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  1. #801

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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass du das was du beobachtet hast, in der Tat als gutes Zeichen werten kannst. Wenn bei dir bisher eher die Oberschenkel gefordert waren, dann spricht das dafür, dass du in der berüchtigten "Sitzhaltung" unterwegs warst. nun kommst du offenbar mehr in die wünschenswerte Position, den Abdruck etwas nach hinten zu verlagern und in der Bewegung dorthin die Oberschenkelrückseite mehr einzusetzen. Solange nichts weh tut, ist das alles o.k.
    Ja, die berüchtigte „Sitzhaltung“... Als ich die Abbildung dazu im Buch gesehen habe, hatte ich meinen Moment der Erkenntnis. So sieht es aus, wenn ich laufe. Und das muss auf jeden Fall geändert werden. Es würde mich überfordern, bei jedem Schritt an jedes Körperteil gleichzeitig zu denken, also habe ich mir den Kopf für den Anfang ausgesucht.
    Dass der Plan so gut funktioniert, dass es unmittelbar Auswirkungen auf die Beine hat, hätte ich nicht gedacht. Nun, da bin ich wohl auf dem richtigen Weg.
    Und nein, es tut nichts weh, es ist nur das Gefühl, dass da etwas geweckt wurde, was lange geschlafen hat.


    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Wenn du im neuen Jahr mit etwas Tempotraining anfängst - es gibt das Konzept der "Wiederholungen", also schnelle (aber nicht verkrampfte), wiederholte Läufe von 1 bis 2 min. Dauer, bei denen das schiere Tempo den Körper ganz automatisch dazu zwingt, sich an die wunderbare Lauftechnik zu erinnern, die du als Kind und junges Mädchen mal ganz natürlich beherrschtest.
    Als Kind und junges Mädchen war ich das unsportlichste Wesen, was man sich vorstellen kann. Jede Art der Bewegung, und Schulsport insbesondere, war ein endloser Albtraum für mich. Ich stolperte über meine eigenen Beine, Bälle waren meine Feinde, und Geräteturnen führte nur zu blauen Flecken, Stürzen vom Stufenbarren und Schwebebalken.
    Ein wenig besser ging Bodenturnen, da ich erstaunlich beweglich war, obwohl ich nichts dafür tat.
    Laufen hätte ich freiwillig nie gemacht, ich glaube also nicht, dass ich da jemals eine gute Technik hatte.


    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Aber auch ohne Trainingsplan mit schnellen "Wiederholungen" kann man das üben - mit den sogenannten Steigerungen, die man eigentlich in jeden Lauf integrieren kann. Man läuft langsam los und beschleunigt dabei über 30 bis 40m auf ein Tempo, das ziemlich schnell ist, aber kein Sprinten und hält dieses Tempo dann noch einmal 30 bis 40m.
    Also genau das, was wir heute bei unserem kleinen Wettrennen am Ende der Runde gemacht haben. Ich habe dem Gatten schon angekündigt, dass wir das jetzt öfter mal machen werden.
    Ich habe heute darauf geachtet, was ich da eigentlich beim Beschleunigen mache: Es war ein ganz anderes Laufen, viel kräftiger und eleganter, hat aber auf den paar Metern auch ganz ordentlich Kraft gekostet. Und Spaß hat es auch noch gemacht.


    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Machst du eigentlich irgendwelches Zusatztraining (Kraft, Mobilität)?
    Hier hast du mich erwischt. So sehr ich das Laufen liebe, so schwer fällt mir jede andere Art der Bewegung.
    Ich steige auf das Balance Board, um meinen unterentwickelten Gleichgewichtssinn zu fordern. Zu Anfang kam ich noch nichtmal unfallfrei auf das Gerät, inzwischen kann ich schon etwas darauf herumturnen.
    Zweimal am Tag beim Zähneputzen mache ich Kniebeugen, aber das war es dann auch schon.

    Bei der Lektüre der Laufbibel ist mir die Dringlichkeit weiterer Übungen klar geworden. Dieses Thema werde ich dann ab Januar gleichzeitig mit dem Tempotraining in Angriff nehmen.
    Ich schaue schon auf Youtube nach geeigneten Anleitungen, die ich zu Hause selber hinkriege.

  2. #802

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    Hier noch die Zusammenfassung der letzten Laufwoche:


    Tag
    Länge
    Dauer
    Pace
    Puls
    Höhenmeter
    Mo 16.11.
    7,24
    44:16
    6:07
    154
    58
    schneller Start in die Woche
    Mi 18.11.
    8,78
    59:48
    6:49
    145
    82
    Bergrunde
    Fr 20.11.
    11,49
    1:18:43
    6:51
    137
    13
    Langer Lauf
    So 22.11.
    6,75
    43:27
    6:26
    154
    88
    Sonntagsschleife
    Gesamt
    34,26
    3:46:14
    6:36
    146
    241

    Es sollte eine etwas ruhigere Woche werden, und das ist auch gut gelungen.
    Der schnelle Lauf am Montag war etwas langsamer, der lange Lauf am Freitag etwas kürzer, die Bergrunde am Mittwoch war ebenfalls langsamer als sonst.

    In der kommenden Woche ist morgen der schnelle Lauf geplant, am Mittwoch dann wieder die Bergrunde.
    Da wir uns am Samstag mit einer Freundin für einen gemeinsamen Lauf verabredet haben, wird wohl der Sonntagslauf kürzer werden oder ganz ausfallen, der lange Lauf am Freitag wird je nach Tagesform mindestens 10 KM mit variablen Verlängerungen.

  3. #803
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Vorab zur Laufbibel: Deren Trainingspläne haben mich eigentlich nie sonderlich angesprochen, vermutlich weil ich ihnen nie eine Chance gab (und weil mir Marquardts Geschäftstüchtigkeit etwas auf den Senkel geht). Was ich an der Laufbibel aber absolut genial finde, sind seine Plädoyers für (a) den Mittelfußlauf und (b) für eine gute Rumpfstabilität. Diese allgemeinen Teile des Buches habe auch ich an einem Nachmittag verschlungen und hatte dabei meine Aha-Erlebnisse gleich reihenweise.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Ja, die berüchtigte „Sitzhaltung“... Als ich die Abbildung dazu im Buch gesehen habe, hatte ich meinen Moment der Erkenntnis. So sieht es aus, wenn ich laufe. Und das muss auf jeden Fall geändert werden.
    Das einfach mal so durch ein Fingerschnippsen zu ändern könnte nur gelingen, wenn du die Sitzhaltung bisher rein freiwillig einnimmst. Tatsächlich dürfte es bei den meisten aber so sein (und so beschreibt M. es auch), dass diese Haltung durch lebenslang angewöhnte Verkürzung der Hüftbeuger-Muskeln erzwungen wird. Das zu ändern gelingt nur durch Dehnen der Hüftbeuger und durch Kräftigung von dessen Antagonisten (Po, hintere Oberschenkel). Und damit sind wir mitten drin im Thema "Athletiktraining" zur Verbesserung von Kraft und Mobilität.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Als Kind und junges Mädchen war ich das unsportlichste Wesen, was man sich vorstellen kann. Jede Art der Bewegung, und Schulsport insbesondere, war ein endloser Albtraum für mich. Ich stolperte über meine eigenen Beine, Bälle waren meine Feinde, und Geräteturnen führte nur zu blauen Flecken, Stürzen vom Stufenbarren und Schwebebalken.
    Ein wenig besser ging Bodenturnen, da ich erstaunlich beweglich war, obwohl ich nichts dafür tat.
    Laufen hätte ich freiwillig nie gemacht, ich glaube also nicht, dass ich da jemals eine gute Technik hatte.
    Doch, das glaube ich schon, wenn du nicht gerade massive orthopädische Einschränkungen hattest. Aber ich sehe schon, mit diesem Argument kann ich bei dir nicht punkten...

