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  1. #1776

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    Hipp Hipp Hurra, liebe Rennkartoffel! Spitze Zeit! Herzlichen Glückwunsch! Bei der Hitze und den Höhenmetern ist das doch echt eine coole Zeit! Bestzeiten waren da doch nicht wirklich zu erwarten, oder? Hey, zeig die Medaille!
    Wir sollten uns den Marathon Deutsche Weinstraße 2020 vormerken! Da gibt es sogar während des Laufes Wein - da kannst du Schwämmchen in Rebenform in Weißwein tunken... Boah, da wäre ich durch mit dem Lauf...
    Wieviel °C hattet ihr auf der Strecke? Was machen die Gebeine?
    Wenn es dich tröstet: Mir geht es da wie dir... 10 km ist alles spitze, ab km 15 wird es holprig und ab km 18 wird es so richtig zäh. Markus meinte ja schon an anderer Stelle, dass da lange Läufe fehlen. Ich fürchte, er hat recht und ich bin ja schon dabei, das zu ändern...
    Jetzt feiere erst mal so richtig!
    sportliche Ziele 2020: 2:10 oder besser - man wird ja noch träumen dürfen...

    Trolli 17.05.2020
    Stuttgartlauf 28.06.2020
    Baden(halb)marathon 20.09.2020
    Schwarzwald(halb)marathon 11.10.2020

  2. #1777
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    Hallo Ihr Lieben,

    erstmal vielen Dank für's Daumendrücken vorher und die vielen Glückwünsche hinterher. Ja, über die bloße Zeit war ich zunächst mal enttäuscht, aber nur, weil ich am Ende so fürchterlich abgekackt bin. Ansonsten lief vieles gut bis sehr gut, insbesondere der Haigern hat von seinem Schrecken für mich deutlich verloren - ein Hügel wie jeder andere. Auf das Wetter als Ausrede kam ich bis zum Zieleinlauf überhaupt nicht. Es gab überall viel Wasser an der Strecke - trinkbares wie verspritztes - und der Wind ist mir auch nicht weiter negativ aufgefallen.

    Also alles gut, kein überbordender Trostbedarf

    Zu meinem ausführlichen Bericht komme ich heute nicht sofort, muss erst noch ein paar andere Dinge richten, unter anderem einen total verreckten Rolladen.

  3. #1778
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    Hauptsache , Du bist gut angekommen . Das Positive zum nächsten Lauf mitnehmen !
    Vogel 🐦 fliegt
    Fisch 🐠 schwimmt
    Mensch läuft

    https://www.strava.com/athletes/19137562

  4. #1779
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    Standard So, 06.05.2018 --- Trollinger-HM in Heilbronn, Teil 1

    Vorgeplänkel

    Nachts ganz OK geschlafen, ist aber auch egal, da ich es die ganze Woche über durchgängig geschafft hatte, mal früh ins Bett zu gehen. Der Wecker steht auf 6 Uhr, 5 Minuten vorher wache ich auf. Passt. Meine Frau wollte eigentlich auch mit aufstehen, um mit mir zu frühstücken, überlegt sich's aber im letzten Moment anders. "Ich glaube, ich bin dir nur Weg." Wär's 'ne Frage gewesen, wäre es eine fiese Fangfrage à la "Findest du mich dick ?", aber Frau Rennkartoffel ist klug genug, mir diese Falle gar nicht erst zu stellen.

    Obwohl ich meinen Rucksack wieder am Vorabend gepackt habe, ist es 7 Uhr, bevor ich wegkomme. Natürlich ist das viel zu früh, aber ich konnte mich nicht entscheiden, ob Auto oder ÖPNV. Mit dem ersten Bus ab Dorfplatz wäre ich 4 Minuten vor dem Startschuss am Heilbronner Hauptbahnhof gewesen - wäre sich wohl etwas knapp ausgegangen. Also fahre ich mit dem Auto zum Frankenstadion, will aber so früh da sein, dass ich bei absolutem Parkplatzmangel noch raus aus der Stadt fahren und irgendwo in die S-Bahn steigen könnte. Etwas Respekt flößt mir halt der Marathonstart 90 min. vor dem HM ein. Aber alle Sorge unbegründet - als ich um 7:30 eintreffe, ist die Theresienwiese komplett leer. Ein Grund sind leider die rückläufigen Teilnehmerzahlen auf der M-Distanz des Trolli. Direkt in der Theresienstraße vor dem Stadion kann heute nicht geparkt werden, weil die ganze Straße gesperrt ist. Aber auf dem kleinen P+R Parkplatz zwischen Karlsruher Straße und Sportgelände sind noch ein paar Plätzchen frei - ich erwische sogar einen dauerhaft schattigen direkt am Seiteneingang zu Sportgelände, 5 min. zum Stadion. Das erleichtert die Sache - der Rucksack bleibt im Auto, weil ich jederzeit dorthin zurückkehren kann. Ich latsche erstmal zum Stadion, gönne mir einen zweiten Kaffee (vermutlich ein Fehler) und ein Stück Rhabarberkuchen. Beim Frühstück hatte ich mich nämlich auf die Hälfte des Üblichen beschränkt, weil wir außer Vollkornbrötchen zum Aufbacken nichts mehr im Haus hatten. Und Vollkorn vor dem Lauf ...

    Ich latsche erstmal Richtung Startbereich, um mich mal umzuschauen, und gleich auch noch über die Neckarbrücke, die ziemlich hoch erscheint. Klar, müssen doch die genormeten Euro-Binnenschiffe drunter durch passen. Am unangenehmsten ist mir an dieser Brücke aber der schneidende Wind, der hier kalt und heftig ungehindert den Neckar aufwärts blasen kann. Mein lieber Herr Gesangverein, das kann ja heiter werden ...

    Zurück am Stadion entdecke ich einen etwas versteckt liegenden WC-Komplex. Da ist - auch später noch kurz vor dem M-Start - gar nichts los. Meine Verdauung hat heute noch Verbesserungspotenzial. Hierher werde ich an diesen Morgen noch zweimal zurückkehren. Ich latsche wieder zurück und saufe von dem vielen Wasser, das ich im Auto habe, gleich mal fast einen Liter weg (einen halben hatte ich mir schon unterwegs reingezwungen). Da meine Verdauung, wenn es da Nachholbedarf gibt, immer ganz pünktlich aufs Laufen reagiert, schnüre ich sehr bald - eigentlich viel zu früh - meine Laufschuhe und trabe eine Runde am Neckar. Lassen wir die Verdauungsdetails - mein Darm wird mir während des ganzen Vormittags keinen Anlass mehr bieten, an ihn auch nur zu denken. Wenn da nicht noch ein weiterer, für Männer sonst eher unkomplizierter Aspekt der Verdauung wäre...

    Ich kehre wieder zu Auto zurück, weil ich nochmal was trinken will und schon ist die erst so reichlich vorhandene Zeit doch wieder knapp - noch 20 min. bis zum Start. Der Weg dorthin führt direkt am Neckar entlang. Erst bereichere ich dessen Pegelstand um wenige Nanometer und mache dann noch ein paar Mobility-Übungen. Ein halbherziges Lauf-ABC muss auch noch sein. Ein ganz leichtes Ziehen im linken hinteren Oberschenkel (Piriformis-Auswirkung) nehme ich unterschwellig zur Kenntnis - weit davon entfernt, "Problem" genannt zu werden. Und schon finde ich mich 5 min. vor dem Start an demselben ein. Es gibt vier Startblöcke. Und nun wird mir auch klar, wofür der grüne Punkt auf der Startnummer ist - mein Startblock. Ratet mal, der wievielte von vieren.

