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  1. #676

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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Oh, oooh, das mit dem Schwindel hört sich ungut an. Noch gar kein Fortschritt bei der Ursachenforschung?

    Jetzt genieße mal die Weihnachtstage, Plan hin oder her, und im Neuen Jahr sieht's wieder ganz anders aus! Ich wünsche dir schöne, geruhsame Feiertage:
    Tja, der Schwindel... Ich habe da immer noch keine Erklärung. In den letzten Monaten bin ich so intensiv vom Hausarzt und dem Kardiologen untersucht worden, trotzdem kann mir niemand sagen, warum ich dauernd umkippe. Auf dem Papier bin ich kerngesund. Leider weiß mein Körper das nicht und vergisst ab und zu, das Hirn weiter mit Blut zu versorgen.

    Ich mache mir das jetzt ganz praktisch zu Nutzen und sehe es schlicht als Indikator für Überlastung. Muss nicht unbedingt körperlich sein, kann auch psychisch sein. In die Falle der psychischen Überlastung tappe ich ja oft und mute mir mehr zu, als ich verkraften kann. Wenn ich mich gut fühle, gibt es einfach keine Grenzen für mich. Die setzt mir dann mein Körper, damit ich auch gehorche .

    Das Zusammenspiel von Körper und Psyche geht irgendwie ohne klare Trennlinien. Jede Gefühlsregung hat unmittelbar auch körperliche Auswirkungen wie Herzrasen, Schweißausbruch, Migräne.
    Ruhe und Erholung ist unglaublich wichtig für mich, um rundum gesund zu bleibe. Ruhe ist dabei wörtlich zu nehmen, in totaler Stille fühle ich mich richtig wohl. Keine Musik, keine Gespräche, kein Lärm, nur Stille .

    Deswegen grusele ich mich auch vor den kommenden Weihnachtstagen mit Familie. Alle wollen Aufmerksamkeit, jeder plappert auf mich ein. Ist das totale Gift für mein Seelchen, aber drei Tage im Jahr muss ich mich halt benehmen, wie es von mir erwartet wird. Wenn ich könnte, würde ich lieber jeden Tag allein durch den Wald laufen und mit meinen Katzen auf dem Sofa sitzen.

    Ich bin froh, wenn Weihnachten vorbei ist.

  2. #677
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    Ja, Familie ist etwas Herrliches, wenn sie kommt mit all ihrem Leben und Trubel und all ihren schrecklichen Wichtigkeiten. Aber genauso wenn sie wieder geht.

    Wäre es nicht mal eine Möglichkeit, dir deinen Mann zu schnappen und Euch über Weihnachten irgendwo in eine verträumte Pension im hintersten Winkel der Berge zurückzuziehen? Da sollte man doch jede Menge Ruhe finden, ausgiebige Spaziergänge im knirschenden Schnee. Und der Familie das frühzeitig sachlich ankündigen, bevor die ihrerseits ihre Weihnachtspläne (bei euch) schmiedet. (Zugegeben, für dieses Jahr dürfte der Tipp wohl etwas zu spät kommen.)

  3. #678
    01.10.2025 Avatar von d'Oma joggt
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Ruhe und Erholung ist unglaublich wichtig für mich, um rundum gesund zu bleibe. Ruhe ist dabei wörtlich zu nehmen, in totaler Stille fühle ich mich richtig wohl. Keine Musik, keine Gespräche, kein Lärm, nur Stille .

    Deswegen grusele ich mich auch vor den kommenden Weihnachtstagen mit Familie. Alle wollen Aufmerksamkeit, jeder plappert auf mich ein. Ist das totale Gift für mein Seelchen, aber drei Tage im Jahr muss ich mich halt benehmen, wie es von mir erwartet wird. Wenn ich könnte, würde ich lieber jeden Tag allein durch den Wald laufen und mit meinen Katzen auf dem Sofa sitzen.

    Ich bin froh, wenn Weihnachten vorbei ist.
    Ich habe eine Lösung für dein Problem: Gehe in die Plege!
    Ich arbeite seit Jahrzehnten Weihnachten (gut letztes Jahr bestanden meine Jungs auf freies Weihnachten , überlebt habe ich es ganz knapp)
    Ich gehe so gerne laufen - weil ich dann mit mir alleine sein darf
    12.05.2007 / 12.05.2012 / 09.04.2013 / 27.05.2017
    ...an Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
    An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
    In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
    Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
    (Toten Hosen)
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    BIG 25 Berlin 2015 HM 2:14:xx

  4. #679

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    Zitat Zitat von d'Oma joggt Beitrag anzeigen
    Gehe in die Plege!
    Was ist das?

  5. #680
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Eine vernünftige Autokorrektur hätte daraus wenigstens "Plage" machen können.

