auch WIRKLICH Kompetentes ist - innerhalb von 5 bis 10 Min. ans Telefon…) Gedächtniszitat: „Ja, ist möglich, wenn sie ganz neu ist, aber wir geben lieber etwas weniger an.“ (Zitat Ende) Meine Meinung dazu: Was für ein wohltuendes und - heutzutage - gerade ungewöhnliches Unterstatement ! …erst recht, denke ich an die Mitbewerber in dieser Preisklasse…

    Zum fehlenden Dropbag = in der Folge fehlender Kohlenhydratpulverbeutel […]Erstaunlicherweise nehme ich das in diesem Moment als gegeben hin. Erst im Nachhinein fällt mir auf wie fokussiert ich da war.[…]

    In der/einer „Ultraschule“ würde man wohl sagen: „Sehr Gut, Note 1, setzen!“

    Du hast gleich bei deinem ersten überlangen Ultra (…auch in der weiteren Folge dieses Laufs…) eine Gelassenheit und ein umgehen mit - unerwarteten - Problemen an den Tag gelegt, die ihres Gleichen sucht!!! Meiner Meinung nach hast du schon alleine dadurch bewiesen, dass du auf jeden Fall auch das (innerliche) Rüstzeug hast noch weit größere Ultra-Herausforderungen zu bestehen. Oder anders ausgedrückt: Ich habe z.B. live miterlebt, wie einer mit fast exakt deiner Mauerweglaufzeit jetzt drei Mal hintereinander beim SP gescheitert ist. Der konnte, kann sich aber nicht mal ansatzweise so fokussieren, wie du.

    An der Gedenktafel für das in diesem Jahr durch den Mauerweglauf besonders erinnerte Maueropfer: […]Als Aktion konnte man seine Gedanken auf eine Karte schreiben und an ein Pinnwand pinnen. Ich bin so „weg“ bzw. „im Tunnel“, dass ich es nicht schaffe etwas zu schreiben.[...]

    Dazu: Diese Form der Ehrung wurde nicht zum ersten Mal und vermutlich auch nicht zum letzten Mal beim Mauerweglauf durchgeführt, daher der Tipp (für alle): Es empfiehlt sich (aus oben gemachter Schilderung, aber auch für die eigene Laufzeit) vorher (also vor dem Lauf) seine Gedanken dazu zu Papier zu bringen. Dementsprechende Zettel liegen eigentlich immer der Startertüte bei, so auch diesmal.

    […]Die vorletzte Verpflegungsstation ist von Japanerinnen bewirtschaftet.[…]

    Nur der Form halber: Das sind Vietnamesen. Und: Die sind da immer so nett …und auch immer beim Mauerweglauf dabei… wie so viele andere (…Wiederholungstäter…) auch auf dieser Seite, dieser Veranstaltung gegen das Vergessen…

    Ansonten (ich wiederhole mich da gerne) grandioser Bericht, passend zu deiner Leistung auf der Strecke!

    Lg, der Mike … der sich natürlich auch sehr gefreut hast dich endlich mal persönlich zu treffen…und der das menschliche Lob nur erwidern kann…bis (hoffentlich) bald mal wieder!
    Die Kunst ist es, einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird.
    Winston Churchill

  20. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von Mike1783:

    Hauptmieter (22.08.2019), Kerkermeister (23.08.2019)

  21. #15

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    Zitat Zitat von Mike1783 Beitrag anzeigen
    Hallo Cornelius,

    auch ich habe deinen Bericht mit Spannung erwartet, denn ich wusste ja schon, dass der wieder sehr lesenswert sein würde. In erster Linie natürlich, weil du nach dieser Strecke für dich ein weiteres Tor geöffnet haben würdest. In zweiter Linie, weil deine Berichte mich vom Aufbau und von der schonungslosen Ehrlichkeit her bisher einfach immer angesprochen und begeistert haben. Ich wurde nicht enttäuscht!

    Ich habe mir deinen Bericht ausgedruckt und unterstrichen, was ich besonders bemerkenswert fand und wo es mich geradezu dazu drängt etwas dazu anzumerken. Also jetzt der Reihe nach.