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Also genau das, was wir heute bei unserem kleinen Wettrennen am Ende der Runde gemacht haben. Ich habe dem Gatten schon angekündigt, dass wir das jetzt öfter mal machen werden.
    Ich habe heute darauf geachtet, was ich da eigentlich beim Beschleunigen mache: Es war ein ganz anderes Laufen, viel kräftiger und eleganter, hat aber auf den paar Metern auch ganz ordentlich Kraft gekostet. Und Spaß hat es auch noch gemacht.
    Glückwunsch - du hast mit einem einzigen kurzen 200m-Läufchen das Wesen und die Bereicherung von gelegentlichem Schnelllaufen erfasst. Es ist tatsächlich so, dass schnelles Laufen den Körper zwingt, ganz automatisch ökonomischer zu laufen. Daniels beschreibt das sehr gut in seiner Laufformel - freue dich drauf, aber warte damit nicht, bis das Buch unterm Baum liegt.

    Nur eine kleine Warnung dazu: Das richtige Tempo liegt etwas unterhalb des maximalen Sprints - auf keinen Fall darf man dabei verkrampfen (was schnell passieren kann, wenn Nicht-Sprinter versuchen zu sprinten). Denn verkrampftes Rennen ist vermutlich das Allerletzte, was du dir antrainieren möchtest. Also wenn eure kleinen Privatrennen sich diesem Gedanken unterordnen können, also den anderen mal ziehen lassen können, wenn es sich für einen selbst nicht mehr "rund" anfühlt selbst wenn man noch schneller könnte - alles gut. Wenn aber der Ehrgeiz ständig ein Messer zwischen den Zähnen trägt ... ja, das muss dann vielleicht auch mal sein, ist aber für die Lauftechnik dann wohl weniger der Bringer.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Hier hast du mich erwischt. So sehr ich das Laufen liebe, so schwer fällt mir jede andere Art der Bewegung.
    Ich steige auf das Balance Board, um meinen unterentwickelten Gleichgewichtssinn zu fordern.
    Ich kann dich sehr gut verstehen, weil ich genau so ein Typ bin - am liebsten rennen und sonst gar nichts. Ich bin erst jetzt im 8. Lebensjahrzehnt dabei, Kraft- und Mobilitätstraining wirklich wertzuschätzen. Aber es lohnt sich. Mein Aha-Erlebnis war die erste Hälfte dieses Jahres, wo ich verletzungsbedingt nicht laufen konnte und für anderes zu faul wurde und dabei so schnell steif und unbeweglich wurde, dass ich es kaum glauben konnte. Nie wieder!

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Ich schaue schon auf Youtube nach geeigneten Anleitungen, die ich zu Hause selber hinkriege.
    Dazu möchte ich mich nochmal ausführlicher äußern, jetzt "muss" ich erstmal laufen. Nachdem Catch-22 ja auch hier mitliest - sie hat so unglaublich viel Wissen, Erfahrung und analytisches Gespür auf diesem Gebiet, dass ich hoffe, dass sie dir viele nützliche Tipps geben wird.

    Auf jeden Fall finde ich superklasse, wie du dich im letzten Jahr schon entwickelt hast und dich jetzt neugierig anschickst, nochmal ein ganz neues Kapitel in deinem Läuferleben aufzuschlagen. Klingt nach Garantie dafür, dass ich hier weiterhin treuer Leser bleiben werde!

  4. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    FeldWaldWiese (23.11.2020)

  5. #804

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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Auf jeden Fall finde ich superklasse, wie du dich im letzten Jahr schon entwickelt hast und dich jetzt neugierig anschickst, nochmal ein ganz neues Kapitel in deinem Läuferleben aufzuschlagen. Klingt nach Garantie dafür, dass ich hier weiterhin treuer Leser bleiben werde!
    Danke für das Kompliment .
    Ich staune immer wieder über mich selber, was ich mit meinem wenigen Talent doch noch hinkriege. Und auf die läuferische Reise, die ich bald starten werde, freue ich mich sehr. Ich kann dabei jede Unterstützung gebrauchen, denn ich betrete völliges Neuland. Wie werden Körper und Psyche reagieren, wenn sie sich plötzlich einem Plan unterordnen sollen?
    Ich kenne mich, ich kann sehr diszipliniert und stur sein. Aber ich kann auch von Jetzt auf Gleich die Brocken hinwerfen, wenn die Aufgabe zu groß oder zu sinnlos ist.

    Den Steffny-Plan 10 KM in 59:00 habe ich mir schon in den Kalender eingetragen. Dabei habe ich natürlich nicht sklavisch jede Einheit so übernommen, wie sie im Plan steht. Es muss schließlich auch zu mir und meinem Leben passen. So habe ich die Tage etwas getauscht.

    Aber das findet erst in ein paar Wochen statt. Bis dahin wird natürlich planlos weiter gelaufen . Heute ist Montag, da ist die schnelle Einheit dran. Die gibt es wieder auf der Hin-und-zurück-Waldstrecke, wie fast jeden Montag.

    Heute habe ich vom Start weg flinke Beine. Ich staune, wie schnell ich in Gang komme und das Tempo auch eine ganze Weile halten kann. Natürlich ist es viel zu schnell für den Anfang, aber warum soll ich ablehnen, was mir der Körper anbietet .
    Allerdings bringt mich der kleine Anstieg am Ende von KM 4 heute sehr aus der Fassung. Hier rächt sich das schnelle Tempo vom Anfang. Ich kann noch so sehr versuchen, mich innerlich aufzumuntern und äußerlich aufzurichten, aber der Verfall ist nicht aufzuhalten . Ich muss erstmal langsamer werden und mich neu sortieren.
    Tut mir leid für den Gatten, der heute ohne Probleme unterwegs ist und gerne rennen möchte.
    Ich schaffe es zwar, auf dem Rückweg doch nochmal etwas schneller zu werden, das Tempo vom Anfang erreiche ich aber nicht mehr.


    KM
    Pace
    Puls
    1 5:57 129 viel zu schnell los
    2 5:58 158
    3 5:43 153 läuft besser als gedacht
    4 6:13 163 Anstieg am Ende ist heftig
    5 6:36 162 komme nach dem kurzen Anstieg nicht mehr in Gang
    6 6:03 160 ein klein wenig geht immer
    7 6:21 160 es wird anstrengend
    7,24 6:12 162 die letzten Meter noch konzentrieren
    7,24 6:06 155 Dauer 44:08, 58 Höhenmeter

    Ich schaffe den aufrechten Lauf nicht über die gesamte Strecke und muss mich zwischendurch immer wieder daran erinnern. Auf dem Rückweg, als ich schon ganz schön platt war, war das Aufrichten auch nicht mehr so einfach. Wie gut tut es dann, vom besten Ehemann von allen für die schöne Haltung gelobt zu werden .

    Die Rennerei ist damit für diese Woche erledigt. .

  6. #805
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Ich staune immer wieder über mich selber, was ich mit meinem wenigen Talent doch noch hinkriege.
    Boah, da fischt aber jemand Komplimente, meine Fre**e!

