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Ergebnis 976 bis 997 von 997
  1. #976

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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Mit einiger Verspätung auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zu der super Energieleistung, dem Ergebnis und dem AK-Sieg!
    Dankeschön, liebes Kartöffelchen .

    Und danke auch dafür, dass du mich mit so vielen tollen Ratschlägen von Anfang an begleitet hast.

    Ich hab dich hier vermisst, ist alles in Ordnung?

  2. #977

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    Heute soll es ab dem Nachmittag heftigstes Wetter mit Gewitter geben, aber davon ist beim Start unserer heutigen Runde nichts zu sehen. Es ist herrlich sonnig bei 20° und einem feinen, kühlenden Wind dazu.

    Unseren üblichen, langen Lauf am Freitag kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dazu bin ich immer noch zu müde. Das wird wohl noch etwas dauern, bis ich mich wieder im Vollbesitz meiner Kräfte fühle. Und so geht es auf die übliche Runde ab Haustür.
    Der Körper fühlt sich aber schon wesentlich besser an als am Montag, und auch der Puls hat sich wieder etwas beruhigt. Das ändert sich schlagartig, als ich am Beginn des Waldweges heftig ins Stolpern gerate. Keine Ahnung, warum es passiert ist, aber ich weiß noch, dass mein erster Gedanke war, mich zur Seite auf das Gras fallen zu lassen. Irgendwie schafft es der Körper aber doch, den Sturz zu vermeiden. Vom Gatten bekomme ich hervorragende Haltungsnoten bescheinigt! Mit einem Schlag bin ich hellwach und muss mich auf den nächsten Metern erstmal sammeln.

    Ich stolpere heute noch einmal, wieder ohne ersichtlichen Grund. Irgendwie kriege ich die Füße nicht richtig hoch, jeder kleine Stein wird zur Gefahr. Meine Brille ist mir auch keine Hilfe, denn ich habe versucht, eins von diesen lästigen, kleinen, schwarzen Insekten weg zu wischen, das sich unterwegs auf die Brille gesetzt hatte. Mit schwitzigen Fingern, die voller Sonnencreme sind, war das eine blöde Idee. Der Versuch, das Brillenglas beim Laufen am Shirt zu reinigen, war genauso dämlich. Auf der Brille klebt jetzt ein dicker Schmierfilm, durch den ich den Weg vor mir wie im Nebel sehe.

    Ich gewöhne mich an die eingeschränkte Sicht, und so hängen wir heute die Schleife ins Nachbardorf dran. Unterwegs bleiben noch etliche der winzigen Viecher auf mir kleben. Was man so vom Laufen alles mit nach Hause schleppt…

    8,88 Kilometer, Dauer 58:56
    Pace 6:38, ∅Puls 143 (77%)
    105 Höhenmeter

  3. #978

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    Heute habe ich zum erstem Mal nach dem Wettkampf vom letzten Sonntag das Gefühl, wieder vollständig regeneriert zu sein. Beste Voraussetzungen also, das es einfach nur ein schöner, nicht so anstrengender Lauf wird.
    Als wir am Vormittag aufbrechen, ist es Traumwetter bei 15° und Sonnenschein. Waldwege und Steine hat es in der Woche genug gegeben, heute sind die asphaltierten Radwege im Nachbarort dran.

    Vom Beginn an läuft es einfach nur großartig. Das Tempo ist mir egal, ich möchte ruhig vor mich hin laufen, mich nebenbei mit dem Gatten unterhalten und den Puls so lange es geht im blauen Bereich lassen. Das gelingt mir ausgesprochen gut. Bis auf wenige Ausnahmen, wenn es mal ein Stück bergauf ging, buppert der Puls fast durchgängig in blau.

    Das war der schönste Lauf der Woche.

    14,82 Kilometer, Dauer 1:41:12
    Pace 6:50, ∅Puls 139 (75%)
    51 Höhenmeter

  4. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    gogolak (20.06.2022), heikchen007 (23.05.2022)

  5. #979

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    Der Gatte möchte heute lieber Rasen mähen. Na prima, dann kann ich ja laufen, wie ich Lust habe. Ich habe im Hinterkopf, dass ich meine mühsam erworbene Schnelligkeit nicht verlieren soll, da kann ich doch gleich mal dran arbeiten. Für sklavisch eingehaltene Intervalle fehlt mir heute die nötige Disziplin, aber so ein nettes Fahrtspiel wäre doch ganz schön.

    So wird es gemacht, ich verabrede mit mir selbst, dass alle Stücke bergab Tempo gemacht wird. Wie schnell ist egal, spürbar schneller reicht mir schon.
    Ich freue mich auf den Lauf und stelle vor der Haustür fest, dass ich den Brustgurt mit Pulsmesser vergessen habe. Jetzt nochmal rein? Nein, keine Lust, soll doch die Handgelenksmessung mal zeigen, was sie kann.

    Die ersten drei Kilometer decken sich die angezeigten Pulswerte mit meinem Empfinden. Es ist mit 20°, mäßigem Wind und leichter Schwüle nicht so ganz ideal für mein Vorhaben, aber der Puls ist so, wie ich mich fühle.
    Das ändert sich ab KM 4, dem Abschnitt im Wald, den ich nun nicht gerade volle Pulle laufe. Hier werden so hohe Werte angezeigt, die ich nicht glauben kann.

    Die Tempowechsel machen mir richtig Spaß. Schnell bergab ist einfach meine Lieblingsdisziplin. Ich muss nur auf die Steine aufpassen, aber heute stolpere ich nicht ein einziges Mal.

    8,88 Kilometer, Dauer 55:21
    Pace 6:14, ∅Puls 157 (85%)
    105 Höhenmeter

  6. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    heikchen007 (23.05.2022)

  7. #980
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Ich hab dich hier vermisst, ist alles in Ordnung?
    Alles gut, danke der Nachfrage. Ich laufe (besser gesagt: jogge) noch meine 4x die Woche, aber die Luft ist tatsächlich ein bisschen raus.