  6. #681
    01.10.2025 Avatar von d'Oma joggt
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Was ist das?
    Der tollste Beruf, den es gibt - nur die Arbeitsbedingungen bringen einen dazu von Pflege zu träumen und dann nix mehr gescheit aufs Papier zu bekommen

    Frohe Weihnachten!
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    BIG 25 Berlin 2015 HM 2:14:xx

  7. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von d'Oma joggt:

    FeldWaldWiese (22.12.2019)

  8. #682

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    Das Laufprogramm mag mich nicht . Es gab wieder Gemecker, weil ich die Zeiten in den niedrigen Pulsbereichen nicht eingehalten habe. Also nochmal vier Wochen nachsitzen mit dem bisherigen Programm.

    Plan: 11 Minuten Aufwärmen, 4x 3 Minuten schnell, 3 Minuten langsam, 5 Minuten Auslaufen = 40 Minuten

    Ich fühle mich heute nicht besonders leistungsfähig. Habe schlecht und wenig geschlafen und war bei der Arbeit sehr unkonzentriert. Und dann soll ich rennen? Wenigstens erscheinen mir 3-Minuten-Intervalle kurz genug, um sie irgendwie hinzukriegen.

    Das Aufwärmen wird zum Dauergequatsche mit meinem Mann. Wir haben so viel zu erzählen, ich bin ganz erschrocken, als das erste Intervall losgeht. Natürlich pünktlich zur kleinen Steigung. Ich gebe mein Bestes, und das sind heute 6:26.
    Das nächste Intervall geht leicht bergab. Ich freue mich über 5:35, die sich richtig gut anfühlen.
    Intervall 3 geht ganz leicht bergauf mit 6:16, Intervall 4 ebenfalls sanft bergauf mit 6:15

    Das liest sich einfacher, als es war. Ausgerechnet auf den Intervallstücken gab es zusätzlich Gegenwind. Ich maule meinen Mann an, dass er gefälligst vor mir laufen soll, damit ich Windschatten habe. Er kriegt sich nicht mehr ein vor Lachen, denn eigentlich habe ich ihm ja verboten, vor mir zu laufen . Mir macht das Anrennen gegen Berg und Wind schlechte Laune. Zum Glück ist mein Gatte so ein Sonnenschein, der mich ganz schnell wieder aufgemuntert bekommt.

    Insgesamt 6,84 Kilometer, Dauer 47:26 Minuten
    Pace 6:55, Puls 147

    Mein Mann hat vorgeschlagen, dass wir an einem Silvester-Lauf hier in der Nähe teilnehmen sollen. Die Strecke ist aber knapp 7 Kilometer lang. Ich bin mir unsicher, ob ich mir das zutrauen kann. Eine Woche habe ich ja noch Zeit, mir das zu überlegen.

    Schöne Weihnachten an alle Mitleser.

  9. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    RunningPotatoe (23.12.2019)

  10. #683

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    Mittwoch, 1. Weihnachtstag

    Die Feiertagsplanung sah ein Mittagessen bei der Familie vor, der Laufplan 30 Minuten lockeres Laufen. Um das alles zeitlich auf die Reihe zu kriegen, laufen wir morgens. Ich habe wie ein Stein geschlafen und werde gar nicht richtig wach. Um kurz nach 9.00 Uhr trabe ich sehr lustlos neben dem Gatten her. Nichts macht Spaß, ich bin müde und unzufrieden. Ich laufe die halbe Stunde irgendwie runter und mache einen Haken an den Lauf.

    4,56 Kilometer, Dauer 33:17 Minuten
    Pace 7:19, Puls 145

    Freitag

    Plan: 1 Stunde langer Lauf

    Die ganze Woche freue ich mich auf diesen Lauf. Als wir kurz nach Mittag starten, ist das Wetter ein Traum. Sonnenschein und Windstille, ich liebe es.
    Für die Beine fühlt es sich etwas angestrengter als die Wochen zuvor an, aber ich genieße das tolle Wetter mit jedem Schritt.

    8,38 Kilometer, Dauer 1:04:23
    Pace 7:41, Puls 137

    Heute, Sonntag

    Plan: 30 Minuten locker Laufen

    Ich merke schon nach ein paar Schritten, dass es heute hart wird. Es ist mit -2 Grad knackig kalt, aber wieder scheint die Sonne. Die matschigen Feldwege sind gefroren und prima laufbar. Trotzdem komme ich nicht in Gang. Mein Mann neben mir läuft wie ein Uhrwerk, aber bei mir klettert der Puls stetig hoch, obwohl ich mich kaum bewege.
    In mir tobt der Gedankenkrieg. Warum bin ich so untalentiert? Ich werde NIE ein richtiger Läufer! Den Silvesterlauf kannst du dir abschminken, du bist einfach zu schlecht. So geht das die ersten 3 Kilometer, dann kann ich nicht mehr.
    Ich will auch nicht mehr laufen, am besten nie mehr. Ganz langsam gehe ich neben meinem irritierten Mann her und kämpfe mit den Tränen. Mental bin ich total durch. Die Feiertage sind zwar vorbei, aber es fühlt sich so an, als wenn die Anspannung, unter der ich die ganze Zeit stand, sich jetzt mit einem Schlag löst.
    Da mir kalt wird, laufe ich wieder los. Zeit, Entfernung, Puls, mir ist alles egal. Ich bekomme die Beine kaum vom Boden hoch, kicke hinter alle Steine, die im Weg liegen. Nach 5 Kilometern kommt der Schwindel und zieht mir den Stecker. Ich stoppe die Uhr und torkele von links nach rechts über den Weg. Mein Mann hält mich fest und jetzt kommen die Tränen. Ich lege mich ins Gras, heule Rotz und Wasser und warte, dass das Blut das Gehirn wieder versorgt. Nach etwa 2 Minuten kann ich wieder aufstehen, und wir gehen langsam nach Hause. Ich werde nicht am Silvesterlauf teilnehmen.

