Top Themen: Laufhelden | Individuelle Trainingspläne | Laufschuh-Datenbank | Uhren-Datenbank | Lauftrainer-App | Laufen anfangen | Laufen

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Ergebnis 1 bis 19 von 19
  1. #1
    Avatar von U_d_o
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    Standard Ein ganz simpler Trick - 100 Meilen Berlin, der Mauerweglauf 2018

    Wer meine Berichte kennt, wird sich im Grundsatz nicht fragen müssen, warum ich erst 5 Wochen nach dem Lauf einen Bericht fertigstellen konnte, sich höchstens wundern, dass es gar so lange dauerte. Dafür gibt's Gründe. Urlaub zwischendurch und andere. Nicht zuletzt aber auch die Tatsache, dass ich noch nie so viel Zeit in einen Bericht investiert habe. Das liegt an den Besonderheiten, die mir diesmal in "Berlin" begegneten, die ... ach, was rede ich ... der Bericht wird es zeigen. Also dann:

    Ein ganz simpler Trick - 100 Meilen Berlin, der Mauerweglauf 2018

    11. August - Meine Lauffreunde sind "schuld", dass ich mich nach 2014 zum zweiten Mal für die 100 Meilen anmeldete. Wo sie ein Ultralauffest feierten, wollte ich nicht fehlen. Trainieren konnte ich diesmal nur eingeschränkt. "Jeden Meter laufen und Spaß haben" war deshalb das erklärte Ziel. Nachdem sich abzeichnete, dass mein Freund Mike und ich anfangs gemeinsam unterwegs sein würden, war das mit dem "Spaß haben" gesichert. Ob ich auch "ankam", steht wie immer hier.

    Grüße an alle

    Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  2. #2

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    Hallo Udo,

    vielen Dank für den wiedermal sehr gelungenen Bericht. Und wie immer Hut ab vor deiner Leistung.

    Ich kann mir (noch?) nicht wirklich vorstellen, wie man so lange durchlaufen kann, bin ich doch dieses Wochenende meinen ersten Marathon überhaut gelaufen. Übrigens, bist du und deine Laufberichte bestimmt nicht ganz unschuldig daran, dass ich jetzt meinen ersten Marathon gelaufen bin. Und ein Mantra von dir hab ich mir auch in dem Marathon in Berlin immer wieder vorgebetet: ich werde durchlaufen, schließlich heißt es Laufveranstaltung.

    Viele Grüße,

    Basti

  3. #3
    Alle sagten das geht nicht, dann kam einer der wußte das nicht und machte es einfach Avatar von schauläufer
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    Zitat Zitat von airy Beitrag anzeigen
    Hallo Udo,

    vielen Dank für den wiedermal sehr gelungenen Bericht. Und wie immer Hut ab vor deiner Leistung.

    Ich kann mir (noch?) nicht wirklich vorstellen, wie man so lange durchlaufen kann, bin ich doch dieses Wochenende meinen ersten Marathon überhaut gelaufen. Übrigens, bist du und deine Laufberichte bestimmt nicht ganz unschuldig daran, dass ich jetzt meinen ersten Marathon gelaufen bin. Und ein Mantra von dir hab ich mir auch in dem Marathon in Berlin immer wieder vorgebetet: ich werde durchlaufen, schließlich heißt es Laufveranstaltung.

    Viele Grüße,

    Basti
    Basti, Glückwunsch zum ersten Mal über die Königsdiziplin, wie schnell warst du denn?
    Und: In Berlin kann man noch durchlaufen, egal ob Mara oder bei den 100 Meilen (bin ich dieses Jahr auch ohne Gehpausen duchgekommen, war hart aber machbar) Solltest du allerdings mal z.B. den Jungfrau Marathon laufen, wirst du nicht nur laufen (außer du rennst um den Sieg mit)

    @UDO, komm grad nicht dazu deinen Laufbericht in aller Ruhe zu lesen. (werde ich nach dem Sparta nachholen). Aber das mit der Inspiration kann ich nur bestätigen. Dein erster Bericht über den Mauerweglauf hat mich inspiriert vor 2 Jahren dort erstmals zu laufen. Und dein Spartabericht hat mich dazu verleitet das selbst erleben zu wollen und in der Vorbereitung war er mir wertvoller Ratgeber für die Dinge die wichtig zu wissen sind. Sollte es klappen werde ich über mwin bisher größtes Laufabenteuer zu berichten. Aallerdings wird es mir nicht gelingen so ausführlich zu schreiben (bin dazu weder zeitlich noch sonst in der Lage).
    M 3:10:47, HM 1:28:04, 10 km 40:05, 24-Stunden 176,1 km, 12-Stunden 102,729 km, 6-Stunden 66,524 km, 100 Meilen 20:30:08, 100 km 09:29:33, 50 km 4:19:10, Treppenmarathon Mt. Everest 8848m 19:08:23, Vertical Marathon 13:57:03, Spartathlon 35:29:34,

    2018
    Aktuell
    28.09. Spartathlon, 35:29:34
    11.11. Indoormarathon Nürnberg
    25.11. Runmob Rössleweg
    2019
    17.02. Hallenmarathon Pfohren

  4. #4

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    Zitat Zitat von schauläufer Beitrag anzeigen
    Basti, Glückwunsch zum ersten Mal über die Königsdiziplin, wie schnell warst du denn?
    Deutlich langsamer als deine Marathonbestzeit. Ich hatte zwei Vorsätze: 1. Ich will den Lauf genießen und mir nicht den Spaß am langen Laufen verderben und 2. wenn alles gut läuft, versuche ich unter 4h zu laufen.