    Irgendwann war ich es mal etwas leid, hier immer dieselben stereotypen Sprechblasen abzusondern und habe mal ein paar andere Prioritäten außerhalb des Internets gesetzt.

  8. #981
    Avatar von Katz
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    Na, das klingt doch gut! Momentan ist es zwar wettermäßig etwas durchwachsen, aber draußen allemal schöner als drin im Internet. Ist das Wohnmobil schon reisefertig?
    LG Katz

  9. #982

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    Es sind zwar 17° und viel Sonne, aber dazu weht ein so kräftiger Wind, dass mir beim Loslaufen heute ganz schön fröstelig ist. Der Gatte wird mich nur ein Stück begleiten, denn er fühlt sich nicht ganz fit.

    Für mich soll es die Bergrunde ab Haustür werden, die ich wegen des Windes aber andersrum laufen werde. So habe ich größere Chancen, nicht permanent im Gegenwind zu sein.

    Die ersten 4 Kilometer ist der Gatte bei mir, dann biegt er ab auf die kurze Runde. Für mich geht es geradeaus weiter. Die KM 2-5 geht es durchgehend bergauf, aber wenigstens schiebt der Wind ein klein wenig und hilft mir. Dann geht es in den Wald hinein, ein langes Stück bergab, 4 KM auf und ab durch den Wald, alles ohne spürbaren Wind. Läuft sich gut, die Beine sind erstaunlich lauffreudig.

    Ab KM 10 verlasse ich den Wald und der Weg nach Hause beginnt. Es geht jetzt nur noch mit Gegenwind bergauf, und es kostet mich viel innere Überzeugungsarbeit, nicht einfach stehen zu bleiben. Meine Güte, ist das mühsam, aber ich ziehe es durch.

    11,67 Kilometer, Dauer 1:17:17
    Pace 6:37, ∅Puls 145 (78%)
    112 Höhenmeter
    Tierbegegnung: 1 Blindschleiche

  10. #983

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    Der Wind hat nochmal einen Zahn zugelegt und bläst mächtig ums Haus. Der übliche Freitagslauf an der Weser macht da keine große Freude, dann lieber kreuz und quer durch den Wald vor der Haustür.

    So ganz vor der Haustür liegt der Wald nicht, es sind schon 2 Kilometer bis dahin, und die bekommen der Gatte und ich den Wind voll ins Gesicht. Ich komme kaum voran, der Gatte dreht sich um und fragt, wo ich bleibe… Ich habe noch müde Beine, da ich den Feiertag gestern vier Stunden lang mit Unkraut zupfen in der tiefen Hocke verbracht habe. Von Beginn an murren die Beine leise vor sich hin, dem Wind haben sie in dieser Verfassung nichts entgegen zu setzten.

    Dann endlich erreichen wir den windgeschützten Wald. Die kommende Steigung empfinde ich fast als angenehm, denn die Belastung ist viel besser zu bewältigen als der Gegenwind. Hier folgen jetzt ca. 6,5 Kilometer mit ständigem Auf und Ab. Wie so oft in letzter Zeit muss ich auf die Steine aufpassen, um nicht zu stolpern. Einmal kann ich mich auch heute wieder erst im letzten Moment abfangen. Verlerne ich das Laufen?

    Bei KM 4,5 muss ich abrupt stoppen. Ein wunderschöner Feuersalamander sonnt sich auf dem Waldweg. So ein Tierchen habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht in freier Wildbahn angetroffen. Da ist mir mein Lauf total egal, ich hocke mich zu dem hübschen Kerlchen und schaue ihn mir ganz genau an.
    Wieder einmal bin ich überzeugt, am schönsten Platz auf der Welt zu wohnen und laufe mit einem dicken Grinsen im Gesicht weiter.

    Die letzten Kilometer meint es der Wind gut mit uns und schiebt von hinten kräftig mit.

    10,40 Kilometer, Dauer 1:09:17
    Pace 6:40, ∅Puls 143 (77 %)
    128 Höhenmeter
    Tierbegegnung: 1 Feuersalamander

  11. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    Friemel (30.05.2022), gogolak (20.06.2022), heikchen007 (30.05.2022)

  12. #984

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    10°, windig, Nieselregen - nicht gerade das Wetter, das mich voller Freude vor die Tür locken kann. Ich ziehe traurig die langen Sachen an, packe mir eine Windjacke drüber, und friere trotzdem am Start.

    Wir laufen im Nachbarort auf den Radwegen. So richtig Spaß macht es nicht, anstrengend ist es aber auch nicht, ich würde den Lauf heute am ehesten mit „lästig“ beschreiben. Das Tempo ist durch den Gegenwind stellenweise schneckenlangsam, die Unterhaltung mit dem Gatten ist extrem sparsam und beschränkt sich auf „alles gut?“, „wo lang?“.

    Nach 6,5 Kilometern haben wir beide keine Lust mehr, noch weiter gegen Wind und Regen an zu laufen. Es geht auf direktem Weg zurück zum Start.

    Wenigstens mein Puls fand das heutige Getrödel nett. Er blieb brav im blauen Bereich, wofür mich Polar anschließend mit einem tollen Running Index belohnt hat. Die finnischen Uhrmacher mögen es gerne, wenn ich schön langsam durch die Gegend schleiche.
    Ich mochte den Lauf heute nicht, dazu war es einfach zu „bäh“.

    8,45 Kilometer, Dauer 58:07
    Pace 6:53, ∅Puls 130 (70 %)
    35 Höhenmeter

  13. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    heikchen007 (30.05.2022)

  14. #985

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    Es ist nicht wärmer geworden, immer noch lausige 10°, aber kaum Wind und kein Regen. Als ich von zu Hause starte, melden sich eiskalte Finger, die nach Handschuhen rufen. Nun geht‘s aber los, Freunde, wir haben Ende Mai, reißt euch mal zusammen!

    Ich biege ab auf die übliche Montagsrunde. Heute bin ich allein unterwegs, der Gatte hat zu tun. Was laufe ich? Eigentlich ist ja Montag immer Renntag, aber mir fehlt jegliche Fantasie, was ich mit der Strecke anstellen könnte.

