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  1. #2401

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    Ich finde den ersten Teil des Krause-Zitats mindestens genauso wichtig:

    "Auch weil es von den Eltern nicht unterstützt wird, weil das falsche Bild vorherrscht, dass man dort ja eh nichts verdienen kann. Wir müssen dahin kommen, dass Sport als Berufsweg viel mehr akzeptiert wird. Ich denke zum Beispiel auch daran, dass wir die Talente, die wir haben, mehr fördern und fordern müssen."

    Hmm ... also ich habe das Bild, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen man in der Leichtathletik eh nichts verdienen kann. Da ist man als 3.Liga Fussballer sicher besser aufgestellt als Leichtathleten in der absoluten nationalen Spitze, teilweise in der internationalen Spitze (welcher Fussballer studiert denn so wie Nikals Kaul noch nebenbei?).
    Ob auf Grund der Leistungsdichte es schwieriger ist 3.Liga Fussballer zu werden, ich glaube Nein. Das Verhältnis aktiver Fussballer zu Leichtathleten ist jetzt auch nicht 100:1, aber beim Fussball wird halt doch recht schnell "Druck" ausgeübt (sonst kommt man halt nicht ins Profi-Internat wo alle hinwollen). Aber die Karotte die da hängt ist halt auch deutlich größer und scheint viel näher.

    Insofern würde ich als Vater meine Kinder jetzt auch nicht extrem ermuntern Leichtathletik als Hochleistungssport zu betreiben. Eigentlich bin ich gar kein Fan von Hochleistungssport für meine Kinder, das sollen andere machen ;-) Aber Leichtathletik empfinde ich schon als besonders brotlos gerade in Relation zum Aufwand gerade auch im Vergleich zu anderen Sportarten.

  2. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von DoktorAlbern:

    RunSim (19.11.2019)

  3. #2402
    This is finish but not the end Avatar von ruca
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    Zitat Zitat von DoktorAlbern Beitrag anzeigen
    Da ist man als 3.Liga Fussballer sicher besser aufgestellt als Leichtathleten in der absoluten nationalen Spitze
    3. Liga klingt auch sehr "wenig", aber wenn man mal schaut, dass die dortigen Spiele auch noch einen Schnitt von knapp 8.700 zahlenden Zuschauern haben, und es pro Saison ganze 38 Spieltage a 10 Spiele gibt, dann überrascht das angesichts der finanziellen Schlagkraft nicht wirklich. Und auch die TV-Rechte für die 3. Liga sind nicht billig...

    Selbst gegen die 3. Liga sieht die Leichtathletik trotz Diamond League & Co. keinen wirklichen Stich.
    Zuletzt überarbeitet von ruca (19.11.2019 um 15:18 Uhr)

    Mein Lauftagebuch "Ausgerechnet ich laufe"
    PBs: 10k: 44:27 (3/18), HM: 1:37:59 (9/18), M: 3:30:35 (04/19)
    Ultra: 67,158km in 7:14:17h (12/18), 110km in 24h (6/19)


  4. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von ruca:

    Santander (19.11.2019)

  5. #2403
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von DoktorAlbern Beitrag anzeigen
    Ich finde den ersten Teil des Krause-Zitats mindestens genauso wichtig:

    "Auch weil es von den Eltern nicht unterstützt wird, weil das falsche Bild vorherrscht, dass man dort ja eh nichts verdienen kann. Wir müssen dahin kommen, dass Sport als Berufsweg viel mehr akzeptiert wird. Ich denke zum Beispiel auch daran, dass wir die Talente, die wir haben, mehr fördern und fordern müssen."

    Hmm ... also ich habe das Bild, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen man in der Leichtathletik eh nichts verdienen kann. Da ist man als 3.Liga Fussballer sicher besser aufgestellt als Leichtathleten in der absoluten nationalen Spitze, teilweise in der internationalen Spitze (welcher Fussballer studiert denn so wie Nikals Kaul noch nebenbei?).
    Ob auf Grund der Leistungsdichte es schwieriger ist 3.Liga Fussballer zu werden, ich glaube Nein. Das Verhältnis aktiver Fussballer zu Leichtathleten ist jetzt auch nicht 100:1, aber beim Fussball wird halt doch recht schnell "Druck" ausgeübt (sonst kommt man halt nicht ins Profi-Internat wo alle hinwollen). Aber die Karotte die da hängt ist halt auch deutlich größer und scheint viel näher.

    Insofern würde ich als Vater meine Kinder jetzt auch nicht extrem ermuntern Leichtathletik als Hochleistungssport zu betreiben. Eigentlich bin ich gar kein Fan von Hochleistungssport für meine Kinder, das sollen andere machen ;-) Aber Leichtathletik empfinde ich schon als besonders brotlos gerade in Relation zum Aufwand gerade auch im Vergleich zu anderen Sportarten.
    Was spricht dagegen, eine "normalen" Beruf zu erlernen, 40 Stunden die Woche zu arbeiten und in der Freizeit seinem Hobby Leichtathletik nachzugehen? Dann vielleicht "nur" mit 100 Wochen-Kilometern plus Trainingslager im Frühjahr (Urlaub und selbst bezahltes Hotel).