    Hier finde ich finde auch sofort meinen Zugläufer namens Sascha aus Augsburg, mit dem Schild "2:29" auf seinem Rucksack, und pflanze mich direkt hinter ihm auf.

    Der Stadionsprecher gibt sich alle Mühe, die Zeit totzuschlagen. Sogar zwei La-Ola-Versuche startet er - dann gibt er's auf. In 400m Entfernung geht das kümmerliche Grüppchen "Rot" auf die Reise. Aus dieser Perspektive, von der Neckarbrücke aus, sehen sie ganz verloren aus. Im Abstand von wenigen Minuten zwei weitere, schon etwas größere Gruppen und dann die Gruppe "grün" für das gewöhnliche Volk. Insgesamt starten heute über 3800 Läufer beim HM. Und ausgerechnet jetzt beginnt meine Blase, sich in Erinnerung zu bringen. Hätte ich sofort reagiert und die Angelegenheit wie ein echter Mann geklärt, wäre alles klar gewesen. Aber ich musste ja erst überlegen, wie ich den anfangs nur sehr leichten Druck einzuschätzen habe. Als die Sache endlich mit mir ausdiskutiert ist, geht's aber auch schon los. Dann halt mit voller Blase. Noch bevor ich die Startlinie überquere, weiß ich, dass das nicht gutgehen kann.
    Zuletzt überarbeitet von RunningPotatoe (07.05.2018 um 16:06 Uhr)

  5. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    Biene77 (07.05.2018)

  6. #1780
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    Standard So, 06.05.2018 --- Trollinger-HM in Heilbronn, Teil 2

    Der Lauf

    Auf dem ersten Kilometer ist natürlich erstmal jede Menge Verkehr. Ich halte mich dicht hinter Sascha. Er schlägt ein 6:50er Tempo an (laut GPS), für 2:29 Zielzeit wirklich sehr langsam. Beim Überholen einen Pulks gelb-gewandeter Lidl-Mitarbeiter (in der Folge werde ich denen noch die Bezeichnung "die gelbe Gefahr" verpassen) trennen wir uns - er links vorbei, ich rechts. Da ich beim Überholen aber immer die dumme Angewohnheit habe, unnötig viel Gas zu geben um schnell vorbei zu sein, liege ich auf einmal 30m in Führung. Das Problem löst sich aber von selbst durch ein anderes - meine volle Blase holt mich endgültig ein. Ein paar geeignete Büsche habe ich bereits verpasst und nun reicht's mir, eine Platane (?) mit besonders dickem Baumstamm kommt mir als Deckung gerade recht. Ich stelle mich - in Laufrichtung gesehen - dahinter auf. Niemand, wenn er nicht gerade rückwärts läuft, kann sich belästigt fühlen. Ich hingegen fühle mich sehr erleichtert - im doppelten Sinne, nämlich um einen halben Liter und um etwa 30 Sekunden, die ich gerade hinter dem Baum deponiert habe. Dumm gelaufen (im Wortsinne!), aber ein Problem weniger.

    Gleich nach dem Loslaufen piepst die Uhr - 7:19 für mich. Warum, liegt auf der Hand bzw. im Gras. Sascha sehe ich inzwischen mehr als 50m voraus. Bald darauf die Götzentumbrücke über den östlichen Neckar-Altarm, auf dessen anderer Seite es dann in Gegenrichtung zurück geht. Alles läuft rund und ich hole meinen Zugläufer bald wieder ein - ich glaube, das war gegen Ende des Kilometer 2, auf dem ich mit 6:35 etwas Gas gegeben hatte. Das Wetter ist hier übrigens traumhaft- schöner kühler Schatten unter den großen Bäumen mit ihrem frischen, grünen Laub. Wind ist hier gar keiner zu spüren und so rollt es weiter bis nach Sontheim, Platzprobleme gibt es zunächst keine, da sich die Karawane auf Fußweg und Radweg verteilt hat, die hier noch getrennt asphaltiert wurden.

    Zur Mitte des dritten Kilometers, an der Brücke, über die es einen Katzensprung zurück zum Start wäre, vereinigen sich Fuß und Radweg, ohne dass das gemeinsame Asphaltband deshalb breiter würde. Ich schätze es auf 2,50 m. Drei Leute können gut nebeneinander laufen, wenn sie einigermaßen Rücksicht walten lassen. Zur Not auch vier, wenn sie sich ganz doll liebhaben. Ich sehe fast nur Lidl-Leute um mich rum, mit Ausnahme von ein paar Audianern. Klar, die Schwarz-Gruppe hat ihre Zetrale (noch) in Neckarsulm und Audi ist dort der größte Arbeitgeber. Lidl hat sich das was kosten lasten. Im Stadionbereich haben sie für ihre Mitarbeiter eine riesige Lounge aufgebaut, ich glaube fast, das größte Zelt von allen. Ein eigener (Laut-)Sprecher begrüßte jede einzelne Busladung eintreffender Lidl-Läufer. Nachher heizt er ihnen mit Motivationssprüchen ein wie "Wir sind Lidl und ... dabeiiiiii!" oder so ähnlich. Von diesen Lidl-Läufern bin ich nun also umzingelt. Gelegenheit für manche Laufstilstudie. Was fehlende Rumpfstabilität doch für ulkige Blüten treiben kann. Wie kann man sich nur derart untrainiert auf einen Halbmarathon einlassen. Bevor meine wachsende Überheblichkeit und Widerwillen gegen diese wandernden Hindernisse allzu hohe Wellen schlagen kann, mache ich mir klar, dass sicher nicht alle ganz freiwillig dabei sind. Viele sicher nur wegen unverhohlen ausgegebener Zielvorgaben des Chefs für seine Abteilung oder einfach nur durch mehr oder weniger subtil ausgeübten Gruppenzwang der Kollegen, bis hin zur Blindmeldung. Mag der heutige Lauf für manchen auch zum Desaster ausarten - wenn nur ein halbes Dutzend von ihnen Blut leckt und beginnt, systematisch zu trainieren, um es den blöden Kollegen beim nächsten Mal heimzuzahlen, dann hat sie sich doch gelohnt, die Lidl-Aktion, diese Firma lohnt sich doch angeblich sowieso. Und für die vielen, denen die Strecke keine allzugroßen Probleme bereitet, muss das ganz sicher ein tolles Vergnügen sein. Eigentlich sehr clever von Lidl, so einen Riesen-Almauftrieb zu inszenieren. Und damit schließe ich meinen Frieden mit der Farbe Gelb.

    Keinen Frieden schließe ich jedoch mit einigen dieser Individuen. Dass die ersten schon auf dem dritten Kilometer wandern müssen - geschenkt, jeder so wie er kann. Dass man mitten auf dem engen Weg genau dort, wo man eben noch gelaufen ist, schlagartig abstoppt und spurhaltend spazieren geht, ist nicht mehr o.k. - mehrmals musste ich verzweifelte Haken schlagen, um diesen Zeitgenossen nicht in die Hacken zu treten. Wenn aber zwei oder drei von ihnen nebeneinander laufen (schon das erfüllt für mich ja den Tatbestand der "mobilen Straßensperre") und dann alle gemeinsam zum Spazierengehen abstoppen, dann grenzt das schon an Nötigung. Dass der 3. KM in 6:53 weggeht, übersehe ich fast in diesem Gewusel. Bevor sanft aufsteigender Unmut mir den Spaß verderben kann, weitet sich der Weg wieder - also gut, soll jeder tun was er möchte. Mit KM 4 (6:51) erreiche ich Sontheim. Ich frage mich, mit welcher Strategie für den Berg Sascha unterwegs ist, wenn er hier im Flachen so knapp unterm Gesamtschnitt 7:04/km für die 2:29h rumtrödelt. Und das noch inkluse GPS-Messfehler. Für den Berg bleibt da doch kaum was übrig ? Die Antwort werde ich später erhalten.

