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  1. #1
    Avatar von Bernd79
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    Frage Kann ich ca. 75 km bewältigen bzw. "W-I-E"?

    Hallo an alle "Ultraläufer" und alle anderen hier natürlich auch.

    Ich bin noch nicht mal Marathonläufer, allerdings laufe ich seit knapp 1 Jahr im Schnitt 70 km pro Woche als Vorbereitung für meine Halbmarathons. Im Zuge dieser Wochen bin ich mittlerweile doch einige 30 und auch 35 km Läufe gelaufen (Pace meist zw. 5:40 und 6:00).
    Nun bin ich in den letzten 12 Monaten 2 mal mit dem Fahrrad von Graz nach Leoben gefahren (am sog. Murradweg), um meine Großmutter (und Stiefgroßmutter) zu besuchen - etwas, das damals eigentlich eine verrückte Idee war, weil ich keine Ahnung hatte, wann der Körper streiken würde, da ich wohl noch nie eine "so lange" Strecke (knapp 80 km) zurückgelegt habe, und auch noch ein paar Höhenmeter zu absolvieren waren (Diese Strecke quasi rückwärts). Nun handelte es sich um ein tolles Erlebnis, da diese Strecke einfach sehr schön ist und ich bin sie dann auch in jeweils circa 5 Stunden gefahren (also locker langsam, flüssig, ohne Probleme).

    Nun verging ein halbes Jahr und seit 2 Monaten reift in mir der Gedanke, diese Strecke eventuell einmal an einem Tag zu laufen. Naja - einen Trailrucksack hab ich auch ein paar mal bei meinen LaLas benutzt und Gefallen daran gefunden und nun überlegt man sich, dass die Strecke eigentlich aus zwei 35 km LaLas besteht + ein wenig mehr. Und da ich die LaLas fast alle komplett ohne Nahrungsaufnahme - nur mit Wasser gelaufen bin und trotzdem bei den meisten am Ende noch "gut beisammen" war, fängt das Gehirn an, die 80 km Strecke zu zerlegen a la: ich laufe erstmal 35 km, aber mit Nahrungsaufnahme (langsam, irgendwas a la 6:30 Pace), dann mache ich eine Pause, egal, wie es mir geht, trinke, esse. Und 1 oder 2 Stunden später starte ich wieder - und laufe den Rest in eventuell 15 km Etappen ab. Mitnehmen würde ich meinen Trailrucksack - ich schreib mal meine Gedanken und würde mich freuen, wenn ihr mir vorwerft, dass das Vorhaben dumm ist oder zu gewagt oder ich zu schlapp und unerfahren oder dass ich zu wenig Gepäck dabei habe. Aber hier erstmal meine Gedanken: Trailrucksack mit "Standard"-Ausrüstung a la kleines Erste-Hilfe Tascherl, Stirnlampe mit Ersatzbatterien, Handy, 3 oder 4 Gels, Geld, E-Card, Ausweis, Haube, Handschuhe, keine Trinkblase, dafür aber 2 mal 500 ml Softflask für vorne im Rucksack (hab ich mal abgewogen und bin auf glaub ich 2 oder 2.5 kg gekommen).
    Und da ich spätestens alle 15 oder 20 km irgendwo bei einer Ortschaft (Frohnleiten, Deutschfeistritz, Bruck an der Mur, Niklasdorf etc.) vorbeikomme auf dem Weg nach Leoben, würde ich dort immer in einem Geschäft etwas schnelles zum Jausnen (Bananen, Fruchtsaft etc. also "normale" Sachen) kaufen und ebenfalls Wasser oder Elektrolytgetränk + die 2 Softflasks auffüllen.

    Die Frage ist natürlich, ob ich nicht einen Anfängerfehler begehe und glaube, dass die Distanz für mich an einem Tag machbar sein könnte obwohl sie das nicht ist. Ich würde einen Tag mit nicht zu warmem/kaltem Wetter auswählen, die Frage wäre auch, ob Haube und Handschuhe reichen, wenn ich Pause mache - Thema auskühlen/sich Erkälten. Es sei noch erwähnt, dass der Murradweg der Mur und gleichzeitig auch grob der Bahnverbindung Graz-Leoben folgt, sodass ich, falls ich w.o. geben müsste, mich in den Zug setzen könnte.