    Als Debütant musste ich ja leider von ganz hinten starten. Bis KM 28 war ich tatsächlich gut auf sub4h Kurs, allerdings war es da schon ziemlich zäh und ich wusste nicht ob ich das noch bis zum Ende durchhalten kann.

    Dann kam mir mein erster Vorsatz und eine SMS eines Kumpels ins Gedächtnis: Übertreibs nicht und genieße den Lauf. Und irgendwie hat es dann Klick in mir gemacht und ich habe beschlossen genau dies zu tun. Ab da hab ich nicht mehr auf die Uhr geschaut und hab ordentlich Tempo rausgenommen.

    Am Ende wurde es dann 4:09:15

    Was lern ich daraus:
    Habe ich das Rennen schlecht eingeteilt? Ja bestimmt.
    Hätte ich sub 4 geschafft? Keine Ahnung.
    Hab ich mich richtig entschieden? Ja! Es war mein erster Marathon, und ich hatte am Ende richtig Spaß. Somit war es bestimmt nicht mein letzter Marathon.

  5. #5

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    Hallo UDO,
    Danke für den tollen Bericht, Glückwunsch zur Leistung. Ja, vielleicht wirst du objektiv gesehen langsamer, aber 1. hat das garantiert auch mit deinen superlangen Ultraläufen zu tun, die du absolviert hat und 2. bist du nach wie vor vorne dabei und 3. geht es ja darum Spaß zu haben, also Alles gut, oder?
    Dein Plan mal keinen Wettkampf zu absolvieren bis Jahresende finde ich gut, macht Sinn...
    Alles Gute dir,
    liebe Grüße
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    08.09.2018 RUNWINSCHOTEN (Holland) 100 km 9:33.30
    16.06.2018 Karlsruher Nachtlauf 80 km 7:55:45
    Marathon 3:22.10
    HM 1:34:32
    10 KM 43:37

  6. #6
    Avatar von Phenix
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    Hallo Udo,

    Auch von mir vielen Dank für den Bericht und herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!

    Wo wir gerade beim Thema "Inspiration" sind, ob ich ohne deine Berichte jemals auf die Idee gekommen wäre Ultra's unter die Sohlen zu nehmen weiß ich auch nicht .

    Viele Grüße,

    Phenix

  7. #7
    Avatar von schloddzr
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    endlich, juhu. Dann mal ab zum lesen

  8. #8
    Avatar von Mike1783
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    Einige werden beim Lesen vielleicht u.a. auch gedacht haben: "Mit Udo/einem Freund/einem Champion würde ich auch gerne mal so etwas in Angriff nehmen." …nun, ich hatte das Glück, dass mit Udo alle drei Wünsche erfüllt waren… .

    2014, bei meinem 1. Start über die 100 Meilen von Berlin, sah ich Udo das erste Mal, als er auf die Bühne/zur Siegerehrung gebeten wurde. Ich hörte nur 61 Jahre…17:18 h und dachte nur wie ist das möglich!? Unfassbar für mich, bis heute!
    Anmerkung: Alterskorrigiert ist er damals Gesamtdritter geworden (…in 14.10h….), dass nur mal so am Rande… . https://statistik.d-u-v.org/faq.php#AgeGrading

    Nun, nur fünf Jahre später, haben sich viele Dinge überaus überraschend entwickelt und so lief ich eben...durfte ich eben...neben, mit dem Freund Udo laufen! Ich habe Udo inzwischen schon oft bei Wettkämpfen live erlebt, weiß also um seine Leidensfähigkeit nicht erst seit gestern und aus hautnaher Erfahrung. Auch, dass er nie aufsteckt, nie klein bei gibt, einfach immer weiter macht! Dass er dabei so früh zu kämpfen hat, habe ich nur beim - im Vergleich - sehr kurzen Ostermarathon von Berlin in diesem Jahr erlebt, unmittelbar nach dem Ende einer Erkrankung.

    Im Prinzip etwa bei Km 50 hat man Udo diesmal "den Stecker gezogen" ,dass war deutlich zu sehen, dass umschrieb Udo selbst mit gegenüber mit "irgendwas passt heute nicht" (…mal ganz abgesehen von einer - durch Erkrankungen - nur mittelprächtigen Saisonvorbereitung insgesamt und einer zu kurzen Vorbereitung und Erholung, nach einem Hammerlauf über 180 Km im Mai, in Griechenland...). Ich sah…deutlich…, wie er litt…und es lagen noch über 110 Km vor uns, vor ihm… Wie viele an seiner Stelle würde da sagen: "Es reicht für heute!"? Es heißt: "Angeschlagene Boxer sind die Gefährlichsten"… . Ich konnte nun erleben: Angeschlagene Ultra-Champions rollen selbst in diesem Zustand das Feld noch von hinten auf…und wie… . Nie hat er sich hängen lassen, nie ist er eingebrochen, sondern hat - mit stoischer Ruhe - einfach weiter versucht seine Leistung, so gut wie das eben an dem Tag noch ging, weiter abzurufen. Das für mich erstaunliche dabei (… obwohl ich ja schon einiges von ihm gewohnt bin…): Udo war selbst in diesem Zustand noch unser gemeinsamer Taktgeber- ein Wunder an Gleichmäßigkeit und Gleichmäßigkeit ist das Geheimnis von Erfolgen, im Ultralaufbereich. Läufer auf Läufer sammelten wir so bis ins Ziel ein. Die Meisten davon machten - rein äußerlich dabei - einen besseren Eindruck, als Udo. Jeden - und sei es noch so knackigen - Anstieg lief Udo dabei hoch (….obwohl es – rein von der Zeit her – völlig egal gewesen wäre, wenn man da kurz ins Gehen übergehen würde…), doch für einen wie Udo stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit nicht, es ist für ihn eine Frage der Ehre, der Einstellung zu seinem Sport. Dieses Beispiel an Entschlossenheit und unerschütterlichem Glauben an sich selbst, letztlich also an reiner Willenskraft, eigentlich schon ab Km 50, werde ich nie vergessen. Ich werde mir das jetzt immer deutlich vor Augen halten können, wenn es bei mir auf langen Kanten, gerade auch in der Nacht, mal schwierig wird…. Dies nur dazu, was es heißt/wie es ist, mit einem echten Champion zu laufen, zu erleben wie "die" ticken… Was es bedeutet mit dem feinen Menschen… meinem Freund Udo zu laufen….das ist eine Sache zwischen ihm und mir….bzw. hat Udo das ja ausreichend angedeutet…
    Edit: Obwohl nicht sein Saisonhöhepunkt und mit den von ihm selbst geschilderten Problemen unterwegs hat Udo trotzdem einen neuen Streckenrekord für die AK 65 aufgestellt und ist – Alterskorrigiert – Gesamtneunzehnter geworden (…in 16:18h….)…