    Erstmal los und gucken, was der Körper so anbietet. Das ist von Anfang an gleich ein Gefühl von Kraft und Vorwärtsdrang, das mich doch etwas überrascht. Den ersten Kilometer zum Einlaufen in 6:58, aber ich merke schon, wie ich immer schneller werde. Na dann los. Dann wird es heute ein Tempolauf, der mich auf der hügeligen Strecke gut beschäftigen wird. Mein spontaner Plan: so lange wie möglich jeden Kilometer unter 6:00 laufen.

    Auf dem 2. KM ist das kein Problem, da es überwiegend flach ist mit einer winzigen Steigung in der Mitte. Läuft gut an mit 5:55.
    Der 3. KM ist schon schwieriger, da es ca. 30 Höhenmeter bergauf geht. Aber heute habe ich schnelle Beine und fliege mit 5:57 hinauf.
    Der 4. KM ist eine kurvige Auf-und-Ab-Strecke im Wald, ebenfalls in 5:57.
    KM 5 ist der totale Spaß bergab mit 5:24.

    Bis jetzt läuft es großartig, wie lange halte ich wohl durch? Auf KM 6 kommt der „Hausberg“ mit 20 Höhenmetern, der mich auf 5:48 abbremst.
    KM 7 geht es leicht bergab in 5:23, KM 8 überwiegend flach mit einer kurzen Steigung am Ende in 5:34.

    Ab hier geht es bis zur Haustür nur noch bergauf. Das ist für mich der Punkt, wo ich den Tempolauf für beendet erkläre und ohne Zeitdruck nach Hause laufe.

    8,88 Kilometer, Dauer 52:26
    Pace 5:54, ∅Puls 152 (82 %)
    100 Höhenmeter

    Das hat richtig Spaß gemacht. Die letzten Meter merke ich am aufkommenden Schwindel aber auch, dass es ganz schön anstrengend war. Nur gut, dass ich dieses Gerenne nur einmal in der Woche mache.

  15. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    dicke_Wade (31.05.2022), Friemel (30.05.2022), heikchen007 (30.05.2022)

  16. #986

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    Ein klein wenig wärmer ist es geworden, da kann ich wenigstens die Jacke zu Hause lassen. Heute habe ich mir die „Bergrunde“ ab Haustür vorgenommen: 1,5 Kilometer bis zum Wald, 3,5 Kilometer im Wald leicht bergauf, 1 Kilometer Steigung (30 Höhenmeter), 3 Kilometer am Waldrand leicht bergab, ca. 2,5 Kilometer bergauf durchs Nachbardorf nach Hause.

    Der Gatte wird mich am Anfang begleiten, aber er läuft heute nur eine kürzere Runde. Er muss zurück ins Homeoffice.

    Mein Körper hat das Gerenne von Montag sehr gut verarbeitet. Alle Systeme melden Normalbetrieb. Auf den ersten drei Kilometern komme ich trotzdem nur langsam in Gang. Liegt vielleicht an der Unterhaltung mit dem Gatten. Sobald er sich auf seine Runde verabschiedet hat, laufe ich schneller und konzentrierter.

    Der Anstieg auf KM 5 ist ganz schön schwierig heute. Ich habe gut damit zu tun, mich jeden Schritt aufwärts zu motivieren. Das ging vor gar nicht allzu langer Zeit schon bedeutend besser.

    Um so mehr genieße ich den Abschnitt am Waldrand. Allerdings ist auf dem holprigen Weg für mich erhöhte Stolpergefahr durch die vielen Steine. Ich laufe ganz am Rand, direkt neben den Getreidefeldern, in die ich mich beim Stürzen fallen lassen möchte. Bis auf einen Stein, den ich unbeabsichtigt weit von mir weg kicke, passiert aber zum Glück nichts.

    Das kurze Stück Wiesenweg auf KM 7 ist mittlerweile so zugewachsen, dass die langen Gräser von links und rechts nach den Beinen tatschen. Dieser Weg wird erst wieder zur Erntezeit gemäht und ist damit für die nächste Zeit nicht mehr laufbar. Schade, dann muss ich hier demnächst auf die Alternativstrecke ausweichen, die nicht so schön ist.

    Anderseits beschwert mir dieser Abschnitt heute ein tolles Schauspiel: am Feldrand blühen Margeriten, Kornblumen und Mohn wild durcheinander, auf dem Weg blüht der Klee. Die Blüten werden von zig Schmetterlingen besucht, durch die ich mitten hindurch laufe. Ich passe sehr auf, keinen der hübschen Flatterer zu zertrampeln. In diesem Momenten in der Natur liebe ich das Laufen.

    Auf dem Rest der Strecke kommt ein frischer Wind auf, natürlich direkt von vorn, außerdem türmen sich bedrohlich dunkle Wolken am Himmel auf. Ich beeile mich, rechtzeitig nach Hause zu kommen. Sobald ich durch die Tür bin, legt der Regen richtig los.
    Alles richtig gemacht .

    11,67 Kilometer, Dauer 1:16:38
    Pace 6:34, ∅Puls 146 (79 %)
    113 Höhenmeter
    Tierbegegnung: ganz viele Schmetterlinge 🦋

  17. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    gogolak (20.06.2022), heikchen007 (02.06.2022)

  18. #987

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    Freitag, 03.06.2022 - langer Lauf

    Nach langer Zeit geht es wieder an die Weser auf den flachen Radweg. Das schöne Wetter hat sich mit 22° und Sonnenschein zurück gemeldet, dazu weht ein leichtes Lüftchen. Ich bin mit den Bedingungen sehr zufrieden.

    Heute soll es einfach nur unaufgeregt und langsam werden. Von Beginn an finden meine Beine das Tempo prima, nur beim Gatten gibt es das immer wieder mal auftretende 3-KM-Problem. Das bedeutet, dass er ab KM 3 das Gefühl hat, keine Kraft zu haben. Puls und Atmung sind komplett normal, aber neben mir läuft das pure Leiden auf Beinen. Jeder Schritt kostet ihn enorme Kraft, er kommt kaum vorwärts. Dieser Zustand dauert etwa 15 Minuten an, danach ist alles wieder chic und schön. Verstehen muss man das nicht. Wir kommen auch einfach nicht dahinter, warum das immer wieder passiert.