    War das nicht auch mal die olympische Idee, bevor Wirtschaft und Politik sich des Sportes angenommen haben?
    Ich gebe immer 100 %, außer beim Blutspenden

  6. #2404
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von Santander Beitrag anzeigen
    Was spricht dagegen, eine "normalen" Beruf zu erlernen, 40 Stunden die Woche zu arbeiten und in der Freizeit seinem Hobby Leichtathletik nachzugehen? Dann vielleicht "nur" mit 100 Wochen-Kilometern plus Trainingslager im Frühjahr (Urlaub und selbst bezahltes Hotel).

    War das nicht auch mal die olympische Idee, bevor Wirtschaft und Politik sich des Sportes angenommen haben?
    Genau so sieht das Ende des Hochleistungssportes in Deutschland aus. Leute, die mit Mittelklassigkeit zufrieden sind.
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  7. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von Rolli:

    Kerkermeister (20.11.2019), ruca (19.11.2019), RunSim (19.11.2019)

  8. #2405
    This is finish but not the end Avatar von ruca
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    Jupp. Deutschland will das klassische "Wasch mich, mach mich aber nicht nass".

    Spitzenleistungen gerne, aber dafür bitte möglichst wenig ausgeben. Und das wird auch konsequent durchgezogen. Vom Schulsport bis zur Sportförderung.

    Mein Lauftagebuch "Ausgerechnet ich laufe"
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    Ultra: 67,158km in 7:14:17h (12/18), 110km in 24h (6/19)


  9. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von ruca:

    JoelH (19.11.2019), RunSim (19.11.2019)

  10. #2406

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    Zitat Zitat von ruca Beitrag anzeigen
    Jupp. Deutschland will das klassische "Wasch mich, mach mich aber nicht nass".
    Wer genau ist jetzt "Deutschland"?

    Zumindest ich als linksversiffter, leistungsaverser Gutmensch (aber kein "68er", so alt bin ich nicht), möchte das nicht. Ich möchte, dass Leistungssportler in der Leichtathletik anständig entlohnt werden und unter Berücksichtigung Art 1 GG behandelt werden. Desweiteren möchte ich nicht, dass Leistungssportler gezwungen werden, Medikamente gegen ihren Willen einzunehmen. Doping lehne ich natürlich auch ab.
    Sind unter diesen Bedingungen keine Ergebnisse zu erzielen, die konkurrenzfähig sind, so akzeptiere ich das.

    Neben meiner Einzelmeinung wird es noch eine große Menge an "Deutschland" geben, denen Leichtathletik schlichtweg vollkommen egal ist. Und viele weitere Schattierungen selbstverständlich auch.

  11. Folgenden 5 Foris gefällt oben stehender Beitrag von NME:

    d'Oma joggt (19.11.2019), kalue (19.11.2019), Kerkermeister (20.11.2019), ruca (19.11.2019), Zemita (20.11.2019)

  12. #2407
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von NME Beitrag anzeigen
    Wer genau ist jetzt "Deutschland"?

    Zumindest ich als linksversiffter, leistungsaverser Gutmensch (aber kein "68er", so alt bin ich nicht), möchte das nicht. Ich möchte, dass Leistungssportler in der Leichtathletik anständig entlohnt werden und unter Berücksichtigung Art 1 GG behandelt werden. Desweiteren möchte ich nicht, dass Leistungssportler gezwungen werden, Medikamente gegen ihren Willen einzunehmen. Doping lehne ich natürlich auch ab.
    Sind unter diesen Bedingungen keine Ergebnisse zu erzielen, die konkurrenzfähig sind, so akzeptiere ich das.

    Neben meiner Einzelmeinung wird es noch eine große Menge an "Deutschland" geben, denen Leichtathletik schlichtweg vollkommen egal ist. Und viele weitere Schattierungen selbstverständlich auch.
    Stelle Dir mal vor, dem kann ich zu 100% zustimmen!
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  13. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Rolli:

    NME (19.11.2019)

  14. #2408
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Wenn ich so gesehen hab, was für Massen zum Istaf im Stadion waren, gibts durchaus auch ein Deutschland, dass Leistung gerne im Wettkampf sehen will und zu würdigen weiß. Selbst schon bei den ganz Kleinen, die vor den Stars zur Schulstaffel antraten, gab es großartigen Kampfgeist und Riesenapplaus von den Rängen. Es ist schon nicht ganz so düster, wie man meinen könnte.

    Gruss Tommi

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    klnonni (20.11.2019)

  16. #2409
    The Last Of The Mohicans Avatar von Santander
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    Zitat Zitat von Rolli Beitrag anzeigen
    Genau so sieht das Ende des Hochleistungssportes in Deutschland aus. Leute, die mit Mittelklassigkeit zufrieden sind.
    Die aktuelle Marathon Bestenliste 2019:
    http://www.marathon-ergebnis.de/Bestenliste.html

    Das ist Mittelklasse. In Europa. Und weltweit ist das gar nichts.
    Das ist das Ergebnis der Arbeit von den Leuten, die du hier vehement verteidigst. Die deutschen Leichtathletik Trainer haben versagt, der ganze DLV hat versagt. Aber für dich sind irgendwelche imaginären Menschen in Deutschland Schuld, die den Hochleistungssport nicht wollen. Und natürlich die Jugendlichen, die sich nicht anstrengen wollen.