    MfG Mike
    Die Kunst ist es, einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird.
    Winston Churchill

  9. #9
    Rock´n´Run Avatar von MichaelB
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    Endlich...

    ... habe ich es geschafft, diesen tollen langen Bericht zu einem tollen langen Lauf zu lesen.
    Altersgerecht auf Papier ausgedruckt habe ich es allerdings nicht auf einmal geschafft, sondern drei Anläufe gebraucht.

    Was Du immer noch zu leisten im Stande bist ringt mir allen Respekt ab
    Und dann noch nach Deinem Ermessen nicht hinreichend trainiert, das... lässt mich staunend verstummen

    Wie immer bei deinen Berichten zu den ganz langen Kanten bin ich mitgelaufen, habe mitgelitten (Sturz, Brille weg... als ehemaliger Brillenträger weiß ich solch Schreckmomente durchaus einzuschätzen) und mich zum Schluss mitgefreut.
    Auch wenn ich als ebenfalls Spätstarter bislang nur eine Hand voll Marathon und wenige relativ kurze Ultras gelaufen bin, kenne ich das Gefühl, nach teils heftigen Zweifeln doch nicht aufgegeben und es ins Ziel geschafft zu haben - einfach unbeschreiblich

    Hut ab Udo

    Gruß
    Michael

  10. #10
    Coxarthrose Avatar von tt-bazille
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    Vielen Dank für den tollen Bericht, bei dem ich sogar einen mir bekannten Läufer (Matthias) entdeckt habe.

    5km (2018): 18:49 || 10km (2013): 37:35 || HM (2013): 01:23:07 || M (2018): 03:17:28 || Hermannslauf (31,1km; +568m/-774m) (2013): 02:14:40

  11. #11
    Avatar von U_d_o
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    Zitat Zitat von airy Beitrag anzeigen
    Hallo Udo,

    vielen Dank für den wiedermal sehr gelungenen Bericht. Und wie immer Hut ab vor deiner Leistung.

    Ich kann mir (noch?) nicht wirklich vorstellen, wie man so lange durchlaufen kann, bin ich doch dieses Wochenende meinen ersten Marathon überhaut gelaufen. Übrigens, bist du und deine Laufberichte bestimmt nicht ganz unschuldig daran, dass ich jetzt meinen ersten Marathon gelaufen bin. Und ein Mantra von dir hab ich mir auch in dem Marathon in Berlin immer wieder vorgebetet: ich werde durchlaufen, schließlich heißt es Laufveranstaltung.

    Viele Grüße,

    Basti
    Hallo Basti,
    wenn ein so elend langer Kanten wie diese 100 Meilen eine Weile hinter mir liegt, die ich vor allem mit Regenerieren (= weniger Wochen-km) verbracht habe, dann kann ich mir aus gegebener Situation heraus zwar vorstellen, wie man es schaffen kann so weit zu laufen, es kommt mir jedoch "unrealistisch" vor. Beispiel gestern: Wie du vielleicht auf unserer Seite gelesen hast, habe ich inzwischen den letzten Marathon (Koblenz: sh. Bericht) für dieses Jahr absolviert, um mich nun einige Monate einem "Refresh" zu unterziehen. In den letzten Wochen lief ich sehr wenig für meine Verhältnisse und nicht mehr weiter als etwa 10 - 12 km. Gestern wollte ich bei schönem Wetter wieder einmal mehr als 15 km laufen und brachte es auf 16,4 km. Seitdem - gestern Abend und auch heute Morgen - habe ich sehr, sehr müde und gestresste Beine. Vergleichsweise als hätte ich - einigermaßen austrainiert - etwa 35 km zurückgelegt. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass Laufdistanz/-länge ausschließlich* eine Frage effizienten Trainings ist, das man wieder und wieder und wieder und ... abliefern muss, er wäre wieder einmal erbracht.

    *) Voraussetzung, dass effizientes Training zum (Landdistanz-) Ziel führen kann, ist natürlich ein robuster Körper, der die vielen und langen Trainingsläufe vertragen kann!

    Es freut mich sehr, dass ich (vielleicht) einen Beitrag dazu leisten konnte, einen laufbegeisterten Menschen mehr zum Marathon zu verführen Ich hoffe, dein Laufabenteuer ging positiv für dich aus!? Es ist nicht nur wichtig anzukommen. Wie man unterwegs und hinterher fühlt ist sicher noch wichtiger. Mein Erster führte mich 2002 auch durch Berlin. Und ich rannte dabei mit wachsender Begeisterung, die mich für alle Zeiten veränderte. Es war als hätte ich nach vielen Jahren - immerhin zählte ich schon 48 Lenze damals - endlich meine Bestimmung entdeckt - zumindest, was das Körperliche und Sportliche angeht. Seither hänge ich im übertragenen Sinne an der Nadel und brauche immer wieder eine Dosis Marathon (später dann auch Ultra).