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Wie werden Körper und Psyche reagieren, wenn sie sich plötzlich einem Plan unterordnen sollen?
    Mit dem gleichen - ach Quatsch, mit noch viel mehr - Spaß, wie du bisher schon an die Sache rangehst. Sieh mal vor allem die Abwechslung, die er dir bietet, weniger das Fordernde.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Ich kenne mich, ich kann sehr diszipliniert und stur sein. Aber ich kann auch von Jetzt auf Gleich die Brocken hinwerfen, wenn die Aufgabe zu groß oder zu sinnlos ist.
    Deswegen empfahl ich dir den Steffny, weil seine Pläne mit 6 Wochen überschaubar sind und zudem auch noch eine Entlastungswoche drin haben. Damit sind die zwei Teilaufgaben überschaubar. Und ich glaube zudem, dass dein 59-min-Ziel für deinen derzeitigen Stand alles andere als überambitioniert ist.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Den Steffny-Plan 10 KM in 59:00 habe ich mir schon in den Kalender eingetragen. Dabei habe ich natürlich nicht sklavisch jede Einheit so übernommen, wie sie im Plan steht. Es muss schließlich auch zu mir und meinem Leben passen. So habe ich die Tage etwas getauscht.
    Es ist völlig OK, einen Plan an sein Rest-Leben anzupassen, wobei man natürlich einige Dinge beachten sollte (Thema Regeneration vor und nach den Qualitätseinheiten). Insofern wäre ich mal neugierig, wie deine neue Laufwoche dann in etwa aussehen würde.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Bis dahin wird natürlich planlos weiter gelaufen .
    Hey, ihr macht das schon ganz schön abgezockt - schön abwechselnd über die Woche. Hier gibt's so einige Kandidaten, denen muss man das erst quasi reinprügeln.

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Tut mir leid für den Gatten, der heute ohne Probleme unterwegs ist und gerne rennen möchte.
    Mal ganz neugierig und indiskret gefragt - was würde der Gatte denn so über 10k laufen, wenn er dürfte, wie er könnte?

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Wie gut tut es dann, vom besten Ehemann von allen für die schöne Haltung gelobt zu werden .
    Der Mann weiß, was sich gehört - festhalten und nicht mehr weitersuchen!

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    FeldWaldWiese (23.11.2020)

  8. #806

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    Ich antworte jetzt mal, ohne die entsprechenden Textpassagen zu zitieren. Das ist mit dem iPad immer so ein Krampf.

    Mein geänderter Plan orientiert sich grob an meinem bisherigen „planlosen“ Plan. Die schnelle Einheit bleibt am Montag. Damit startet die Woche, wenn das erledigt ist, habe ich die für mich schlimmste Aufgabe hinter mir und freue mich auf den Rest.

    Den langen Lauf habe ich auf den Freitag geschoben. Dieser Moment am Mittag, wenn Feierabend ist und ich in die Freiheit kann, und dann raus und lange und langsam durch die Gegend zockeln, das braucht mein Kopf einfach. Ehrlich, der Lauf am Freitag ist für mich der Höhepunkt der Woche .

    Dann stehen noch zwei ruhige Dauerläufe von 50 und 60 Minuten im Plan. Den längeren Lauf packe ich auf den Mittwoch, den kürzeren auf den Sonntag.

    Bis auf Sonntag/Montag ist zwischen den Läufen immer ein freier Tag zur Erholung. Den schnellen Montag ohne einen Tag Pause vorher bin ich gewöhnt, das kleine Risiko gehe ich ein. Zwischen den anstrengenden „Schnell“- und „Lang“-Einheiten müsste mit 4 und 3 Tagen ausreichend Zeit sein.

    Eigentlich habe ich mit diesen Abwandelungen meinen eigenen Planlos-Plan mit konkreten Vorgaben . Und da ich in hügeligem Gelände lebe, ist fast jeder Lauf mit zusätzlichen Höhenmetern auch gleich noch etwas fordernder.

    Mein Planlos-Plan hat sich im Lauf der Zeit als Summe aus meinen Vorlieben, unseren Lieblingsstrecken, der Forumslektüre und dem abgebrochenen Polar-Plan vom Anfang dieses Jahres entwickelt. Ich habe mir überall das rausgepickt, was ich mag .

    Der Gatte ist noch nie die 10 KM schnell gelaufen. Die letzte Rennzeit ist vom Silvesterlauf 2019 über 6.900 m. Er hat das in 38:20 hingekriegt, ich bin später mit 43:00 angekrochen.
    Für unsere 5 KM-Strecke ab Haustür (mit ca. 50 Höhenmeter) hat er in diesem Sommer ohne mich 26:50 gebraucht.
    Aber er hat gar keine Ambitionen, bei Rennen auf den 10 KM zu starten. Seine Kollegen und Kumpel, die auch laufen, toben alle auf den 5 KM rum. Solange er da schneller wird, ist seine Welt in Ordnung . Und mit meinem Training, das er so nebenher mitläuft, klappt das bestens .

  9. #807
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    Hättest du zeitlich die Möglichkeit, die für Mo + Mi geplanten Läufe um einen Tag nach hinten zu schieben? Das käme den von mir vermuteten Absichten des Herrn Steffny etwas näher - nämlich dem langen Lauf an deinem Freitag eine moderate Vorbelastung voranzustellen.

    Das Wochenschema wäre dann so:
    Mo: ---
    Di: Tempolauf
    Mi: ---
    Do: kurzer Dauerlauf
    Fr: langer Lauf
    Sa: ---
    So: Dauerlauf (der etwas längere)

    Ansonsten hast du den wichtigsten Punkt schon berücksichtigt, nämlich die beiden Qualitätsläufe (Tempo, Lang) maximal auseinander zu legen. Und wenn das alles mit deinen bisherigen Erfahrungen kompatibel ist, machst du sowieso nichts falsch.

    Nach dem Laufpotenzial deines Göttergatten hatte ich nicht gefragt, um ihn in einen 10k-WK zu quatschen, sondern nur um ein grobes Gefühl dafür zu bekommen, weit weit er sich bei Euren gemeinsamen Läufen zurückhalten (um nicht zu sagen "kasteien") muss. Aber wenn ihm das alles viel zu langsam wäre, hätte er vermutlich längst schon aufgemuckt, oder?

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    FeldWaldWiese (23.11.2020)

  11. #808

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    Neben dem Laufen gibt es auch noch das normale Leben, und das teilt mir im Moment mehr zu, als ich verkraften kann. Die letzten zwei Tage kam es unerwartet knüppeldicke, was mich nachts nicht zur Ruhe kommen läßt, mir dafür tagsüber bleierne Müdigkeit beschert. Beste Voraussetzungen also, die Bergtour zu laufen .

    Aber es ist Mittwoch, und diese Runde laufen wir eben mittwochs. Ist das schon Altersstarrsinn ?

    Von Beginn an ist alles zäh, da entschädigt nur das traumhafte Wetter mit Sonnenschein und Windstille bei eiskalten 6°. Dick eingepackt in mehrere Lagen Klamotten laufe ich durch den Wald, bin aber in Gedanken bei den ganzen Baustellen, die sich aufgetan haben. Zwischendurch gebe ich dem Körper immer wieder das Kommando, sich schön zu strecken. Ist pure Konzentrationsarbeit. Sobald ich mit den Gedanken abschweife, sacke ich wieder in mich zusammen.

    Der Anstieg fordert mich heute sehr. Da haben die Waldheinzelmännchen doch bestimmt seit letzter Woche die Straße länger und steiler gemacht . So kommt es nicht nur mir vor, auch der Gatte hat seine Schwierigkeiten mit der Strecke.

    Den Rückweg am Waldrand in der Sonne genießen wir.