    Ich frage mich immer, wie die Ruderer, Kanuten, Hockeyspieler, Handballer, Schwimmer ihre Medallien holen. Traineren die in einem anderen Deutschland wie die Leichtathleten? Holen die sich ihren Nachwuchs aus anderen Schulen wie die Leichtahtleten?
    Ich gebe immer 100 %, außer beim Blutspenden

  17. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Santander:

    NME (19.11.2019)

  18. #2410
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von Santander Beitrag anzeigen
    Die aktuelle Marathon Bestenliste 2019:
    http://www.marathon-ergebnis.de/Bestenliste.html

    Das ist Mittelklasse. In Europa. Und weltweit ist das gar nichts.
    Das ist das Ergebnis der Arbeit von den Leuten, die du hier vehement verteidigst. Die deutschen Leichtathletik Trainer haben versagt, der ganze DLV hat versagt. Aber für dich sind irgendwelche imaginären Menschen in Deutschland Schuld, die den Hochleistungssport nicht wollen. Und natürlich die Jugendlichen, die sich nicht anstrengen wollen.

    Ich frage mich immer, wie die Ruderer, Kanuten, Hockeyspieler, Handballer, Schwimmer ihre Medallien holen. Traineren die in einem anderen Deutschland wie die Leichtathleten? Holen die sich ihren Nachwuchs aus anderen Schulen wie die Leichtahtleten?
    Bist Du Dir sicher? Ich sehe das andersherum. DLV und die Deutsche Trainer haben sehr schwer in so einer Gesellschaft, wie Du es vertritts, deswegen erreichen sie was sie erreichen. Die andere Disziplinen haben das deutlich leichter, weil es Nischenfüller sind, und wenn sich Leistungsgedanken wie Deine so weiter verbreitet, ist das auch Ende für diese Disziplinen... und bleibt nur Fußball.
    Aber für dich sind irgendwelche imaginären Menschen in Deutschland Schuld, die den Hochleistungssport nicht wollen
    So imaginär sind sie nicht, sondern real:
    Was spricht dagegen, eine "normalen" Beruf zu erlernen, 40 Stunden die Woche zu arbeiten und in der Freizeit seinem Hobby Leichtathletik nachzugehen? Dann vielleicht "nur" mit 100 Wochen-Kilometern plus Trainingslager im Frühjahr (Urlaub und selbst bezahltes Hotel).

    War das nicht auch mal die olympische Idee, bevor Wirtschaft und Politik sich des Sportes angenommen haben?
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  19. #2411
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Zitat Zitat von ruca Beitrag anzeigen
    Jupp. Deutschland will das klassische "Wasch mich, mach mich aber nicht nass".

    Spitzenleistungen gerne, aber dafür bitte möglichst wenig ausgeben. Und das wird auch konsequent durchgezogen.
    Wenn es doch so eine Herzensangelegenheit ist: Wer von den Foris ist denn in einem Sportverein und zahlt Beiträge? Wer hilft dort ehrenamtlich mit bei der Jugendarbeit? Hat eine Kampfrichterausbildung für Wettkampfveranstaltungen? Wer spendet in Sachen Sport? Wer fördert die Jugend https://fdlsport.de/ ?
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

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    klnonni (20.11.2019)

  21. #2412
    Avatar von klnonni
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    Ich glaube hier werden gerade Äpfel mit Birnen verglichen.

    Fußball ist in vielen Ländern ein Publikumsmagnet, ein Garant für Aufmerksamkeit, Einschaltqouten und dadurch ein riesen Geschäft.
    Dagegen ist Leichtathletik eher eine Individualsportart.

    Klar habe ich früher auch gerne mal den Fernseher laufen gelassen wenn die Leichtathletik- WM, EM oder Olympiade übertragen wurde.
    Aber erst seit ich selbst Laufe fange ich an mich intensiver dafür zu interessieren.
    So wird es vielen gehen.

    Fußball hat wohl (fast) ein jeder zumindest als Kind gespielt.
    Dazu brauchte es kein Verein.
    Als Kind mit den Ball in den Park gegangen und andere Kinder gefragt ob sie Lust hätten zu spielen, dann wurden Manschaften aufgestellt und das Spiel konnte beginnen.
    Als Teamsport war es im Freizeitsport auch völlig egal ob man selbst talentiert war oder nicht, jeder konnte mitspielen und sei es "bloß" als Abwehrspieler mit seiner gefürchteten "Blutgrätsche".
    So ist man mit Fußball aufgewachsen und Sport den man - wenn auch nur spielerisch- selbst gemacht hat zu den hat man eine andere Beziehung als zu Sportarten,
    die man unter umständen nur unter "Zwang" in der Schule ausprobieren musste.

    Wegen dieser "Sozialisierung" des Fußballspieles und der Tatsache, dass es sich um ein Mannschaftssport auf relativ engen Raum handelt, besitzt dieser Sport ein anderes Potenzial für die Vermarktung als Leichtathletik.

    Es ist halt ein Unterschied ob man 5 Läufer einige male im Kreis um eine Laufbahn rennen sieht, oder ob man im Stadion zwei Mannschaften spielen, streiten, brüllen, fallen, springen, grätschen, schubsen, siegen oder verlieren sieht.