    Mein Credo jeden Meter laufen zu wollen und zu sollen, nicht zu gehen, gilt nur für mich ganz allein. Wer wäre ich denn, anderen Menschen/Läufern meine Auffassung des Laufsports aufdrängen zu wollen. Diese "Pflicht" hat sich übrigens im Laufe der Zeit für mich ergeben. Es ist nicht so, dass ich mit diesem Vorsatz "alles laufen, nach Möglichkeit nicht gehen" in das Projekt Marathon eingestiegen wäre. Es hat sich so ergeben, weil ich es 1. über sehr lange Zeit auf jeder Strecke durchhalten konnte und weil ich 2. feststellte, dass Gehenmüssen mir schlechte Laune macht. Zweitens konnte ich natürlich erst feststellen, als meine Strecken länger sowie härter und ich selbst deutlich älter wurde. Als es schlichtweg nicht mehr möglich war bestimmte Passagen zu laufen. Damit ergab sich die Notwendigkeit auf dem Weg der "Selbstfindung" einen weiteren Schritt voran zu gehen. Zu definieren, welche Laufveranstaltungen für mich infrage kommen und welche nicht (oder nur ausnahmsweise als Aufbauwettkampf der Devise "in der Not frisst der Teufel Fliegen" gehorchend).

    Ich danke dir fürs Lesen des Laufberichts und deine Rückmeldung. Ich freue mich über jede Rückmeldung, weil jede mein Verständnis vom Laufsport allgemein weiter bringt.

    Alles Gute für dich

    Gruß Udo

    PS: Wie erfolgreich warst du in Berlin aus deiner Sicht?
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  12. #12
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    Zitat Zitat von schauläufer Beitrag anzeigen
    @UDO, komm grad nicht dazu deinen Laufbericht in aller Ruhe zu lesen. (werde ich nach dem Sparta nachholen). Aber das mit der Inspiration kann ich nur bestätigen. Dein erster Bericht über den Mauerweglauf hat mich inspiriert vor 2 Jahren dort erstmals zu laufen. Und dein Spartabericht hat mich dazu verleitet das selbst erleben zu wollen und in der Vorbereitung war er mir wertvoller Ratgeber für die Dinge die wichtig zu wissen sind. Sollte es klappen werde ich über mwin bisher größtes Laufabenteuer zu berichten. Aallerdings wird es mir nicht gelingen so ausführlich zu schreiben (bin dazu weder zeitlich noch sonst in der Lage).
    Hallo Klaus,

    nun hast du dein Spartathlon-Abenteuer erfolgreich hinter dich gebracht. Und diesmal war es noch mehr Abenteuer als ohnehin schon. Man muss schon ein ganz harter Knochen sein, um unter diesen Umständen zu finishen. Ich ziehe meinen Hut vor dir!!!


    Erhol dich gut

    Gruß Udo
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  13. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von U_d_o:

    Kerkermeister (08.10.2018)

  14. #13
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    Zitat Zitat von airy Beitrag anzeigen
    Deutlich langsamer als deine Marathonbestzeit. Ich hatte zwei Vorsätze: 1. Ich will den Lauf genießen und mir nicht den Spaß am langen Laufen verderben und 2. wenn alles gut läuft, versuche ich unter 4h zu laufen.

    Als Debütant musste ich ja leider von ganz hinten starten. Bis KM 28 war ich tatsächlich gut auf sub4h Kurs, allerdings war es da schon ziemlich zäh und ich wusste nicht ob ich das noch bis zum Ende durchhalten kann.

    Dann kam mir mein erster Vorsatz und eine SMS eines Kumpels ins Gedächtnis: Übertreibs nicht und genieße den Lauf. Und irgendwie hat es dann Klick in mir gemacht und ich habe beschlossen genau dies zu tun. Ab da hab ich nicht mehr auf die Uhr geschaut und hab ordentlich Tempo rausgenommen.

    Am Ende wurde es dann 4:09:15

    Was lern ich daraus:
    Habe ich das Rennen schlecht eingeteilt? Ja bestimmt.
    Hätte ich sub 4 geschafft? Keine Ahnung.
    Hab ich mich richtig entschieden? Ja! Es war mein erster Marathon, und ich hatte am Ende richtig Spaß. Somit war es bestimmt nicht mein letzter Marathon.
    Hallo Basti,