    Bei KM 6 geht es dem Gatten schon wieder so prächtig, dass er mich zu einer etwas längeren Runde überredet. Zwei Kilometer später bereue ich das. Im Gegensatz zu dem gut gelaunten Kraftpaket, neben dem ich laufe, funktioniert mein Körper so, dass er bei andauernder Belastung müde wird.
    Merke ich heute deutlich, denn Durst und müde Beine lassen den Puls ansteigen.

    Auf KM 11 kommt dann eine echte Herausforderung: der Radweg ist frisch geteert, die Baufahrzeuge sind uns gerade entgegen gekommen. Auf dem Teer liegt eine dicke Schicht Splitt, und diese Mischung heftet sich sofort an die Sohlen. Das Laufgefühl erinnert an das mühsame Laufen auf losem Sand am Strand. Dazu nimmt einem der Teergeruch den Atem. Gesund ist das bestimmt nicht.

    Auch als wir das Stück hinter uns gelassen haben, bleibt das Gefühl, weiterhin auf Splitt zu laufen. Das Teer-Stein-Gemisch hat sich fest an die Sohlen geklammert. Ich pule zu Hause mühsam jedes winzige Steinchen aus dem Profil. Der Teergeruch hält sich noch bis zum nächsten Tag am Schuh.

    Den Rest der Strecke laufe ich wie mit Autopilot. Der Durst wird größer, und damit auch die Unlust. Kostet mich viel Energie, nicht einfach stehen zu bleiben und den inneren Schweinehund gewinnen zu lassen. Der Gatte ist auch keine große Hilfe, er läuft in seinem mentalen Tunnel und kriegt gar nicht mehr mit, dass ich auch noch da bin.

    15,10 Kilometer, Dauer 1:45:31
    Pace 6:59, ∅Puls 144 (78 %)

    Sonntag, 05.06.2022

    Etwas bedeckter Himmel, 21°, leichter Wind. Klingt gut, fühlt sich aber warm und schwül an.
    Am Start meckern die Beine, die gestern bei der Gartenarbeit sehr beschäftigt wurden, laut vor sich hin. Es dauert eine ganze Weile, bis es sich wieder nach Laufen anfühlt, aber es wird.
    Beim Gatten läuft es heute viel besser. Das 3-KM-Loch tritt heute nicht auf, obwohl wir von Beginn an etwas schneller als am Freitag sind.

    Das nette Wetter nutzen heute auch viele Radfahrer aus, die uns auf dem Radweg ständig zur Seite klingeln. Heute erlebe ich aber zum ersten Mal, dass es auch richtig tolle Radfahrer gibt. Wir machen nach dem Klingeln Platz, und beim Vorbeifahren bedankt sich der Radler (kommt so gut wie nie vor) und sagt auch noch, dass noch drei weitere Radler folgen (kommt sonst nie vor). Endlich mal ein Radfahrer, der mitdenkt!!!

    Die ganz große Runde wird es heute nicht, bei KM 8 entscheiden wir uns für den Rückweg.

    11,43 Kilometer, Dauer 1:16:28
    Pace 6:41, ∅Puls 143 (77 %)
    37 Höhenmeter

    Diese Woche bin ich 47,10 Kilometer gelaufen.

  19. #988
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Wir machen nach dem Klingeln Platz, und beim Vorbeifahren bedankt sich der Radler (kommt so gut wie nie vor)
    Wie auch - bei den sündhaft teuren Carbon-Maschinen im Freizeitbereich kann das Budget ja nun nicht auch noch für eine Luxus-Klingel reichen.

    Oder, wenn das Geld doch mal reichen sollte, wäre es allein das schiere Gewicht einer Klingel, welches den Athleten abrupt ins Übertraining stürzte...

  20. #989

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    Dunkle Wolken hängen am Himmel, der Wind ist ganz schön kräftig geworden, es sieht nach miesem Wetter am Pfingstmontag aus. Dann bringen wir die Laufrunde doch lieber am Vormittag hinter uns, um nicht später fieses Wetter als Ausrede zu haben, um auf dem Sofa kleben zu bleiben.

    Eigentlich ist montags ja mein Tempotag, aber so richtig kann ich mir das am Beginn nicht vorstellen. Nach der ersten Kurve kommt der Wind direkt von vorn und zeigt mir gleich, wo der Hammer hängt. Spaß macht der erste Kilometer damit überhaupt nicht, aber zum Einlaufen mit 7:05 ist es in Ordnung.

    Ich frage den Gatten neben mir, ob er sich eine etwas schnellere Gangart vorstellen kann. So richtig begeistert klingt seine Antwort nicht, aber wir sind jetzt aus dem Wind raus und ein kurzes Stück auf Asphalt, da probieren wir es mal. Mit 6:01 ist es in Ordnung für den 2. Kilometer.

    Jetzt geht es bergauf in den Wald. Ich bin immer noch gut unterwegs, neben mir wird das Gemurre größer. 6:04 ist für dem 3. Kilometer mit 25 Höhenmeter ganz schön anstrengend. Das findet auch mein Körper, der mich auf dem 4. Kilometer mit heftigem Sodbrennen in eine Pause zwingt. Hustend und würgend stehe ich da, so etwas ist mir ja noch nie passiert. Ekelhaft!
    Ich bin lieb zu mir selbst und lasse das mit dem Tempo sein. Den 4. Kilometer laufen wir mit schonenden 6:30.

    Sobald ich mich etwas erholt habe, wollen die Beine doch noch nicht klein bei geben. KM 5 und 6 mit 6:08 und 6:06 laufen wieder prima. Wir haben unterwegs abgemacht, dass es heute nur die kleine Runde wird. Das plötzliche Sodbrennen nehme ich als Zeichen, mich heute lieber nicht komplett platt zu machen.