    Beim Fußball kann man auch nie sicher sein wie ein Spiel ausgeht.
    Die bessere Mannschaft kann verlieren, weil der eigene Torwart einen schlechten Tag hatte oder der gegenerische Torhüter super drauf war.
    Vielleicht pfeift die Pfeife von Schiedsrichter auch in der 6 Nachspielminute einen ungerechtfertigten Strafstoß?....
    Fußball und andere Mannschaftssportarten leben ebend davon nicht von einzelnen Koryphäen allein geprägt zu sein sondern von vielen Spielern und manchmal auch von der Gnade der Schiedsrichter.

    Ein Fußballspiel dauert ebend 90 Minuten oder länger, genug Zeit Werbung einzublenden und Geschäfte zu machen.

    Leichtathletik ist ganz anders, die Leichtathletik lebt von seinen Koryphäen. Sie ist stärker als Mannschaftssportarten berechenbar.
    Das meine ich nicht abwertend!
    Es gibt Favoriten und in den meisten fällen gewinnt einer von diesen...
    Die Regeln sind klar, eindeutig und Verstöße gegen diese Regeln sind meist ebend so deutlich zu sehen und werden geahndet.
    Ein 100m Lauf wird auch mit Vor- und Hauptläufen nicht annähernd soviel Sendezeit und damit Werbezeit bringen wie ein Fußballspiel.
    Den wenigsten Zuschauern ist auch nur annähernd klar wieviel Training und persönliche Entberungen die Athleten für ihren kurzen aber sensationellen Auftritt investiert haben.

    Darum streitet doch nicht darum ob es gerecht sei, dass 3.Liga Fußballer und ihre Vereine mehr verdienen als die meisten professionellen Leichtathleten.
    Die Leichtathletik kann man nicht mit Mannschaftsportarten wie Fußball vergleichen, die eine völlig andere gesellschaftliche Verankerung hat.

    Ich persönlich schätze die sportliche Leistung der Leichtathleten wesentlich höherwertiger ein, als die von Fußballern aber zu Marketingzwecken eignen sich der Fußball besser, zumindest für die breitere Bevölkerungsschicht.
    Leider müssen die Gelder für die Einkommen der Sportler und ihrer Vereine ebend durch Marketing herein geholt werden.

  22. #2413
    Jäger der verlorenen Geschwindigkeit Avatar von JoelH
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    Zitat Zitat von bones Beitrag anzeigen
    Wenn es doch so eine Herzensangelegenheit ist: Wer von den Foris ist denn in einem Sportverein und zahlt Beiträge? Wer hilft dort ehrenamtlich mit bei der Jugendarbeit? Hat eine Kampfrichterausbildung für Wettkampfveranstaltungen? Wer spendet in Sachen Sport? Wer fördert die Jugend https://fdlsport.de/ ?
    Natürlich bin ich in einem Sportverein und war schon in vielen verschiedenen tätig. Und habe das alles schon gemacht. Außer Jugendarbeit, dafür bin ich nicht geschaffen.

    Das ist aber nicht das Problem in Deutschland. Das Problem sind die Strukturen an sich. Die Professionalisierung ist m.E. völlig an Politik und Verband vorbei gegangen. Man kann nicht mehr in die Weltspitze vordringen mit den Mitteln der 80er. Vereine können so etwas einfach nicht mehr adäquat leisten, dafür fehlt schlicht der finanzielle Rahmen und auch die Infrastruktur. Die Gemeinschaft kann sich nicht einfach mal so ein paar Hochleistungssportler leisten, bzw. will dies vielleicht auch gar nicht. Die Bedingungen in der Weltspitze haben sich geändert aber die Vereinsmeierei in Deutschland nicht.

  23. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von JoelH:

    Rolli (20.11.2019)

  24. #2414
    Boston-Finisher Avatar von *Frank*
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    Gegenthese:
    Das hat nichts mit der Attraktivität der Sportart zu tun, sondern einzig und allein damit, wie gut sich der Sport vermarkten lässt und vermarket wird. Und letzteres hat zumindest in Deutschland auch damit zu tun, ob wir Athleten haben, die mit der Weltspitze mithalten können. Im Fußball sind wir 4 mal Weltmeister geworden, aber auch da hat die Begeisterung für die Nationalmannschaft seit dem Debakel der letzten WM deutlich abgenommen. Als wir mit Bobbele und Steffi Graf im Tennis Weltspitze waren, lief im Fernsehen Tennis rauf und runter. Und als wir in der Leichtathletik mit Hingsen, Wülbeck u.a. noch um Goldmedaillen gekämpft haben, wurde auch noch mehr Leichtathletik geschaut.

    Hinzu kommt, dass private Wirtschaftsunternehmen in Form von Fernsehsendern den Fußball als Cash Cow entdeckt haben und die korrupte FIFA und UEFA sich dazu haben hinreißen lassen, dem Fernsehzuschauer nahezu jeden Tag in der Woche Fußball anzubieten, also deutlich besseres Marketing als zum Beispiel Coe und die IAAF, die ein leeres Stadion in Qatar als "erfolgreiche" WM verkaufen wollen. Ich bin mal gespannt, wie voll die Stadien bei der Fußball-WM in Qatar sein werden, wenn die äthiopischen Gastarbeiter (die gefühlt die einzigen Zuschauer in Doha waren) keine Athleten haben, die sie bejubeln können.