    na hier steht ja, wie es dir erging. Hatte ich vergessen

    Du hattest eine klare Zielvorgabe und bist ihr gefolgt. Allerdings - die Anmerkung sei mir mit Blick auf andere Debütanten, die vielleicht ähnliche Überlegungen anstellen, erlaubt - musste deine Zielvorgabe auf Grund deiner Unerfahrenheit auf Marathondistanz so ausgehen, wie sie ausging. Genießen und ein ehrgeiziges Zeitziel schließen sich in der Regel jenseits der 30 km-Marke aus. Zudem hättest du das "wenn es gut läuft" für dich selbst klarer definieren müssen. Was heißt "gut läuft?". Schmerzfrei? Nach wie vor mit sehr lockeren Beinen? Unangestrengt? - Wer auf eine Zielzeit trainiert, infolge dieses Trainings dann tatsächlich etwa die Ausdauer für diese Zielzeit "an Bord" hat, folgerichtig auf diese Zielzeit "anläuft", der muss notwendigerweise irgendwann hinter der HM-Distanz schwerere Beine bekommen und hart kämpfen. Das ist vorhersehbar. Wenn man das akzeptiert und dem Ehrgeiz den Vorzug gibt, erlebt man besagte genussferne Endphase. Andererseits kannst du dir nur über einen solchen Wettkampfverlauf beweisen, was viele wissen und worauf sie auch vertrauen: Dass es über einen starken Willen eben doch möglich ist die Pace bis zum Zielstrich zu halten, auch wenn es sich etliche Kilometer zuvor nicht so anfühlt. Natürlich kann das auch schiefgehen, wenn man sich die für das Tempo nötige Ausdauer wegen Trainingsdefiziten nicht aneignen konnte oder einen ganz schlechten Tag erwischt. Das Gefühl "schwerer Beine" 10 bis 12 km vor dem Ziel für sich betrachtet stellt jedoch kein "Vorabbeweis" dar, dass es sowieso nicht klappen wird.

    Eine 4:09 ist jedoch ein sehr achtbares Ergebnis mit dem Vorteil, dass das nächste Ziel - irgendwann dann doch unter 4 h - keinen übermenschlichen Kraft- und Trainingsakt erfordern wird.

    Glückwunsch

    Gruß Udo
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
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  15. #14
    Alle sagten das geht nicht, dann kam einer der wußte das nicht und machte es einfach Avatar von schauläufer
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    Zitat Zitat von U_d_o Beitrag anzeigen
    Hallo Klaus,

    nun hast du dein Spartathlon-Abenteuer erfolgreich hinter dich gebracht. Und diesmal war es noch mehr Abenteuer als ohnehin schon. Man muss schon ein ganz harter Knochen sein, um unter diesen Umständen zu finishen. Ich ziehe meinen Hut vor dir!!!


    Erhol dich gut

    Gruß Udo
    UDO deine Glückwünsche freuen mich ganz besonders. Schließlich bist du einer der unbewußt "treibende Kraft" für mich war all die letzten Jahre noch eine Schippe draufzupacken. Ähnlich wie. plane ich keine erneute Spartathlon Teilnahme. Es ist für mich das, was ich maximal an Vorbereitung an Aufwand hezugeben bereit bin. Dabei bin ich nocht micht mal so akkribisch was dies betrifft. Ernährung und Training machte ich nach wie vor aus dem Bau raus. Und aus purer Lust gehörte in den Vorbreitungs-Wettkämpfen dazu auch mal ein Treppenhausmarathon, was für die Sparta-Referenzen eher kontraproduktiv ist. Weiter laufen werde ich (km) mäßig definitiv nicht. In meinem Kopf spucken für 2019 aber schön wieder andere spinnöse Laufabenteuer herum (auch ein Treppenlauf, Pulsmesser mit seinem Bericht hier ist schuld)

    Übrigens dein Berlin Bericht, jetzt mache ich mich dran. War schade, dass ich dort mit dem Magen Problemem hatte, sonst wäre ich zu euch aufgeschlossen. Mike hat mir ja immer angeboten wertvolle Tipps für den Sparta zu geben. Als ich kurz vor der Abreise hier meine grobe Packliste für die CPs reinstellte, war er sehr besorgt, warum ich sein Angebot nicht schon früher in Anspruch genommen hätte. Ich muss sagen, dass ich mich durch zuviele Meinungen und Ratschläge hätte zu sehr verunsichern lassen. Und nicht nur deinen Laufbericht vom Sparta, sondern auch denn von Mike, Florian Bachmeier (wir sind dann ja zufällig vor Ort als Laufpartner zusammengekomen) ganz genau durchgearbeitet habe und da eigentlich alle meine wichtigsten Fragen beantwortet bekam. Es ist einfach eine tolle Sache wenn Läufer einen Bericht schreiben, der nicht nur Sie selbst erfreut sondern auch andere zum Nachahmen anregt und nebenbei noch nützliche Tipps und Ratschläge enthält.

    Ich habe leider noch immer keine Zeit gefunden anzufangen. Zuviel andere Dinge sind so "nebenbei" noch zu erledigen. Ich hoffe das ich bald die ersten Zeilen schreibe, damit die frische Erinnerung wachbleibt.
    M 3:10:47, HM 1:28:04, 10 km 40:05, 24-Stunden 176,1 km, 12-Stunden 102,729 km, 6-Stunden 66,524 km, 100 Meilen 20:30:08, 100 km 09:29:33, 50 km 4:19:10, Treppenmarathon Mt. Everest 8848m 19:08:23, Vertical Marathon 13:57:03, Spartathlon 35:29:34,

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    Hallo Klaus,

    ich hätte dir gewünscht in ein sonniges, frenetisch jubelndes Sparta einzulaufen. Um dieses einmalige Erlebnis - und es ist wirklich so, wie ich es 2016 in meinem Bericht beschrieb: Es haut dich weg! -, darum also wurdet ihr alle betrogen. Eher noch verzichtbar für die vielen Sparta-Süchtlinge - von denen ich gerne einer wäre, es mir jedoch aus bekannten Gründen verwehre -, die das schon mehrmals erlebt haben. Wirklich traurig jedoch für die diesjährigen Debütanten. Wie traurig, kannst du nur ahnen, weil du die "übliche" Fan-Kulisse nicht kennst. Deshalb: Ich achte deinen Entschluss der Einmaligkeit, habe mich ja ebenfalls, wenn auch aus anderen Gründen, dazu entschlossen. Dennoch solltest du mit Abstand, vielleicht auch mehrerer Jahre, noch einmal darüber nachdenken. Ich bin davon überzeugt, dass der Spartathlon seinen vollen, wenn nicht gar den "wahren" Reiz erst bei "griechischem Wetter", also in Sonne gebadet, entfaltet.