    […]und meiner Angst hätte ich aus Unerfahrenheit viel zu früh viel zu viel trainiert, hätte mich eventuell verletzt oder Anfang Juli eine Bombenform gehabt und wäre Mitte August wie eine Primel eingegangen. Ich bin einfach noch zu unerfahren, fühle mich wie ein Greenhorn beim Veteranentreff. Deshalb habe ich Florian Reus engagiert als „Autorität“, die mich bremst, mir von ihm mein Training steuern lassen.[…]

    Hier hast du schon mal viel schlauer gehandelt, als ich vor meinem ersten 100 Meiler… und es kam dadurch bei mir genauso, wie du es hier für dich selbst andernfalls in Aussicht gestellt hast: Ich bin (durch Übertraining) verletzt angetreten (…hätte - SO - unter keinen Umständen starten dürfen, wollte es aber einfach nicht wahr haben…) und hab mich dann hier so richtig kaputt gelaufen…aber schön war es trotzdem! Im Ziel wusste ich - trotz allem - 100 MI + x ist genau mein Ding!!!… Der Ultravirus war endgültig ausgebrochen. Nach dem Motto: Verrückt ist, wenn man es trotzdem macht.
    Und…: Ja, der Flo ist schon ne extrem coole Socke !!! Dass durfte auch ich anlässlich seines Vortrags zu seinem historischen Erfolg (er war der Erste, der 24h-Weltmeister und Spartathlonsieger in einem Jahr wurde…!!!) 2015 erleben. UND bescheiden- wie alle deutschen Ultragrößen, die ich inzwischen kennen lernen durfte!!!

    […]Natürlich nehme ich stündlich 2 Salzkapseln zu mir.[…]

    Das hat mich dann doch sehr überrascht. 2 Kapsel pro Stunde? Was sind das für Kapseln bzw. wie kommst du auf diese mindestens ungewöhnliche (aus meiner Sicht viel zu hohen) Dosierung? Die höchste Dosierung, von der ich bisher gehört habe (bzw. was ich so mitbekommen habe), waren eine Salztablette oder eine Kapsel pro Stunde. Ich z.B. nehme anfangs alle 2 bis 3 Stunden eine Salztablette, erst bei Läufen bei denen es in den zweiten Tag hinein geht komme ich langsam in einen Rhythmus von 11/2 bis 2 Stunden eine Tablette (und das auch nur, wenn es sehr, sehr heiß ist) in der (kühleren) Nacht dazwischen definitiv nur alle 3 Stunden. Bei deinem Rhythmus müsstest du eigentlich irgendwann massiv Durchfall bekommen. Genau davor wird doch immer im Zusammenhang mit solchen Tabletten/Kapseln gewarnt. Auf deine Antwort hier bin ich wirklich gespannt, denn von Magenproblemen – in irgendeiner Form – hast du ja nichts geschrieben, also hat das für dich gepasst, nur WARUM….?!?!?.

    Aus dem „Prozess“… : […] Zu Beginn eines Wettkampfes bin ich extrem aufgeregt und brauche DRINGEND eine Uhr mit genauer Angabe meiner Pace zur Kontrolle derselben.[…]

    Dazu…: Eigentlich wollte ich erst nach meinem 2. Saisonhöhepunkt (meinem zweiten Lauf mit deutlich über 30 Stunden in diesem Jahr) etwas zu Uhren für extra lange Ultraläufe bzw. meine Erfahrung und Empfehlung dazu schreiben…einfach um zunächst in einem zweiten Lauf < 30 h das erste Ergebnis vom Mai mit dieser Uhr erst einmal selbst bestätigt zu bekommen … ABER … da auch alle anderen Akkuhochrechnungen (z.B. jetzt beim Mauerweglauf, oder zuvor bei einem 24h-Lauf) dies bestätigen hier nur das kurz dazu: Die Suunto 9 ist einfach DER HAMMER!!!, vor allem was die Akkuleistung angelangt und damit schlussendlich was die Genauigkeit (Kilometer+Pace) anbelangt! Im Mai war ich etwas über 31h in der höchsten GPS- Genauigkeitsstufe unterwegs. Im Ziel hatte meine Uhr nach 215 Km (mit 4000 Hm) nur 600 m mehr auf der Uhr…und jetzt kommt es… : ICH HABE MICH ZWEI MAL - GAAANZ KURZ - VERLAUFEN !!! Das könnten GENAU diese 600 Meter gewesen sein!!! UND: Im Ziel hatte meine Uhr noch 25 % Restakku - in der höchsten Genauigkeitsstufe!!!….noch Fragen???? Voll geladen sagt MEINE Suunto 9 Baro der Akku reicht für 33h – in der höchsten Genauigkeitsstufe…und JA: Das ist mehr, als der Hersteller selbst dazu angibt… . Auf meine Nachfrage dazu (…man bekommt da IMMER jemanden - der auch WIRKLICH Kompetentes ist - innerhalb von 5 bis 10 Min. ans Telefon…) Gedächtniszitat: „Ja, ist möglich, wenn sie ganz neu ist, aber wir geben lieber etwas weniger an.“ (Zitat Ende) Meine Meinung dazu: Was für ein wohltuendes und - heutzutage - gerade ungewöhnliches Unterstatement ! …erst recht, denke ich an die Mitbewerber in dieser Preisklasse…

