+ Antworten
Seite 4 von 27 ErsteErste 123456714 ... LetzteLetzte
Ergebnis 76 bis 100 von 664
  1. #76
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
    Im Forum dabei seit
    21.10.2014
    Ort
    irgendwo im Ländle
    Beiträge
    6.459
    'Gefällt mir' gegeben
    506
    'Gefällt mir' erhalten
    549

    Standard

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Über das Thema "Laufen mit Hund" habe ich hier schon viel gelesen. Leider habe ich keinen Hund, aber ich habe einen Mann, den besten Ehemann von allen , daher gibt es heute den Bericht "Laufen mit Mann".
    Läuft er an der Leine denn wenigstens anständig "bei Fuß" ?

    Ein geradezu göttlicher Laufbericht !

  2. #77
    Analogue native Avatar von geebee
    Im Forum dabei seit
    30.04.2015
    Beiträge
    897
    'Gefällt mir' gegeben
    0
    'Gefällt mir' erhalten
    53

    Standard

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    [...] "Laufen mit Mann" [...]
    Hallo FeldWaldWiese,

    oh-oh, ob das eine gute Idee war ? So wie ich meine Geschlechtsgenossen- speziell in dieser Altersklasse - kenne, wird Dein Mann sich jetzt erst einmal die beste Laufausrüstung anschaffen, die es gibt, Tag und Nacht trainieren, nach dem zehnten Marathon auf Ultra umsteigen. Erst wenn er die 100 km von Biel erfolgreich absolviert hat, wird die Scharte des heutigen Tages ausgewetzt sein.

    Gee

  3. #78
    Avatar von Phenix
    Im Forum dabei seit
    06.04.2016
    Ort
    Mittelfranken
    Beiträge
    1.105
    'Gefällt mir' gegeben
    483
    'Gefällt mir' erhalten
    642

    Standard

    Naja oder sich die ganzen Klamotten kaufen, feinsäuberlich in den Schrank legen und sie nicht mehr anschauen nachdem sie beim ersten Lauf nicht geholfen haben einen neuen Weltrekord aufzustellen... (Muss an den Klamotten liegen)

  4. #79

    Im Forum dabei seit
    24.05.2016
    Ort
    Weserbergland
    Beiträge
    354
    'Gefällt mir' gegeben
    30
    'Gefällt mir' erhalten
    24

    Standard

    Gestern um 18.00 Uhr war mein Termin zum Belastungs-EKG. Ich wollte ausgeruht erscheinen, also gestern nicht laufen. Aber was macht frau dann an ihrem Urlaubstag? Richtig: Hausputz . Mehrere Stunden körperlich intensive Schwerstarbeit. Dank Ausdauertraining kann ich heute wesentlich länger staubsaugen, putzen, Katzenklos saubermachen, bügeln und wischen als früher. Aber wenigstens die Komplettreinigung des 300-Liter-Aquariums habe ich mir verkniffen .

    Ich kam also doch etwas unentspannt beim Arzt an. Habe ihm erzählt, dass ich etwas schwere Beine habe, aber statt Mitleid kam von ihm nur: "Da müssen Sie jetzt durch". Kurz noch meine Größe und Gewicht abgefragt, dann erklärte er mir den Ablauf. Um meinem Schwindel auf die Spur zu kommen, wollte er die Wattzahl schneller als üblich erhöhen und mich dann dafür länger unter hoher Belastung strampeln lassen. Dann stoppen und gucken, was passiert.

    Vor dem Start hatte ich einen Blutdruck von 120/80. Normaler geht es für mich gar nicht, also los. Ich trete wie ein Weltmeister, andauernd wird mein Blutdruck gemessen, ständig wird es schwerer. Bei 150 Watt sind meine Beine schmerzender Brei, ich protestiere, aber der Doc bleibt hart. Weitermachen! Zum Glück erhöht er die Wattzahl nicht mehr, lässt mich aber eine gefühlte Ewigkeit weitertreten.
    Endlich sagt er Stopp. Wird mir schwindelig? Nö. Dafür hämmert mein Herz jetzt spürbar. Der Doc fummelt schon wieder mit den Blutdruckdings an mir rum. Ich schwitze und atme, atme und schwitze. Die Beine haben sich wieder beruhigt. Nach zwei Minuten wieder Blutdruck messen, und jetzt kommt ein erstauntes "Sie sind aber wirklich fit" vom Doc. Mein Puls ist bei 86 Schlägen und mein Blutdruck wieder bei 120/80. Bei der höchsten Belastung war er auf 210/90 geklettert. Unter der Belastung hat mein Herz wie aus dem Lehrbuch funktioniert, beim Abbruch kamen ein paar Extraschläge, die ich ja auch deutlich als Hämmern gespürt habe.