    Ich würde früh am morgen (ca. 5 Uhr) weglaufen, damit ich nach 4 Stunden gleich mal 35 km (also "fast" die Hälfte) gelaufen bin, um ein kleines Zeitpolster zu schaffen, um nicht am Abend im Dunkeln laufen zu müssen.

    Aber wie gesagt, dass sind nur meine groben Gedankenstrukturen - meine Frage wäre, was an diesen selbigen falsch und unrealistisch/bedenklich ist. Es sei noch erwähnt, dass ich nicht vorhabe, meine Orthopädie zu schädigen - daher wäre ich für Tipps dankbar.
    ________________________
    10 km - 40:13
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  2. #2

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    Was soll schon passieren? Wenn Du nach 40km Laufen platt bist, wanderst Du eben die zweiten 40km. ca. 4h Laufen + 8h Wandern ist möglich. D.h. kombiniert Laufen und Gehen ist die Distanz für jemanden deiner Fitness auf jeden Fall machbar.
    Ich habe Wandertouren gemacht, bei denen ich 12-14h unterwegs war, natürlich mit kürzeren Pausen und nicht so lange Strecken, aber eben auch mit mehreren tausend Höhenmetern und 12-15 kg Rucksack auf dem Buckel.

    Klar, es kann sein, dass Du Dir die Füße wund läufst oder unterwegs irgendeine Überlastung zuziehst. Aber das ist kaum für Außenstehende vorauszusehen.
    Mein Schulweg war zu kurz...

  3. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von mountaineer:

    Bernd79 (26.09.2018)

  4. #3
    sub-4 Avatar von D-Bus
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    Solange du dir darüber im Klaren bist, dass eine solche Aktion deinem Halbmarathontraining mehr schadet als nützt, mach es ruhig. Ich kenne einige Leute, die schlechter vorbereitet einen Ultra mit 100 km geschafft haben.

    Ich würde eher weniger als mehr mitnehmen, aber auf jeden Fall Vaseline o. ä einpacken, falls es irgendwo zu scheuern beginnt.

    Von größeren Pausen würde ich abraten. Vom 6:30er Tempo auch (davon ausgehend, dass du das nicht gewohnt bist). Lieber 5:45 - 6:00 min/km laufen, größere Steigungen gehen, meinetwegen alle 5 km gehend eine Trinkpause einlegen, und alle 10 km gehend eine Trink- und Futterpause einlegen.

    Notfalls kannst du dich auch mal hinsetzen, und allerschlimmstenfalls gar ein Nickerchen machen. Ich glaube aber nicht, dass das nötig sein wird.
    "If you want to become a better runner, you have to run more often. It is that easy." - Tom Fleming

  5. #4
    Pfützen machen glücklich! Avatar von dicke_Wade
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    Da du das sicher auch als Genusslauf in Angriff nehmen willst, dann mach öfters ne Gehpause. Nimm sie nicht nur zur Erholung, sondern auch um die Gegend in dich aufzunehmen. Prinzipiell find ich die Idee prima

    Gruss Tommi


    "Unser Denken bestimmt unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was uns missfällt, werden wir auch viel Schlechtes sehen, dementsprechend über die Welt denken und unser Verhalten danach ausrichten. Menschen, die sich auf das Schöne konzentrieren, sind folglich zweifelsfrei glücklicher."

    Thorsten Havener

  6. #5

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    Da liegt soviel Herzblut drin, so wie Du das schreibst, das mußt Du einfach machen!

  7. #6
    Avatar von Bernd79
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    Zitat Zitat von D-Bus Beitrag anzeigen
    Solange du dir darüber im Klaren bist, dass eine solche Aktion deinem Halbmarathontraining mehr schadet als nützt, mach es ruhig. Ich kenne einige Leute, die schlechter vorbereitet einen Ultra mit 100 km geschafft haben.
    ............
    Ich würde das auf jeden Fall nach dem Halbmarathon machen, also frühestens Ende Oktober, danke für die Tipps auch bezüglich Vaseline und Pace.