    Zum fehlenden Dropbag = in der Folge fehlender Kohlenhydratpulverbeutel […]Erstaunlicherweise nehme ich das in diesem Moment als gegeben hin. Erst im Nachhinein fällt mir auf wie fokussiert ich da war.[…]

    In der/einer „Ultraschule“ würde man wohl sagen: „Sehr Gut, Note 1, setzen!“

    Du hast gleich bei deinem ersten überlangen Ultra (…auch in der weiteren Folge dieses Laufs…) eine Gelassenheit und ein umgehen mit - unerwarteten - Problemen an den Tag gelegt, die ihres Gleichen sucht!!! Meiner Meinung nach hast du schon alleine dadurch bewiesen, dass du auf jeden Fall auch das (innerliche) Rüstzeug hast noch weit größere Ultra-Herausforderungen zu bestehen. Oder anders ausgedrückt: Ich habe z.B. live miterlebt, wie einer mit fast exakt deiner Mauerweglaufzeit jetzt drei Mal hintereinander beim SP gescheitert ist. Der konnte, kann sich aber nicht mal ansatzweise so fokussieren, wie du.

    An der Gedenktafel für das in diesem Jahr durch den Mauerweglauf besonders erinnerte Maueropfer: […]Als Aktion konnte man seine Gedanken auf eine Karte schreiben und an ein Pinnwand pinnen. Ich bin so „weg“ bzw. „im Tunnel“, dass ich es nicht schaffe etwas zu schreiben.[...]

    Dazu: Diese Form der Ehrung wurde nicht zum ersten Mal und vermutlich auch nicht zum letzten Mal beim Mauerweglauf durchgeführt, daher der Tipp (für alle): Es empfiehlt sich (aus oben gemachter Schilderung, aber auch für die eigene Laufzeit) vorher (also vor dem Lauf) seine Gedanken dazu zu Papier zu bringen. Dementsprechende Zettel liegen eigentlich immer der Startertüte bei, so auch diesmal.

    […]Die vorletzte Verpflegungsstation ist von Japanerinnen bewirtschaftet.[…]

    Nur der Form halber: Das sind Vietnamesen. Und: Die sind da immer so nett …und auch immer beim Mauerweglauf dabei… wie so viele andere (…Wiederholungstäter…) auch auf dieser Seite, dieser Veranstaltung gegen das Vergessen…

    Ansonten (ich wiederhole mich da gerne) grandioser Bericht, passend zu deiner Leistung auf der Strecke!