    Beim anschließenden Gespräch bekomme ich noch eine ausführliche Erklärung. Die Extraschläge nach der Belastung stuft er als harmlos ein, da unter Belastung alles bestens war. Da Puls und Blutdruck nach der Belastung recht schnell wieder in Normalbereichen waren, bescheinigt er mir eine gute Fitness. Mein Puls ging nicht höher als 150. Das erstaunt mich etwas, denn beim Laufen bin ich mit viel höheren Werten unterwegs.
    Da mein Schwindel nicht aufgetreten ist und Herz und Kreislauf in Ordnung sind, vermutet er solche Dinge wie wenig Schlaf, zu wenig getrunken, Stress auf der Arbeit usw. als Auslöser für den Schwindel. Ich soll mir keinen Kopf machen und einfach weiterlaufen. Ach ja, und ich darf mich ruhig ab und zu ordentlich belasten, mein Herz kann das .
    Er wollte wissen, wie lange ich inzwischen laufen kann. "50 Minuten" sage ich ganz stolz. Und am Anfang, wie lange konnte ich da, will er wissen. "Zwei Minuten". "Alles richtig gemacht" sagt er und ich bin unendlich glücklich, so gesund zu sein.
    Das ist nicht selbstverständlich, wenn ich mich in meiner Altersklasse zu umsehe. Mein Vater hatte in meinem Alter schon seinen ersten Herzinfarkt und vier Jahre später drei Bypässe.

    Die Gesundheit ist amtlich bescheinigt, also weckt mich heute morgen mein Gatte, fix und fertig in Laufklamotten. Oh Gott, er will schon wieder . Es regnet in Strömen, es sind 14 Grad. Beim Zähneputzen bringe ich meinen Kreislauf in Gang, immer schön auf die Zehenspitzen und wieder runter. Noch schnell die halbe Wasserflasche trinken und raus. Heute bestimme ich das Tempo. Ich kündige schonmal an, dass ich schnellere Abschnitte laufen möchte. Er nickt. Brav!

    Auf dem ersten Kilometer laufen wir gemütlich nebeneinander. Der Regen prasselt, der Feldweg ist matschig, die Pfützen sind riesig. Dann beginnt mein Spielchen, ab und zu berab und flach schnell, bergauf gaaaanz langsam. Nach zwei schnellen Schritten bleibt er zurück, das ist ihm zu heftig. An der Steigung, als ich super langsam bin, holt er mich wieder ein. So geht es bis nach Hause, er bleibt in seinem Tempo, ich spiele rum. Wir kommen fast gleichzeitig wieder zu Hause an.

    4,57 Kilometer in 33:40 Minuten, Pace 7:22, schnellster Kilometer ist Kilometer 3 mit 6:19.
    Mein Herz war auch sehr tapfer, im Durchschnitt 154, Spitze 167.

    So langsam fange ich an zu glauben, dass aus mir wirklich ein Läufer werden kann. Hatte ich hier in meinem ersten Beitrag noch rumgejammert, dass ich weder weiter noch schneller kann, stelle ich nach so kurzer Zeit schon solche, für meine Verhältnisse, enorme Steigerungen fest. Das hätte ich nie von mir gedacht.

    Habe meinem Vater eben am Telefon so ganz nebenbei von meiner Lauferei berichtet. Da fing er an zu erzählen, dass er in seiner Jungend auch viel gelaufen ist und sogar an Wettkämpfen teilgenommen hat. Bei einem 10k Rennen ist er mal 2. geworden. Mensch Papa, davon höre ich ja heute zum ersten Mal. Er setzt mir einen riesigen Floh ins Ohr: hier in der Nähe, in Bad Pyrmont, gibt es wohl eine Laufveranstaltung. Wenn ich da mitlaufe, stellt er sich an die Strecke und jubelt mir zu.
    Ich habe gleich gegoogelt und den Pyrmont Marathon gefunden. Wäre doch etwas fürs nächste Jahr. Nicht gleich der Marathon, aber es werden auch kürzere Strecken angeboten.
    Wenn ich so weitermache und gut durch den Winter komme...
    Der Gedanke, meinen Vater damit stolz und glücklich zu machen lässt mich lächeln und träumen.

    Für die nächsten zwei Wochen habe ich jetzt erstmal meinen Mann als Laufpartner am Hals . Ihm haben die zwei Läufe mit mir so gefallen, er will jetzt dabei bleiben. Habe schon angekündigt, dass wir nächstes Mal schön langsam, aber länger laufen. Mal sehen, wie er sich schlägt.

    Er ist übrigens nicht so der typische Vertreter seiner Art. Von technischem Gedöns beim Laufen hält er gar nichts und tut immer furchtbar genervt, wenn ich noch mit Brustgurt und Pulsuhr hantiere und vor dem Loslaufen erstmal GPS abwarten muss. Ihm reichen ein paar ordentliche Laufschuhe und einfache Klamotten vom Kaffeeröster, keine Musik, kein Handy, einfach Laufen. Ihn interessiert auch hinterher nicht, wie schnell er war. Der ideale Trainingspartner für mich .

  5. #80
    Alderamin
    Gast

    Standard

    Na prima, wenn gesundheitlich alles in Ordnung ist.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Es regnet in Strömen, es sind 14 Grad. [...]

    Auf dem ersten Kilometer laufen wir gemütlich nebeneinander. Der Regen prasselt, der Feldweg ist matschig, die Pfützen sind riesig. [...]

    4,57 Kilometer in 33:40 Minuten, Pace 7:22, schnellster Kilometer ist Kilometer 3 mit 6:19.
    Mein Herz war auch sehr tapfer, im Durchschnitt 154, Spitze 167.