    Zitat Zitat von mountaineer Beitrag anzeigen
    Was soll schon passieren? Wenn Du nach 40km Laufen platt bist, wanderst Du eben die zweiten 40km. ca. 4h Laufen + 8h Wandern ist möglich...........
    Auch dir danke für den Tipp!

    Zitat Zitat von dicke_Wade Beitrag anzeigen
    Da du das sicher auch als Genusslauf in Angriff nehmen willst, dann mach öfters ne Gehpause. Nimm sie nicht nur zur Erholung, sondern auch um die Gegend in dich aufzunehmen. Prinzipiell find ich die Idee prima

    Gruss Tommi
    Tommi, ist auf jeden Fall als Genusslauf gedacht, die Strecke ist wirklich sehr schön. Das Wort Gehpause wurde mir ja praktisch von jedem vorgeschlagen - das nimmt auch ein wenig Druck, wenn ich mir vorstelle, dass ich den Rest halt wandere, wenn nix mehr geht!

    Zitat Zitat von jenshb Beitrag anzeigen
    Da liegt soviel Herzblut drin, so wie Du das schreibst, das mußt Du einfach machen!

    Stimmt vielleicht!
    ________________________
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  8. #7
    Avatar von frank2015
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    Hallo,
    Gute Idee. Vielleicht findest du hier Tipps.
    http://www.horizontale-jena.de
    Zumindest dass man so eine Strecke auch wandern kann
    Viel Erfolg
    97,00 kg 86kg-------> Ziel: 83 kg


  9. Folgendem Fori gefällt oben stehender Beitrag von frank2015:

    Bernd79 (23.09.2018)

  10. #8

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    Wobei ich bzgl. gehen doch denke, dass D-Bus' Vorschläge besser sind. Also nicht 45 km laufen und dann den Rest zur Not auf dem Zahnfleisch kriechen, sondern von Beginn an, auch zur leichteren Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme, ca. alle Stunde oder anderthalb Stunden Gehpausen einplanen. Klingt dann vielleicht zwar nicht so toll wie 48 km am Stück gelaufen, aber Gehen ist ja auch Laufen (im Ggs. zu radeln oder Bus fahren ;)).
    Mein Schulweg war zu kurz...

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    Bernd79 (25.09.2018)

  12. #9
    Avatar von U_d_o
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    Hallo Bernd79,

    wozu noch Fragezeichen setzen? Du hast sie längst alle selbst gesetzt. Deine Bedenken sind alle richtig. Ergänzen möchte ich noch dies: Schon im Hinblick auf Marathon ist die Auffassung, dass ein Marathon aus zwei Halbmarathons besteht ein gewaltiger Irrtum. Ein Marathon umfasst 42,195 Kilometer, die - insbesondere für Einsteiger und mit Wucht für nicht so gut trainierte Einsteiger - hinter der 30km-Marke erst richtig anfangen - und dann verdammt hart werden. Auch das noch: Nach der Halbzeit zu rasten - länger zu rasten - ist eine Möglichkeit, die allerdings ins Gegenteil umschlagen kann. Ich bin Ultraläufer und habe in diesem Sommer zum zweiten mal am Triple Marathon teilgenommen. Man läuft an einem Tag drei abgeschlossene Marathonläufe. Die Startzeitpunkte sind fix, die Pause zwischen den Läufen hängt davon ab, wie lange man für den vorherigen Marathon braucht. Wie schon vor zwei Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass nichts mich so sehr schlauchte, wie diese Pausen. Nach denen war es unheimlich schwer wieder in die Gänge zu kommen. Von daher sind kurze Pausen, ausschließlich zum Versorgen und Entsorgen, die bessere Lösung. Essen und Trinken kannst du auch unterwegs. Und gehen ist allemal besser als sitzen und dann wieder in Bewegung kommen müssen.