    Nach Hause sind es noch ca. 1,5 Kilometer, da kommt uns eine junge Frau auf einem Pferd entgegen. Sie hat sich verlaufen (oder besser: verritten) und möchte dahin, wohin wir unterwegs sind. Sie und ihr schöner Wallach sind eine willkommene Abwechslung für mich. Wir bieten ihr an, dass wir zusammen gehen/reiten können.
    Durch die lange Pause ist uns jetzt ordentlich kalt geworden. Ich fühle mich wieder besser und frage die Reiterin, ob sie auch etwas schneller kann. Sie grinst und wir setzen uns in Bewegung. Das Pferdchen hat offensichtlich Spaß am Rennen mit den beiden Menschen, es schnaubt fröhlich vor sich hin.

    Ich laufe völlig problemlos, jeder Schritt ist mühelos und macht Spaß. Sogar den Hausberg hoch renne ich, ohne mich groß anstrengen zu müssen. Mein Mann hat Mühe, mir zu folgen. Ich könnte so noch ewig weiterlaufen.
    Sir treffen eine Nachbarin, die mit Hund unterwegs ist und schon von weitem ruft und lacht. Sie findet die Kombination aus laufenden Menschen und trabendem Pferd richtig toll. Wir auch, so einen schönen Laufkumpel hatten wir noch nie.

    Vor unserer Haustür verabschieden wir uns von der Reiterin. Lachend und glücklich betrete ich das Haus. Meine Güte, was war das heute? Erst das heulende Elend, dann der blutleere Kopf und am Ende noch der Geschwindigkeitsrausch mit vierbeiniger Begleitung!

    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll und melde mich beim Silvesterlauf an.

  11. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    Catch-22 (29.12.2019), RunningPotatoe (29.12.2019)

  12. #684
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    Danke, dass du uns so offenherzig auf euren heutigen Lauf mitgenommen hast - sehr bewegt und sehr bewegend.

    Bei uns allen geht die Stimmung, was das Laufen betrifft, mal rauf und mal runter. Bei fast allen wohl etwas weniger extrem als bei dir, aber doch immer wieder mal. Und trotzdem gehört das Laufen doch zu den schönsten Dingen unseres Lebens, oder? Zumindest bei klirrender Kälte und strahlendem Sonnenschein.
    Und mit hübschen Pferdchen als Sparringspartnern.
    (Mir kamen gestern insgesamt 8 Pferde mit 7 Reitern entgegen. Allerdings hätte ich umkehren und den Berg nochmal raufrennen müssen, um sie platt zu machen - war mir dann doch zu aufwändig.)

    Beim Silvesterlauf wirst du all deine Zweifel gnadenlos in Grund und Boden rennen. Ich wünsche dir/euch viel Erfolg, viel Spaß und einen guten Rutsch!

  13. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    FeldWaldWiese (29.12.2019)

  14. #685

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    Silvesterlauf

    Ich bin ja überhaupt kein Wettkampftyp, entsprechend nervös bin ich den ganzen Vormittag. Trinke ich genug? Was ziehe ich an? Wie werde ich auf die Menschenmenge reagieren? Hält mein Kreislauf durch?
    Meine Güte, es ist nur ein Dorfrennen, an dem überwiegend Familien teilnehmen, aber mein Kopf macht daraus eine Olympiade .

    Da ich ein Nervenbündel bin, ziehen wir uns an und fahren zur Veranstaltung, obwohl noch über eine Stunde Zeit ist. Ich werde meine Nerven besser in den Griff bekommen, wenn ich mir vor Ort alles genau ansehe und auf mich wirken lasse.
    Wir holen die Startnummern ab und sehen uns in Ruhe um. Ich treffe eine Kollegin, wir reden ein paar Worte. So langsam komme ich in der Atmosphäre an und etwas zur Ruhe.
    Mit 6 Grad ist es zu kalt, um einfach nur rumzustehen. Wir bringen unseren Kram zum Auto und befestigen die Startnummern. Dann laufen wir ganz langsam um den Block, um etwas Wärme in den Körper zu bekommen. Ich bin ja kein schneller Läufer, aber so einen kompletten Kaltstart im Winter will ich mir nicht antun. Und tatsächlich, die Bewegung nimmt noch viel von meiner Unruhe und Aufregung weg. Zum Schluss will ich wissen, wie sich Geschwindigkeit heute anfühlt und mache für ein winziges Stück Tempo. Hmh, ja, geht.

