Nach dem gestrigen München Marathon reiche ich mal die beiden Laufberichte nach.

Die Strecke über 10,6 km beim Eichstätter Volksfestmarathon war mir ein wirkliches Anliegen, um vor dem München Marathon das mal unter Wettkampfbedingungen gelaufen zu sein. Also meldete ich nach, obwohl das doppelt so teuer war wie reguläres Melden. Am Samstag holte ich mit allen drei Kindern die Startunterlagen ab, das Volksfest war leider noch nicht geöffnet, daher große Enttäuschung bei den Kindern. In der Nacht schlief ich verheerend schlecht, ich war einfach sehr angespannt.
Am Wettkampfsonntag konnte ich in Ruhe anreisen, nur 20 km, ich war alleine unterwegs, stellte mich in der Startaufstellung weiter vorne auf, als es mir gebührt hätte...und hatte dann ein unheimlich geiles Lauferlebnis. Ich lief einfach und es fühlte sich fast mühelos an. So, dass ich große Angst bekam, zu langsam unterwegs zu sein. Ich fragte die Mitläufer um mich rum, welche Pace sie so laufen und wurde immer sicherer, dass ich eher schnell (also für mich schnell) als zu langsam unterwegs bin. Ich lief und fand, dass die km echt schnell und wie von selbst vorbei gehen-da waren Schilder am Wegrand, das fand ich hilfreich. Gut war auch, immer wieder ein paar Worte mit andern Läufern zu wechseln. Ab km 8 fand ich es dann erst anstrengend und ab km 9 sehnte ich das Ziel herbei. Im Ziel war ich gleich wieder fit und staunte über die reichhaltige Verpfegung inclusive salzigem Buffett und Kuchenbuffet. Leider hab ich während und nach dem Laufen immer keinen Appetit. Aber natürlich Durst und alkoholfreies Bier ist da top. Die Medaille fand ich sehr gelungen, ein Mini-Bierkrug in Steingut.
Die Zeit war mit 1:04:27 für mich sehr gut, eine Durchschnittliche Pace von 6:02.
Das Wetter kam mir unwahrscheinlich entgegen. Nicht zu kalt, um die 10 Grad und Nieselregen, das fand ich sooooo angenehm.

Gestern also die Staffel.
Ich fuhr schon am Samstag nach München und holte, wieder mit allen drei Kindern, unsere Startuntrlagen ab.
Die Logistik mit den verschiedenen Punkten zum Wechseln und wie man da hin kommt usw. beschäftigte uns alle sehr und als die Ortskundigste (bin in München aufgewachsen) fühlte ich mich für den Ablauf verantwortlich. Und das bescherte mir echt eine schlaflose Nacht. Es hat dann letztlich alles geklappt....fast alles....wir stiegen zu dritt in die falsche U-Bahn (das war nach meinem Laufabschnitt, ehrlich, da war ich so Out of Order, dass die anderen gut daran getan hätten, meine Ansagen zu hinterfragen 😏, aaaaaaber ich war immerhin diejenige, die auch merkte, dass wir falsch sind....mit fiel dann irgendwann auf, dass außer uns keine Läufer mehr in der UBahn sitzen....) während unser Schlußläufer lief und hatten so keine Chance mehr, den Treffpunkt zum gemeinsames Einlaufen ins Stadion und über die Ziellinie zu erreichen. Unser Glück war, dass er uns nicht lange gesucht hat, alleine ins Ziel ist, umgekehrt ist und und zurück und uns dann glücklicherweise direkt traf, so dass wir alle gemeinsam nochmal einlaufen konnten. Und das fand ich einfach nur GEIL!

Alle andern Wechsel an den Wechselpunkten klappten aber reibungslos!

Wir haben alle 4 unser Soll so ziemlich erfüllt und mit einer Gesamtzeit von 4:05:15 den Marathon beendet.
ich war die dritte Läuferin und lief 10,8 km. Der Lauf war völlig anders als der Eichstätter Lauf. Ich fand es von Anfang an anstrengend und musste sehr kämpfen, eigentlich die ganze Strecke, zum Schluß hin immer mehr. Für mich völlig ungewöhnlich hab ich an jedem einzelnen Verpflegungspunkt zwei Schlucke Wasser, ISO oder Cole zu mir genommen. Jedes Mal. Das kenn ich so gar nicht von mir. Die Pace war auch schlechter mit 6:15. Keine Ahnung, woran das lag, insgesamt an der Anspannung wegen des großen Events und der ganzen Organisation, an dem traumhaften Wetter, das zum Laufen aber zu warm war, keine Ahnung. Ich fand auch irgendwie keinen Anschluß, niemand , der mein Tempo lief, niemand um mal ein Wort zu wechseln und die Streckenführung war in meinem Abschnitt sehr lange sehr öde, die Sambagruppen ließen auf sich warten. Mir fällt gerade noch ein, eventuell vor meinem Start (mittags) zu wenig gegessen, nur ein Ei und zwei Bananen.

Ich war jedenfalls ziemlich ko hinterher. In der letzten Nacht und auch heute über den Tag und auch jetzt hab ich innerlich immer noch viel verarbeitet, viele Bilder im Kopf....München Marathon Staffel ist in jedem Fall eine Option zum Wiederholen!!!

Und ich merk immer wieder, wie wichtig es ist, frei im Kopf zu sein....wenn ich sehr mit Organisationslogistik und Oft auch Kinderbetreuungslogistik befasst bin, dann ist das nicht förderlich. Aber mei, das gehört halt auch dazu.

Jedenfalls macht’s mir insgesamt viel Spaß und ich hab mich heut direkt zum nächsten Wettkampf angemeldet, ein Nikolauslauf mit 10 km.

Und ich hab mich seit meinen Laufanfängen vor 1,5 Jahren, damals konnte ich keine 3 km durchlaufen und meine Pace bewegte sich weit jenseits der 7 auf eine Wettkampfpace von 6:02 auf 10 km vor gearbeitet.
Darauf bin ich stolz und so mach ich weiter.