    Der 5. KM durch Sontheim ist abwechslungsreich. Zum einen, weil die Strecke jetzt durch winklige Gassen führt, zum anderen aber, weil die Zuschauer hier jetzt ein eigenes, großartiges Völkchen bilden und sich für diesen Lauftag vor ihren Häusern perfekt eingerichtet haben - mit sich biegenden Biertischen und jeder Menge gute Laune. Nicht mehr zufällige Spaziergänger und Gassigeher wie in den Parkanlagen am Neckar, sondern Hardcore-Trollifans, die sichtlich Spaß haben und Spaß vermitteln. Erste Kinderhände sind ausgestreckt und wollen abgeklatscht werden. Es ist hier, wo ich mir das Versprechen gebe, heute keine einzige Hand unabgeklatscht zu lassen. Und soweit ich das überblicken kann, ist mir das - für meine jeweilige Straßenseite - auch gelungen. KM 5 in Sontheim in 6:47.

    So langsam gewinnt die Sonne an Kraft, aber die Hofwiesenstraße, die aus Sontheim heraus Richtung Felder führt, bietet erstaunlich viel Schatten. Zudem findet sich hier die erste, recht ausgefeilte Duschkonstruktion, die 3 m über den Gartenzaun reicht. Wer will, kriegt die erste volle Dröhnung, und wer nicht will, kann sich auf der anderen Seite so gerade mal trocken vorbeischummeln. KM 6 (6:58) beginnt, nach ersten kleinen Buckeln in Sontheim, nun schüchtern die ersten Höhenmeter kontinuierlich zu sammeln. Zwar nur 8 an der Zahl und auf das Tempo wirken sie sich auch nicht groß aus, aber der Haigern beginnt nun doch, seine bedrohlichen Schatten auf die Läuferschar zu werfen. Für einen von uns wird die Bedrohung weit realer. Bei KM 6,5 versperrt ein Krankenwagen den halben Weg; seine Besatzung behandelt einen älteren Mann, der auf dem Boden liegt, aber offenbar bei Bewusstsein ist. Dann kommt uns hier noch zweimal Tatütata entgegen - erst ein Notarztwagen, dann noch ein Krankenwagen. Ja wollen die den armen Kerl dritteln, damit jeder sein eigenes Beutestück abtransportieren kann ? Derlei despektierliche Gedanken sind noch nicht zu Ende gedacht, als schon erst KM 7 (immer noch 6:55) und gleich darauf der Ortsrand von Flein, in Gestalt der Sportanlagen, auftaucht.

    Hier kenne ich mich wieder aus. Hier hatte ich letztes Jahr im April meine Erkundungstour auf den Haigern gestartet. Ich weiß noch, ich fühlte mich gar nicht gut, weil damals das Mittagessen zu kurz her war und hatte deshalb schon den harmlosen kleinen Anstieg vor dem Ortskern in böser Erinnerung. Heute ist alles gut, im Nu bin ich auf dem flachen Stück im Zentrum, das ich aber nicht dazu nutze, um Tempo zu bolzen, sondern mich etwas zu sammeln und auszuruhen. Eine tolle Stimmung ist das hier, besser als bei manchem Provinzlauf im Zielbereich. 6:57 für KM 8 mit seinen 12 Hm. Sascha habe ich übrigens mal wieder hinter mir gelassen und das macht mich nervös. Ich lasse es kurz etwas ruhiger angehen, bis ich sein Fähnchen gar nicht so allzuweit hinter mir entdecke. Es kann also weiter gehen, und es geht ja jetzt erst richtig los.

    Irgendwo hier in Flein muss es gewesen sein, dass ich das Geschehen in meinem hinteren Oberschenkel als "leichten Schmerz" einstufe, aber das ist nichts Besonderes und in der allgemeinen Bombenstimmung hier auch schnell wieder vergessen. KM 9 mit schon 23 Hm führt fast bis an den Ortsrand von Flein und geht auch noch ganz gut, auch wenn es mit 7:32 nun doch schon etwas mühsamer wird. Aber hey - KM 9 heißt doch, es liegt nur noch einer vor mir, auch wenn der dann richtig steil ist. Die 300m bis zum Abzweig in die Weinberge sind noch harmlos, aber dann enthüllt ein einziger kurzer Blick nach vorne das ganze Ausmaß des Horrors. Der Weg wird sofort viel steiler und ganz weit hinten sieht man, wie eine bunte Karawane sich auf dem letzten Anstieg hochquält und sich die Kante gibt. Die erste Steigung im Weinberg nehme ich noch, aber bevor es dann maximal steil wird, genehmige ich mir - seit Tagen geplant - eine kurze Gehpause. Und schäme mich nicht, da viele andere schon in Flein spazierten und jetzt im Weinberg von Anfang an. Nach 80m trabe ich schon wieder los und finde sogar die Kraft für einen kurzen Wortwechsel. Ein Alphornbläser kommt in Sicht, der ist hier bereits eine Institution. Neben mir auf dem Gras geht eine Frau mit einem kleinen Hund. Als der Hund 20 cm vor der Mündung des Alphorns vorbei geht, fängt der Typ an zu blasen. Der Hund überschlägt sich vor Schreck, wie im Slapstick-Film. Die Frau schimpft, der Bläser bläst und ich gebe grinsend Gas. Habe ich doch gerade etwas viel wichtigeres entdeckt, nämlich dass ein Profiobjektiv direkt auf mich gerichtet ist. Da kann ich doch nicht zur Seite schauend hochschleichen !

    Plötzlich sehe ich Sascha vor mir. Huch, wo kommt der denn er ? In Flein war er doch noch hinter mir, vermutlich hat er mich in der Gehpause überholt, muss wohl doch beschämt zu Boden geschaut haben... Oben erstmal wieder Kinderhände. Ziemlich spät merke ich, dass die nicht abgeklatscht werden wollen, sondern jedem Läufer eine selbstgepflückte Wiesenblume anbieten. Ich weiß zwar nicht, was ich damit jetzt anfangen soll, aber ich muss einfach eine an mich nehmen. Versuche noch, sie irgendwie zwischen Startnummer und Shirt einzuklemmen, aber irgendwie will das nicht klappen. Als ich sicher bin, außer Sichtweite zu sein, werfe ich sie schweren Herzens dahin zurück, wo sie herkommen - in die Botanik. Ganz kurz vor dem Gipfel hat der KM 10 ein Einsehen und verabschiedet mich mit geschafften weiteren 50 Hm und happigen 8:28. Dieses eine Mal nehme ich mir die Zeit, nach der Gesamtpace zu schauen - 7:08/km. Tatsächlich sind's aber wohl eher 7:12 für die markierten 10 km, denn mir ist längst klar, dass mein GPS, nachdem es auf den ersten 2 km absolut synchron war mit den Tafeln, im Schnitt doch um 1% vorgeht. Nach dem Gipfel die 2. Wasserstelle. Sascha lässt sich Zeit hier und so nehme ich sie mir auch. Einen Becher Wasser über den Kopf, einen langsam im Stand getrunken. So viel Zeit muss sein. Irgendwann gab's auch zum erstenmal ein Isogetränk, ich weiß aber nicht mehr, ob das hier war oder später.