    Und dass vieles vom Marketing abhängt, konnte man bei der INEOS159 Challenge sehen. Ich habe keine Zahlen, aber ich würde jede Wette eingehen, dass das mehr Leute im Internet verfolgt haben als die Leichtathletik-WM in Qatar am TV.
    VG Frank

    5km - 19:38 (2009) ~ 10km - 40:02 (2011) ~ 15km - 61:07 (2010) ~ 10M - 67:37 (2009) ~ HM - 1:29:01 (2008) ~ M - 3:14:29 (2012)
    Nächster Wettkampf: TBD

  25. Folgenden 4 Foris gefällt oben stehender Beitrag von *Frank*:

    JoelH (20.11.2019), Magnus35i (20.11.2019), Rolli (20.11.2019), Zemita (20.11.2019)

  26. #2415
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von bones Beitrag anzeigen
    Wenn es doch so eine Herzensangelegenheit ist: Wer von den Foris ist denn in einem Sportverein und zahlt Beiträge? Wer hilft dort ehrenamtlich mit bei der Jugendarbeit? Hat eine Kampfrichterausbildung für Wettkampfveranstaltungen? Wer spendet in Sachen Sport? Wer fördert die Jugend https://fdlsport.de/ ?
    Ich. In allen Fragen.
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  27. #2416

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    Für den Breitensport ist das alles sehr Ehrenhaft und ich bin da für mehrere Jahre ebenfalls aktiv gewesen in den meisten Bereichen (allerdings beim Rudern und nicht in der Leichtathletik).
    Aber für Profi-Sportler ist das einfach die falsche Plattform.
    Im "normalen" gemeinnützigen Sportverein geht es um die Geselligkeit beim Sport, oder bei Teamsportarten um das Zusammentreffen und überhaupt um eine sportliche Betätigung der Menschen.
    Wenn da in Kindheit oder Jugend außergewöhnliche Talente erkannt werden, nehmen diese doch für einen Sprung auf professionellere Ebene andere Ausbildungswege. Und zumindest bei uns im Verein wurde das, bei entsprechenden Wünschen und Willen, auch in die Wege geleitet und Kontakt hergestellt.

  28. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von Magnus35i:

    JoelH (20.11.2019)

  29. #2417
    Avatar von klnonni
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    Zitat Zitat von JoelH Beitrag anzeigen
    Das ist aber nicht das Problem in Deutschland. Das Problem sind die Strukturen an sich. Die Professionalisierung ist m.E. völlig an Politik und Verband vorbei gegangen. .....
    Vereine können so etwas einfach nicht mehr adäquat leisten, dafür fehlt schlicht der finanzielle Rahmen und auch die Infrastruktur.
    Die Gemeinschaft kann sich nicht einfach mal so ein paar Hochleistungssportler leisten, bzw. will dies vielleicht auch gar nicht.
    +1

    Die Frage ist doch wieviel ist es der Gemeinschaft der Steuerzahler wert, dass wenige Sportler - unabhängig der Popularität ihrer Sportart - ihre Nation bei Internationalen Wettkämpfen ebenbürtig vertreten dürfen?

    In vielen Sportarten muss man als Sportler seine volle Energie in den Sport investieren um mit der Internationalen Elite mithalten zu können.
    Dazu braucht es finanzielle Mittel und die müssen erwirtschaftet werden.
    Entweder durch Sponsoren oder durch den Steuerzahler.
    Je unterhaltsamer eine Sportart für die Masse der Menschen ist, umso leichter finden sich Sponsoren.
    Leichtathletik ist zwar ansich eine attraktive Sportart, aber die Popularität bei den Fernsehzuschauern ist doch eine andere als bei Mannschaftssportarten.

    Nun kann man es ungerecht finden, dass tausende von Fußballspielern von ihrem Sport leben können, aber nur relativ wenige Leichtathleten.
    Aber so ist das Leben - Angebot und Nachfrage... - hunderttausende von Fußballfans strömen in die Stadien, noch mehr schauen sich die Fußballspiele im Fernsehen an, und zwar an fast jedem Wochenende. Man erreicht als Sponsor während und nach dem Spiel Millionen von Zuschauern.

    Gute Möglichkeiten der Sportförderung gibt es natürlich durch die Bundeswehr und Bundespolizei. Aber die dortigen Plätze sind begrenzt.
    Sicher wäre noch vieles von staatlicher Seite zu verbessern auch die Förderung von Vereinen, damit es überhaupt erst zur Sichtung und Förderung junger Talente kommt.

    Aber die Frage ist halt, wieviel ist der Wähler bereit als Steuerzahler dafür auszugeben?
    • in Deutschland sind ca. 650.000 Menschen wohnungslos
    • ca. 48.ooo Menschen sind in Deutschland Obdachlos
    • ca. 300.000 Kindertagesstätten fehlen in Deutschland
    • ca. 18 % der Menschen in Deutschland gelten nach EU-Definition als Arm und von der gesellschaftlichen Ausgrenzung bedroht.


    Diese Liste von Mißständen in eines der reichsten Länder der Welt ließe sich noch fortführen.
    Ist es der wachsenden Anzahl von hilfsbedürftigen Menschen in unserem Land wirklich zumutbar, wenn man verstärkt Gelder in die Förderung von Eliten steckt?

    Ich freue mich über jeden Podestplatz den deutsche Sportler sich erkämpfen, aber das Leben ist kein Ponyhof.
    Traurig wenn junge Talente keine optimale Förderung erhalten können, weil die finanziellen Mittel nicht da sind.

