Der 1. Andechser Naturlauf ist die erste Laufveranstaltung, die von der Molkerei Scheitz organisiert wird, besser bekannt unter der Marke Andechser Natur.

Wie wahrscheinlich bei vielen Premierenveranstaltungen lief nicht alles perfekt, so wusste zum Beispiel niemand so wirklich, welche Strecke ihn den erwartete, denn außer der Angabe, dass es 10km sind, gab es nicht viele Infos. Am Sonntag jedoch war alles gut organisiert, die Ausgabe der Startnummern verlief schnell und unkompliziert, die ersten 200 Anmelder bekamen noch ein Funktionsshirt dazu.

Mein Plan für diesen Lauf war: Vollgas geben und die 10km in unter 50 Minuten schaffen. Dumm nur, dass dieser Wert frei aus der Luft gegriffen war. Ich habe dieses Jahr nach 5jähriger Laufpause erst wieder mit dem Laufen angefangen, meine Trainingszeiten ließen eher die Vermutung zu, dass es auf eine 52-53 als eine 50 hinausläuft. Aber was solls, frei nach dem Motto von Yoda: „Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen“, habe ich vorgehabt meine Kilometerpace unter 5 min/km zu halten und wenn ich dabei draufgehe.

Vor dem Start kam dann allerdings die Meldung aus dem Lautsprecher, dass der 10km Lauf eigentlich ein 9,5 km Lauf ist. Eine zweite kleine Hiobsbotschaft kam auch noch aus dem Lautsprecher: Der Lauf ist mit ca. 100 Höhenmetern bespickt, um es uns nicht ganz so einfach zu machen. So viel zu meinem Plan die 50 Minuten zu knacken… Nach kurzem Überlegen, beschloss ich dann einfach trotzdem zu versuchen, die Pace unter 5 min/km zu halten, um zumindest theoretisch sub 50 zu laufen.

10 Uhr Ortszeit ging es los, bei Sonnenschein und warmen Temperaturen. Und es ging gleich mal richtig bergab, im wahrsten Sinne des Wortes. In meinem Kopf kam mir gleich der Gedanke „Toll, das ganze darfst du dann in ca 9,5 km wieder bergauflaufen“. Anschließend ging es durch ein kleines Wohngebiet in einen lichten Wald. Erster Kilometer geschafft, alles im Plan, Pace deutlich unter 5 (kein Wunder, ging ja auch bergab).

Dann aber kamen die mühsamsten Kilometer meiner noch jungen Laufkarriere. Kilometer 2, 3 und 4 gingen alle recht wellig durch den Wald. Es war gefühlt keine einzige ebene Strecke dabei und ich als Laufanfänger wusste jetzt auch nicht, ob ich eigentlich mehr bergauf oder bergab laufe (Garmin verrät mir im Nachhinein insgesamt: ca. 55 Meter bergauf und nur etwa 12 bergab). Die Pace lag mal knapp über 5 mal knapp drunter also alles noch im Rahmen. Jedoch war meinem Gehirn irgendwie klar, dass ich dieses bergauf oder bergab nicht mehr lange durchhalte.

Nach der Getränkestelle bei Km 4,5 kam die bisher härteste Steigung, die Folge: Pace 5:30 und zusätzlich hat mein Kopf gesagt, „Ok ich muss langsam einen Gang zurückschalten sonst komme ich heute nicht mehr an“. Trotzdem konnte ich mich irgendwie durch dieses mentale Loch durchkämpfen. Ich habe mir immer gedacht „So viel wie ich jetzt schon nach oben gelaufen bin, muss es doch irgendwann mal wieder runter gehen!“.

Und tatsächlich ca. bei 6,5 km kam die Wende: Auf einmal ging es wieder mehr bergab als bergauf. Als zusätzlichen Bonus, hörte der Wald mal für ein Stück auf und man hatte einen wahnsinnig geilen Blich auf den Ammersee. Das war ein wirklicher Gänsehautmoment! Weiter ging es langsam Richtung Ziel zu, die Pace war wieder top im Plan bei 4:30-4-55, je nachdem wie bergig es gerade war.

Dann ging es wieder aus dem Wald, und zwar tatsächlich in genau dem Wohngebiet in dem es vor 9 km in den Wald hineinging. Das bedeutet, die letzten 500 Meter geht es noch einmal knapp 30 hm bergauf! Yippie dachte ich…Irgendwie habe ich dieses Übel dann auch noch bekämpft und das Ziel war in Sicht.

Ergebnis: 45:57 Min bei ca. 9.5km (Gesamt: Platz 45 von 158, M: Platz 40 von 99, M30: 5 von 12)

Wahnsinn ich habe mein Ziel erreicht und bin unter 5:00 Min/km geblieben. Ich bin wahnsinnig glücklich. Das Jahr 2017 kann kommen!

Fazit zur Veranstaltung:

Auch wenn es bei mir eine Bestzeit war, ist die Strecke keine Bestzeitenstrecke. Allerdings ist sie wirklich schön, allein wegen dem Blick auf den Ammersee. Die Veranstaltung ist auch sonst sympathisch und gut organisiert. Der Preis ist auch super: 20€, die ersten 200 bekommen ein Funktionsshirt, zusätzlich gibt’s ein goodie bag mit richtig vielen Sachen (600g Schokomüsli, Bioapfelsaft, Biokefir, Zeitschrift, Energieriegel und noch anderer Kleinkram).

Wenn nichts dazwischenkommt bin ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei!

Vielen Dank fürs Lesen und viele Grüße!