    KM
    Pace
    Puls
    1 7:24 129 ganz schön faule Beine
    2 6:54 145 es bleibt zäh
    3 6:27 150 so langsam wird es
    4 6:40 149 am Ende beginnt der Anstieg
    5 6:49 159 der Anstieg ist heute besonders lang und steil
    6 6:36 154 endlich bergab
    7 6:50 150 einfach mal langsam zwischendurch und Aussicht genießen
    8 6:45 154 nochmal ein kurzer Anstieg
    8,78 6:29 159 bergab zurück zum Start
    8,78 6:45 149 Dauer 59:18, 95 Höhenmeter

    Das sieht in der Tabelle gar nicht so anstrengend aus, wie es tatsächlich war .

    Der Lauf hat mir so gut getan, dass ich die Energie habe, direkt danach eine der Baustellen in Angriff zu nehmen und in Ordnung bringe .

  12. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    Catch-22 (25.11.2020)

  13. #809
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Aber es ist Mittwoch, und diese Runde laufen wir eben mittwochs. Ist das schon Altersstarrsinn ?
    Na, zumindest eine noch halbwegs liebenswerte Vorstufe.


    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Das sieht in der Tabelle gar nicht so anstrengend aus, wie es tatsächlich war .
    Das haben diese schnöden Tabellen oft so an sich. Wie Fotos, mit denen man die Steilheit eines Hanges eindrucksvoll dokumentieren will.


    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Der Lauf hat mir so gut getan, dass ich die Energie habe, direkt danach eine der Baustellen in Angriff zu nehmen und in Ordnung bringe .

  14. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    FeldWaldWiese (25.11.2020)

  15. #810
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    Zitat Zitat von RunningPotatoe Beitrag anzeigen
    Dazu möchte ich mich nochmal ausführlicher äußern, jetzt "muss" ich erstmal laufen. Nachdem Catch-22 ja auch hier mitliest - sie hat so unglaublich viel Wissen, Erfahrung und analytisches Gespür auf diesem Gebiet, dass ich hoffe, dass sie dir viele nützliche Tipps geben wird.
    Moment mal... so ganz stimmt das nicht, bin doch auch nur Laie. Außerdem kennst du dich doch auch ganz gut aus, steht doch in dem zitierten Beitrag weiter oben.
    Wenn man nicht weiß, wo anfangen, ist SAM immer eine guter Ansatzpunkt. Man muss es ja nicht immer so übertreiben wie du.
    FeldWaldWiese hat doch auch selber ein gutes Gespür für was ihr gut tut, bin mir sicher auch beim Kräftigen wird sie ihren Weg finden

    Wenn man bisher nicht viel gemacht hat, ist eigentlich der ganze Körper eine Großbaustelle, da ist es dann auch wirklich schwer spezifische Empfehlungen zu geben, da alles und nichts die Ursache sein können. Wichtiger ist daher überhaupt anfangen und dann nach und nach die einzelnen Schwachpunkte ausfindig machen. Beim Einstieg darauf achten, dass man die Übungen sauber ausführen kann. Wenn das nicht geht, eine leichtere Variante nehmen.
    Wenn man schon immer etwas arg beweglich war, dann auch etwas vorsichtig sein, sowohl bei Kräftigungsübungen aber vor allem auch beim Dehnen. Stabil sein ist wichtig, gerade für Läufer, um Beweglichkeit zu kontrollieren braucht es Kraft. Hierauf den Fokus setzen, was nicht heißt, dass man nicht mehr Dehnen soll, nur eben wohl dosiert und wo möglich besser exzentrisch kräftigen, das wirkt auch und vermutlich sogar besser gegen Verkürzungen.
    Mal so als Ergänzung zu dem was die Kartoffel geschrieben hat.

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    FeldWaldWiese (26.11.2020)

  17. #811
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    Hehehe, jedenfalls habe ich erreicht, was ich wollte - du hast dich geäußert.

    SAM wollte ich auch als Einstieg empfehlen, Links werden folgen.

  18. #812
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Hier nun wie versprochen meine Gedanken zum Athletiktraining. Mit diesem Begriff umschreibe ich alles Mögliche an Zusatztraining, nämlich ein Sammelsurium von:
    • Krafttraining, und zwar für den ganzen Körper, insbesondere Beinkraft und Rumpfstabi. Das beschränkt sich also nicht auf die reine Beinmuskulatur, die man am ehesten "verdächtigen" würde, für den Vortrieb verantwortlich zu sein:
    • dynamisches Mobilitätstraining der Gelenke
    • statisches Dehnen einzelner Muskeln
    • Gleichgewicht und Koordination
    • Faszientraining zähle ich auch dazu

    Nachdem du ja die Laufbibel von Marquardt schon besitzt - ich finde, dass da schon viel Sinnvolles geboten wird, getrennt für Anfänger, Fortgeschrittene und "Profis". Im Internet findet man sicher noch viel mehr; das Problem ist da aber eher zu wissen, wonach man eigentlich sucht.

    Mein persönlicher Favorit seit meinem Neustart im August ist das "Strength and Mobility" (SAM)-Programm von "Coach Jay Johnson". Nach einigem Durcheinander seiner Webauftritte bietet diese Seite eine sehr gute, aktuelle Zusammenfassung.

    Eine kleine Warnung vorab: Das SAM-Programm ist nichts für verregnete Sonntagnachmittage, an denen man noch schnell nachholen möchte, was man die ganze Woche über versäumt hat. Es ist vielmehr sehr eng verzahnt mit dem Laufen selbst, indem unmittelbar vor jedem (!) Lauf ein kurzes dynamisches Mobilisierungsprogramm (typisch: Legswings) ausgeführt wird und direkt nach dem Laufen ein etwas umfangreicheres Kraft- und Mobilitätstraining absolviert wird. Dieses Prinzip wird noch dadurch intensiviert, dass nach harten Laufeinheiten (Tempo, Langer Lauf) die SAM-variante "hard" gewählt wird und nach leichten Einheiten "easy". Das ist aber nicht etwa so zu verstehen, dass "hard" das Schonprogramm für harte Lauftage wäre, sondern diese SAM-Variante ist in sich auch noch mal (etwas) härter als das "easy" Programm. Das soll aber jetzt keine Angst machen, es fängt alles ganz harmlos an und steigert sich über die Monate, zumal man den Zeitpunkt für den Wechsel auf die nächste Stufe selbst in der Hand hat.

    Anfangs habe ich mächtig gezahnt vor allem bei der Vorstellung, nach dem Lauf nicht sofort Dusche, Mittagstisch und Sofa folgen lassen zu können, sondern vor alledem erstmal SAM machen zu "müssen". Inzwischen finde ich diese Kombination aber aus mehreren Gründen geradezu genial:
    • Das ist ein sehr gutes Cooldown; für mich besonders wichtig, da jeder Lauf von Gartentür zu Gartentür immer bergauf endet, egal woher ich komme. Da bin ich quasi immer am Schnaufen.
    • Die Muskulatur ist optimal aufgewärmt. Wenn ich die SAM-Übungen mal als Notnagel Stunden später gemacht habe, bin ich viel ungelenker - selbst wenn ich mich da noch mal kurz wieder aufwärme.
    • Die Übungen sind offenbar ein guter Direkteinstieg in die Regeneration; wenn ich sie nach einem langen Lauf mal auf später verschiebe, fühlt sich die Muskulatur bis dahin viel blöder an als nach vollendetem SAM-Programm. Gerade nach den härtesten Einheiten brauche ich SAM am dringendsten.
    • Die Kopplung mit jedem Lauf nimmt meinem Schweinehund Horst einigen Wind aus den Segeln, denn so gibt es ja (theoretisch) dieses bescheuerte "Turne ich heute oder besser morgen?" gar nicht mehr.
    • Vielleicht das Wichtigste: Vom Lauf ordentlich vorbelastet, erreiche ich bei den Übungen viel schneller mein Limit, als wenn ich die völlig ausgeruht machen würde. Direkt nach dem Lauf scheint mir das einfach effizienter.