    Jetzt geht's abwärts und zwar mindestens so steil wie rauf auf den Kotzbuckel. Ich suche ein zügiges, aber gelenkschonendes Tempo und werde so um die 5:15 fündig. Alles fühlt sich richtig gut an, auch an den Oberschenkel werde ich gerade nicht erinnert. Wegen der Verpflegungspause zeigt die Uhr für den Kilometer 11 dann aber doch nur 6:20. Da habe ich doch tatsächlich eine geschlagene Minute am Zapfhahn rumgelümmelt! Rechtzeitig vor der Hauptstraße fahre ich das Tempo sanft runter (aber immer noch unter 6:00/km). Die spätere Pulsauswertung zeigt tatsächlich, dass ich mich auf diesem steilen Bergabstück etwas erholt habe. Von Puls 169 auf dem Gipfel auf 158 unten.

    Aber dann der Schock auf der "flachen" Straße - ich sehe klar und deutlich, dass sie kontinuierlich ansteigt, obwohl ich vom letzten Jahr eher nur kleine Wellen in Erinnerung hatte. Aber nichts von beidem stimmt. Die Straße ist bretteben, fällt sogar minimal ab, bis auf 3 Hm vor der Kreuzung mit der B27. Wie ein bisschen Berg rauf und runter doch die Wahrnehmung benebeln kann ! Auch ist es hier auf diesem Flachstück, wo ich denke, der Sascha hat 'ne Meise, hier mit knapp über 6:00 "hoch" zu brettern. Na klar, auf diesem Flachstück geht es in Wahrheit 10 Hm runter und irgendwann muss er ja mal anfangen, Zeit gutmachen. Tatsächlich laufe ich die 1,3 km auf der Hauptstraße bis zur B27 in 6:23, was eigentlich ganz ok ist. Auch ist es hier, jenseits des KM 12, dass ich den Zugläufer immer seltener und wenn, dann imm weiter vorne sehe, und das ist genau genommen kein gutes Zeichen.

    Die folgenden 3+ km bis nach Horkheim gehen kontinuierlich bergab, mit ein paar eigentlich harmlosen Zwischenanstieglein (mehrmals läppische 3 bis 5 Hm). Aber mir kommt das mehr und mehr so vor, als seien das Berge, die ich nicht erwartet hatte. Und so schleichen sich hier die ersten kleinen Gehpausen außerhalb des Haigernanstiegs ein. Statt sanft bergab Zeit gutzumachen, brauche ich für die 4,2 km runter zum Neckar, über Schleuse und Altarm bis zur Landesstraße L1106 auf der anderen Seite, nun schon 7:14/km (nach GPS). Mir schwant längst, dass es noch knüppeldick kommen wird. Auf der völlig flachen Straße bis zum Ortseingang von Böckingen geht denn auch rein gar nichts mehr. Für die 2 km brauche ich 7:46/km, da ich spätestens alle 100m eine kurze Gehpause einlegen muss. Mein linker hinterer Oberschenkel schmerzt nun heftig. Aber auch ohne das wäre da nicht mehr viel gegangen. Die Luft ist einfach raus.

    Bisher hatte ich noch gehofft, irgendein Wunder geschähe und lässt mich doch noch unter 2:30 ankommen. Aber eine vernünftige Vorhersage ist mir einfach nicht mehr möglich - zu viel Denkarbeit mit der GPS-Abweichung. Die KM-Schilder überfordern mich ebenfalls. Denn jetzt stehen außer den Schildern für den HM-Kurs auch die fürs Walking und den Marathon. Und obwohl die für HM und M eigentlich nur 97,5m auseinander stehen sollen, kommt mir das manchmal vor wie 300m und eine halbe Ewigkeit. Wohl auch nur eine optische Täuschung. Im Nachhinein glaube ich, dass ich bis KM 18 mit einem Gesamtschnitt von 7:04/km (GPS) durchaus noch halbwegs auf Kurs war. Das fehlende 1% GPS-Abweichung hätte ich vielleicht noch schaffen können mit einer zweiten Luft und etwas mehr Glauben an mich. Aber endgültig der letzte Zahn wurde mir in Böckingen gezogen, als der Anstieg in den Ortskern in Sicht kam und eine weitere Gehpause einforderte. Und dann gleich noch ein Anstieg. Tatsächlich waren's nur 11 und 3 Hm. Die folgende Neckarbrücke ist dann gar nicht mehr so schlimm wie erwartet. Wohl eben, weil sie erwartet war.

    Für die letzten gut drei KM brauchte ich dann 8:02/km, also allein da (und zu Beginn beim Pinkeln) die 3:47 über der 2:33 liegen lassen. Wobei all das mich nicht gehindert hat, beim Einbiegen ins Stadion noch an das Zielfoto zu denken und auf den letzten 100m auf Tartan noch mal 5:25/km zu schinden. Man weiß ja schließlich, was man seinen treuen Fans schuldig ist...

    Dann lehne ich erstmal übers Geländer, weil mir kurz schwindlig ist. Bin noch unentschieden, ob ich erst kotzen soll und dann umkippen oder umgekehrt. Nach wenigen Sekunden ist das aber schon wieder vorbei und ich raffe mich auf zu meiner letzten Amtshandlung bei einem der drei Käthchen. Artig senke ich mein Haupt und kriege was Schweres umgehängt. Jetzt aber nix wie ab zum Zielbier! Und da dann die erste große Enttäuschung über die Organisation - an einem einzigen Bierstand stehen mindestens sechs Schlangen nebeneinander und sind alle ellenlang. Ich mag nicht mehr und will nach Hause. Ich lasse Bier Bier sein, schlendere auf den großen Rasen mit dem Lidl-Zelt und reiße mir erstmal die Schuhe runter. Aber dann sehe ihn, den blöden Chip, der ja auch noch zurückgegeben werden will. Also schlendere ich über die Wiese zurück wo ich heute morgen einen Schleichweg zum Stadion sah, der jetzt sperrangelweit offensteht. Ein Sanitäter scheucht mich zurück - kein Durchgang. Also zurück auf den Sandweg, immer noch barfuß. Muss suchen, wo ich den blöden Chip loswerde und werde schließlich fündig. Ach ja, dieser blöde Mika-Chip ! Schon gestern abend zu Hause brauchte ich wohl fünf Versuche, um ihn so am Schuh befestigt zu bekommen, dass er mir nicht auf den Spann drückt. Das tat er auch 16 km lang nicht, bis ich in Horkheim - moralisch eh gerade angeschlagen - merkte, dass er doch drückt. Zum Glück hat mich der nachfolgende Jammer dann so abgelenkt, dass ich auf den letzten 5 km dann doch nichts mehr davon merkte. Zurück auf dem Rasen will ich eigentlich noch barfuß ein wenig austraben, aber ein unbestimmter Schmerz im linken Vorfuß rät mir aber davon ab. Jeder Knubbel im Rasen verdreht mir die Fußknochen und lässt sie schmerzen. Entnervt gebe ich auf und gehe zum Auto. Es kann gut sein, dass das ganze Nachspiel nach dem Zieleinlauf ein super freudiges gewesen wäre, wenn das Ergebnis anders ausgefallen wäre ...

