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  1. #26
    Avatar von Antracis
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    Zitat Zitat von Lilly* Beitrag anzeigen
    Andererseits frage ich mich natürlich, wenn das Bakterien sind, die gut antibiotisch zu behandeln sind, warum dann es dann so viel Sorge um das Thema Borreliose, chronische Stadien, Langzeitproblematik, etc. gibt. Denn dann wäre es ja wie ne Angina z.B. Antibiotika rein, fertig, überstanden.


    So ist es ja in der Regel auch. Das Problem entsteht halt dann, wenn Du den Zeckenstich nicht bemerkst (was durchaus vorkommt), es dann wirklich eine Borrelieninfektion gibt ( in den wenigen Studien dazu wurde eine Infektionsrisiko von unter 5% ermittelt), aber keine Wanderröte (was in ca. 10-20% der Fälle vorkommt), und deshalb eine antibiotische Behandlung ausbleibt.

    Dann kann es sein, dass z.B. in ca. 3 % der Fälle das Nervensystem befallen wird. Auch das ist dann noch gut und ohne Defektheilung behandelbar, wenn man erkennt, was die Ursache ist.

    Problematisch sind halt (selten!) erreichte Spätstadien mit Befall des Nervensystems oder des Bewegungsapparates oder (noch seltener) des Herzens.
    Da kann man dann zwar die Infektion behandeln, aber nicht den über Jahre entstandenen Schaden, den die Bakterien angerichtet haben.

    Das ist dann in den meisten Fällen auch ein ärztlicher Kunstfehler, weil die Patienten meist schon in frühen Stadien beim Arzt waren und mit Antibiotika zumindest Schlimmeres zu verhindern gewesen wäre. Ich habe selbst eine Patientin gesehen, die mehrere Jahre von ihrem Orthopäden wegen Bein- und Knieschmerzen(!) und einer Schwäche im Fuß behandelt wurde und schließlich eine Neuroborreliose hatte. Darauf muss man nun nicht sofort kommen, aber die Kombination aus Gelenkschmerz und Schwäche (letztlich resultierend aus einer Lähmung des zuständigen Nerven) sollte einen, wenn man das mehrere Jahre behandelt, doch mal drauf kommen lassen. Zumindest wird das der Gutachter wohl so sehen.

    Wie auch immer, zu Sorge oder Hysterie, besteht aus meiner Sicht kein Anlass. Ich kann immer nur auf den oben verlinkten Film verweisen.
    Zuletzt überarbeitet von Antracis (14.11.2019 um 18:41 Uhr)

  2. #27
    Gold wert :-) Avatar von Lilly*
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    Danke!

  3. #28
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    He Lilly, das sind ja tolle Neuigkeiten!

    Gruss Tommi


    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

  4. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von dicke_Wade:

    Lilly* (15.11.2019)

  5. #29
    Das Ziel meines Weges: ॐ om̐ Avatar von mintgruen
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    Zitat Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
    So ist es ja in der Regel auch. Das Problem entsteht halt dann, wenn Du den Zeckenstich nicht bemerkst (was durchaus vorkommt), es dann wirklich eine Borrelieninfektion gibt ( in den wenigen Studien dazu wurde eine Infektionsrisiko von unter 5% ermittelt), aber keine Wanderröte (was in ca. 10-20% der Fälle vorkommt), und deshalb eine antibiotische Behandlung ausbleibt.

    Dann kann es sein, dass z.B. in ca. 3 % der Fälle das Nervensystem befallen wird. Auch das ist dann noch gut und ohne Defektheilung behandelbar, wenn man erkennt, was die Ursache ist.
    [...]
    Ich hatte so eine versteckte Borellieninfektion. Aufgefallen ist das erst, nachdem ich von einer Sekunde auf die andere eine halbseitige Gesichtslähmung bekam.
    Grund: Entzündung eines Gesichtsnerv. Ich habe das Kribbeln sogar noch gespürt, bevor mir Augenlid und halbe Lippe runterhingen.

    Bei den ganzen Untersuchungen im KH wurde dann auch "Borellia burgdorferi" in meinem Blut gefunden. Oder waren es Antikörper gegen diese fiesen Tierchen? Naja, jedenfalls musste ich eine Borellieninfektion hinter mir haben.

