Hallo Feldweg,

dein langer Text lässt einen tief in deine Beschwerdesituation eintauchen. "In dir" hat es ganz offensichtlich keinen Mangel an Stellen, von denen Schmerzzustände ausgehen können. Dennoch - oder vielleicht sogar gerade deshalb - möchte ich dich in deiner dargestellten Auffassung, im Drang zum Laufen, unterstützen. Besonders gut nachempfinden kann ich den Umstand, dass durchs Laufen vieles besser wird. Mental ohnehin. Es ist bekannt, welch segensreiche Wirkung Ausdauersport auf die Psyche entfalten kann. Und auf diesem Umweg letztlich auch auf dein "stoffliches Selbst". Die Wechselwirkung zwischen Psyche und Physis ist Fakt. Ich habe vielfach an mir selbst erfahren, dass meine Beschwerden ausgerechnet dann schrumpften, wenn ich mein Training intensivierte. In den letzten Jahren bedeutete Intensivierung naturgemäß viel mehr Kilometer.

Ich habe mich inzwischen von der Illusion gelöst, dass ich je wieder umfangreich, fordernd und zugleich beschwerdefrei werde laufen können. Dazu habe ich mir in jungen Tagen bei anderen Sportarten zu viel "zu Schulden kommen lassen", war zu oft massiv verletzt und nicht jedes Mal in ärztlicher Betreuung. Wenn man jung ist, heilt vieles Orthopädische irgendwie von selbst - hinterlässt aber Spuren, wie eben zum Beispiel das Narbengewebe in den A-Sehnen, das mir heute zu schaffen macht. Darüber hinaus sorgt der Alterungsprozess vermehrt und mit einer gewissen Zwangs-läufig-keit für Zipperlein, denen es entgegen zu arbeiten gilt. Beschwerdefrei ambitioniert laufen werde ich nicht mehr können, aber immer noch so, dass es mir Spaß macht. Deshalb habe ich mir - so schwer es mir auch fallen mag - einige wettkampffreie Monate verordnet. Seit Anfang September "arbeite" ich mit einem "Strauß" von Maßnahmen an einer Art körperlichem "Refresh" und verzichtete erst einmal auf längere Läufe. Erst im Dezember, werde ich die Umfänge wieder steigern.

Manchmal kann einem niemand raten und schon gar nicht helfen. In gegebener Situation kommt es darauf an zu spüren, womit oder wie man seine Konstitution und Situation verbessern kann. Irrtümer sind möglich. Vielleicht erreiche ich mein Ziel nicht auf diesem Weg. Vielleicht erreiche ich nicht die von mir angepeilte durchgreifende Verbesserung. Dann ist das so. Aber versuchen musste ich es, weil ich das "dringende Empfinden" verspürte auf dem jetzt eingeschlagenen Weg richtig zu sein ...

Alles Gute

Gruß Udo