    So langsam fange ich an zu glauben, dass aus mir wirklich ein Läufer werden kann.
    Ich glaube nicht, dass Du noch ein Läufer werden kannst. An obigem (freiwillig in Regen und Kälte laufen und über eine halbe Stunde, ja sogar schon bis zu 50 Minuten durchhalten) ist klar zu erkennen, dass Du es längst bist. Jetzt pass' nur schön auf, dass Du es auch bleibst, wenn die Anfangseuphorie verflogen ist.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Hatte ich hier in meinem ersten Beitrag noch rumgejammert, dass ich weder weiter noch schneller kann, stelle ich nach so kurzer Zeit schon solche, für meine Verhältnisse, enorme Steigerungen fest. Das hätte ich nie von mir gedacht.
    Immer Geduld. Ich hab' letztes Jahr im August wieder angefangen, obwohl ich überzeugt war, dass ich zu schwer, zu alt und meine Gelenke zu empfindlich seien, mehr als höchstens 4 oder 5 Kilometer zu laufen. Im Dezember schaffte ich über 10 km, im Februar 18 und einen 10-km-Wettkampf. Bin im März dann zweimal über 21 km im Training gelaufen und träume jetzt davon, nächstes Jahr den ersten Marathon zu schaffen, mit dann 53 Jahren. Man muss nur wollen. Und dann tun.

  6. #81
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
    Im Forum dabei seit
    21.10.2014
    Ort
    irgendwo im Ländle
    Beiträge
    6.459
    'Gefällt mir' gegeben
    506
    'Gefällt mir' erhalten
    549

    Standard

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Unter der Belastung hat mein Herz wie aus dem Lehrbuch funktioniert, beim Abbruch kamen ein paar Extraschläge, die ich ja auch deutlich als Hämmern gespürt habe.

    Beim anschließenden Gespräch bekomme ich noch eine ausführliche Erklärung. Die Extraschläge nach der Belastung stuft er als harmlos ein, da unter Belastung alles bestens war.
    Genau meine Symptomatik, genau die vorläufige Erklärung meines Hausaztes. Insofern erhoffe ich von meinem (leider erst im August) bevorstehenden Belastungs-EKG ähnliche Entwarnung.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Oh Gott, er will schon wieder .
    Wie wär's mit einem geseufzten "Heute nicht, Schatz - ich hab Migräne" ?

  7. #82

    Im Forum dabei seit
    24.05.2016
    Ort
    Weserbergland
    Beiträge
    354
    'Gefällt mir' gegeben
    30
    'Gefällt mir' erhalten
    24

    Standard

    Zitat Zitat von Alderamin Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass Du noch ein Läufer werden kannst. An obigem (freiwillig in Regen und Kälte laufen und über eine halbe Stunde, ja sogar schon bis zu 50 Minuten durchhalten) ist klar zu erkennen, dass Du es längst bist. Jetzt pass' nur schön auf, dass Du es auch bleibst, wenn die Anfangseuphorie verflogen ist.
    Im Moment ist es mehr eine "Mittendrineuphorie". Ich habe vor ziemlich genau einem Jahr angefangen und auch im Winter tapfer durchgehalten. Mittlerweile gehört Laufen ganz selbstverständlich zu meinen wöchentlichen Aktivitäten. Die Lauftermine stehen fest, Wetter ist keine Ausrede.

    Zitat Zitat von Alderamin Beitrag anzeigen
    Immer Geduld. Ich hab' letztes Jahr im August wieder angefangen, obwohl ich überzeugt war, dass ich zu schwer, zu alt und meine Gelenke zu empfindlich seien, mehr als höchstens 4 oder 5 Kilometer zu laufen. Im Dezember schaffte ich über 10 km, im Februar 18 und einen 10-km-Wettkampf. Bin im März dann zweimal über 21 km im Training gelaufen und träume jetzt davon, nächstes Jahr den ersten Marathon zu schaffen, mit dann 53 Jahren. Man muss nur wollen. Und dann tun.
    Danke, Du machst mir Mut, daran zu glauben, dass auch bei mir noch mehr kommen könnte.
    Wenn Du nächstes Jahr den Marathon läufst, laufe ich in Pyrmont die 10 k .
    Bin dann 55. Man muss nur wollen. Und dann tun .

    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Genau meine Symptomatik, genau die vorläufige Erklärung meines Hausaztes. Insofern erhoffe ich von meinem (leider erst im August) bevorstehenden Belastungs-EKG ähnliche Entwarnung.
    Diese Extraschläge, dieses "Huch, jetzt stolpert das Herz"- Gefühl, habe ich ab und zu im Alltag, ohne irgendwelche körperliche Belastung. Der Doc hat mir gesagt, dass es erst kritisch wäre, wenn das Gestolpere auch unter Belastung auftreten würde. Kommt da nichts, ist alles gut.

    Wird bei Dir bestimmt auch so sein!

    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Wie wär's mit einem geseufzten "Heute nicht, Schatz - ich hab Migräne" ?
    Ich kann mich doch meinem Ehemann nicht verweigern .
    Er schätzt es sehr, eine Frau mit einer eigenen Meinung zu haben, die die Kraft besitzt, diese für sich zu behalten .