    Bei mir muss es auch ein Insekt gewesen sein. Einen Zeckenbiss hatte ich jahrelang vorher nie. Nach Ausflügen in Wald und Wiese hatten wir uns gegenseitig immer gut abgesucht. Ganz besonders in warmen Hautfalten. So erwischten wir Zecken immer noch als Krabbler. Wanderröte wäre für mich sofort ein Warnsignal gewesen sein. Die hatte ich nie.
    Gut, der Zeck hätte mich am Kopf, unter den Haaren, beißen können. Das war die These der Ärzte im KH.
    Ja, da bemerkt man die Wanderröte nicht. Aber den Zeck hätte ich unter den Haaren spüren müssen. Habe ich aber nie.
    Ich vermute auch Bremsen oder andere Insekten als Verursacher.

    Zurück zur Diagnose der Infektion.
    Zu dem Zeitpunkt konnte man angeblich nicht mehr mit Antibiotika behandeln. So habe ich das halt jetzt.

    Zur Zeit geht es halbwegs. Manchmal (ein-, zwei-, dreimal im Jahr) habe ich ein paar Wochen lang Nervenschmerzen. Z.B. im gesamten Arm. Das tut weh, ist lästig, aber ich weiß, dass sie irgendwann wieder weggehen. Genauso plötzlich, wie sie kommen.

    Ich hoffe nur, dass die Spätfolgen nicht im Alter schlimmer werden.
    "Besser geschlurft, als gar nicht gelaufen."

  6. #30
    Avatar von harriersand
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    Zitat Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
    Das hast auf dann falsch verstanden. Borrelien sind im Gegensatz zum Herpes ja Bakterien und in den meisten Fällen auch gut antibiotisch zu behandeln. Dann ist da auch nix mehr im Körper. Selbst späte Stadien sind noch ziemlich gut zu behandeln. Von einer Erkrankung muss man bestimmte immunologische Laborwerte abgrenzen, die auch nach erfolgreicher Behandlung noch verändert sein können.
    Ist es nicht auch bei Syphilis so, dass sich die Bakterien irgendwo im Körper verstecken, wo sie mit Antibiotika nicht mehr (oder nur schwer) erreichbar sind? Dasselbe dachte ich von den Borrelien, sie verkriechen sich in den Tiefen des Nervensystems und richten Übles an.

  7. #31
    Avatar von Antracis
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    Zitat Zitat von harriersand Beitrag anzeigen
    Ist es nicht auch bei Syphilis so, dass sich die Bakterien irgendwo im Körper verstecken, wo sie mit Antibiotika nicht mehr (oder nur schwer) erreichbar sind? Dasselbe dachte ich von den Borrelien, sie verkriechen sich in den Tiefen des Nervensystems und richten Übles an.
    Die Erreger der Syphillis können, wie Borrelien auch, im Nervensystem prinzipiell übles anrichten, sind aber dennoch in allen Krankheitsstadien gut erreichbar. Es gibt meines Wissens immer noch keine Resistenzen, insofern reicht eine Penicillin-Therapie in der Regel aus. Die Problematik ist, wie bei den Borrelien eher, dass es nach einer ersten Krankheitsphase, eine Phase der Inaktivität gibt, in der die Viecher (vorrübergehend!) keine Probleme mehr machen können. D.h., wenn anfangs, z.B. aus Scham, während der ersten Krankheitsphase nicht behandelt wurde, können sich die Erreger in den nächsten Jahren im Nervensystem ausbreiten und dieses dann irgendwann schwer schädigen. Die Bakterien wären jederzeit behandelbar, aber der von Ihnen verursachte Schaden ist halt irgendwann nicht mehr heilbar.

    Was Du beschreibst, also abkapseln gegenüber dem Immunsystem, trifft a.e. auf Tuberkulose zu. Da ist ja dann die Therapie auch schwierig und langwierig (also z.B. 6 (!) Monate lange eine Therapie mit 4 bzw. später zwei Antibiotika ), aber dennoch auch gut möglich und erfolgversprechend.
    Zuletzt überarbeitet von Antracis (15.11.2019 um 21:50 Uhr)

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