    Das mit der Verunsicherung durch andere, durch zu viele Meinungen/Darstellungen, kenne ich nur zu gut. Das zog sich auch durch meine Spartathlon-Vorbereitung und kulminierte in den letzten Tagen vor Ort im Hotel in Athen. Ich griff zum "Filter" und beschäftigte mich nur noch mit Aussagen zu Wettkampfumständen und -details, um nichts Wichtiges zu übersehen. Das allgemeine Unken ignorierte ich, vor allem, weil es mir als Sparta-Debütanten wenig Chancen auf das Finish zubilligte. Damals wie heute eine Haltung, die ich nicht akzeptiere: Gut vorbereitet hat man auch als Debütant jede Chance auf ein Finish. Gut vorbereitet meint: So gut vorbereitet, sozusagen über-vorbereitet, dass einen die zwangläufig auftretenden kleinen und großen Widerstände lediglich Zeit aber nicht den Fuß von Leonidas kosten. So gut vorbereitet, dass man Sparta-Anfänger-Fehler, die in der Regel allenfalls Zeit kosten, wieder ausgleichen kann. So fuhr ich hin und hatte Erfolg. Bei dir muss es ähnlich gewesen sein, sonst hätte dich der Sturm dort oben auf dem verfluchten Hochplateau weggeblasen.

    Ach ja der Sturm: Der fegte auch davon, was sonst unerschütterlich war - Gelassenheit und Routine der griechischen Organisatoren. Das ist bitter für diejenigen, die in der letzten Phase, kurz vor Sparta aufgeben mussten. Am übelsten aber hat es Heike Bergmann erwischt: Die lief durch, wurde vom Race-Car auf den letzten 20 km komplett begleitet, fand keine Checkpoints mehr vor. Es wurde ihr ausdrücklich eingeräumt, sie dürfe von ihrem Supporter an jedem der abgebauten CP versorgt werden. Man begleitete sie sogar von offizieller Seite zu Leonidas, setzte ihr einen Kranz auf und händigte ihr ein Finisher-Shirt aus. Allerdings war die Zeitnahme abgebaut, so dass es keine elektronische Zeit von ihr gibt. Bei der Siegerehrung wurde sie nicht genannt und es wollte (oder konnte) sich dann niemand der anwesenden Offiziellen daran erinnern, dass sie die Strecke regelgerecht (plus der von mir beschriebenen, gebilligten Ausnahmen) absolvierte. Chaos und Verwirrung werden verständlich, wenn man Bilder und Videos vom späten Nachmittag aus Sparta und davor anschaut. Mich stimmt das traurig, denn Heike hat wohl von allen Finishern die größte Leistung vollbracht, sich diesem Unwetter gestellt und es besiegt. Darüber hinaus muss die Verwirrung so groß gewesen sein, dass eine Athletin geehrt wurde, die die letzten Kilometer vor Sparta aufgab und mit dem Auto ins Hotel fuhr. Das soll ihr Supporter sogar auf Facebook (zu dem ich keinen Zugang habe) gepostet haben. Im deutschen Kontingent war es bekannt. Und dann eine Ehrung. Das begreife ich noch weniger, als die unterbliebene Ehrung von Heike, wenngleich das schlimmer ist, vor allem für sie. Dergleichen Unstimmigkeiten sind für mich, der ich Leidenschaft und Präzision bei griechischen Langdistanzultras nun schon zweimal kennen lernen durfte.

    Umso schöner, dass dir der Coup des Debütanten-Sieges gelang. Das freut mich ganz besonders.

    Alles Gute Klaus - und: Wir sehen uns!

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  17. #16
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    Hallo UDO,

    das mit der Heike, habe ich gar nicht so mitbekommen und macht mich fassungslos und traurig zugleich. Sie ist so eine große Kämpferin und dann wird Sie Opfer der schlampigen griechischen Mentalität.

    Es stimmt schon, der Zieleinlauf war dieses Jahr absolut ein Trauerspiel. Klar, es waren bei dem Wetter keine Zuschuaer mehr auf der Straße, die weißgekleideten "Jungfrauen" waren längst weg und mein Zielfoto zeigt einen dick vermumten mürrisch dreinschauenden abgekämpften Läufer. Das was wirklich etwas schmerzt ist, das ich keinen Olivenzweigkranz mehr bekommen habe. Das war auch im Nachgang nicht mehr zu ergattern, angeblich seien die ausgegangen. Aber insgesamt bin ich froh das

    a)bei dem Sturm nichts Schlimmes passiert ist. ich hatte die Gefahren unbewußt, wohl dem Wettkampftunnel geschuldet, ausgeblendet. Im Nachgang hat mir mein Begleiter Fotos und einen kurzen Film gezeigt, wie an einer Tankstelle am Straßenrand die Anzeigetafel heruntergefallen ist. Ich selbst sah in Sparta, kurz vorm Ziel, Dachziegel auf der Straße.

    b)bin ich aber auch froh, dass das Rennen dann doch nicht noch abgebrochen wurde. Die Stärke des Sturmes haben ja vor allem die letzten Läufer mit voller Wucht erfahren. Eine Rennunterbrechung bis zur Wetterbesserung hätte sicher länger gedauert und dann wäre ich mit meinen total durchnäßten Klamotten durchgefroren und hätte dann meine Motivation wahrscheinlich verloren. Und ein kompletter Abbruch, wenn ich auf meine letzten Kilometern unerwegs gewesen wäre, davor hatte ich mehr Angst als vor den Gefahren. Verrückt und auch etwas bedenkenswert. Wenn man bedenkt was aufgrund solcher Fehleinschätzungen alles passieren kann (schlimmstes Bsp. der Zugspitzberglauf vor einigen Jahren).