    Wir treffen die Kollegin am Start wieder, als wir uns im Pulk aufstellen. Ich bin mal mutig und stelle mich nicht ganz hinten hin . Wir wünschen uns einen tollen Lauf, dann geht es los. Naja, erstmal geht vor lauter Gedränge und Geschiebe gar nichts los. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich frei laufen können. Ich bin froh über meinen aufgewärmten Körper und komme erstaunlich gut in Gang. Mit meinem Mann ist verabredet, dass jeder sein eigenes Rennen läuft. Ich gucke mal, wie lange ich mit ihm mithalten kann. Auf dem ersten Kilometer gelingt mir das ganz gut. 6:37 steht auf der Uhr, was ich bei dem schleppenden Start ganz erstaunlich finde.
    Auf dem 2. Kilometer verlässt mich mein Mann und läuft davon. Gute Reise! Die Strecke geht kreuz und quer durch den Ort, und bei einer Kurve rempelt mich von hinten ein Berg von einem Mann an. Ich sehe mich schon ungebremst auf den Asphalt knallen, kann mich aber zum Glück noch abfangen. Immerhin habe ich noch die Kraft, ihn ordentlich anzubrüllen. Der Gorilla entschuldigt sich kleinlaut und tappst von dannen. Mir treibt der Schubser vor Wut den Puls noch weiter hoch, aber mit 6:05 auf der Uhr bin ich super unterwegs.

    Auf dem 3. Kilometer läuft es immer noch prima. Ich habe Zeit, mir die Leute um mich herum anzusehen. Ich freue mich über die Zuschauer, die uns anfeuern. So langsam bildet sich eine lockere Gruppe um mich herum. Aha, da sind die beiden jungen Mädchen, das Paar in gleichen Klamotten, der ältere Herr, der ungute Geräusche mit der Nase macht, und natürlich die Krawall-Oma, wie ich sie im Stillen getauft habe. Einige Jährchen älter als ich, etwas kleiner, aber mit riesigen Kopfhörern bewaffnet, aus denen unfassbarer Krach dröhnt. Ich weiß nicht, was Oma hört, Volksmusik ist es jedenfalls nicht. Irgendwas aus dem Bereich irre laute Rockmusik, die ihr eigentlich die Trommelfelle platzen lassen müsste.
    Sie wird mein Fixpunkt in diesem Durcheinander. Sobald ich sie von hinten anlärmen höre, werde ich schneller . 6:11 für den dritten Kilometer.

    Ich werde müde, das halte ich nicht mehr lange durch. Aber die Strecke ist mit 6,9 Kilometern noch lange nicht zu Ende. Ich muss irgendwas machen. Einfach nur langsamer werden hilft mir jetzt nicht viel. Mein Puls ist bei 170+, der muss jetzt schnell runter. Und so mache ich auf den nächsten drei Kilometern jeweils eine Minute Gehpause. Ich hole meine Gruppe immer wieder ein, baue durch die kurzen Pausen aber nicht komplett ab.
    6:40, 6:40, 6:34 für die Kilometer 4, 5 und 6.

    Es geht langsam aufs Ziel zu. Meine Beine mögen inzwischen nicht mehr. Aber hier stehen so viele Leute und feuern uns an, da mache ich bestimmt keine Gehpause mehr. Ich hole den letzten Rest Kraft aus den Geheimreserven (6:22!) und habe nur noch die Uhr über dem Ziel im Blick.
    Mein Wunsch war es, unter 45 Minuten zu bleiben. Manchmal werden Wünsche wahr . Bei 43:00 überquere ich die Ziellinie.

    Mein Mann wartet direkt hinterm Ziel auf mich. Ich lasse mich kraftlos in seine Arme fallen. Gleich danach muss ich mich erstmal auf den Boden setzten und ein paar Augenblicke zu Atem kommen. Nach einem Becher Tee geht es mir blendend, und ich plappere auf meinen Gatten ein . Er ist mit seinem Lauf sehr zufrieden. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich das so gut hingekriegt habe.

    Guten Rutsch und ein tolles 2020 .

    Für die Statistik:
    6,90 Kilometer, Dauer 43:00
    Pace 6:15, Puls 163 (max. 174)

  15. Folgenden 6 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    Catch-22 (02.01.2020), d'Oma joggt (31.12.2019), dicke_Wade (01.01.2020), Durchbeißerin (31.12.2019), Kralle (01.01.2020), RunningPotatoe (01.01.2020)

  16. #686
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Großartig! Ich freue mich sehr über deinen wunderbaren läuferischen Jahresabschluss

    Gruss Tommi


    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

  17. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von dicke_Wade:

    FeldWaldWiese (01.01.2020)

  18. #687

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    Plan: langer Lauf, 1 Stunde

    Nach dem Silvesterlauf waren zwei Tage Pause dringend nötig. Ich hatte zwar keinen Muskelkater, war aber total platt. Wie wird sich das wohl heute auswirken?