    Zu Hause dann kurzer Bericht. Nun gäbe es sicher vieles Gute und Gesunde, was man nach so einer Anstrengung zu sich nehmen könnte und sollte, um optimal zu regenerieren. Aber mein Körper hat davon noch nichts gehört und verlangt etwas ganz anderes - er will eine Riesenportion Eis ! Und die kriegt er, denn auf seinen Körper soll man ja immer hören.
    Zuletzt überarbeitet von RunningPotatoe (07.05.2018 um 16:00 Uhr)

  7. Folgenden 4 Foris gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    Biene77 (07.05.2018), Durchbeißerin (07.05.2018), emel (06.06.2018), mintgruen (09.05.2018)

  8. #1781
    Avatar von Czynnempere
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    Lidls mobile Straßensperren und Dein Paceläufer haben Dich ins Verderben gerissen.

    Das Gasgeben und Bremsen beim Passieren der gelbgewandeten Fußgänger hat Dir wahrscheinlich noch viel mehr Kraft geraubt - und Kohlenhydrate - als Du das zu diesem Zeitpunkt empfunden haben wirst.
    Und bestimmt hast Du immer mal Gas gegeben, um zu dem Paceläufer aufzuschließen - und an der Verpflegungsstelle hat et Dich gebremst

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  9. #1782
    Analogue native Avatar von geebee
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    Hallo Christoph,

    meinen uneingeschränkten Glückwunsch zur Erreichung Deines Ziels, nach so vielen Jahren mal wieder einen HM zu meistern, und vielen Dank für Deinen wie immer kurzweiligen Bericht.

    Bin sehr gespannt, wie die Reise weitergeht.

    Gee

  10. #1783
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von Czynnempere Beitrag anzeigen
    Lidls mobile Straßensperren und Dein Paceläufer haben Dich ins Verderben gerissen.
    Das ist aber jetzt nicht dein Ernst, oder ? Mein Verderben war die absteigende Form der letzten Wochen. Den Zugläufer wirklich einzuholen habe ich nur einmal versucht, nach der unfreiwilligen Pause gleich nach dem Start. Da hätte ich mir zum Aufschließen gerne noch einen KM mehr gönnen können. Danach habe ich eher so ein langes Gummiband zwischen uns gesehen - je größer der Abstand, desto größer ein leichter Zug, die Distanz wieder zu verringern. Das funktionierte bis über den Berg hinweg ziemlich gut. Da hat mir der Zugläufer sogar sehr geholfen, weil ich ohne ihn am Berg wahrscheinlich gnadenlos geballert hätte.

    Diesen Effekt - steil bergauf, steil bergab und dann zu schlapp zu sein, um flach zum Zieltempo zurückzufinden, kenne ich aus dem Training und die Befürchtung davor habe ich hier ja auch schon mehrfach thematisiert. Da kann der Zugläufer gar nichts dafür

    Zitat Zitat von Czynnempere Beitrag anzeigen
    Hauptsache, es hat trotzdem Spaß gemacht!
    Das hat es auf jeden Fall, bis km 16. Noch ein Event, mit dem ich eine Rechnung offen habe. Vielleicht sollte ich nächstes Mal nur die letzten 5 km laufen, dann sollte das Glück doch vollkommen sein.

    Übrigens: Auch wenn ich das unterwegs nicht so empfunden habe, muss das Wetter doch seinen Tribut gefordert haben. Ich bin mit meiner Zeit bei den Männern im 91. Perzentil gelandet, 9% waren langsamer als ich (DNF nicht gezählt, da in den Ergebnislisten nicht geführt). Letztes Jahr hätte ich mit derselben Zahl nur noch 4,9% des Feldes hinter mir gehabt. Das gesamte Feld war dieses Jahr also langsamer.

    In meiner AK M65 31. von 41.

    Ich glaube, da liegt noch einiges drin, was ich beeinflussen muss. Nur muss ich wohl kaum mehr trainieren, sondern eher smarter. Die Überlegungen dazu gehen in den nächsten Tagen wieder los

  11. #1784
    Avatar von Czynnempere
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    Doch, war mein Ernst, ich hatte meine eigenen - falschen - Schlüsse aus dem Bericht gezogen und von eigenen Erfahrungen her vermutet, das das zu ähnlichen Ergebnissen bei Dir führte.

    Ich erliege im Gas-Bremse-Gas-Modus zu Beginn eines Laufs zu oft der Versuchung, mich "frei" zu laufen und habe schon beim Versuch überpacet, an einem Paceläufer dran zu bleiben (besonders doof war der Königsforst HM 2017, total daneben gegangen).
    Vogel 🐦 fliegt
    Fisch 🐠 schwimmt
    Mensch läuft

    https://www.strava.com/athletes/19137562

  12. #1785
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    OK, ich fand den Zugläufer nicht ganz ideal, drum habe ich mich ja auch eher an seine lange Leine begeben und insbesondere am Berg mein eigenes Tempo gesucht und gefunden. Trotzdem waren wir oben fast zusammen. Als ich nach dem Berg ab KM 13 oder so wirklich versuchte, wieder an ihn ranzukommen, wurde das aber schon zäh. Vielleicht war er da etwas zu schnell, aber ich war da definitiv schon zu langsam.

    Was die "gelbe Gefahr" angeht, habe ich vielleicht etwas zu sehr dramatisiert (beim HM waren übrigens 795 Mitarbeiter von Lidl gemeldet!). Der superenge Abschnitt war von KM 2,7 bis 3,7, da habe ich ein paar Mal überholen und ausweichen müssen. Nachdem ich geschnallt hatte, wie die Neulinge ticken, habe ich natürlich einen Meter mehr Abstand gehalten - gerade nur so viel, das niemand anderes dies als Lücke ansah, in die er stoßen konnte. Auf dem restlichen Kurs war eigentlich Platz genug, dass ich mein Tempo laufen konnte. Nur als die Walker wieder hinzustießen, wurde es ungemütlich, weil ich keine Erfahrung darin habe, wie man mit "richtigen" Walkern und tatsächlich benutzten Stöcken im Pulk läuft. Stockenten im Park hat man, wenn man überhaupt lebend vorbei kommt, je meist schnell hinter sich.

    Ein Grund für den hohen Zeitverlust neben den Gehpausen am Schluss, war sicher auch die viele Zeit, die ich an den Wasserständen verbrachte. Ich habe es einfach nicht drauf, während des Laufens, wenn mein Atem einigermaßen heftig geht, effizient zu trinken. Bei einem Zehner kann ich es schon mal bei ein zwei Schluck belassen und den Rest ins Gesicht gießen. Bei einem HM, zumal bei dem Wetter, muss ich halt etwas mehr Zeit investieren.

    Einen Trick habe ich übrigens unterwegs gelernt. Ich hatte mich gegen eine Kappe entschieden, weil ich das nicht gewöhnt bin und ich das gestern als nicht sooo nötig eingestuft hatte. Aber die (relativ wenigen) Leute, die eine Kappe aufhatten, waren klar im Vorteil. An einigen Wasserständen und darüber hinaus in vielen Zuschauergrüppchen vor den Häusern waren Wasserkübel oder -wannen aufgebaut. Da tauchten die Mützenträger ihr Kappe schwungvoll ein und hatten dann eine Weile bestimmt eine super Extrakühlung für ihren Zentralprozessor.