  8. #83
    Ich lerne laufen... Avatar von Caia
    Im Forum dabei seit
    15.07.2014
    Ort
    Münsterland
    Beiträge
    679
    'Gefällt mir' gegeben
    28
    'Gefällt mir' erhalten
    18

    Standard

    Danke fürs Mitnehmen, das ist soooo schön zu lesen bei Dir!
    Mein Lauftagebuch: Im dritten Anlauf zum Halbmarathon

    5 km Trainingsbestzeit 30:43 (08.07.2016)
    10 km Trainingsbestzeit 1:06:06 (13.09.2017)

    Wettkampf 17.4.16: 5 km in 32:36
    24.6.16: 10 km in 1:10:46

    84,6 kg (09/2015) ... 74,8 kg(aktuell)

  9. #84
    crsieben
    Gast

    Standard

    @FeldWaldWiese

    Die Sache mit der Laufveranstaltung solltest du auf jeden Fall machen! Solche Veranstaltungen sind toll, da sind Menschen auf allen Leistungsniveaus dabei, und wenn da noch wer am Rand steht und dir zujubelt, dann wird das ein perfekter Tag.

    Ganz ehrlich, ich selbst hätte mir das früher auch nie vorstellen können: Es gibt keine schöneren Wochenenden als die, an denen ich an Läufen teilnehme. Die angenehme Anspannung vorher, das tief empfundene Glück hinterher.

    Wichtig ist, dass du das für dich machst und keine noch so liebgemeinte Unterstützung je als Druck auf dir lasten lässt. Dann steht einem Start nichts im Wege.

  10. #85

    Im Forum dabei seit
    24.05.2016
    Ort
    Weserbergland
    Beiträge
    354
    'Gefällt mir' gegeben
    30
    'Gefällt mir' erhalten
    24

    Standard

    Die Sache mit der Laufveranstaltung ist Spielerei, Träumerei, Zunkunftsmusik.

    Ja, wenn ich die Augen ganz fest schließe, sehe ich mich mit hochgerissenen Armen auf der Ziellinie und jubelnde Menschenmengen am Rand . Mit meiner blühenden Fantasie konnte ich mich schon immer aus der Realität herausträumen.

    Aber ich bleibe erstmal ganz bescheiden und mache ziellos so weiter wie bisher. Denn ich kenne mich: sobald ich zuviel Druck bei einer Sache habe, wirkt sich das negativ auf meine Stimmung aus. Die ersten Anzeichen der Überlastung ignoriere ich, und schon bald bin ich wieder auf dem Weg nach ganz tief unten, wo die Depression nur darauf wartet, mich wieder in die Arme zu schließen.

    Im Moment mache ich mich selbst so glücklich mit der Lauferei, da kann ein offizielles Kräftemessen alles kaputt machen.

    Nächstes Jahr? Keine Ahnung, werde ich dann nochmal neu drüber nachdenken.

  11. #86
    crsieben
    Gast

    Standard

    Respekt vor deiner klaren Sicht auf dich und deine Grenzen.

    Nimm dir Zeit, genieß das Laufen, ganz ohne Druck, aber diesen Traum hier...

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese
    Ja, wenn ich die Augen ganz fest schließe, sehe ich mich mit hochgerissenen Armen auf der Ziellinie
    ...den darfst du trotzdem träumen. In dem Bereich, in dem du unterwegs ist, ist es kein "Kräftemessen", da ist es das gemeinsame Schaffen der Strecke. Vielleicht schaust du dir ja mal so eine Veranstaltung an? Da verschwinden mit Sicherheit alle Versagensängste.

    Ich glaube, die Balance zu finden zwischen der Angst vor Überforderung einerseits und der Freude gerade auch an "Spielerei, Träumerei, Zukunftsmusik" ist keine ganz einfache - aber eine, die du schaffst, so klar und reflektiert, wie du hier wirkst. Im Idealfall hast du hier auch eine ganze Reihe von Leuten, die mitlesen, mitschreiben, und denen ich ein ganz gutes Gespür für die richtigen Worte zur richtigen Zeit zutraue.

  12. #87

    Im Forum dabei seit
    24.05.2016
    Ort
    Weserbergland
    Beiträge
    354
    'Gefällt mir' gegeben
    30
    'Gefällt mir' erhalten
    24

    Standard

    Laufen morgens nach dem Aufstehen mit leerem Magen und ich, das wird keine Freundschaft. Es ist eher eine Zweckgemeinschaft für diesen Urlaub.

    Ich hatte mir wieder die Strecke von Freitag vorgenommen, also bis zum Wald fahren und dann bis zu einem bestimmten Punkt im Wald laufen, umkehren und wieder zurück. Ich wollte die 7 Kilometer schaffen, an denen ich Freitag vorbeigeschrammt war. Da mein Mann mitlief, sollte es ganz, ganz, ganz, ganz langsam werden. Er wollte einfach mal sehen, wieviel er hinkriegt.

    Bei mir fühlte es sich nach dem Loslaufen gut an, aber nach der ersten Kurve sah ich das Entsetzen im Gesicht meines Mannes. Diese Strecke ist fast schnurgerade und man sieht nach jeder Biegung, dass da ein enormes Stück zu laufen ist und es geht immer nur bergauf. Hoch, hoch, hoch, immer weiter hoch. Ich versuche ihn zu trösten, dass es zurück dann schön bergab geht. Ich bekomme keine Antwort, er hat offenbar mit sich zu tun...