    Ich selbst mache neben diesem "amtlichen" SAM-Programm noch etliche weitere Übungen; das hat damit zu tun, dass ich auch vorher schon vieles gemacht habe, wenn auch immer zu unregelmäßig. Da waren für mich sehr gute Übungen dabei, die ich nun nicht einfach über Bord werfen will. Dabei geht es i.w. um verschärfte Kraftübungen, aber auch statisches Dehnen, welches mir bei SAM zu kurz kommt. (Sicher, statisches Dehnen findet hier im Forum ein geteiltes Echo - mir hilft es aber bei einigen Defiziten, also mache ich das trotzdem.)

  19. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    FeldWaldWiese (27.11.2020)

  20. #813

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    Vielen, lieben Dank, Kartoffel, für die umfangreichen Infos.

    Über SAM bin ich in deinem Tagebuch schon gestolpert und habe mir auch ein paar Videos dazu angesehen.

    Wie ich neulich schrieb, hat das Leben außerhalb des Laufens zur Zeit viele unliebsame Überraschungen für mich bereit.
    Da ist heute noch etwas dazugekommen, was mich mächtig umhaut.
    Daher werde ich in der nächsten Zeit nicht mehr so oft und ausführlich über jeden Lauf berichten können. Ich hoffe, dass ich die Läufe trotzdem künftig zeitlich auch so hinkriege wie bisher und dann im Januar mit dem Tempotraining beginnen kann.

    Irgendwas ist immer...

  21. #814
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    Irgendwas ist immer...
    Wie wahr, wie wahr - ich kenne niemanden, der das nicht bestätigen könnte.

    Ich hoffe, du lässt dich nicht unterkriegen und schaffst es, dir die Zeit wenigstens fürs Laufen erkämpfen. Schließlich tut dir das gut und wenn du läufst, hast du auch mehr Energie, all diesen "Irgendwas" gefestigt gegenüberzutreten. Das sollten all jene bedenken, die jetzt an dir zerren. Aber ich bin sicher, dass auch dein Mann dir da den Rücken stärken wird.

    Das mit der reduzierten Forenaktivität werden deine treuen Leser verkraften müssen und auch können. Du weißt ja, wenn wir nix hören, gehen wir bei dir (im Gegensatz zu manch anderem) davon aus, dass du fleißig weiterläufst.

    Also halt die Ohren steif!

  22. #815
    Avatar von heikchen007
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    Hört sich ja nicht so gut an. Daher auch von mir viel Kraft zum Bewältigen der Probleme/Dinge/Sorgen...

    Ich drücke dir (und uns treue Leser) die Daumen, dass es dir bald wieder möglich ist, deine Läufe hier so unterhaltsam wie in letzter Zeit zu posten.

    Keep on running!

  23. #816

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    Seit meinem letzten Eintrag ist eine Menge passiert.

    Die große, psychische Belastung, die Ende des letzten Jahres aus heiterem Himmel kam, setzte mir zwar mächtig zu, aber Anfang des Jahres wurde alles schnell wieder besser. Es war ein schwerer Krankheitsfall in der Familie, der letztendlich gut ausgegangen ist.

    So startete ich also mit dem neuen Jahr in den Steffny-Trainingsplan für 10 KM in 59 Minuten.
    Das Wetter war Anfang Januar noch ganz in Ordnung, nur das ständige Gestürme ging mir auf die Nerven.
    Das Training hatte ich komplett unterschätzt. Schnelle Einheiten und gleichzeitig den langen Lauf doch von Beginn an länger, als ich es gewohnt war, forderten enorm viel von mir.

    Nach 2 Wochen stieg der Gatte aus, der bis dahin immer brav mitgelaufen war.
    Ich hielt noch 1,5 Wochen länger durch, musste dann aber einsehen, dass ich mich fürchterlich übernommen hatte. Ich kam zwischen den Läufen gar nicht mehr richtig zur Ruhe, alle Gedanken kreisten um den nächsten Lauf, und der Körper kam ans Limit. Als mir klar wurde, das das alles zu heftig für mich ist, zog ich die Notbremse und legte den Plan erstmal weg.
    Dieser Entschluss wirkte wie eine Befreiung für mich. Ich bekam mal wieder eine Lektion zum Thema „Wie ich es immer wieder schaffe, die Signale meines Körpers zu ignorieren und mich total platt zu machen“. Wie alt muss ich eigentlich noch werden, damit sich Vernunft und Einsicht früher durchsetzen können?

    Ich hoppste also wieder langsam auf kürzeren Runden, dafür aber fröhlich und in Begleitung des besten Ehemannes von allen („Du wolltest ja nicht auf mich hören, aber ich habe dir schon vor zwei Wochen gesagt, dass der Plan nichts Gutes für dich macht!“) durch die Gegend.

    Dann kam der große Schnee. Er kam mit wirklich, wirklich, wirklich viel Schnee. An Laufen war nicht zu denken, selbst Spaziergänge waren kaum möglich.
    Ich machte also eine längere Laufpause von ca. 2 Wochen. Fand mein Körper auch nur semi-toll und baute das wenige, was ich an Kondition und Kraft habe, ratzfatz ab.

    Als ich wieder Laufschuhe an den Füßen hatte, war es Mitte Februar. Ich hatte das Gefühl, ich fange wieder ganz von vorne an. Ganz so schlimm war es zwar nicht, fühlte sich aber so an.

    Seitdem laufe ich meiner alten Form hinterher. Die Überforderung durch den Plan und die anschließende Pause haben Spuren hinterlassen, die ich nur ganz langsam wieder in den Griff kriege. Es hat ewig gedauert, bis ich wieder 10 KM durchlaufen konnte. Alles unter 6:30 Pace ist „wahnsinnige Geschwindigkeit“, die ich höchstens ab und zu mal für einen Kilometer laufen kann. Mein Herzchen ist mit durchschnittlich 10 Schlägen mehr unterwegs, selbst bei meinem gemütlichen Laufen. Da liegt noch viel Arbeit vor mir.

    Wie sind meine Pläne?
    Da ich gerade erlebt habe, wie mein Körper auf starre Pläne reagiert, gibt es in der nächsten Zeit keine Pläne .
    Ich laufe wieder das Grundgerüst von vier Läufen in der Woche, der Freitagslauf etwas länger, die anderen drei Läufe je nach dem, was mir der Körper gerade anbietet.

    Wo stehe ich aktuell?
    Zur Zeit laufe ich ca. 32 KM in der Woche. Der Freitagslauf ist mit 10-12 KM der längste Lauf.
    Meine Pace liegt bei den hügeligen Läufen in der Woche bei 6:40-6:50.
    Ich bin inzwischen 59 Jahre alt, mein BMI liegt bei 20,9

  24. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    Catch-22 (24.05.2021), dkf (30.05.2021)

  25. #817
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    Ach, ist das schön, hier mal wieder was zu lesen!

    Der Knaller ist natürlich dieser Spruch:

    Zitat Zitat von FeldWaldWiese Beitrag anzeigen
    „Du wolltest ja nicht auf mich hören, aber ich habe dir schon vor zwei Wochen gesagt, dass der Plan nichts Gutes für dich macht!"
    Deshalb ist er ja schon zwei Wochen früher ausgestiegen, weil es für dich nicht gut ist.

    Ich finde es klasse, dass ihr wieder regelmäßig dabei seid. Schei... auf Pläne und habt einfach Spaß! Das ist doch die Hauptsache.