  13. #1786
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von geebee Beitrag anzeigen
    meinen uneingeschränkten Glückwunsch zur Erreichung Deines Ziels
    Vielen Dank !

    Zitat Zitat von geebee Beitrag anzeigen
    Bin sehr gespannt, wie die Reise weitergeht.
    Ich auch. Werde mich in Kürze dazu äußern.

    An den Stand vom letzten Frühjahr, kurz vor der Achillesseuche, würde ich schon gerne nochmal anknüpfen. Da hatte ich zwar noch mehr trainiert, aber ich glaube nicht, dass das der springende Punkt war. Da war eher noch die bessere Grundlage da, an der muss ich arbeiten.

    Apropos Achilles - da muss ich meiner Sehne doch mal ein dickes, dankbares Lob aussprechen. In den letzten Wochen hat sie sich immer mal ganz leise gemeldet, eigentlich nur nachts, wenn ich mal wach war, oder morgens vor dem Aufstehen. Das war dann ein nur minimales Ziehen oder auch fast angenehmes Kribbeln, was ich eigentlich immer als Zeichen eines Heilungsprozesses interpretiere. Aber tagsüber merke ich gar nichts - kein morgendlicher Anlaufschmerz und nix beim/nach dem Laufen. Die zwei Schwellungen, die um Weihnachten noch deutlich spürbar waren auch nachdem die akuten Probleme weg waren, sind jetzt fast völlig verschwunden. Eigentlich nur noch spürbar, wenn ich den direkten Vergleich mit dem gesunden Fuß suche.

  14. #1787
    mühsam nährt sich das Eichhörnchen Avatar von Daniela67
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    Danke für den tollen Bericht! Man konnte fast mitlaufen Ich persönlich finde die Zeit super, gerade wenn man noch die äußeren Bedingungen und die Höhenmeter betrachtet. Ich hoffe du bist auch mit dir zufrieden. Jedenfalls herzlichen Glückwunsch! Du hast den Trolli geschafft Bin auch sehr gespannt wie es bei dir weiter geht
    Viele Grüße,
    Daniela

    Mein "Blog": Aus der Couchpotatoe wird eine Renn-Schnecke

  15. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Daniela67:

    RunningPotatoe (08.05.2018)

  16. #1788
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von Katz Beitrag anzeigen
    Hipp Hipp Hurra, liebe Rennkartoffel! Spitze Zeit! Herzlichen Glückwunsch!
    Danke dir !


    Zitat Zitat von Katz Beitrag anzeigen
    Bei der Hitze und den Höhenmetern ist das doch echt eine coole Zeit! Bestzeiten waren da doch nicht wirklich zu erwarten, oder?
    Habe ich inzwischen berichtet. Ich fand die Hitze gar nicht so extrem, weil ich viel Zeit an den Wasserstellen verbrachte

    Zitat Zitat von Katz Beitrag anzeigen
    Wir sollten uns den Marathon Deutsche Weinstraße 2020 vormerken! Da gibt es sogar während des Laufes Wein - da kannst du Schwämmchen in Rebenform in Weißwein tunken... Boah, da wäre ich durch mit dem Lauf...
    Wein gab's gestern auch unterwegs, z.B. im Weinberg auf dem Gipfel des Haigern. Allerdings keinen Weißwein, wie der Name der gestrigen Veranstaltung unschwer erahnen lässt ...

    Der Weinstraßenlauf hat's aber auch in sich - 240 Hm. Puuuh. Aber warum erst 2020 ? bist du 2019 so dermaßen ausgebucht ?

    Zitat Zitat von Katz Beitrag anzeigen
    Wieviel °C hattet ihr auf der Strecke?
    Beim Start dürften es 18°C gewesen sein. Zwei Stunden später dann 22°C. Aber sehr trocken (um die 40% r.F.). Also wirklich nicht sooooo schlimm.

    Zitat Zitat von Katz Beitrag anzeigen
    Was machen die Gebeine?
    Die südwärtige Po-Region zickt noch. Heute konnte ich aber problemlos 40 Getränkekisten in den Keller schaffen. Die hatte ich am Samstag nach dem Abgreifen der Startunterlagen noch geholt (Sonderangebot im Großmarkt). Aber dann habe ich mich nicht getraut, sie noch auszuladen, aus Angst mich im letzten Moment noch zu verheben.


    Zitat Zitat von Katz Beitrag anzeigen
    Wenn es dich tröstet: Mir geht es da wie dir... 10 km ist alles spitze, ab km 15 wird es holprig und ab km 18 wird es so richtig zäh. Markus meinte ja schon an anderer Stelle, dass da lange Läufe fehlen. Ich fürchte, er hat recht und ich bin ja schon dabei, das zu ändern...
    Ja ja, die Grundlagenausdauer ... auch mein Dauerthema. Ich find's übrigens toll, wie du jetzt aufdrehst - da wird man noch einiges von dir hören in nächster Zeit.

    Zitat Zitat von Katz Beitrag anzeigen
    Jetzt feiere erst mal so richtig!
    Yes Ma'am ! Gestern stieg schon das Sofafest ohne alles (außer Eis), heute geht schon etwas mehr. Außerdem habe ich jetzt einen selbst reparierten Rolladen zu feiern, ist doch auch mal was.

  17. #1789
    Avatar von Biene77
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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen



    Der Weinstraßenlauf hat's aber auch in sich - 240 Hm. Puuuh. Aber warum erst 2020 ? bist du 2019 so dermaßen ausgebucht ?
    Der HM bzw. M Deutsche Weinstraße findet nur alle 2 Jahre statt.
    Viele Grüße Biene




  18. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Biene77:

    RunningPotatoe (07.05.2018)

  19. #1790
    Avatar von Durchbeißerin
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    Meinen allerherzlichsten Glückwunsch zum gelungenen Trolli - ich freu mich wie Hulle, dass alles so glatt gelaufen ist und bis auf den muckenden Oberschenkel das ganze orthopädische Orchester munter mitgezogen hat bei dieser ungemütlichen Witterung... ich war bei meinem ersten Halben im Winter und Flachland unterwegs und das ist gar kein Vergleich mit dem Gelände, dessen Herausforderungen du dich in dieser Wärme so unerschrocken gestellt hast!!!

  20. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Durchbeißerin:

    RunningPotatoe (07.05.2018)

  21. #1791
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Danke, Durchbeißerin !


    Zitat Zitat von Durchbeißerin Beitrag anzeigen
    ich freu mich wie Hulle, dass alles so glatt gelaufen ist und bis auf den muckenden Oberschenkel das ganze orthopädische Orchester munter mitgezogen hat bei dieser ungemütlichen Witterung...
    Ja, ich staune selbst über meinen Körper. Heute ist tatsächlich schon wieder alles o.k., fühle mich sogar seltsam energetisiert - energetisiertes Wasser sozusagen, wie eine holländische Tomate in der Mikrowelle ...


    Lediglich der Oberschenkel zwickt noch ganz leicht, wenn ich die Hüfte sehr stark beuge, aber das ist seit vorgestern schon sehr stark zurückgegangen. Heute werde ich tatsächlich mal ein schüchternes "Erkundungsläufchen" wagen, wobei die Erkundung sich mal nicht auf die Außenwelt und den einzuschlagenden Laufkurs richtet, sondern mehr nach innen - ausführlicher Systemcheck halt.