    Aber genauso wie ich einem Künstler sage, wenn er von seiner Kunst nicht leben kann so muss er arbeiten gehen, so seh ich es auch bei den Sportlern.

    Und wenn Deutschland in einigen Sportarten von der internationalen Spitze abgehangen wird, dann ist es schade aber Schicksal...

    Und jetzt könnt ihr mich gerne steinigen

  30. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von klnonni:

    DoktorAlbern (20.11.2019), Magnus35i (20.11.2019)

  31. #2418

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    Da erfährst Du, zumindest von mir, keine Steinigung, sondern einfach die volle Zustimmung!

    Man siehe sich z.B. Christian Reitz an, Sportschütze, hat 2016 bei Olympia Gold im 25m Schnellfeuerpistole gewonnen.
    Hat eine Studium zum Polizeikomissar gemacht und arbeitet in Vollzeit.
    Was meint ihr wie viele Stunden der arme Kerl in irgendwelchen Schießanlagen steht, völlig ohne Interesse und Wissen der allgemeinen Bevölkerung?
    Er wird durch die sportfördergruppe der hessischen Polizei unterstützt. Das ist bestimmt eine nette Sache.
    Aber wenn der nicht Talent und vor allem den unbändigen Willen hätte den mit Sicherheit allergrößten Teil seiner Freizeit zu opfern und sich dem Schießen zu widmen.

  32. #2419

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    Und die Frage kann man ja auch weiter spinnen: Wenn man Mittel zur Verfügung stellt, wo sind diese Effizient eigensetzt? Und da ist halt die Leichtathletik ziemlich ätzend, weil gelaufen und gesprungen wird überall auf der Welt! Aber Eiskanäle (deren 4 in Deutschland) gibt es nur in einer überschaubaren Anzahl Länder. Da kann ich trotz verhältnismäßig hohem Einsatz pro Aktiven dann aber ohne Ende Medaillen abräumen, schlicht wegen dünner Konkurrenz. Das ist dann aber andererseits dann wirklich nur noch "Brot und Spiele" weil der gesellschaftliche Wert (Animierung zur sportlichen Aktivität oder ähnliches) dürfte beim Schlittensport deutlich geringer als bei Leichtathletik, Schwimmen und Tischtennis sein. Nur da könntest du wahrscheinlich hunderte Millione investieren und würdest trotzdem nicht die Erfolgsquote haben. Dafür gäbe es aber vielleicht eher wieder eine Art Sportbewegung in der Bevölkerung. Ich erinnere mich nur an meine damals 3-jährige Tochter als im Fernsehen die EM in Berlin gelaufen ist. "Wenn ich groß bin will ich da auch mal probieren" ... Da geht einem grundsätzlich schon das Herz auf ;-)

    Die Frage 1 ist: Will ich überhaupt Geld für Förderung ausgeben?
    Frage 2: Wenn ja, wie viel?
    Frage 3: Was will ich mit Förderung erreichen? Nur Medaillen oder einen "höheren" Zweck?

  33. Folgenden 2 Foris gefällt oben stehender Beitrag von DoktorAlbern:

    klnonni (20.11.2019), ruca (20.11.2019)

  34. #2420
    This is finish but not the end Avatar von ruca
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    Zitat Zitat von JoelH Beitrag anzeigen
    Das ist aber nicht das Problem in Deutschland. Das Problem sind die Strukturen an sich. Die Professionalisierung ist m.E. völlig an Politik und Verband vorbei gegangen. Man kann nicht mehr in die Weltspitze vordringen mit den Mitteln der 80er. Vereine können so etwas einfach nicht mehr adäquat leisten, dafür fehlt schlicht der finanzielle Rahmen und auch die Infrastruktur.
    Jupp.

    Man schaue bei der Gelegenheit mal rüber zum Fußball, das was dort läuft, hat nicht mehr viel mit Vereinen zu tun - außer dass die so heißen und die Steuervorteile genießen. Defacto sind das knallharte Wirtschaftsunternehmen mit Umsätzen, bei denen einem schwindelig wird. Entsprechend können dann auch die Strukturen geschaffen werden, der DFB schreibt inzwischen ja für die Proficlubs z.B. ein Sportinternat vor und muss dafür keinen Cent ausgeben, die "Vereine" bekommen das gewuppt, im Gegenzug bekommen sie ja z.B. ihren Anteil der TV-Einnahmen, die um ein Vielfaches höher sind. Und wenn man ganz viel Glück hat, kommt sogar ein Sponsor vorbei und zahlt den Neubau eines hochmodernen Nachwuchleistungszentrums selbst, bevor er zusieht, wie das Geld woanders versickert (so passiert beim HSV).

    Im Fußball haben wir nicht ein NOP (ich meine jetzt die positiven Seiten wie die Trainingsbedingungen und die Rundum-Versorgung), wir haben davon dutzende in Deutschland.

    Wenn man so gute Strukturen auch anderen Sportarten schaffen will, dem muss klar sein, dass sich das dort nicht wie im Fußball "einfach so" von den Vereinen selbst refinanziert werden kann.

    In manchen Sportarten gibt es derartige Ansätze auch. Konkret weiß ich es vom Biathlon. Die haben dort in Ruhpolding einen Langlauf-Simulator (Riesiges "Laufband" mit variabler Neigung), der jede Strecke weltweit simulieren kann. Da wurde richtig Geld in die Hand genommen - aber auch weil die Erfolge in dieser Sportart diese Ausgaben "rechtfertigen".