    Unterm Strich bin ich sehr glücklich das Erlebnis Sparta mit einem Finish genießen zu können. Was die anschließenden Tage betrifft war auch die abendliche Siegerehrung dieses Jahr auch sehr schön. Wenn man frühere Berichte liest war das wohl auch nicht immer so. Obwohl das auch subjektive Empfindungen sind, war die wieder leicht chaotisch startende Party am Strand unter freiem Himmel schön. Der mit Beginn einsetzende Starkregen war von den Griechen wohl nicht auf dem Plan gestanden (Wetterprognose voher beachten ist wohl nicht so deren Ding). Die Übergabe der Medallien und Urkunden ging Teamweise zum Glück schnell, es gab fürher Essen als sonst und die mal wieder nassen Klamotte trockneten schnell, weil sich das Wetter danach besserte. Die Stimmung wurde sehr ausgelassen und ich hätte nicht gedacht, nach dem Essen, bis nachts um 1 mit müden Beinen durchzutanzen. War zwar kontraproduktiv für die Regeneration aber unvergeßlich für das Gedächtnis an diese verrückte Zeit in Griechenland.
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    Zitat Zitat von schauläufer Beitrag anzeigen
    [...]und dann wird Sie Opfer der schlampigen griechischen Mentalität.[…]
    Klaus, bei allem Respekt, solche Pauschalisierungen sind genau das, was dazu führt dass „uns Deutschen“ Arroganz, Besserwisserei und der Hang dazu zu glauben die ganze Welt belehren zu können oder gar zu müssen nachgesagt wird…(…also auch wieder Pauschalisierung, also Folge und so geht das dann immer, immer weiter…). "Am deutschen Wesen soll die Welt…" ....hatten wir schon alles… Es ist für meine Frau und mich alles andere als angenehm, immer wieder von solche Erfahrungen mit unseren Landsleuten in unserem Traumland, von den so gastfreundlichen Griechen konfrontiert zu werden.

    Ein bisschen mehr Empathie steht uns allen wohl ganz gut…

    Du hast die vielen freiwilligen Helfer erlebt…denkst du dieses riesen Event wäre ohne MASSEN von freiwilligen Helfer, die aber auch GAR NIX am SP verdienen, möglich?! Die standen da bei bitterer Kälte, Dauerregen, Sturm und letztlich - so lange es ging/sie sich irgendwo selber festhalten konnten - sogar noch beim - ...IM... -Hurrikan "Sorbas" über Stunden an mehr als provisorischen VP`s .

    In Deutschland hätte man diese Veranstaltung längst aus Sicherheitsgründen abgebrochen, von Amts wegen….

    Zu Heike (…auch ich bin ein riesen Fan von ihr…) Es gibt noch keine Entscheidung von der ISA, auf Heikes Einspruch gegen die Wertung (ich stehe mit ihr im ständigen Austausch).

    Ich NEHME AN, dass JETZT wirklich alle Fakten zusammengetragen werden bzw. Heikes Angaben und die, der sie begleitenden Offiziellen des SP GANZ GENAU überprüft werden. Ich VERMUTE dafür war einfach bis zu den Feierlichkeiten am Montag zu wenig Zeit, bzw. die Organisatoren - damit - bei der Feier dann völlig überfordert… . Ich meine was muss auf denen alles in der Zeit der Veranstaltung und direkt danach eingeprasselt sein, bei diesem unglaublichen Unwetter…Hurrikan in Europa..wer hat damit Erfahrung...?!?!... wo in den griechischen Nachrichten gesagt wurde: "Bleiben sie zuhause, es besteht Lebensgefahr!"

    Du warst dabei. Interessierte konnten und können inzwischen unglaubliche Fotos, Videos und sogar schon die ersten Berichte zu diesem unglaublichen Lauf und seinen Ablauf finden.

    Fehler passieren überall, erst recht in solchen absoluten Ausnahmesituationen. Jetzt muss man nur die Größe haben, um diese auch zugeben zu können. Nichts anderes erwarte ich, gerade von den für ihre liebe zum Sport und für ihren Respekt vor außergewöhnlichen Leistungen (denn nichts weniger war das, was Heike da - zusammen mit ihrem Supporter Christian - abgeliefert hat) so bekannten und geschätzten Griechen. Also, abwarten… . Ich glaube die halbe deutsche Ultraszene und viele mehr noch, in der ganzen Welt (…dank Facebook…) weiß inzwischen um Heikes Schicksal und drückt ihr aber sowas von gaaanz fest die Daumen!!! Völlig fremde Griechen, die sie gaaanz alleine auf der Straßen nach Sparta und in Sparta gesehen haben, suchen nach ihr, bei Facebook…es ist eine unglaubliche Anteilnahme, gerade auch von den Griechen, selbst wenn sie eigentlich nix mit dem SP zu tun haben…

    So eine außergewöhnliche Leistung kann man und darf man nicht ignorieren, bzw. die Anerkennung verweigern. Der so schöne Rahmen der würdigen Ehrungen, bei der Feier in Athen, ist ihr auf jeden Fall schon genommen worden… . Zum Glück hatte Heike (…“Superwomen“….). aber schon 4 Mal!!!! dieses eigentlich einmalige Erlebnis.