    Das Wetter war so semi-gut, 6 Grad zwar, aber mit Nieselregen unterschiedlichster Ausprägungen und leichtem Wind. Um so erstaunlicher, dass mein Mann mit von der Partie ist.
    Auf den ersten Metern fühlt sich alles noch recht ordentlich an, aber ab KM 3 spüre ich Müdigkeit und Unwillen aus allen Ecken des Körpers. Der Puls dagegen ist stramm auf dem Weg nach oben . Ab hier ist mir klar, dass ich die Pulsvorgabe des Programms heute im Leben nicht umsetzen kann. Bevor ich mir unsinnigen Stress mache, hake ich den Plan für heute ab und laufe, wie es eben geht. Wir laufen ein fast konstantes Tempo von 7:30 auf der gesamten Strecke. Wenn die Beine mal so gar nicht wollen, krame ich den Gedanken „Laufen ist Kopfsache“ nach vorne ins Bewusstsein und blende das Gemecker der unteren Körperregion aus. Klappt gar nicht so übel . Wenn ich gar nicht mehr weiter will, bitte ich den besten Ehemann von allen um ein paar nette Worte. Es sagt dann meistens etwas, was mich total zum Lachen bringt, und schon kann ich weiterlaufen. Unser Klassiker „Schön fokussiert bleiben“ funktioniert immer. Den Spruch finde ich so unglaublich dämlich, gefolgt von „Wir sind gleich da“ und „Du schaffst das“.

    Warum mich das zum Lachen bringt? Ich bin während des Laufens völlig immun gegen gutes Zureden von außen. Ich habe auf gutgemeinte Aufmunterungen schon mit Stehenbleiben und „Willst du mich verarschen?“ reagiert. Und so sind im Lauf unserer gemeinsamen Läufe viele Sprüche hängengeblieben, die wir jetzt mit diesen komischen Situationen verbinden.
    Mhm, macht das eigentlich Sinn, was ich hier schreibe? Ich bekomme eine nett gemeinte Aufmunterung, auf die ich mit heftiger Gegenwehr reagiere. Beim nächsten Mal biege ich mich vor Lachen über den Spruch und kann locker weiter laufen. Ich bin wohl doch ganz schön gaga, wenn es ums Laufen geht. Was habe ich nur für einen großartigen Gatten, der damit umgehen kann .

    Ach so, gelaufen wurde ja heute auch noch:
    8,37 Kilometer, Dauer 1:02:55
    Pace 7:30, Puls 145

  19. #688

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    Meinem Plan habe ich diese Woche eine Pause gegeben. Durch den Silvesterlauf ist ohnehin alles durcheinander geraten. Montag geht es mit dem Plan weiter, aber heute ist die kurze Sonntagsrunde nach Lust und Laune dran.

    Die Beine sind noch nicht ganz fit. Puls und Tempo sind mir heute egal, ich laufe einfach so, wie es sich gut anfühlt. Natürlich habe ich auch im Kopf, dass in den letzten Woche oft beim Sonntagslauf der Schwindel zugeschlagen hat. Ich höre bei jedem Schritt in mich hinein und beobachte, was sich tut. Aber außer, dass es bei der Steigung auf KM 3 anstrengend wird, passiert nichts.

    Das tat richtig gut, einfach ohne Plan nur nach Körpergefühl zu laufen.

    5,02 Kilometer, Dauer 35:50 Minuten
    Pace 7:08, Puls 153
    Tierbegegnung: 1 rotes Eichhörnchen 🐿

  20. #689
    Avatar von Lareia
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    So ein Lauf tut sicher gut, schön, dass du ihn entspannt (bis auf ein bisschen Reinhorchen 😏) genießen konntest.

    Immer nett zu lesen, deine Tierbegegnungen 🤗

    Ich wünsche dir ein gutes Laufjahr 🏃🍀👍, wir lesen uns.

  21. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Lareia:

    FeldWaldWiese (05.01.2020)

  22. #690

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    Habe gerade in die letzten Beiträge Deines Blogs reingelesen, danke für die lebendigen Erzählungen, und auch vielen Dank für die authentische Innensicht!
    Der Silvesterlauf klingt toll, ich wünsch Dir ein tolles Laufjahr 2020!
    Liebe Grüsse!

  23. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Kaffeekamel:

    FeldWaldWiese (05.01.2020)

  24. #691

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    Zitat Zitat von Lareia Beitrag anzeigen
    Immer nett zu lesen, deine Tierbegegnungen 🤗

    Ich wünsche dir ein gutes Laufjahr 🏃🍀👍, wir lesen uns.
    Ich freue mich immer so sehr, wenn ich unterwegs ein Wildtier sehe .
    Freitag und heute sind wir auch an riesigen Schafherden vorbeigelaufen. Herrlich, wie die Tierchen uns total verdutzt nachgesehen haben .

    Wir lesen uns auf alle Fälle, schließlich sind wir gemeinsam durch die Laufkrise im letzten Jahr gestolpert

    Zitat Zitat von Kaffeekamel Beitrag anzeigen
    Habe gerade in die letzten Beiträge Deines Blogs reingelesen, danke für die lebendigen Erzählungen, und auch vielen Dank für die authentische Innensicht!
    Der Silvesterlauf klingt toll, ich wünsch Dir ein tolles Laufjahr 2020!
    Liebe Grüsse!
    Willkommen in meinem Tagebuch.
    Laufen bedeutet für mich so viel mehr als reine Bewegung, das versuche ich hier rüberzubringen.