    Lg, der Mike … der sich natürlich auch sehr gefreut hast dich endlich mal persönlich zu treffen…und der das menschliche Lob nur erwidern kann…bis (hoffentlich) bald mal wieder!
    Hallo Mike
    du bist der Hammer. Druckt den Bericht aus und korrigiert ihn, köstlich. Wieder mal hast du ein abolut klares und genaues Feedback gegeben, deswegen lese ich deine positings immer. Vielen Dank für die supergenaue Rückmeldung und das Lob, freut mich ungemein, Danke.
    Also: Salz: Ich weiß nicht warum, mir fällt aber auf dass ich viel Salz brauche, merke ich immer wieder, kann nicht sagen warum. Durchfall hatte ich beim Laufen nie und nein und beim Wettkampf auch keine Magenprobleme. Wenn Hunger da war trank ich mehr Limonade (und Wasser zum Vermischen) und wenn ein Hauch von Übelkeit kam nur Wasser und zu meinem Erstaunen klappte das.
    Uhr: Ich habe eine Spartan Ultra, die hielt nicht so lange. Nächstesmal ev eine zweite Uhr...
    In Sachen "Vietmanesinnen": Ups Sorry nicht gemerkt und das obwohl die Lebensgefährtin meines Bruders Japanerin ist. Habe es korrigiert.
    Gedenktafel: Ja macht Sinn, ich lerne dazu in jeglicher Hinsicht.
    Gelassenheit: Ich merkte im Vorfeld des Laufes, dass ich vollkommen neben mor stehe. Habe im Zug meinen Koffer oben bei der Gepäckablage auf eine Schiene gestellt, dass der Koffer bei voller Fahrt herunterkrachte. Mir sind einige solche Patzer passiert, ich hatte im Vorfeld Angst wie noch nie und zwar eine Versagensangst.Habe dann im Zug meiner Familie und vielen Freunden gemailt, dass ich die Hosen voll habe aber bis zum Umfallen kämpfen werde und zur Not den Rest der Strecke wandern werde. Es hat gutgetan dass oft zu schreiben Soviel zum Vorfeld. Daher kommen meiner Meinung nach die dämlichen mentalen Mängel (Drop bag Station 3, Karte zur Gedenktafel etc). Wie dann dieses Gelassenheit kam ist mir auch ein Rätsel, vielleicht durch die Aufgeregtheit im Vorfelld. Und ich habe immer gemerkt, was ich brauche. Bei Schloss Sacrow, wo mein Drop bag weg war, war ich zuerst fokussiert und dann frustriert. OK meine Frau angerufen und mich "ausgekotzt", dann gings. Beim Wandern war kurz Panik, also Florian angerufen, ihn nicht erreicht. Habe auf Mailbox gesprochen um Rückruf gebeten. Dann merkte ich ich brauche ihn nicht: Also auf Mailbox gesprochen, dass er nicht zurückrufen soll. Als er dann mailte, dass er jetzt vorm Computer sitzt und mich beobachtet, rief ich ihn an. Hat gut getan, hat mich gestärkt in meinem Entschluss. Weil er mir zum Laufen riet, dachte ich "wenn er das sagt muss es gehen". So haben die Entscheidungen "was brauche ich jetzt" geholfen. Und ich bin wirklich froh, dass mir das jetzt widerfahren ist, davon werde ich bei künfttigen längeren Wettkämpfen zehren.
    Lieber Mike, dir Allles erdenklich Gute in Griechenland, vielen Dank für das Lob und liebe Grüße an Natascha
    Ich freue mich auf unser nächstes Wiedersehen. Unsere Biere nach der Siegerehrung waren genau das Richtige für mich - Danke
    Liebe Grüße
    Cornelius
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  22. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Hauptmieter:

    Kerkermeister (23.08.2019)

  23. #16

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    Zitat Zitat von schauläufer Beitrag anzeigen
    Der Indoor Marathn Nürnberg, da freue ich mich jetzt auch schon wieder drauf im trockenen Bürogebäude meine Runden zu drehen.
    Da bin ich auch mit dabei. Vielleicht lernen wir uns ja kennen. Ich bin mal gespannt, wie viele Forenuser da noch mitlaufen

  24. #17
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    Moin Cornelius,

    Danke für den schönen Bericht zu Deinem Hammer 100 Meilen Debut - als ich las, dass Dein erster Ultra noch keine 1,5 Jahre her ist... fiel mir die Kinnlade runter und blieb da eine Zeit lang

    Ich wünsche Dir weiterhin tolle Läufe und WK und dass Du Dein Ziel beim König Leonidas auch eines Tages erreichst

    Gruß
    Michael

  25. #18

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    Hallo Michael
    Danke fürs Lesen und deine Wünsche, rührt mich...erst mal habe ich keine Läufe, die Saison ist hiermit beendet. Ich gönne meinen Haxen ihre wohlverdiente Ruhe. Weitere Läufe kommen nächstes Jahr wieder, im März in Kandel...
    Alles Gute dir
    Liebe Grüße
    Corneliius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
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  26. #19