    Ich merke nach drei Kilometern, dass ich auch ordentlich zu tun habe. Vor dem Wendepunkt geht es ein Stück bergab, das brauche ich so langsam auch. Ständiges bergauf, auch wenn es noch so sanft ist, frustriert mich.
    Blöderweise muss ich dieses Stück auf dem Rückweg auch wieder hoch, und das wollen meine Beine überhaupt nicht. Ich gehe ein paar Schritte - und mein Mann läuft einfach weiter . Er ruft mir noch zu, dass er nicht mehr in den Tritt findet, wenn er jetzt eine Pause macht und ich bleibe zurück.

    Ab jetzt sehe ich ihn immer weiter weg vor mir herlaufen. Ich bin gezwungen, mir das anzusehen, denn blöderweise habe ich vergessen, meine Brille im Auto zu lassen. Menschen meines Alters tragen Gleitsichtbrillen, der Blick auf den Weg direkt vor mir beschert mir daher nur ein schwammiges Bild. Ich bin gezwungen, den Kopf hochzunehmen und schön in die Ferne zu gucken, auf den kleiner werdenden Rücken meines Gatten.

    Meine Oberschenkel melden sich, es ist noch ewig lang bis zum Auto und vor mir trabt locker dieser untrainierte Kerl .
    Was jetzt kommt, ist Krieg in meinem Kopf. Ich fange an, mit mir zu diskutieren, um jeden Meter, laufen oder gehen, durchhalten oder aufgeben, warum kann er das einfach so, wozu ich Wochen brauche, warum haben Männer mehr Muskelmasse, warum geht es hier jetzt doch wieder bergauf, wo ist eigentlich das Auto und warum, zum Teufel, mache ich diesen Mist hier überhaupt?

    Ich genehmige mir noch eine weitere Gehpause und bin froh, als mein Mann nach der nächsten Kurve endlich aus meinem Blickfeld verschwindet . Ganz langsam laufe ich die Strecke zu Ende. Der letzte Kilometer ist ein zähes Ringen um jeden Schritt mit meinen Oberschenkeln, aber ich habe den Kampf mit meinem Kopf gewonnen und will einfach nur zu Ende laufen.

    Es waren 7,23 Kilometer in 57:47 Minuten, Pace 7:59 incl Gehpausen
    Durchschnittspuls 159, max. 166

    So weit und so lange bin ich noch nie gelaufen, und so fühlt es sich auch an. Es war einfach nur unglaublich anstrengend und hat, bis auf die ersten drei Kilometer, einfach keinen Spaß gemacht. "Quälerei" trifft es ganz gut.

    Was lerne ich daraus? Die nächste Woche lasse ich es mal ruhig angehen. Wir haben auch nächste Woche noch Urlaub und werden uns dann gemeinsam auf unserer kurzen Hausrunde amüsieren. Schön abwechslungsreich auf und ab, Wald und Feld, Matschwege und Straße, und vor allem keine langen Abschnitte, sondern ganz viele Richtungswechsel.
    Aber jetzt sind erstmal mindestens zwei Tage Pause angesagt. Meine Beine meckern und brauchen etwas Pflege und ob mein Mann heute noch Treppen steigen kann, ist fraglich .

  13. #88
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
    Im Forum dabei seit
    14.11.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    17.190
    'Gefällt mir' gegeben
    358
    'Gefällt mir' erhalten
    1.400

    Standard

    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Ein geradezu göttlicher Laufbericht !
    Das find ich aber auch!

  14. #89
    Gold wert :-) Avatar von Lilly*
    Im Forum dabei seit
    18.09.2014
    Beiträge
    7.350
    'Gefällt mir' gegeben
    127
    'Gefällt mir' erhalten
    454

    Standard

    Mit Mann zu laufen, der durch reines "hin & wieder n Ründchen drehen" immer locker vor mir herzuckelte, während ich bei sogar bei Sturm und ekeliger Hitze Intervalle auf der Bahn gekloppt habe, und trotzdem jappsend hinter ihm hing, hat mich des öfteren in schiere Verzweiflung getrieben. Mann lieber zuhause lassen. Dann klappt's auch mit dem Nachbarn..äh..schönem Gefühl beim Lauf. :-)))
    Oder mit dem Mann in die Hundeschule gehen und ihm bei-Fuß laufen beibringen. Falls er das nicht tut: Mit dem Nachbarn drohen. ;-p

  15. #90
    Avatar von Leissprecher
    Im Forum dabei seit
    25.05.2009
    Beiträge
    1.206
    'Gefällt mir' gegeben
    28
    'Gefällt mir' erhalten
    53

    Standard

    Hallo FeldWaldWiese

    Das ich DAS noch lesen darf. Ein Anfänger der sich nicht innerhalb von sieben Tagen um sieben Minuten auf zehn Kilometern verbessert und demzufolge im siebten Himmel schwebt. Schön , dass du ehrlich bist.
    Wie sagte Udo Bölts zu Jan Ullrich (beide ehemalige Radprofis) bei einer Bergauffahrt :" Quäl dich, du Sau!"
    Bleib dran und du wirst den Dank in Form von locker und leicht gelaufenen Kilometern bekommen.
    Schönen Urlaub weiterhin.

