Trainingsplanung für den Aischtalradweg

Ich möchte euch heute ein wenig in meine Überlegungen zur Trainingsgestaltung mit hinein nehmen.

Auch wenn mein privater Ultra, den ich jetzt für den 22. Juni geplant habe, "nur" einen knappen Marathon kürzer ist als die 100 Meilen letztes Jahr, ist und bleibt 2019 ein "Zwischenjahr", bei dem ich deutlich weniger Zeit und Energie ins Laufen stecken möchte. Das bedeutet auch, dass ich, obwohl ich ernsthaft trainieren möchte, mit viel weniger Ambitionen an die Sache herangehen will und auch zeitlich mir engere Grenzen setze. Damit wird meine Laufzeit natürlich auch bescheidener werden, aber das ist völlig okay!
Außerdem nehme ich dieses Jahr mal als "Testballon", mein Training ein wenig umzustellen und etwas auszuprobieren - und wenn es schief geht habe ich eben viel gelernt!

Grundlegend wird meine direkte Vorbereitung für den Aischtalradweg (ca. 120 km) so aussehen:
- Direkte Vorbereitung 11 Wochen. Das bedeutet 3 Mesozyklen (2 Belastungswochen + 1 Woche Regeneration) zuzüglich 3 Wochen Tapering. Das ist ein Mesozyklus weniger als letztes Jahr. Damit beginnt meine direkte Vorbereitung in KW 15, Anfang April.
- Ich erhoffe mir, in jede Woche 4 Einheiten unterbringen zu können, mindestens aber 3.
- Die größte Änderung wird sein, dass ich meine langen Läufe gestrichen habe. Ich will in der Vorbereitung keinen Lauf über 40 km laufen. Warum? Diese Läufe sind die größten Zeit- und Kraftfresser, und ich will, dass meiner Familie auch wirklich merkt, dass das hier ein Zwischenjahr mit weniger Belastung ist!
Zum Anderen will ich damit das Konzept von Florian Reuss ausprobieren, der genau das propagiert: zwei lange Läufe pro Woche, nicht an aufeinanderfolgenden Tagen, den ersten Lauf in dem Tempo, wie man im Wettkampf starten will (in meinem Fall 5:40-5:50 min/km), den zweiten noch langsamer, nämlich in dem Tempo, in dem man im letzten Drittel des Wettkampfes unterwegs sein wird - bei mir ca, 6:30 min/km. Das soll trainieren, dass man auch in diesem sehr langsamen Tempo energieeffizient laufen kann. Und keiner dieser Läufe länger als 40 km.
Sehr spannende Idee. Würde Zeit sparen und die Regeneration erleichtern (und jedes Training ist nur so gut, wie du es nachbereiten kannst...). Und Reuss propagiert das auch für Wettkämpfe jenseits der 240 km! Kann mir noch nicht vorstellen, was das mit meinem Kopf macht. Aber wenn ich es nicht dieses Jahr ausprobiere, wann dann? Perfekter Zeitpunkt!
- Die restlichen beiden Läufe will ich 1x schnell (Intervalle oder TDL) und dann noch mal 8-15 km zum "füllen" machen.

Ich bin gespannt, wie das wird. Was denkt ihr?

Liebe Grüße
nachtzeche