    Das letzte Stück nach Hause haben wir den Wind im Rücken. Der Gatte wird plötzlich immer schneller, und ich versuche einfach nur, so gut es geht dranzubleiben. Gelingt mir prächtig mit unfassbaren 5:12.
    Damit ist es dann doch noch irgendwie eine schnelle Einheit geworden.

    6,75 Kilometer, Dauer 41:33
    Pace 6:09, ∅Puls 151 (82 %)
    85 Höhenmeter

  21. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    heikchen007 (06.06.2022)

  22. #990

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    Ich habe mein Tagebuch vernachlässigt, hier fehlen inzwischen drei Läufe. Und so nutze ich die Zeit, während der frische Lack auf den Zehennägeln trocknet (auch der Läuferfuß will gepflegt sein), um über die letzte Woche zu berichten.

    Mittwoch, 08.06.2022
    Das Wetter ist toll, Sonne, leichter Wind, 20°. Von Beginn an fühle ich mich super. Es geht in recht langsamen Tempo auf die Bergrunde, die wir heute mit einer kleinen Abwandlung laufen wollen, um den Grasweg zu vermeiden. Das Gras ist zur Zeit zu hoch, um da mit nackten Beinen zu laufen. Im Gras verstecken sich Brennnesseln und Zecken, die möchte ich nicht auf meiner Haut.

    Es läuft bei mir gut, was sich aber nach 4,5 Kilometern schlagartig ändert. Völlig aus dem Nichts und ohne Warnung erwischt mich der Schwindel. Ich wechsele sofort ins Gehen, kann die Spur nicht mehr halten und verstehe die Welt nicht mehr. Ich sage dem Gatten, dass er weiter laufen soll, ich komme schon zurecht.
    Nach ein paar langsamen Schritten scheint es wieder zu gehen. Als nächstes geht es den Berg hoch. Das ist heute die pure Quälerei, aber immerhin komme ich laufend oben an. Der Gatte ist schon ein ordentliches Stück vor mir, den hole ich heute nicht mehr ein.

    Ich trabe langsam am Waldrand entlang, aber es fühlt sich sehr seltsam an. Ich kann die Spur nur halten, wenn ich nach links laufe, mein Körper driftet immer nach rechts. Dieser Schwindel geht mir jetzt aber richtig auf die Nerven. Er wird immer massiver, und kurz nach KM 7 zwingt er mich in die Knie. Oder besser: auf den Boden. Ich ziehe die Reißleine, bleibe stehen, die Welt dreht sich, und ich lege mich auf den Weg, Füße hoch an einen Baum gelehnt. Es dauert nicht lange, da ist wieder genug Blut im Kopf, das wohl vorher bei der Gehirnversorgung gefehlt hat.
    Der Schwindel ist komplett weg und kommt auch nicht mehr wieder.

    Und so laufe ich den Rest der Strecke nach Hause, als wäre nichts gewesen.

    11,37 Kilometer, Dauer 1:17:36 (incl. Gehpause, Schwindelpause rausgestoppt)
    Pace 6:49, ∅Puls 152 (82 %) ganz schön hoch für die langsame Runde
    110 Höhenmeter

    Freitag, 10.06.2022
    Ich habe mit der blöden Bergrunde noch eine Rechnung offen. Den Horrorlauf von Mittwoch will ich so schnell wie möglich aus dem Kopf bekommen, also wird die Runde heute wiederholt. Die Bedingungen sind fast gleich, aber ich starte viel langsamer, nur nichts riskieren.

    Der Körper belohnt mich dafür mit einem hübsch niedrigen Puls im blauen Bereich. Die ersten fünf Kilometer laufen bestens, sogar ein Reh lässt sich blicken. Bis jetzt ist kein Schwindel zu spüren. Beim Anstieg auf KM 6 werde ich mutig. Hier ist mir schon öfter ein blauer Pfeil aufgefallen, der wohl die Strecke der örtlichen Laufgruppe markiert. Heute möchte ich wissen, wohin es da eigentlich geht. Gatte ist einverstanden, also biegen wir ab auf unbekannte Wege.

    Es ist eine Schleife von ca. 2 Kilometern mit ordentlich zusätzlichen Höhenmetern, wunderschön im schattigen Wald. Das merken wir uns mal, ist eine nette Ausweitung der üblichen Runde.

    Danach geht es auf der bekannten Runde weiter, den Berg hoch, dann am Waldrand entlang, durchs Nachbardorf nach Hause.
    Inzwischen sind wir 13 Kilometer gelaufen, und ich fühle mich absolut großartig. Das Elend vom Mittwoch ist aus den Gedanken verschwunden, der Körper ist eine Laufmaschine, und der Kopf will noch weiter. Ich schlage dem Gatten vor, noch unsere alte Hausrunde von 5 Kilometern dranzuhängen. Einverstanden, so machen wir das.

    Der Wind ist etwas stärker geworden und kommt, wie könnte es auch anders sein, direkt von vorn. Stört mich aber nicht sehr, auf den nächsten fünf Kilometern kenne ich jeden Stein und fühle mich wohl.

    Wir kommen zum zweiten Mal heute zu Hause an, aber jetzt reicht es dem Gatten nicht. Er meint, 20 wäre eine schönere Zahl als 18, wir sollten doch nochmal zurück ins Nachbardorf. Mein Lieber, das wird aber ein brutaler letzter Kilometer, mit Steigung und Gegenwind!
    Nach diesem letzten Kilometer reicht es mir dann auch. Als wir jetzt wieder an der Haustür ankommen, erkläre ich den Lauf für beendet.

    20,17 Kilometer, Dauer 2:20:09
    Pace 6:57, ∅Puls 142 (77 %)
    208 Höhenmeter
    Tierbegegnung: 1 Reh 🦌

    Sonntag, 12.06.2022
    Wir laufen die Runde vom letzten Sonntag, allerdings ist meine Bewegung beim Start nur schwer als Laufen zu erkennen. Die Beine sind sehr zickig nach dem langen Lauf von Freitag und dem Gartentag gestern. Egal, das ruckelt sich schon zurecht.