    Auf das Laufjahr 2020 freue ich mich sehr. Im letzten Jahr habe ich ja ordentlich geschwächelt und über den Sommer fast die Lust verloren. Aber zur Zeit bin ich total motiviert, meinen unwilligen Körper richtig in Schwung zu bringen. Das Laufprogramm, dem ich folge, macht mir mächtig Beine. Außerdem sollen 10 KG verschwinden, die mich nicht nur leichter, sondern auch schneller machen werden. Das Gewicht soll in 6 Monaten stimmen. Mit überwiegend veganer und zuckerfreier Ernährung geht das, ohne dass ich hungrig bin. Habe ich vor zwei Jahren schonmal gemacht, da konnte man zusehen, wie die Kilos mich verließen und die Laufform immer besser wurde.

    Ach ja, und dann das große Ziel: 5 Kilometer unter 30 Minuten. Das soll am 25. Juli in Bad Pyrmont passieren. Allerdings hat der Lauf ordentlich Höhenmeter, was das Vorhaben zusätzlich erschwert. Dieses Jahr schaffe ich das!

  25. #692

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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Dieses Jahr schaffe ich das!
    Bestimmt! Ich werde gespannt weiterlesen, wie es in der Vorbereitung klappt!

  26. #693

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    Montag

    Plan: Intervalle, 4x 3 Minuten schnell, mit Ein- und Auslaufen insg. 40 Minuten

    Es geht also wieder nach Plan. Und die Woche startet mit meiner ungeliebtesten Einheit, dem Gerenne. Na gut, bringen wie es hinter uns. Die 3 Grad draußen empfinde ich als sehr kalt. Aber die letzten Sonnenstrahlen am Nachmittag heben meine Laune. Geht es nur mir so, oder machen sich die länger werdenden Tage wirklich schon bemerkbar?

    Die 11 Minuten Warmlaufen sind ein zähes Ringen, um etwas Temperatur in den Körper zu bekommen. Gelingt nicht gut, die Handschuhe bleiben an den Händen, zwei Kapuzen auf dem Kopf, ich fange an zu schwitzen und trotzdem wünsche ich mir eine Wolldecke.

    Als der erste schnelle Abschnitt startet, geht es natürlich bergauf. Dabei ist das die flachste Strecke, die ich in unmittelbarer Hausnähe habe. Ich gebe mir Mühe und freue mich über 6:17.
    Das Programm gibt mir nicht vor, wie schnell ich die Intervalle laufen soll. Schnell halt, dabei soll mein Puls über 157 Schläge kommen.
    Der 2. schnelle Abschnitt ist zuerst minimal abschüssig, dann überwiegend flach. 5:39 krieg ich hin, hat mich aber schon mächtig geschlaucht. In der Pause muss ich ein paar Schritte gehen. Außerdem bekommt mein Mann die dringende Ermahnung, keinesfalls eine halbe Schuhlänge vor mir zu laufen. Das macht mich verrückt! Es gibt mir das Gefühl, ein Versager zu sein. Also, bitte entweder neben oder hinter mir laufen, aber NIE vor mir. So, das musste mal gesagt werden.
    Auf zum 3. Intervall, natürlich wieder mit Steigung. Ich jammere und stöhne und hämmere die Füße in den Boden, aber ich komme nicht vom Fleck. Dann taucht in meinem Augenwinkel der Gatte auf, der sich doch tatsächlich erdreistet, an mir vorbeizuziehen. Reden kann ich nicht mehr, die Luft wird gerade woanders gebraucht. Also knuffe ich ihm meine Hand ganz leicht an den Arm. Der brave Mann verzieht sich sofort auf seinen Platz, und ich kann mich auf mein Tempo konzentrieren. Das ist mit 6:38 wirklich langsam.
    Die anschließende Pause gehe ich, bis der Puls auf 145 runter ist und trabe den Rest langsam.
    Abschnitt 4 beginnt mit einem kleinen Anstieg, dann überwiegend flach und zum Ende geht es leicht bergab. Ich kann die ganze Zeit mein Tempo laufen, es wird mit 6:22 nochmal ganz gut.
    Danach ist es dann auch erstmal gut. Ich gehe ein paar Schritte, bis ich wieder reden kann, dann traben wir die Runde zu Ende und nach Hause.

    Insgesamt 6,78 Kilometer, Dauer 47:56 Minuten
    Pace 7:03, Puls 152

    Es war nicht gerade meine beste Leistung, aber ich bin froh, dass ich alle Intervalle durchgezogen habe. Mehr Positives fällt mir zu dem Lauf nicht ein.

  27. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    Catch-22 (07.01.2020)

  28. #694
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Mehr Positives fällt mir zu dem Lauf nicht ein.
    Mir aber: Du hast deinen Mann ja fast so gut dressiert wie Queen Lissy ihren Prinz Phillip. Der muss auch immer drei Schritte hinter ihr her tappen. Aber nie auch nur ein Mü davor. Sowas nimmt sich nur Donny, das Trumpel, heraus.