    Ich rate dir weder ab noch zu. Jeder muss selbst wissen, was er sich zumutet. Bevor ich anfing Marathon zu laufen, habe ich mir ähnliche Abenteuer zugemutet, mit unterschiedlichem Verlauf. Unter anderem eben auch ein straffer Marsch von mir zu Hause ins Allgäu unter dem Motto "mal sehen wie weit ich komme". Als meine Füße im Eimer waren (= übersät mit Blasen) und die Schmerzen unerträglich wurden, hielt ich im Allgäu einen Bauer mit Traktor an, der mich in einen Ort mit Bahnstation mitnahm. Man kann so was schon machen. Objektiv ist man in unseren Breiten eher nicht in Gefahr. Selbst wenn man wie ich damals, jung und blöd, ohne jede Detailplanung losmarschiert. Denk an die Tatsache, dass die Tage immer kürzer werden. Berechne das Ganze mal so, dass du sehr bald hinter km 30 mangels Lauffähigkeit wirst gehen müssen. Licht in Form einer Taschenlampe plus Kopflampe (also mit Back Up!) halte ich für unabdingbar.

    Dass du vorher noch ein paar lange Läufe machen solltest, ist dir sicher klar. Ein Risiko für Gelenke und Sehnen wird trotzdem bestehen. Du musst entscheiden, ob du es eingehen willst.

    So oder so: Alles Gute

    Gruß Udo
    "Faszination Marathon", die Laufseite von Ines und Udo auch für Einsteiger.
    Mit Trainingsplänen für 10 km, Halbmarathon, Marathon und Ultraläufe

    PB: HM: 1:25:53 / M: 3:01:50 / 6h-Lauf: 70,568 km / 100 km: 9:07:42 / 100 Meilen: 17:18:55 / 24h-Lauf: 219,273 km
    Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf 2015: 10. Gesamtplatz, Deutscher Meister in AK M60 (200,720 km) / Spartathlon 2016: 34:47:53 h

  13. #10
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    Berechne das Ganze mal so, dass du sehr bald hinter km 30 mangels Lauffähigkeit wirst gehen müssen. Licht in Form einer Taschenlampe plus Kopflampe (also mit Back Up!) halte ich für unabdingbar.
    Mit 70 WKM sollte es in 10 Stunden klappen. Falls nicht und sich eine Zeit über 12 Stunden abzeichnet sind unterwegs Probleme aufgetreten. Da ist es besser auf die Lampen zu verzichten und als Plan B feste Ausstiegspunkte und -zeiten mit Fahrplan griffbereit zu haben, als die Gesundheit in unnötigem Maß zu riskieren oder ruinieren. Zur Not gibt es auch ein Handy mit dem man ein Taxi rufen kann. Bei von Anfang an reduziertem Pace und gelegentlichen Pausen alle 5 ... 10 km sollte es bis zum Ende möglich sein, Teilstrecken zu laufen. Für 10 h reicht dies, auch wenn am Ende die Laufabschnitte kürzer und das Tempo langsamer wird.

    Wird schon klappen. Beim Rennsteiglauf war ich eher schlechter vorbereitet. Der hat mehr Höhenmeter und es hat trotzdem Spaß gemacht.

    Matthy
    Keep smiling, be optimistic, do something good...

  14. #11
    Avatar von Gonzoderkater
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    Hallo, ich finde Deine Überlegungen gut. Meinen letzten Marathon habe ich 2001 absolviert. Seit 2017 laufe ich wieder.
    Ich habe mir vorgenommen einen Ultra- Wüstenlauf zu schaffen. Es ist noch ein langer Weg. Mache es einfach. Gruß Uwe

  15. #12
    Avatar von Bernd79
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    Danke nochmal für die Tipps.
    Momentan ist die Idee ohnehin aus Krankheitsgründen und dem dadurch unmöglichen HM in die Ferne gerückt. Das war eher als Belohnung nach dem HM gedacht, während ich noch die Form und WKM in den Knochen habe.
    Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wahrscheinlich sollte ich die Sache aber wohl eher (wie Udo indirekt wohl angedeutet hat) nach Marathonerfahrung ausprobieren. Eins nach dem anderen...
    ________________________
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  16. #13

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    Warum schadet die Aktion dem Halbmarathontraining, D-Bus?

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