  22. #1792
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von Biene77 Beitrag anzeigen
    Der HM bzw. M Deutsche Weinstraße findet nur alle 2 Jahre statt.
    Ah, verstehe ... ja, ist notiert. Dann roll' ich bereits die M70 von hinten auf ...

  23. #1793
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Standard Ein bisschen Analyse muss sein ...

    ... kann sie doch aufzeigen, warum ich mit weiten Teilen meines Trolli-Debüts sehr zufrieden bin und was die Probleme einleitete.

    Hier ein Ausschnitt aus den Aufzeichnungen meiner V800 (und ja, ich habe mir dann doch noch einen neuen Brustgurt geleistet, der traf tatsächlich noch kurz vor dem Lauf ein):

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Puls am Haigern (2).JPG 
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ID:	66514

    Der Ausschnitt umfasst die mittleren 10 km und reicht von KM 5,0 (Ortsausgang Sontheim) bis KM 15,0 kurz vor Horkheim. Was dazwischen lag, verrät ein Blick auf das Höhenprofil. Die HF-Bereiche, bezogen auf ein vermutetes HFmax=180 sind:
    grün: 85 - 90%
    gelb: 90 - 95%
    rot: 95 - 100% (kam gar nicht vor)

    Zunächst mal fällt auf, dass ich über den gesamten Berg hinweg mit 7:00/km (nach GPS) viel besser lag als befürchtet. Selbst nach Zuschlag der GPS-Abweichung war das exakt der erforderliche Gesamtschnitt für eine 2:29er Endzeit. Und dass ich mich am Berg trotzdem nicht abgeschossen habe, belegt die Pulskurve auch recht gut. Die zwei größeren Pace-Einbrüche bei KM 8,2 und 10,4 sind die Wasserstellen in Flein Ortsmitte und nach dem Haigerngipfel. Die weiteren vier scharfen Spitzen vor KM 10 hat meine Pumpe eigenmächtig hinzugeschummelt. Beim steilen Abstieg ging der Puls trotz 5:15er Pace sogar deutlich zurück (und sicher nicht nur wegen der ausführlichen Pause am Wasserstand).

    Was mich dann erst richtig abgeschossen hat, war das Flachstück nach dem steilen Abstieg. Dort wo der Gravitationsantrieb wegfiel und ich plötzlich aus eigener Kraft mein Tempo (und meinen Zugläufer) suchen musste. Auf dem einen Kilometer zwischen KM 11,7 und 12,7 ging die Pumpe auf durchschnittlich(!) 169 / 180 = 93,8 %. Ein Wert, den ich im Training nur ganz selten mal in kurzen Spitzen erreiche und jetzt gleich 6:34 Minuten lang. Das kam mir so hart gar nicht vor, aber es dürfte meinen Genickbruch eingeleitet haben.

    Der Abfall in Tempo und Puls bei KM 13 betrifft offenbar den minimalen Anstieg zur B27-Kreuzung. Ich kann mich ehrlich nicht erinnern, dort gewandert zu sein, aber alle Indizien sprechen anscheinend gegen mich. Die erste Gehpause nach dem Haigern, die ich erinnere, ist die bei KM 14,7. Und die war wirklich nötig. Kein Wunder, nachdem da der Puls für einen weiteren KM schon wieder bei durchschnittlich (!) 168 / 180 = 93,3% lag. Obwohl es auch auf diesem Abschnitt 5 Hm abwärts ging.

    Damit ist für mich klar - abgeschossen habe ich mich weder am Kotzbuckel noch beim steilen Abstieg von demselben. Abgeschossen habe ich mich erst anschließend im Flachen. Interessante Erkenntnis, die ich erstmal verdauen und beim nächsten Versuch angemessen berücksichtigen muss. Wahrscheinlich primär in Form von mehr Ausdauertraining.

    Was sich aber bestätigt, ist der Nutzen meines Hügeltrainings. Das werde ich auf jeden Fall beibehalten, gibt es doch hier in der Gegend kaum wirklich flache Läufe. Außer am Oberrhein, aber da schlagen dann oft die Temperaturen noch unerbittlicher zu.

    P.S.: Auf dringenden Wunsch einer treuen Leserin:

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	DSC_0003.jpg 
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ID:	66515

  24. #1794
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Standard KW 18 (30.04. bis 06.05.2018) --- 18. Planwoche (Stunde der Wahrheit)

    Tag Lauftyp Hm km ges. min/km Athletik Details Kommentar
    Mo Easy (hügelig) 158 10,0 7:54 hier
    Di
    Mi 3 x 1k HMRT 0 7,0 6:22 Mob hier
    Do Mob
    Fr Easy (flach) m. 6 ST 5 4,0 7:00 Mob hier
    Sa
    So Trolli HM (hügelig) 140 3,5 + 21,1 7:18 hier Endzeit 2:33:47
    Sum: 303 Hm 45,6 k Vorwoche
    Legende: siehe hier

    Wochenfazit
    Geschafft. Schon anderswo alles dazu gesagt.

    Ausblick: 1. Erholungswoche (0 ... 20 WKM)
    Obwohl ich mich schon wieder gut fühle - erstmal gründlich ausruhen. Allenfalls kurze Erholungsläufe.

  25. #1795
    Avatar von Friemel
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    Standard

    Auch von mir ein herzliches Dankeschön für den sehr schön anschaulichen Bericht.

    Im ersten Moment ärgert man sich vielleicht über verpasste Zeiten, aber im Endeffekt ist man doch meist stolz auf das Erreichte.

    Erhole Dich diese Woche gut. Hast Du noch weitere WK‘s für dieses Jahr geplant?
    Läuft bei mir...zwar rückwärts und bergab - aber es läuft

  26. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Friemel:

    RunningPotatoe (08.05.2018)

  27. #1796
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Standard

    Zitat Zitat von Friemel Beitrag anzeigen
    Im ersten Moment ärgert man sich vielleicht über verpasste Zeiten, aber im Endeffekt ist man doch meist stolz auf das Erreichte.
    Das Negative ist schon abgehakt, das Positive schwingt noch nach. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" (Sepp Herberger).

    Zitat Zitat von Friemel Beitrag anzeigen
    Erhole Dich diese Woche gut.
    Mach' ich - gehe gleich laufen.

    Zitat Zitat von Friemel Beitrag anzeigen
    Hast Du noch weitere WK‘s für dieses Jahr geplant?
    Ja...in. Das würde jetzt vorgreifen. Bin gerade dabei, meine Gedanken zu sortieren und zeitnah in Häppchen hier abzusetzen. So viel vorab - in den nächsten 3 Monaten ist Grundlagenarbeit angesagt, ich muss unbedingt mal von diesem permanenten Ermüdungsplateau runterkommen. Was nicht ausschließt, dass ich vielleicht mal einen kleinen, fiesen 10er als Trainingslauf einschiebe, so einen wie z.B. diesen hier. Den kann ich fußläufig erreichen (= 4 km Einlaufen).

    Stay tuned.

  28. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    Friemel (09.05.2018)

  29. #1797
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Standard Und wie geht's jetzt weiter ? (Teil 1)

    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Bin gerade dabei, meine Gedanken zu sortieren und zeitnah in Häppchen hier abzusetzen.
    Na, dann fangen wir doch am besten gleich mal damit an.