    Und das tut es auch, allerdings ist die Anstrengung doch zu spüren. Der Puls ist leicht höher als üblich, das Tempo ist etwas niedriger als sonst, wenn es einfach nur so locker dahin geht.

    Alles in allem ist es ein unaufgeregter Sonntagslauf bei bestem Wetter, der einfach nur gute Laune macht.

    11,43 Kilometer, Dauer 1:17:47
    Pace 6:48, ∅Puls 146 (79 %)
    45 Höhenmeter

    Diese Woche bin ich 49,72 Kilometer gelaufen.

  23. #991

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    Standard

    Der Gatte hat Urlaub und bringt meinen Zeitplan völlig durcheinander. Da habe ich mir in den letzten Monaten meine Zeit und Aufgaben so strukturiert, wie es sich für mich richtig anfühlt, aber das kann ich die nächsten zwei Wochen komplett vergessen.

    Gelaufen wird heute also am Vormittag. Mit 15° und leichtem Wind ist mir vor der Haustür kalt. Und so jammere und meckere ich mich durch den ersten Kilometer. Dabei bemerke ich aber, dass meine Beine sich super gut und ausgeruht anfühlen. Das hatte ich nach den letzten Läufen gar nicht erwartet.
    Egal, heute soll es nur eine gemütliche, kurze Runde werden. Am Himmel türmen sich dunkle Wolken auf, ich wäre gerne vor der Schüttung zu Hause.

    Die ersten vier Kilometer laufen ganz unspektakulär, dann wird der Gatte immer langsamer. Er hat heute langsame Beine und mag nicht so schnell, wie ich gerne würde.
    Ich verabschiede mich von ihm und laufe so, wie meine Beine wollen. 5:20 auf KM 5, 6:12 auf KM 6 (mit kurzem Anstieg), 5:16 den Rest bis zur Haustür.

    Hat richtig gut getan, mal wieder Gas zu geben. Da wir eventuell Anfang September einen kleinen Wettkampf laufen wollen, kann ich ja wieder mit etwas Tempo anfangen.

    6,75 Kilometer, Dauer 41:48
    Pace 6:12, ∅Puls 144 (78 %)
    80 Höhenmeter

  24. #992

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    Mittwoch, 15.06.2022
    So langsam entwickelt sich der Lauf am Mittwoch zu einem ernst zu nehmenden Endgegner für mich. Lief letzte Woche schon blöd, ist in dieser Woche nicht anders.

    18° und Sonnenschein sind schön und stören nicht, aber in meinem unteren Rücken brodelt es. Die viele Gartenarbeit in der letzten Zeit habe ich auch schon mal besser verkraftet, aber der Rücken ist leider nicht mehr im Auslieferungszustand. Es zieht und ziept so vor sich hin, und ich merke jeden Schritt. Wie läuft man in Schonhaltung, um nicht bei jedem Aufkommen einen Schlag im Rücken zu spüren?

    Die ersten sechs Kilometer der Runde gehen eigentlich ganz gut, aber ein kurzer Anstieg am Beginn von KM 7 ist heute zuviel für mich. Der Puls bleibt auch nach dem Anstieg oben und macht keine Anstalten, sich wieder zu beruhigen.

    Ich halte noch bis zum Waldausgang durch, dann beende ich den Lauf. Mit dem Anstieg nach Hause habe ich heute gehend genug zu tun. Der untere Rücken besteht eigentlich nur noch aus Schmerzen. Ich versuche, so zu gehen, dass es am wenigsten belastend ist. Hüfte vor, Hüfte zurück, nichts hilft. Ich bleibe stehen und beuge mich komplett nach vorn. Da, endlich, spüre ich eine deutliche Entlastung, ein großer Teil des Schmerzes verschwindet.
    Ich erinnere mich an meine Reitlehrerin, die mir dauersitzenden Bürotante die bewegliche Hüfte beibringen wollte. Ich versuche, alles an Spannung aus der Hüfte zu nehmen und folge dem Rhythmus der Beine beim Gehen. Heraus kommt ein extremes, seitliches Hüftgewackel, mit dem ich wohl auf den Laufstegen von Paris und Mailand mithalten könnte.
    Zum Glück ist die Straße menschenleer, es gibt also keine Zeugen für meinen Catwalk nach Hause.

    9,75 Kilometer, Dauer 1:06:04
    Pace 6:47, ∅Puls 149 (81 %)
    75 Höhenmeter

    Freitag, 17.06.2022
    Der Rücken ist immer noch Baustelle, also fällt der übliche lange Lauf heute aus. Dazu ist es mit 23° auch fast schon zu warm. Heute daher nur die kleine Runde von Montag, aber rückenschonend langsam gelaufen.

    Was mir am Mittwoch beim Gehen gelang, bekomme ich beim Laufen nicht hin: die Hüfte ist steif wie ein Brett und macht keinerlei seitliche Bewegungen, die ich zur Entlastung gut gebrauchen könnte. Und so spüre ich den Rücken die ganze Zeit. Meine Güte, das nervt! Jetzt laufe ich schon so lange absolut ohne Verletzungen, da killt mich das Gebuddel im Beet.

    Ich drehe die Runde, bin aber unglücklich, dass mein Körper mich so ausbremst.

    6,75 Kilometer, Dauer 46:23
    Pace 6:52, ∅Puls 144 (78 %)
    90 Höhenmeter

    Sonntag, 19.06.2022
    So ganz langsam wird der Rücken besser. 22°, Sonnenschein und leichter Wind sind tolle Bedingungen, den langen Lauf nachzuholen.

    Wir beginnen sehr langsam und vorsichtig. Mein Rücken braucht noch etwas Fürsorge, der Gatte möchte nicht in sein 3-Kilometer-Loch fallen, also gehen wir es heute sehr gemütlich an. Zeit, die hübschen Wildblumen am Wegesrand zu bestaunen, sich über allen möglichen Kram der letzten Tage und die globalgalaktische Lage zu unterhalten.