  26. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    FeldWaldWiese (24.05.2021)

  27. #818

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    Er ist ausgestiegen, weil er absolut keine Lust mehr auf die Quälerei hatte .

    Zur Zeit macht das Laufen auch wieder Spaß. Aber meine Träume habe ich trotzdem noch, ich muss nur neu überlegen, wie ich sie mit meinem extrem schwer trainierbaren Körper und dem anfälligen Seelenleben in Einklang bringe.
    Jede Form von Überlastung nehmen mir Körper und Geist extrem übel. Dabei ist die Grenze zwischen forderndem Training und zuviel des Guten so hauchdünn und damit auch so leicht überschritten.
    Wenn der Körper dann müde und ausgelaugt ist, ziehen sofort die Dämonen mit Sack und Pack wieder bei mir ein und die Abwärtsspirale dreht sich.

    Meinen Traum vom Marathon habe ich noch nicht begraben, ich muss mir nur einen neuen Weg dahin suchen. Von fertigen Plänen lasse ich aber erstmal die Finger.
    Mein Ziel, in diesem Jahr die HM-Distanz zu bewältigen, spukt noch im Hinterkopf. Aber wirklich ganz weit hinten, denn über den Sommer (wenn der Winter endlich mal aufhört...) werde ich nur nach Lust, Laune und Körpergefühl unterwegs sein.

  28. #819
    Avatar von heikchen007
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    Willkommen zurück im Forum.

    Schön, dass du wieder den Spaß am Laufen gefunden hast. Und bei allen Zielen ist das doch am wichtigsten.

    Einen Halbmarathon schafft man auf jeden Fall auch ohne einen starren Trainingsplan, der dich zu sehr unter Druck setzt.

    Wünsche schönes Laufen weiterhin...

    Gruß Heike
    5 km - 24:12 (08.09.2019 - Tierparklauf)
    10 km - 49:39 (06.10.2019 - Charity Walk & Run)
    HM - 1:52:24 (29.03.2021 - Die Laufpartner e.V. Osterlauf - vermessen/virtuell)

  29. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von heikchen007:

    FeldWaldWiese (24.05.2021)

  30. #820
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Das ist aber schön, wieder etwas von dir zu lesen und dass du die temporäre Krise überwunden hast

    Und ja, für uns ältere Sä...ähm...Menschen ist es nicht mehr so leicht, den Körper vom Prinzip der steigenden Leistung durch Training zu überzeugen Aber mit Geduld und Ausdauer werden wir das packen! Egal ob mit Trainingsplan (ist auch für mich nix mehr) oder nur etwas Struktur in der Lauferei, Hauptsache es macht Spaß, und den hast du wiedergefunden.

    Übrigens, wir Männer haben es hinterher immer schon vorher gewusst

    Gruss Tommi

  31. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von dicke_Wade:

    FeldWaldWiese (25.05.2021)

  32. #821

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    Eine weitere, planlose Laufwoche liegt hinter mir. Laufen nach Lust, Laune und Körpergefühl, das steht ja seit ein paar Wochen bei mir auf dem Zettel. Ich höre auf meinen Körper und passe das Laufen daran an. Das hat mir in dieser Woche einige Überraschungen beschert.

    Montag
    Eigentlich war die „doppelte“ Waldrunde mit ca. 8 KM geplant, aber ich merkte nach ein paar Schritten, dass es ein mühsames Unterfangen wird. Dazu kam ein starker Wind, der gefühlt immer nur direkt von vorn kam . Mit Kälte, Schnee in haushaltsüblichen Mengen, Regen und Matsch komme ich gut klar, aber Wind ist mein Wetterfeind Nr. 1. Er setzt mir nicht nur körperlich zu, sondern nimmt mir komplett die Motivation, mich auch nur einen weiteren Schritt dagegen zu stemmen. Wind ist blöd!
    Nach einem Kilometer, als wir endlich den Wald erreichen, bin ich nur noch kraftlos, genervt und maule vor mich hin. Der Gatte erzählt mir, dass er die kurze Schleife im Wald heute nur einmal läuft. Normalerweise laufe ich die zweite Waldschleife und den Rest nach Hause dann allein weiter.
    Nach 3 KM muss ich mich entscheiden, ob ich es für heute gut sein lasse oder mir noch eine Runde gebe.
    Ich muss nicht lange mit mir diskutieren, ich bleibe an der Seite des Gatten und laufe nach Hause. Nach 5 KM bin ich total müde und leer.

    5,18 KM in 34:36, 6:41/km

    Mittwoch

    Mittwochs gibt es die „Bergrunde“. Ein netter Rundkurs mit 4,5 KM im Wald incl. fieser Steigung, dann den Rest am Waldrand mit unglaublich schöner Aussicht zurück zum Start.
    Ich mag die Strecke wegen der tollen Aussicht. Es gibt einen kurzen Abschnitt, da laufen wir vom Waldrand bergab, und die Aussicht auf diesem Stück haut mich jedes Mal um. Dieses Stückchen läßt mich die Quälerei der Steigung vergessen. Mir geht da immer das Herz auf, ich sauge die Schönheit des Augenblicks komplett auf .
    Beim Start habe ich aber auch jedes Mal einen riesigen Respekt vor der Steigung. Es ist immer anders, mal fast mühelos, beim nächsten Mal kaum zu bewältigen.
    Dieses Mal fühlt sich der Körper ähnlich an wie Montag: müde und unwillig. Ich schleppe mich die Strecke durch den Wald bis zur Steigung und komme tatsächlich laufend oben an. Ich habe gerade noch genug Kraft, um den Gatten abzubremsen, der zwar neben mir läuft, aber wohl gedanklich komplett in seiner eigenen Welt ist.
    Ich weiß, dass auf dem Rückweg noch zwei kleine Hügelchen auf dem Weg liegen. Die sind mir heute viel zu viel. Und so biegen wir an der nächsten Ecke ab zurück in den Wald, um etwas abzukürzen. Es geht nur noch leicht abwärts, und selbst das ist mir zuviel. Ich muss ein paar Schritte gehen, der Unwille in mir verlangt das. Es war noch nicht einmal eine bewußte Entscheidung für eine Gehpause, die Beine liefen einfach nicht mehr weiter.
    Nach ein paar Schritten hatte ich wieder die Kontrolle über den Körper übernommen und lief den Rest zu Ende. Nach dem Lauf war ich sehr zerknirscht, fühlte mich als Versager und hätte die Lauferei am liebsten an den Nagel gehängt.

    8,23 KM in 57:54, 7:02/km

    Freitag
    Neuer Lauf, neues Glück.
    Freitags gibt es den „langen Lauf“, der bei mir aber in den seltensten Fällen richtig lang ist. Stattdessen bemühe ich mich, noch langsamer als sonst zu laufen, um Kollege Puls mal eine Pause zu gönnen. Ich vermeide auch Höhenmeter, daher gibt es meist eine Runde auf dem Radweg an der Weser.
    Die Länge ist heute variabel, wir haben nichts geplant. Die Geschwindigkeit wird vom Gatten als „Eierschaukeltempo“ bezeichnet. Keine Ahnung, was er damit meint…
    Nach 4 KM kommt der erste Seitenweg, den wir nehmen, wenn wir nur eine recht kurze Runde laufen wollen. Nö, wollen wir heute nicht. Die Sonne scheint, der Wind meint es gut mit mir, das langsame Tempo macht mich zufrieden, wir können gerne weiter.
    Nach 5,5 KM können wir entweder zurück oder rechts abbiegen für eine größere Runde. Keine Frage, heute biegen wir ab. Mir geht es immer noch gut. War Montag und Mittwoch irgendwas???
    Nach 8 KM werden wir größenwahnsinnig und laufen nicht zurück, sondern ins nächste Dorf. Von hier aus geht es dann doch endlich zurück zum Start.
    Auf den letzten 2 KM macht sich Müdigkeit in mir breit, und die Beine maulen leise vor sich hin. Ich lasse sie maulen, halte ein Schwätzchen mit dem Gatten und freue mich über den tollen Lauf.