    Da die aktuelle Sportpolitik eher in die Richtung geht "nur das fördern, was Medaillen bringt", wird diese Schere noch weiter auseinandergehen und 2x Gold + 4x Bronze in Doha wird nicht unbedingt das Ganze zugunsten der Leichtathletik kippen lassen...

    Mein Lauftagebuch "Ausgerechnet ich laufe"
    PBs: 10k: 44:27 (3/18), HM: 1:37:59 (9/18), M: 3:30:35 (04/19)
    Ultra: 67,158km in 7:14:17h (12/18), 110km in 24h (6/19)


  35. Folgenden 3 Foris gefällt oben stehender Beitrag von ruca:

    JoelH (20.11.2019), klnonni (20.11.2019), Zemita (20.11.2019)

  36. #2421
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    Staatliche Förderung gibt es auch für Fußballer nicht mehr als für andere Sportarten. Sehr viel läuft über private Stiftungen oder Sponsoren oder die Talentschmieden finanzkräftiger Sportvereine. Ich spreche da auch aus eigener Erfahrung:

    Ich war auch über einige Jahre Coach (im Baseball, nicht in der Leichtathletik) und habe diverse Jugendteams trainiert. Mein Sohn, den ich anfangs auch trainiert habe, hat dann sehr schnell andere Wege eingeschlagen und hat 5 Jahre in einem Sportinternat trainiert und gespielt, welches zu einem großen Teil über eine Sport- und Jugendstiftung finanziert wurde. Inzwischen hat er über den Sport ein Stipendium in den USA erhalten und studiert dort mit der Chance, irgendwann einmal für die MLB entdeckt zu werden, was aber - wenn man realistisch ist - eine ähnlich geringe Wahrscheinlichkeit hat wie bei einem Fußballer in Deutschland.

    Insbesondere in dem Sportinternat (dort gab es auch Fußballer, Leichtathleten, Basketballer usw.) konnte ich beobachten, dass es zwar viele Talente gab, sich aber nur die wenigsten trotz Förderung durchgesetzt haben. Im Baseballbereich konnte ich hautnah miterleben, wie zwei sicher sehr talentierte Spieler ein Angebot eines MLB-Clubs erhalten haben. Der eine hat nach einem halben Jahr dem Konkurrenzdruck in USA nicht mehr standgehalten und kam zurück, der andere hat immerhin 3 oder 4 Jahre durchgehalten.

    Leistungssport, insbesondere Spitzensport ist kein Zuckerschlecken. Um dort mithalten zu können, braucht es die volle Hingabe, die Bereitschaft sich zu quälen, die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, den Willen, fast alles dem Sport unterzuordnen. Und das bringen heute die wenigsten mit. Auch beim Fußball schaffen es nach meinem Wissen prozentual nicht mehr Leute als in anderen Sportarten, vom Sport zu leben und zwar so, dass sie am Ende ihrer Karriere nicht mehr arbeiten müssen.

    Die Frage, die sich mir stellt, haben wir in Deutschland überhaupt das richtige System, um wirklich in die Weltspitze vorzudringen? Als Jugendlicher oder vielmehr als Vater eines Jugendlichen willst du gar nicht, dass dein Kind alles auf die Karte "Sport" setzt. Du brauchst als (angehender) Spitzensportler immer einen Plan B, nicht weil du vielleicht nicht an dich glaubst, aber Sport erfordert eine einwandfreie physische Verfassung, die dir niemand bis zum Karriereende garantieren kann. Warum kombinieren wir nicht Sport und Ausbildung? In den Sportinternaten wird das jetzt für die Schulzeit gemacht, aber spätestens im Studium sind die Sportler wieder auf sich allein gestellt. Da funktioniert das amerikanische System z.B. deutlich besser und - wie man bei der letzten WM in Doha gesehen hat - dominieren die Amerikaner immer noch die Leichtathletik.
    VG Frank

    5km - 19:38 (2009) ~ 10km - 40:02 (2011) ~ 15km - 61:07 (2010) ~ 10M - 67:37 (2009) ~ HM - 1:29:01 (2008) ~ M - 3:14:29 (2012)
    Nächster Wettkampf: TBD

  37. #2422

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    Ist eigentlich grad Saisonpause
    Was ich nicht verstehe ist, dass z.B Adidas in Deutschland nichts macht. Wenn die nicht aufwachen können die den Schuhmarkt vergessen. Eine Trainingsgruppe im Heimatland wäre doch das Mindeste. Und warum geht vom DLV niemand auf die Firmen zu? Oder wird das gemacht?

  38. #2423
    This is finish but not the end Avatar von ruca
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    Zitat Zitat von *Frank* Beitrag anzeigen
    Staatliche Förderung gibt es auch für Fußballer nicht mehr als für andere Sportarten.
    Jetzt war ich mal neugierig, hier die offiziellen Zahlen, was der Bund so ausgibt.

    https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sp...orts-node.html
    https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/d...-2013-2018.pdf

    Da taucht Fußball nicht mal auf (was nicht heißt, dass der nicht gefördert wird, in Hamburg bekommt der Fußball-Verband z.B. 1,4 Mio € - aber nicht aus Bundesmitteln).