    So verfliegt die Zeit und die Kilometer. Mein Rücken hält. Ein dumpfes Gefühl, das sonst nicht da ist, nehme ich zwar dauerhaft wahr, aber es stört nicht weiter. Allerdings mache ich an der Abzweigung zur längeren Strecke einen Rückzieher. Ich will mein Glück nicht herausfordern und mich überlasten. So schön das Laufen bei diesen Bedingungen auch ist, lieber heute vernünftig bleiben.

    Nach 10 Kilometern bekomme ich Durst. Na toll, die Wasserflasche liegt im Auto, und das ist noch ein gutes Stück entfernt. Leider ist dieses Stück komplett ohne Schatten, was es nicht angenehmer macht. Was tun? 1,5 Kilometer durch die pralle Sonne? Keine gute Idee, ich fühle mich jetzt schon überhitzt. Die Alternative wäre eine längere Strecke, die dafür überwiegend im Schatten unter hohen Bäumen verläuft.
    Wir entscheiden uns für den Schatten, und mein Körper dankt es mir sofort. Ich kühle deutlich herunter, und das Durstgefühl verschwindet.

    13,40 Kilometer, Dauer 1:32:06
    Pace 6:52, ∅Puls 148 (80 %)
    45 Höhenmeter

    Das war eine sehr durchwachsene Laufwoche mit 36,7 Kilometern.

  25. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    dicke_Wade (26.06.2022)

  26. #993

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    Montag, 20.06.2022
    Die zweite Urlaubswoche des Gatten beginnt, und ich habe es längst aufgegeben, meine geliebte Struktur aufrecht zu erhalten. Jeder Tag der Woche ist normalerweise so geplant, dass alles stressfrei erledigt wird und mir trotzdem ausreichend Zeit für mich bleibt. Jetzt ist der Gatte da, der Aufmerksamkeit möchte. Na gut, das verstehe ich, also werfe ich mein übliches Programm über Bord.

    Der Gatte möchte gerne auf dem Weserradweg laufen. Gerne, da waren wir schon fast zwei Wochen nicht mehr. Gegen eine flache Runde habe ich nichts einzuwenden. 16° finde ich allerdings schon empfindlich kühl. Wie sich das Temperaturempfinden ändert nach ein paar wärmeren Tagen ist schon spannend.

    Es soll die längere Runde werden, äußert gemütlich gelaufen.
    Nach zwei Kilometern ist mir nicht mehr kalt, der Puls ist niedrig, die Beine sind zufrieden, und der Rücken ist kaum noch zu spüren. Läuft heute. Und so werde ich mutig und schlage eine kleine Streckenänderung vor. Bei ca. 6,5 Kilometern biegen wir auf einen Feldweg ab, der zu einem kleinen Wald führt. Durch diesen Wald soll es einen Weg geben, der uns zur ursprünglichen Strecke zurück bringt. So hatte ich das bei Maps gesehen, aber ich hatte nicht mit dem Anstieg gerechnet, den uns diese Variante beschert.
    Der Anstieg ist wirklich heftig, aber ich kämpfe mich laufend die ca. 500 Meter bis nach oben. Hier entpuppt sich der Waldweg als extrem schmaler Trampelpfad, den wir nur hintereinander laufen können. Es geht auf und ab und kreuz und quer. Es macht mächtig Spaß, aber der Weg ist mit vielen Wurzeln und Steinen nicht ungefährlich. Hier und da sind tiefe Löcher im Boden, die Äste hängen weit herunter, es ist Abenteuer pur.
    Diesen Weg sind wir bestimmt nicht zum letzten Mal gelaufen, das ist wirklich eine herausfordernde Erweiterung.

    Die Tour durch den Wald hat die Runde um ca. 1,5 Kilometer verlängert. Der Körper ist aber heute so gut unterwegs, dass er die zusätzliche Anstrengung gut verkraftet. Der Rückweg ist wieder komplett flach, der leichte Gegenwind ist inzwischen ganz angenehm, da es wärmer geworden ist.

    16,72 Kilometer, Dauer 1:56:14
    Pace 6:57, ∅Puls 135 (73%)
    60 Höhenmeter (überwiegend bei dem Anstieg auf KM 8)

    Mittwoch, 22.06.2022
    Die letzten zwei Wochen war der Mittwoch mein „Tag des Versagens“, also starte ich heute mit einem sehr mulmigen Gefühl auf die Runde. Ich will mich aber nicht von der Strecke einschüchtern lassen, also wird die Bergrunde auch heute gelaufen. Ich bin fest entschlossen, es der Strecke zu zeigen!

    Auf dem zweiten Kilometer kommen verdächtige Gedanken in meinen Kopf, die von Angst und Aufgeben erzählen. Es gelingt mir aber gut, sie zu ignorieren. In meinem Kopf sitzen so viele verschiedene Persönlichkeiten, die dauernd aktiv sind und vor sich hin plappern. Ich muss nur gut aussuchen, wem ich gerade zuhören möchte. Das ist nicht immer einfach. Ich entscheide mich für die „du kannst das“-Stimme, mit der ich mich für den Rest der Runde verbrüdere.

    Und so läuft es heute wunderbar. Der Berg ist kein Problem, der Rückweg in der Sonne mit dem Schlussanstieg auch nicht. Der Endgegner „Mittwoch“ ist im dritten Anlauf erfolgreich bezwungen.

    11,40 Kilometer, Dauer 1:16:50
    Pace 6:44, ∅Puls 146 (79%)
    105 Höhenmeter

  27. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    dicke_Wade (26.06.2022), gogolak (22.06.2022), heikchen007 (26.06.2022)

  28. #994

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    Freitag, 24.06.2022
    Ich musste ganz plötzlich meine gesamten Pläne über den Haufen werfen. Es gab einen Unfall in der Familie, und ich muss mich kümmern. Nein, nicht mit dem Gatten oder unseren Vierbeinern, sondern mein 84jähriger Vater wollte unbedingt im Garten werkeln. Sehvermögen wie ein Maulwurf, beweglich wie ein Graubrot, aber in Selbstüberschätzung eine 1 mit Sternchen. Besagter Herr Papa ist auf dem Gartenschlauch ausgerutscht, auf den Arm und den Kopf gefallen (natürlich auf Beton) und hat sich Ellenbogen und Oberarm gebrochen und ein Loch im Dickschädel. Meine Mutter ist außer sich, wohnt mitten in der Pampa und hat keinen Führerschein. Seit Donnerstag bin ich im Einsatz, mache Fahrdienst zum Krankenhaus, besorge notwendige Dinge, erledige Anrufe und trockne Tränen.