    15,08 KM in 1:48:50, 7:13/km

    Sonntag
    Na gut, gestern habe ich mich wirklich ausruhen müssen nach der Heldentat vom Freitag, aber am Sonntag geht es nach einem kurzen Frühstück wieder los.
    Wir haben eine neue „Sonntagsrunde“ gefunden, die einfach nur Spaß macht. Total abwechslungsreicher Untergrund, von Asphalt über Schotterwege, Waldboden, Graswege ist alles dabei. Dazu ein kleiner Anstieg, eine tolle Aussicht auf einen Golfplatz, einen Bachlauf, etwas Wald und am Allerbesten: so gut wie nie ein Mensch mit Kind, Hund oder Oma unterwegs. Es ist unser kleines Paradies am Sonntag.
    Heute war es mit Sonne und 16° allerbestes Laufwetter. Die ersten beiden Kilometer brauchte der Körper, um sich ans Laufen zu gewöhnen. Was die Beine da veranstalteten, war schon grenzwertig und erinnerte nur entfernt an Laufen, aber es ruckelte sich dann doch zurecht. Schnell mochte kein Körperteil, ich griff auch nicht in die Bewegung ein. Sollte der Körper doch machen, er wird schon wissen, was heute richtig ist.
    Es war ein purer Gute-Laune-Lauf.

    6,74 KM in 45:52, 6:48/km

    Jeder Lauf ist zur Zeit wie eine Wundertüte, aber das macht es schön und spannend

  33. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    dkf (30.05.2021), RunningPotatoe (30.05.2021)

  34. #822

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    Diese Laufwoche war eine totale Achterbahn.

    Montag
    Ich laufe heute allein, der Gatte möchte lieber den Rasen mähen. Auch gut, ich darf gespannt sein, was ich ohne den „Tempomat“ an meiner Seite so anstelle. Mein Mann läuft immer stur sein Tempo und lässt sich nur schwer davon abbringen .

    Ich laufe ab Haustür los auf die „doppelte Waldrunde“, mit der ich noch eine Rechnung von letzter Woche offen habe, als ich die zweite Runde ausgelassen musste. Mit 17° und Sonne ist das Wetter mein Freund. Ich fühle mich von Beginn an gut, also wage ich heute mal ein kleines Fahrtspiel. Geschwindigkeit ist nichts, was mir leicht fällt, und ich habe lange nichts mehr fürs Tempo getan. Ich bin allein im Wald unterwegs, es wird also keine Zeugen für ein eventuelles Scheitern geben. Wie stelle ich es am besten an? Ganz einfach, ich werde heute alle Bergab-Abschnitte schneller laufen.
    Guter Plan, den ich auf der ersten Runde auch konsequent umsetze. Selbst die ganz kurzen Bergabstücke gebe ich Gas.
    Vor der zweiten Runde im Wald kommt ein längeres Stück bergauf, das so anstrengend ist, dass meine Pläne für Runde 2 nicht mehr ganz umzusetzen sind. Hier gebe ich jetzt nur auf den längeren Bergabstücken Gas.
    Das macht richtig Spaß und gibt mir das gute Gefühl, dass doch noch etwas Feuer in den alten Beinen steckt.

    8,09 KM in 52:37, 6:30/KM

    Mittwoch
    Der Gatte ist wieder an Bord, wir laufen in der Mittagspause. Wir sind immer noch im Homeoffice und können uns ein Zurück ins Büro nicht mehr vorstellen. Die Läufe in der Mittagspause sind so toll, das möchte ich nie wieder hergeben.
    Mit 22° ist es so warm wie noch nie in diesem Jahr, als wir auf die Bergrunde starten. Der Wald, durch den wir laufen, bietet kaum Schatten. Wir sind langsam, aber die Wärme ist schon fordernd. Die heftige Steigung ab KM 3,5 kriege ich noch geregelt, aber als wir aus dem Wald kommen, haut es mich um. Kein Lüftchen regt sich, kein Schatten in Sicht, da dreht Kollege Puls richtig auf. Dazu kommt der Durst! Wer kommt denn auch auf die Idee, etwas Wasser mitzunehmen? Ich merke, wie die Kräfte mich verlassen und Platz machen für meinen alten Laufkumpel, den Schwindel. Er nistet sich ein und droht, mich beim nächsten Schritt von den Beinen zu holen.
    Ich kenne die Anzeichen inzwischen zu gut und möchte nichts riskieren. Als selbst eine kurze Gehpause keine Besserung bringt, muss ich schweren Herzens den Lauf abbrechen. Ach Menno, so langsam wird die Bergrunde ein echter Gegner. Dies war schon die zweite Woche, in der ich die Strecke nicht geschafft habe.

    6,72 KM in 45:36, 6:47/KM

    Freitag
    Aus dem Durstlauf vom Mittwoch haben wir gelernt und uns schnell einen Laufgürtel mit Halterung für eine Flasche besorgt. Bei 23° in der Sonne und dem geplanten „langen Lauf“ eine gute Idee, eine kleine Wasserflasche mitzunehmen. Der Gürtel sitzt gut, und das zusätzliche Gewicht der Flasche auf dem Rücken ist nur am Anfang etwas ungewohnt.
    Ich starte mit recht müden Beinen, denn ich habe ein Gartenprojekt begonnen und am Donnerstag mehrere Stunden in der tiefen Hocke im Beet verbracht. Von den Oberschenkeln kommt leichter Protest, als wir loslaufen. Ich ignoriere das Gemaule, denn ich habe mit dem Wetter genug zu tun. Es ist schwül und auf den ersten beiden Kilometern absolut windstill. Ekelhaft! Die körpereigene Klimaanlage springt sofort an, ich bin klitschnass.
    Das Trinken beim Laufen klappt gut. Ich bin froh, dass in meiner Flasche stilles Wasser ist. Die Variante mit Kohlensäure des Gatten sorgt für eine Gesichtsdusche und großes Gemecker .
    Nach einer halben Stunde gibt meine Pulsuhr auf. Die Mischung aus Schweiß und Sonnencreme auf der Haut kann das teure Stück finnische Uhrmacherkunst an meinem Handgelenk nicht verdauen. Mir wird ein Puls von 29 angezeigt! Ich rege mich auf, dass so etwas Simples wie Sonnencreme die Sensoren lahmlegt. Spätere Recherche bestätigt meine Annahme: Mit Schweiß kommen die Sensoren noch klar, bei Sonnencreme streiken sie. Spinnen die Finnen oder benutzen sie keine Sonnencreme? Sowas muss man doch testen, bevor man sein Produkt verkauft…
    Ich reibe und wische am Handgelenk und kriege schlechte Laune. Das Fass zum Überlaufen bringt dann ein Radfahrer, der eine Pause macht und sich an den nächsten Baum direkt am Radweg stellt und pinkelt! So eine Demonstration männlicher Schamlosigkeit macht mich wütend. Ich meckere den Neandertaler beim Vorbeilaufen laut an, was meinem Gatten peinlich ist. Gatte meint, mich zurechtweisen zu müssen, ich soll doch nicht so überreagieren. Überreagieren? Ich???
    Jetzt reicht es. Die Hitze, die müden Beine, die blöde Uhr, der Wildpinkler und jetzt auch noch der verständnislose Ehemann - das ist zuviel für meine zarte Seele für diesen Augenblick. Ich bin bis hierher 7,4 KM gelaufen und bleibe stehen. Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr. Für meinen Mann habe ich nur einen wütenden Blick, dann stapfe ich los. Ich muss mich erstmal sammeln. Der beste Ehemann von allen weiß, dass er jetzt nichts in meiner Nähe zu suchen hat und bleibt zurück.
    Mir kullern ein paar Tränen die Wangen hinunter. So gehe ich etwa einen Kilometer, während ich meine wilden Gedanken sortiere und wieder zur Ruhe komme. Ich drehe mich um, sehe in einiger Entfernung meinen Mann, bleibe stehen, warte auf ihn.
    Wir können über den Vorfall schon wieder lachen, nur Laufen klappt an diesem Tag nicht mehr gut. Auf dem Rückweg laufen und gehen wir im Wechsel. Ich zeichne nichts mehr auf, die Uhr hat mich heute genug geärgert.