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    Zitat Zitat von nachtzeche Beitrag anzeigen
    : 1) die Fratzen / Halluzinationen. Sehr krass. Das kenne ich aus den Berichten zum UTMB, da meistens aus der zweiten Nacht. So was habe ich noch nie erlebt, nicht mal im Ansatz! Glaubst du, da gibt es Neigung zu (also jeder reagiert bei zunehmender Erschöpfung anders...), oder war ich einfach zu weich und habe mich nicht richtig verausgabt? Und 2) die verdöselten Dropbacks. So krass. Auch das wäre mir nie passiert. Die vier großen Versorgungsstationen waren für mich die "Teiler" die mein rennen in Sektionen strukturiert haben. die hätte ich dir zu jedem Zeitpunkt, Nachts bei Gegenlicht herbeten können. Krass, wie sehr du gleichzeitig auf das Laufen fokussiert warst, und gleichzeitig so etwas wichtiges ausblenden konntest.
    Hallo Chris,
    die ganzen letzten Tage haben mich genau die oben stehenden Punkte beschäftigt. Ich möchte meine Überlegungen hierzu kundtun.
    Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich erstmals vor einem Wettkapmf wirklich "die Hosen voll" hatte, habe im Vorfeld einige Zerstreutheiten begangen, die mir eigentlich nicht passieren. In meine letzten Ultrsa bin ich "reingestolpert", wußte nicht wirklich was ich tat. Diesmal wusste ich es genau, mein "Ar... war wirklich auf Grundeis". Ich habe mich auf totales Funktionieren programmiert, ich glaube mein Geist war quasi überangespannt. Der Vorteil: mit dieser Haltung kann ich auch bei erheblich längeren Läufen bestehen. Da habe ich ja dann Supporter, die für mch mitdenken, mithandeln... Der Nachteil: Geistige Überangespanntheit, geistige Mängel, falsche Dropbagstationen. Und als "Prüfung" kam dann halt dazu, dass die Helfer meinen zweiten Dropbag nicht finden konnten. Hallus würde ich nciht überbewerten, mein Geist hat alle Energien abgezogen fürs Laufen, Alles andere funktionierte dann nicht gut. Ein kleines bißchen mehr Lockerheit wäre sicher gut...und wenn Hallus kommen, sie annehmen und weiterlaufen.
    Ich habe bei meinem Winschoten Lauf (mein erster 100 k m Lauf, 10 mal 10 km durch Winschoten) viel gelernt, weil ich da ab km 35 kämpfen musste, dieser Lauf aber viel viel lehrreicher, die perfekte Vorbereitung für noch längere Distanzen.
    Und wie schon geschrieben: Mental ist noch mehr möglich, mehr laufen und weniger Wandern ist möglich, ICH kann das nur noch nicht. Ich habe mit Udo über seinen Lauf gesprochen, wartet seinen Bericht ab und lest ihn. Er ist in diesem Punkt definitv weiter als ich.....
    Ich habe mich noch nicht fest entschieden, hängt entscheidend davon ab, was ich im Frühjahr mache, aber mich zieht es erneut nach Berlin, 1,5 Stunden sind im besten Fall noch drin, wäre toll zu versuchen...

    Alles Gute dir in München, bin zudem sehr gespannt, was du als nächsten Ultra machst.....
    Grüße
    Cornelius
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  27. #20
    Avatar von U_d_o
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    Hallo Cornelius,

    nun habe ich es endlich, endlich geschafft deinen Bericht zum Mauerweglauf zu lesen. Wie versprochen und weil es mir in deinem speziellen Fall ein Anliegen war. Immerhin habe ich – wenngleich vom Rande her – von deinen Anfängen, insbesondere im Ultrabereich, über die Zeit Notiz genommen. Wurde auch durch gelegentliche Fragestellung von dir in diese Anfänge „verwickelt“. Du hast in Berlin, im längsten und härtesten Ultralauf deiner bisherigen Ultrakarriere, Erfahrungen gesammelt, die die meisten von uns kennen. Egal auf welchem Niveau sie solche Bewerbe auch bestreiten. Zum Beispiel wird in einer wunderbaren, höchst beglückenden Weise in die Gemeinschaft aufgenommen, wer sich öffnet und aufnehmen lässt. Natürlich gibt es auch im Ultrabereich – ich sag’s offen – Betrüger, Phrasendrescher und sonstige Deppen. Aber eben viel seltener. Die allermeisten wissen allerdings nicht nur, was sie selber tun, sie anerkennen vor allem auch, was all die anderen leisten. Es gibt auf solchen Strecken keine wirkliche Konkurrenz oder sportliche Gegnerschaft. Es geht immer gegen die eigenen Widerstände und äußere Unbill. Es geht immer mit den anderen nie gegen die anderen. Man gibt davor, dabei und danach, was man zu geben imstande ist. Die einen haben mehr zu geben, andere weniger. Von mir ist zum Beispiel davor und danach viel zu haben, währenddessen eher wenig. Ich bin zu sehr mit mir selbst beschäftigt und schon sehr früh im Tunnel. Meine Form von "Autismus", die ich brauche, um mein Ziel zu erreichen. Und doch bin ich Teil der Gemeinschaft, die mir mit den Jahren und der Anzahl fantastischer Laufkameraden, die ich kennen lernen durfte, immer wichtiger wurde.