    So blieb am Freitag nur Zeit für eine kleine Runde. Dass meine Laufzeiten für mich heilige Zeiten sind, weiß jeder, da lasse ich mich auch nicht stören.
    Mit 22° und der emotionalen Belastung im Kreuz wurde es eine sehr ruhige Runde auf unserer Normalstrecke. Am Anfang mochten zwar die Beine, aber gefühlt kam der Kreislauf nicht aus dem Quark.
    Wurde zwar mit jedem Kilometer besser, aber es war kein Tag für Heldentaten.

    6,75 Kilometer, Dauer 44:57
    Pace 6:40, ∅Puls 147 (79 %)
    90 Höhenmeter

    Sonntag, 26.06.2022
    Heute habe ich familienfrei, meine Nichten übernehmen die Betreuung von Oma und Opa. Zeit also für eine etwas längere Runde. Da es auch heute wieder sehr warm werden soll, schmeißt der Gatte mich früher aus dem Bett. Als typischer Vertreter der Gattung „Morgenmuffel“ brauche ich aber ewig, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Und so ist Laufstart um 9:02 Uhr für mich eine sensationelle Zeit. Mit 21° und leichtem Wind fühlt es sich prima an.

    Wir laufen die Strecke vom letzten Sonntag. Es geht überwiegend auf Radwegen, leider auch überwiegend ohne nennenswerten Schatten. Je länger wir unterwegs sind, desto mehr setzt mir die Wärme zu. Nach einer halben Stunde verabschiedet sich der Puls in den gelben Bereich. Mit der Aufrechterhaltung der körpereigenen Klimaanlage und meinen Wünschen nach Bewegung ist er gut ausgelastet.

    Eine Streckenverlängerung kann ich mir heute nicht zumuten, also bleibt es bei der mittellangen Sonntagsrunde.

    13,41 Kilometer, Dauer 1:31:40
    Pace 6:50, ∅Puls 151 (82 %)
    50 Höhenmeter

    Zu Hause finde ich meine Pulsuhr furchtbar schmutzig. Reste von Schweiß und Sonnencreme haben einen ekligen Film hinterlassen, der sich mit warmem Wasser nicht abspülen lässt. Ich greife zur Handbürste, rubble hin und her und schrotte meine Uhr! Durch die Rückseite zieht sich ein dünner Riss, und die Uhr steht unter Wasser. Selbst der schnelle Einsatz des Föhns bringt nur die normalen Funktionen zurück, aber die Pulssensoren sind abgesoffen.
    Mir ist zum Heulen, ich habe meine Vantage M wirklich geliebt.

    Die M2 ist schon bestellt und wird morgen, pünktlich zum nächsten Lauf, geliefert.

    In dieser für mich sehr fordernden Woche bin ich 48,3 Kilometer gelaufen.

  29. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    heikchen007 (26.06.2022)

  30. #995
    Avatar von Katz
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    das ist doch fanz schön viel, wenn man die Umstände bedenkt! Spitze!
    Ziel: HM in 2:10

    Halbmarathons 2022:

    03.04.2022 Freiburg-Marathon
    24.04.2022 Solitude-Lauf Gerlingen
    19.06.2022 Stuttgart-Lauf
    18.09.2022 Badenmarathon
    08.10.2022 Schwarzwaldmarathon

    Sonstige Späße:
    01.07.2022 Bergdorfmeile

    10.07. 2021 Stuttgartlauf - virtuell in 2:33 // mein 40. Halbmarathon!
    25.07.2021 gemeinsam run / 11,2 km in 1:17
    19.09.2021 Badenmarathon / HM in 2:35
    10.10.2021 Schwarzwaldmarathon / HM in 2:30
    19.10.2021 Badenmarathon virtuell / HM in 2:25

  31. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Katz:

    FeldWaldWiese (26.06.2022)

  32. #996
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Oh je, dann erst einmal gute Besserung für deinen Papa.

    Mit meiner SchwieMu (85) hab ich auch so ne Kandidatin um die Ecke, der immer wieder was Neues passiert. Erst vor ein paar Wochen bekam ich Abends einen Anruf aus der Notaufnahme Sie ist ne Rolltreppe hinunter gestürzt. Und mit dem Anruf hat sie absichtlich so lange gewartet, damit sie den Elternabend meiner Frau nicht mehr verhindern konnte Ihren Einkaufstrolley, der zum Glück nicht mit die Treppe runter ist, konnte ich kaum ins Auto heben

    Und dass du trotzdem gelaufen bist, irgendwie, war sehr gut und richtig so Bei allem Kümmern um die Lieben darf man sich nicht selbst vergessen.

    Gruss Tommi

  33. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von dicke_Wade:

    FeldWaldWiese (26.06.2022), heikchen007 (26.06.2022), RunningPotatoe (26.06.2022)

  34. #997

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    Ach, ohje … das lese ich jetzt erst!
    Auch von mir gute Besserung für den Papa, und für dich gute Nerven und bestmögliche Regenerationsmöglichkeiten während dieser anstrengenden Zeit!

    Ich habe auch so ein Exemplar in weiblich und auch schon einen ganzen Tag auf der Notaufnahme verbracht, viele Stunden im Krankenhaus und wochenlang Besuche in der Reha und so ganz "nebenher" den riesigen Garten versorgt.
    Da kann man sich nur ganz fest vornehmen, dass man selbst mal anders wird …

  35. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von deluxe71:

    FeldWaldWiese (01.07.2022)

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