    Sonntag
    Nach den letzten beiden Läufen ist klar, dass es heute nur eine kurze Runde wird. Gestern habe ich wieder stundenlang im Beet gehockt, aber die Beine maulen trotzdem nicht. Gut so! Mit 17° und Wolken meint es das Wetter gut mit uns. Auf Sonnencreme verzichte ich ausnahmsweise. Ich gehe nie ohne Sonnencreme aus dem Haus, aber die finnische Technik spricht nach gründlicher Reinigung wieder mit mir, da riskiere ich heute keine Kontaktabbruch.
    Sicherheitshalber habe ich mir einen Pulsgurt bestellt, der aber erst nächste Woche geliefert wird.
    Wir laufen eine nette, unaufgeregte Runde ohne besondere Vorkommnisse.

    5,00 KM in 34:21, 6:52/KM

    Für die nächste Woche wünsche ich mir, einfach mal alle Läufe beenden zu können.

  35. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    heikchen007 (07.06.2021), Jogging-Rookie (06.06.2021), RunningPotatoe (06.06.2021)

  36. #823
    hat sich stets bemüht Avatar von RunningPotatoe
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    Wildpinkler - geht ja gar nicht! Also, ich schleppe immer brav ein Dixie-Klo mit mir herum.

  37. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von RunningPotatoe:

    FeldWaldWiese (13.06.2021), heikchen007 (07.06.2021)

  38. #824

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    Montag
    Heute ist, wie letzte Woche, die doppelte Waldrunde mit schnellen Abschnitten bergab dran. Im Gegensatz zur letzten Woche ist diesmal der Gatte mit dabei. Ich wiederhole das Spiel der letzten Woche und versuche, auf den kurzen Stücken von ca. 200 - 500 Metern spürbar schneller zu laufen. Natürlich denke ich wieder nicht daran, diese Abschnitte auf der Uhr zu drücken. Zu Hause versuche ich herauszufinden, wie schnell ich auf den kurzen Abschnitten wirklich war. Ist etwas mühsam, aber die Pace der schnellen Abschnitte liegt um die 5:45. Damit bin ich sehr zufrieden.

    Wirklich Spaß macht mir, dass der Gatte auf den schnellen Abschnitten merklich Mühe hat, mir zu folgen . Dafür habe ich Probleme, wenn es bergauf geht. Heute schaffe ich das aber ganz gut.
    Ein schöner Lauf, der wirklich Spaß gemacht hat.

    8,09 KM in 53:01, 6:33/KM

    Mittwoch
    Der Tag der Bergrunde. Mit 22° recht warm, dazu volle Sonne ohne einen Hauch von Wind. Ich muss heute allein laufen, der Gatte hat keine Zeit.
    Ich nehme den Gürtel mit der Trinkflasche mit und merke sofort, dass das nicht klappt. Das zusätzliche Gewicht des halben Liters auf meinem Rücken macht mir zu schaffen, denn auf dieser Strecke geht es von Beginn an bergauf. Der Körper kommt mir dem lächerlichen Zusatzgewicht überhaupt nicht klar. Es wird etwas besser, als ich die Flasche in die Hand nehme, aber so richtig frei kann ich einfach nicht laufen.
    Und wie das bei mir so ist, wenn etwas nicht so funktioniert, wie ich es gern hätte, werde ich knurrig und bockig. Am Anstieg in der Hälfte der Runde, den ich die letzten Monate immer geschafft habe, fehlt mir die Motivation, mich zu quälen. Mein Mann fehlt mir, der mir in solchen Momenten hilft, es wenigstens zu versuchen.
    Ich mag heute nicht, also schließe ich Frieden mit mir und gehe gemütlich den Berg hoch. Auch auf der weiteren Strecke reicht meine Kraft nicht, die Strecke durchgehend laufend zu bewältigen. Es ist kein guter Tag für meinen Kopf, mir fehlt jegliche Begeisterung für Leistung. Ich lasse meinen Körper in Ruhe machen, was er für richtig hält. Es werden noch ein paar kurze Gehpausen, die mich zwar etwas ärgern, aber so ist es heute nunmal.

    8,78 KM in 1:03:22, 7:13/KM incl. Gehpausen

    Freitag
    Nach dem miesen Lauf vom Mittwoch habe ich heute keine Lust auf Experimente, daher werden wir eine nicht so lange Runde auf dem flachen Radweg laufen. Von Beginn an achte ich darauf, schön langsam zu bleiben, damit Kollege Puls in ruhigen Bereichen bleibt. Trotz der sonnigen 22° gelingt mir das gut. Erst nach etwa 40 Minuten kommt der Puls auf über 150 Schläge. Das ist für mich richtig gut.
    Dafür hat der Gatte Probleme. Nach etwa der Hälfte der Strecke sagt er mir, dass er eine Pause braucht. Ich soll weiterlaufen, er will mich wieder einholen.
    Nach zwei Kilometern ist er wieder neben mir.
    Für mich ist es ein sehr schöner, entspannter Lauf, kein Vergleich mit der verrissenen Runde zwei Tage vorher.

    8,37 KM in 59:03, 7:03/KM

    Sonntag
    Das Wetter ist heute ein Läufertraum, 16°, kaum Wind, Sonne
    Wir laufen auf unserer neuen Runde am Golfplatz. Am Start habe ich zwar ein paar Schwierigkeiten, die Beine in Bewegung zu setzen, aber die Freude über die tollen Bedingungen überwiegt. Auf KM 3 ist das Gras auf dem Feldweg inzwischen so hoch gewachsen, dass es von allen Seiten nach den nackten Beinen tatscht. Ich hasse das, meine Haut beginnt sofort zu jucken. Solange der Weg nicht gemäht wird, müssen wir uns wohl eine neue Strecke suchen.
    Trotz der fiesen Juckerei an den Beinen läuft es wunderprächtig. Es ist der schönste Lauf der Woche.

    6,71 KM in 44:18, 6:36/KM

    Nächste Woche bekomme ich meine erste Impfung. Mal sehen, wie mein Körper damit zurecht kommt. Es sind wieder 4 Läufe geplant, davon am Montag wieder mit schnellen Abschnitten.

    Im September soll hier in der Nähe ein Lauf stattfinden, an dem wir gern teilnehmen möchten. Bis dahin muss ich aber noch etwas üben und schneller werden .

  39. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von FeldWaldWiese:

    dicke_Wade (14.06.2021), heikchen007 (14.06.2021), RunningPotatoe (13.06.2021)

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