    Auch was du unterwegs erlebt hast, körperlich und mental, kennen wir alle zum größten Teil aus eigener Anschauung. Wie man physisch immer weniger wird. Wie der Kopf für jeden Gedanken immer länger braucht, will er ihn zu Ende denken. Wenn er überhaupt noch denken kann. Ich kenne diesen Effekt seit langem. Ich kam ihm auch auf kürzeren Strecken auf die Spur, weil ich mich eines Tages beim Schreiben von Laufberichten wunderte, wie viele Details und wie klar mir noch aus der ersten Hälfte eines Laufes erinnerlich waren und wie wenig Begebenheiten aus dem letzten Drittel oder Viertel den Weg ins Gedächtnis fanden. Es ist einfach so, dass man weniger wahrnimmt und über noch weniger des Wahrgenommenen auch nachdenkt. Gleichfalls schwächer ausgeprägt ist dann die Gedächtnisleistung, die Fähigkeit des Körpers die Details im Langzeitgedächtnis erinnerbar zu codieren.

    Es gibt aber auch Ereignisse in deinem Bericht, die ich so noch nie teilen durfte oder musste. Zum Beispiel habe ich noch nie halluziniert. Auch wenn ich sehr oft im Dunkeln unterwegs war und auf extrem niedrigem Energieniveau. Ich war immer bei vollem Bewusstsein, lediglich von der Wahrnehmung und der Denkgeschwindigkeit her eingeschränkt. Vermutlich bekäme ich sogar Panik, sähe ich mich mit Fratzen oder surrealen Personen konfrontiert. Nein, dergleichen kenne ich gottlob nicht.

    Es ist völlig normal, wenn einer Fehler macht. Es ist auch völlig normal, dass einiges anders läuft, als man es geplant hat. Ultralaufen bedeutet in eine Laufwelt vorzudringen, die sich mehr als andere „Laufwelten“ – etwa die des Marathons – auf eigene Erfahrungen gründet. Die man halt sammeln muss. Je länger die Strecken, umso schmäler wird die Basis des Allgemeingültigen. Ernährung ist ein zentral wichtiger Komplex: Keiner läuft Strecken weit jenseits des Marathons zu Ende ohne sich unterwegs adäquat mit Kalorien versorgen zu können. Es ist nicht genug Energie für 160 oder noch mehr Kilometer an Bord, die es einem erlauben würde ein Tempo kontinuierlich von A bis Z durchzuhalten. Man muss „essen“, trinken sowieso. Was der eigene Magen-Darmtrakt verträgt gehört vermutlich zum Individuellsten, was es im Laufsport herauszufinden gilt. Und vermutlich funktioniert das nur über die Methode Versuch und Irrtum. Ich muss ausprobieren, was und wie viel davon ich vertrage. Dass dir dann auf mehr als der Hälfte der Strecke deine „verträglichen Kalorien“ ausgingen, weil sie an der zweiten Drop-Stelle dein Bag nicht fanden und du dann die dritte Dropzone einfach „verpennt“ hast, ist natürlich übel. Dergleichen ist mir zum Glück noch nie passiert. Und ich weiß auch nicht, ob darauf so cool hätte reagieren können wie du.

    Wie dem auch sei: Dass du trotzdem in einer fantastischen Zeit das Ziel erreicht hast, ist einerseits Grund deine Leistung hervorzuheben: Bravo Cornelius! Andererseits bedeutet das aber nicht weniger, als dass da noch ziemlich viel Luft für kürzere Laufzeiten ist. Wenn dir eben keine, zumindest nicht so gravierende Fehler unterlaufen, bzw. Schicksalsschläge zustoßen. Da geht noch einiges, lieber Cornelius!

    Mir gefällt deine Sicht auf Gegenwart und Zukunft deiner läuferischen Entwicklung. Einerseits gibt es die Träume. Ich hatte immer Träume, immer Ziele, wollte immer herausfinden, was geht. Wollte wissen, wo meine Grenzen liegen. Das ist der Stoff, der uns antreibt (unter anderem). Mit Vernunft und Augenmaß mehr zu wollen – läuferisch – als wir schon erreicht haben. Auf der anderen Seite willst du dir von diesen Träumen die Gegenwart nicht trüben lassen, den aktuellen Genuss nicht schmälern lassen. Du willst dir Zeit lassen, den nächsten Schritt jeweils dann tun, wenn du dich dazu in der Lage fühlst.