  29. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    FeldWaldWiese (07.01.2020)

  30. #695
    Avatar von Catch-22
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    Mein Mann darf auch nicht vor mir laufen, denn das kann er nicht. Ich laufe ihm dann immer in die Hacken. Er hat gefälligst neben oder hinter mir zu sein

    Hast dich gut durchgeschlagen, ich hab mich heute vor dem Tempo gedrückt.

  31. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Catch-22:

    FeldWaldWiese (07.01.2020)

  32. #696
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Prima! Hast es durchgezogen, da sei mal stolz drauf!

    Gruss Tommi

  33. #697

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    Mittwoch
    Plan: 30 Minuten lockeres Laufen

    Ich laufe auf meiner Waldrunde. Das Einlaufen ist eine mühsame Angelegenheit, die Beine wollen zuerst gar nicht. Nach 10 Minuten, als ich den Wald erreiche, wird es besser. Heute bin ich ohne Mann unterwegs. Das Laufen ohne Begleitung ist ganz anders, ich kann mich viel mehr auf mein Innenleben konzentrieren und Gedanken fliegen lassen, wohin sie wollen.
    Außerdem lasse ich auf einem kurzen Abschnitt mal die Beinchen fliegen. Ich lese ja immer beim Kartöffelchen mit, und seine Ausführungen zum Anheben der Fersen spuken mir im Kopf herum. Na gut, probiere ich mal aus. Es fühlt sich erst seltsam an, aber ich werde augenblicklich schneller . Ich halte die ungewohnte Bewegung ca. 1 KM durch, dann kehre ich zu meinem üblichen Trott zurück.
    Dieses kurze Experiment beschert mir übrigens am nächsten Tag einen hübschen Muskelkater in den Rückseiten der Oberschenkel. Da liegt wohl noch Arbeit vor mir...
    Kurz nach dem anstrengenden Füßchenheben kommt mein alter Begleiter, der Schwindel, um die Ecke. Och nö, was will der denn? Zum Glück kann ich ihn mit ein paar Gehschritten besänftigen, er trollt sich wieder.

    Gesamt 5,11 Kilometer, Dauer 37:41 Minuten
    Pace 7:24, Puls 144

    Donnerstag
    Es war in dieser Woche nicht einfach, das Laufen mit meiner Arbeitszeit zu vereinbaren. Der für Freitag geplante lange Lauf konnte nicht stattfinden, also musste eine Alternative her. Es blieb nur der Donnerstag. Allerdings hatten wir keine Lust, nach der Arbeit die komplette Strecke mit der Stirnlampe zu laufen. Wir liefen also ab Haustüre die „3-Dörfer-Runde“, die wir schon lange nicht mehr gelaufen sind. Hier haben wir viele Straßenlaternen, aber auch viele Höhenmeter.
    Die ersten vier Kilometer geht es immer leicht auf und ab, insg. ca. 30 Höhenmeter. Aber dann kommen auf KM 5 ca. 70 Höhenmeter, die ich in meinem Läuferleben erst zweimal laufend bewältigt habe. Ich renne diesen Berg immer mal wieder an, und immer wieder ist er stärker als ich. Heute natürlich auch. Die schlimmsten Abschnitte gehe ich, und selbst das ist schon anstrengend. Aber diesmal bleibt der Schwindel aus, und ich bin nach der Runde zwar sehr platt, aber auch zufrieden.

    6,28 Kilometer, Dauer 49:21 Minuten
    Pace 7:53, Puls 141, 120 Höhenmeter

    Sonntag
    Plan: 30 Minuten locker laufen

    Zwei Tage Pause haben nicht ganz gereicht, um wieder Ruhe in den Körper zu bringen. Dazu kamen noch anstrengende Tage auf der Arbeit, die auch an mir gezerrt haben. Entsprechend unentspannt laufe ich bei Kälte und Wind los. Richtig schnell sind wir nicht, richtig langsam auch nicht. Die Beine haben nur Kraft für 3 KM, danach kommt von ihnen nur Gemecker. Der Kreislauf macht auch, was er will. Kollege Puls kratzt immer wieder an 160 Schlägen, obwohl es dazu vom Tempo her keinen Grund gibt. Aber ich habe mit der Kälte von 2 Grad zu tun. Wenigstens regnet es nicht, versuche ich mir die Situation schön zu reden.

    5,04 Kilometer, Dauer 36:45 Minuten
    Pace 7:19, Puls 149

    Gut, dass die Woche vorbei ist. Die Läufe waren alle eher durchwachsen. Aber das restliche Leben war in dieser Woche sehr aufdringlich und fordernd und hat mir nicht viel Luft gelassen.
    Die nächste Woche wird wieder ruhiger, dann wird auch wieder mehr gelaufen .