    Gruss Stefan

  16. #91
    Gold wert :-) Avatar von Lilly*
    Im Forum dabei seit
    18.09.2014
    Beiträge
    7.350
    'Gefällt mir' gegeben
    127
    'Gefällt mir' erhalten
    454

    Standard

    Ja, das macht es ja so schön hier. Es ist ehrlich, authentisch, greifbar, menschlich, (mit-)fühlbar.

    :-)))

  17. #92
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
    Im Forum dabei seit
    14.11.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    17.190
    'Gefällt mir' gegeben
    358
    'Gefällt mir' erhalten
    1.400

    Standard

    Kleiner Tip, nach dem Urlaub heimlich Intervalle und Fartspiele trainieren und dann nach ein paar Wochen den Männe volle Kanne versägen

    Gruss Tommi


    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

  18. #93

    Im Forum dabei seit
    24.05.2016
    Ort
    Weserbergland
    Beiträge
    354
    'Gefällt mir' gegeben
    30
    'Gefällt mir' erhalten
    24

    Standard

    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Kleiner Tip, nach dem Urlaub heimlich Intervalle und Fartspiele trainieren und dann nach ein paar Wochen den Männe volle Kanne versägen

    Gruss Tommi
    Der beste Ehemann von allen hat mir übrigens gestern verraten, wo hier in der Nähe ein altes Stadion mit Laufbahn ist, das nicht mehr benutzt wird. Da ich vorhin mit einer unserer Katzen zum Tierarzt musste (nicht nur Menschen haben schlimme Füße, Katzi hat eine böse eingewachsene Kralle), bin ich gleich beim alten Stadion vorbeigefahren. Liegt wunderschön am Ortsrand mit alten, hohen Bäumen drumherum. Wenn nicht das Katzi im Auto gewartet hätte, wäre ich mal eine Runde probeweise...

    Wir haben die "Langstrecke" von gestern beide erstaunlich gut verdaut. Hatte ich Muskelkater bis zum Abwinken erwartet, wurde ich sehr überrascht. Es geht uns ganz prima, nichts tut weh, nichts zwickt. Kann also bald wieder losgehen .

  19. #94

    Im Forum dabei seit
    24.05.2016
    Ort
    Weserbergland
    Beiträge
    354
    'Gefällt mir' gegeben
    30
    'Gefällt mir' erhalten
    24

    Standard

    Ich war heute wieder alleine los, der Gatte hat gleich abgewinkt, als ich mit dem Thema "Laufen" kam. Endlich mal wieder kein Gerenne vor dem Frühstück und mit Musik auf den Ohren. Ich war nicht böse drum.

    Ausgiebiges Frühstück, ein halber Liter Kaffee, aufwärmen mit zwei Stunden Hausarbeit, und dann zog ich los. Es war nicht allzu warm, aber recht hohe Luftfeuchtigkeit sollte mir zu schaffen machen.

    Ich habe zwei natürliche Feinde bei meiner Lauferei.

    Nr. 1: Gegenwind
    Hier ist es immer windig, oft sogar stürmisch. Im normalen Leben habe ich mich daran gewöhnt, aber beim Laufen macht mich der Gegenwind mutlos. Kaum bin ich aus der Haustür, weht es mir schon kräftig ins Gesicht. Und dann weiß ich, dass das jetzt mindestens auf dem ersten Kilometer so bleibt und mich im letzten Drittel der Runde nochmal als Seitenwind erwischt.
    Nein, ich mag das nicht! Es kostet mich so viel Kraft, mich in den Wind zu stemmen und dagegen an zu rennen, mental fast noch mehr als körperlich.

    Nr. 2: Steigungen
    Und sind sie noch noch sanft und mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, mein Körper fühlt sie und protestiert. Geht es bergauf, macht mir Laufen keinen Spaß. Und wenn ich keinen Spaß habe, werde ich bockig. Es kostet mich unglaubliche mentale Energie, eine Steigung durchgehend zu laufen.

    Auf dem ersten Kilometer meiner Hausrunde geht es IMMER bergauf mit Gegenwind. Auch heute, aber heute bin ich trotzdem schnell . Ja, 7:37 sind für mich auf diesem Abschnitt eine Welt.
    Nach dem ersten Kilometer kann ich entweder auf die kürzere Runde abbiegen oder einen Schlenker auf die größere Runde machen. Scheint heute gut zu werden, also mache ich den Schlenker. Kilometer 2 hat eine satte Steigung von 25 Höhenmetern auf 250 Meter. Ich laufe den zweiten Kilometer mit 7:25.
    War ja klar, die kleine Steigung bei Kilometer 3 ist dann zuviel des Guten. Ich bin jetzt mitten im Wald bei totaler Windstille, es müffelt fies nach Stinkmorcheln und ich spüre die schwüle Luft. Ich gehe ein paar Schritte, dann geht es endlich bergab. Das macht mir Spaß, da will ich laufen, alles fühlt sich gut an.