    So war ich immer. Ich wollte immer mehr als ich aktuell erreicht hatte. Aber nicht von heute auf morgen, nicht mit der Brechstange. Ich habe Läufer erlebt, die nie einen Marathon liefen und sofort von Unterdistanzen den Sprung ins Ultrageschehen wagten. Kann ja jeder halten wie er will. Aber meine Sache ist dergleichen nicht. Ich habe eher schulbuchmäßig meine Distanzen verlängert. Marathon, 6h-Lauf, 100 km, 12h-Lauf, 100 Meilen, schließlich 24h-Lauf und spätestens dann war mir klar, dass dem Laufwahnsinn auf der nach oben offenen Streckenlängenskala keine Grenzen gesetzt sind … außer den individuellen. Und um die nicht zu überschreiten, was mindestens schwere Verletzungen oder schlimmere Folgen hätte, fand ich es angezeigt immer nur Schritte ins Auge zu fassen, von denen ich sicher war, dass sie für mich nicht zu groß oder zu weit waren. Ich näherte mich jener Belastung, die ich für mich als grenzwertig erachte, auf diese Weise vorsichtig an. Deswegen meine ich auch diesen Punkt identifiziert zu haben und halte mich daran. Für mich war es der Spartathlon, der mich darüber belehrte, dass ich mir keine härtere Belastung zumuten sollte. Ja, nicht mal mehr eine Wiederholung dieser Leistung anstreben sollte.

    Dein Traum ist der Spartathlon. Ein Traumlauf, von dem viele träumen. Es steht für mich außer Frage, dass du die nötigen Anlagen besitzt. Es spricht für dich, dass du noch Erfahrungen sammeln willst, bevor du dich in dieses Abenteuer stürzt. Damit es zu jenem Zeitpunkt eben genau das nicht mehr ist: Ein Abenteuer. Damit du zu jenem Zeitpunkt am Start stehst im Wissen, dass du das drauf hast. Gerade der Spartathlon braucht Läufer, die von sich bis in die letzte Faser überzeugt sind. Wer da mit einem „schau’n ’mer mal, dann seng ma scho!“ losläuft, hat schon verloren. Physisch und mental muss man alle Höllen und Himmel des Ultralaufes durchlebt haben, sich 1.001mal vorgestellt haben wie man ins Ziel läuft, physisch die Voraussetzung für 246 km und über 3.000 Höhenmeter besitzen und im Kopf ein mentales Bollwerk aus Leidensfähigkeit und Durchhaltewillen besitzen - dann wird man finishen. Natürlich nur, wenn nichts von dem aus dem Ruder läuft, was man nicht im Griff hat, Wetter, etc.

    Lass dir ruhig Zeit für den Spartathlon. Aber auch nicht zu lange. Es ist kein Zufall, dass ich 2016 mit 63 der älteste männliche Finisher war. Das liegt an den Anforderungen, insbesondere der mörderischen Cut-Off-Zeit, die der Spartathlon seinen Eleven zumutet. Also Reife erwerben für das irre Ding, im betreffenden Jahr sich noch weit härter als zuvor vorbereiten, hinfahren und finishen. Das geht. Ich halte nichts von der vielfach publizierten Methode „das erste Mal schaue ich mir das an und dann in den Jahren drauf …“ Das habe ich nie akzeptiert. Wenn ich dahin fahre, dann kann ich das und dann mach ich das. Punkt.

    Es ist auch aus einem anderen Grund sinnvoll nicht zu lange mit dem Spartathlon zu warten … Ich glaube, die meisten, die ihn erleben, werden unrettbar süchtig. Wäre ich nicht zu alt und – noch wichtiger – hätte ich nicht kurz nach dem Finish öffentlich das Gelübde abgelegt „nie wieder“, ich wäre längst rückfällig geworden. Alles in allem gibt es für Ultrastraßenläufer nichts, was über dem Spartathlon stünde. Dabei meine ich nicht nur den Lauf, die Leistung selbst. Ich meine die Veranstaltung als „Gesamtpaket“. Was ich damit ausdrücke, wirst du wissen, wenn du in ein paar Jahren, früher oder später, da warst. Sicher bin ich allerdings, dass du antreten wirst. Du willst es ja jetzt schon …


    Alles Gute lieber Cornelius und ein Dankeschön dafür, dass ich dich nun zu meinem Freundeskreis in Sachen Laufen zählen darf. Einer mehr von den tollen Menschen, von denen zu schriebst. Oder soll ich sagen: Einer mehr von den tollen Dollen, den Ultraverrückten?