  34. #698

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    Plan: Intervalle, 4x 4 Minuten schnell mit 3 Minuten Trabpause, mit Ein- und Auslaufen insg. 45 Minuten

    Heute ist ein schöner Tag . Der übliche Montagsblues, der mich regelmäßig überfällt, ist nicht aufgetaucht. Der Arbeitstag war unaufgeregt und stressfrei, ich habe nur ganz selten die Ohrstöpsel gebraucht, um mich vor meinen lärmenden Kollegen im Großraumbüro zu schützen. Ich wünsche den ganzen Krachmachern einfach mal eine Stunde in meinem Kopf...

    5 Grad, kaum Wind, die Sonne scheint. Herrliche Bedingungen am Start. Leider habe ich meine Handschuhe vergessen und bin während der Aufwärmphase am Jammern über die kleinen Eisfäustchen, die einfach nicht warm werden wollen.

    Das ändert sich schlagartig im ersten schnellen Abschnitt. Es geht leicht bergauf. Ich möchte heute versuchen, bei den schnellen Abschnitten etwas „schöner“ zu laufen. Die Arme sollen nicht einfach so rumpendeln, sondern kontrollierter mitmachen, die Fersen dürfen gerne etwas höher kommen und insgesamt möchte ich aufrechter bleiben.
    Ich bitte meinen Gatten, sich nützlich zu machen und mir zu sagen, wenn ich wieder anfange, wie ein Sack in mich zusammen zu sinken. Mache ich gerne, wenn es anstrengend wird.
    Auf dem ersten Abschnitt kann ich mich gut selber korrigieren. 6:17 sind echt gut für den Anfang.

    Der 2. Abschnitt ist flach. Ich versuche wieder, mich in guter Haltung zu üben. 5:36 sind für meine Verhältnisse richtig schnell .

    Der 3. Abschnitt geht wieder leicht bergauf, und hier gucke ich ständig auf die Uhr, weil mir die 4 Minuten endlos vorkommen. Ich werde auch zum ersten Mal von meinem Mann an meine Körperhaltung erinnert. Ist aber auch verdammt schwer, den Rücken gerade zu lassen und den Kopf oben. Rundrücken und Kopf runter scheint das zu sein, was mein Körper will.

    Der 4. Abschnitt ist zur Belohnung wieder flach. Ich kann mich zu 5:53 aufraffen, die sich nochmal richtig gut anfühlen.

    Den Rest laufen wir nach einer kurzen Gehpause ganz langsam nach Hause. In der letzen Kurve sehe ich auf die Uhr. Wenn wir uns jetzt beeilen, schaffen wir es, unter 47 Minuten zu bleiben. Ich denke gar nicht lange nach, die Beine setzen schon zum Endspurt an .

    Gesamt 6,79 Kilometer, Dauer 46:58 Minuten
    Pace 6:54, Puls 150

    Heute hatte ich zum ersten Mal, seitdem ich diese Intervalle laufe, das Gefühl, alles im Griff zu haben. Ich bin nicht einfach nur vorwärts gestolpert, sondern wirklich gelaufen.

  35. Folgenden 4 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    dicke_Wade (13.01.2020), Kralle (13.01.2020), Mutinho (16.01.2020), RunningPotatoe (13.01.2020)

  36. #699

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    Schönes Training . Weiter so!

  37. #700

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    Plan: 30 Minuten locker laufen

    Sonnenschein, 11 Grad, zu schön, um wahr zu sein für Mitte Januar. Ich freue mich über einen freien Tag und noch mehr, dass ich mittags laufen kann.
    Mein großer Wunsch für heute ist, endlich mal wieder schwindelfrei durch die Waldrunde zu kommen. Allerdings weiß ich auch, dass ich zur Zeit mental nicht auf der Höhe bin. Und das hat bei mir immer auch körperliche Auswirkungen. So folgt auf dunkle Gedanken, die ich nicht loswerde, oft ein Schweißausbruch am ganzen Körper. Das ist sehr lästig, und ich wäre wirklich glücklich, wenn ich das im Alltag in den Griff kriegen würde.

    Heute wird gelaufen, da ist Schwitzen erwünscht . Die Beine fühlen sich vom Start weg gut an, da sind also keine Überraschungen zu erwarten. Der Puls geht mir zu schnell hoch für das langsame Hoppeln, was ich auf dem ersten Kilometer mache, aber leicht bergauf mit Gegenwind darf er das wohl.
    Nach einer Viertelstunde bei einer Steigung im Wald wird es schwer. Normalerweise laufe ich auf dem anschließenden Bergabstück gerne mal etwas schneller, aber das verkneife ich mir heute. Der Puls kommt nicht so weit runter, wie ich das gerne hätte.
    Auf dem folgenden Stück kam in der letzten Zeit oft der Schwindel. Heute nicht . Ich freue mich über jeden Schritt, der mich laufend weiter voran bringt. Noch kurz den Berg hoch und ab nach Hause. Eigentlich schade, dass die Runde schon vorbei ist.

    5,14 Kilometer, Dauer 36:13 Minuten
    Pace 7:02, Puls 151

  38. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    dicke_Wade (15.01.2020), RunningPotatoe (15.01.2020)

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