    Als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen möchte ich den Verlauf meiner letzten ca. drei Trainingsjahre mal in Kurzform Revue passieren lassen:
    • Phase 1 (“Projekt 10k”): ab Sommer 2015 Grundlagentraining, war aber durch erste Achillesepisode behindert. Dann spezifisches 10k-Training (Eigengewächs). Ergebnis des hügeligen 10k-Test-WK 6 Wochen vor dem Ziel-WK noch sehr gut im Plan, 3 Wochen später, also 3 Wochen vor dem Ziel-WK rapider Leistungsverfall. => Trainingsplan war zu lang, Grundlage nicht ausreichend.
    • Phase 2 (“Projekt Trolli-HM, die Unvollendete”): Im Juni 2016 noch durchtrainiert (200 km/Woche), dann aber zurückgeschaltet auf 100 km im Juli. Im August 150 km und im September bereits wieder 200 km. Lange Läufe mit bis zu 16 km moderat. Durchaus auch Tempoeinheiten, aber weniger und nicht so intensiv. Der Herbst 2016 war also eher ein Grundlagentraining; ein spezielles WK-Ziel lag da ja auch nicht vor. Im Sommer zwar Probleme mit dem hinteren Oberschenkel/Piriformis, aber keine ernsthaften Verletzungspausen. Im Januar 10 Tage Pause wegen anderer Prioritäten; problemloser Einstieg in den HM-Trainingsplan von Pfitzinger (15 Wo bis max. 80 WKM). Abbruch nach 12 Wochen wg. Achilles. => Grundlage war gut, aber Plan zu lang und zu hart. Trolli ade.
    • Phase 3 (“Projekt Trolli-HM, die 2.”: Lange Verletzungsphase wg. Achilles. Im Mai – Sep immer wieder mal gelaufen, aber nur 200 km insgesamt und ganz ohne Tempo). Diese Pause war ein ganz anderes Kaliber als die kurze Schonzeit im Juli ein Jahr davor. Die hat mich richtig runtergezogen, +10 kg bis Jahresende waren der sichbare Beweis. Okt-Dez gutes Ramp-up, aber eine echte Grundlage wie ein Jahr vorher konnte das natürlich nicht erbringen. Ab Anfang Jan 2017 dann eigener, ambitionierter HM-Plan über 18 Wo. Es ging voran, hinkte den Leistungen des Vorjahres aber stets konstant (gefühlt: 40s/km) hinterher. Ich blieb zwar von Verletzungen verschont, war aber praktisch immer müde. Den HM zwar geschafft, aber fehlende Ausdauer zeigte sich nach 2/3 des Laufs. => Hart trainiert, aber Grundlage nicht ausreichend.

    Gee hat also vollkommen Recht mit seiner Kurzanalyse:

    Zitat Zitat von geebee Beitrag anzeigen
    Folgender Gedanke:

    Wenn ich die letzten 2 Jahre noch überblicke, hast Du immer einen recht langgezogenen 'ramp-up', bei dem Dir auf dem Weg zum Zielwettkampf so ein bisschen die Luft ausgeht, mal Verletzung, mal Einbruch. Wenn sich das tatsächlich als Muster herauskristallisiert, wie wäre es denn, diesen 'ramp-up', also die Steigerung von Trainingsumfang und -Intensität zum Wettkampf hin, ein wenig kürzer zu gestalten, vielleicht 6 Wochen mit 2 Taper-Wochen? Davor trainierst Du auf einem Niveau, dass Du gut auf Dauer wegsteckst, z.B. 40 - 50 Wochenkilometer bei 4 Trainingseinheiten, die ruhig abwechslungsreich gestaltet werden können. Ich denke, dass Du das Optimum von intensiven Training und Regeneration noch nicht gefunden hast. Dieses Optimum ist sicher bei Dir sehr individuell.
    (Und manch anderer Mahner hat hier schon Ähnliches gesagt). Mir fehlte meist eine ausreichende Grundlage, bevor ich WK-spezifisch dann in die Vollen ging, nur um mich da zum Ausgleich extra hart zu knüppeln. Nur bei Phase 2 hat’s lange funktioniert, bis der zu harte WK-Plan und ein einziger übermütiger Berglauf einen Monat vor dem Trolli alles stoppte.

    Es ist diese Phase 2, an die ich jetzt anknüpfen möchte und, wie ich meine, auch anknüpfen kann. Ich komme jetzt unverletzt – wenn auch übermüdet – aus einer harten Trainingsphase und kann jetzt nach ausreichender Regeneration in eine produktive Grundlagenarbeit eintreten. Das soll in den nächsten 3 Monaten absoluten Vorrang haben.

  30. #1798
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    Standard Di, 08.05.2018 --- Easy Run 5k flach

    Die ersten Schritte ... und das bei +27°C um 18:00 Uhr, aber sehr trocken (22% r.F. = Taupunkt 2°C !) und frisch windig (Ost, 3Bft) und deshalb gar nicht mal so unangenehm. Denn das gehört zu den Neuerungen der nächsten 3 Monate, wo's ja eh geruhsam zugehen wird: Die Hitze suchen, statt meiden, bei Sonne immer eine Mütze auf den Kopf, um mich endlich mal dran zu gewöhnen. (Muss das Tragen einer Mütze doch tatsächlich erst noch lernen.)

    Ich will auch nicht mehr so rumschlurfen, lieber etwas frischer, aber im Rahmen, und dafür kürzer laufen.

    Heute nur 5,0 km @6:59/km, Puls auf den letzten 4 km bei 143 / 180 = 79,4%. Es ist alles müde und schwergängig, aber erstaunlich schmerzarm. Selbst der hintere Oberschenkel verstummt nach 2 km. Bin froh, als es vorbei ist, aber auch froh, es gemacht zu haben. Polars Erholungsstatus sagt mir voraus, dass ich erst in 4 Tagen von "sehr belastet" nach "belastet" rutsche und einen Tag später nach "ausgeglichen". Eigentlich gar nicht so doof. Das heutige Läufchen hat dem Riesenbalken nur eine Strichstärke draufaddiert.

    Wie auch immer Polar zu seinen Bewertungen kommt, diese Woche geht es bei mir auf jeden Fall urgemütlich zu.

  31. #1799

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    Wie Polar zu einen Bewertungen kommt, ist mir manchmal auch schleierhaft... Aber gut...
    Ich frage mich derzeit, ob die M400 4,5-5 Stunden mit GPS übersteht oder ob ihr da nicht schon vorher der Saft ausgeht - wäre ja super-ärgerlich... Muss ich da jetzt etwa eine Powerbank kaufen oder wie jetzt? Ach ja... Waren das noch Zeiten mit den guten alten Batterien,die einfach mal ein paar Tage durchgehalten haben...
    sportliche Ziele 2020: 2:10 oder besser - man wird ja noch träumen dürfen...

    Trolli 17.05.2020
    Stuttgartlauf 28.06.2020
    Baden(halb)marathon 20.09.2020
    Schwarzwald(halb)marathon 11.10.2020

  32. #1800
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    Das hilft dir jetzt sicherlich gar nicht weiter, aber meine 3 Jahre alte V800 ist da vorbildlich. Wenn ich schon bis zu 3h unterwegs war, hat die Batterienzeige nie weniger als 85 bis 90% angezeigt. Na gut, Anzeige und tatsächliches Speichervermögen sind natürlich zwei Paar Schuhe. Kannst du das nicht einfach mal im Alltag ausprobieren, wie lange die durchhält hält ? Oder hier im richtigen Subforum nachfragen ...

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