    Machs gut, bis bald auf oder an der Strecke

    Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  28. #21

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    Hallo lieber Udo
    vielen Dank für das Lesen des Berichts und deine Anmerkungen. Da ich weiß, dass du Laufberichte nur in homöopathischen Dosen liest, weiß ich das um so mehr zu schätzen. Und da du für ich ein alter Hase (alt im Sinne von erfahren) bist, interessieren mich deine Anmerkungen grundsätzlich um so mehr.
    Ehrlich gesagt war es nicht meine Idee in Berlin zu laufen, ich hätte mir das nicht zugetraut. Florian brachte mich drauf. Und ich dachte wenn er es mir zutraut kann es klappen.
    Ja wir Ultras laufen nicht gegen- sondern miteinander und ja wir unterstützen uns vor, während und nach dem Wettkampf und würdigen die Leistung des anderen.
    Auch wenn es anders wirken mag, im Wettkampf bin ich ähnlich wortkarg wie du, in mich gekehrt. Ich habe überlegt: es gab noch 2 Wortwechsel mehr, als ich in meinem Bericht erwähnt habe und das wars dann auch. In einem Youtubefilm bin ich zu sehen kurz vor dem Start. Ich bin direkt neben der Kamera vorbeigelaufen, habe in sie geblickt. Meinst du ich hätte sie gesehen??
    Ich glaube es geht Ultralaufen und beim Laufen am Limit und überhaupt im Leben darum, alles anzunehmen was da ist. Sämtliche Schwierigkeiten, ob selbst verursacht oder nicht. Die freiwilligen Helfer machten was sie konnten. Dennoch hatten sie meinen Dropbag nicht gefunden, aber doch wohl nicht aus Absicht. Ich wollte finnischen, also Mund abwischen und weiter. Das gleiche gilt für Halluzinationen. Hilft es mir, mich mit ihnen zu beschäftigen beim Ziel zu finnishen?
    Du schreibst, dass es in der Natur der Sache liegt, dass man mit zunehmender Erschöpfung weniger mitbekommt. Logisch, war mir aber nicht klar. Im Gebiet ab Schloss Sacrow bis ca Kilometer 80 wusste ich nichts mehr hinterher, einfach weil ich mit den Umständen beschäftigt war, beschäftigt war, weiter zu finishen.
    Und ja Ich sehe es wie du, da ist eine erheblich schnellere Zeit drin, das strebe ich nächstes Jahr auch an.
    Für allen Unbill, der mir widerfahren ist bin ich aber zutiefst dankbar. Jetzt weiß ich, was ich mental zu leisten vermag. Florian schllug mir fürs nächste Jahr entweder einen 24h Lauf vor oder den Olympian Race. Das einzige was gegen den Olympian Race sprach war die Angst. Da war die Entscheidung klar. Wäre der Mauerweglauf für mich glatt gelaufen, hätte ich mich das nicht getraut. So werde ich ab November meine Lalas mit vielen Höhenmetern versehen und teilweise mit den erfolgreichen Ultratrailis meines Vereins trainieren (unsere Frauen sind derzeit deutsche Einzel und Mannschaftsmeister im Ultratrail).
    Die genaue Planung wird wichtig zumal ich nicht supportet werde (meine Frau bekommt als Lehrerin nicht frei).
    Der Freitag des Spartathlonstarts war ein letzter Arbeitstag vor meinem Türkeiurlaub. Zwischen Quartalsabrechnung und Krisen bewältigen sah ich natürlich wenn es ging der Spartathlonübertragung zu und ich muss zugeben, diesmal tat es weh, ich wollte selbst dorthin. Und oft werde ich mir das nicht mehr antun, aus der Distanz zuzusehen. Wenn alles gutgeht noch 2 - 3 Mal, es sei denn.......

    Dass du mich als Lauffreund siehst freut, ehrt und rührt mich. Umgekehrt sehe ich es auch so. Bei der Verabschiedung sprach deine Frau genau das aus, was ich in dem Moment auch dachte und empfand. Sie sagte sie wolle mich mal wieder sehen, genau.

    Was ich bei dir bewundere ist unter vielem anderen deine Fähigkeit immer weiter laufen zu können, egal wie erschöpft du bist. Und wegen dieser Fähigkeit warst trotz allem in Berlin kaum langsamer als ich. Habe ich in Berlin versucht immer zu laufen, klappte 30 km lang nicht. Ich glaube das liegt an mangelnder Erfahrung. 14 Marathons und Ultras reichen dafür wohl nicht aus.
    Lieber Udo
    dir wünsche ich weiter zunehmende Lust am laufen und auch ich freue mich über die nächste Begegnung auf oder neben der Strecke...
    Liebe Grüße
    Cornelius
    Bestzeiten: 17.08.2019 Mauerweglauf 100 Meilen 19.36.35 Stunden. 08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30. 16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45. Marathon 3:22.10. HM 1:34:32. 10 KM 43:37
    Laufberichte: www.corneliusrennt.de

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