    Bei der letzten Steigung merke ich, dass mir das heute eigentlich doch zu weit war. Ganz leicht spüre ich Anzeichen von Schwindel, also gehe ich nochmal ein paar Schritte. Den Rest der Steigung und die 1,5 Kilometer bis nach Hause laufe ich wieder.

    Es sind 5,57 Kilometer in 42:54 Minuten, Pace 7:42 incl. zwei kurze Gehpausen
    Ich bin unglaubliche 1:33 Minuten schneller als das letzte Mal auf dieser Strecke!

    Sobald ich vor der Haustüre anhalte, hat mich der Schwindel fest im Griff. Ich muss mich auf die Treppe setzen und abwarten, bis wieder Blut im Gehirn angekommen ist.

    Auch nach dem Duschen stellt sich kein Wohlgefühl ein. Ich muss mir dicke Socken und eine Strickjacke anziehen, weil mir kalt ist. Es dauert gut eine Stunde, bis alles wieder in Ordnung ist.

    Festhalten muss ich noch, dass die Beine heute perfekt funktioniert haben, da kam kein Gemecker von den Oberschenkeln.

  20. #95

    Im Forum dabei seit
    24.05.2016
    Ort
    Weserbergland
    Beiträge
    354
    'Gefällt mir' gegeben
    30
    'Gefällt mir' erhalten
    24

    Standard

    Gestern hatte ich körperlich und geistig einen absoluten Tiefpunkt. Mir war den ganzen Tag kalt und leicht schwindelig, ich war müde und komplett kraftlos, dabei spürte ich aber die ganze Zeit mein wummerndes Herz. Gleichzeitig kamen eine Menge dunkle Gedanken, die ich nicht wegschicken konnte. Mir fehlte einfach die Kraft, also lies ich das Gewitter in mir toben. Ich setzte mich gedanklich in eine Ecke des Kopfes und beobachtete, wer sich da so vor mir aufbaute. Es waren in erster Linie Gedanken, die mir das Laufen madig machen wollten.
    Was soll das Gerenne? Du bist zu alt und zu unsportlich, wie siehst du überhaupt aus mit der kurzen Hose und den dicken Beinen, mach lieber was Sinnvolles in der Zeit, aus dir wird nie ein ordentlicher Läufer usw.
    Dieses Gedankenkarussell zusätzlich zu meinem schwachen Körper zeigte mir deutlich, dass ich dringend netter zu mir sein muss.

    Ich habe hier zu Hause gerade ein sehr gutes Beispiel vor Augen, wie jemand nett zu sich ist, dem es nicht gut geht. Meiner Katze musste am Freitag die entzündete Kralle mitsamt dem zugehörigen Zeh an der Hinterpfote amputiert werden. Das nur am Rande, ist ja kein Katzenforum hier. Aber wie Madame mit der Sache umgeht, verdient großen Respekt. Samstag legte sie "das Bein hoch" und schlief den ganzen Tag, gestern dann erste Gehversuche, was mit dem dicken Verband sehr mühsam war und heute tobt sie schon wieder durch den (gesicherten) Garten.
    Einfach mal Pause machen, wenn man sich mies fühlt und es dann ganz langsam angehen lassen. Sehr schlau, die kleine Katze .

    Und so sehe ich den Tag gestern als dringende Warnung, mal wieder langsamer zu machen. Was macht frau also am Montag direkt nach dem Aufwachen? Richtig: Laufen! .

    Den Gatten zum Einkaufen geschickt und ab in den Wald. Ich hörte vorher noch intensiv in meinen Körper und bekam ein GO von allen Systemen. Ich wollte nur ganz entspannt auf die kleine Runde, aber ich habe mit dem "Berg" auf Kilometer 4 noch eine Rechnung offen. Das Biest hat mich die letzten Male immer wieder zum Gehen gezwungen. Und wenn man Dinge oft genug wiederholt, setzen sich Muster im Gehirn fest, die immer schwerer zu durchbrechen sind.
    Heute war der Berg fällig, ich wollte ihn endlich mal wieder hochlaufen.

    Musik auf die Ohren, 15 Grad, 9.00 Uhr, los geht's!

    Es war einfach nur toll . Die ersten beiden Kilometer leicht bergauf gingen sehr locker, Kilometer 3 bergab ist meine Lieblingsstrecke, da werde ich immer richtig schnell (was für mich heute sensationelle 7:04 bedeutet hat), und dann kommt auf Kilometer 4 der lange Weg bis zum "Berg".
    Die ganze Zeit streite ich mit mir: schaffst du nicht, schaff ich doch. Ich biege um die Ecke, und dann liegt das Monstrum vor mir.
    Nein, ich gucke nicht nach oben, nur direkt vor meine Füße und trippele los. Ja, verdammt, es ist anstrengend, aber mir tut nichts weh, das Herz schlägt noch und ich atme, also kann ich auch laufen.

    Endlich bin ich oben, und ich muss laut lachen. Tschakka! I did it!
    Der Rest der Strecke nach Hause ist Nebensache, ich bin so glücklich, meinen Angstgegner besiegt zu haben.

    Es sind 4,57 Kilometer in 34:23 Minuten, Pace 7:31 (endlich kann ich es mal wieder schreiben, OHNE Gehpause)
    Herzchen war auch tapfer, im Durchschnitt 157, max. 168.