    Noch etwas, denn mich stört es gewaltig, wenn man so über die Griechen oder sonst eine Gruppe (…pauschal…) spricht: Deutschland hätte - nicht aus in erster Linie Angst um die Beteiligten, sondern aus viel größerer Angst hinterher bis zum jüngsten Tag verklagt zu werden…- längst kapituliert, vor dieser Naturgewalt! Nicht die Griechen, die hier Verantwortung trugen!!!! Nicht die vielen freiwilligen Griechen, die ihre eigene Gesundheit riskierten, um für 381 StarterInnen/ 238 FinisherInnen + (hoffentlich bald dazu) Heike da zu sein.

    Mike
    Zuletzt überarbeitet von Mike1783 (10.10.2018 um 16:34 Uhr)
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  19. #18
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    Hallo Mike,

    ich habe mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Also zur Richtigstellung. Die freiweilligen Helfer habe ich damit nicht gemeint, das hast du fehlinterpretiert. Die haben eine klasse Job gemacht. Unter den Verhältnisssen haben Sie den grössten Respekt vor mir. Was ich nicht verstehe kann und weshalb ich in meiner Formulierung etwas über Ziel (pauschale Verallgemeinerung) hinausgeschossen sein mag. Es muss nicht alles perfekt laufen, wichtig ist das man auf Situationen reagieren und improvisieren kann. Ist in meinem Beruf fast täglich meine Aufgabe. Und egal welche Nationalität das nun ist, dass sind Eigenschaften die ich persönlich mehr schätze als übertriebene Regulierungswut und eine völlig überzogene Ewartungshaltung (Rundumsorglospakete). Aber hier hat meiner Meinung nach die Rennleitung versagt. Der Sturm kam nicht völig überraschend. Ich bin am Mittwoch aus dem Flieger gestiegen (schon die Landung war abenteuerlich) und kämpfte gegen eine heftige Windböe an die mich erfasste. Der nächste Tag war auch sehr windig. Und spätestens am Samstag, als wir auf der Strecke waren, hat der Wetterdienst verlässlich das Aumaß eines Tropemsturmes angekündigt. (Mein Schwager ist Grieche und hat den ganzen Tag vor dem Fernseher verbracht und den griechischen Sender und die Berichte zum Rennen verfolgt). Das die Ausstattung der CPs diesen Kriterien alles abverlangen würde, war somit zu erwarten. Es waren zum Schluss eben auch wenig Offizielle unterwegs die sich um Möglichkeiter der Verbesserung kümmerten, wie z.B. Die offenen leichten Pagodenzelte sturmfester zu machen oder andere sichere Plätze zu suchen (ich habe jedenfalls nichts davon mitbekommen, und wie gesagt am Sonntag wurde es so ab 17:00 Uhr richtig unangenehm und aufgrund von herumfliegenden Dingen gefährlich für alle, egal ob Läufer, Betreuer in ihren Autos oder den vielen sympatischen Helfern). Das hätte auch anders ausgehen können.

    Und jetzt zu dem was UDO über Hike geschrieben hat. Wieso ist die Zielzeitmatte schon weg, hat die der sturm ramponiert? Und wenn schon, die Ankunft wurde ja dokumenntiert durch mehrere Anwesende. Die Siegerehrung war dann 2 Tagen später. Bis dahin muss es möglich sein, das ordungsgemäße absolvieren der Strecke von den Rennkomissaren zweifelsfrei zu klären - und wenn nicht. Scheissegal, dann wie heißt es doch bei den Juristen so schön: Im Zweifel.... Es geht doch bei ihr nicht um ein Preisgeld oder ähnliches. Aber die menschliche Größe muss man eben haben, (egal ob Grieche oder eine andere Nation) und wenn nicht. Dann konsequent das übereichte Finishershirt und den Kranz wieder abnehmen. Und speziell zum letzteren. Ich hab den Kranz nicht bekommen, war aber früher im Ziel. Ralf Simon hat mir auf Nachfrage gesagt, dass die wohl nicht gerreicht hätten. Ich ägere mich da schon drüber, denn egal ob es stimmt. Ausgehen dürfen die nicht, weil soviel mehr Finisher als in vergangenen Jahren waren es auch nicht.

    Noch so ein Fauxpas war der Verlust zahlreicher Dropbags und das Chaos bei der Abholung in Sparta. Nach 36 Jahrengeling das wohl nicht. Es sind natürlich von einigen sehr viel abgegeben worden. (ohne Supporter wohl auch verständlich das einige sich da gut absichern). Das, das logistisch eine Herausforderung darstellt ist klar. Es wäre nur zu verständlich wenn man statt 75 Abgabestellen weniger Möglichkeiten hätte. Dann bräuchte man weniger Helfer, bzw. der Aufwand wäre deutlich weniger und die Lage überschaubarer. Wie ich dann gehört habe, dass ein Läufer seine zurückgegebenen Stirnlampe, eine Jacke und Laufuhr in den Wind schreiben muss, ist da wirklicheine bittere Erfahrung. Und kein Einzelfall. Nur das es da halt nicht so wertvolle Dinge waren.

    Und ich bitte um Verzeihung wenn ich in Sachen Heike nicht auf dem neuesten Stand bin. Aber ich bin nicht auf Facebook und will aus guten Gründen da auch niemals mich anmelden.
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    Hallo ihr, nachdem ich das Schiedsgericht des Spartathlon ob der Missachtung von Heike Bergmanns Finish und Erfolg kritisierte, muss ich das heute mit Freuden korrigieren. Gestern wurde Heikes Protest stattgegeben und ihr nachträglich das Finish zuerkannt. Wunderbar! Es liegt auf derselben Linie, wie ich griechische Orgas kennen lernte. Sie tun ungemein viel für die Athleten und alle sind mit Ernst und Begeisterung dabei.

    Gruß Udo
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    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

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