    In der Übersicht gibt es einige interessante Punkte. So schlecht steht die Leichtathletik dort vergleichsweise gar nicht da, mit 7,3 Mio € größter Einzelposten und über 10% der Gesamtsumme. Dass dann die Ruderer auf Platz 2 mit 4,6 Mio folgen erstaunt aber schon. Die Skifahrer sind mit 1 Mio vergleichsweise ein "Schnäppchen" (Mal als Vergleich: Curling 0,5 Mio, Snowboard 1,6 Mio).

    Spannend wäre eine Aufstellung dieser Förderungen im Vergleich zur Anzahl der Aktiven. Vermutlich ist da der Bob- und Schlittenverband ganz, ganz weit vorn und wenn man es weiter nach Sportarten aufdröselt, dürfte Skispringen unschlagbar sein...

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  39. #2424
    Auf der Jagd nach 2:02,27 Avatar von Rolli
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    Zitat Zitat von klnonni Beitrag anzeigen
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    Die Frage ist doch wieviel ist es der Gemeinschaft der Steuerzahler wert, dass wenige Sportler - unabhängig der Popularität ihrer Sportart - ihre Nation bei Internationalen Wettkämpfen ebenbürtig vertreten dürfen?

    In vielen Sportarten muss man als Sportler seine volle Energie in den Sport investieren um mit der Internationalen Elite mithalten zu können.
    Dazu braucht es finanzielle Mittel und die müssen erwirtschaftet werden.
    Entweder durch Sponsoren oder durch den Steuerzahler.
    Je unterhaltsamer eine Sportart für die Masse der Menschen ist, umso leichter finden sich Sponsoren.
    Leichtathletik ist zwar ansich eine attraktive Sportart, aber die Popularität bei den Fernsehzuschauern ist doch eine andere als bei Mannschaftssportarten.

    Nun kann man es ungerecht finden, dass tausende von Fußballspielern von ihrem Sport leben können, aber nur relativ wenige Leichtathleten.
    Aber so ist das Leben - Angebot und Nachfrage... - hunderttausende von Fußballfans strömen in die Stadien, noch mehr schauen sich die Fußballspiele im Fernsehen an, und zwar an fast jedem Wochenende. Man erreicht als Sponsor während und nach dem Spiel Millionen von Zuschauern.

    Gute Möglichkeiten der Sportförderung gibt es natürlich durch die Bundeswehr und Bundespolizei. Aber die dortigen Plätze sind begrenzt.
    Sicher wäre noch vieles von staatlicher Seite zu verbessern auch die Förderung von Vereinen, damit es überhaupt erst zur Sichtung und Förderung junger Talente kommt.

    Aber die Frage ist halt, wieviel ist der Wähler bereit als Steuerzahler dafür auszugeben?
    • in Deutschland sind ca. 650.000 Menschen wohnungslos
    • ca. 48.ooo Menschen sind in Deutschland Obdachlos
    • ca. 300.000 Kindertagesstätten fehlen in Deutschland
    • ca. 18 % der Menschen in Deutschland gelten nach EU-Definition als Arm und von der gesellschaftlichen Ausgrenzung bedroht.


    Diese Liste von Mißständen in eines der reichsten Länder der Welt ließe sich noch fortführen.
    Ist es der wachsenden Anzahl von hilfsbedürftigen Menschen in unserem Land wirklich zumutbar, wenn man verstärkt Gelder in die Förderung von Eliten steckt?

    Ich freue mich über jeden Podestplatz den deutsche Sportler sich erkämpfen, aber das Leben ist kein Ponyhof.
    Traurig wenn junge Talente keine optimale Förderung erhalten können, weil die finanziellen Mittel nicht da sind.

    Aber genauso wie ich einem Künstler sage, wenn er von seiner Kunst nicht leben kann so muss er arbeiten gehen, so seh ich es auch bei den Sportlern.

    Und wenn Deutschland in einigen Sportarten von der internationalen Spitze abgehangen wird, dann ist es schade aber Schicksal...

    Und jetzt könnt ihr mich gerne steinigen
    Genau!!!
    Wozu brauchen wir Museen!!! (gerade wieder 500.000.000.000 Euro für ein neues Museum in Berlin beschlossen. Berlin! Armes Haus Deutschland!!!)
    Wozu brauchen wir Theater, Philharmonien, Oper? Wozu Bibliotheken?
    Und wozu brauchen wir so viele Fußballplätze, die alle aus dem öffentlichen Topf finanziert werden.
    Erstmal denken bevor man mit so einem Schwachsinn kommt!

    Übrigens, wenn Leichtathletik nur so viel Geld bekommen hätte, was bei Bau des Flughafens in Berlin durch Politiker verbrannt wurde, könnte man 3x NOP in Deutschland finanzieren.
    ...vom Training hast du sowieso keine Ahnung! (Zitat: meine Frau)

  40. #2425
    Alles im Blick. Avatar von bones
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    Zitat Zitat von Rolli Beitrag anzeigen
    Erstmal denken bevor man mit so einem Schwachsinn kommt!
    Mensch Rolli, dann mach es doch auch.
    "Seien Sie sich bewußt, dass das, was Sie über Ihr persönliches Wohlbefinden zu wissen glauben, vielfach das Resultat gezielter Manipulation durch Industrien ist, deren primärer Fokus ihr Gewinnstreben und nicht notwendigerweise Ihre Gesundheit und Sicherheit ist. " Prof. Dr. Tim Noakes

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