    Die gute Laune ist wieder da und das körperliche Befinden ist bestens. Kein Gefühl von Schwäche, kein Herzgewummer, alles schick und schön .

    Was habe ich heute beim Laufen gelernt?
    Keine Angst vor hohen Bergen, weder realen noch mentalen. Auch mit den winzigsten Schrittchen kann man einen Berg erstürmen.

  21. #96
    crsieben
    Gast

    Standard

    Weißt du was, FeldWaldWiese? Ich schreib nicht mehr, wie ich dich, deinen läuferischen Einstieg, deine Einstellung und deinen Schreibstil finde. Das würde sonst langweilig.


    Zitat Zitat von FeldWaldWiese
    Du bist zu alt und zu unsportlich, wie siehst du überhaupt aus mit der kurzen Hose und den dicken Beinen, mach lieber was Sinnvolles in der Zeit, aus dir wird nie ein ordentlicher Läufer.
    Wer seine Muster im Kopf erkennt, erkennt, wie wichtig es ist, diese zu durchbrechen und diese dann auch noch mit Bravour durchbricht, der strahlt mit noch so kurzer Hose und noch so dicken Beinen eine Kraft aus, der man schwer widerstehen kann.

    Übrigens kenn ich deinen Gedankengang genauso. Ich nutz ihn für meine Zwecke aus: Immer, wenn mich der Ehrgeiz übermannt, dann stell ich mich in Laufklamotten vor den Spiegel, lach mal kurz über mich und wie ich aussehe und was ich da schon wieder Irrsinniges vorhabe, und dann werd ich lockerer und entspannter, weil ich mich selbst mal kurz nicht mehr ganz so furchtbar ernst nehme.

    Deine Taktik am Berg ("nicht hochschauen") ist übrigens vorerst genau die richtige. Später irgendwann einmal wirst du ihn direkt zu Anfang hochschauen können und sagen: "Ja, das kann ich, das wird nicht einfach, aber das kann ich." Das ist dann ein Schritt weiter, und auch den wirst du gehen - äh... laufen natürlich.

  22. #97
    Alderamin
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Was soll das Gerenne? Du bist zu alt und zu unsportlich, wie siehst du überhaupt aus mit der kurzen Hose und den dicken Beinen, mach lieber was Sinnvolles in der Zeit, aus dir wird nie ein ordentlicher Läufer usw.
    Die Frage stellt sich bei mir gar nicht, dafür ist der Erfolg viel zu groß gewesen. Von adipös runter auf (fast) Normalgewicht mit deutlich verbesserten Blutwerten, Absetzen von Pillen, Verschwinden von häufigem Sodbrennen und einem wesentlich besseren Körpergefühl. Neulich habe ich wieder mal einen Sack Katzenstreu auf den Schultern aus dem Keller in den zweiten Stock getragen. Ja, so fühlte sich das ungefähr an, als ich 15 kg schwerer war. Nur ohne Katzenstreu. Und oben war ich genau so außer Puste.

    Da ist mir doch egal, wie ich aussehe... (bestimmt nicht schlechter als vorher,vielleicht ein bisschen faltiger am Hals, das Alter, aber was stört mich das).

  23. #98
    Fußkrüppel Avatar von taeve
    Im Forum dabei seit
    17.12.2014
    Ort
    Schwerin
    Beiträge
    2.349
    'Gefällt mir' gegeben
    0
    'Gefällt mir' erhalten
    0

    Standard

    Da schließ ich mich doch sprachlos meinen beiden Vorschreibern an...

    Gruß Frank


  24. #99
    Ich lerne laufen... Avatar von Caia
    Im Forum dabei seit
    15.07.2014
    Ort
    Münsterland
    Beiträge
    679
    'Gefällt mir' gegeben
    28
    'Gefällt mir' erhalten
    18

    Standard

    Ich find das so toll, wie Du das beschreibst, das könnt alles von mir sein...
    Mein Lauftagebuch: Im dritten Anlauf zum Halbmarathon

    5 km Trainingsbestzeit 30:43 (08.07.2016)
    10 km Trainingsbestzeit 1:06:06 (13.09.2017)

    Wettkampf 17.4.16: 5 km in 32:36
    24.6.16: 10 km in 1:10:46

    84,6 kg (09/2015) ... 74,8 kg(aktuell)

  25. #100
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
    Im Forum dabei seit
    14.11.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    17.190
    'Gefällt mir' gegeben
    358
    'Gefällt mir' erhalten
    1.400

    Standard

    Da mach ich mit bei der Anschließerei. Ich lese sehr gern von deinen Fortschritten und Siegen gegen Berge

    Gruss Tommi

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Kleiner dicker Mann will (wieder) ein Läufer werden ...
    Von todmirror im Forum Tagebücher / Blogs rund ums Laufen
    Antworten: 55
    Letzter Beitrag: 11.11.2015, 11:10
  2. Wenn Läufer zu Wanderern werden...
    Von Martinwalkt im Forum Sportliches Wandern
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 06.03.2012, 10:45
  3. Ein Stück vom Glück
    Von devotee im Forum Foren-Archiv
    Antworten: 46
    Letzter Beitrag: 15.02.2008, 12:51
  4. Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 16.11.2007, 16:36
  5. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 29.10.2007, 17:35

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •